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Bier

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Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Klassifikationsbezeichnung als Hinterglied
Bierart   „Art des Biers“

Quelle: Zusammen mit speziellen Bierarten gibt es mehr als 1000 belgische Biervarianten (https://de.wikipedia.org/wiki/Belgisches_Bier, gesehen am 11.02.2013). - Vorgesehen wird eine geringere Besteuerung der eingeführten leichteren Bierarten, sodaß also das eingeführte Bier ebenso wie das einheimische nach der Qualität verschieden behandelt wird (Frankfurter Zeitung, 03.01.1900).

Biersorte   „Sorte von Bier“

Quelle: Der Alkoholgehalt der meisten Biersorten liegt in Deutschland und Österreich zwischen 4,5 % und 6 % (https://de.wikipedia.org/wiki/Bier, gesehen am 11.02.2013). - Die alten Babylonier waren erfahrene Bierbrauer, die ihre fast zwanzig Biersorten in Tonnen, Schläuchen und Krügen lange aufbewahrten (Oheim, Das praktische Haushaltsbuch, 1954).

substantivisches Determinativkompositum mit Behälterbezeichnung als Hinterglied
Bierampel   „ursprünglich leuchterförmiges Biergefäß“

Quelle: Jedes dieser vier Trinkgeschirre hatte seinen eigenen Namen: "der Willkomm", "die Bierampel", "das Storchennest" und "der Igel" (Lieb, Octavian Secundus Fugger und die Kunst, 1980).

Bierbanzen   „großes Bierfass“

Quelle: Auf dem Höhepunkt des Festes meldete Herbert Tölzer, dass der Bierbanzen leer und die Sekt- und Weinvorräte erschöpft seien (Rettelbach, Vom Pfälzer zum Oberpfälzer, 2013). - der Oberknecht rückt den Adlerflaum auf dem Hut zurecht, rollt den Bierbanzen in den Hausflöz und legt den Schlegel dazu (Christ, Bauern, 1919).

Bierbottich   „großes Braugefäß für Bier“

Quelle: Daraufhin beauftragt Baron von Wolfhausen eine Spionin, die die Formel kopiert und Phil Krundle in einem Bierbottich ertränkt, als dieser sie aufhalten will (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierfest, gesehen am 11.02.2013). - Patienten hatten das Innere von grossen Bierbottichen mit einer Schellacklösung anzustreichen (Monatsschrift für Unfallheilkunde und Versicherungsmedizin 7, 1900).

Biereimer   „großes Gefäß und Maß für Bier“

Quelle: Die Maßkette war: 1 Fass Bier = 2 Halbfass = 4 Biereimer = 170 Maß = 12.126,840678 Pariser Kubikzoll = 240,552658 Liter (https://de.wikipedia.org/wiki/Halbfass, gesehen am 11.02.2013). - Genau denselben Typus besitzen die russischen Kroas-Behälter, ebenso die skadinavischen Biereimer (Berichte des Forschungs-Institutes für Osten und Orient, 1917).

Bierfass   „großes Biergefäß“

Quelle: Ein Druckfass wird mit Druck beaufschlagt und das Füllgut wird so herausgedrückt. Hierzu gehört beispielsweise das Bierfass, wie auch das selbstkühlende Bierfass (https://de.wikipedia.org/wiki/Fass, gesehen am 11.02.2013). - Die Dauben der Bierfässer, oft auch die der Wein- und Spritfässer, werden in der Mitte dünner bearbeitet als an den Enden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Faß).

Bierflasche   „Flasche zur Aufbewahrung von Bier“

Quelle: Bierflaschen gehören zu den Behältnissen, in die Bier gefüllt wird, um die Flüssigkeit zu portionieren, die Absatzlogistik zu vereinfachen und es vor äußeren Einflüssen zu schützen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierflasche, gesehen am 11.02.2013). - Wie sie hinschaute, sah sie etliche Leute an der Waldlichte stehen; einer wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirne, und ein anderer trank lange und herzhaft aus einer Bierflasche (Thoma, Der Wittiber, 1911).

Biergelte   „Schöpfgefäß für Bier“

Quelle: Der Bräutigam hält jedoch eine Biergelte in der Hand, wobei wiederum der zufällige Gleichklang mit seiner Standesbezeichnung ausgenutzt werden soll (Schott, Trauung und Jawort, 1992). - Der Schöpfkübel wird im Dialekt als Biergelte bezeichnet (Heck, K. von Amira und mein Buch über den Sachsenspiegel, 1907).

Bierglas   „Trinkglas für Bier“

Quelle: Ein Bierglas ist ein Trinkgefäß aus Glas in verschiedenen Formen, das hauptsächlich zum Ausschank von Bier verwendet wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierglas, gesehen am 11.02.2013). - Susanne lachte mit ihm, bis er ganz plötzlich ein volles Bierglas ins Gesicht gegossen erhielt (Essig, Der Taifun, 1919).

Bierhumpen   „ein Biergefäß“

Quelle: Am Brunnenrand sitzt eine Frau, die sich mit der Wäsche beschäftigt und ihr gegenüber ein Mann mit einem Bierhumpen in der Hand (https://de.wikipedia.org/wiki/Klosterplatz_(Görlitz), gesehen am 11.02.2013). - Da gab es Bierhumpen, die klingeln, wenn man sie aufmacht, und wenn man aus ihnen trinkt, hebt man den ganzen Königsstuhl samt Schloß mit an den Mund (Die Zeit, 08.11.1956).

Bierkanne   „ein Biergefäß“

Quelle: Ich stelle die Bierkanne neben der Spüle ab und tippe mit dem Daumen auf das Display (Aiken, Bleeding Kansas, 2016). - Da erhub sich in mir der Zornteufel so heiß, daß ich aufbrüllend meine Bierkanne dem Verhaßten ins Angesicht schleuderte (Wille, Die Abendburg, 1909).

Bierkasten   „Kasten für Aufbewahrung und Transport von Bier“

Quelle: Bierkästen und Mineralwasserkästen haben in der Regel die Grundfläche 400?mm × 300?mm (https://de.wikipedia.org/wiki/Getränkekiste, gesehen am 11.02.2013). - Die Wirte lassen sich von ihm Zigaretten holen und Bierkästen in den Keller tragen (Die Zeit, 17.07.1958).

Bierkessel   „Braukessel für Bier“

Quelle: So erzählt die Legende, er habe ein Kruzifix in einen Bierkessel geworfen und denselben gesegnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Arnulf_von_Metz, gesehen am 11.02.2013). - Beim Öffnen des Bierkessels am Isobarometer zeigte es sich, daß derselbe vollständig mit einem festen zähklebrigen Schaumrückstand angefüllt war (Brischke, Betriebsstörungen bei der Bierbereitung, 1939).

Bierkrug   „Trinkgefäß für Bier“

Quelle: Ein Humpen, auch Bierkrug, Bierseidel, Schnelle ist ein Trinkgefäß, das seinen Ursprung im 16. Jahrhundert im deutschen Sprachraum hat (https://de.wikipedia.org/wiki/Humpen, gesehen am 11.02.2013). - Auf dem Tisch steht ein großer Bierkrug; mit aufgeschlagenem Deckel; leer (Lautensack, Die Pfarrhauskomödie, 1911).

Bierkruke   „Trinkgefäß für Bier“

Quelle: Der Grapengießer ließ sich die Bierkruke reichen, trank, reichte das Bier zurück (Maaser, Leon und die Teufelsschmiede, 2013). - Wenn nötig, legt man eine mit kochendem Wasser gefüllte Wärmflasche oder steinerne Bierkruke, die mit einem feuchtwarmen leinenen Lappen umwickelt und dann in einen wollenen trockenen Strumpf gesteckt wird, an die Füße (Bilz, Der Naturstaat, 1922).

Bierkufe   „eine Art Bierfass“

Quelle: Denn Mbuwa ist auch ein mächtiger Trinker, und er mag es nicht, wenn die Bierkufen leer sind (Prüfer, Der heilige Bruno, 2015). - Der heil. Kolumban traf im 7. Jahrh. um eine große Bierkufe gelagerte Germanen, die erklärten, ihrem Merkur (Wodan) zu opfern (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Trinkgelage).

Bierlase   „Krug zum Bierschöpfen“

Quelle: Links neben dem Eingang ein Schrank mit Krügen, Gläsern, brennenden Lichtern und dem "Bierlase", dem Krug, mit dem das Naß aus dem Keller geholt wird (Neue Berliner Illustrierte, 1965). - Bierlase, irdenes bauchiges Henkelgefäß als Maß beim Verkauf des Bieres (Zeitschrift für deutsche Mundarten, 1908).

Bieröhmchen   „ein Biermaß“

Quelle: Das Bieröhmchen war ein Berliner Volumenmaß und nur für die Flüssigkeit Bier in Anwendung (https://de.wikipedia.org/wiki/Bieröhmchen, gesehen am 11.02.2013).

Bierpulle   „Bierflasche“

Quelle: Überall fallen sich Grüne in die Arme, stoßen mit riesigen Bierpullen oder kleinen Sektgläschen an (Die Zeit, 27.03.2011). - Arnd selbst suchte sich, so gut es ging, zu reinigen, wollte die Benzinflasche fassen, ergriff statt dessen Pipendeckels Bierpulle, die derselbe sich eben hatte holen lassen und goß den Inhalt auf ihren Armel (Die Zeugkiste, 1924).

Bierseidel   „Trinkgefäß für Bier“

Quelle: Ein Humpen, auch Bierkrug, Bierseidel, Schnelle ist ein Trinkgefäß, das seinen Ursprung im 16. Jahrhundert im deutschen Sprachraum hat (https://de.wikipedia.org/wiki/Humpen, gesehen am 11.02.2013). - "Nieder mit Serbien!" klang es. "Hoch Österreich!" vom nächsten Tisch, und die Bierseidel klapperten aneinander (Braun, Lebenssucher, 1915).

Bierstütze   „hölzernes Biergefäß“

Quelle: Diese Form der Stütze gibt es heute noch im Fränkischen als hölzerne, gepichte Wasser- oder Bierstütze mit Reifen aus Weide, schwacher Holzschindel oder einfachem Eisenband und mit einem seitlichen Henkel (Baudrexel/Fingerle/Lamm, Erwachsenenbildung heute und morgen, 1962).

Biertonne   „Bierfass“

Quelle: Biertonne steht für eine "Tonne" (Fass) zur Aufbewahrung, Lagerung und zum Transport von Bier (sogenanntes Fassbier), meist als Bierfass bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Biertonne, gesehen am 11.02.2013). - Hieb auf seine Pferde ein, schrie "hü-hott" und jagte davon, daß die Biertonnen wackelten (Klabund, Bracke, 1918).

Biertulpe   „tulpenförmiges Bierglas“

Quelle: Für dieses Gebiet ergeben sich für die Trinkgewohnheit von Pils sowohl die Nutzung des Bierkrugs als auch die Verwendung von Biertulpen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierglas, gesehen am 11.02.2013). - Das gilt im besonderen Maße für die Reinigung der Biertulpen und der Weingläser (Kölling, Fachbuch für Kellner, 1956).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Hinterglied
Bierdeckel   „tellerförmiger Untersatz für das Bierglas“

Quelle: Der Bierdeckel (auch Bierteller, Bierfilz) dient in der Regel als Unterlage für Biergläser und Bierkrüge (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierdeckel, gesehen am 11.02.2013). - Einhart stand und paffte den Rauch seiner Zigarette und strich den Aschenknopf auf den Bierdeckel (C. Hauptmann, Einhart der Lächler, 1907).

Bierdruckapparat   „Gerät für das Druckzapfen von Bier“

Quelle: Als Bierdruckapparat bezeichnet man eine mechanische Vorrichtung, welche gestattet, das Bier unter einem Druck von 2 bis 3 Atmosphären aus den Schenkfässern zu verzapfen, und daher verhindert, dass das Bier im Fass während des Ausschenkens zu viel Kohlensäure verliert (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierdruckapparat, gesehen am 11.02.2013). - Bierdruckapparat, Vorrichtung zum Empordrücken des im Keller lagernden Biers zur Ausschankstelle, wobei eine Luftpumpe oder besser flüssige Kohlensäure den Druck liefert; letztere hält das Bier frisch (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v.).

Bierfilz   „tellerförmiger Untersatz für das Bierglas“

Quelle: Der Bierdeckel (auch Bierteller, Bierfilz) dient in der Regel als Unterlage für Biergläser und Bierkrüge (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierdeckel, gesehen am 11.02.2013). - Nichts gibt zu einer Ausstellung Anlaß. Mütze, Band und Bierzipfel der Couleurburschen, Bierkrüge und Bierfilze, Wirtshaus- und Zimmereinrichtung, alles stimmt (Vossische Zeitung, 02.02.1906).

Bierglocke   „Glocke, die die Sperrstunde anzeigt“

Quelle: Der Schaft der Säule, auf der die Rolandsfigur steht, verfügt über ein Prangerglöckchen, die sog. Bierglocke mit der früher die Sperrstunde eingeläutet wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgeschützten_Objekte_in_Heidenreichstein, gesehen am 11.02.2013). - Eine Stunde später, als die strenge Bierglocke der Stadtpolizei schon geläutet hatte und die dunkelgewordenen Gassen zu veröden begannen, huschte eine verhüllte Magd durch ein enges Gäßlein (Ganghofer, Der Ochsenkrieg, 1914).

Bierhahn   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: In einer anderen Erzählung aus Cork dient ein Cluricaun dem Quäker Harris, indem er etwa den Bierhahn verstopft, wenn jemand vergisst, ihn zuzudrehen (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_verwünschte_Keller, gesehen am 11.02.2013). - Als K. erwachte, glaubte er zuerst, kaum geschlafen zu haben; das Zimmer war unverändert leer und warm, alle Wände in Finsternis, die eine Glühlampe über den Bierhähnen erloschen, auch vor den Fenstern Nacht (Kafka, Das Schloß, 1926).

Bierheber   „Gerät zum Zapfen von Bier aus dem Fass“

Quelle: Als Alternative zum Schlauch bietet sich ein Bierheber aus Silikon an. Dieser besteht aus einem steifen Ansaugrohr, einem Pumpenbalg, einem Silikonschlauch und einem Auslaufhahn (Meeßen, Hobbybrauer: Ein Leitfaden für Einsteiger, 2015). - Ferner wird Plexiglas für Wein- und Bierheber benutzt (Die Branntweinwirtschaft 74, 1952).

Bierkegel   „kegelförmiges Wirtshauszeichen für Bierlokale“

Quelle: Das Haus, das gerade das Recht des Reiheschanks besitzt, wurde z. B. durch ein sogenanntes Bierzeichen markiert. Diese konnten vor dem Haus aufgestellte sogenannte Bierkegel sein oder es waren an einer sogenannten Bierstange aufgehängte Gegenstände wie z. B. ein hölzernes Sieb, ein grüner Kranz oder eine grüne Rute je nach Gewohnheitsrecht der Ortschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Reiheschank, gesehen am 11.02.2013). - Von der Braugenossenschaft rührt eine schwere zinnerne Bierkanne her, desgleichen die bekannten hölzernen Bierkegel (Unsere Heimat: Illustrierte Monatsschrift für die obersächsischen Lande 4, 1905).

Bierkran   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: Nur ein Glas hielt er unter den Bierkran und ließ es schnell vollschäumen und trank es aus (Keilson, Der Tod des Widersachers, 2012). - Vom Bierkran her, wo sein Stammplatz war, trat er hemdärmelig hervor (Sudermann, Das Bilderbuch meiner Jugend, 1922).

Bierkranz   „kranzförmiges Tablett zum Servieren von Kölsch“

Quelle: Wie hin gezaubert stand auch schon ein Köbes mit einem Bierkranz da und knallte ihm ein Kölsch vor die Nase (Blum, Bergisch Beute, 2015).

Bierpfanne   „Braupfanne für die Bierherstellung“

Quelle: Hier war das Bierbrauen nur gegen Abgaben an den Grundherrn im Pannhaus gestattet. Der Name stammt von der Würzepfanne, die auch Bierpfanne, Bierkessel, Sudkessel heißt (https://de.wikipedia.org/wiki/Brauhaus, gesehen am 11.02.2013). - Man macht zuerst die Bierpfanne voll und wenn dies erreicht ist, leitet man die übrigen Nachgüsse in die Maischpfanne (Bayerisches Brauer-Journal 29, 1919).

Bierpfropfen   „Korken zum Verschließen von Biergefäßen“

Quelle: Gegenüber sitzt eine Mutter mit zwei unausstehlichen Kindern; mir zuckt es immer in den Fingern, den Gören einen Klaps zu verabfolgen, wenn sie die Anwesenden mit Wein- oder Bierpfropfen werfen (Rose, Bilder aus den vier Wänden, 1911).

Bierpression   „Gerät für das Druckzapfen von Bier“

Quelle: Um dies zu verhindern, preßt man Kohlendioxidgas aus einer mit flüssigem Kohlendioxid gefüllten Stahlflasche in das Bierfaß und treibt durch diesen Druck das Getränk zur Ausschankstelle (Bierpression) (Hofmann, Anorganische Chemie, 1973). - Bierdruckapparate (Bierpressionen) dienen dazu, während des Ausschanks aus einem Faß einen möglichst gleichmäßigen Druck auf dem Bier zu erhalten, der verhindert, daß die Kohlensäure entweicht, eventuell auch dazu, das Bier vermittelst des im Faß erzeugten Druckes nach einer höher gelegenen Ausschankstelle zu befördern (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1905, s.v. Bierdruckapparate).

Bierpumpe   „Pumpe zum Bierzapfen“

Quelle: Zwischen 1857 und 1858 entstanden auf dem Herzog weithin sichtbare Industriebauten: Malzhaus mit Darre, Brauhaus mit Wasserpumpe, Rohrleitungen, Braupfanne, Vorwärmpfanne, Bierpumpen, Maischbottich und Bierwannen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bayreuther_Bierbrauerei, gesehen am 11.02.2013). - Ein einfacher und vielfach gebräuchlicher Apparat ist in Fig. 1 dargestellt, die gewöhnliche Bierpumpe zum direkten Zapfen aus dem Faß (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1905, 2.v. Bierdruckapparate).

Bierreisig   „Reisigbündel als Wirthauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: Bierreisig: Zeigte an einem Haus an, dass Bier ausgeschenkt wird; auch Bierkegel, Bierkranz, Bierrute, Bierschild, Bierwisch oder Bierzeichen (http://www.kerbborsche.de/lustiges/bierkunde/, 31.01.2002). - Ein Bündel Reisigholz, das Bierreisig, wurde an Bierhäusern aufgestellt (Beiträge zur deutschen Volks- und Altertumskunde 18, 1979).

Bierrosette   „Pilsdecken, Papiermanschette am Stil eines Bierglases“

Quelle: Ein Pilsdeckchen - Bierrosette, Pilsrosette, Pilskragen oder Tropfenfänger - ist ein rundes Stück saugfähiges Papier. Es wird um den Stiel eines Bierglases - meist einer Pilstulpe - gelegt (https://de.wikipedia.org/wiki/Pilsdeckchen, gesehen am 11.02.2013).

Bierrute   „Rute als Wirtshauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: Bis der Magistrat seine oft beschworene Darre baut, mag noch manchem Schlucker, von einer herausgestreckten Bierrute zum Trunk verlockt, drinnen speiübel werden (Kraft, Planet Novalis, 2006). - Als Brauzeichen fanden sich Kränze, Brausiebe (in Torgau), Bierruten (in Eisleben), Strohwische (in Schmiedeberg), Töpfe (in Zeitz) (Heinrich, Das Brauwesen im Regierungsbezirk Mersburg bis zur Einfuhrung der Gewerbefreiheit, 1935).

Bierschild   „Wirtshauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: Und nicht einmal ein Bierschild signalisiert, dass sich hier, mitten im Touristenstrom der Altstadt, die berühmteste Kneipe Prags versteckt (Die Zeit, 30.04.2014). - Für die unvermeidlichen Andenkenläden findet sich vielleicht Platz bei Bierschild und Eisreklame, am Parkplatz oder unter blühenden Bäumen (Die Zeit, 31.05.1963).

Bierschlegel   „hammerartiges Gerät zum Einschlagen des Zapfhahns“

Quelle: Für den Oberbürgermeister, der alljährlich das Fest der Feste eröffnet, bleibt immer noch ein Faß übrig, an dem er seine Schlagfertigkeit mit Bierschlegel und Wechsel (Zapfhahn) beweisen kann (Die Zeit, 12.06.1981). - Teller klirrten, und die Deckel der frisch eingeschenkten Krügel klapperten, und der Bierschlegel schlug dröhnend den Hahn in ein neues Faß (Thoma, Der Wittiber, 1911).

Bierständer   „Schenkfass, Ständer für Biergefäße“

Quelle: So mag auch der grosse Bierständer gebaut gewesen sein, den Columban bei dem Opfer der heidnischen Alemannen sah (Heyne, Fünf Bücher deutscher Hausaltertümer, 1901).

Bierstange   „Stange als Wirtshauszeichen für ein Bierlokal“

Quelle: Das Haus, das gerade das Recht des Reiheschanks besitzt, wurde z. B. durch ein sogenanntes Bierzeichen markiert. Diese konnten vor dem Haus aufgestellte sogenannte Bierkegel sein oder es waren an einer sogenannten Bierstange aufgehängte Gegenstände wie z. B. ein hölzernes Sieb, ein grüner Kranz oder eine grüne Rute je nach Gewohnheitsrecht der Ortschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Reiheschank, gesehen am 11.02.2013). - So wie der an einer Stange hinausgesteckte "Grüne Kranz", von dem oft nur noch die "Bierstange" (in Altenburg) übrigblieb, luden sie, an langen Armen weithin sichtbar, zur Einkehr ein (Schmolitzky, Volkskunst in Thüringen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, 1964).

Bierteller   „tellerförmiger Untersetzer für das Bierglas“

Quelle: Der Bierdeckel (auch Bierteller, Bierfilz) dient in der Regel als Unterlage für Biergläser und Bierkrüge (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierdeckel, gesehen am 11.02.2013). - Es spricht für eine besondere Aufmerksamkeit, wenn darüber hinaus bei Tulpengläsern um den Stiel noch eine Manschette gelegt wird. Unansehnliche Bierteller müssen natürlich ausgeschieden werden (Kölling, Fachbuch für Kellner, 1956).

Biertrichter   „Trichter zum Bierabfüllen“

Quelle: Das kleine Fülloch zeigt an, daß das Faß nicht für Bier gedacht war, da die Biertrichter größere Durchmesser als diejenigen in den Brennereien besaßen (Kaiser, Der Grosse Durst, 1995). - Biertrichter, gekennzeichnet durch seine Zerlegbarkeit und ein herausnehmbares Drahtsieb (Bayerisches Brauer-Journal 14, 1904).

Bieruntersatz   „tellerförmiger Untersetzer für das Bierglas“

Quelle: Reinhold Baska legte in einem erstaunlichen Anflug von Schamhaftigkeit dem Mädchen einen Bieruntersatz auf den Busen (Kriminalakte Wallerstein, 2015). - Er wisse nicht, ob Minister Ruhstrat gespielt habe, er habe aber einmal in der Nische des Ministers Ruhstrat einen sogenannten Bieruntersatz gefunden, auf dem das Spiel "Lustige Sieben" aufgezeichnet war (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Bierwaage   „Gerät zur Messung der Bierbestandteile“

Quelle: Die in dem Bericht der Vareler Kammer 1824 angekündigte Beschaffung einer Bierwaage scheint bis 1833 erfolgt zu sein (Janssen/Soltau, 350 Jahre Krüge und Gaststätten in Varel, 2001). - Bierwage, Aräometer zur Bestimmung des Extraktgehalts und der Attenuation der Bierwürze (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v.).

Bierwärmer   „Gerät zur Regulierung der Biertemperatur“

Quelle: Ein Bierwärmer ist ein metallisches Objekt, mit dem man ein Bier nach Wunsch temperieren kann (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierwärmer, gesehen am 11.02.2013). - Dann bringt der Kellner auf einem Mittelteller mit Papierserviette einen mit heißem Wasser gefüllten Bierwärmer (Bild 150), den der Gast so lange in das Bierglas hängt, bis nach seiner Meinung die ihm richtig erscheinende Temperatur erzielt ist (Kölling, Fachbuch für Kellner, 1956).

Bierwechsel   „Zapfhahn für das Bierfass“

Quelle: In der Welt schrieb Peter Schmalz, dass der Biwi seine Bierwechsel öle, dieser berühmte Schenkkellner, der aus einem 200 Liter-Fass sage und schreibe 189 Liter ausgeschenkt habe. Das war ein Druckfehler, hätte 289 Liter heißen sollen (Süßmeier, Der Napoleon der Wirte, 2007). - Als Abfluß dient ein alter Bierwechsel, welcher tropfenweise auf das schiefliegende Brett Wasser abgibt (Münchener Bienen-Zeitung 30, 1908).

Bierzapf   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: Ein im Mai 2009 errichtetes Denkmal für den verstorbenen Wirt Hans Lommerzheim in Köln-Deutz, zeigt im Biergarten der wiedereröffneten Gaststätte einen aus einem Bronzerelief gestalteten Wandbrunnen, der den Wirt am Bierzapf darstellt (https://de.wikipedia.org/wiki/Kölner_Brunnen, gesehen am 11.02.2013).

Bierzapfen   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: Man hörte noch, wie draußen auf dem Gange der Bierzapfen in ein Faß geschlagen wurde, und dann war es stille (Thoma, Andreas Vöst, 1906).

Bierzeichen   „Wirtshauszeichen für Bierlokale“

Quelle: Das Haus, das gerade das Recht des Reiheschanks besitzt, wurde z. B. durch ein sogenanntes Bierzeichen markiert (https://de.wikipedia.org/wiki/Reiheschank, gesehen am 11.02.2013). - Bewegliche Sinnbilder sind die Bierzeichen, die überall auftreten, wo noch "Reihenschank" üblich ist (Deutsche Zeitschrift 27, 1914).

Bierzeiger   „Wirthauszeichen für Brauereien und Bierlokale“

Quelle: Der Brauerstern (auch: Bierstern, Bierzeiger, Braustern, in der Oberpfalz auch Bierzoigl und Zoiglstern) ist ein Sechsstern (Hexagramm), das als Zunftzeichen der Brauer und Mälzer genutzt wird, sowie als Symbol für die Ausgabestelle des Haustrunks einer Brauerei (https://de.wikipedia.org/wiki/Brauerstern, gesehen am 11.02.2013). - Bierzeiger, die den befugten Bierausschank kennzeichnen sollten, gab es schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts (Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, 1920).

substantivisches Determinativkompositum mit Fahrzeugbezeichnung als Hinterglied
Bierauto   „Auto für den Biertransport“

Quelle: Das Bierauto hielt im Hof der Gastwirtschaft (Steinebach, Inselhüpfen, 2016). - Als uns das Bierauto begegnete, mußten wir aussteigen, um die scheuenden Ponys zu beruhigen (Ringelnatz, Mein Leben bis zum Kriege, 1931).

Bierkutsche   „Kutsche für den Biertransport“

Quelle: Heute erstaunt vor allem die Weite im repräsentativen Berlin, die selbst bei starkem Verkehr von Omnibussen, Bierkutschen und Polizeipferden dem Boulevard "Unter den Linden" etwas von einer Parklandschaft gab (Der Tagesspiegel, 09.02.2001). - Plötzlich kommt da von links ein Pferdegespann. Es war die Bierkutsche der Gebrüder Reininghaus (Bauer, Der Fieberkopf, 1967).

Bierlaster   „Lastkraftwagen für den Biertransport“

Quelle: Die Komödie lebt hauptsächlich von den Musikern, bietet darüber hinaus aber auch altbewährte Gags (Verfolgungsjagd mit einem Bierlaster, Verwechslung von Kokain und Waschmittel) und den Kontrast zwischen dem jungen weiblichen Rock-Fan ("liest du keine T-Shirts?") und dem von Meat Loaf gespielten Redfish (https://de.wikipedia.org/wiki/Roadie_(Film), gesehen am 11.02.2013). - Hinzu kommt, daß die Bierlaster nur schwer über die verstopfte Rheinische Straße zur Autobahn gelangen (Baumann, Männer und Mächte an Rhein und Ruhr, 1973).

Bierwagen   „Wagen für den Biertransport“

Quelle: Zu den auffallendsten Stücken gehört ein Bierwagen der ortsansässigen Brauerei Neff aus der Zeit um 1900 (https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_für_Kutschen,_Chaisen,_Karren, gesehen am 11.02.2013). - Schwerbeladene und mit feisten Ochsen bespannte Bierwägen kamen aus einem Bräuhaus (Christ, Mathias Bichler, 1914).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Hinterglied
Bierbrauerei   „Betrieb, in dem Bier hergestellt wird“

Quelle: Das Sudhaus ist der Teil einer Bierbrauerei, in dem die Würze produziert wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Sudhaus, gesehen am 11.02.2013). - Melk (Mölk), Stadt in Niederösterreich, am rechten Ufer der Donau, zwischen den Mündungen der Melk und Pielach, an der Staatsbahnlinie Wien-Salzburg gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein Krankenhaus, Blindenheim, Bierbrauerei, Drahtstift- und Seilerwarenfabrik und (1900) 2259 Einw. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Melk).

Bierbrunnen   „Brunnen, in dem Bier oder bierartiges Wasser fließt“

Quelle: Am Dorfplatz in Obertrum befindet sich der Trumer Bierbrunnen. Zu feierlichen Anlässen ist es aufgrund von zwei Leitungen im Inneren des Brunnens möglich, statt Wasser Bier zu zapfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Trumer_Privatbrauerei, gesehen am 11.02.2013). - So kennen wir heute noch einen Weinbrunnen in Langenschwalbach, im Riesengebirge gab es seinerzeit Bierbrunnen, die die Farbe und den Geschmack des Speisebiers hatten (Mitteilungen zur Geschichte der Medizin, 1929).

Bierbude   „kleiner Verkaufsstand für Bier“

Quelle: Anton Gruber (1783–1843), seit 1810 Betreiber der Gaststätte "Zum Prater" auf einer Isarinsel, unterhielt bereits ab 1818 auf der Anhöhe über der Theresienwiese eine Bierbude und betrieb Vergnügungsgeschäfte wie ein Karussell oder Schaukeln (https://de.wikipedia.org/wiki/Wiesnwirt, gesehen am 11.02.2013). - Bald füllt sich das Lokal, und nicht lange währt es, so geht es an ein Essen und Trinken, an ein Singen und Scherzen, daß man sich in eine Bierbude des Oktoberfestes versetzt glaubt (Christ, Erinnerungen einer Überflüssigen, 1912).

Bierbudike   „kleiner Verkaufsstand für Bier“

Quelle: An manchen Tagen, sagte der Mann in der Bier-Budike, mit dem ich ein Fläschchen leerte, steht hier immer noch Bus an Bus (Fauser, Blues für Blondinen, 1984).

Bierdorf   „für Bierausflüge beliebtes Dorf“

Quelle: Die Christliche Studentenverbindung Uttenruthia ist eine Studentenverbindung in Erlangen. Sie wurde am 5. März 1836 im Bierdorf Uttenreuth bei Erlangen als erste nichtschlagende Verbindung Deutschlands gegründet (https://de.wikipedia.org/wiki/CStV_Uttenruthia_Erlangen, gesehen am 11.02.2013). - Eine alltägliche Erholung der Studentenschaft waren außerdem die Spaziergänge nach den benachbarten Bierdörfern: nach dem nahen Lustenau, nach Bebenhausen, nach dem Bade Niedernau oder bei weiteren Fahrten nach dem prächtig gelegenen Urach (Wundt, Erlebtes und Erkanntes, 1921).

Bierfabrik   „Betrieb, in dem Bier hergestellt wird“

Quelle: Der Ort, an dem die brautechnischen Anlagen stehen, wird in der Branche als Braustätte bezeichnet. Vereinzelt spricht man auch von einer Bierfabrik, insbesondere im österreichischen Sprachraum (https://de.wikipedia.org/wiki/Brauerei, gesehen am 11.02.2013). - Früher hieß es Schultheiß, nachdem 1898 der aus Erlangen stammende Franke Schultheiß dem Gründer der "Borussiabrauerei" seine Bierfabrik abgekauft hatte (Die Zeit, 17.12.1965).

Bierfalle   „mit Bier gefüllte Fangvorrichtung für Gartenschnecken oder Insekten“

Quelle: Als Bierfalle bezeichnet man eine mechanische Methode, Schnecken im Haus- und Gartenbereich zu bekämpfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierfalle, gesehen am 11.02.2013).

Bierfranken   „diejenige Region Frankens, in der überwiegend Bier getrunken wird“

Quelle: Bierfranken beschreibt die oberfränkischen und mittelfränkischen Regionen, in denen eine ausgeprägte Bierkultur gepflegt wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierfranken, gesehen am 11.02.2013).

Biergarten   „Gastgarten mit Bierausschank“

Quelle: Diese Entstehung prägt das bis heute bestehende Erscheinungsbild eines traditionellen Biergartens in Bayern, in dem der Gast unter Schatten spendenden Bäumen sitzt und seine Speisen selbst mitbringen darf (https://de.wikipedia.org/wiki/Biergarten, gesehen am 11.02.2013). - Da gibt es noch, rund um eine alte kleine Kirche herum, schiefgestellte, ländliche Häuschen und mit mächtigen Bäumen bestandene Biergärten vor verhutzelten Gastwirtschaften (Mühsam, Unpolitische Erinnerungen, 1927-29).

Biergeschäft   „Laden, in dem Bier verkauft wird“

Quelle: Zum Konzern gehörten neben zahlreichen Brauereien einige Freizeitpark-Ketten, darunter SeaWorld und Busch Gardens, sowie Produktions-, Vertriebs-, und Verpackungsunternehmen, die dem Biergeschäft zuarbeiten (https://de.wikipedia.org/wiki/Anheuser-Busch_Companies, gesehen am 11.02.2013). - Ich half tagsüber in einem Biergeschäft beim Flaschenspülen (Bergg, Ein Proletarierleben, 1913).

Bierhalle   „großes Bierlokal“

Quelle: Ein Bierpalast oder eine Bierhalle ist eine Gaststättenform, die besonders im Deutschland des 19. Jahrhunderts populär wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierpalast, gesehen am 11.02.2013). - Da mein Wechsel knapp war, nahm ich meine Mahlzeiten entweder in den Akademischen Bierhallen oder in einer "Gemeinnützigen Speiseanstalt" ein (Peters, Lebenserinnerungen, 1918).

Bierhaus   „Lokal, in dem Bier ausgeschenkt wird“

Quelle: Er war der Sohn des Berliner Gastronomen Dr. Carl Siechen, auch Herausgeber des satirischen Oppositionsblattes Ewige Lampe, der im Jahr 1845 in Berlin ein Bierhaus mit Restaurant eröffnet und dieses zum bekannten Bierhaus Siechen ausgebaut hatte (https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Siechen, gesehen am 11.02.2013). - Zeitweise habe ich auch, um ganz einfache zuträgliche Nahrung zu bekommen, wieder in einem Bierhaus gegessen, dem sogen. Abentum, wo es gut und billig war (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Bierkeller   „unterirdischer Lagerraum für Bier“

Quelle: Ein Bierkeller ist ein unterirdischer kühler Lagerraum für Bier, der häufig, vor allem in Franken, mit einem Biergarten kombiniert ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierkeller, gesehen am 11.02.2013). - Besonders unterhaltend waren die Abende auf den sogen. Bierkellern, d.h. den Ausschanken der großen Brauereien in hübschen Gärten, die zum Teil auf der Theresienwiese, zum Teil auf dem rechten Isarufer lagen (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Bierkneipe   „einfaches Bierlokal“

Quelle: Außerdem gibt es an der Ostpreußenstraße Speiselokale und eine Bierkneipe (https://de.wikipedia.org/wiki/Denning_(München), gesehen am 11.02.2013). - Sie bedient in einer gewöhnlichen Bierkneipe im Norden und ist dick wie eine Tonne und grau und porig wie ein Schwamm (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Bierlache   „Pfütze aus verschüttetem Bier“

Quelle: In den höchstens acht Sekunden, in denen man den beiden nachgeschaut hat, ist die frische Bierlache verschwunden (Die Zeit, 11.10.2007). - Für sich selber brachte der Wirt ein altes Federbett und einen Schafspelz aus einem Kasten herbei und streckte sich auf dem längsten und breitesten Tisch aus, ohne erst Tabak und Brotkrusten hinwegzufegen oder die Bierlachen und Schnapsreste aufzutrocknen (Klepper, Der Vater, 1937).

Bierlager   „Aufbewahrungsort für Bier“

Quelle: In den 1870er Jahren wurde an der Käfertaler Straße auf dem Gelände, das zuvor nur als unterirdisches Bierlager genutzt worden war, eine Brauerei errichtet (https://de.wikipedia.org/wiki/Neckarstadt-Ost, gesehen am 11.02.2013). - Die Brauereien und die Bierlager dürfen vom Tage des Wirksamkeitsbeginnes dieses Gesetzes bis auf weiteres beim Bierverkaufe keine höheren Preise fordern als jene, die sie bis zum 1. Oktober 1930 gefordert haben (Prager Archiv für Gesetzgebung und Rechtsprechung, 1930).

Bierland   „Land, in dem viel Bier getrunken wird“

Quelle: Im Bierland Deutschland haben immer weniger Menschen großen Durst auf den Gerstensaft (Die Zeit, 27.01.2011). - In Süddeutschland ist es durch Wein und Obstmost in den Hintergrund gedrängt worden, auch Baiern war im Mittelalter kein Bierland (Fischer, Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, 1908).

Bierlokal   „Gaststätte, in der vor allem Bier ausgeschenkt wird“

Quelle: Die Gaststätte Et Bröckske, ein traditionelles Krefelder Bierlokal, blieb jedoch im Familienbesitz (https://de.wikipedia.org/wiki/Brauerei_Rhenania, gesehen am 11.02.2013). - In Bayern z.B., namentlich in den einfachen Bierlokalen, ist es vielfach Sitte, nur wenige Pfennige, wie man sie gerade beim Bezahlen herausbekommt, als Trinkgeld zu geben (Pilati, Etikette-Plaudereien, 1907).

Biermeile   „Gebiet, in dem jemand das Bierprivileg hat“

Quelle: Biermeile: sich auf eine Meile Umkreis erstreckende Bier-Schankgerechtigkeit (https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtsame, gesehen am 11.02.2013). - Wohl um nicht gegen Eisenach zurückzustehen, erhielt Gotha noch 1421 das Privileg der Biermeile (Thüringische Geschichtsquellen, 1909).

Biermetropole   „für ihr Bier berühmte Stadt“

Quelle: Eine ehemals blühende Biermetropole war Bernau (https://de.wikipedia.org/wiki/Brandenburger_Küche, gesehen am 11.02.2013). - Bei allen Konzentrationsbestrebungen, die in der bajuwarischen Biermetropole heute mit ebensoviel Eifer betrieben werden wie in Dortmund und im übrigen westdeutschen Raum, hat die Frage der Marke Vorrang (Die Zeit, 15.01.1971).

Bierpalast   „prunkvolles Bierlokal“

Quelle: Ein Bierpalast oder eine Bierhalle ist eine Gaststättenform, die besonders im Deutschland des 19. Jahrhunderts populär wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierpalast, gesehen am 11.02.2013). - Zu Ostern 1883 bezog er die Kunstakademie in Berlin, wo er bis 1888 unter Ehrentraut, Thumann, Knille und Bracht studierte, daneben auch weiter als Dekorationsmaler an großen Bauten Berlins, besonders Bierpalästen, tätig (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Männchen, Adolf).

Bierpfütze   „Pfütze aus verschüttetem Bier“

Quelle: Am nächsten (Sonntag-)Morgen muss der missgelaunte Kriminalhauptkommissar Ehrlicher natürlich erst einmal in die Bierpfütze tappen (https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Bierkrieg, gesehen am 11.02.2013). - Statt vorsichtigst, entsprechend der Größe des Feindes und des Zieles, vorwärtszugehen, hatte er sich hier eine Nacht lang in den Bierpfützen gewälzt, deren Geruch jetzt betäubend war (Kafka, Das Schloß, 1926).

Bierquelle   „Ort, an dem man Bier bekommt“

Quelle: Die Ruhetags-Schilder sollten ebenfalls einen Vermerk auf die nächsterreichbare Bierquelle tragen - so es der Konkurrenzneid des Wirtes zuläßt, versteht sich (Die Zeit, 28.08.1981). - Fußgänger begegneten ihnen, schwitzende Familienväter, die ihre Spazierstöcke mit den baumelnden Jacken am Ende Gewehr über trugen und schweigend der nächsten Bierquelle zustrebten (Tucholsky, Rheinsberg, 1912).

Bierrestaurant   „Restaurant mit Bierausschank“

Quelle: Zudem gehörten zum Betrieb das Central-Theater-Café, ein Weinrestaurant, ein Billard- und Spielsaal sowie ein Bierrestaurant mit 1000 Sitzplätzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Central-Theater_(Dresden), gesehen am 11.02.2013). - Vorgestern hörte ich von einem Gast, den ich schon längere Zeit kenne, daß ein Wirt in der Nähe des Spittelmarkt, Inhaber eines großen Bierrestaurant, eine erfahrene Person als Vertretung für seine Frau auf vier bis fünf Monate sucht (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Bierschenke   „einfaches Bierlokal“

Quelle: Im Unterdeck gab es einen weiteren Speisesaal sowie eine Bierschenke (https://de.wikipedia.org/wiki/Westmark_(Schiff,_1883), gesehen am 11.02.2013). - Am Donnerstag, dem 22. Oktober 1959, kamen gegen 16 Uhr drei Algerier in die Bierschenke des Hotels Neunzig (Die Zeit, 30.10.1959).

Bierschwemme   „großes, einfaches Bierlokal“

Quelle: Der Saal besaß eine kleine Bühne und auf den Emporen ein Weinlokal und eine sogenannte Bierschwemme (https://de.wikipedia.org/wiki/Musikalische_Komödie, gesehen am 11.02.2013). - Wie ich an den Uniformen unsrer Offiziere festgestellt habe, ist die Blume an der Achsel gänzlich passe. Kapellen der fast republikanischen Reichswehr, und, soweit sie nicht ausreichten, die Orchester der angeschlossenen Verbände; in der Bierschwemme echt nationalsozialistische Stimmung, Sanitätsstube nebenan (Tucholsky, Berliner Ballberichte, 1930).

Bierstadt   „für ihr Bier berühmte Stadt“

Quelle: Durch die Gassen der Bierstadt Kulmbach marschiert da ein junger Mann im Militärmantel (Berliner Zeitung, 28.08.2004). - Dies Getränk (Zythos) wurde zu Strabons Zeit in Alexandria allgemein getrunken. Eine alte Bierstadt war Pelusium an der Mündung des Nils (Pelusisches Getränk) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierstand   „einfacher Verkaufsstand für Bier“

Quelle: Traditionell gibt es auf dem Weinfest nur einen einzigen Bierstand, nämlich den des Ratskellers aus dem angrenzenden Rathaus (https://de.wikipedia.org/wiki/Rheingauer_Weinwoche, gesehen am 11.02.2013). - Oben am Hang stehen Zelte mit Bierstand und Großküche (Die Zeit, 18.08.1967).

Bierstube   „einfaches Bierlokal mit nur einem Gastraum“

Quelle: Die lokale Familienbrauerei Meteor betreibt eine Bierstube und ein Museum (https://de.wikipedia.org/wiki/Hochfelden_(Bas-Rhin), gesehen am 11.02.2013). - Es war ein kleines Hotel; unten, in der Bierstube wurde laut gesprochen, eine keifende Frauenstimme zankte mit einer dumpfen, weinerlichen (Frapan, Arbeit, 1903).

Biertaverne   „einfaches Bierlokal“

Quelle: Der geschäftstüchtige Schankwirt hatte eine große Schiefertafel neben der Biertaverne aufgestellt (Boss, Kohlsuppe, 2016). - Die Kammern zogen dann mit Trommel und Fahnen auf zum Parnass, einer Biertaverne (Bosch, Der Untergang des niederländischen Volksliedes, 1911).

Bierwirtschaft   „Bierlokal“

Quelle: In diesem Haus wurde eine einfache Bierwirtschaft für die Waldarbeiter eingerichtet (https://de.wikipedia.org/wiki/Scheuereck_(Lindberg), gesehen am 11.02.2013). - Erstickend in ihrer Einigkeit und Öde die gartenlose Stadt, Stadt des Rußes, der tausend Schlöte, des Maschinen- und Hämmergestampfes, der Bierwirtschaften, der verbissenen Betriebs- und Erwerbsgier, des Dichtbeieinander kleiner und kleinlicher Leute, der Luft der Armut und Lieblosigkeit im väterlichen Haus (Wassermann, Mein Weg als Deutscher und Jude, 1921).

Bierzelt   „Festzelt mit Bierausschank“

Quelle: Ein Festzelt, auch Bierzelt, ist ein Zelt oder leicht demontierbares zeltartiges Gebäude, in dem zum Beispiel auf Volksfesten und ähnlichen Veranstaltungen eine Gaststätte mit Unterhaltungsprogramm untergebracht ist und/oder in dem eine Party stattfindet (https://de.wikipedia.org/wiki/Festzelt, gesehen am 11.02.2013). - Ich erinnere mich, daß einmal zum Schützenfeste, als ich über den Festplatz schlenderte, vor einem Bierzelte ein Auflauf entstand; plötzlich kam der "Tuitam" dort herausgestürzt, warf die ihm im Wege stehenden Leute links und rechts zur Seite und übergab sich mitten auf dem Platze (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

substantivisches Determinativkompositum mit Möbelbezeichnung als Hinterglied
Bierbank   „einfache Sitzbank in Bierlokalen“

Quelle: Eine Biergarnitur, Bierzeltgarnitur oder Festzeltgarnitur (in Österreich mancherorts auch Heurigengarnitur und in der Pfalz Kerwegarnitur genannt) ist eine Kombination aus einem Biertisch und zwei Bierbänken (https://de.wikipedia.org/wiki/Biergarnitur, gesehen am 11.02.2013). - Mitten durch Gekreisch und Kellner und Bierbänke und Ausdünstungen, in dem gelbsüchtigen Gaslicht, mußte sie schwärmerisch ausrufen: "Einen Menschen wie Sie, Herr Schwertschwanz, habe ich bisher nicht kennengelernt." (Lichtenstein, Die Jungfrau, 1919).

Biertafel   „Tisch in einem Bierlokal“

Quelle: Der Klostergasthof ist heute fest in sächsischer Hand; komplette Busladungen mit Senioren aus der Chemnitzer Gegend haben sich zur Kaffee- respektive Biertafel niedergelassen, dass die Kellner nur so flitzen (Der Tagesspiegel, 29.09.2000). - Als Leiter der Kommerstafel wurde der bereits vielfach erprobte Herr Paul L. Roenne in Aussicht genommen, sodass auf eine urfidele Biertafel gerechnet werden kann (Apotheker-Zeitung, 1917).

Biertisch   „Tisch in einem Bierlokal“

Quelle: Eine Biergarnitur, Bierzeltgarnitur oder Festzeltgarnitur (in Österreich mancherorts auch Heurigengarnitur und in der Pfalz Kerwegarnitur genannt) ist eine Kombination aus einem Biertisch und zwei Bierbänken (https://de.wikipedia.org/wiki/Biergarnitur, gesehen am 11.02.2013). - Unter den höheren Beamten, von denen in jeder Kreisstadt ein bis zwei Dutzend ihr Wesen treiben - deutlicher möchte ich auch heute nach mehr denn vierzig Jahren nicht werden -, gab es einen, der vor kurzem hierher versetzt worden war und den ich als trinkfesten Zecher und lachenden Schnurrenerzähler am Biertische schätzen gelernt hatte (Sudermann, Das Bilderbuch meiner Jugend, 1922).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Bierbrauer   „jemand, der Bier herstellt“

Quelle: Vielleicht ist an Reinhard Uppenkamp ein guter Bierbrauer verloren gegangen (Berliner Zeitung, 02.07.2005). - Gambrinus, ein sagenhafter Bierkönig, angeblicher Erfinder des Bieres und privilegierter Bierbrauer Karls d. Gr. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gambrinus).

Biereige   „Besitzer der Braugerechtigkeit“

Quelle: Dies waren Bürgerhäuser, die auf Grund landwirtschaftlichen Besitzes Braurecht, die Biereige, besaßen (https://de.wikipedia.org/wiki/Braugold, gesehen am 11.02.2013). - Allein in den Biereigenhöfen (Biereigen = Biereigentümer) durfte gebraut werden (Horn, Erfurts Stadtverfassung und Stadtwirtschaft in ihrer Entwicklung bis zur Gegenwart, 1904).

Bierfahrer   „jemand, der Bier transportiert“

Quelle: Er war Bierfahrer, Betonwerker, Tankwart und Lehrer an verschiedenen Schulformen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen, Gewerkschaftsfunktionär und Gesamtschulrektor und ist jetzt freier Autor (https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_S._Dietrich, gesehen am 11.02.2013). - Eines Freitags Mittags beim Bedienen befahl mir der Bierfahrer Meydham, einmal den Wirt ins Brauerzimmer zu holen (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

Bierführer   „jemand, der Bier transportiert“

Quelle: Laut WeGA soll der Vater Bierführer gewesen sein (https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Neuner, gesehen am 11.02.2013). - Während ich nun gewöhnlich noch mit dem Anrichten der Würste beschäftigt war, fuhr draußen der Wastl, der Bierführer, vor und rollte zehn bis zwölf Banzen in die Schenke, von wo sie durch den Aufzug in den Eiskeller befördert wurden (Christ, Erinnerungen einer Überflüssigen, 1912).

Bierhändler   „jemand, der mit Bier handelt“

Quelle: Ein Grund dafür bestand in der besseren Überwachung der Bierhändler, damit diese nicht gegen Vorschriften des Rates verstießen (https://de.wikipedia.org/wiki/Nürnberger_Bier_(Mittelalter), gesehen am 11.02.2013). - Der Oheim Karl stand eine Zeitlang als Buchhalter in einträglicher Stellung bei einem Jugendfreund, der es zum reichen Bierhändler gebracht hatte (Bergg, Ein Proletarierleben, 1913).

Bierholer   „jemand, der Bier holt“

Quelle: Firmen, die Lehrlinge als Bierholer und Kostenfaktoren begreifen, werden Nachwuchssorgen haben (Potsdamer Neueste Nachrichten, 01.04.2005). - die Volksküche und zeitweise das Waisenhaus, einige Jahre der von Verwandten ermöglichte Besuch des Gymnasiums und später des Konservatoriums, Bierholer in einem Schönheits-Institut und Claqueur im Theater in der Josefstadt (Die Zeit, 01.09.1967).

Bierkenner   „jemand, der sich mit Bier auskennt“

Quelle: Neben seinen musikalischen Aktivitäten ist er ein passionierter Radrennfahrer und Bierkenner (https://de.wikipedia.org/wiki/Allan_Holdsworth, gesehen am 11.02.2013). - Mit Hilfe seines Wissens, seiner langjährigen Erfahrung und der modernen Technik ist der Brauer in der Lage, ein Getränk herzustellen, das den Anforderungen jedes Bierkenners gewachsen ist (Kölling, Fachbuch für Kellner, 1956).

Bierkoster   „jemand, der die Bierqualität prüft“

Quelle: Eberhart Schollmeier, der Moderator in dezent grünem Anzug, mit großer Goldrandbrille und kleinen Oberlippenbart hat es aufgegeben, die Bierkoster mit seiner ausgesucht höflichen Stimme zu übertönen (Berliner Zeitung, 21.07.1997). - Entsprechend den englischen Teekostern gibt es auch an manchen Orten, z. B. in Nürnberg, zwei amtliche städtische Bierkoster, "Bierkieser" genannt (Sternberg, Kochkunst und ärztliche Kunst, 1907).

Bierrufer   „Kommunalbediensteter, der die Bierschenken eines Ortes öffentlich ausruft“

Quelle: In einfacher Bürgerkleidung stellte er sich neben den Bierrufer vor die Marienkirche und griff die Mönche und Nonnen und die Pfarrer ob ihres unzüchtigen Lebens an (Bentzien, Im Zeichen des Regenbogens: Aus dem Leben Thomas Müntzers, 1979). - In noch früherer Zeit, um 1800, hat der Goldschmied Trapp auch Eisenacher gezeichnet: ein Bürgerpaar am Sonntagmorgen, den Bierrufer und anderes (Helmbold, Geschichte der Stadt Eisenach, 1936).

Bierschätzer   „Kommunalbediensteter, der Bierqualität und -preis kontrolliert“

Quelle: Zur Überwachung ihrer Arbeit gibt es den Bierschätzer, der ebenfalls jährlich neu gewählt oder bestätigt wird (Niddaer Geschichtsblätter 6, 2002). - Der Rat ernannte Bierschätzer, die zu den Leuten gehen mußten, um das Bier auf seinen Wert zu kosten (Thoss, Die Geschichte der Stadt Greiz von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts, 1933).

Bierschenker   „jemand, der Bier ausschenkt“

Quelle: Dem Wein- und Bierschenker Bleuset gefiel die neue Märkteordnung, die der König eingeführt hatte, gar nicht übel (Klepper, Der Vater, 1937).

Bierschenkin   „Frau, die Bier ausschenkt“

Quelle: Freilich könnten wir Kubaba, der Königin von Kisch, mit einem Humpen Bieres zuprosten und würden dafür gewiß Verständnis ernten, zumal sie es von einer ehemaligen Bierschenkin immerhin auf den Königsthron gebracht hatte (Waitzbauer, 500 Jahre Salzburger Stiegl-Bier, 1992).

Bierschröter   „jemand, der Bierfässer an die Lokale ausliefert“

Quelle: Neben den Weinschrötern gab es seit dem Mittelalter den ebenfalls heute ausgestorbenen Beruf der Bierschröter, die die Bierfässer aus den städtischen Bierniederlagen zum Ausschank an die Gasthäuser auslieferten (https://de.wikipedia.org/wiki/Schröter_(Beruf), gesehen am 11.02.2013). - Bierschröter wurde beim Herabnehmen eines Flaschenbierkastens von einem Bierwagen von einer heftigen Nasenblutung befallen, die einige Tage später den Tod an Delirium zur Folge hatte (Kaufmann, Handbuch der Unfallmedizin, 1919).

Biersieder   „im Sudhaus tätiger Bierbrauer, Maischer“

Quelle: Biersieder (Maischer) ist die Berufsbezeichnung für einen im Sudhaus tätigen Brauer. In Großbrauereien nahm bzw. nimmt der Biersieder oft eine hervorragende Stellung ein (https://de.wikipedia.org/wiki/Biersieder, gesehen am 11.02.2013). - Biersieder Pasold bekundet, das Automobil hätte an dieser Stelle sein Tempo verlangsamt (Berliner Tageblatt, 05.03.1907).

Bierspünder   „jemand, der Bierfässer an die Lokale ausliefert und verspundet“

Quelle: In diesem Haus waren seit spätestens 1808 durchgängig Bierspünder ansässig, also Fuhrleute, die ausschließlich Bierfässer transportierten (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierspündergang, gesehen am 11.02.2013). - Es bildete sich auch hier ein Gewohnheitsrecht heraus; die Träger suchten andere von ihrer Arbeit auszuschließen und taten sich nach dem Muster der Salzpacker, Bierspünder und der anderen älteren Gruppen zu "Brüderschaften" zusammen (Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, 1915).

Bierträger   „jemand, der Bierfässer trägt“

Quelle: Den Transport der Bierfässer zum nahe gelegenen Hafen nahmen Bierträger wahr, die sich zunftähnlich organisiert hatten (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Hansestadt_Stralsund, gesehen am 11.02.2013).

Bierträger   „Bierkellner“

Quelle: Einen der fürnehmen Gentlemen in großen Hotels gerade so zu zitieren, wie einen Bierträger, nein, das ging nicht. Man kam auf die Idee, Herr Oberkellner zu sagen (Koebner, Der Gentleman, 1919).

Bierträgerin   „Frau, die Bierfässer trägt“

Quelle: Später freilich, als ihnen das Bier schon ziemlich zu Kopf gestiegen war, schwand dies Selbstbewußtsein erheblich, und nun waren es die Mörtelweiber und Bierträgerinnen, die das große Wort führten (Christ, Erinnerungen einer Überflüssigen, 1912).

Bierträgerin   „Serviererin in einem Bierlokal“

Quelle: Um mich aber nicht komplett dem Planeten der Männerzu entfremden, legte ich bei der WM 2006 in Deutschland die Vasallenweste der Bierträgerin an und brachte wieder...na, angesichts des Ausgangs könnt ihr euch selbst denken, was ich wieder zum Einsatz brachte (Pulsatilla, Die Ballade der Trockenpflaumen, 2011).

Biertrinker   „jemand, der gern Bier trinkt“

Quelle: Bekannt ist auch die "Sextanerblase" für einen Biertrinker, der mehr unterwegs als am Tisch ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Sextaner, gesehen am 11.02.2013). - bei Biertrinkern ist daneben noch der große Nährwert des Bieres (Kohlehydrate) bedeutungsvoll (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Fettsucht).

Bierverleger   „jemand, der einen Zwischenhandel für Bier betreibt“

Quelle: Als Partner der Gastronomie vertreiben Bierverleger neben Bier oft auch andere Getränke, die in der Gastronomie benötigt werden, außerdem stellen sie zum Teil Schankanlagen, Mobiliar, Gläser usw. zur Verfügung (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierverlag, gesehen am 11.02.2013). - Der Wirt, ein phlegmatischer, gutmütiger Mensch in den Dreißigern sprach aus eigenem Antrieb mit einem anwesenden Bierverleger über mich (Ostwald, Landstreicher, 1906).

Bierversilberer   „Bierbrauer“

Quelle: Er, aus dem Elsass stammend, könnte vom Wiener Nestroy sein, bei dem die Bierbrauer "Bierversilberer" heißen (Die Zeit, 17.07.2003).

Bierverwalter   „Aufseher beim Bierbrauen“

Quelle: Oder vielleicht der schmalnasige Bierverwalter, der darauf wartete, Gewürze hinzuzufügen, wenn die Maische genügend gegoren hatte? (Lovelace, Die schöne Priesterin, 2011). - "Jede dieser drei Gruppen", so Reemtsmas Bierverwalter Werner Hilberger, "ist dabei zu konsolidieren." (Der Spiegel 28, 1974).

Biervisierer   „amtlicher Prüfer für das Bierwesen“

Quelle: Überprüft wurden die Anordnungen des Rates durch den Biervisierer, der Brauereien und Gaststätten zu überwachen hatte (Jahrbuch für fränkische Landesforschung 62, 2002).

Bierzapfer   „jemand, der Bier abzapft“

Quelle: An der Freien Universität Berlin studierte er Jura und jobbte als Bierzapfer oder als Möbelpacker (https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Zapf, gesehen am 11.02.2013). - Überwältigend der lebende Katalog der Gefängnisinsassen, den Brook aus einem Monolog des Bierzapfers hervorzaubert (Die Zeit, 09.11.1950).

Bierzapferin   „Frau, die Bier abzapft“

Quelle: Am Imbißverkaufstisch stand sie seit 1989, nachdem sie vom damaligen Theaterchef Achim Grubel gebeten worden war, bei einem türkisch-deutschen Fest auf der Zitadelle als Bierzapferin auszuhelfen (Berliner Zeitung, 28.11.1996). - Frau Stockhausen betonte, daß sie 80 Rthlr. jährlich Bergbauaccise bezahle, 60 Rthlr. für den Bierausschank und 20 Rthlr. für den Ausschank von Branntwein, auch eigens eine Bierzapferin zu halten gezwungen sei (Braunschweigisches Jahrbuch, 1966).

Bierzapfler   „jemand, der Bier abzapft“

Quelle: Alle anderen Wirte mußten als "Bierzapfler", "Weingastgebe", "Garköche" zu ihren Gerechtsamen die Erlaubnis zur Beherbergung, für Musik- und Tanzveranstaltungen dazuerwerben (Zaisberger, Geschichte Salzburgs, 1998). - Eine Menge von Mandaten richtet sich gegen die allzuvielen "Bierzapfler" gegen die verderblichen Bierbrauer und "Branntweiner" (Möhl, Die Vorläufer der heutigen Organisation der öffentlichen Armenpflege in München, 1903).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Bierbruder   „Bierzecher, Kumpan beim Biertrinken“

Quelle: Anderswo wählen primitve Bierbrüder ganz rechts (Die Zeit, 29.05.2002). - Wer sonst konnte schuld daran sein als jener wüste Zyniker von Mann - so schien mir der harmlose Bierbruder plötzlich verwandelt -, der sie gezwungen hatte, sich von ihm durch ein gemeinsames Dasein schleppen zu lassen? (Sudermann, Das Bilderbuch meiner Jugend, 1922).

Bierdimpfl   „gewohnheitsmäßiger Biertrinker“

Quelle: schließlich ist der Bayer kein dumpfer Bierdimpfl! (Die Zeit, 14.01.2010).

Bierfiedler   „einfacher Geiger, der bei Biergeselligkeiten aufspielt“

Quelle: Und so ganz nebenbei liefern die Lieder auch noch eine eindringliche Sozialstudie aus dem schwedischen Rokoko, Nachrichten über all die Bierfiedler, Schuhputzer, Zollschnüffler, Kohlenträger, Waschweiber, Milchfrauen, Heringskistenpacker, Hundsfotte undundund, die sich in Stockholms Spelunken über die Tristesse ihres Alltags hinwegtrinken und -lieben (Die Zeit, 22.07.1994). - so erscheinen jetzt die Vertreter der weltl. Musik, die Stadtpfeifer und mit ihnen die Kunstgeiger und Bierfiedler, die Forstpfeifer und später die Regimentspfeifer und (nicht zu vergessen) die Bergmusiker (Flade, Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 1955).

Biergast   „jemand, der zum Biertrinken ein Lokal aufsucht“

Quelle: Den normalen Biergast bringt aber so etwas nicht aus der selbigen Ruhe (Zorn, Bevor Desire Abend der Welt von Morgen abhanden kam, 2011).

Biergelde   „teilweise Unfreier“

Quelle: Unterhalb der Schöffenbar-Freien findet dann aber eine Minderung statt, nämlich stufenweise bei Biergelden und Pfleghaften, Landsassen, dann Laten und Tagwerkern und schließlich verschiedenen Gruppen unehrlicher Leute (Dilcher, Normen zwischen Oralität und Schriftkultur, 2008). - Wegen ihrer Verpflichtungen heißen die Gemeinfreien Pfleghafte oder Biergelden, Ausdrücke, die beide synonym vorkommen und Pflichtige bedeuten (Meister, Deutsche Verfassungsgeschichte von den Anfängen bis ins 15. Jahrhundert, 1901).

Bierheld   „tüchtiger Biertrinker“

Quelle: Mit nur zwei Litern Abstand folgt der Mittrinker jenseits der Elbe, dann der Tschechoslowake. Einstige Bierhelden wie die Belgier, die Australier und die Briten liegen abgeschlagen (Die Zeit, 02.10.1987). - Eine dichte Gruppe Männlein und Weiblein in Jakonett und weißen Westen umstand den hammerschwingenden Bierhelden (Eilers, Haus Ellerbrook, 1909).

Bierherr   „jemand, der das Bier betreffende Dinge regelt“

Quelle: So versahen ausgeschiedene Ratsherren zum Beispiel Ämter als "Bierherren" zur Kontrolle des Bieres, als "Brandherren" für den Brandschutz (https://de.wikipedia.org/wiki/Kölner_Rat_bis_1796, gesehen am 11.02.2013).

Bierinspektor   „Aufseher über das Bier“

Quelle: 1784 war Korla Awgust Mjelis zugleich Generalinspekteur der Akzise sowie Zoll- und Bierinspektor der Oberlausitz (Hahn/Kunze, Nationale Minderheiten und staatliche Minderheitenpolitik in Deutschland im 19. Jahrhundert, 1999). - Keine gerichtliche Person habe solche unterschrieben, sondern der Bierinspektor Hacke zu Sambleben und die adel. Dame von Cramm daselbst (Schattenberg, Till Eulenspiegel und der Eulenspiegelhof in Kneitlingen, 1906).

Bierjunge   „junger Bierkellner“

Quelle: Bierjunge, bring uns einen Krug Sherrywein zur Bank draußen (O'Brian, Feindliche Segel: Historischer Roman, 2015). - Der will nicht Bierjunge werden, Cabskutscher oder Zuhälter! Hat die Hoffart im Blut, will Aufstieg, Geborgenheit - Bildung! (Wildgans, Dies irae, 1918).

Bierkellner   „jemand, der in einem Lokal Bier serviert“

Quelle: Dort arbeitet auch der von Forster gedungene Auftragskiller Ivo Nemec als Bierkellner, was aber Kriminalkommissar Hager zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß (https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Kriminalmuseum:_Der_Fahrplan, gesehen am 11.02.2013). - Fritz H. Haase, 50, Chef der Pfalz-Kredit-Bank in Kaiserslautern, verdiente sein erstes Geld 1947 als Bierkellner in einer Frankfurter Besatzer-Kneipe (Capital 12, 1973).

Bierkellnerin   „Frau, die in einem Lokal Bier serviert“

Quelle: Nina Ruzicka arbeitete bisher in verschiedensten Berufen, wie Bierkellnerin in einem Country- und Western-Lokal, Sekretärin in einer Rechtsanwaltskanzlei, Serviceangestelle in einem Kino, Parkettlegerin und schließlich Chemisch-Technische Assistentin (https://de.wikipedia.org/wiki/Nina_Ruzicka, gesehen am 11.02.2013). - Aber als die Bierkellnerin fragte, wieviel Maß und als ich nur eine Halbe, für die Dame aber ein Glas Wasser bestellte, entstand denn doch eine Pause peinlicher Verlegenheit (Berliner Tageblatt, 06.03.1926).

Bierkönig   „bester Biertrinker einer Gruppe“

Quelle: Manchmal, wenn meine Fantasie mit mir durchgeht, bin ich der Donut-König bei Tag und der Bierkönig in der Nacht (Die Zeit, 25.06.2009). - Gambrinus, ein sagenhafter Bierkönig, angeblicher Erfinder des Bieres und privilegierter Bierbrauer Karls d. Gr., der mit einem schäumenden Glas Bier in der Hand abgebildet wird (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gambrinus).

Bierkumpan   „Gefährte beim Biertrinken“

Quelle: Denn noch konnte ich nicht ausschließen, dass er Besuch von einem Hausbewohner hatte, ein Bierkumpan aus einer Nachbarwohnung, der regelmäßig zum Saufen vorbeikam (Drews, Killer Blog, 2015). - In seinen Augen spiegelt sich Dickens' Geist und Gefühl und er ist als Bierkumpan seines Freundes Merdle (wie sehr widerspricht dieses Verhältnis dem Buch!) Gott sei Dank unmöglich (Die Literatur: Monatsschrift für Literaturfreunde 37, 1934).

Bierkutscher   „Lenker einer Bierkutsche“

Quelle: Wimmer wurde als Sohn der Haushälterin Rosina Wimmer und dem mit ihr verheirateten Bierkutscher Jakob Layr geboren (https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Wimmer, gesehen am 11.02.2013). - Mag ja sonst noch manches vorgekommen sein, was er für sich behielt, genug, mit seiner Familie hatte er sich ganz überworfen, und daß er dies und jenes gewesen, Klavierspieler im Tingel-Tangel, Schreiber, Küfer, Bierkutscher und schließlich Kellner (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Biermamsell   „Serviererin in einem Bierlokal“

Quelle: Das also ist die Biermamsell, die Aufwieglerin (Preyer, Enrica von Handel-Mazzetti: ein biografisches Lesebuch, 2009). - In dem Buffet war er Stammgast / Und in jeder Bar zu Haus, / Jede Biermamsell die kannte / Schorse und sie zog ihn aus (Löns, Der Verschwender, 1907).

Bierphilister   „biertrinkender Spießbürger“

Quelle: Das ist nun eine Wahlparole für denkende Menschen, dadurch ist auf einmal eine trauliche Einheitsfront geschaffen, und der bayerische Bierphilister, der ostpreußische Schnapsbrenner, der rheinische Großindustrielle - hier kämpfen sie auf einmal getreulich Schulter an Schulter (Tucholsky, Hepphepp hurra!, 1921).

Bierpoet   „Verfasser derber Wirtshausdichtung“

Quelle: Als Bierpoet / dichte ich schon in der Früh und trinke eher spät (Reichel, Bierhaltige Gedichte, 2016). - Da ist mir der Bierpoet Scheffel wahrhaftig noch lieber (Die Bücherwelt: Zeitschrift für Bibliotheks- und Bücherwesen, 1906).

Bierwirt   „Betreiber eines Bierlokals“

Quelle: Sein Großvater war der Bäcker und Bierwirt Johann Martin Landenberger (https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Landenberger, gesehen am 11.02.2013). - Brasserie (franz.), Brauerei; Bierhaus, Bierkneipe; Brasseur [...], Brauer, Bierwirt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Brasserie).

Bierwirtin   „Betreiberin eines Bierlokals“

Quelle: Er bleibt in seiner Curia mit seiner focaria, die wie eine Bierwirtin aussieht, besudelt mit allem Übel (Freely, Kopernikus, 2015). - In Blankenburg gerieten wir an eine Bierwirtin, die von solchem Geschäftsgange nichts wußte (Scholz, "Berlin, jetzt freue Dich!": Betrachtungen an und in den Grenzen der deutschen Hauptstadt, 1964).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
Bierbass   „tiefe, voluminöse Stimme“

Quelle: Gleich darauf schallte eine kräftige Frauenstimme über den See, Tonlage Bierbass, und ich wusste, dass Xaverias Mutter uns mit ihrem obligatorischen vierteljährlichen Besuch beehrte (Schmidt, Schwarzer Freitag, 2013). - Und er dämpfte seinen Bierbass zum wunderlichsten Flüsterton, wenn er der "Kranken" im Hausflur begegnete und ihr guten Tag bot (Janitschek, Die neue Eva, 1902).

Bierbauch   „dicker, vom Biertrinken aufgeschwemmter Bauch“

Quelle: Der Begriff Stammfettsucht (umgangssprachlich Wampe, Plauze, Plautze, Ranzen, Bierbauch...) beschreibt die Tendenz zur Fetteinlagerung am Stamm (Abdomen) (https://de.wikipedia.org/wiki/Stammfettsucht, gesehen am 11.02.2013). - Ein Mann mit einem Bierbauch ist durchaus nicht komisch, aber wir beginnen uns sofort seiner Lächerlichkeit bewußt zu werden, wenn er sich an einem Wettlauf beteiligen will (Calebow, Über das Lächerliche, 1911).

Biergehirn   „begrenztes Denkvermögen eines Bierzechers“

Quelle: Und der da soll im Jahre 1940 Arbeiter richten dürfen? Ein solches Biergehirn, in dem auch nicht ein Gedanke über den sauren Muff seiner Kneipe reicht, entscheidet über Leben und Tod? (Tucholsky, Briefe an einen Fuchsmajor, 1928).

Biergurgel   „Kehle, durch die viel Bier geflossen ist“

Quelle: Zuvor auf einen Stuhl springend, rudert er mit den Armen wie eine halb abgesoffene Lebensmüde gewordene Biergurgel, welche in die Donau gesprungen ist und alles wieder rückgängig machen möchte (Lukitsch, Johann von Horwarth, der österreichische Nicht-Österreicher, 2014).

Bierkopf   „Kopf eines Bierzechers“

Quelle: Als neuerdings nun dieser Ruf durch neidische Anfeindungen eines feindlichen Stadtwesens, das sie im Gegensatz zum eigenen Bierkopf gewöhnlich als Wasserkopf bezeichneten, ins Wanken geriet, schritten sie sogleich zu Maßnahmen (Die Tat 19, 1927).

Bierstimme   „tiefe und laute Stimme“

Quelle: da richtet sich Ringsgwandl auf, die Schweineohren knicken ihm ab, und er sagt uns mit der dunklen Bierstimme eines bayerischen Medizinmanns, wie spät es eigentlich schon ist (Die Zeit, 08.05.1992). - "Was begehrst du, Mägdlein?" erkundigte sich das ältere Semester mit kollernder Bierstimme; "sollst etwa deinen Vater holen, ist er im Maßkrug steckengeblieben?" (Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919).

Bierton   „tiefer und lauter Stimmton“

Quelle: Wie hatte ich mich vor meinen Dienern geschämt, als wir an der Küste zwei nicht sehr angenehme Europäer trafen, die auch in meiner Gegenwart ihren gewöhnlichen Bierton beibehielten (Paasche, Das verlorene Afrika, 1911).

Bierwanst   „durch das Biertrinken aufgeschwemmter Bauch“

Quelle: Dann fischte er Geldnoten aus den Taschen seiner Jeans, die ihm unter dem Bierwanst hing (Kava, Das Grauen, 2013). - Der Janker platzt bald aus der jachernden Naht, denn ein Bierwanst zieret den Buben (Eulenspiegel, 1964).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungsteilbezeichnung
Bierzipfel   „an Hosenbund oder Weste getragenes Schmuckband als Teil der Burschenschaftscouleur“

Quelle: 1875 nahm man die Vereinsfarben blau-weiß-schwarz an, die am Bierzipfel getragen wurden (https://de.wikipedia.org/wiki/Corps_Marko-Guestphalia_Aachen, gesehen am 11.02.2013). - Die "Couleur" (bestehend aus meist dreifarbigem seidenen Brustband und bunter Mütze oder "Cerevis" in den Farben des Bandes sowie aus dem als Uhranhängsel getragenen "Bierzipfel", der zusammen mit dem Bande den letzten Rest des frühern Säbelbandeliers darstellt) wird zwar vielleicht nur noch von der Hälfte der Verbindungen getragen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Studentenverbindungen).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
Bieranstalt   „Schankbetrieb für Bier“

Quelle: Das Ergebnis zeigte sich in der Gründung der ersten Akademischen Bieranstalt zu Münster, ebenjenes Cavete (Kehrer, Gebrauchsanweisung für Münster und das Münsterland, 2011).

Bierausflug   „Ausflug aufs Land zum Biertrinken“

Quelle: Und dann sorgte der Bericht von dem strapaziösen Bierausflug, den die Geschwister zusammen mit Dietmar unternommen hatten, für beste Unterhaltung (Hurt, Ein deutscher Mittelläufer, 2010). - Es war ein wundervoller Frühlingstag und wir wollten einen Bierausflug machen (Mauthner, Erinnerungen, 1918).

Bierausfuhr   „Export von Bier“

Quelle: Insgesamt konnten die deutschen Brauereien ihre Bierausfuhr im letzten Jahr um fast 22 Prozent auf mehr als acht Millionen Hektoliter steigern (Berliner Zeitung, 07.04.1995). - Sehr bedeutend ist die Bierausfuhr (1900: 2,882,350 hl) aus München, Kulmbach, Erlangen und Nürnberg (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bayern).

Bierausschank   „Lokal, in dem Bier ausgeschenkt wird“

Quelle: Es finden sich heute aber auch "Hofbrauhaus" genannte Betriebe, deren Brauereien inzwischen ausgelagert sind und in deren historischen Gebäuden lediglich noch eine Gaststätte mit Bierausschank geführt wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Hofbrauhaus, gesehen am 11.02.2013). - Da es der Bierausschänken viele gab auf der großen Schau, bestellte er sich bei einer renommierten Brauerei ein kühles Helles (Die Zeit, 13.11.1964).

Bierbann   „Gebiet, in dem jemand das Bierprivileg hat“

Quelle: 1668 wurde in einem Abkommen festgelegt, welche Ortschaften Burgkunstadt mit Bier beliefern durfte. Dieser Bierbann erstreckte sich im Westen bis Michelau, im Norden bis Hummendorf und im Osten bis Schmeilsdorf (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Stadt_Burgkunstadt, gesehen am 11.02.2013). - Als im Jahre 1839 vollends der Bierbann durch Gesetz vom 27. 3. 1838 in Sachsen aufgehoben wurde, eröffnete sich dem aufstrebenden Wirtsgewerbe ein neues Ausdehnungsfeld (Schneekloth, Das sächsische Hotel-und Gastwirtschaftsgewerbe, 1930).

Bierbedarf   „benötigte Menge an Bier“

Quelle: Bayerns Herzog Wilhelm V. lässt das Gebäude der im gleichen Jahr gegründeten Brauerei Hofbräu München für den Bierbedarf des Wittelsbacher Hofes und seiner Bediensteten errichten (https://de.wikipedia.org/wiki/1589, gesehen am 11.02.2013). - Zwar decken Deutschlands Brauer knapp zwei Drittel des Bierbedarfs der EWG, gleichzeitig stellen sie jedoch auch rund vier Fünftel der Betriebe (Die Zeit, 06.10.1967).

Bierbereitung   „Herstellung von Bier“

Quelle: Ein Whirlpool ist im Brauwesen ein Gefäß, das bei der Bierbereitung der Würzeklärung dient (https://de.wikipedia.org/wiki/Whirlpool_(Brauerei), gesehen am 11.02.2013). - Gerste eignet sich am besten zur Bierbereitung, weil ihr Stärkemehlgehalt am wenigsten schwankt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierbeschau   „Prüfung der Bierqualität“

Quelle: Die Bierprobe oder Bierbeschau dient, ähnlich der Weinprobe, zur Qualitätsüberprüfung des Bieres durch Verkosten (Geruchs- und Geschmacksprüfung) und mit Hilfe der Computeranalyse (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierprobe, gesehen am 11.02.2013). - Interessant und ergötzlich ist der Vorgang bei einer solchen Bierprüfung oder Bierbeschau, die von einer eigens dazu eingesetzten Kommission mehrmals im Jahre vollzogen wurde (Kachel, Herberge und Gastwirtschaft in Deutschland bis zum 17. Jahrhundert, 1924).

Bierbesteuerung   „das Erheben von Steuern auf Bier“

Quelle: Während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften und seiner Promotion über die Bierbesteuerung nahm er an mehreren Hochschulmeisterschaften teil (https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Weidmann, gesehen am 11.02.2013). - insbes. erstreckt sich die Reichsgesetzgebung über die Heimats- und Niederlassungsverhältnisse, über Immobiliarversicherungswesen und Bierbesteuerung nicht auf B. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bayern).

Bierkoykott   „Verweigerung des Bierkonsums aus politischen Gründen“

Quelle: Als Bierstreit oder auch Bierboykott, Bierfehde, Bierkrawall, Bierkrieg und Bierstreik werden Auseinandersetzungen bezeichnet, die den Preis, die Biersteuer oder andere Aspekte beim Vertrieb und Konsum von Bier betreffen und zum Boykott oder zur Arbeitsniederlegung führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierstreit, gesehen am 11.02.2013). - Meine Absicht war, das Bier von der Allendorfschen Brauerei nicht zu trinken; denn ich hatte im Jahre 1903 den Magdeburger Bierboykott mitgemacht und kein Bier getrunken, das unter Boykott stand (Schuchardt, Sechs Monate Arbeitshaus, 1907).

Bierbrauerei   „Herstellung von Bier“

Quelle: Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft, Bierbrauerei und Kohlebergbau (https://de.wikipedia.org/wiki/Clackmannanshire, gesehen am 11.02.2013). - Bierbrauerei (kurz Brauerei), der sich mit Herstellung von Bier befassende Industriezweig (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1905, s.v.).

Biereinfuhr   „Import von Bier“

Quelle: Mit beinahe 800000 Hektolitern bestritten sie 1987 fast drei Viertel der deutschen Biereinfuhr (Die Zeit, 17.06.1988). - Dabei findet allerdings auch eine bedeutende Biereinfuhr statt; dieselbe belief sich 1901 auf 187,641 metr. Ztr., wovon 155,316 aus Deutschland kamen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Frankreich).

Biererzeugung   „Herstellung von Bier“

Quelle: Die Fahnenbilder unterstreichen wirtschaftliche und kirchliche Belange der Gemeinde: Die Hopfenrebe würdigt Auberg als das größte Anbaugebiet im Mühlviertel des für die Biererzeugung neben der Gerste wichtigsten Rohstoffes (https://de.wikipedia.org/wiki/Auberg, gesehen am 11.02.2013). - Für Materialbrennereien und solche, die die Abfälle der Biererzeugung verarbeiten, kann gleichfalls Abfindung eintreten (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Branntweinsteuer).

Bierfabrikation   „Herstellung von Bier“

Quelle: Nachdem Mais in Osteuropa billiger produziert werden konnte als die bis dahin für den Brauprozess verwendete Gerste, wurde es auch in Europa zu einem Ersatzmittel des Gerstenmalzes in der Bierfabrikation (https://de.wikipedia.org/wiki/Maisbier, gesehen am 11.02.2013). - Von außerordentlichem Umfang ist die Malz- und Bierfabrikation, die in München, Erlangen, Kulmbach und Nürnberg am schwunghaftesten betrieben wird (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bayern).

Bierfälschung   „Verfälschung von Bier durch unzulässige Zutaten“

Quelle: Die Brauvorschriften waren eine Reaktion auf zahlreiche Klagen über schlechtes Bier. Dabei waren die obrigkeitlichen Bierpreisfestlegungen selbst ein wesentlicher Grund für Bierfälschungen (https://de.wikipedia.org/wiki/Reinheitsgebot, gesehen am 11.02.2013). - Insoweit sind die Ausführungen des Amtsgerichts mithin nicht geeignet, die Verjährung der dem Angeklagten schließlich zur Last gelegten, in Bierfälschung bestehenden Zuwiderhandlung gegen das Gesetz zu unterbrechen (Gesetze und Verordnungen sowie Gerichtsentscheidungen betreffend Nahrungs- und Genussmittel und Gebrauchsgegenstände 8, 1916).

Bierfehde   „politischer Streit um das Bier“

Quelle: Als Bierstreit oder auch Bierboykott, Bierfehde, Bierkrawall, Bierkrieg und Bierstreik werden Auseinandersetzungen bezeichnet, die den Preis, die Biersteuer oder andere Aspekte beim Vertrieb und Konsum von Bier betreffen und zum Boykott oder zur Arbeitsniederlegung führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierstreit, gesehen am 11.02.2013). - Dabei sind die Dortmunder in Bierfehden erfahrener (Die Zeit, 26.04.1974).

Bierfest   „Festveranstaltung, bei der Bier getrunken wird“

Quelle: Das Bierfest findet jährlich am ersten Wochenende im Mai statt (https://de.wikipedia.org/wiki/Sundhouse, gesehen am 11.02.2013). - Im Sommer werden daselbst große Volks- und Bierfeste (Kellerfeste) veranstaltet (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Keller [1]).

Bierfrage   „das Bier betreffende politische Streifrage“

Quelle: Wenn die Quantität derart dominiert, bleibt ein Qualitätsverlust unvermeidlich, denn neben Neckereien über deutsches Mit-, Neben- und Gegeneinander in Stil- wie Bierfragen war wenig Platz für einen spannenden Fall (Berliner Zeitung, 28.11.2000). - Die Bierfrage hat eine unverhältnismässig grosse Rolle gespielt, besonders bei den Wahlen der städtischen Beamten in den Grossstädten (Die Alkoholfrage, 1904).

Biergärung   „das Gären des Biers“

Quelle: Es fällt als Abfallprodukt bei der Biergärung an und enthält Mineralstoffe, Spurenelemente, viele B-Vitamine und Biotin (Perc, Wie schütze ich meine Haut, 2013). - Da zur Biergärung aber eine Temperatur zwischen 5 und 15° gebraucht wird, muß auch ein besonderes Verfahren benutzt werden, um vollkommene Resultate zu geben (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hefe).

Biergebrüll   „lautes Geschrei bei einer biertrinkenden Gruppe“

Quelle: Ich meine nicht das Massengebrüll der Anfeuerung oder das Biergebrüll von vierzig Gröhlenden morgens um drei (Positionen: Beiträge zur neuen Musik, 2006). - Die ganz Strammen haben sich sogar ausgerechnet, daß Wilhelm II. in seiner Blutzusammensetzung verjudet sei, und so, in anmutiger Mischung von schnarrendem Offiziersgetön und Biergebrüll gegen die Juden, zieht ein Gesindel in den Wahlkampf, das eine Welt ins Unglück gestürzt hat (Tucholsky, Hepphepp hurra!, 1921).

Biergelage   „geselliges Beisammensein, bei dem viel Bier getrunken wird“

Quelle: Das Dísablót ("Disenopfer") war ein nächtliches Opferfest im Herbst oder zu Winteranfang, mit Gastmahl und Biergelage, das in Norwegen gefeiert wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Dise, gesehen am 11.02.2013). - Zu Bregenz störte er ein heiliges Biergelage, an dem Schwaben aus einer mächtigen Kufe Wodansminne tranken (Bernoulli, Die Heiligen der Merowinger, 1900).

Biergenuss   „genussvolles Biertrinken“

Quelle: Der Keferloher ist ein tonnenförmiger (nicht bauchiger), grauer, salzglasierter Steinzeug-Bierkrug (Humpen), der sich dank seiner Eigenschaften besonders für den Biergenuss eignet (https://de.wikipedia.org/wiki/Keferloher, gesehen am 11.02.2013). - Personen, die zur Vollblütigkeit und Fettleibigkeit neigen, müssen vorsichtig im Biergenuß sein (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Biergewinnung   „Herstellung von Bier“

Quelle: Es war ein spätes Nebenprodukt der Biergewinnung (Profil 40, 2009). - Bei beiden Besteuerungsarten wird indirekt auf die tatsächliche Rohstoffverwendung, bez. Biergewinnung geschlossen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Biersteuer).

Bierhandel   „Handel mit Bier“

Quelle: Nach seinem Rücktritt vom Radsport eröffnete er einen erfolgreichen Bierhandel (https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Adriaensens, gesehen am 11.02.2013). - Über den Bierhandel liegen folgende Angaben aus den Hauptverkehrsländern vor (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierhock   „geselliges Beisammensein zum Biertrinken“

Quelle: Dies hinderte uns aber nicht, nach dem Match mit unserm Besieger beim Kaufmann Pauli zu einem gemütlichen Bierhock zusammen zu sitzen (Meier, Fussball in Basel und Umgebung, 1979). - In Tübingen machte ich die Bekanntschaft von Kurt Mook, der nachher Sozialdemokrat wurde. Er nahm mich von einem "Bierhock" mit nach Hause und las mir die Nacht hindurch seine Gedichte vor (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

Bierindustrie   „bierproduzierende Industrie“

Quelle: Lohnbrau ist ein Fachterminus der Bierindustrie für den Vorgang, dass eine Brauerei (meist: Großbrauerei) neben ihrem eigenen Markenbier - im Auftrag einer anderen Brauerei (meist: Kleinbrauereien) - auch andere Biere erzeugt, die nicht unter eigenem Namen sondern mit einer anderen Markenbezeichnung in den Handel gebracht werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Lohnbrau, gesehen am 11.02.2013). - Die große Ausdehnung der Bierindustrie und vor allem die Notwendigkeit, wissenschaftlich und praktisch geschulte Brautechniker zu besitzen, hat zur Gründung von Brauerschulen, Brauerakademien, Versuchs- und Lehrbrauereien geführt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierkonsum   „Verbrauch von Bier“

Quelle: Tendenziell findet Bierkonsum zunehmend vor allem in Privathaushalten statt (https://de.wikipedia.org/wiki/Biermaße, gesehen am 11.02.2013). - Der Bierkonsum hat in neuerer Zeit ganz erheblich zugenommen, er betrug 1900 in Deutschland nahezu 70 Mill. hl im Wert von mehr als 2 Milliarden Mk. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierkrawall   „politische Unruhen wegen des Biers“

Quelle: Als Bierstreit oder auch Bierboykott, Bierfehde, Bierkrawall, Bierkrieg und Bierstreik werden Auseinandersetzungen bezeichnet, die den Preis, die Biersteuer oder andere Aspekte beim Vertrieb und Konsum von Bier betreffen und zum Boykott oder zur Arbeitsniederlegung führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierstreit, gesehen am 11.02.2013). - Darum war uns ein Artikel der "Frankfurter Zeitung" willkommen, welcher das gerichtliche Nachspiel des berüchtigten Frankfurter Bierkrawalls behandelte, bei dem das Militär auf die Krawaller geschossen hatte (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

Bierkrieg   „politische Unruhen wegen des Biers“

Quelle: Als Bierstreit oder auch Bierboykott, Bierfehde, Bierkrawall, Bierkrieg und Bierstreik werden Auseinandersetzungen bezeichnet, die den Preis, die Biersteuer oder andere Aspekte beim Vertrieb und Konsum von Bier betreffen und zum Boykott oder zur Arbeitsniederlegung führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierstreit, gesehen am 11.02.2013). - Die Lage im Bierkrieg war bereits in den gestrigen Abendstunden völlig verworren (Berliner Tageblatt, 03.03.1932).

Biernahrung   „Erwerb des Lebensunterhalts durch Bierproduktion“

Quelle: Neben der Biernahrung stützte sich die Existenz der Stadt vor allem auf die Märkte (Patze, Recht und Verfassung thüringischer Städte, 1955).

Bierpoesie   „derbe Wirtshausdichtung“

Quelle: das sind die Quellen dieser Bierpoesie, wie sie Ludwig Eichrodts Gedicht "Vom Nonsens" beschreibt (Liede, Dichtung als Spiel, 1992). - Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Biertönnchen auf dem Kopf... und die Reitsporen untaugliche Bekenntnismittel geworden. Sie tragen zu deutlich die Zeichen einer vergangenen Bierpoesie und einer prahlsüchtigen Haltung (Die Zeit, 16.06.1961).

Bierprobe   „Prüfung der Bierqualität“

Quelle: Die Bierprobe oder Bierbeschau dient, ähnlich der Weinprobe, zur Qualitätsüberprüfung des Bieres durch Verkosten (Geruchs- und Geschmacksprüfung) und mit Hilfe der Computeranalyse (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierprobe, gesehen am 11.02.2013). - Daß im Gerichtssaal vor den Richtern eine Bierprobe veranstaltet wird, ist Anlaß zu einer längeren Notiz im "Lokalen Teil", und stets interessiert die Unterwäsche der Angeklagten mehr als die Schuldfrage (Tucholsky, Hardens Prozesse, 1914).

Bierproduktion   „Herstellung von Bier“

Quelle: Bei der Bierproduktion unterscheidet man zwischen einem Warmblock und einem Kaltblock (https://de.wikipedia.org/wiki/Sudhaus, gesehen am 11.02.2013). - Die Hopfenkultur, die früher nur in Böhmen und einzelnen Bezirken Bayerns betrieben wurde, hat sich in den letzten Jahrzehnten zusammenhängend mit der Bierproduktion sehr verbreitet (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hopfen [1]).

Bierrausch   „durch Bier verursachter Rausch“

Quelle: Wir haben es im Rechtsextremismus hier zu Lande nicht mehr nur mit tumben Einzeltätern zu tun, die im Bierrausch den Hitlergruß grölen oder Ausländer attackieren (Berliner Zeitung, 29.10.2003). - Der Bierrausch erzeugt einen viel jämmerlichern Zustand als der Weinrausch, was vor allem auf Rechnung des Hopfens zu schreiben ist (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierrede   „humoristische Rede bei einem Bierabend“

Quelle: Den größten Teil seines Repertoires schrieb sich Thannhauser, wie es bei den Volkssängern Brauch war, selbst. Es bestand aus Scherzgedichten, Parodien und humoristischen Bierreden (https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Thannhauser, gesehen am 11.02.2013). - Zudem besaß Stieve ein wunderbares Talent, humoristische Reden (sogen. Bierreden) in beliebiger Länge zu halten (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Bierrevolte   „politischer Aufruhr wegen des Biers“

Quelle: Bierausschank war früher am Sonntag verboten, und erst seit der berühmten Bierrevolte deutscher Einwanderer 1855 erlaubt (Caesar, Die Straße zum Himmel, 2009). - Mitten in dieses Ereignis hinein platzte die Bierrevolte (Der gerade Weg München, 1932).

Bierrevolution   „politischer Aufruhr wegen des Biers“

Quelle: Eskortiert wurde die Kampagne durch Unterschriftensammlungen, knapp 200000 kamen zusammen, und den wiederholten Aufruf zur "Bierrevolution" (Die Zeit, 19.05.1995). - Wir beginnen eher eine Bierrevolution, um eines Kreuzers willen, als eine Schulrevolution, um der Rettung der Kinder willen (Mauthner, Beiträge zu einer Kritik der Sprache, 1906).

Biersauferei   „übermäßiges Biertrinken“

Quelle: Das bekam auch ich zu spüren, und zwar als Folge meines noch immer nicht hinreichend entwickelten Anpassungsvermögens an die leidige Biersauferei (Nier, Wie war das damals, Mr. Sparks?, 2014). - Sie habe deshalb die Wagner zur Rede gestellt und ihr gesagt: "Die Biersauferei habe ich jetzt satt." (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Bierschank   „Ausschankstelle für Bier“

Quelle: Um 1840 wurde auf dem Collmberg ein fliegender Bierschank errichtet, den der Restaurateur Lettau aus Calbitz mit Hilfe eines Eselgespannes unterhielt (https://de.wikipedia.org/wiki/Collmberg, gesehen am 11.02.2013). - Ein früherer Ahnherr betrieb jedoch einen Bierschank auf dem heutigen Hohen Markt (Wildgans, Mein Leben, 1910).

Bierschau   „Prüfung der Bierqualität“

Quelle: 1838 bot Wundarzt Failer die unentgeltliche Übernahme der Bierschau an, worauf der Gemeinderat einging (Steim, Langenenslingen, 2008). - Die Bierschau und Bierprobe spielte eine große Rolle (Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern, 1931).

Biersendung   „Auslieferung von Bier“

Quelle: Bereits zwischen 1856 und 1870 hatte es regelmäßige Biersendungen nach Paris gegeben (https://de.wikipedia.org/wiki/Riegeler_Brauerei, gesehen am 11.02.2013). - B. mit den vorbezeichneten Einrichtungen wurden zum ersten Male von der österr.-ungar. Staatseisenbahngesellschaft für Biersendungen der Dreherschen Brauerei in Schwechat bei Wien zur Pariser Weltausstellung im Jahre 1867 in Verkehr gebracht (Röll, Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, 1912, s.v. Bierwagen).

Bierstreik   „Verweigerung des Bierkonsums aus politischen Gründen“

Quelle: Als Bierstreit oder auch Bierboykott, Bierfehde, Bierkrawall, Bierkrieg und Bierstreik werden Auseinandersetzungen bezeichnet, die den Preis, die Biersteuer oder andere Aspekte beim Vertrieb und Konsum von Bier betreffen und zum Boykott oder zur Arbeitsniederlegung führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierstreit, gesehen am 11.02.2013). - Das Reich und die Stadt Berlin kostet eine Woche Bierstreik je rund eine halbe Million Mark (Vossische Zeitung, 01.03.1932).

Bierstreit   „politischer Streit über das Bier“

Quelle: Als Bierstreit oder auch Bierboykott, Bierfehde, Bierkrawall, Bierkrieg und Bierstreik werden Auseinandersetzungen bezeichnet, die den Preis, die Biersteuer oder andere Aspekte beim Vertrieb und Konsum von Bier betreffen und zum Boykott oder zur Arbeitsniederlegung führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierstreit, gesehen am 11.02.2013). - Dort ist auch der Reudnitzer Bierstreit weiterhin behandelt, der sofort wieder auflebt, nachdem es in Reudnitz wieder zwei Gutsherrschaften gibt (Hüllemann, Die Geschichte der Rittergütter in Reuss älterer Linie, 1939).

Biertrunk   „aus Bier bestehender Trunk“

Quelle: "Ad exercitium Salamandris!" kommandiert bei der Kneipe der Erstchargierte - " Eins" - der Biertrunk rinnt in die Kehlen - "Zwei" - die Gläser landen klappernd auf dem Tischholz und kommen - "Drei" - mit abschließendem, dröhnendem Schlag wieder zum Stehen (Die Zeit, 19.12.1980). - Angesponnen hatte sich die Sache folgendermaßen: Bei verstohlenem Biertrunk im "Waldhörnle" war Uli mit der Kellnerin Alma Freund geworden (Wille, Glasberg, 1920).

Biertumult   „politische Unruhen wegen des Biers“

Quelle: In jedem "Biertumult" witterte man einen Angriff auf die gesetzliche Ordnung (Frevert, Die kasernierte Nation: Militärdienst und Zivilgesellschaft in Deutschland, 2001). - Bei den Verhandlungen über den Biertumult werden einmal die drei Herren Kämmerer Peter Grüningen, Georg Schubbe und Georg Steffen genannt (Baltische Studien, 1929).

Bierulk   „einfacher Scherz bei einem Bierabend“

Quelle: Bier-Ulk mischt sich mit Welttheater (Freyer Theater 3, 2007). - Das Bedürfnis, seinen Witz in beziehungsreichem Bierulk zu entladen, brauchte nicht immer erst durch derartige, etwas gespenstische Anlässe geweckt zu werden (Mühsam, Unpolitische Erinnerungen, 1927-29).

Bierumsatz   „Menge an verkauftem Bier“

Quelle: Nach der Übernahme der libanesischen Konkurrenzmarke Laziza zwei Jahre später machten die Produkte des Unternehmens rund 70 % des jährlichen Bierumsatzes im Libanon aus (https://de.wikipedia.org/wiki/Almaza_(Brauerei), gesehen am 11.02.2013). - Es wurde noch vereinbart, daß ich als Lohn ½ Prozent vom Bierumsatz bekommen sollte (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

Bierverbrauch   „Verbrauch an Bier“

Quelle: Durch den gesunkenen jährlichen Bierverbrauch pro Kopf der Bevölkerung in Deutschland von 151 Liter im Jahr 1976 auf knappe 110 Liter im Jahr 2009, kam es zu enormen Überkapazitäten in der deutschen Brauwirtschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Brauerei_Ganter, gesehen am 11.02.2013). - Zwar gab es auch Bier in mannigfaltiger Qualität, sowohl einheimisches, in dem Orte Schiltigheim gebraut, wie auch bayerisches, aber diese Häuser pflegten wir nur im Sommer zu besuchen, der in Straßburg ungewöhnlich heiß ist und deshalb zum Bierverbrauch anregt (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Bierverkostung   „das Kosten von Bier“

Quelle: Bei der Bierverkostung spielt neben Geruchs- und Geschmackssinn auch das Auge eine Rolle, um das Ergebnis des Brauprozesses zu beurteilen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierprobe, gesehen am 11.02.2013). - Die Bierverkostung wurde unter einwandfreien Bedingungen durchgeführt (Mitteilungen der Versuchsstation für das Gärungsgewerbe in Wien, 1947).

Bierverlag   „Getränkezwischenhandel für Bier“

Quelle: "Bierverlag" ist ein veraltender Begriff für Getränkegroßhandelsunternehmen, den jedoch noch etliche Gesellschaften im Namen führen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierverlag, gesehen am 11.02.2013). - Unten an der Uferstraße fährt justament ein Kraftwagen vorbei, auf dem in großen, roten Buchstaben das für die Mosel seltsame Wort "Bierverlag" steht (Die Zeit, 25.08.1949).

Bierverruf   „Strafe für einen Verstoß gegen den burschenschaftlichen Bierkomment“

Quelle: Auch: Bierjamm, Bierverruf, Bierschande, Angeleimtsein. Verlust der Bierehre wegen Verstoßes gegen den Biercomment und damit der Ausschluß von allen Rechten der bierehrlichen Burschen (Herbert, Die Burschensprache, 1991). - Diese in Burschenkreisen altherkömmliche Strafe, deren Verhängung die akademische Obrigkeit als straffällig ansieht, hat verschiedene Stufen: vom harmlosen Bierverruf bis zur endgültigen Ehrloserklärung (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Verruf).

Bierverschiss   „Ausschluss vom burschenschaftlichen Bierkomment“

Quelle: Bierverschiss bedeutet den Ausschluß vom Biercomment und von Trinkspielen wegen ungebührlichen Verhaltens oder Trunkenheit (https://de.wikipedia.org/wiki/Bier-Comment, gesehen am 11.02.2013). - Seine Buße waren acht Tage Bierverschiß (H. Mann, Der Untertan, 1918).

Biervorrat   „Vorrat an Bier“

Quelle: Schließlich dringt eine Gruppe in Ludwigs Wohnmobil ein und fällt über dessen reichhaltige Biervorräte und den gut gefüllten Kühlschrank her (https://de.wikipedia.org/wiki/Superstau, gesehen am 11.02.2013). - Ich fühlte tiefes Mitleid und bot ihm einen Teil meiner Biervorräte an (Die Zeit, 07.10.1966).

Bierzapf   „das Zapfen und Ausschenken von Bier“

Quelle: Bierzapf durfte nur durch die Brauer und in offenen Brauhäusern erfolgen (Ennen, Frauen im Mittelalter, 1999). - Allen Bierzapf anderen Bürgern untersagen, geht zu weit (Knobloch, Agrar- und Verfassungsgeschichte des Wormsgaus im Mittelalter, 1951).

Bierzeche   „Gelage mit Bier“

Quelle: Auf diese "großen Worte" sollten nun Taten folgen, doch gut, dass ich ihn mit dem Rascheln eines Geldscheines überzeugen konnte von der Bierzeche abzusehen (Hübscher, Die Schilderjagd, 2009). - Auch die Schlächter oder Knochenhauer sollen ihre Baumesser zu Hause lassen, wenn sie zur Wein- oder Bierzeche gehen (Schmidt, Geschichte der Stadt Sangerhausen, 1906).

Bierzusatz   „Substanz, die dem Bier beigegeben wird“

Quelle: Dagegen war zu dieser Zeit in einigen Städten, insbesondere im Rheinland, Hopfen als Bierzusatz noch verboten (https://de.wikipedia.org/wiki/Reinheitsgebot, gesehen am 11.02.2013). - Die heil. Hildegard, Äbtissin zu Rupertsberg, erwähnt 1079 den Hopfen als Bierzusatz, und damals wurde schon in Bayern, Franken, Niedersachsen vielfach Hopfenbau betrieben (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierzutat   „Substanz, die dem Bier beigegeben wird“

Quelle: Gagel als Bierzutat wurde zunehmend durch Hopfen verdrängt (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Bieres, gesehen am 11.02.2013). - In Kapitel II "Biersorten und Ingredienzien" erfahren wir dann Näheres über alle Bierzutaten (Mitteilungen der Versuchsstation für das Gärungsgewerbe in Wien, 1970).

Bierzwang   „ausschließende Braugerechtigkeit in einem bestimmten Bezirk“

Quelle: Im Jahre 1536 bestand noch der Bierzwang, d.h. Bier durfte nur in einem von der Gemeinde begrenzten Bereich ("Biermeile") ausgeschenkt werden, um unliebsame Konkurrenz auszuschalten und die Einfuhr auswärts hergestellter Biere zu verhindern (https://de.wikipedia.org/wiki/Löbstedt, gesehen am 11.02.2013). - Braurecht (Braugerechtigkeit, Jus braxandi, Brau-, Bierzwang), das Recht, in einem bestimmten Bezirk allein zu brauen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Braurecht).

substantivisches Determinativkompositum mit substantiviertem Infinitiv als Hinterglied
Bierabziehen   „Bier vom Fass abfüllen“

Quelle: Die Flaschenbierhandlungen waren nicht selten unsauber, namentlich rücksichtlich der Einrichtungen zum Bierabziehen und zur Flaschenspülung (Central-blatt für Nahrungsmittel- und Genussmittel- Chemie sowie Hygiene 12, 1906).

Bierbrauen   „Herstellung von Bier“

Quelle: Bierbrauen ist ein lebensmitteltechnischer Prozess zur Herstellung von Bier (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierbrauen, gesehen am 11.02.2013). - Allmählich kam die Kunst des Bierbrauens aus den Klöstern, wo man schon das stärkere Paterbier von dem schwächern Kofentbier unterschied, in die Hände der Bürger (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Bierfassen   „Abfüllen von Bier in ein Fass“

Quelle: Daraus kann entnommen werden, daß um 1800 in Bayern das Pichen vorzugsweise beim Bierfassen im Sommerkeller zur Anwendung kam (Teich, Bier, Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland, 2000). - Kein Bierverlust folglich kein Überlaufen mehr beim Bierfassen der Lagerfässer und Tanks (Das Echo 33, 1914).

Bierholen   „das Holen von Bier“

Quelle: Als der polnische Schwarzarbeiter "Marek" erscheint, soll dieser mauern, und Philipp wird zum Bierholen geschickt (https://de.wikipedia.org/wiki/Was_nicht_paßt,_wird_passend_gemacht_(Kurzfilm), gesehen am 11.02.2013). - Während dieser Zeit wurde zum Bierholen namenweise aufgerufen (Schuchardt, Sechs Monate Arbeitshaus, 1907).

Biermachen   „Herstellung von Bier“

Quelle: Das Reinheitsgebot, dem die deutschen Brauer beim Biermachen verpflichtet sind, schreibt ja nur vor, was hineingehört, nicht aber, in welchen Mengen (Die Zeit, 19.05.2011). - sie meint, er kann nichts als vielleicht das Biermachen (Thoma, Tante Frieda, 1907).

Biersaufen   „übermäßiges Biertrinken“

Quelle: Du wirst ja nicht real beim Biersaufen gefilmt, sondern du sitzt da und tust so, als würdest du dich betrinken (Berliner Zeitung, 29.11.2003). - Mi hat's Biersaufe mit dene Studente ond dr Whisky zum Lumpe gmacht (Wille, Glasberg, 1920).

Bierschleppen   „das Schleppen von Bier“

Quelle: Dankbar nahm Gangdorf das Privileg entgegen, um den beiden Männern wenig später beim Bierschleppen zu helfen (Küstennebel, 2015). - Freilich habe ich später auch Kellner getroffen, die auch nicht ausgelernt hatten und weiter nichts gekonnt haben, als Bierschleppen (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

Biertrinken   „das Trinken von Bier“

Quelle: Couch-Potato (aus dem US-amerikanischen Slang) ist das Klischee einer Person, die einen Großteil ihrer Freizeit auf einem Sofa oder einem Sessel mit Fernsehen, Junkfood-Essen und Biertrinken verbringt (https://de.wikipedia.org/wiki/Couch-Potato, gesehen am 11.02.2013). - Das Burschenalter beherrschte den geselligen Verkehr. Zum Biertrinken gehörten immer zwei (Ostwald, Lebenslinien, 1926-27).

Bierzapfen   „das Abzapfen von Bier“

Quelle: Das Bronzerelief zeigt den verstorbenen Wirt beim Bierzapfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Lommerzheim, gesehen am 11.02.2013). - Der Jurist hilft vorerst beim Bierzapfen und Einkaufen (Die Zeit, 04.11.1977).

substantivisches Determinativkompositum mit Spielbezeichnung als Hinterglied
Bierskat   „Kartenspiel, bei dem Bier getrunken und um Bier gespielt wird“

Quelle: Wie jedes Mal wurde Bierskat gespielt, Mark überstand nur die erste Runde (Basten, Man nannte ihn: "El Capitán", 2011). - Arminius, der Große Kurfürst und Stein / spielen einen schönen Bierskat zu drein (Tucholsky, Dichtkunst 1926, 1926).

substantivisches Determinativkompositum mit Musikbezeichnung als Hinterglied
Biergesang   „bei Biergeselligkeiten gesungenes Lied“

Quelle: Übersetzer Henri Christophe und Regisseur Jacques Niche, der Intendant des Theaters von Toulouse, haben die falsche Naivität genau getroffen und für die bayerischen Biergesänge kongeniale Entsprechungen gefunden (Der Tagesspiegel, 25.06.1999). - aber er hat den Sinn des biederen Biergesangs verfälscht; denn bei Morgenstern treffen sich die Parallelen! (Kracke, Aus eins mach zehn und zehn ist keins, 1968).

Bierkonzert   „Musikveranstaltung in einem Bierlokal“

Quelle: Seither sind Bierkonzerte längst abgekommen; aber auch Wagner-Abende im Konzertsaal (Die Zeit, 15.05.1952). - An den andern Abenden unterhielten uns die Bierkonzerte bei Burhenne oder Skat im Ratskeller oder anderswo (Peters, Lebenserinnerungen, 1918).

Biermusik   „Musik, wie sie in einem Bierlokal gespielt wird“

Quelle: Wir machen keine Volksmusik. Wir machen Biermusik, behaupten die Mitglieder dieser Blaskapelle (Die Zeit, 28.09.2000). - Und am Abend, nach dem Nachtgebet der Kirchenglocken, kam von nah und fern aus den Gärten Volks- und Biermusik, die mich wohl endlich in Schlaf lullte (Wilbrandt, Aus der Werdezeit, 1907).

Bieroper   „bei einem Bierabend dargebotene Opernparodie“

Quelle: Als Bieroper bezeichnet man in studentischen Verbindungen ein musikalisches Bühnenstück humoristischen Inhalts, dessen Texte nach bekannten Opernmelodien, Volks- oder Studentenliedern gesungen werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Bieroper, gesehen am 11.02.2013). - Die gemütliche Kaffeetafel wurde unterbrochen durch eine famose Bieroper - 2 Konvente anno 1962 - und durch eine von den Damen veranstaltete Verlosung (Mathematisch-naturwissenschaftliche Blätter, 1910).

substantivisches Determinativkompositum mit Speisebezeichnung als Hinterglied
Bieressig   „aus Bier gewonnener Essig“

Quelle: Die einfachste Rumfordsuppe besteht lediglich aus Graupen und Erbsen, die in Wasser über Stunden gekocht werden, bis eine sämige, dicke Suppe entsteht. Gewürzt wird sie mit Salz und Wein- oder Bieressig (https://de.wikipedia.org/wiki/Rumfordsuppe, gesehen am 11.02.2013). - Der Obstessig enthält auch Apfelsäure, der Bieressig die Extraktivstoffe des Malzes (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Essig).

Bierfisch   „in Braunbier gekochter Fisch“

Quelle: Hier finden sich exotische Geschmäcker wie Bierfisch, Hunde-Hotpot, Fischkopfsuppe, Frösche und Schnecken (Harper/Chen/Chow, Lonely Planet Reiseführer China, 2013). - Bierfisch. 1/2 kg (1 Pfd.) Fisch 50 g Fett 20 g Zwiebeln 40 g Mehl 1 Gewürzdosis 2 Eßl. Suppengrün 1 Brotrinde 15 g Salz 2 Eßl. Sirup 1 Flasche Braunbier (Heyl, Das Volkskochbuch, 1905).

Bierhefe   „aus Bier gewonnene Hefe“

Quelle: Backhefe hat, wie sich aus der lateinischen Artbezeichnung cerevisiae ("des Bieres") ersehen lässt, ihren Ursprung in obergärigen Bierhefen (https://de.wikipedia.org/wiki/Backhefe, gesehen am 11.02.2013). - Bierhefe wächst und vermehrt sich, wenn ihr neben Wasser Kohlenstoff in Form von Zucker, Stickstoff als Eiweißverbindung oder Ammoniaksalz und eine Reihe von Aschenbestandteilen zu Gebote stehen, unter denen phosphorsaures Kali und schwefelsaure Magnesia die unentbehrlichsten sind (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hefe).

Bierkaltschale   „kalte Flüssigspeise mit Bier“

Quelle: Anhand der Grundzutaten unterscheidet man sie in die Typen Milchkaltschalen mit Milch, Buttermilch, Sauermilch oder Joghurt, Obstkaltschalen mit Obst, Obstmark oder Obstsaft und Bierkaltschalen (https://de.wikipedia.org/wiki/Suppe, gesehen am 11.02.2013). - Einer liegt nach gutem Mahle / tief im Bett als Hosenmatz. / In dem Bauch die Bierkaltschale, / auf dem Nachttisch Rudolf Stratz (Tucholsky, Stimmen in der Nacht, 1924).

Bierkarpfen   „mit Bier zubereiteter Karpfen“

Quelle: Spezialitäten: Bierkarpfen und Biergulasch, auch regionale Weine (Micklitza, Tschechien: Unterwegs in Böhmen und Mähren, 2014). - Du solltest sie wenigstens anhalten, mal 'ne Stunde in die Küche zu gehen - mal 'ne Pute zu füllen oder, oder 'n Bierkarpfen zu machen (Reicke, Schusselchen, 1905).

Bierkäse   „Käse, den man zum Bier isst“

Quelle: Der Käse hat seinen Ursprung im Oberallgäu und wird auch gerne als Bierkäse bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Weißlacker, gesehen am 25.9.2012). - In Bierkäse war der Konsum im ersten halben Jahre schwach, im zweiten halben Jahre zeigte sich lebhaftere Nachfrage (Berliner Jahrbuch für Handel und Industrie, 1909).

Biermährte   „eine Art Bierkaltschale“

Quelle: Das Wort Mährte, das mundartlich noch oft in Zusammensetzungen wie Biermährte vorkommt, wird zur Zeit der Staufer vom Abendmahl Christi (merâte) gebraucht (Weise, Ästhetik der deutschen Sprache, 1905).

Biermalz   „für die Bierbrauerei gemälztes Getreide“

Quelle: Gegen neun Uhr schließlich, es dunkelt bereits, überquere ich die Hörsel und erreiche das alte Fabrikgebäude, in dem einst Biermalz produziert wurde (Imgrund, Kein Bier vor vier, 2014). - Die Auslegung der Leute selbst deutet die Scholle einfach als Sinnbild der Fruchtbarkeit und das Korn im Munde als Andeutung des Mahlens, damit es gut zu Biermalz gerate (Nachrichte über deutsche Altertumsfunde 45, 1913).

Biermet   „mit Bier zubereiteter Met“

Quelle: Als Abendessen waren Winzerstölle, Kasbrote und Bauernbrotzeitteller vorbereitet, und dazu gab es als Besonderheit Biermet (Heimatbuch Oberwerrn, 2005). - Man reicht Heringschnitten und kleine Auerochsenhörner, in denen Biermeth schäumt, umher (Laforgue, Sagenhafte Sinnspiele, 1905).

Biermolken   „mit Bier gemischte Molke“

Quelle: Vom 13. Juni bis 18. Juni 1780 trank er - und wohl gegen sein Podagra - Biermolken (Süddeutsche Monatshefte 9, 1912).

Biermus   „mit Bier zubereitetes Mus“

Quelle: Mögt ihr Biermus, Jungs? Sie machen hier ein ausgezeichnetes Biermus (Sapkowski, Narrenturm, 2012).

Bierschinken   „Schinkenwurst, die oft zum Bier gegessen wird“

Quelle: Bierschinken, auch Schinkenwurst, in Österreich und der Schweiz Krakauer genannt, ist eine feine Brühwurst aus gepökeltem Schweine-, Rind- oder Geflügelfleisch (auch vermischt), Speck und Gewürzen mit einer groben Einlage aus Schweinefleischstücken bzw. Kochschinken (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierschinken, gesehen am 11.02.2013). - Die Aufschnitt-Brühwürste, z. B. Jagdwurst, Bierschinken und Mortadella, werden nur warm geräuchert (Kölling, Fachbuch für Kellner, 1956).

Biersuppe   „mit Bier zubereitete Suppe“

Quelle: Warme Biersuppe war im deutschen Sprachraum vor allem auf dem Land bis weit in das 19. Jahrhundert hinein ein häufiges Frühstück für Erwachsene wie für Kinder, wobei Dünnbier verwendet wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Biersuppe, gesehen am 11.02.2013). - Nach dem bescheidenen Mahle dort, gewöhnlich Biersuppe und Rührei, wozu wir mitgenommene Wurst aßen, wurden unsere eigenen Pferde vorgespannt (H. v. Bismarck, Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen, 1910).

Bierteig   „mit Bier hergestellter Backteig“

Quelle: Bierteig, Backteig oder Ausbackteig ist ein dickflüssiger Teig, der zum Ausbacken von Fisch, Gemüse, Obst oder seltener auch kleinen Fleischstücken verwendet wird. Auch süße Speisen wie Beignets werden mit Bierteig hergestellt (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierteig, gesehen am 11.02.2013). - Auf den Trebern findet sich nach dem Abfließen der Würze eine graue, schmierige, hauptsächlich aus geronnenen Eiweißkörpern bestehende Masse (Oberteig, Bierteig), die als Viehfutter verwertbar, auch zum Brotbacken empfohlen worden ist (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Biertreber   „bei der Bierherstellung anfallende Reste“

Quelle: Mit Treber (teilweise auch als Träber, Trester oder Seih benamt) bezeichnet man in der Lebensmitteltechnik die ausgelaugten Rückstände des Malzes bei der Bierherstellung (Biertreber) sowie auch die ausgepressten Weintrauben (https://de.wikipedia.org/wiki/Treber, gesehen am 11.02.2013). - Zur Mästung werden verwendet: Branntweinschlempe, Zuckerrübenschnitte, Körnerschrot, Ölkuchen, Biertreber, Wurzeln und Knollen, Heu etc. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Rind).

Bierwurst   „zum Bier gegessene Brühwurst“

Quelle: Bierwurst ist eine Brühwurst mit grober Fleischeinlage. Der Name weist auf den typischen Verzehr beim Genuss von Bier hin, nicht auf eine Verwendung von Bier als Zutat (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierwurst, gesehen am 11.02.2013). - Aehnliches gilt von den sogen. Bierkonzerten, die im Saale stattfinden, bei denen man aber den Ohrenschmaus mit dem Schmaus von Bierwürsten oder anderen Genüssen verbindet (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

substantivisches Determinativkompositum mit Abgabebezeichnung als Hinterglied
Bieraufschlag   „Steuerabgabe auf Bier“

Quelle: Bis 1916 diente der Bieraufschlag zur Abzahlung der Schulhausbauschuld von 12.000 Mark (https://de.wikipedia.org/wiki/Weißensberg, gesehen am 11.02.2013). - Die direkten Steuern (Gemeindeumlagen 130 Proz. der Staatsst euer) sind mit 11,9 Mill Mk. veranschlagt, die indirekten abzüglich Rückvergütungen mit 3,4 Mill. Mk., darunter Malz- und Bieraufschlag 1,6 Mill. Mk. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. München).

Biergeld   „Biersteuer“

Quelle: Das Biergeld war im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit eine der wichtigsten Verbrauchsteuern, die in Nord-, West-, und Mitteleuropa erhoben worden sind (https://de.wikipedia.org/wiki/Biergeld, gesehen am 11.02.2013). - Biersteuer, eine innere Aufwandsteuer, die schon vor Jahrhunderten unter verschiedenen Benennungen, wie Biergeld, Bierpfennig, Bierzise, Umgeld etc., vorkam (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Biersteuer).

Biergeld   „für das Bier vorgesehener Teil der Besoldung“

Quelle: 1577 hieß der Burgmann Geyger und erhielt von der Stadt zwei Schilling Biergeld (https://de.wikipedia.org/wiki/Quitzerower_Burg, gesehen am 11.02.2013).

Bierpfennig   „Steuerabgabe auf Bier“

Quelle: Der Bierpfennig ist eine frühere Form der Biersteuer und bezeichnet die Abgabe auf das konsumierte oder fremdeingeführte Bier (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierpfennig, gesehen am 11.02.2013). - Biersteuer, eine innere Aufwandsteuer, die schon vor Jahrhunderten unter verschiedenen Benennungen, wie Biergeld, Bierpfennig, Bierzise, Umgeld etc., vorkam (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Biersteuer).

Biersteuer   „auf das Bier erhobene Steuer“

Quelle: Biersteuer ist eine indirekte Verbrauchsteuer (https://de.wikipedia.org/wiki/Biersteuer, gesehen am 11.02.2013). - Biersteuer, eine innere Aufwandsteuer, die schon vor Jahrhunderten unter verschiedenen Benennungen, wie Biergeld, Bierpfennig, Bierzise, Umgeld etc., vorkam (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v.).

Biertaxe   „auf das Bier erhobene Steuerabgabe“

Quelle: So entstanden die Fleisch- und Brottaxen, wie sie aus Lübeck vom Jahre 1255, aus Nürnberg in Gestalt einer Biertaxe nachgewiesen sind (Hartmeyer, Der Weinhandel im Gebiete der Hanse im Mittelalter, 2011). - Früher wurden auch für notwendige Lebensmittel von der Behörde Taxen (Polizeitaxen) festgesetzt, man hatte Fleischtaxen (s. d.), Brottaxen (s. d.), Biertaxen etc., dann auch Lohntaxen (s. d.) und Zinstaxen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Taxe).

Bierumgeld   „Steuerabgabe für Bier“

Quelle: Die Landesdirektion glaubte, daß man Landshut einen Ersatz für das alte Bierumgeld zu geben schuldig sei (Westerburg, Integration trotz Reform, 2001). - Die B. findet sich als Landessteuer in Frankreich und Niederösterreich seit dem 14., in Sachsen und Brandenburg seit dem 15., in Böhmen und Bayern seit dem 16. Jahrh., ferner in Bayern ein städtisches Bierumgeld schon im 14. Jahrh. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Biersteuer).

Bierziese   „auf das Bier erhobene Akzise“

Quelle: Der Bierpfennig ist eine frühere Form der Biersteuer und bezeichnet die Abgabe auf das konsumierte oder fremdeingeführte Bier. Synonym gab es auch die Bezeichnungen Bierungeld, Bierziese, Trankgeld, Schank- oder Malzaufschlag (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierpfennig, gesehen am 11.02.2013). - Der Kurfürst erleichterte die Steuerlast der Hausbesitzer durch Einführung der Akzise (1667), ferner der Kopf- und der Stempelsteuer, neben denen von früher her die Bierziese bestand (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Berlin [1]).

Bierzins   „auf das Bier erhobener Zins“

Quelle: Am 12. August 1330 verleiht Landgraf Friedrich dem Burggrafen zu Meißen den Bierzins zu Lommatzsch. Damit war in der Stadt das Braurecht vorhanden (https://de.wikipedia.org/wiki/Lommatzsch, gesehen am 11.02.2013). - Uebrigens war der Bierzins keineswegs durchgängig festgesetzt (Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen, 1900).

substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Hinterglied
Bierabend   „geselliger Abend, bei dem Bier getrunken wird“

Quelle: Besonders zur Faschingszeit wurde er gerne zu Maskenbällen und Bierabenden engagiert (https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Thannhauser, gesehen am 11.02.2013). - Jacobi vereinigte am folgenden Tage meine Mitsanskritisten, bei denen ich durch meine Sanskritrede am Freitag vorher in bester Erinnerung war, zu einem Bierabende und verkündigte gleichfalls in einer Sanskritrede die große Neuigkeit (Deussen, Mein Leben, 1922).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied
Bieresel   „mythologisches Wesen, das Biertrinkern beim Heimweg auflauert“

Quelle: In Gera und Arnstadt hockt der Bieresel den Trunkenbolden auf, wenn sie aus dem Gasthaus wanken (Hohberg, Von Drachen, Hexen und verwunschenen Seelen, 2012). - Wie konnte eine so friedliche Sache wie das Bier in die Nachbarschaft der Gespenster geraten! Glaubten doch allen Ernstes manche Leute an den "Bieresel", der dreibeinig jene Menschen um Mitternacht erschreckt haben soll, "welche zu lange im Wirtshaus saßen" (Die Zeit, 01.05.1952).

Biergaul   „Kutschpferd am Brauereiwagen“

Quelle: Und auf den Stiegen schnaufen sie wie ein Biergaul (Zweig, Das Haus in der Rothschildallee, 2012). - Johlend sammelten sie sich und warfen von allen Seiten Steine nach dem Biergaul (Wohlmuth, Ein Schauspielerleben, 1928).

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Hinterglied
Bierhopfen   „für das Bierbrauen verwendeter Hopfen“

Quelle: Hopfen. Lateinisch: Humulus lupulus. Familie: Hanfgewächse - Cannabaceae. Andere Namen: Bierhopfen, Wilder Hopfen, Feldhopfen (Detloff, Hormonelle Beschwerden pflanzlich behandeln, 2016). - Unser Bierhopfen ist nichts als die weibliche Blüte (Fuhrmann, Die Pflanze als Lebewesen, 1930).

substantivisches Determinativkompositum mit Schriftzeichenbezeichnung als Hinterglied
Bierrune   „Zauberrune in der altnordischen Magie“

Quelle: In den jüngeren skandinavischen Denkmälern werden Zauberrunen für bestimmte Zwecke erwähnt, so Siegrunen, Bierrunen, Bergerunen (zur Geburtshilfe), Seerunen (zum Schutz der Schiffe), Rederunen (um klug zu sprechen), Löserunen (bei Gefangenschaft), Runen zum Besprechen (Stumpfmachen) der Schwerter und dergleichen (https://de.wikipedia.org/wiki/Runen, gesehen am 11.02.2013). - Es gab Zauberrunen für bestimmte Zwecke, so Siegrunen, Bierrunen, Bergerunen (zur Geburtshilfe), Seerunen (zum Schutz der Schiffe), Rederunen (um klug zu sprechen), Löserunen (bei Gefangenschaft), R. zum Besprechen (Stumpfmachen) der Schwerter u. dgl. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Runen).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung eines Druckerzeugnisses als Hinterglied
Bierzeitung   „für ein Bierfest hergestellte Zeitung“

Quelle: In Göttingen gehörte er der Burschenschaft Brunsviga an und redigierte die Bierzeitung (https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Wülcker, gesehen am 11.02.2013). - Am 3. Februar 1876 war ein großes Studentenfest mit gedruckter Bierzeitung, welche noch in meinen Händen ist (Deussen, Mein Leben, 1922).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
Bierdunst   „vom Bier aufsteigender Dunst“

Quelle: Zwischen Sauerkraut-Geruch und Bierdunst drängeln sich die Zuschauer unter lautstarker Beschallung über Lautsprecher-Durchsagen im Foyer (Der Tagesspiegel, 09.09.2001). - Es war ein mit Bierdunst und Zigarrenrauch gefüllter Raum, den Rudolf jetzt betrat (Suttner, Martha's Kinder, 1902).

Bierdurst   „Durst nach Bier“

Quelle: Nürnberg gehörte zu den am stärksten zerstörten deutschen Städten. Trotzdem überlebten die Schutzsuchenden dank des Bierdurstes ihrer Vorfahren (https://de.wikipedia.org/wiki/Felsengänge_(Nürnberg), gesehen am 11.02.2013). - Die Gastwirtschaften im Orte Ilfeld waren uns vernünftigerweise untersagt; und wir waren für unseren Bierdurst auf einige Punkte der Umgebung angewiesen (Peters, Lebenserinnerungen, 1918).

Biereifer   „ernster, übermäßiger Eifer“

Quelle: In diesem anmutigen und etwas verspielten Lande haben die Menschen oft ein amüsiertes Lächeln, wenn sie auf wilde Entschlossenheit, Biereifer und feierlichen Ernst treffen (Die Zeit, 17.07.1959). - Und ich büffelte. - Von Biereifer gepackt, saß ich morgens um vier über den altfranzösischen Formen und versuchte sie meinem Gedächtnis einzuhämmern (Sudermann, Das Bilderbuch meiner Jugend, 1922).

Bierfleck   „durch verschüttetes Bier verursachter Schmutzfleck“

Quelle: Das verschüttete Bier und die Bierflecke auf den Tischen in den Versammlungslokalen von Arbeitern und KPD-Funktionären werden zum Ausdruck trüben Wartens, damit etwas geschehe (https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kirschen_der_Freiheit, gesehen am 11.02.2013). - Lieschen schüttelte den Kopf, mit dem Zeigefinger der rechten Hand eine schiefe Linie zwischen zwei Bierflecken auf der Tischplatte ziehend (Duncker, Jugend, 1905).

Biergemütlichkeit   „zwanglose, ruhige Atmosphäre beim Biertrinken“

Quelle: Seit Jahrzehnten unverändert herrscht hier eine Biergemütlichkeit wie zu Jacques Zeiten (Berliner Zeitung, 05.04.2003). - Der sonderbarste Auswuchs von Biergemütlichkeit entwickelte sich aber beim Ausschank des Salvatorbiers (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Biergeruch   „Geruch nach Bier“

Quelle: Der Biergeruch zieht die Schnecken sehr stark an, sie geraten in die Falle und ertrinken (https://de.wikipedia.org/wiki/Bierfalle, gesehen am 11.02.2013). - Ich will nicht den Biergeruch fremder Männer von deinen Lippen trinken, falls mich nach ihnen gelüstet (Wildgans, Armut, 1914).

Biergeschmack   „Geschmack nach Bier“

Quelle: Zur Abrundung eines kräftigen Biergeschmacks werden bis zu 10 % Karamell-Malze verwendet (https://de.wikipedia.org/wiki/Malz, gesehen am 11.02.2013). - In Deutschland wird meist noch über direktem Feuer gekocht, weil man durch Dampfkochung eine Änderung des Biergeschmacks fürchtet (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bier).

Biergesellschaft   „Gruppe, die sich zum Biertrinken getroffen hat“

Quelle: der Lichtkranz um Lars' Kopf scheint noch mal ein klein wenig aufzuflackern, bevor er erlischt und Lars zu sich kommt, um in den Gesang der rollenden Biergesellschaft einzustimmen (Riphaus, Hummer weiß-blau, 2014). - Als wir in das Weinhaus eintraten, um herauszufinden, wer das Herz habe, so lustig "O Straßburg, o Straßburg" zu singen, fanden wir eine Biergesellschaft vor (Der Weltkrieg und die Schweiz, 1915).

Bierhumor   „derber Humor bei Biergesellschaften“

Quelle: Bierhumor ist das Hinterletzte und müßte so langsam aber sicher von der UNO geächtet werden (Titanic, 2006). - Einiges trifft, anderes geht daneben, eine nicht ganz lautere Mischung von ulkendem Bierhumor und literarischer Satire (Vossische Zeitung, 03.03.1910).

Bierkomment   „Verhaltensregeln beim Biertrinken der studentischen Burschenschaften“

Quelle: Der Bier-Comment (auch Biercomment oder -komment) ist ein studentischer Comment, der das Verhalten auf Kneipen oder Kommersen regelt (https://de.wikipedia.org/wiki/Bier-Comment, gesehen am 11.02.2013). - Durch den Bierkomment sollte das allzu regel- und darum meist maßlose Trinken, durch den Fechtkomment der Austrag von Streitereien und ernstern Ehrenhändeln in die ordnenden und erzieherischen Fesseln einer festen Sitte gezwungen werden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Studentenverbindungen).

Biermaß   „Messeinheit für Bier“

Quelle: Als Biermaße werden unterschiedliche Servierformen, Glas- und Krugvolumina sowie -formen für Biergläser bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Biermaße, gesehen am 11.02.2013). - Kufe, großes Gefäß für Wein und Bier; früheres Biermaß in Preußen = 4,58 hl, in Sachsen = 7,85 hl. (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Kufe).

Biermenge   „Menge an Bier“

Quelle: Dann verhandelten die Zimmerleute mit dem Bauherrn über die zu liefernde Biermenge zum Fest (https://de.wikipedia.org/wiki/Richtfest, gesehen am 11.02.2013). - Mit erstaunten Augen sah ich das wüste Treiben und die ungeheuren Biermengen an, die vertilgt wurden (Ostwald, Lebenslinien, 1926-27).

Bierpolizei   „Aufsichtbehörde für das Bier“

Quelle: Und nicht genug damit, finden wir das ganze Gebiet der auf das Brauwesen und die sogenannte Bierpolizei bezüglichen Wirtschaftspolitik unter dem Einfluß dieser ständischen Gliederung des Brauereibetriebes (Delbrück/Struve, Beiträge zur Geschichte des Biers und der Brauerei, 1903).

Bierpreis   „Preis des Biers“

Quelle: Zum 1. März 1844 wurde von König Ludwig per Erlass aufgrund der Rohstoffknappheit der staatlich festgesetzte Bierpreis um 1 Pfennig erhöht (https://de.wikipedia.org/wiki/Münchner_Bierrevolution, gesehen am 11.02.2013). - Der Verbandsvorstand hat erreicht, daß die Brauereidirektoren mit ihm in Unterhandlung getreten sind und eine befriedigende Regelung der Bierpreise stattgefunden habe (Vossische Zeitung, 06.03.1907).

Bierqualität   „Güte des Biers“

Quelle: Der vergleichsweise langsame Schiffstransport schadete der Bierqualität nicht (https://de.wikipedia.org/wiki/Burton-upon-Trent, gesehen am 11.02.2013). - Als ich die Tür zur Wartehalle klinkte, flehte ich irgendeine überirdische Macht an, mich nicht in eine Gesellschaft zu lancieren, die über Bierqualitäten, Zufälle im Lotteriespiele oder innere Politik polemisierte (Ringelnatz, Die wilde Miß vom Ohio, 1910).

Bierruhe   „unerschütterliche Gelassenheit“

Quelle: Immer wieder keift sie ihn herrisch an. Doch dieser winkt in seiner bayerischen Bierruhe immer wieder ab und denkt sich seinen Teil (Fischer, Aufstand der Dämonen, 2016). - Die unnachahmliche Bierruhe schien in diesen leichten Tagen plötzlich von dem Münchener Philister genommen (Stilgebauer, Götz Krafft, 1903).

Bierrunde   „Gruppe, die sich zum Biertrinken getroffen hat“

Quelle: Hier treffen sich die Männer des Hauses zu Besprechungen und Bierrunden (https://de.wikipedia.org/wiki/Oh,_diese_Mieter, gesehen am 11.02.2013). - und am Abend dann, nach so viel Etikette, so viel Weihespiel und so viel mythischem Komment, am Abend die fröhliche Bierrunde, ein bißchen Sex und Kollegengeschunkel, Heidewitzka, Herr Kapitän (Die Zeit, 20.05.1966).

Bierschicht   „zum Biertrinken genutzte Arbeitspause von Handwerkern und Bergleuten“

Quelle: Nach der Bier-Schicht bauten die fleißigen Knebbesjà (KohlenKumpels) dann noch ihre Häuser (Diesel, Kohlenstaub und Lustfluchten: Aus dem Leben eines Saarländers, 2013).

Bierseele   „Seele eines Bierzechers“

Quelle: die Hände werden zu klamm und können die Schwere des Bierkruges nicht mehr derpacken, und auch die bayrische Bierseele fängt zu frösteln an (Schonowski, Der Multikulti-Vorstadt-Stenz, 2015). - Seine Bierseele versteht die meine nicht (Hilsenrath, Der Nazi & der Friseur, 1977).

Substantivisches Determinativkompositum mit volksetymologischem Anschluss an "Bier" und Tierbezeichnung als Hinterglied
Bieresel   „Pirol, Goldamsel, Oriolus“

Quelle: Zum erst spät aus dem Süden zurückkehrenden Pirol passen Gold-"amsel" und "Loriot", aber "Bieresel"? (Bertau, Die Bedeutung historischer Vogelnamen, 2014). - Bieresel, der Pirol (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v.).

Bierhahn   „Pirol, Goldamsel, Oriolus“

Quelle: Der Pirol erscheint als Bierhol(er), Bierhahn, Bierhold (Olschansky, Täuschende Wörter: kleines Lexikon der Volksetymologien, 2004). - Der P. (Kirschvogel, Goldamsel, Golddrossel, Pfingstvogel, Schulz von Bülow, Bieresel, Bierhahn, Berolft, Weihrauch, Gottesvogel, Wiedewal, O. oriolus L., O. galbula Naum., s. Tafel "Sperlingsvögel II", Fig. 1) ist 25 cm lang, 45 cm breit, hochgelb, mit schwarzen Zügeln, Flügeln und Schwanz, einem gelben Fleck an den Wurzeln der Schwungfedern und den Spitzen der Steuerfedern (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Pirol).

Substantivisches Determinativkompositum mit volksetymologischem Anschluss an "Bier" und adjektivischem Hinterglied
Bierhold   „Pirol, Goldamsel, Oriolus“

Quelle: Der Pirol erscheint als Bierhol(er), Bierhahn, Bierhold (Olschansky, Täuschende Wörter: kleines Lexikon der Volksetymologien, 2004). - Auch Namen wie "Bierhold", "Bieresel", "Biereule" deuten auf den braunen Gerstensaft hin, und ich argwöhne, letzteres Wort - schon im 15. Jahrhundert nachweisbar - ist eine bei uns in Sachsen entstandene Verdeutschung von "Pirol" (Aus der Natur 3, 1908).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
bierähnlich   „an Bier erinnernd, bierartig“

Quelle: Ausgangsstoffe bei der Herstellung solcher Biere und bierähnlichen Getränke sind glutenfreie (statt glutenhaltige) Getreidesorten wie beispielsweise Mais, Reis, verschiedene Hirsearten (https://de.wikipedia.org/wiki/Glutenfreies_Bier, gesehen am 11.02.2013). - Braga, bierähnliches Getränk der Kosaken und Tataren, aus Hafermehl und Hopfen oder aus Hirse und Malz, wird oft mit Stutenmilch vermischt genossen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Braga [1]).

bierartig   „an Bier erinnernd, dem Bier ähnelnd“

Quelle: Aus dem Mais erzeugten die Inka auch die für rituelle Zwecke verwendete Chicha, ein alkoholisches und bierartiges Getränk (https://de.wikipedia.org/wiki/Llactapata, gesehen am 11.02.2013). - Sasoir, bierartiges Getränk aus Sesam in Abessinien (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Sasoir).

bierdick   „durch Biergenuss dich und aufgeschwemmt“

Quelle: Wurden nicht irgendwann, man musste nur zuwarten, die Männer bierdick, bekamen Bäuche, Hängewangen und dicke Oberschenkel? (Huizing, Frau Jette Herz, 2009). - Kannte man ihn nicht von früher als ein wenig sehr weich? Ein bißchen bierdick um den Nabel herum und wohlgerundet in dem gutgenährten Jungengesicht? (Sailler, Im Schatten der Grenze, 1938).

bierdurstig   „durstig nach Bier“

Quelle: Mit wenig Begeisterung folgen sie dem taten- und bierdurstigen Gary zu den ersten beiden Pubs (https://de.wikipedia.org/wiki/The_World's_End, gesehen am 11.02.2013). - Schon längst war der kleine blutgierige und bierdurstige Mann, der zu gewissen Stunden am Delirium litt, zu der Ansicht gekommen, daß es mit dem modernen Staatssystem nicht mehr weiter gehen könne (Kretzer, Die beiden Genossen, 1919).

bierehrlich   „dem Biercomment entsprechend“

Quelle: Der Bier-Comment dient üblicherweise der besseren Ordnung und zur Hebung der Gemütlichkeit, zur Festlegung der Bierrechte, also der nach dem Bier-Comment geregelten Rechte der einzelnen Corona-Mitglieder, und hat überall dort Gültigkeit, wo drei bierehrliche, also sich dem jeweiligen Comment unterwerfende Burschen zum Genuss commentgemäßer Stoffe beisammen sind (https://de.wikipedia.org/wiki/Bier-Comment, gesehen am 11.02.2013). - Der Saubock aber war nicht, was der Studio "bierehrlich" nennt. Beim Kassemachen hatte Alma bemerkt, daß ihr am Gelderlös jedesmal, wenn Bock gezecht hatte, etliche Schoppen fehlten (Wille, Glasberg, 1920).

bierernst   „vollkommen ernst und humorlos“

Quelle: Das hat die extrem alternative Anti-Hartz-Truppe "die Überflüssigen" am Dienstag Journalisten etwas langatmig und natürlich bierernst erklärt (Berliner Zeitung, 28.09.2005). - Der erfinderischste Theatraliker unter den heutigen Franzosen ist auch der gefährlichste. Ein Ton daneben, zu bierernst oder zu sarkastisch, und das Gleichgewicht ist für den ganzen Abend hin (Die Zeit, 15.06.1950).

bierfeucht   „von Bier angefeuchtet“

Quelle: Alles feierte selig, nur Einer stand etwas betreten in der bierfeuchten Kabine (Berliner Zeitung, 09.09.2005). - Ebenso wie wir über die Engländer lachen, lacht der Engländer, der Franzose oder Italiener über den deutschen Durchschnittstouristen. Sie finden, daß uns der Schulmeister sozusagen aus allen Knopflöchern herausguckt und daß wir mit unserem Gemisch von Pedanterie, von dreifach unterstrichener, ewig bierfeuchter "Gemütlichkeit", Sentimentalität und Mangel an ungezwungener Eleganz entschieden etwas Komisches haben (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

bierfreudig   „dem Biergenuss zugeneigt“

Quelle: Als der bisherige Einwand gegen die Verarbeitung von Gerste zu Bier, die Beeinträchtigung der Brotversorgung, gegenstandslos geworden war, griffen die bierfreudigen Bayern zur Selbsthilfe (Die Zeit, 23.09.1988). - Bei einer großen bierfreudigen Gästeschar, wenn ein sehr langes Zusammensein geplant ist, wird Faßbier das rentabelste und erfrischendste sein (Pilati, Etikette-Plaudereien, 1907).

biergesichtig   „das aufgeschwemmte Gesicht eines Biertrinkes habend“

Quelle: Zu meiner Gruppe gehörten außer mir noch drei andere Studenten - ein netter, verträumter Junge namens Stefan und ein scharfzüngiges, ziemlich gewissenhaftes Mädchen namens Ursula, beide so alt wie ich, sowie Axel, ein klassischer Linker, vierschrötig und biergesichtig und zehn Jahre älter als wir (Franzen, Das Kraus-Projekt, 2014). - gleich daneben stritten sich zwei biergesichtige Iren (Himmel, Überfahrt, 1962).

biergläubig   „sehr am Bier hängend, das Bier verehrend“

Quelle: Den ganzen Frühling und Sommer über fanden an allen regenfreien Tagen dieselben Pilgerzüge statt. Und wie gern hätten die Biergläubigen an milden Abenden bis spät in die Nacht in den Biergärten verharrt! (Stiller, Vom Volke der Deutschen, 2000). - Die Bierinteressenten und Biergläubigen aber, von der alten "Vossischen Zeitung" an, bis zur kleinsten und jüngsten Dorfzeitung hin, beten das Sprüchlein vom "Bier als Bekämpfer des Alkoholismus" gläubig oder mit kluger Berechnung nach (Forschungen zur Alkoholfrage, 1902).

bierschwer   „durch das Biertrinken schwer“

Quelle: Mit ihrem Lachen wallte mir bierschwerer Atem entgegen (Die Zeit, 22.09.2011). - wenn er gegen Mittag die bierschweren Lider hob, brauchte er nur die Linke nach dem Klingelzuge auszustrecken, damit eine lieblächelnde Schwesterseele ihm ohne Groll und ohne Vorwurf die Kaffeetasse vor die Lippen hielt (Sudermann, Das Bilderbuch meiner Jugend, 1922).

bierselig   „selig durch das Biertrinken, dem Bier sehr zugeneigt“

Quelle: Während sich die Fans den Spielen und den bierseligen Feiern hingaben, blieben die Rotlichtbezirke leer (Die Zeit, 08.05.2012). - die Deutschen fahren fort, zu vertrauen - in ihrem bierseligen Glauben an das Prestige, an Nibelungentreue und an ähnliche Kinovorstellungen (Tucholsky, Juli 14, 1929).

adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied
bierbeglänzt   „durch Biertrinken schweißglänzend“

Quelle: Wenn ich an den Mann denke, sehe ich immer einen Gesangvereinsdirigenten vor mir, der das Stöckchen schwingt, während die Mannen bierbeglänzt und hemdärmelig um ihn stehen, die Jacken über dem Arm (Die Zeit, 03.04.1964). - Von Ludendorff soll unter vernünftigen Menschen nicht die Rede sein, nicht von seiner Stammtischphantasie, die den Jesuitismus, das Freimaurertum und die Päpste wild durcheinander würfelt, wie es nur ein bierbeglänzter Generalsschädel auszudenken vermag (Tucholsky, Brief an eine Katholikin, 1930).

bierbenommen   „vom Biertrinken betäubt“

Quelle: Trotzig ließen sie ihre buntfarbigen Vereinslappen an langen Stangen im Nachthimmel flattern, und wenn ihre Eisenbahnabteile nicht gerade von ihnen abgefackelt worden waren, erreichten sie bierbenommen und schnapsverdattert ihre geimischen Gefilde (Autoren-Werkstatt 51, 1995). - Der Maxi lächelte bierbenommen und dankte kaum (Graf, Das Leben meiner Mutter, 1946).

bierberauscht   „von Bier betrunken“

Quelle: Besoffene Bären in der Slowakei, bierberauschte Igel in England - und betrunkene Bienen in Australien, die ihren Stock nicht mehr finden. Ein alkoholseliger Streifzug durch die Tierwelt (http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.irre-betrunken-saufgelage-in-der-tierwelt.b92da606-f970-4808-a401-e5c41d178624.html, 31.12.2011). - Dass der Schnapsberauschte in der Oeffentlichkeit unangenehmer auffällt als der Bierberauschte, liegt an sozialen Verhältnissen und an der verwunderlichen Verkennung des Wesens des Rausches (Münchener medizinische Wochenschrift 50, 1903).

bierberühmt   „weithin bekannt für Bier“

Quelle: damit die Kehlen nicht trocken bleiben könnte man das bierberühmte Kloster Kreuzberg in der Rhön einschließen (http://de.paperblog.com/toskana-therme-in-bad-orb-ein-neues-juwel-der-baukunst-im-spessart-33931/, 03.05.2010). - Otto Schönemann, der erste Herausgeber 1855, schloß auf das bierberühmte Einbeck, Karl Goedeke auf Goslar als Heimat (Quickborn, 1913).

biergefüllt   „voll mit Bier“

Quelle: Er spritzt sich aus der biergefüllten Plastiktüte schnell einen Strahl Flüssigkeit in den Mund (Die Zeit, 09.11.1990). - Die Ehrengäste waren mit Handtüchern und Spruchbändern reichlich beschenkt worden, und das biergefüllte Glas, in das die Gastgabe geworfen wird - denn niemand soll wissen, wieviel ein jeder gegeben -, dieser unwillkommene Mahner, machte so flüchtig die Runde, daß die meisten ihren guten Taler nicht loswerden konnten (Sudermann, Litauische Geschichten, 1917).

biergelehrt   „viel über Bier wissend“

Quelle: Schon das Titelblatt und die Einleitung zeigen in drastischer Weise, wie auch dieser erste deutsche Biergelehrte gegen die Völlerei und das Trinklaster zu Felde zieht (Delbrück/Struve, Beiträge zur Geschichte des Biers und der Brauerei, 1903).

biergesegnet   „reich an gutem Bier“

Quelle: Dann streben sie leergeredet, aber biergesegnet nach Haus und anderen, weniger wichtigen Verrichtungen zu (Konkret, 2004). - Wo aber fände sich im biergesegneten Augsburg oder in seiner Nähe ein einzelner Weinbauer oder gar eine Zunft von solchen (Historische Vierteljahrschrift 21, 1924).

biertriefend   „triefend von Bier“

Quelle: In den seltenen ehrlichen und auch vor Selbstmitleid nicht freien Unterhaltungen an den biertriefenden Theken dort in downtown St. Pauli hatte der ihm gestanden, dass er mit Mitte vierzig immer noch junior, verstehst Du, junior manager, sei (Drögemeier, Hagen Traut hat die Lösung, 2013). - Es war Herr Franz Xaver Osterbichler, der so sprach, der Obmann der Südgruppe der Altgermanischen Markgenossenschaft, ein wuchtiger Herr mit rotem Kopf und einem starken, biertriefenden Schnurrbart (Feuchtwanger, Ein Buch nur für meine Freunde, 1956).

biertrinkend   „Bier trinkend“

Quelle: Ursprünglich kam Peter Buck, dem Gitarristen der Band, die Idee zu diesem Lied, als er biertrinkend ein Baseballspiel sah und dabei ein wenig auf der Mandoline herumklimperte (https://de.wikipedia.org/wiki/Losing_My_Religion, gesehen am 11.02.2013). - Man war dämonisch. Ohne Zweifel. Aber ein Dämon ohne Geld - bloß biertrinkend, bloß skatspielend - konnte sich nicht sehr ernsthaft nehmen (Sudermann, Das Bilderbuch meiner Jugend, 1922).

biertrübend   „das Bier trübe machend“

Quelle: eine Rasse desselben (S. ellipsoideus II Hansen) gehört zu den biertrübenden Hefen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hefe).

biertrunken   „vom Bier betrunken“

Quelle: Für ihn würde sie sich schon in dieser Nacht amortisieren, dachte er biertrunken (Bahr, Mecklenburger Bauernopfer, 2015). - Sicher, Manfred Hanner, der kurz nach dem Brand in der Hansa-Schule verhaftet wurde, weil er sich lauthals und biertrunken der Tat rühmte, war in den Augen der Bergedorfer ein Linker (Die Zeit, 15.05.1970).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Klassifikationsbezeichnung als Hinterglied
Bierart   „Art des Biers“

Quelle: Man unterscheidet mehrere Bierarten (Biersorten) (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bier [1]). - Ein schwacher und zu Blähungen geneigter Magen aber, in welchem die Säure die Oberhand hat, leidet von dieser Bierart, indem solche die Säure gar sehr vermehret (Germershausen, Oekonomisches Reallexicon, 1796, s.v. Bier).

Biersorte   „Sorte von Bier“

Quelle: Die Dauer des Kochens der Würze richtet sich nach den Biersorten und je nachdem sie längere oder kürzere Zeit aufbewahrt werden sollen (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1837, s.v. Bier). - Schicket sich Buchweizen gar nicht zum Brauen? und warum? was für eine Biersorte könnte man daraus kochen? (Oeconomische Nachrichten 12, 1760).

substantivisches Determinativkompositum mit Behälterbezeichnung als Hinterglied
Bierampel   „ursprünglich leuchterförmiges Biergefäß“

Quelle: Es muß ja, leider! die Bierampel beständig auf dem Tische stehen, und vermeynet Mancher, er wäre kein rechter Biedermann, wenn er nicht alle Tage seinen tüchtigen Rausch habe (Schreger, Lustiger und nützlicher Zeitvertreiber, 1753).

Bierbanzen   „großes Bierfass“

Quelle: An den Wänden, zwischen den weißgedeckten Tischen, sowie rechts und links vom Podium sind Tannenbäume aufgestellt, aber so, daß die kleine, linke Bühnentüre sowohl, als auch der mit Tannenreisern umwundene Bierbanzen, rechts, völlig freibleiben (Ruederer, Die Fahnenweihe, 1895).

Bierbottich   „großes Braugefäß für Bier“

Quelle: Nachdem man das Malz mit rechenartigen Krücken anhaltend umgerührt und dann eine gewisse Zeit in Ruhe gelassen hat, wird der zwischen den beiden Boden des Bottichs befindliche Hahn geöffnet und die durch das Maischen erhaltene Flüssigkeit, die Würze genannt, in den darunter befindlichen Bierbottich abgelassen (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1837, s.v. Bier). - Der Bierbottich, des -es, plur. die -e, ein großer Bottich der Bierbrauer, worin so wohl das Malz eingemeischet, als auch das braune Bier gekühlet wird. Von der ersten Bestimmung heißt er auch der Meischbottich (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Von Hundingo, Dänischem Könige / lieset man / daß als er starck berauscht getantzet habe / sey er unversehens in einen Bier-Bottich gedorckelt/ und ertruncken / ehe es jemand recht gewahr ward (Adami, Misanders Theatrum Tragicum, 1699).

Bierbütsche   „ein Biergefäß“

Quelle: Und er guckte so oft und so lange in die Bierbütsche, bis sein Himmel, das Capitolium, sternvoll wurde und er bewußtlos da lag, wie ein Sack (Aurbacher, Ein Volksbüchlein, 1827-29).

Biereimer   „großes Gefäß und Maß für Bier“

Quelle: So hat der Biereimer in München 60 Maß oder 3449 franz. Cubikzoll, in Nürnberg aber 64 Maß oder 3696 franz. Cubikzoll (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1837, s.v. Eimer). - Der Biereimer hat 64 oder 128 Seidel (Gadebusch, Handbuch der Kaufleute, 1784). - Inne vor Unßer Meisten / in dem Stadtfluhr / alß die auch der Nechste Burggraff gehabt hat / und nehmlichen den Zinß mit dem Bier-Eymer und dem Dritten Pfenning von dem Stadt-Gericht zu Meißen (Beckler, Illustre Stemma Ruthenicum, 1684).

Bierfass   „großes Biergefäß“

Quelle: Fülllager (Brauw.), hölzerne, ungefähr 3/4 Elle weite Tröge, auf welche die Bierfässer beim Füllen gelegt werden, damit die ausgestoßenen Hefen sich in den Trögen sammeln (Pierer's Universal-Lexikon, 1858, s.v. Fülllager). - Das Faßpech, des -es, plur. inus. ein besonders zubereitetes Pech, womit die Bierfässer gepichet werden (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Faßpech). - Aber, o albrer Schöps! freylich würdest du schlecht bestehen, wenn du den Zapffen zum Bierfasse nicht bey dir hättest (Schmidt, Die gestriegelte Rocken-Philosophie, 1718-22). - Darauf sprach ich ihm zu und überredete ihn, ich könnte das Wasser auf eine andre Manier wohl von ihm bringen, nahm demnach einen Hahn, wie man zu den Wein- oder Bierfässern brauchet (Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch, 1669).

Bierflasche   „Flasche zur Aufbewahrung von Bier“

Quelle: Sein Herz klopfte zum Zerspringen, als er eine Bierflasche und ein tüchtiges Stück Schinken an sich nahm (Wörishöffer, Robert der Schiffsjunge, 1877). - Eine Öhlflasche, Bierflasche, Weinflasche, Dintenflasche, Pulverflasche u.s.f. (Adelung, Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Flasche).

Biergelte   „Schöpfgefäß für Bier“

Quelle: Denn der Biergelde hat wirklich einen Kübel, mit welchem man Bier schöpft, in der Hand, welches Gefäß noch an einigen Orten Biergelte genannt wird (Kopp, Bilder und Schriften der Vorzeit, 1819). - Die Gelte, plur. die -n, Diminut. das Geltchen, Oberd. Geltlein, ein gemeiniglich hölzernes Gefäß mit einer Handhabe oder einem Stiele. Das Bier mit der Gelte in die Fässer schöpfen. Daher die Fleischgelte, Milchgelte, Füllgelte, Schöpfgelte, Biergelte, Wassergelte u.s.f. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Gelte).

Bierglas   „Trinkglas für Bier“

Quelle: Da sie nach einer solchen Ausflucht eines Nachmittags durch den Garten ging, sah sie in einer der Lauben den Unterlehrer vor einem leeren Bierglas sitzen (Storm, Zur "Wald- und Wasserfreude", 1879). - Er nimt ein Bierglas vom Tische und schlägt mit der Tobacspfeife daran (Knigge, Die Reise nach Braunschweig, 1792). - Denn weil bei dergleichen Zusammenkünften viel Gesundheits- und Brüderschafts-Formuln sich zutragen, säuft man sich desto leichter einen Rausch, und es konnten's die Herren nimmer so gut machen, daß wir Jungen uns nicht gleichermaßen unterstanden, uns untereinander mit den Biergläsern herumzubeißen und Bescheid zu tun (Beer, Das Narrenspital, 1681).

Bierhumpen   „ein Biergefäß“

Quelle: Aber mit übermenschlicher Kraft stieß sie den Bauern, der ihr den Eingang wehrte, bei Seite, ergriff den dort stehenden Bierhumpen und that einige Züge (Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, 1879-80). - Ich übergehe hier das Lächerliche, wenn vornehmes Frauenzimmer den Anfang machen wollte, bei Zusammenkünften die Weinflaschen oder Bierhumpen sich vorlegen zu lassen (Hannoversche Anzeigen, 1759). - so viel auch können diese neidische Martialisten / und aufgeblasene Bachusbrüder / derer vornehmste Verrichtung in einer Bierhumpen / Weinglase oder Kartenspiele und schändlichem Müßiggange beruhet / von solchen Sachen schwatzen (Neumarck, Der neu-sproßende teutsche Palmbaum, 1668).

Bierkanne   „ein Biergefäß“

Quelle: Er aber schlug den einen Bäckermeister mit der Bierkanne auf den Kopf, daß er todt am Wege liegen blieb (Prühle, Kinder- und Volksmärchen, 1853). - Die Bierkanne, plur. die -n, eine hölzerne Kanne zum Biere (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Ein verzweiffelter Schöps / der umb alles das seinige kommen war / und in der Bierkanne abgebrant were /wenn er seine Magens-Gluth nicht stets gedämpffet /und ohn unterlaß mit Bier geleschet hette / Solcher verzweiffelter Kerl bekehrete sich dermaleins (Praetorius, Rübezahls Dritter und gantz Nagel-neuer Historischer Theil, 1665).

Bierkante   „ein Biergefäß“

Quelle: Bemoostes Haupt ist der Ehren-Titel jenes braven Studioso, der unter der Bande der wackersten "Philister" hervorragt - der tacktmäßig, sicher, fertig seine Humpe (Bierkante) zu leeren versteht (Der Wahrheitsfreund 2, 1838). - seine Pfeil seyn die unmäßige Speisen. Die ohne alle Maaß und vernunfft überhäuft hinein gesoffene Tranck / außgeleerte Wein- und Bier-Kanten / welche mit dem Leib die Seel erlegen (Eusebius a Sancto Tiburtio, Evangelisches Bitter-Süß, 1736). - Sie studiren lieber in der der Bierkanten / als in Büchern (Seybold, Selectiora adagia Latino-Germanica in gratiam et usum scholasticæ juventutis, 1683).

Bierkasten   „Kasten für Aufbewahrung und Transport von Bier“

Quelle: Es sind mehrere silberfarbe Tische und Sesseln und ein Bierkasten, auch 12 übergezogene Tische um einen billigen Preis zu verkaufen (Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger von München, 1834).

Bierkessel   „Braukessel für Bier“

Quelle: um den großen Bierkessel, der niemals fehlen darf, so oft man hierlands in alter Weise fromm sein will, saßen sie und tranken (Scheffel, Ekkehard, 1855). -... sondern obgedachtermassen von dem Bier-Sieder erlegt, von ihme auch aus jedem Bier-Kessel des Jahrs,und zwar gleich zu Antritt des Brauens, das erstemahl das Kessel-Geld in recognitionem verwilligten privilegii mit 12. fl. erlegt und bezahlt [...] werden (Sammlung derer sämtlichen Handwerks-Ordnungen des Herzogthums Würtemberg, 1760). - Schließlich soll es zu richtiger Einbringung des Bier Accis folgender gestalt gehalten / und vors erste alle ohngeichene Bierkessel in hiesiger unser Residentz-Statt und auffm Land förderlichst geichen / und denen Bierbrauern mit Erinnerung der Pflichten / womit sie uns zugethan / ernstlich aufferlegt werden / alle Gebräu Bier so zum Verkauff gemacht werden / unsern verordneten Accis Einnehmern getreulich anzuzeigen (Meyer, Deß Neu-eingerichteten Diarii Europaei continuation quinta, 1677).

Bierkrug   „Trinkgefäß für Bier“

Quelle: VEIT sitzt an dem kleinen Tischchen im Lehnstuhl, die Pfeife im Mund, eine Zeitung in der Hand, einen Bierkrug und ein Stück Brod vor sich und liest (Birch-Pfeiffer, In der Heimath, 1835). - als er am Morgen erwachte, war auf einmal der Schauplatz ganz verändert; die öde Gaststube, die Bierkrüge, das schwarze Brot und erschlaffende Müdigkeit - hier rächten sich seine reizenden Phantasien an ihm mit schrecklichem Unmut und Lebensüberdruß, der über eine Stunde währte (Moritz, Anton Reiser, 1785-90). - Und Cambdenus in Britann. 33. von dem versoffenen Bonoso, der sich gehänckt / und diesen Schertz auff sich geladen hat: Amphoram non Hominem pendere: daß kein Mensch / sondern ein Bierkrug auffgehenckt were (Praetorius, Anthropodemus plutonicus, 1666-67).

Bierkruke   „Trinkgefäß für Bier“

Quelle: Da dachte sie bei sich: "Du hast die Bierkruke, damit sollst du ihm einen tüchtigen geben," faßte die Kruke mit fester Hand, ging gerade auf den Knecht zu, und als sie bei ihm war, nahm sie die Kruke und schlug ihn damit an den Ochsenkopf, daß er gleich zu Boden fiel (Strackerjan, Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg, 1867). - Man kann diesen Kitt zu allerley metallnen und irrdnen Gefäßen, welche im Feuer oder auch im Wasser gebraucht werden, anwenden; er verschließt sogar Löcher im Boden der Pechkessel, an Theekesseln, Bierkruken u. s. w. (Halle, Fortgesetzte Magie, 1788).

Bierkufe   „eine Art Bierfass“

Quelle: Item wie der Teufel sie dreimal in Paul Litzow's Bierkufe gebadet habe und dem guten Mann dadurch das Bier verdorben sei (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staates, 1868-71). - Eine kleine Flöte war das Orgelwerk und eine umgestürzte Bierkufe der Altar, um den man gehen mußte (Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796). - Jn das Vaß worinne Salpeter-Wasser zugeführet wird gehet meist so viel als in eine Bierkuffe oder 45. biß 50. Wasser-Kannen (Buchner, Theoria Et Praxis Artilleriae, 1685).

Bierlase   „Krug zum Bierschöpfen“

Quelle: Neben dem Eingang befand sich um einen Fuß erhöht ein Schrank mit Gläsern und allerlei kleinen Vorräthen, davor eine schmale Tafel, welche die große Bierlase, ein Paar Schnapsflaschen, ein brennendes Licht trug (Klemm, Vor fünfzig Jahren: Culturgeschichtliche Briefe, 1865). - Die Lase, plur. die -n, ein irdenes bauchiges Gefäß von unbestimmter Größe, mit einem Henkel und einer Dille, allerley flüssige Körper darin eine Zeit lang aufzubehalten. Eine Wasserlase, Trinkwasser darin zu hohlen und aufzubehalten. Eine Bierlase, Weinlase, Bier oder Wein darin aus dem Keller zu hohlen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Lase).

Bierlegel   „kleines Bierfass“

Quelle: Grünberg-Harm peitscht und treibt sie mit Zauberruthen in ein Bierlegel (Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, 1879-80). - Vor ein BierLegel von Eichenholtze vnd etwa von einem Stübichen 5. mgr. (Der Stadt Braunschweig Taxordnung, 1623).

Bierohm   „ein Biermaß“

Quelle: die Bierohm hat 100 Kannen (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Lippe [3]).

Bieröhmchen   „ein Biermaß“

Quelle: Berlin. Wein-Eymer zu 64 Quart Bieröhmchen zu 24 Quart (Magold, Mathematisches Lehrbuch, 1802).

Bierpulle   „Bierflasche“

Quelle: Sie! Herr Wachtmeester! Dhun Se mir n eenzjen Jefalln und bringen Se mir n paa Ärme voll leere Bierpulln! (Holz, Sozialaristokraten, 1896). - Bei Klökers Harfst hat ernst die Magd des Zellers Ferneding zu Ihorst einen Knecht mit einer Bierpulle erschlagen (Strackerjan, Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg, 1867).

Bierschuffe   „Gefäß mit langem Stiel zum Bierschöpfen“

Quelle: die Bierschuffe, -schüppe, -schopen, -schaufel, Schöpfgelte (Kaltschmidt, Vollständiges stamm- und sinnverwandtschaftliches Gesammt-Wörterbuch der Deutschen Sprache, 1854, s.v.). - Die Bierschuffe, plur. die -n, an einigen Orten, z.B. zu Dresden, ein Gefäß an einem langen Stiele, das Bier aus der Pfanne in die Rinnen zu schöpfen; an andern Orten die Gelte. Schuffe ist hier vermuthlich mit Schaff, ein Gefäß, verwandt (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierseidel   „Trinkgefäß für Bier“

Quelle: Wir trafen mehrere ältere Studenten, und bald waren wir, unsere Bierseidel vor uns, in ein alle gleicherweise interessierendes Gespräch über die Eventualitäten des bevorstehenden Examens vertieft (Storm, Auf der Universität, 1862).

Bierstütze   „hölzernes Biergefäß“

Quelle: Die Stütze, plur. die -n, in einigen Gegenden, z.B. in Baiern, ein Nahme eines hölzernen Gefäßes von Böttcherarbeit; eine Bierstütze, Wasserstütze. Es lautet daselbst auch Stitze, und ist entweder mit Stutz, in der Bedeutung eines ähnlichen Gefäßes, ein und eben dasselbe Wort, oder auch mit Stande gleich bedeutend, da es denn so wie dieses gleichfalls von stehen abstammen würde (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Stütze). - das Stützchen, nicht nur was zur Unterstützung und Aufrechthaltung einer Sache dienet, sondern auch ein gewisses hölzernes Trinkgeschirr, die Wasserstütze, Bierstütze, welche letztere Bedeutung nicht überall bekannt ist (Köl, Kleines Wörterbuch für die Aussprache, Orthographie, Biegung und Ableitung, 1790). - Am selbigem Hof war der Wein sehr verschwefelt / und das Bier schmackte nach den gebichten Bierstützen (Zincgref, Apophthegmata teutsch, 1693). - Bald kam mir eine mit Saiten bezogene Ofengabel vor das Bett, auf welcher ich länger als vier Stunden aneinander musicieret. Die Schrauben waren von Taubenflügeln und der Sattel eine Bierstütze, aus solchem könnt Ihr schließen, wie närrische Sachen mir in der Krankheit zugestoßen, über die ich noch bis gegenwärtige Stunde von Herzen lachen muß (Beer, Teutsche Winter-Nächte, 1682).

Biertonne   „Bierfass“

Quelle: Die Frau stellte den Zwerg ernstlich zur Rede; er entschuldigte sich, so gut er konnte und versprach, wenn sie ihn los ließe, einen solchen Segen in die Biertonne zu legen, daß sie nie leer werden sollte, so lange nicht ein Fluch darüber gesprochen würde (Müllenhoff, Sagen, Märchen und Lieder, 1845). - Der Bierschragen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Schragen oder Gestell, Biertonnen darauf zu legen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Bierschragen). - Biertonne / cadus cerevisiae (Stieler, Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs, 1609, s.v.).

Biertulpe   „tulpenförmiges Bierglas“

Quelle: Dass der Kelch gemäss dem oberen Abbruch noch etwas höher war, und dadurch der Biertulpe ähnlich wird, vermehrt nur seinen modernen Eindruck (Bonner Jahrbücher 71, 1880).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Hinterglied
Bierdruckapparat   „Gerät für das Druckzapfen von Bier“

Quelle: Die sämtlichen Teile der Bierdruckapparate, namentlich die Bierleitungsröhren sind stets vollkommen rein zu erhalten (Gesundheits-Ingenieur 15, 1892).

Bierfilz   „tellerförmiger Untersatz für das Bierglas“

Quelle: Nach Anführung verschiedener Litteratur, unter welcher die wichtige Kriener'sche Arbeit fehlt, schildert Verfasser einen in der Universitätspoliklinik vorgekommenen Fall von stumpfer Augenverletzung durch einen geworfenen Bierfilz (Monatsschrift für Unfallheilkunde und Versicherungsmedizin, 1898).

Bierglocke   „Glocke, die die Sperrstunde anzeigt“

Quelle: Früher ward zu Zittau allabendlich um 9 Uhr die sogenannte Bierglocke angezogen, welche das Recht hatte, daß sich ein Jeder, er mochte sein, wer er wolle, nach Hause aus den Bier- und Schenkhäusern begeben mußte (Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855). - Auch wollen wir, daß an Sonn- und andern Feyerabenden, die Schlaf- oder Bierglocke, alle wege, um Seigers neune, geläutet werden soll (Knispel, Geschichte der Stadt Schwiebus, 1765). - vnter anderm bawete man auch die steinerne Rathstreppe / Item das Thürmlein zur Bierglocke (Katschker, Glaciographia oder Glätzische Chronica, 1625).

Bierhahn   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: Der Kopfhahn gleicht dem Bierhahn, nur läßt er die Flüssigkeit durch den Hahnwirbel abfließen (Pierer's Universal-Lexikon, 1859, s.v. Hahn [2]). - Der Wirbel an einem Fenster, an einem Bierhahne, an der Violine und Clavieren, ist ein solcher Theil, welcher in einer Öffnung eingedrehet wird, dort zu verschließen, und hier die Saiten zu spannen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Wirbel). - Zapffen-Fäßlein, Ist ein kleines flaches Faß, welches unter den Wein- und Bierhahn in den Keller gesetzet wird, und die herab träuffelnden Tropffen aufffängt (Corvinus, Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig, 1715). - Ein Bierhan 6. 7. 8. pf. (Müntz-Mandat und Taxtordnung, 1623).

Bierheber   „Gerät zum Zapfen von Bier aus dem Fass“

Quelle: Was ein Bierheber ist, werdet ihr wohl schon wissen. Er besteht aus zwei Röhren, von denen die eine durch das geöffnete Spundloch in das Bier gesteckt, und an der andern durch den Mund die Luft ausgesogen wird (Ludwig, Vollständig praktische Bearbeitung der sechs ersten Lebensverhältnisse nach Graser, 1843). - während der Schieferdecker auf dem Dache trommelte, um Schiefer zugelangt zu bekommen, und die Gäste an die Krüge schlugen, um eingeschenkt zu kriegen, und der Wirtsbube auf einem Bierheber zum Fenster hineintrompetete, unter diesem babylonischen Lärm setzte der Sportulnbote eine der besten Bittschriften auf, welche die edle Jägerschaft noch je an den Fürsten abgelassen (Jean Paul, Hesperus, 1795). - Der Bierheber, des -s, plur. ut nom. sing. ein Heber, das Bier damit aus dem Fasse zu heben (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - An der zerrissenen Wand beym Ofen hieng ein Bund Schwefel und ein Bierheber (Lehmann, Historischer Schauplatz derer natürlichen Merckwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober-Ertzgebirge, 1699).

Bierkegel   „kegelförmiges Wirtshauszeichen für Bierlokale“

Quelle: es wird dann das Haus, worin eben Bier verschenkt wird, durch Bierzeichen angedeutet. Diese sind als Bierkegel vor dem Hause aufgestellt od. es werden an einer Stange (Bierstange) allerhand in die Augen fallende Gegenstände, z.B. ein hölzernes Sieb, ein grüner Kranz, eine grüne Ruthe od. dergleichen nach Sitte jeden Ortes an dem Hause aufgehängt (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierschank). - Der Bierkegel, des -s, plur. ut nom. sing. das Zeichen eines Bierhauses, so fern es aus einem vor das Haus auf eine Stange gesetzten Kegel bestehet, welcher Kegel vermuthlich von den bey den Bierhäusern gemeiniglich befindlichen Kegelbahnen entlehnet ist (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierkran   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: Nachstehende kupferne Bräugeräthschaften, als: eine große Bräupfanne, ein Bierkran, fünf Maischbding-Seiher und ein Hopfen-Seiher sind um billigen Preis aus freier Hand zu verkaufen (Der bayerische Volksfreund, 1827).

Bierkranz   „Kranz aus Kräutern oder Laub als Wirtshauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: Bierkranz, Kranz von Kräutern, neben dem Bierschilde (Breysig, Wörterbuch der Bildersprache, 1830, s.v.). - Der Bierkranz, des -es, plur. die -kränze, ein aus grünem Laube geflochtener Kranz, welchen diejenigen Bierschenken, welche zugleich Kräuterbiere schenken, ihrem ordentlichen Bierzeichen beyzufügen pflegen. Oft ist er auch ein Zeichen eines jeden Bierhauses (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - in etlichen Städten hat man aus sonderlicher trawrigkeit oder mitleiden / wie denn auch im S. Jochimsthal / die Wein- vnd Bierkränze ein zeitlang eingezogen / vnd keinen gast setzen wollen (Hossmann, Lachrymae Oder Klag- und Trawerschreiben, Wegen des tödlichen Abschiedes Rudolphi des Andern dieses Namens, 1612).

Bierpfanne   „Braupfanne für die Bierherstellung“

Quelle: Unser Professor der Chemie, Döbereiner in Jena, macht seine Sachen sehr gut, er ist jung, thätig, hat viele technische Einsicht und Fertigkeit, so daß er sich auch schon als Oberaufseher unserer Bierpfannen und Brannteweinblasen sehr wacker gezeigt hat (Goethe, Brief an v. Trebra, 1812). - 1670 wurde, den Seigerhüttenfaktor und den geschwornen Viermeistern zum Besten, weil sie sich über die Eisenhammermeister im Obergebirge und pirnischen Reviere beschweret, den letztern geboten, das Eisengießen zu unterlassen, und keine Brau- und Bierpfannen noch anderes Kochgefäße bey 25 Reichsthaler Strafe zu gießen (Rössig, Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie- Polizey- und Cameralwissenschaften, 1782).

Bierpropfen   „Korken zum Verschließen von Biergefäßen“

Quelle: Vier Mann vor! Ich kenn unsere Stadttore; wurmstichig wie Bierpfropfen. Ran! Und weg mit dem Bettel! (Fontane, Vor dem Sturm, 1878).

Bierpression   „Gerät für das Druckzapfen von Bier“

Quelle: Der Kanton Luzern ist der einzige in der Schweiz, in dem nur ein bedingungsloses Verbot der Bierpression existiert, und ist diese Massnahme vom Publikum lebhaft begrüsst worden (Repertorium der analytischen Chemie für Handel, Gewerbe und öffentliche Gesundheitspflege, 1884).

Bierpumpe   „Pumpe zum Bierzapfen“

Quelle: Endlich die Beschreibung der vom Mechanikus Friedrich Koch in München erfundenen Bierpumpe, woraus derselbe den 28. Jan. 1827 ein Privilegium auf 4 Jahre erhalten hat (Das Inland: ein Tagblatt für das öffentliche Leben in Deutschland, 1830). - So bald dieses geschehen ist, wird die durch den durchlöcherten Boden - Senkboden - in den Sumpf sich durchgeseigte Malzbrühe in eine drei Schuh langen und zwei Schuh breiten Sarg rein abgelassen und aus diesem wieder entweder durch Handpumpen, Bierpumpen, in das Kühlschiff [...] gepumpt (Winterwerber, Lehrbuch der Gewerbwissenschaft, 1790).

Bierreisig   „Reisigbündel als Wirthauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: Der Bierwisch, des -es, Mz. die -e, ein Wisch d. h. ein Bündel Reisig oder Stroh auf eine Stange gesteckt, welcher an manchen Orten als Zeichen eines Bierschankes aufgesteckt wird; auch Bierreisig, Bierruthe (Campe, Wörterbuch der deutschen Sprache, 1807, s.v. Bierwisch). - Das Bierreisig, des -es, plur. die -e, ein Bündel Reisigholz, so fern es an einigen Orten als ein Zeichen des Bierschankes vor den Bierhäusern aufgestellet wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierrute   „Rute als Wirtshauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: Man sagt dann wohl von einer solchen "Bierruthe", daß "Unserherr gott" da seinen Arm herausstrecke, und das ist mehr als ein Witzwort (Die Natur 12, 1863). - Der Bierwisch, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, ein Wisch, d.i. ein Busch grünes Reiß oder Stroh, an einer langen Stange, welches an einigen Orten zum Zeichen eines Bierschankes ausgestecket wird; eine Bierruthe, das Bierreisig (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Bierwisch).

Bierschild   „Wirtshauszeichen eines Bierlokals“

Quelle: er schwingt sich hinauf aufs Bierschild, als wollt er von dem volle schäumende Becher, der drauf gemalt war, nippen (B.v. Arnim, Dies Buch gehört dem König, 1843). - denn die schönste Nase, Wahrheit zu sagen, steht einem nicht besser zu Gesicht als das Bierschild zu einer Klippschenke (Fr. Müller, Bacchidon und Milon, 1776). - Visage à faire vne enseigne de biere, l'Italien dit figura da cembali, ein Gesicht wie ein Bierschild (Oudin, Nuovo et ampio dittionario di tre lingue, 1674).

Bierschlegel   „hammerartiges Gerät zum Einschlagen des Zapfhahns“

Quelle: Auf der Waag werden reinliche und wenigstens eine halbe Maaß haltende, starke Bierschlegel gesucht (Zürcherisches Wochen-Blatt, 1831).

Bierschragen   „Gestell für Bierfässer“

Quelle: Hierauf wurden im Hause Gläser und Krüge zertrümmert, der lange Schenktisch und sogar ein Bierschragen aus schwerem dickem Holze zerschlagen, wofür der Vogt eine Schadenrechnung von 9 Gulden einreichte (Herquet, Die Insel Borkum in kulturgeschichtlicher Hinsicht, 1886). - Der Bierschragen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Schragen oder Gestell, Biertonnen darauf zu legen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierständer   „Schenkfass, Ständer für Biergefäße“

Quelle: Schenkfaß, 1) so v.w. Bierständer (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Schenkfaß). - Der Bierständer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Ständer, d.i. ein auf drey verlängerten Dauben stehendes hölzernes Gefäß, worin die Schenkwirthe einiger Orten die Lasen, Kannen, und Krüge setzen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierstange   „Stange als Wirtshauszeichen für ein Bierlokal“

Quelle: Diese sind als Bierkegel vor dem Hause aufgestellt od. es werden an einer Stange (Bierstange) allerhand in die Augen fallende Gegenstände, z.B. ein hölzernes Sieb, ein grüner Kranz, eine grüne Ruthe od. dergleichen nach Sitte jeden Ortes an dem Hause aufgehängt (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierschank). - wann der gute Nahme eines ehrlichen unbeschuldeten rechtschaffenen Bürgers von der Schwatzhaftigkeit derer bey der Bier-Stange vielmals lallenden Zech-Brüder dependiren solte, so würde kein ehrlicher Mann eine Stunde vor Inquisitionen sicher bleiben (Rother, Der peinlichen Processe rechtsgelehrte Kunst, 1748).

Biertrichter   „Trichter zum Bierabfüllen“

Quelle: Biertrichter, 1) gewöhnlich blecherner Trichter; 2) kleine Wanne mit 3 Füßen, woran eine Röhre ist, welche in den Boden des Wännchens sich öffnet u. in das Spundloch des Fasses gesteckt wird, wenn es beim Bierfassen mit Bier gefüllt werden soll (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v.). - Der Biertrichter, des -s, plur. ut nom. sing. ein hölzernes Fäßchen mit drey Füßen, deren einer rund und hohl ist, und statt eines Trichters gebraucht wird, das Bier in die Fässer zu füllen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bieruntersatz   „tellerförmiger Untersetzer für das Bierglas“

Quelle: An der Dachauerstraße im Melber Griflhause sind ein gedecktes Schweizerwägelchen, 3 Stück messingene Bierpippen, 48 Stück Bieruntersatz von Zinn, 1 kupfernes Schwankschaff, alles noch gut erhalten, billig zu verkaufen (Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger von München, 1833).

Bierwaage   „Gerät zur Messung der Bierbestandteile“

Quelle: Bierwage, ein Aräometer (s.d.) zur Ermittelung des specifischen Gewichtes einer Biersorte, um darnach den Alkoholgehalt zu bestimmen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v.). - Ein Werkzeug, welches einer Salzwage oder Sohlenprobe gleichet, und zur Erforschung der Güte des Bieres dienlich ist; eine Bierwage (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Bierprobe).

Bierwärmer   „Gerät zur Regulierung der Biertemperatur“

Quelle: Beim Gebrauch eines Bierwärmers hat man es stets als Uebelstand empfunden, daß durch das abtropfende Bier Tische und Stühle befleckt wurden (Illustrirte Zeitung 106, 1896).

Bierwechsel   „Zapfhahn für das Bierfass“

Quelle: Lorenz, Rosl und Hies treten festlich gekleidet von rechts auf. Hies trägt einen Holzhammer und Bierwechsel (Ruederer, Die Fahnenweihe, 1895).

Bierwisch   „Reisig- oder Strohbündel als Wirthauszeichen für ein Bierlokal“

Quelle: Als einer in einer Stadt viele Bierwische oder Bierhäuser saht, sagte er: Dieß sind Irrwische, die verführen die Leute am hellen Mittag, und lassen sie vor Mitternacht nicht wieder heim kommen (Der Pulvermann: Ein Unterhaltungsblatt für alle Stände, 1833). - Der Bierwisch, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, ein Wisch, d.i. ein Busch grünes Reiß oder Stroh, an einer langen Stange, welches an einigen Orten zum Zeichen eines Bierschankes ausgestecket wird; eine Bierruthe, das Bierreisig (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Cervisianum, Bier im Brodt gesotten / Cervisiana, Bierwisch (Happel, Der Academische Roman, 1690).

Bierzapfen   „Zapfhahn für Bier“

Quelle: Sie, hier in romantischer Völlerei, legen sich unter den Wein- oder Bierzapfen und taumeln vor immerwährenden Genuße (Büssel, Die Reise in die Krimmel, 1828). - Bierzapfen, aus Ahornholz (Krünitz, Oeconomische Encyklopädie, 1796, s.v. Land-Industrie-Schule). - Wir müssen einen Stempel auf die Bierzapffen drücken / und 6. gr. davon fodern / bey Straffe / daß ein gantzes Faß solte verfallen seyn / welches dergleichen Zapffen nicht hätte (Weise, Bäurischer Machiavellus, 1681).

Bierzeichen   „Wirtshauszeichen für Bierlokale“

Quelle: es wird dann das Haus, worin eben Bier verschenkt wird, durch Bierzeichen angedeutet (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierschank). - Das Bierzeichen, des -s, plur. ut nom. sing. ein jedes Zeichen eines Hauses, in welchem ein Bierschank ist (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Seyd frölich lieben Brüder / seyd frölich / denn Frölich hat Bier aufgethan. Claus lieff in die Stadt / vnd sahe daß Frölich (Also hieß ein Bürger) hatte kein Bierzeichen außgesteckt (Büttner, Von Claus Narren: 627 Historien, 1679).

Bierzeiger   „Wirthauszeichen für Brauereien und Bierlokale“

Quelle: Er will sich über seinen neuen Bierzeiger ein Parapluie machen lassen; ist auch ein curioser Wirth! (Bäuerle, Komisches Theater, 1820). - auch hätte man sogar angefangen in der Zoll-Bude rothes Bier zu schencken und auszuzapffen, auch sothanem Ende einen langen Bier-Zeiger öffentlich auszuhengen (Lünig, Grundfeste Europäischer Potenzen Gerechtsame, 1716). - da muß viel Haar seyn, dort wenig Haar, da muß gar schütter seyn, wie das Treid der armen Leute, da muß in die Höhe stehen wie ein Reigerbusch, da muß hinaus stehen wie ein Bachstelzen-Schweif, da muß herunter hangen wie ein Bierzeiger, da muß die Scheitel seyn wie ein lateinisch Ypsilon (Abraham a Sancta Clara, Judas der Erzschelm, 1680).

substantivisches Determinativkompositum mit Fahrzeugbezeichnung als Hinterglied
Bierwagen   „Wagen für den Biertransport“

Quelle: Mit dieser Bürde wanderte ich bis Schaafstall, in der Hoffnung, daselbst eine Gelegenheitsfuhre zu treffen, die sich mir aber erst eine Stunde weiterhin auf einem Bierwagen darbot, worauf mir ein Sitz gemacht wurde (Sachse, Der deutsche Gil Blas, 1822). - Anno 1642. den 27. Iulii ist zu Zwickau ein Mägdlein / so 1. Jahr und 15. Wochen alt gewesen / mit einem Bier-Wagen erfahren worden (Misander's Theatrum Tragicum, 1695).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Hinterglied
Bierbrauerei   „Betrieb, in dem Bier hergestellt wird“

Quelle: Burg, preuß. Fabrikstadt in der Provinz Magdeburg, an der Ihle, mit 74800 E., sehr bedeutendem Fabrikwesen, besonders in Tuch, Leder, Tabak; Zeugdruckereien, Bierbrauereien (Herders Conversations-Lexikon, 1854, s.v. Burg [2]). - In den Garküchen und Bierbrauereyen gieng's eben so her (Bräker, Lebensgeschichte und natürliche Ebentheur des Armen Mannes im Tockenburg, 1789).

Bierbrunnen   „Brunnen, in dem Bier oder bierartiges Wasser fließt“

Quelle: Schwenkfold sagt von ihm, er quelle als ein Bierbrunnen und Seurling in einem abgehauenen Walde am Queiße bei einem Dorfe, Fegesbeutel genannt (Mosch, Das Riesengebirge, seine Thäler und Vorberge, 1858). - Er ist an der Quelle äußerst stark und berauschend, daher er auch von den dasigen Einwohnern und ihrer Nachbarschaft zur Erlustigung getrunken und Bierbrunnen genannt wird (Magazin für die gerichtliche Arzneikunde und medicinische Polizei, 1784). - Und also spielet die Allmacht GOttes bey jenem Bierbrunnen / uns zum Nutzen: Wie denn gedacht / daß daher auch Wein auß Brunnen kan gezapfet werden (Praetorius, Anthropodemus plutonicus, 1666-67).

Bierbude   „kleiner Verkaufsstand für Bier“

Quelle: Wir hatten einmal in Stuttgart ein großes Schlaraffenfest mit Ball, Aufführungen und Bazar arrangiert. Schaustellungen, türkische Cafézelte, Bierbuden, alles von Mitgliedern der Schlaraffia geleitet, waren am Platze (Junkermann, Memoiren eines Hofschauspielers, 1888). - So warf einst unser Packknecht Rohkohl unsern Profos bey Landau aus der Bierbude, mit dem Zusatz: der Kerl will sich unter honette Leute mischen! (Laukhard, Leben und Schicksale, 1796).

Bierbudike   „kleiner Verkaufsstand für Bier“

Quelle: Aus der Hölle stieg auf ein greulicher Dampf / Aus Bierbudiken und Schnapsspelunken (Liliencron, Der schöne Glockenton, 1890).

Bierdorf   „für Bierausflüge beliebtes Dorf“

Quelle: Seine Reisen auf die benachbarten Bierdörfer gaben wenig nützliche Ausbeute von Erfahrung und Menschenkenntniß (Langbein, Talismane gegen die lange Weile, 1837).

Bierfabrik   „Betrieb, in dem Bier hergestellt wird“

Quelle: In der Bierfabrik zum Löwenbräu hatte vorgestern ein Bräuknecht das Unglück, in ein mit siedheißem Wasser gefülltes Bottich zu fallen (Regensburger Anzeiger, 1862).

Bierfalle   „mit Bier gefüllte Fangvorrichtung für Gartenschnecken oder Insekten“

Quelle: In welchen Mengen diese Thiere zu Zeiten vorkommen, und wie wichtig sie daher im Naturhaushalt sind, beweist ein Versuch des Massenfangs, den ich einmal auf einem Felde anstellte, indem ich in einer Bierfalle an einem einzigen Tag über 200 Caraben-Arten fing (Entomologische Zeitschrift, 1894).

Biergarten   „Gastgarten mit Bierausschank“

Quelle: Der "Letzte Hieb", ein auf anmutiger Höhe gelegener öffentlicher Biergarten, ward fast allabendlich Zeuge meiner wilden, oft enthusiastischen Lustigkeit und Ausgelassenheit (Wagner, Mein Leben, 1870-80). - Wenn ich durch irgend einen ungewöhnlichen Zufal auf eine Dorfkirmse, eine Hahnenheze, in einen Biergarten, oder in ein ähnliches schwärmerisches Gelag gezogen, und wieder herausgekommen bin, so hab ich allemal die Freude eines Menschen gefühlt, der aus einem gefährlichen Schifbruch gerettet wurde (Brittisches Museum für die Deutschen 1, 1777).

Biergeschäft   „Laden, in dem Bier verkauft wird“

Quelle: Unter den Zimmern befinden sich Kellerräume, welche zu einem Biergeschäft eingerichtet sind (Verhandlungen des Reichstags 80, 1885).

Bierhalle   „großes Bierlokal“

Quelle: ich aber verfügte mich, zur Schande meiner Jugendjahre sei es gestanden, schleunig noch in eine neun Schuh hohe Bierhalle, wo junge deutsche Männer saßen, die einst Studenten gewesen und sich langsam und vorsichtig der braunen Studentenmilch entwöhnten (Keller, Das Sinngedicht, 1882-84).

Bierhaus   „Lokal, in dem Bier ausgeschenkt wird“

Quelle: Die Urheber all dieser Gemütswirrnisse, Julian und Isidor, steckten nach der Versammlung in einem Bierhause der Stadt die Köpfe zusammen (Keller, Martin Salander, 1886). - Das Bierhaus, des -es, plur. die -häuser, ein Haus, wo Bier im Kleinen verkauft wird; eine Bierschenke, Nieders. ein Krug, oder Kroog, weil dergleichen Häuser gemeiniglich einen Krug zum Zeichen heraus hängen haben (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - da las Reiser einmal ein Gedicht von ihm auf die freigewordenen Amerikaner, welches wohl verdient hätte, in einer Sammlung von den vorzüglichsten Poesien der Deutschen zu stehen, und nun in einem Blatte sich verlor, das in den Bierhäusern von Erfurt feilgeboten wurde (Moritz, Anton Reiser, 1785-90). - Es ist unser Herr PATER, der hat früh in der Messe eine Kappe von grünen Tuche / zu Mittage geht er in einen schwartzen Kleide ins Bierhauß / auff den Abend legt er sich im weissen Hembd ins Bette (Weise, Bäurischer Machiavellus, 1681).

Bierkeller   „unterirdischer Lagerraum für Bier“

Quelle: Ein solcher Ort war auch der Bierkeller im Pfarrhause zu Gödern, denn wenn der Pastor in denselben eintrat, war es zu seinem Tode und er mußte dann daran verscheiden (Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855). - Der Bierkeller, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein jeder Keller, in welchem Bier aufbehalten wird. 2) Ein öffentlicher Keller, in welchem einheimische und fremde Biere geschenket werden (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Dem Doctor verehrte Isidoro hundert Reichstaler samt einem silbernen Pokal, dem Notario funfzig Gulden samt einer Schlaguhr, und dem Copisten bezahlte er alle seine Schulden, die er in den Bierkellern stehen hatte (Beer, Teutsche Winter-Nächte, 1682).

Bierkneipe   „einfaches Bierlokal“

Quelle: Eduard Rother befand sich in einer räthselhaften Stimmung, als er von München abfuhr. Mehrere Monate lang war er dort stillvergnügt durch die Bierkneipen umhergebummelt, vom Hofbräu ins Löwenbräu, vom Achaz in die Scholastika, vom Orlando di Lasso in den Rathskeller (Bleibtreu, Größenwahn, 1888). - Sie treten einher wie Leute ohne Erziehung - a potiori fit denominatio - und sitzen den ganzen Tag in den Bierkneipen, wo sie ihren Gukkuk trinken, und Taback qualmen, bis keiner den andern mehr sieht (Laukhard, Leben und Schicksale, 1792).

Bierlache   „Pfütze aus verschüttetem Bier“

Quelle: Gerötete Gesichter, heiserer Gesang aus bierbenommenen Kehlen, umgestürzte Krüge, Bierlachen auf Tisch und Fußboden (Reventlow, Frühschoppen, 1894).

Bierlager   „Aufbewahrungsort für Bier“

Quelle: Eine solide Wirthschaft mit einem bedeutenden Wein- und Bierlager nebst Zubehör ist Verhältnisse halber zu verpachten (Leipziger Zeitung, 1830). - In den Kellern bestehet das Lager aus starken viereckigen Bäumen, auf welchen die Wein-Bier-Öhlfässer u.s.f. liegen. Das Weinlager, Bierlager (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Lager).

Bierland   „Land, in dem viel Bier getrunken wird“

Quelle: Aber obgleich die Provinz Oberhessen ein Bierland ist, so ist doch die Bierbrauerei daselbst bei weitem nicht so bedeutend und liefert kein so gutes Produkt, als man mit Recht erwarten sollte (Demian, Beschreibung oder Statistik und Topographie des Großherzogthums Hessen, 1824). - Im Bierlande sind die Menschen dickblutig und schwerfällig, und um sich zu erheitern, trinken sie gewöhnlich viel Branntwein (Laukhard, Leben und Schicksale, 1797). - Jn den Bierländeren pflegen die gemeinen Leut die Blätter dieses Gewächses in Milch und Bier zu kochen / und mit köstlicher würckung wider das Leibweh / und halßstarrige Grimmen zu trincken (Mattioli, Theatrvm Botanicvm, 1690).

Bierlokal   „Gaststätte, in der vor allem Bier ausgeschenkt wird“

Quelle: Dies freudige Wiedersehen zu begießen, nahm er sie in ein Bierlokal mit (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Biermeile   „Gebiet, in dem jemand das Bierprivileg hat“

Quelle: Bierzwang, die ausschließende Bierbraugerechtigkeit innerhalb eines gewissen Bezirks; sie ist, wiewohl nicht an u. für sich, doch nicht selten mit einem Bannrecht verbunden, welches innerhalb der sogenannten Bann- od. Biermeile, eine Meile im Umkreis von dem Mittelpunkte der Brauerei aus zu stehen pflegt u. von einem Verbietungsrechte gegen neue Schenkstätten zu unterscheiden ist (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierzwang). - Die Biermeile, plur. die -n, an einigen Orten noch, der District um eine Stadt von einer Meile, in welcher sonst niemand Bier verkaufen darf; der Bierbann (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Biermetropole   „für ihr Bier berühmte Stadt“

Quelle: Durch den Mangel einer königlichen Hofhaltung war ja das residenzstädtische Leben der süddeutschen Biermetropole der stärksten Triebkräfte und Anregungen zur Entfaltung vornehmer, reicher Geselligkeit im großen Stile beraubt (Conrad, Was die Isar rauscht, 1887-90). - Endlich erschien unser Held in eigner Person, und es war nicht anders, als ob ein zweiter Frühling über der Biermetropole emporstiege (Weerth, Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski, 1849).

Bierpalast   „prunkvolles Bierlokal“

Quelle: Man aß und trank sich satt und schimpfte dabei als Kenner über den Größenwahn der modernen Bierpaläste (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Bierpfütze   „Pfütze aus verschüttetem Bier“

Quelle: Zwischen Ostritz und Hirschfelde am sogenannten Läufehübel (d.h. Pfützenhübel, von luza, Pfütze) ist eine Stelle, die heißt bis auf den heutigen Tag die Bierpfütze. Das kommt daher, daß einstmals daselbst die Görlitzer den Zittauern eine ganze Ladung Bierfässer weggenommen und in Stücke geschmissen haben (Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855). - Nun traff sichs, daß die Zittauer eine solche Fuhre ihres Bieres in die ohnweit Görlitz liegende Dörffer schicken wolten, solche aber von der ausgeschickten Görlitzischen Mannschafft zwischen Ostritz und Hirschfelde, an dem so genannten Läusehübel angetroffen, und in Stücken geschmissen ward, also, daß das Bier auff die Erde lauffen, und zu nichte werden, auch der Platz, da es geschehen war, den Nahmen der Bier-Pfütze behalten muste (Grosser, Lausitzische Merckwürdigkeiten, 1714).

Bierquelle   „Quelle mit bierähnlichem Wasser“

Quelle: Rödemels Bierquelle ist der letzte Sauerbrunnen auf Sneefiäldsnäs, und am berühmtesten unter allen mineralischen Wassern in Island (Olassen, Reise durch Island, 1774).

Bierquelle   „Ort, an dem man Bier bekommt“

Quelle: Klas kümmerte sich um zwei Quellen gar wenig, nemlich um die Wasserquelle und die Bierquelle, sondern gebrauchte allein die Milchquelle und die Weinquelle (Arndt, Märchen und Jugenderinnerungen, 1842).

Bierrestaurant   „Restaurant mit Bierausschank“

Quelle: Leonhart empfahl sich, indem er eine Einladung zur Eröffnung eines neuen stilvollen Bierrestaurants vorwies (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Bierschenke   „einfaches Bierlokal“

Quelle: In einem Städtchen bei Landshut waren eines Tages mehrere Studenten in einer Bierschenke versammelt (Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, 1852-53). - Man sieht es, wie schnell ich wieder in ganz München, in hohen und niedern Gesellschaften, in Gesandtschaftshäusern und Bierschenken, in Büchersälen und gedankenlosen Zusammenkünften, der Jupiter's und Silen's, den Juno's und ihren Stubenmädchen, Virtuosen und Schnurranten, gesezten Weisen und lüftigen Landstreichern bekannt wurde (Schubart, Leben und Gesinnungen, 1791-93). - Mittel: 1) Daß eine Ordnung und Instruction denen Schenck-Wirthen / wie sie sich zu verhalten / vorgeschrieben / und darinnen alles obige unter gewisser Straffe abgestellet / und 2) die Bierschencken und das darinnen befindliche Gemäß zum öfftern ohnvermerckt visitirt, und die befundene Betriegereyen exemplarisch abgestraffet / das verfälschte Getränck aber confisciret / und / wo es ohnschädlich / unter die Armen ausgetheilet werde (Hoenn, Betrugs-Lexikon, 1724). - Jtem sie bey verrichtung jhres Gottesdienstes in den Kirchen für den Bildern / welche nur mit wolriechenden Weyrauch müssen geehret werden / einen übelen Geruch von sich gaben. Haben Sie den Toback Handel vnd Gebrauch Anno 1634. neben den Privat Brantewein vnd Bierschencken gäntzlich verbotten (Olearius, Offt begehrte Beschreibung Der Newen Orientalischen Rejse, 1647).

Bierstadt   „für ihr Bier berühmte Stadt“

Quelle: "Kunststadt? Bierstadt willst Du sagen!" (Conrad, Was die Isar rauscht, 1887-90).

Bierstube   „einfaches Bierlokal mit nur einem Gastraum“

Quelle: Geschlossene Gesellschaften (Museum, Bürgerverein, Literarischer Verein etc.) u. öffentliche Vergnügungslokale sind sehr viele, u. bes. im Carneval finden Feste aller Art statt; bes. sind aber die Bierstuben u. Kaffeehäuser u. im Sommer die Bierkeller, weniger die Conditoreien besucht (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. München). - Eine entsetzliche Aufklärung fährt wie ein pestilenzischer Südwind durch alle Köpfe in der Bierstube (Wiener Zeitschrift, 1792). - Indessen ersahe ich ein grosses Zimmer / ein Contubernium, Musaeum, Studiolum, Bierstube / Weinschencke / Ballenhauß /Hurenhauß etc. In Warheit kam ich nicht eigentlich sagen /was es gewesen (Moscherosch, Wunderbahre und wahrhaftige Gesichte Philanders von Sittewald, 1640).

Biertaverne   „einfaches Bierlokal“

Quelle: Sie erhielten dann ein Festessen und durften einen Spaziergang machen "gegen das Versprechen, nicht in die Weinläden oder Biertavernen zu gehen" (Ompteda, Aus England: Neue Bilder aus dem Leben in England, 1882). - Revolutionsprediger erhoben sich in den Biertavernen (Allgemeine Literatur-Zeitung, 1795). - Gleichwol es etlicher Orten / als in Bohemerland / in schlechten BierTafernen / vnd in den Dörffern gar vil Bancketierens vnd Strotruckens abgibt (Guarinonius, Die Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts, 1610).

Bierwirtschaft   „Bierlokal“

Quelle: Ich habe Bekannte, die Ihnen einen Verdienst als Clavierspieler in einer ordentlichen Bierwirthschaft verschaffen können (Ruppius, Der Pedlar, 1859). - Dass man vor 200. Jahren noch anders darüber gedacht und diese Bier-Wirthschaft unter der Würde eines Fürsten gehalten habe, beweist nachfolgender Auszug eines von Kayser Rudolf II. Dato Prag den 4. Aug. 1579. an Herzog Julius zu Braunschweig erlassenen Reichs-Hofräthlichen Rescripts (Moser, Politische Wahrheiten, 1796).

Bierzelt   „Festzelt mit Bierausschank“

Quelle: Unser Musterschlaraffe hatte den Bierausschank übernommen, und mit heiligem Ernste waltete er seines Amtes, nicht den geringsten Makel an seinem Bierzelte wollte er auf sich laden (Junkermann, Memoiren eines Hofschauspielers, 1888).

substantivisches Determinativkompositum mit Möbelbezeichnung als Hinterglied
Bierbank   „einfache Sitzbank in Bierlokalen“

Quelle: In diesem Augenblick bin ich Gegenstand der Unterhaltung bei allen Teetassen, auf allen Bierbänken (Freytag, Die Journalisten, 1854). - Die Bierbank, plur. die -bänke, eigentlich eine Bank in einem Bierhause. Es wird auf allen Bierbänken davon gesprochen, im gemeinen Leben (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Die Kreaturen des Präsidenten fachten den glimmenden Haß des Publikums wider ihn zur Flamme an, und sehr bald wurde der neue Rat bei der Kaffeetasse und auf der Bierbank so allgemein gelästert, verflucht und gescholten, als man ihn nicht allzulange vorher lobpries (Wezel, Hermann und Ulrike, 1780). - Sie schämen sich nur deswegen, Spielleute genennet zu werden, weil es schon in einem schlimmen Ruf ist und nur diejenige also genennet werden, die sich da auf allen Bierbänken sehen und hören lassen, die da auf jeder Strohhochzeit eines herabfiedeln und zuletzt mit einem Stück Semmel davonlaufen (Beer, Teutsche Winter-Nächte, 1682).

Biertafel   „Tisch in einem Bierlokal“

Quelle: Die vor ihm stehende Biertafel wird von dem sogenannten Bierfuchs, einem im ersten Semester stehenden Studenten bedient (Grässe, Bierstudien, 1872). - In Hamburg heißt es Nösterbier, in Hannover, vielleicht im Scherze, Wuttu, an andern Orten gleichfalls im Scherze Langeweile, woraus vermuthlich das Schlesische Langvel, Langfel, Lampfen, verderbt ist, zu Roßwein in Meißen Langfahn, nicht, wie Frisch will von dem Franz. l'enfant, sondern weil es lange Fahnen an den Biertafeln in den Bierhäusern macht (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Kofent).

Biertisch   „Tisch in einem Bierlokal“

Quelle: Man gebe sich niemals den sogenannten "Jugendeseleien" hin, selbst am Biertische nicht (Samsreither, Der Wohlanstand, 1883). - Der Biertisch, des -es, plur. die -e, in großen Bierhäusern, ein Verschlag oder Tisch, an welchem derjenige sitzet, der die Bezahlung für das ausgeschenkte Bier einnimmt (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - also solle auch diser discurs nit generaliter und insgemein von allen Prognisticanten gehalten seyn / sondern nur von den jenigen / deren es so viel gibt / als Fleder-Mäus bey der Nacht fliegen / welche die Parallel-Linien nicht auf dem Globo oder Himmels-Kugel / sondern in der Hennen-Steigen auffsuchen / welche Triangulum von deß Palm-Esels Spitz-Ohren / und Quadrangulum an dem Bier-Tisch wahrnemmen (Gansler, Lugenschmid, 1698).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Bierbräu   „Brauer, Braumeister“

Quelle: In Folge gnädigsten Befehls der k. Regierung des Regenkreises, K. d. F., wird man den Wollnzacher Jagdbogen Montag den 11. Oktober in loco Wollnzach früh um 9 Uhr bei dem Bierbräu Schiernbeck verstiften (Königlich-baierisches Intelligenzblatt für den Regen-Kreis, 1824). - ich küßte ihm tausendmal die Hand, nahm Abschied und marschierte über Thabor, böhmisch Buttweiß und Linz nach Salzburg, wo ich beim Bierbräu in der Höll einkehrte (Prosch, Leben und Ereignisse des Peter Prosch, 1789). - Der jährliche Zinß bleibt ausständig; Bierbräu, Metzger, und Becken müssen lang borgen; Schuster, Schneider, und andere Hand-Wercker lang mit ihrem Flick-Zettel hinnach lauffen, bis man ihnen auf einem Spänlein Geld gibt (Wenz, Lehrreiches Exempelbuch, 1757). - Denen Ehrnvesten / Wolvorgeachten und Weisen Herrn Theodorus Frieß / Handelsmann / und Herrn Thomas Buntz / Bierbräu und Gastgeb zum Schwartzen Adler [...] Wünsche ich GOttes reiche Gnad / den Frieden JEsu Christi / samt der Trostreichen Gemeinschafft deß Heil. Geistes / neben allem Wolergehen / an Seel und Leib / zeitlich und ewig! (Bauller, Hell-Polirter Laster-Spiegel, 1681).

Bierbrauer   „jemand, der Bier herstellt“

Quelle: Steen, Jan, holländ. Maler, geb. 1636 zu Leyden, Schüler Brouwer's und van Goyen's, war zugleich Bierbrauer und Schenkwirth, aber wegen seines ungeordneten Lebens stets in Noth (Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, s.v. Steen). - Der Bierbrauer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Handwerker, der das Brauen des Bieres verstehet, und den man auch nur schlechthin einen Brauer, und wenn er Meister ist, einen Braumeister nennet (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Die Bierbrauer ziehen das Quell- und Brunnwasser, welches recht klar und frisch ist, allen andern vor (Lemery, Vollständiges Materialien-Lexicon, 1721, s.v. Cerevisia). - In dem Schlosse der Veronia hielt sich vor diesem ein Bierbrauer auf, welcher nebenst seinem absonderlichen Fleiß ein überaus frommer Mensch war (Beer, Teutsche Winter-Nächte, 1682).

Biereige   „Besitzer der Braugerechtigkeit“

Quelle: Biereige, Bürger, welchem das Recht, Bier zum Verkauf zu brauen, zusteht; daher Biereigenexpectanz, die Anwartschaft auf Braugerechtigkeit (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v.). - Der Biereige, des -n, plur. die -n, an einigen Orten, z.B. in Erfurt, ein Bürger, welcher das Recht hat, Bier zum Verkaufe zu brauen, dergleichen Bürger man an andern Orten Brauherren, ingleichen Brauer zu nennen pflegt. Die letzte Hälfte dieses Wortes ist das alte Eige, ein eigenthümlicher Besitzer, von dem alten eigen, haben, besitzen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Biereige / der / qui facultatem habet braxandi, coctor cerevisarius vulgo braxator (Stieler, Der Deutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs, oder Teutscher Sprachschatz, 1691).

Bierfahrer   „jemand, der Bier transportiert“

Quelle: Der Verklagte behauptete, daß er einen großen Theil der eingeklagten Summe an den Bierfahrer bezahlt habe (Berliner Gerichts-Zeitung, 1868). - Letzteres ist der Sammelplatz der Braugesellen, Bierfahrer und anderer Handarbeiter (Journal von und für Franken 2, 1791).

Bierführer   „jemand, der Bier transportiert“

Quelle: Bei jedem sollen die Bräuer nebst einem Bierführer einen zweiten Abtrager aufstellen (Zaleisky, Handbuch der Gesetze und Verordnungen welche für die Polizei-Verwaltung im österreichischen Kaiserstaate von 1740-1852 erschienen sind, 1854). - von der ersten Pfanne soll der Brauer mehr nicht dann zwölff Eymer / die Braumeister jeder sechs / wie auch drey Helffers-Knechte und der Bierführer / jeder sechs Eymer haben (Geise, Teutsches Corpus Juris, 1703). - Es ist ein offenbahre Calumnia die nicht allein mich / sondern viel ehrliche Leuthe mehr angehet / als diejenige / welche ihr Brod dadurch gewinnen / Weinhändler ins groß / Brauer / Herbergierer / Wein- und Bierschencker / Weinverlasser / Kranträger / Bierführer / Glaßverkauffer und andre mehr (Sixtus Boldrian, Wurm-Logia vieler seltzamen Würmer, 1690).

Bierhändler   „jemand, der mit Bier handelt“

Quelle: Während der Messezeit war auch den fremden Wein- und Bierhändlern gestattet, im kleinen auszuschenken (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Wein). - Ein reicher Bierhändler, der Gelegenheit hat, die meisten von dem Volke trunken zu machen, wird einem Manne, der die größten Talente und die besten Absichten hat, immer vorgezogen werden (Le Blanc, Schildernder Vergleich des Characters der englischen und französischen Nation, 1770). - Also machen es die Bierhändler / sie kauffen ein gut Theil Bottellie-Bier / vermengen das unter ander vergornes Bier / und halten es in wohl zugebundenen Gefässen / darmit haben sie allezeit einen guten Trunck / der nicht sauret (Blankaart, Gründliche Beschreibung vom Scharbock und dessen Zufällen, 1693).

Bierholer   „jemand, der Bier holt“

Quelle: Als dieses die Croaten erfuhren, kommen Abends in die 100 eben an dem Tage den 2. Febr. nach Forste in meinung die Cotbuschen Bierholer noch anzutreffen (Neues allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preussischen Staates 3, 1836). - Da man die Stranguriam von Biere bekommen kan / ausser dem /daß der Bier holende unterwegens sein Wasser nicht abgeschlagen hat / wer denn nun der Sache gewiß seyn könne / daß so der Bier-trincker die kalte Pisse bekömmt / wenn der Bierholende gepisset hat / ob diese Beschwerung dem Wasserlassen des Bierholers / oder dem Biere selbst zuzuschreiben sey? (Schmidt, Die gestriegelte Rocken-Philosophie, 1718-22).

Bierkenner   „jemand, der sich mit Bier auskennt“

Quelle: Luks (Lukas) soll ein Schuhmacher in Königsberg gewesen sein, der, ein tüchtiger Bierkenner, aus allen Häusern Proben geholt, um sich dann, wo er das beste gefunden, sein Bier so lange holen lassen, als er es gut gefunden, nachher aber seine Versuche aufs neue begonnen (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1873, s.v. Lukas). - Das Bier ist von solcher Qualität, daß man es zu rühmen nicht nöthig hat, es wird sich jedem Bierkenner von selbst rühmen (Donnstags-Blatt, 1781).

Bierkoster   „jemand, der die Bierqualität prüft“

Quelle: Der Bierkoster ist "überall und nirgends." Wie die Biene ihr natürlicher Instinkt leitet, von allen Blumen zu kosten, so treibt den Bierkoster seine Pflicht, sämmtliche Bierfabriken der Stadt zu besuchen (Augsburger Tagblatt, 1837). - Der Bierkoster, des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Orten, z.B. zu Regensburg, verpflichtete Personen, welche das Bier bey allen Bierbrauern kosten müssen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierrufer   „Kommunalbediensteter, der die Bierschenken eines Ortes öffentlich ausruft“

Quelle: Wenn nun das Seelenbad angehen sollte, da kam der Bierrufer hinter dem Berge hervor auf den Markt und rief das Seelenbad also aus (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staates, 1868-71). - Der Bierrufer, des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Orten, wo die Bürger das zum Bedürfniß der Stadt nöthige Bier brauen, ein Knecht, der den Ort, wo frisches Bier zu haben ist, öffentlich ausrufet (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierschätzer   „Kommunalbediensteter, der Bierqualität und -preis kontrolliert“

Quelle: Die Güte dieses Bieres, und daß nicht zu viel gebraut worden, bestätigten die verpflichteten Bierschätzer (Ausfürhlicher Bericht über den Feldzug der Bierbrauer gegen die Bauern zu Nulldorf, 1821). - so können aus 11 ½ Kübel 65 Eimer 11 6/17 Maas gutes, reichlich 7 ½ Grad haltendes Bier, ohne Aussatz, gebraut und zur größten Zufriedenheit der verpflichteten Bier-Schätzer ausgeschenkt werden (Völderndorff und Waradein, Geschichte einer Brod-Raitung, 1792). - der Herr Bierschätzer hatte gleich eine krancke Kuh / die muste ich gesund machen (Weise, Bäurischer Machiavellus, 1681).

Bierschenk   „jemand, der Bier ausschenkt“

Quelle: Bierschenk verdurstet nicht (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1867, s.v.). - Der Bierschenk, des -en, plur. die -en, derjenige, welcher Bier schenket, d.i. es im Kleinen öffentlich verkaufet; im Nieders. ein Krüger (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Solte aber der Teuffel itzunder alle Bierschencken / so da übel das Bier messen / beschlagen lassen / würde das Eysen gar theur werden (Praetorius, Anthropodemus plutonicus, 1666-67).

Bierschenker   „jemand, der Bier ausschenkt“

Quelle: Die vierzehn Steine im Kreise sind die Tänzer und Tänzerinnen gewesen; die zwei in der Mitte die Bierschenker, und die zwei außerhalb des Kreises die Spielleute. An diesen beiden Letzteren kann man im Stein noch die Violinen erkennen (Temme, Die Volkssagen der Altmark, 1839). - Damals hielt er sich vorzüglich bei einem lustigen und schalkhaften Wein- und Bierschenker, Namens Bleuset auf, den viel Berliner von allerlei Ständen besuchten (Nicolai, Leben und Thaten Jakob Paul Freiherrn von Gundling, 1795). - Es ist ein offenbahre Calumnia die nicht allein mich / sondern viel ehrliche Leuthe mehr angehet / als diejenige / welche ihr Brod dadurch gewinnen / Weinhändler ins groß / Brauer / Herbergierer / Wein- und Bierschencker / Weinverlasser / Kranträger / Bierführer / Glaßverkauffer und andre mehr (Sixtus Boldrian, Wurm-Logia vieler seltzamen Würmer, 1690).

Bierschenkin   „Frau, die Bier ausschenkt“

Quelle: Im Städtchen Belgern zwischen Torgau und dem durch die Schlacht, in welcher Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige zum Gefangenen gemacht wurde, berühmten Mühlberg hat es sich begeben, daß einer Bierschenkin, die zwar sehr gutes Bier hatte, dasselbe aber sehr knapp maß, ein seltsamliches Abenteuer zustieß (Bechstein, Deutsches Sagenbuch, 1853). - Und dennoch denckt die Bierschenckin / ihr Bier gehet um des willen so schnell ab / weil die Magd mit der ersten Kanne so geschwinde damit ist heimgelauffen (Schmidt, Die gestriegelte Rocken-Philosophie, 1705). - Jene Burgerin oder Bierschenckin fragte ihren Kellerjungen: Hast du auch diesen Gästen das Bier angeschrieben? (Ergötzliche, aber Ehr- und Sittsame Bürger-Lust, 1696).

Bierschmecker   „Bierkenner, geübter Biertrinker“

Quelle: Nach Hennig 29 soll Luks (Lukas) ein Schuster in Königsberg und nebenbei ein guter Bierschmecker gewesen sein, der aus allen Häusern Proben geholt, da er dann, wo er das beste gefunden, so lange holen liess, als es gut geblieben ist, worauf er aber seine Versuche aufs neue begonnen habe (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1880, s.v. wissen).

Bierschröter   „jemand, der Bierfässer an die Lokale ausliefert“

Quelle: Bierschröter, verpflichtete Leute, welche die Bierfässer aus dem Keller des Brauhauses u. in die Keller der Bierschenken schroten, wofür sie nach einer Taxe bezahlt werden; sie machen an manchen Orten eine besondere Innung, das Bierschrotamt, aus (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v.). - Der Bierschröter, des -s, plur. ut nom. sing. in den meisten Orten Ober- und Nieder-Deutschlandes, verpflichtete Leute, welche allein das Recht haben, das Bier in die Keller, und aus denselben zu schroten, und welche an andern Orten Bierspünder, Spünder und zu Torgau Zippler heißen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Ein Trescher vnnd Taglöhner / ein Bierschröter / Capitler / oder vierschrötiger grober Bawer kam ein andere Speiß vertragen / als ein Gelehrter / oder ein ander / der keine harte Arbeit verrichten kan (Pansa, Köstlicher und heilsamer Extract der gantzen Artzneykunst, 1618).

Biersieder   „im Sudhaus tätiger Bierbrauer, Maischer“

Quelle: Die Brauer werden vielleicht dagegen einwenden, daß die Manipulation umständlich und für den gemeinen Biersieder schwerer zugänglich sei (Mittheilungen der kaiserlich-königlichen Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde in Brünn, 1843). -... sondern obgedachtermassen von dem Bier-Sieder erlegt, von ihme auch aus jedem Bier-Kessel des Jahrs,und zwar gleich zu Antritt des Brauens, das erstemahl das Kessel-Geld in recognitionem verwilligten privilegii mit 12. fl. erlegt und bezahlt [...] werden (Sammlung derer sämtlichen Handwerks-Ordnungen des Herzogthums Würtemberg, 1760). - diesen Kärchern sollen die Biersieder die Schein / wie viel Bier die Wirthe abholen lassen / einhändigen (Chur-Pfaltz Erneuerte Bierbrau- vnd Umbgelts-Ordnung, 1673).

Bierspünder   „jemand, der Bierfässer an die Lokale ausliefert und verspundet“

Quelle: In der Johanniswoche am 26. Juni 1650 gingen zwei Mägdlein, Christoph Riekens Schneiders und Clemens Rotens Bierspunders in Perleberg beide Töchter nach dem Morgenmahl spielen bei einem untersten dicken Mühlstein (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, 1868-71). - Der Spünder, des -s, plur. ut nom. sing. oder vollständig der Bierspünder, Weinspünder, ein verpflichteter Arbeiter, der nicht nur volle Fässer in die Keller schaft, sondern auch selbige zur gehörigen Zeit zuspündet, und der von der ersten Arbeit gemeiniglich Wein- oder Bierschröter heißt (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Spünder). - Spünder, Bierspünder, Schröter, werden diejenigen genennet, welche wein oder bier in die keller bringen (Jablonski, Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften, 1748, s.v. Spünder). - laß den Bierspünder das Spund machen (Coler, Oeconomia Ruralis et Domestica, 1645).

Bierträger   „jemand, der Bierfässer trägt“

Quelle: Aehnliche Fälle wiederholten sich beim Entlöschen und Verladen, wo es zwischen Strand- und Bierträgern sogar zu Thätlichkeiten kam, bis diese Angelegenheit endlich zum richterlichen Austrage gelangt (Sundine: Unterhaltungsblatt für Neu-Vorpommern und Rügen 20, 1846). - Nun lagen aber noch die beiden Bierträger im Keller (Wagener, Die Schule der Erfahrung für Alle denen Zufriedenheit, Leben und Gesundheit werth sind, 1799). - Im Fall ein Feuer auskommen sollte; sollen zum Leschen herbei zu eilen verbunden seyn alle Bestäter / und Unterkäuffer / Bierträger / Messer / Setzer / Kornträger / Wagträger (Francisci, Der lustigen Schau-Bühne vielerhand Curiositäten Zweyter Theil, 1698).

Bierträgerin   „Serviererin in einem Bierlokal“

Quelle: Ueberall abgewiesen wendete sie sich endlich an einen reichen Bierbrauer und bat ihn, sie als Bierträgerin zu nehmen (Nürnberger Tag-Blatt für Stadt und Umgegend, 1832).

Biertrinker   „jemand, der gern Bier trinkt“

Quelle: Einen treuen Bier- und Branntweintrinker verlässt unser Hergott nicht (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1880, s.v.). - Der Weintrinker, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher Wein zu trinken pflegt, zum Unterschiede von einem Wassertrinker, und Biertrinker (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Weintrinker). - Bier machet nicht fett, weil nicht alle Biertrinker fett sind (Kästner, Der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften Abhandlungen aus der Naturlehre, Haushaltungskunst und Mechanik, 1750).

Bierverleger   „jemand, der einen Zwischenhandel für Bier betreibt“

Quelle: Alle diejenigen, welche durch meinen bisherigen, jetzt aber von mir entlassenen Bierverleger, Christian Nitzschke, Bier aus meiner Brauerei erhalten und solches noch nicht bezahlt haben, werden andurch gewarnt und aufgefordert, diesfallsige Zahlungen nicht an genannten Nitzschke, vielmehr an mich oder meinen dermaligen Bierverleger, Herrn Rudolph, gegen Quittung zu leisten (Leipziger Zeitung, 1830). - Herr Schwanda von Zemschitz bürgerlicher Bierverleger both sich an, die Waisen auf immer mit sogenannten Mittelbiere zum täglichen Trunke zu versehen, an höhern Festtagen aber mit gutem Biere (Carnova, Geschichte des Waiseninstituts zum heiligen Johann dem Täufer in Prag, 1785). - Vor das Bier wird zwar alle Viertel-Jahr eine Tax denen Bier-Verlegern außgesetzet (Weingarten, Andermahlige vnd vermehrte Edition Vindemiae Judicialis, 1679).

Bierversilberer   „Bierbrauer“

Quelle: Kind, frevele nicht, er ist Bierversilberer, die haben alle was; das sein gar fleißige Leut; die versilbern nicht nur das Bier, sie vergolden auch ihre Kassa (Nestroy, Der Talisman, 1843). - Die Bierversilberer können nach dem Austritte von einen Bräumeister gleich wieder bei einem andern eintreten (Handbuch aller unter der Regierung des Kaisers Joseph des II. für die k. k. Erbländer ergangenen Verordnungen und Gesetze, 1788).

Bierverwalter   „Aufseher beim Bierbrauen“

Quelle: Das B. selbst wird in größeren u. öffentlichen Brauereien von Bierbrauern betrieben, welche das Brauen des Bieres kunstmäßig erlernt haben u. es zu ihrem Geschäfte machen; sie sind gewöhnlich nicht zünftig (doch bilden sie oft in großen Städten die Brauergilde), sondern werden von Brauereibesitzern od. Bierverwaltern angenommen u. verpflichtet, um dem Brauwesen vorzustehen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierbrauen). - Der Bierverwalter soll aus der brauenden Bürgerschaft, durch die meisten Stimmen, erwählet und salariret werden (Leipziger Intelligenz-Blatt, 1770).

Biervisierer   „amtlicher Prüfer für das Bierwesen“

Quelle: Biersteuer (Bierpfennig), die Abgabe, welche von gebrautem Bier od. bei Einführung von fremdem gezahlt werden muß; fällt meist in städtische od. sonstige öffentliche Kassen. Sie wird von den Biervisirern od. Bierinspectoren, die den kubischen Inhalt der Gefäße messen, eingenommen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Biersteuer).

Bierzapfer   „jemand, der Bier abzapft“

Quelle: Einer sei ein stiller Bierzapfer in der Nähe von New York, der andere Schulhalter in Texas und der dritte Prediger bei einer kleinen Religionsunternehmung, und allen gehe es gut (Keller, Das Sinngedicht, 1882-84). - Der Bierzapfer, das -s, plur. ut nom. sing. in den Bierschenken, ein Bedienter, der das Bier auszapfet (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Als hat der Bier-Auffseher mehrgedachter Bierzapffer Keller fleissig zu visitiren (Chur-Pfaltz erneuerte Bier-Umbgelts-Ordnung, 1672).

Bierzapferin   „Frau, die Bier abzapft“

Quelle: Längst ist vom Wirtshaus zur Gans keine Spur mehr vorhanden, aber die böse Wirtin, oder vielmehr ihre Seele, hat noch immer keine Ruhe, sie muß umgehen, wie die Arnstädter Bierzapferin im Walperholz (Bechstein, Deutsches Sagenbuch, 1853).

Bierzapfler   „jemand, der Bier abzapft“

Quelle: Die Kaffetiers, Weinwirthe, Traiteurs und Bierzapfler etc., die dergleichen Spiele gestatten, haben im ersten Betretungsfalle 50 fl., im 2ten 100 fl. und im 3ten Falle die Einziehung ihrer Gerechtigkeit oder Concession verwirkt (Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger von München, 1833). - Nun war ich Brandweinbrenner und ein Bierzapfler (Prosch, Leben und Ereignisse des Peter Prosch, 1789). - Ihr Bierzäpfler, wann ziehet ihr den meisten Gewinn ein? am Feiertag (Abraham a Sancta Clara, Judas der Erzschelm, 1680).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Bierbruder   „Bierzecher, Kumpan beim Biertrinken“

Quelle: Er kniff schelmisch ein Auge zu und zwinkerte den Dichter an, als handle es sich um ein vertrauliches Privatzugeständniß zwei schlauer Bierbrüder (Bleibtreu, Größenwahn, 1888). - Ein Geistlicher sprach, da er zum zweiten Theil überging, indem er die Kanzelsanduhr, welche mehr als andere Sanduhren ein Sinnbild unsers Lebens ist, umkehrte: Noch ein Gläschen, meine Geliebten! und man nannte ihn, wie einen faulen Käse: Bierbruder (Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie, 1778-81). - Darum pflegen die Bierbrüder und Trunkenbolde den ältesten Käsen / ja da die maden ausspringen / vor den besten zu halten (Beverwijck, Allgemeine Artzney, 1674).

Bierdimpfl   „gewohnheitsmäßiger Biertrinker“

Quelle: eine dunkle Sage raunte, daß er, obzwar legitimer Ministerssohn aus einem Großherzogtum à la Gerolstein, doch, durch eine Verkettung romantischer Umstände mütterlicherseits, einem Großbrau-Pascha sein edelgeborenes Dasein, sein plebejisches Bierdimpfl-Gesicht und den Besitz ansehnlicher Bräuerei-Aktien verdanke (Conrad, Was die Isar rauscht, 1887-90).

Bierfechter   „Artist, der bei Biergeselligkeiten Fechtkunststücke vorführt“

Quelle: Da werden wir heute abermahl einen frölichen und recht kurtzweiligen Tag haben / denn diese Leute / dieweil sie in einem so seltzamen Habit auffgezogen kommen / vielleicht Gaukkeler / oder Bierfechter / oder auch wol Seiltäntzer seyn mügen / welche Gesellen mit Jhrem Taschenspielen / Lufftsprüngen und tausend anderen grillen und Zuseheren die Zeit sehr ahrtig zu kürtzen wissen (Rist, Das Friedewünschende Teutschland, 1647).

Bierfiedler   „einfacher Geiger, der bei Biergeselligkeiten aufspielt“

Quelle: Sie bedienen sich da eines vollständig falschen Ausdruckes. "Musik macht" ein Bierfiedler oder Leierkastenmann; ich aber bin Komponist (May, Der Oelprinz, 1893-94). - Der Bierfiedler, des -s, plur. ut nom. sing. in niedrigen Ausdrücken, ein eben so niedriger Musicant, der den Gästen in den Bierhäusern aufspielet; im Oberdeutschen Scheergeiger, in Baiern Scherzlgeiger (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - da sitzen eben diese vier Kavallier und sauffen einander rechtschaffen auff die Haut / ein paar sitzet auff den Knien trinket Gesundheit / der dritte stehet auff dem Tische und säufft in floribus, der vierte singet immittelst daß Runda dinella und andere Saufflieder / haben einen Kerl mit der Leier oder sonst einen Bierfiedeler bey sich / sind sehr lustig und machen allerhand Possen (Rist, Das Friedewünschende Teutschland, 1647).

Biergast   „jemand, der zum Biertrinken ein Lokal aufsucht“

Quelle: Bierschank, das Recht, Bier im Einzelnen zu verkaufen u. Biergäste zu setzen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierschank). - Der Biergast, des -es, plur. die -gäste, ein Gast, oder Kunde, der gewöhnlich an einen Ort zu Biere geht; ingleichen, der sein nöthiges Bier gewöhnlich von einem Brauer nimmt (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - denn die Lieder oder vielmehr das Geschrey, kan sich nicht mit in das Bier brauen / daß solches hernach bey dem Verzapffen die Biergäste auch singend oder närrisch machete, wie zwar insgemein die Eigenschafft des guten starcken Bieres ist (Schmidt, Die gestriegelte Rocken-Philosophie, 1718-22). -... auch in den öffentlichen Schenck-Häusern keine Wein- oder BierGäste / Frembde vndWandersleüthe ausgeschlossen / gesetzet werden (Provisional-Verordnung des Durchl. Fürsten Friederich Wilhelm Hertzogen zu Sachsen, 1652).

Biergelde   „teilweise Unfreier“

Quelle: Der Sachsenspiegel nimmt noch als Regel an, dass die Pfleghaften und die Biergelden ein Eigen haben (Zoepfl, Deutsche Rechtsgeschichte, 1872). - Denn alle diejenigen so zu einer Vögtey gehörten stunden, wie vordem die Mannie, für einen Mann; hafteten für einander, und wurden daher Biergelden genannt (Möser, Osnabrückische Geschichte, 1768). - Den Biergelden / vnnd die Pfleghafften heißen / vnnd des Schultesding suchen / gibt man 16. Schillinge zu Wehrgelde (Polmann, Sachsenspiegel Handbuch, 1603).

Bierheld   „tüchtiger Biertrinker“

Quelle: Eines Sonntags saß im Wirthshause des Dörfleins eine lustige Gesellschaft von jungen Männern, als unser Bierheld von der Ferne gerade auf die Schänke zuschritt (Prager Abendblatt, 1849). - Da liegt denn der stolze Bierheld oder Weinritter, und macht den Gästen ein Fastnachtspiel, speyet über die Zähne wie ein Reiger, und machet ein Hofrecht, daß die Hunde solche Schweinsfedern fressen (Grosses vollständiges Universal- Lexicon aller Wissenschaften und Künste, 1742, s.v. Schlämmer). - Ein ander Phantaste klügelte / und sagte: Riebentsahgel / per anagramma, gehet in Breßla / und miesset den unmässigen Säuffern / Schwelgern / und Bierhelden / den Schöps aus (Praetorius, DaeMonoLogia RVbInzaLII sILesII, 1662).

Bierherr   „jemand, der das Bier betreffende Dinge regelt“

Quelle: Das Geld, mit welchem das Fest ausgerichtet wird, schießen die einzelnen Dorfgemeinden zusammen: sie erwählen zwei Bierherrn, die Alles anordnen und nichts zu zahlen brauchen (Sommer, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Sachsen und Thüringen, 1846). - Während ich krank war, starb nicht nur mein schwindsüchtiger Nachbar, von dem ich oben sprach, sondern auch noch ein anderer Beneficiat (Bierherr) im Domstift (Bronner, Leben, 1797). - Sein Herr Groß-Vater von Vater / der Weilandt Wohl Ehrenveste / Hoch-Achtbahre und Hochweise Herr Conrad Deuerlin in die 43. Jahr zu Leipzig gewesener Zeug und Bier Herr (Deuerlin, Der fromme und getreue Knecht Gottes, 1677).

Bierinspektor   „Aufseher über das Bier“

Quelle: Biersteuer (Bierpfennig), die Abgabe, welche von gebrautem Bier od. bei Einführung von fremdem gezahlt werden muß; fällt meist in städtische od. sonstige öffentliche Kassen. Sie wird von den Biervisirern od. Bierinspectoren, die den kubischen Inhalt der Gefäße messen, eingenommen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Biersteuer). - Büchsenspanners, und übrige Förster im Lande, Bier-Inspector, alternieren unter sich nach dem Alter ihrer Bedienung (Allgemeine Staats- Kriegs- Kirchen- und Gelehrten-Chronicke, 1754).

Bierjunge   „junger Bierkellner“

Quelle: Da bin ich ja auch eingeladen, wie sich's gebührt. Ich wollt' es diesem Bierjungen auch gerathen haben! (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Bierkellner   „jemand, der in einem Lokal Bier serviert“

Quelle: Der Bierkellner war fast den ganzen Tag damit beschäftigt, nur dieses Haus allein zu bedienen (Bergmann, Diät, kaltes Wasser & Bewegung, die drei Herren der Medizin, 1838).

Bierkellnerin   „Frau, die in einem Lokal Bier serviert“

Quelle: Demoiselle Emilie Orlöp, die künftige Gräfin Reichenbach, wurde vom Vater geradezu unter die "Appelsinenmamsells" rangiert, die damals Unter den Linden hausieren gingen und nicht einmal jetzigen Bierkellnerinnen gleichkamen (Gutzkow, Aus der Knabenzeit, 1852).

Bierkönig   „bester Biertrinker einer Gruppe“

Quelle: Seinem Versprechen blieb er sein Leben lang getreu und war der stärkste Biertrinker im ganzen Lande. In der Schenke beim Schlosse hing lange das Bild dieses Bierkönigs; es ist aber in neuerer Zeit hinweggekommen (Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden, 1851). - Die Reuter / vnd andere gute Bierkönige / lobten ein Bier / daß es sehr gut wer / vnd truncken machte (Büttner, Von Claus Narren: 627 Historien, 1679).

Bierkumpan   „Gefährte beim Biertrinken“

Quelle: darum werden sie Ultramontanen seyn, indeß die befriedigendste Aussicht vorhanden ist, daß die Andern als fügsame Werkzeuge des Oberamts, wenigstens als wackere Bierkumpane des Hrn. Amtsrevisors bestens sich qualificiren werden (Hurter, Geburt und Wiedergeburt, 1845). - Nachher führten mich meine Bierkumpane auf die Oehlmühle, wo Musik war, und getanzt wurde (Laukhard, Leben und Schicksale, 1797).

Bierkutscher   „Lenker einer Bierkutsche“

Quelle: Auch sie, wie ihre Bediensteten, besonders die Bierkutscher, bedürfen einer besonderen sanitätspolizeilichen Ueberwachung (Lehrbuch des oeffentlichen Gesundheitswesens, 1894).

Bierlümmel   „schlecht erzogener Bierzecher“

Quelle: Der Hauptflegel, ein langer Bierlümmel mit der erbrechtlichen Anwartschaft auf den Landrat, Regierungspräsidenten oder sonst so was Schönes, der, wie sich nachher mir erklärte, mit dem Papa des Beaux hing, das heißt nach endlich bereinigtem Pump seine Rechnung noch mit ihm abzumachen hatte! (Raabe, Die Akten des Vogelsangs, 1896). - Der Schuster nahm ihm die Stiefel wieder, schlug sie ihm ums Maul, und sagte: Ey, du verlogner Bierlümmel! (Schreger, Lustiger und nützlicher Zeitvertreiber, 1753). - Also sollen hingegen stinckfaule Hümpler / versoffene Bierlümmel / und müssige Tagdiebe darüber erschrecken (Dilherr, Heilige Sonn- und Festtags-arbeit, 1660).

Biermamsell   „Serviererin in einem Bierlokal“

Quelle: Können Sie es tadeln, daß man zum Beispiel die sogenannten Biermamsells abgeschafft hat? (Goedsche, Sebastopol, 1855-57).

Biermann   „jemand, der mit Bier handelt“

Quelle: Noch mehrere, welche aber nur im gemeinen Leben üblich sind, bedeuten eine männliche Person, welche mit etwas handelt; wie Obstmann, Holzmann, Kräutermann, Biermann u.s.f. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Mann).

Biermensch   „wenig anziehende Serviererin in einem Bierlokal“

Quelle: "Puh!" sagte er, "das reine bayrische Biermensch! In die hätt ich mich nie verliebt." (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Bierphilister   „biertrinkender Spießbürger“

Quelle: Wo man aber gar einen "Lehrstuhl der Aesthetik" amtlich besoldet, da wird der angehende Bierphilister durch widerliche Shakespeareomanie und Goethepfafferei um den letzten Gran gesunden Urtheils und natürlicher Empfindung gebracht (Bleibtreu, Größenwahn, 1888). - Er sät sein Geld noch stets dem Bierphilister in die Hände, / Er hat sich ziemlich arm gesät, sein Sätuch zeigt das Lied vom Ende (König, Christoph Ernst Steinbach's Vollständiges deutsches Wörter-Buch, 1734).

Bierpoet   „Verfasser derber Wirtshausdichtung“

Quelle: Demnach theilten die Poeten / Auch sich ein in Wasserdichter, / Weinpoeten, Bierpoeten, / Und in Schnaps-, Absinthpoeten (Hamerling, Homunculus, 1888). - Welcher Bierpoet wird wohl in der ganzen Welt zu finden seyn, der nicht eben solche Meisterstücke verfertigen kann? (Der von seinem Traume erwachende Träumer, 1768).

Bierschlingel   „schlecht erzogener Biertrinker“

Quelle: Zwei Wirthe? Und diese beiden Bierschlingels wollen sich an meine Dorchlaucht machen? (May, Die drei Feldmarschalls, 1878). - es soll auch ein jeder Burger, wenns ihn betrifft, die Burger-Wache selbst versorgen, er hat denn genungsame Ursachen sich zu entschuldigen, und so es ihm vom Burger-Meister zugelassen, soll er einen andern Bürger, und nicht einen Bierschlingel oder Pech an seine Stelle verordnen (Axt, Freystädtische Chronica, 1751). - Item / ferner / wann einer und der andere junge / liederliche Bierschlingel zu andern seines gleichen mit mehrerm saget... (Rihlmann, Politischer Tractat von Staats- und Liebes-Sachen, 1664).

Bierwirt   „Betreiber eines Bierlokals“

Quelle: Eine gute Zeit hatte es unter seinem Besitzer Lührs als Direktor, der, ein einfacher Bierwirt, sich einen artistischen Leiter engagierte und im übrigen "vor dem Biere" sorgte (Junkermann, Memoiren eines Hofschauspielers, 1888). - Nun bin ich in dem 44ten Jahre meines Alters, Handschuhhändler, Bierwirt, Brandweinbrenner und ein Vater von sechs Kindern (Prosch, Leben und Ereignisse des Peter Prosch, 1789). - Schencke oder Bierwirth. Siehe Gastwirth (Spener, Theologische Bedencken, 1702). - sonderlich hilfft zu solchen jetzt / angezogenen Beschwerungen sehr / wann einige Geld-gier und geizige Bier-Wirth oder Schencken / das Bier im Keller mit Wasser fälschen und vermengen (Thieme, Haus- Feld- Artzney- Koch- Kunst- und Wunder-Buch, 1694).

Bierwirtin   „Betreiberin eines Bierlokals“

Quelle: Jene Bierwirtin nun mochte es mit dem Teufel entweder verdorben oder es mit ihm allzu gut gemeint haben, genug, der Teufel ritt sie in einer schönen Nacht vor die Schmiede in Pferdsgestalt (Bechstein, Deutsches Sagenbuch, 1853). - da man sie aber den 14. Januarii dies lauffenden Jahrs 1758. nach ihrer geendigten Straf-zeit aus gedachtem Zucht-haus entlassen, ist sie ungehindert des ihr zugleich nacher Bayern behändigten Passes dannoch von Wien mehrmalen nicht weggegangen, sondern, wie vorhin, meineidig alhier verblieben, und ihrer bösen Gewohnheit nach bei einer Bier-wirtin auf dem Spitalberg mit mehrmalig-diebischer Absicht in Dienst getretten (Todes-Urtheil einer ledigen Weibs-person, Namens: Catharina O., 1758). - Denn wie die Bierwirthin / aus dem Keller wieder herauf kommt / findet sie zwar diese ehrliche Karten-Anbieter noch am Tische sitzen / wie vorhin (Der Wunder-reiche Uberzug unserer Nider-Welt, 1680).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
Bierbass   „tiefe, voluminöse Stimme“

Quelle: Hübschmann, der Tertius, der uns auch einige Stunden gab, zeichnete sich durch einen großen Bierbaß aus, den er sich auf den Kirmessen erworben hatte (Seume, Mein Leben, 1811). - ich erinnerte mich noch recht wohl, wie herzlich ich einmal in meiner Jugend lachte, als ich in Goslar von dem Kantor unsrer Schule (der, im Vorbeigehen gesagt, da es ihm an Sängern fehlte, zwei Stimmen zu übernehmen pflegte, indem er bald einen fürchterlichen Bierbaß, bald eine unangenehme fistula ani sang), als ich von diesem Kantor des guten Schwindels Oratorio "Die Hirten bei der Krippe in Bethlehem" aufführen hörte (Knigge, Benjamin Noldmanns Geschichte der Aufklärung in Abyssinien, 1791).

Bierbauch   „dicker, vom Biertrinken aufgeschwemmter Bauch“

Quelle: Sei ein Philister, der sich stillvergnügt / Die Marseillaise auf den Bierbauch trommelt (Holz, Buch der Zeit, 1886). - Daher nennen wir auch einen sehr aufgeblähten Unterleib, einen Bierbauch (Frank, System einer vollständigen medicinischen Polizey, 1783).

Bierbauch   „Fähigkeit, Bier gut zu verdauen“

Quelle: sie haben einen guten Bierbauch / können allerley Bier / vnd alles vertragen / was jhnen vorkömpt (Pansa, Consilium evacuatorium: Das ist: Ein nützlicher Rathschlag vom Purgieren, 1615).

Biergurgel   „Kehle, durch die viel Bier geflossen ist“

Quelle: Bringt da den ersten besten Strolch, der am Wege liegt, angeschleppt, legt ihn wie ein Wickelkind ins Bett, und den besten Wein, der im Keller aufzutreiben ist, gießen sie ihm in die Biergurgel - das läßt sich der freilich gefallen! (Marlitt, Amtmanns Magd, 1881). - erst gestern hab ich noch mit Andacht im Habermann den Morgen-Seegen gesprochen, und gleich darauf mit einer ausgedähnten Biergurgel angefangen zu singen: Erhalt uns Herr bey deinem Wort (Weislinger, Der entlarvte Lutherische Heilige, 1756). - Solches geschahe / und demnach ich mich zimlich bekröpfft / und zugleich einen guten Trunck Zerbster-Bier verschlucket hatte / ließ ich mich beides mit der Laute und auff der groben / grossen / dicken / Quart-Posaune / der Biergurgel / mit meiner Stimme hören / was ich konte (Grimmelshausen, Der aus dem grab der vergessenheit wieder erstandene Simplicissimus, 1685).

Bierkopf   „Kopf eines Bierzechers“

Quelle: Es war etwas Weiches, Elegisches in seinen Zügen, etwas Wälsches fast, mit der fröhlichen Derbheit der urbajuwarischen Bierköpfe verglichen, deren es heute einige ältere Musterexemplare an der Raßlerschen Tafel gab (Conrad, Was die Isar rauscht, 1887-90). - Was ich gesagt / das ist die Warheit; mit der zeit möchte mans glauben / vnd dem Land grossen Nutzen dadurch schaffen: jetzunder aber kömmt es den Bauren vor wie Spanische Dörffer / vnd wil ihnen nicht in die grobe Bierköpffe (Glauber, Philosophi & Medici Celeberrimi Opera Chymica, 1658).

Bierstimme   „tiefe und laute Stimme“

Quelle: Draußen aber rief der Trommelhans mit seiner dicken Bierstimme: "Tausend Donner-Sakrament!" (Heine, Der Rabbi von Bacherach, 1840). - aber der Tumult war schon so groß, daß seine Stimme, wiewohl eine der besten Bierstimmen von ganz Abdera, eben so wenig gehört wurde, als das Geschrei eines Schiffjungens im Mastkorbe unter dem donnernden Geheul des Sturms und dem Brausen der zusammenprallenden Wellen (Wieland, Geschichte der Abderiten, 1774).

Bierton   „tiefer und lauter Stimmton“

Quelle: So saß der Kerl und trommelte die Melodie des Liedes, das einst die Geißler bei der Judenschlacht gesungen, und mit seinem rauhen Biertone gurgelte er die Worte: "Unsre Liebe Fraue, / Die ging im Morgentaue, / Kyrie eleison!" (Heine, Der Rabbi von Bacherach, 1840).

Bierwanst   „durch das Biertrinken aufgeschwemmter Bauch“

Quelle: Den Baier kennt man leicht unter allen Deutschen an seinem untersetzten nervigten Körper, an seinem Bierwanst und am runden kleinen Schädel (Weber, Sämtliche Werke, 1840).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungsteilbezeichnung als Hinterglied
Bierzipfel   „an Hosenbund oder Weste getragenes Schmuckband als Teil der Burschenschaftscouleur“

Quelle: Das übliche Album; meist schlechte Bilder; viele Uniformen, Verbindungsmützen und Bierzipfel (Freie Bühne für den Entwicklungskampf der Zeit 4, 1893).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
Bieranstalt   „Schankbetrieb für Bier“

Quelle: wogegen sie sehr beschäftigt taten mit Errichtung einer großen Aktienbierbrauerei und Anlegung einer Aktienhopfenpflanzung, da sie plötzlich auf den Gedanken gekommen waren, eine solche stattliche Bieranstalt mit weitläufigen guten Kellereien, Trinkhallen und Terrassen würde der Stadt einen neuen Aufschwung geben und dieselbe berühmt und vielbesucht machen (Keller, Frau Regel Amrain und ihr Jüngster, 1856).

Bieraufguss   „medizinischer Aufguss mit Bier“

Quelle: Als Transpirationsmittel benutze ich Chamilleninfuse mit Minderergeist, oftmals auch die schwarzen Johannisbeer-Stengel in einem Bieraufguss, oder kleine Gaben von tart. stib. (Wittmaack, Beiträge zur rationellen Therapie, 1857). - Sie ist ein kräftiges Magenstärkendes Gewürz, welches in dieser Absicht größtentheils nur vom Landvolke in einem Bieraufgusse und von Viehärzten gebraucht wird, aber nach Bergius die Aufmerksamkeit der Aerzte in hohem Grade verdient (Hahnemann, Apothekerlexikon, 1793, s.v. Breitblattlaser).

Bierausfuhr   „Export von Bier“

Quelle: Verbot Baiern die Bierausfuhr nach Schwaben, so verlohr die Stadt die Hälfte des Ohmegeldes, eine der Hauptrevenüen (Der Rheinische Bund 2, 1809). - Patent, die wiederhohlter verbotene Bierausfuhr betreff. (Neueste Staatskunde von Deutschland aus authentischen Quellen, 1784).

Bierausschank   „Lokal, in dem Bier ausgeschenkt wird“

Quelle: der Wartesaal mit seinem bescheidenen Bierausschank und dem Buffet, wo einige Käsebrote unter einer Glasglocke trocknen, ersetzt den Bewohnern des nahen Städtchens, Fleckens oder Dorfes das Café und die Börse der Großstädter (Boy-Ed, Fanny Förster, 1889). - Niemanden, der nicht legaliter berechtiget ist, soll das Bierbrauen und der Bierausschank zugelassen werden (Luca, Landeskunde von Oesterreich ob der Enns, 1786).

Bierbann   „Gebiet, in dem jemand das Bierprivileg hat“

Quelle: Bezirk, in welchem gewisse Rechte ausgeübt werden, so Bierbann, Weinbann (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bann [1]). - Der Bierbann, des -es, plur. inus. an einigen Orten noch das Recht, in einem gewissen Districte allein Bier verkaufen zu dürfen; der Bierzwang, und dieser District selbst, die Biermeile (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Bierbedarf   „benötigte Menge an Bier“

Quelle: Meist waren od. sind ihre Besitzer (Schenkwirthe) verbunden, den Bierbedarf für ihre Gäste von Brauberechtigten desselben Orts od. doch Bezirks zu nehmen (vgl. Bierzwang), od. haben wegen fremder Biere Abgaben zu entrichten (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Bierschank). - Ferner entrichte ich für mein Bierbedarf auf das Faß 3 fl. Taaz und 3 Mezen Gerste in die Renten (Stumpf, Nachrichten und Bemerkungen über die Landwirthschaft Böhmens, 1787).

Bierbereitung   „Herstellung von Bier“

Quelle: Der Saft dient gegen den Scharbock u. auch zur Bierbereitung (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Ahorn). - Um die obigen Materialien zu der Bierbereitung gebrauchen zu können, müssen die mehligten Theile des Getreides durch Wasser anfgelöseht und durch einen geringen Grad des Gahrens zu dem Keimen gebracht werden (Winterwerber, Lehrbuch der Gewerbwissenschaft, 1790).

Bierbeschau   „Prüfung der Bierqualität“

Quelle: Wie sie gegen Wissen und Willen in die Stadt Memmingen kommen, und dorten Bierbeschau halten (Aurbacher, Ein Volksbüchlein, 1827-29). - Daß aber niemal ein merklicher Betrug vor sich gehen könne, hat die Polizey wie bey allen Viktualien, die Bierbeschau aufgestellt (Münchner Intelligenzblatt, 1790).

Bierbesteuerung   „das Erheben von Steuern auf Bier“

Quelle: innerhalb des vollen Bundesrathes, der dem ehemaligen Zollvereinsbundesrathe entspricht, scheidet sich für die Angelegenheiten der Branntwein- und Bierbesteuerung der ehemalige Bundesrath des Norddeutschen Bundes, verstärkt durch den Hinzutritt von Südhessen, aus (Laband, Das Staatsrecht des Deutschen Reiches, 1882).

Bierkoykott   „Verweigerung des Bierkonsums aus politischen Gründen“

Quelle: In Berlin gelangte die Arbeiterschaft nach achtmonatlichem opferreichen Kampf zu einem ehrenvollen Vergleich in Sachen des Bierboykotts (Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 1895).

Bierbrauerei   „Herstellung von Bier“

Quelle: Bierbrauerei heißt die kunstgerechte Bereitung des Biers, aber auch die Lokalität, in der diese Bereitung stattfindet, führt diesen Namen (Herders Conversations-Lexikon, 1854, s.v.). - Daher die Bierbrauerey, so wohl die ganze Kunst und Beschäftigung des Bierbrauens, als auch die Anstalt und der Ort, wo selbige geübt wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Bierbrauer). - Bierbrauerey, wie die Einnahme von solcher einzurichten? (Darjes, Erste Gründe der Cameral-Wissenschafte, 1756). - Daher bedienten sie sich auch der Stadt-Freyheit / fiengen selbst den Brauuhrbar an / verschenckten ihr eigen Bier / und hemmten denen Schwibusern ihre Bierbrauerey augenscheinlich (Lucae, Schlesiens curieuse Denckwürdigkeiten, 1689).

Biereinfuhr   „Import von Bier“

Quelle: Auch die