Als Sprachwissenschaftlerin stolpert Susanne Zeilfelder immer wieder über komische Wörter...

Rettet die Gänsefüßchen!

 Februar 2019

Für die Bildqualität beim beigefügten Foto bitte ich vielmals um Entschuldigung – ich fotografiere normalerweise nicht, schon gar nicht mit dem Handy. Und außerdem musste ich so schrecklich lachen, dass ich es endgültig verwackelt habe. Also, da stand auf einem Zettel an der Tür zu Seminarraum 114:

Antisemitismus im 21. Jhd. findet am 18.10. statt

Wort des Monats: Der Lichtbildausweis

September 2017

Jeder Bahnfahrer kennt das: Früher oder später gerät man an einen Schaffner, Pardon: Zugbegleiter, dem langweilig ist. Und zwar nicht nur langweilig, sondern laaaaaaangweilig ... Dann sucht er sich eine sinnvolle Beschäftigung und kontrolliert bereits dreimal abgezwickte Fahrscheine nochmal ganz gründlich. Bei allen. Aber ganz gründlich. Dann studiert er die Bahncards, ebenfalls ganz gründlich. Also wirklich gründlich. Und wenn man dann an einen geraten ist, der Langeweile aber wirklich gar nicht aushält, verlangt er einen Lichtbildausweis.

[Man könnte hier eine Fußnote machen und darauf hinweisen, dass er das laut "Nutzungshinweisen" gar nicht darf, aber wer liest schon das Kleingedruckte?]

Naturgesetz No. 1: Das passiert nur an Tagen, wo man keinen dabeihat.

Bitte überprüfen Sie Ihren Einwurf!

Mai 2018

Neulich war ich bei der Bank und wollte ein Überweisungsformular einwerfen. Doch, diese Formulare gibt’s noch - für schrullige Buchantiquariate oder wenn man bei der Stadtverwaltung Jena einen Strafzettel für Falschparken bezahlen muss (das geht Sie jetzt garnix an, was ich da bezahlt habe, und außerdem ist das eine andere Geschichte). Also, Formular ausgefüllt, und dann vorschriftsmäßig in die Box für die Überweisungen gesteckt. Und da steht dann also diese Inschrift auf der Box und mahnt mich mit Donnerhall:

BITTE ÜBERPRÜFEN SIE IHREN EINWURF!

Was möchte uns der Dichter damit sagen? Darüber grüble ich jetzt seit Tagen. Wie kann man denn einen Einwurf überprüfen? - Es sei denn natürlich, man ist Fußballschiedsrichter und der Videoassistent hat sich grade gemeldet.

Glutééén

Juli 2018

Haben Sie auch Glutéhn? Das hat man jetzt. „Nicht-zöliakische Glutensensitivität“ heißt das jetzt, wenn man vom Eiweißkleber im Getreide Bauchgrummeln kriegt. Naja, jeder, wie er mag.

Was hingegen keine Geschmackssache ist, sind die lateinischen Betonungsregeln, die sind seit ungefähr zweieinhalbtausend Jahren bekannt. Weiß man einfach, nicht wahr, Marcel-Alexander, das habt ihr doch neulich in der Krabbelgruppe schon besprochen, gell? Im Lateinischen betont man ... na? Richtig. Nach der Paenultimaregel, genau. Und das bedeutet, na, Maibritt-Luise? Eben: Die vorletzte Silbe (Paenultima) wird betont, wenn sie lang ist, sonst die vorletzte (Antepaenultima). - Woraus logisch folgt, hm, Klaus-Friedrich? Daraus folgt, genau, dass es keine lateinischen Wörter gibt, die auf der allerletzten Silbe betont sind. Also wirklich gar keine. Kein einziges.

„Panini naturale“ oder Wer kriegt den letzten Spaghetto?

Januar 2018

In unserem beschaulichen thüringischen Universitätsstädtchen gibt es vorzügliche Bäckereien, nichts zu sagen. Und da steht man dann morgens halbwach und wartet, bis das durch die Maschine geröchelt ist, was mein germanistischer Kollege S. als "befleckte Milch" bezeichnet. Also der erste Latte macchiato des Tages, und wir machen hier jetzt keine blöden Latte-Witze mehr.

Da steht man nun als Sprachwissenschaftler, lässt den Blick schweifen und ... seufz. Hier gab es bis vor kurzem allen Ernstes etwas namens Topfenstrudel. Wie gesagt, bis vor kurzem, denn offensichtlich hat sich meine österreichische Oma inzwischen oft genug im Grab rumgedreht.

Cookies make it easier for us to provide you with our services. With the usage of our services you permit us to use cookies.
Ok