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Scheitel

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Neuhochdeutsch

substantivische Komposita und Ableitungen dazu mit 'Scheitel-'
Scheitelabstand   „in Winkelgraden angegebener Abstand eines Gestirns vom Scheitelpunkt des Himmels“

Quelle: Zenitdistanz oder Scheitelabstand eines Gestirns, der Bogen eines größten Kreises zwischen dem Z. und dem Gestirn, senkrecht zum Horizont. (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 83417, nach DWDS).

Scheitelband   „einem Kopfband ähnliche Zeichnung am Kopf von Tieren“

Quelle: Scheitelband strichförmig, in der Mitte unterbrochen (Exkursionsfauna von Deutschland. Hrsg. v. B. Klausnitzer, Heidelberg 2011, S. 278, mehrfach. Hier Beschreibung des Insekts Grypotis puncticollis).

Scheitelfeder   „Feder oben am Kopf eines Vogels“

Quelle: Besonders eindrucksvoll in diesem Zusammenhang ist die Ausbildung einer Federhaube (verlängerte Scheitelfedern) bei den Kakadus Australiens ... (W. Lantermann, Papageienkunde, Berlin/Wien 1999, 141).

Scheitelfläche
Scheitelhaar

Quelle: Wo die Scheitelhaare sich fortmachen, eh’ die Barthaare ankommen (J. Paul Hesp. 1, 179, nach DWb).

Scheitelhöhe   „höchster Punkt eines Gebäudes“
Scheitelkreis   „Vertikalkreis der scheinbaren Himmelskugel“
Scheitellinie   „senkrechte Linie“
Scheitelpunkt   „Zenit; höchster Punkt einer Kurve, eines Dreiecks od. eines Winkels; Höhepunkt“
Scheitelwert   „höchster Stand des Wasserpegels“
Scheitelwinkel   „Winkel, der einem anderen, gleich großen Winkel an zwei sich schneidenden Geraden gegenüberliegt“
Scheitelbein   „oberster Knochen des Schädels“

Quelle: Wo die beiden Scheitelbeine mit dem Stirnbein zusammenstoßen, liegt die Rautenfontanelle, wo die Scheitelbeine das Hinterhauptsbein treffen, die Dreiecksfontanelle. (Wiehle, Hermann / Harm, Marie, Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 5 für Mädchen, Halle [u.a.]: Schroedel [u.a.] 1942, S. 143, nach DWDS).

Scheitelfrisur   „Haartracht mit einen Scheitel“

Quelle: Das Bild, das Beckham mit braver Scheitelfrisur zeigt, datiert aus dem Jahr 1993. (Die Zeit, 19.06.2007, nach DWDS).

Scheitelnaht   „oberste Knochennaht“

Quelle: Selbst die Glocke, die eben halb elf schlug, sank für das Ohr, das sie irgendwo mit schreckhafter Spannung befragen mochte, in uferloses Meer; ihren nächsten Anschlag, so schien es fast, würde sie auf dem Grunde tun, in einem Vineta, dessen Bewohner noch unter dem älteren Eismond wohnten und zwischen den offenen Scheitelnähten das magische Auge trugen... (Langgässer, Elisabeth, Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 271, nach DWDS).

adverbielle Komposita und Ableitungen dazu mit 'Scheitel-'
scheitelrecht   „senkrecht“
scheitelhoch

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Scheitelband   „Kopfband“
scheitelbar   „einen Scheitel tragend“
Scheitelfläche
Scheitelhaar

Quelle: Wo die Scheitelhaare sich fortmachen, eh’ die Barthaare ankommen (J. Paul Hesp. 1, 179, nach DWb).

Scheitelhöhe   „höchster Punkt eines Gebäudes“
Scheitelkappe   „Calotte“
Scheitelkreis   „Vertikalkreis der scheinbaren Himmelskugel“
Scheitellinie   „senkrechte Linie“
Scheitelpunkt (astron.), (math.),   „Zenit; höchster Punkt einer Kurve, eines Dreiecks od. eines Winkels; Höhepunkt“
scheitelrecht   „senkrecht“
Scheitelwinkel   „Winkel, der einem anderen, gleich großen Winkel an zwei sich schneidenden Geraden gegenüberliegt“

Mittelhochdeutsch

Allgemein
scheitelbaere   „einen Scheitel tragend“
scheitelband
scheitelnadel   „Nadel zum Auseinanderhalten des Scheitelhaares“
scheitelnagel   „dss.“
scheitelsnuor   „Scheitelschnur, -band“
scheitelstifte   „Stifte zum Feststecken des Scheitelhaares“

Althochdeutsch

Allgemein
scheitelbaere   „einen Scheitel tragend“
scheitelband : fahsbentil
scheitelnadel   „Nadel zum Auseinanderhalten des Scheitelhaares“
scheitelnagel   „dss.“
scheitelsnuor   „Scheitelschnur, -band“
scheitelstifte   „Stifte zum Feststecken des Scheitelhaares“

Komplementärbegr. & OppositionenInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Vom Scheitel   „ganz und gar, vollständig“

Quelle: Er trägt ein Tweedsakko mit dezentem Fischgrätmuster und rahmengenähte Budapester, vom Scheitel bis zur Sohle gibt er das Bild eines kultivierten Landarztes. (Die Zeit, 18.03.2009, nach DWDS).

Vom Scheitel   „ganz und gar, vollständig“

Quelle: Wenn Sie sich, weder dazu aufgefordert noch gar dazu gedrängt, in stiller Stunde mutterseelenallein und splitterfasernackt vor Ihren größten Spiegel stellen und bei wenigstens zweihundert Watt mit unbewaffneten Augen in aller Ruhe Ihre Körperfassade vom Scheitel bis zu den Fußsohlen abwandern, so werden Sie beim Anblick Ihres seitenverkehrten, im übrigen aber getreulichen Spiegelbildes entdecken - bitte dabei nicht durch Kopfschütteln Verwunderung äußern - und feststellen, daß die Jahre dem Anschein nach auch an Ihrem Körper nicht spurlos vorübergehen, daß sie also gewisse, ich deutete es schon zart an, "Zeitzeichen" hinterlassen. (Schröter, Heinz, Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 134 nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Sohle
Zehe

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
Sohle
Zehe
Ferse

Mittelhochdeutsch

Allgemein
Sohle

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Neuhochdeutsch

Allgemein
scheiteln   „einen Scheitel ziehen; teilen“

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
scheiteln

Quelle: dann küszte sie ihr haupt zwischen den gescheitelten haaren (Goethe).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
scheiteln

Mittelhochdeutsch

Allgemein
scheiteln

Quelle: lâʒ mich dir scheiteln dîne löcke wunnesam (Wolfdietrich B 316).

Althochdeutsch

Allgemein
sceitilōn ‘zerscheiteln,
zisceitilōn   „dss“

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Kopf

Quelle: Sie holte abgründig Atem, ihr Kopf sank willenlos gegen die Polster. Und wie er sie so betrachtete, Stirn und Accuratesse des Scheitels, Haar-Ansatz und das Fallen des Haares, Augen-Schnitt, Wangen-Buchtung, den zärtlichen Trotz ihrer Lippen, die, leise bewegt, etwas Unhörbares flüsterten, dazu die Spuren von Staub und Tränen, das Blut überall, die zauberhafte Tönung der Haut, o je: und das Sickern von Perlen unter langschattenden Wimpern - da hätte er, um ein Kleines, fast selber geweint. (Niebelschütz, Wolf von, Der blaue Kammerherr, Stuttgart [u.a.]: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 658, nach DWDS).

Haar

Quelle: Mancherorts sind die Rüsseltiere als prähistorische Musterknaben mit pieksauberem Fell dargestellt, es fehlt nur noch der Scheitel im Haar. (Die Zeit, 01.07.2008, nach DWDS).

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Nicht ermittelbar.

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Kopf
Haare

Mittelhochdeutsch

Allgemein
Kopf
Haare

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Mittelscheitel   „von der Mitte der Stirn gerade nach hinten verlaufender Scheitel“

Quelle: Dies rief nämlich ein tschechischer Kuhbesitzer meiner Tochter Annette zu, als sie vor 21/2 Jahren in Böhmen in irgendeiner Hütte wohnte, wie heute einen Mittelscheitel trug und eines Tages nicht zur gewohnten Zeit mit der Milchkanne erschienen war. (Brief von Christa Wolf an Brigitte Reimann vom 11. 2. 1971, in: Brigitte Reimann / Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1971], S. 136, nach DWDS).

Madonnenscheitel   „Mittelscheitel bei lang getragenem Haar von Mädchen und Frauen; nach der Darstellung auf vielen Madonnenbildern“

Quelle: Jetzt geht das Mädchen mit dem Madonnenscheitel an die Bücherregale, mustert Bestände durch, die in den meisten Buchhandlungen alphabetisch geordnet sind. (Die Zeit, 18.09.1970, nach DWDS).

Poposcheitel   „gerade durchgezogener Mittelscheitel beim Mann; nach dem scherzhaften Vergleich mit der Gesäßspalte“

Quelle: Diese Revolution wird keine Gelehrten mit wilder Zukunftsdenkermähne hervorgebracht haben, sondern Beamte mit Poposcheitel. (Die Zeit, 30.08.1991, nach DWDS).

Seitenscheitel   „Scheitel auf der linken oder rechten Kopfhälfte“

Quelle: Und genauso viele konservativ gekleidete Männer mit Seitenscheitel. Das sind, erfährt man, meistens die Religionsphilosophen. (Die Zeit, 28.03.2008, nach DWDS).

Hirnscheitel   „für Hirnschädel“

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Christusscheitel   „Scheitel, der genau von der Mitte der Stirn nach dem Wirbel geht (bei langem Haar)“
Hirnscheitel   „für Hirnschädel“

Quelle: Ich finde meistens nichts vor mir / Als gantz entfleischete Gerippe! / Hirnscheitel sonder Haar vnd Zier / Antlitzer sonder Naß' vnd Lippe. (Andreas Gryphius; nach DWb s.v.)

Madonnenscheitel   „Mittelscheitel bei lang getragenem Haar von Mädchen und Frauen; nach der Darstellung auf vielen Madonnenbildern“

Quelle: Rote, gewellte Madonnenscheitel, eine lichtblaue Blouse aus Merveilleux und im flohfarbnen Gürtel ein Veilchensträuschen, das nach amerikanischen Cigaretten duftet. (Holz, Arno: Phantasus. 2. Heft. Berlin, 1899; nach DWDS.)

Silberscheitel   „mit ergrautem Haar bedeckter Scheitel“

Quelle: Immer weißer wurde unterdessen der Silberscheitel des Fürsten Ambros von Kirnberg. (Benzel-Sternau bei Campe; nach DWb s.v.)

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
hirnscheitel   „Schädel“

Quelle: Alboinus hat diesen herrlichen sieg damit verderbet, dasz er des erschlagenen königs Chunimunds hirnscheitel zu einem trinkgeschirr .. machete. (Johannes Micraelius; nach DWb s.v.)

Mittelhochdeutsch

Allgemein
hirnscheitel

Althochdeutsch

Allgemein
Haarscheitel : fahsskeitila (auch :   „Schädel“

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Scheitel   „Gipfel, Kamm eines Berges“
Scheitel   „Zenit“
Scheitel   „höchster, äußerster Punkt“

Quelle: ... und durchfuhren den hochgelegenen Scheitel der Strecke [des Panamakanals] (Weitendorf Logbuch 134).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Scheitel   „Spitze, Kamm eines Berges“
Scheitel   „Zenit“
Scheitel   „höchster, äußerster Punkt“

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
Scheitel   „Spitze, Kamm eines Berges“
Scheitel   „Zenit“
Scheitel   „höchster, äußerster Punkt“

Althochdeutsch

Allgemein
sceitila   „Gipfel, Spitze“
hnol   „dss.“

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Nicht ermittelbar.

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Scheitelbein
Scheitelnaht

SynonymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Kopfhaar

Quelle: Es ist März 2009, und der Rektor, ein Mann Anfang 60, grauer Scheitel, robuste Statur, sitzt in seinem Büro im Erdgeschoss der Schule. (Die Zeit, 15.04.2009, nach DWDS). Hier wird Scheitel in einer Pars-pro-toto-Relation für das Kopfhaar verwendet.

Vertex

Quelle: Vertex: Scheitel, Spitze eines Organs, besonders der höchstgelegene Teil des Schädels (Duden s.v. Vertex).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Knoll(e)
Kopfhaar
Kopf

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
schädel

Mittelhochdeutsch

Allgemein
Schädel
Nulle   „Scheitel, Hinterhaupt, Nacken; Hügel“

Althochdeutsch

Allgemein
nol Scheitel; Hügel, Anhöhe; Spitze‘
hnol   „dss.“
knollo   „Knolle, Klumpen, Beule“
sceida   „Scheitel“
scaida   „dss.“
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Symbolgrafik Baumstruktur noch keine Wortfeldgrafik verfügbar