Infektionsschutz im Puff

Oktober 2020

Ich hab’s kommen sehen, dafür gibt es Zeugen: In diesem unserem Kulturland macht man eher die Bordelle wieder auf als die Theater und Kinos. Logisch, im Puff ist ja der Infektionsschutz auch viel einfacher durchführbar, meint jedenfalls jetzt die Stadt Stuttgart, führt Maskenpflicht in der ganzen Innenstadt ein und lässt gleichzeit die Damen wieder arbeiten. Allerdings bleibt Gruppensex verboten, und selbstverständlich werden die Hygieneregeln auch im Gewerbe vom Ordnungsamt kontrolliert, claro, wir sind ja in Deutschland:

            „Grissgott, Scheiffele on Linsemaier, Ordnungsamt Schtadd Schduddgard, machet Se noo weider - mir gucket bloss gschwend nochem Infektiooonsschutz!“
            „ ... “


            „Abbor a Masge misset Se do fai scho trage!“
            „ ... “
            „Ja wia jedsor - gooht ned, hebt ned?“
            „ ... “
            „Ha noi, des hend Se jeds falsch vorschdande - der Denger sodd ins Gsicht nai, ned uff der ... uff der Denger druff ...“

[Hochdeutsche Fassung: „Guten Tag, Schäufele und Linsenmeier vom Ordnungsamt der Stadt Stuttgart, machen Sie ruhig weiter - wir kontrollieren nur kurz den Infektionsschutz!“ - „Aber eine Maske müssen Sie hier schon tragen!“ - „Wie - geht nicht, hält nicht?“ - „Ach so, das haben Sie jetzt falsch verstanden - das Dings muss vors Gesicht, nicht auf den ... Dings ...“]

Ähm, aber eigentlich wollte ich das Wort Puff erklären. Puff bedeutet „Stoß“, und das Benennungsmotiv ist NICHT das, woran Sie gerade denken, Sie Wutzbär. Puff ist vielmehr ein backgammon- oder trictrac-artiges Würfelbrettspiel, das angeblich in solchen Etablissements früher gern gespielt wurde, und hat seinen Namen wahrscheinlich von der Möglichkeit, einen gegnerischen Spielstein aus dem Feld zu schlagen.
Das find ich jetzt aber direkt schon wieder langweilig.

 

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