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Hals

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Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Halsabschneider   „Person, die eine andere Person übervorteilt“

Quelle: Dieser Krieg wurde von Hitler-Deutschland und seinen Vasallen als »Blitzkrieg« ausgedacht, geplant und begonnen, ein Blitzkrieg, der nach der Vorstellung der Verschwörer der Meute der hitlerischen Halsabschneider einen schnellen und leichten Sieg und damit die Herrschaft über alle Länder Europas bringen sollte. (o. A.: Vierundfünfzigster Tag. Freitag, 8. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 7447, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
Halsader   „Ader im Hals“

Quelle: Seine Halsader schwoll, er kniff die Lippen zusammen, was nur am aufgestellten Bart zu sehen war. (Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 279, nach DWDS).

Halsmuskel   „Muskel am Hals“

Quelle: Kommt dann heraus auf die Bühne, vorsichtig, schleichend, verfolgt, den Kopf spähend vorgestreckt, die Halsmuskeln gespannt, den Tomahawk mordbereit. (Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 9474, nach DWDS).

Halswirbel   „die oberen Wirbel der Wirbelsäule, die zum Hals gehören“

Quelle: Kira Grünberg war bei einem Trainingssprung am 30. Juli 2015 mit dem Hals auf den Einstichkasten gefallen und hatte sich dabei den fünften Halswirbel gebrochen. (Die Zeit, 16.04.2016 online).

Halswirbelsäule   „der obere Teil der Wirbelsäule, der zum Hals gehört“

Quelle: "Nachdem bereits vor der Operation eine Querschnittslähmung diagnostiziert wurde, musste die Patientin zur Stabilisierung der Halswirbelsäule und zur Vermeidung weiterer Schäden sofort von einem Team der Unfallchirurgie operiert werden", hieß es in einer Mitteilung der Traumatologischen Intensivstation der Uniklinik Innsbruck. (Die Zeit, 31.07.2015 online).

Halsschlagader   „Hauptader, die durch den Hals in den Kopf verläuft“

Quelle: Die beiden Halsschlagadern verlaufen parallel zur Luftröhre und dem Kehlkopf. (o. A.: Halsschlagader. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990], nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
Halsansatz   „Stelle, wo der Rumpf in den Hals übergeht“

Quelle: Am Halsansatz trug sie eine Kette von Knutschflecken. (Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 494, nach DWDS).

Halsausschnitt   „Ausschnitt eines Kleidungsstückes am Hals“

Quelle: Sollte sich aber doch ein "schwarzes Schaf" unter ihnen befinden, das schlürft und schmatzt, die Serviette in den Halsausschnitt steckt, statt sie auf den Knien auszubreiten, die Kartoffeln mit dem Messer schneidet und aus den Beilagen auf seinem Teller mit der Gabel einen unförmigen Pamps zurechtquetscht, dann - sehen wir taktvoll darüber hinweg und lassen es den Sünder nicht spüren, daß er einen "faux pas" nach dem andern begeht. (Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 148, nach DWDS).

Halsentzündung   „Erkältung im Hals“

Quelle: Kennzeichen: Schüttelfrost und hohes Fieber, Erbrechen, schwere Halsentzündung, Kopfschmerzen. (Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 409, nach DWDS).

Halsstarre   „Genicksteife“

Quelle: Herzstechen, Nierenziehen, Hodenpieken, Augenflimmern, Nasetropfen und -verstopfen, Halsstarre, Rückenzerren, Darmkrämpfe - und immer dachte ich dabei: Ach, schon bald tot?! (Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 25, nach DWDS).

Halsstarrigkeit   „Unnachgiebigkeit, Sturheit“

Quelle: Die Halsstarrigkeit der Bauern macht das kleine Garmisch-Partenkirchen jetzt zur Achillesferse für die ganze Winterspiel-Bewerbung. (Die Zeit, 22.07.2010, Nr. 30, nach DWDS).

Halswirbelbruch   „Bruch eines Halswirbels oder der Halswirbelsäule“

Quelle: Der 22 Jahre alte Stürmer der Montreal Canadiens war nach einem brutalen Check mit einem Halswirbelbruch ins Krankenhaus eingeliefert worden (Die Zeit, 15.03.2011 online).

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied
Halseisen   „Eisenband um den Hals von Gefangenen“

Quelle: Ich kenn den Direktor - ich war mal bei ihm, er hat mich engagieren wollen, für seine Revue, und da mußte ich mich ganz ausziehn, du, der hat in seiner Wohnung lauter Fesseln und Halseisen und Ruten und all son Zeug . . . schließt er einfach die Tür ab, du, der Sekt ist alle, und ich sage: Sie, sage ich, wenn Sie mich nicht rauslassen, dann schrei ich! (Tucholsky, Kurt: Hetären-Gespräche. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung als Hinterglied
Halsband   „Kette, Schmuckstück am Hals“

Quelle: Dieser nahm die Blumen mit einer stummen Verbeugung in Empfang und beschenkte den König mit einem Halsband aus venezianischen Glasperlen, welche echten Perlen und Diamanten täuschend nachgebildet waren. (Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 288, nach DWDS).

Halsband   „Kette oder Lederriemen um den Hals eines Hundes oder anderen Tieres“

Quelle: Ein Hund mit einem Halsband schnüffelte an einer Coladose, die unter der Bank stand (Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 251, nach DWDS).

Halsberge   „metallener Halsschutz der Ritterrüstung“

Quelle: Die Bedeckung des Halses hängt erst mit dem Helm, dann mit dem Panzer zusammen, der daher den Namen Halsberge übernimmt. (Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 127, nach DWDS).

Halsbinde   „Binde aus Stoff um den Hals“

Quelle: Der das sagte, war ein vierschrötiger Mann mit altväterlicher Halsbinde und mit weißer Schifferfräse; er war der Urahn des Stalingrader Artillerieoffiziers. (Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 243, nach DWDS).

Halsbündchen   „Stoffumschlag, Stoffeinfassung am Hals“

Quelle: Das Halsbündchen wird dem Halsausschnitt aufgesetzt. (o. A.: o. T. [Hängerkleidchen für Kinder ...] In: Mode und Handarbeit, 01.10.1906, S. 3, nach DWDS).

Halskette   „Schmuckstück um den Hals“

Quelle: Nach alter Sitte trägt sie etwas Gekauftes (das Brautkleid), etwas Geschenktes (Halskette und Brautstrauß) und etwas Geliehenes (Haarschmuck, Täschchen, Federumhang). (Die Zeit, 25.04.1997, Nr. 18, nach DWDS).

Halskette   „Kette von Haustieren“

Quelle: Das Tier war mit seiner Halskette an einem Baum festgelegt und beherrschte so nur einen beschränkten Kreis; jenseits von dessen Peripherie wurde das Ziel niedergelegt, während der Faden, der daran befestigt war, bis in den Kreis hineinreichte; Koko hatte die Vorbereitung nicht gesehen. (Köhler, Wolfgang: Intelligenzprüfungen an Menschenaffen, Berlin: Springer 1963 [1917], S. 18, nach DWDS).

Halskragen   „um den Hals eng sitzender Kragen der Kleidung“

Quelle: Vielmehr saß sein zerknittertes, blinzelndes, listiges Gesicht über einem korrekten Smoking und einem korrekten, steifen Halskragen. (Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 271, nach DWDS).

Halskrause   „gefältelter Kragen der Kleidung“

Quelle: Da zwinkern vergnügt die listigen Augen der Frührentner, denen die Langeweile bis zur Halskrause steht und die nur allzugern bereit sind, ihren "Kameraden" gefällig zu sein. (Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 149, nach DWDS).

Halskrause   „steife Manschette, die man bei Verletzungen des Halses trägt“

Quelle: Wichtig ist auch eine aufblasbare Halskrause, damit der Kopf nicht zur Seite rollt. (Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15, nach DWDS).

Halskrause   „Federschmuck von Vögeln“

Quelle: Einige flogen geradenwegs auf das offene Fenster zu, die anderen jagten schreiend blindlings durch das aufwirbelnde Laub im Keller umher, nur eines, eine goldgelbe Henne mit dunkelbrauner Halskrause, blieb mit gespreizten Flügeln unter der Stange liegen und sperrte den Schnabel auf, als wolle sie nach Luft schnappen. (Nabl, Franz: Der Tag der Erkenntnis. In: ders., Der Tag der Erkenntnis, Graz u. a.: Stiasny 1961 [1919], S. 62, nach DWDS).

Halstuch   „Tuch um den Hals“

Quelle: Er erschien stets frisch gebadet, sorgfältig frisiert und glatt rasiert; seine zurückhaltend elegante Kleidung wurde zum Vorbild für die Spitzen der Gesellschaft: schlichte Schnitte, Stoffe in dunklen Farben, strahlend weißes Hemd, geschlungenes Halstuch. (Die Zeit, 11.02.2016 online).

Halsschleife   „in einer Schleife gebundenes Band um den Hals (auch bei Tieren)“

Quelle: So war der Dichter einst auch durch die Straßen geweht, in schwarzem Umhang und mit flatternder Halsschleife, den Kneifer am silbernen Kettchen – ein Wortzauberer, ein Tonsetzer, in Träume von Irlands mystischer Vergangenheit gehüllt. (Die Zeit, 28.05.2015, Nr. 22).

Halsschmuck   „Schmuck um den Hals“

Quelle: Mit Juwelen hielt sich die 32 Jahre alte Braut ebenfalls zurück und verzichtete auf Halsschmuck. (Die Zeit, 19.06.2010 online).

Halswickel   „feuchter Umschlag zur Linderung von Halsschmerzen“

Quelle: So helfen warme Quarkwickel bei Husten, kühle Halswickel bei Halsschmerzen. (Der Tagesspiegel, 02.02.2003).

substantivisches Determinativkompositum mit Berufsbezeichnung als Hinterglied
Hals-Nasen-Ohren-Arzt   „Arzt, der für die genannten Bereiche zuständig ist“

Quelle: Der Landkreis Wernigerode mit 100000 Einwohnern hat noch einen einzigen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. (Süddeutsche Zeitung, 25.07.1961).

HNO-Arzt

Quelle: Gay gelingt es mühelos, den dramatischen Prozeß zu schildern, in dem der heftige und intensive Freud - so plastisch war er mir, vor Gay, noch nie geworden - das frühe Lehrgebäude erst aufbaut, dann abbaut, dann wieder neu errichtet, im Austausch mit dem seltsamen Wilhelm Fließ, einem Berliner HNO-Arzt, zu dem er eine seiner leidenschaftlichen Freundschaften unterhielt, die oft genug zu zerbrechen pflegten (Der Spiegel, 11.12.1989).

substantivisches Determinativkompositum mit Größenbezeichnung als Hinterglied
Halsweite   „Kragengröße des Hemdes“

Quelle: Ebenso sollte man sich nie Kragen kaufen, ohne vorher einen Probekragen getragen zu haben, der Umstand, daß man seine Halsweite kennt, giebt noch keine Garantie dafür, daß der Kragen richtig sitzt. (Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 2177, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheits- oder Krankheitsfolgenbezeichnung als Hinterglied
Halsschmerz   „Schmerz im Hals“

Quelle: Jetzt spielen wir zu Hause, und deshalb bin ich sehr optimistisch, dass wir eine Runde weiterkommen", meinte Raffael, der wegen Halsschmerzen nicht an der Pressekonferenz teilnahm, dessen Einsatz aber wohl nicht gefährdet ist. (Die Zeit, 10.12.2014 online).

Halsweh   „Schmerzen im Hals“

Quelle: Husten, Fieber, Halsweh, Durchfall, Erbrechen – täglich seien diese Symptome unter Kollegen zu beobachten. (Die Zeit, 05.11.2009, Nr. 46).

substantivisches Determinativkompositum mit Teilbezeichnung als Hinterglied
Halspartie   „Gegend um den Hals“

Quelle: Am längsten bleiben sie am Hinterkopf und den oberen Halspartien erhalten. (Lorenz, Konrad: Das Jahr der Graugans, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1990 [1979], S. 99, nach DWDS).

Halsstück   „Stück Fleisch von Hals eines Tieres“

Quelle: Fehlrippe: schmales Rückenstück vom Mittelrücken; Kamm: vorderes Rücken- bzw. hinteres Halsstück; (o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 104, nach DWDS).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
halsabschneiderisch   „sich wie ein Halsabschneider verhaltend“

Quelle: Mit ihrer Marktmacht drücken die großen Lebensmittelketten oftmals mit halsabschneiderischen Methoden die Preise der Ernährungsindustrie und fördern so die Konzentration in der Branche. (Berliner Zeitung, 13.10.1997, nach DWDS).

halsbrecherisch   „gewagt, tollkühn; gefährlich“

Quelle: Es war eine enge Kurve, ich hab mich versteuert", sagte der Helfer von Spitzenreiter Chris Froome, nachdem er auf der halsbrecherischen Abfahrt bei Tempo 75 für einen der dramatischsten Momente bei der 102. Tour de France gesorgt hatte. (Die Zeit, 20.07.2015 online).

halsfern   „nicht eng am Hals anliegend“

Quelle: Die gepflegte Verzweiflung der sophisticated lady im Luxusmilieu drückt sich darin aus, daß sie den teuren geschorenen Alaska-Sealskin Trenchcoat trägt, die Schultern tief fallend, den Kragen halsfern, den Gürtel eng geschnürt, dazu den Topfhut aus dunklem Leder und dunkle glänzende Nappalederhandschuhe. (Die Zeit, 16.06.1961, Nr. 25).

halslos   „keinen Hals habend“

Quelle: Sein Körper ist ein Felsmassiv, aus dem der eckige Kopf halslos hervorspringt. (Der Tagesspiegel, 06.12.2000).

halsnah   „nahe am Hals sitzend“

Quelle: Gegenpol dazu sind hyperschmale, von oben bis unten durchgeknöpfte Etui-Mäntel; bei ihnen verlangt der „halsnah“ eingesetzte Ärmel gewöhnlich einen winzigen runden Kragen. (Die Zeit, 08.02.1963, Nr. 06).

halsstarrig   „stur, unnachgiebig“

Quelle: Einer friedlichen Lösung des Falkland-Konflikts steht entgegen, daß beide Seiten halsstarrig den Souveränitätsanspruch auf den Archipel erheben. (Der Spiegel, 24.06.1985).

adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied
halsbrechend   „gewagt, gefährlich“

Quelle: Ich hatte meinen Vater bei einem Ritt nach dem ziemlich entfernten Gute begleitet; um den Weg abzukürzen, wagten wir den Übergang über eine halsbrechende Privatbrücke, die nur für Torfstecherkarren bestimmt war, führten aber unsere Pferde glücklich hinüber. (Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 73265, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Halsabschneider   „Betrüger, Wucherer“

Quelle: Es ist doch nicht recht vom Sonnenwirth, daß er sein' eigenen Sohn in die Hütte des Halsabschneiders setzen will, aber ich will nichts gesagt haben. (Kurz, Hermann: Der Sonnenwirth. Frankfurt (Main), 1855, nach DTA).

Halsbrecher   „Mörder“

Quelle: Diese gesamte Zahlen machen 63/ so das gefährlichste Jahr/ unter allen: welches sie auch deßwegen ἀνδροκλάδα, oder ἀνδροκλάστην den Mannbrecher/ (oder Halsbrecher) nannten. (Francisci, Erasmus: Das eröffnete Lust-Haus Der Ober- und Nieder-Welt. Nürnberg, 1676, nach DTA).

Halsbürge   „Person, die für einen Verbrecher bei Kapitalverbrechen bürgt“

Quelle: Sponsor pro altero in re capitali „Bürge für einen anderen bei Kapitalverbrechen“. (Stieler 163).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
Halsarbeit   „Teil des Pferdetrainings“

Quelle: Wir üben mithin zuerst die Seitengänge, um ein Ausweichen der Kruppe bei der Halsarbeit unmöglich zu machen, und werden in dieser Periode von der Rippenbiegung Abstand nehmen und keine Kopfbiegung geben können. (Krane, Friedrich von: Die Dressur des Reitpferdes (Campagne- und Gebrauchs-Pferdes). Münster, 1856, nach DTA).

Halsbrechen   „Todesart, bei der der Hals gebrochen wird“

Quelle: Und kaum hatte er dise Wort ordentlich vorgebracht/ da fieng er wieder an zu wüten/ und das tausend ins hundert zu werffen/ daß ich nichts anders als vom Halsbrechen/ und Händ in Blut wäschen verstehen konte; er schaumte umbs Maul wie ein Eber/ und stellte sich nicht anders/ als ob er gar von Sinnen kommen wolte/ also daß ich alle Augenblick gedachte/ jetzt jagt er dir eine Kugel durch den Kopff! (German Schleifheim von Sulsfort [i. e. Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von]: Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch. Monpelgart [i. e. Nürnberg], 1669, nach DTA).

Halsbruch   „Bruch des Halses“

Quelle: Der Armbruch ist nicht so arg, als der Halsbruch (Hippel, Theodor Gottlieb von: Lebensläufe nach Aufsteigender Linie. Bd. 1. Berlin, 1778, nach DTA).

Hälsebrechen   „heftige Rauferei“

Quelle: Derowegen sind die gemeine Disputirenden nicht einmahl würdig/ daß man sie so zu reden mit raisonablen Kriegs-Leuten vergleiche/ sondern es hat sie albereit ein scharffsinniger Kopff nicht unbillig mit denen thörichten Amadis Rittern verglichen/ die sich an die öffentlichen Strassen lagerten/ daselbst das portrait einer Liebsten/ die sie nach ihrer Phantasie sich erkieset/ auffhiengen/ und die vorüber ziehenden Ritter zwungen/ daß sie entweder bekennen musten/ es wäre dieselbige die schöneste in der gantzen Welt/ oder musten mit ihnen fechten/ und allerhand Verdrusses/ auch wohl gar des Halsbrechens gewärtig seyn. (Thomasius, Christian: Außübung Der Vernunfft-Lehre. Halle (Saale), [1691] 14, nach DTA).

Halsfüllen   „Unmäßigkeit, Gier“

Quelle: Du hast dir, wie ich höre, an deinem Halsfüllen nicht noch genügen lassen. (Butschky, Samuel d.J., erweiterte hoch-deutsche Kanzelley 384, nach DWb).

Halsknipfen   „am Hals aufgehängt werden“

Quelle: Das würfelknipfen bringet halsknipfen. (Gumpelzhaimer, De exercit. acad. 1652: 356, nach DWb).

Halsschmerz   „Schmerz am oder im Hals“

Quelle: Einige bekommen Stuhlzwang und Harnstrenge; alle aber haben eine trockne, brennende, beißende Hitze in den Flächen der Hände und der Fußsohlen, Geschwüre im Munde und im Halse, Halsschmerzen. (Gall, Franz Joseph: Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen. Wien, 1791, nach DTA). - Es entstand davon hinten am Gaumen ein ganz besonderes, fast kratzendes Gefühl, nach einer Stunde ein Halsschmerz, ein klemmender Schmerz an einer kleinen Stelle tief innen rechts, wie auf der Seite des Schlundes, beim Schlingen nicht vermehrt, vergrößert beim Druck, nach einigen Stunden beim Fahren im Freien eine solche Bangigkeit, als geschehe etwas sehr Uebles, wie schwere böse Ahnung: sie quälte mich aufs Aeußerste über eine Stunde lang. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 5. Hildburghausen, 1869, nach DTA).

Halsschnitt   „Stelle, an der der Hals eines Tieres nach dem Schlachten durchgeschnitten ist“

Quelle: Man greift mit dem Vorderfinger beim Halsschnitt hinein, sucht die Haut über der Brust von derselben zu lösen und die Oeffnung zu erweitern, steckt ein Stückchen Brodrinde in die offene Gurgelstelle, füllt die bestimmte Farce hinein und näht die Haut wieder zusammen. (Praktisches Kochbuch für die Deutschen in Amerika. Milwaukee, 1879, nach DTA).

Halsstreich   „Schlag auf den Hals“

Quelle: beim Kratzwanger Strafgericht beläuft sich die Strafe für zuckfrevel auf 1 fl., für ein halsstreich auf 60 Heller (o.J., nach Ausweis der Sprache nicht frnhd. oder älter, nach DRW s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
Halsentzündung   „Erkältung, Mandelentzündung“

Quelle: Bronchitis herrscht vor wegen des Staubs, ebenso Halsentzündung, ferner eine Hautkrankheit in Folge der Irritation der Haut durch den im Surat enthaltenen Schmutz. (Marx, Karl: Das Kapital. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg, 1867, nach DTA).

Halsstarrigkeit   „Widerspenstigkeit; Unnachgiebigkeit“

Quelle: Wie ich gesehen daß er so gantz verstocket vber seiner Meinung were/ habe ich jhn mit meiner Halsstarrigkeit nicht entzünden dürffen. (Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, nach DTA). - Soll ich deswegen, weil sie empfindlich sind, auch durch Halstarrigkeit und Empfindlichkeit den Bruch noch größer machen? (Richardson, Samuel: Clarissa. Bd. 3. Göttingen, 1749, nach DTA). - So standen da vor Aller Augen: Hochmuth, Neid, Vielwisserei, Grobheit, Eitelkeit, Wankelmuth in der Hoffnung, Halsstarrigkeit, thatlose Vergleichungssucht und unfruchtbare Selbstbespiegelung. (Keller, Gottfried: Der grüne Heinrich. Bd. 3. Braunschweig, 1854, nach DTA).

Halsstreitigkeit   „Aggressivität“

Quelle: ir verwägene halsstreitigkeit macht sie unüberwindlich. (nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
Halsader   „Ader am Hals“

Quelle: Da überdem zu Rom diese Transfusion dem Paul Manfredus , dem ein gewisser Holländer dabei zur Hand gieng, und dem Simon Allius, einem Wundarzte, glüklich von statten gieng, indem sie das Blut aus der Halsader, vermittelst eines einzigen Röhrchens, in einen andren Körper überleiteten, so geschahe es, daß man sich daher grosse Hofnung von denen wichtigsten dadurch zu erhaltenden Vortheilen machte. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Halsdrüse   „Mandel“

Quelle: So hat man auch schon vorlängst ganz richtig angemerket, daß an Körpern, welche geschwollne Halsdrüsen gehabt, auch die Drüsen des Gekröses und der Luftröhrenäste gleichfals verstopft gefunden worden, zum offenbaren Beweise , daß im ganzen Drüsensisteme eine allgemeine Stokkung statt finde. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Halsgrube   „Einbuchtung unterhalb des Halses, zwischen den Jochbeinen“

Quelle: Das Brustbein (sternum os xiphoides) schließt gleichsam den Thorax nach vorn von der Halsgrube bis zur Herzgrube; - liegt zwar eigentlich nur zwischen den fünf obern Rippenpaaren, doch reichen auch die knorplichen Anhänge des sechsten und siebenden Paares hinauf. (Blumenbach, Johann Friedrich: Über die natürlichen Verschiedenheiten im Menschengeschlechte. Leipzig, 1798, nach DTA). - Halshoch, bis zur Halsgrube. (Jahn, Friedrich L.; Eiselen, Ernst W. B.: Die deutsche Turnkunst, zur Einrichtung der Turnplätze dargestellt. Berlin, 1816, nach DTA).

Halshaar   „Mähne“

Quelle: Franz. Wart, Bübchen! ich will dich Schnurrbarten lehren; darfür flechte ich den Pferden die Schwänze und das Halshaar, und bind ich ihnen die Bänder und die Rosen in's Haar -- dann geht es noch eine Stunde; (Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. [Bd. 1]. Berlin u. a., 1781, nach DTA). - Sein Fleisch ist dem Tartaren die liebste Speise, die Milch der Stuten das ihm angenehmste Getränk; aus den Fellen schneidet er sich Riemen zu Saum- und Sattelzeug; die Felle der Füllen benutzt er zu Beinkleidern für sich und zu Pelzröcken für seine Kinder; den Schwanz und das Halshaar verwendet er zu Stricken und zu Sieben. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 2. Hildburghausen, 1865, nach DTA).

Halspulsader   „Hauptschlagader am Hals“

Quelle: Vormals hiessen alle Gefässe Blutadern, und sehr oft nennet das Alterthum die Gefässe von beiden Arten so . Hippokrates bediente sich des Ausdrukkes schlagender Blutadern, und er verstand darunter den an den Schläfen klopfenden Ast der Halspulsadern (carotis) . Aristoteles nahm eine einzige Art und nicht zwei von Blutgefässen an, und er nannte so gar die grosse Schlagader das kleinere Blutgefäs. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA). - Männer wie Sidmouth, Canning und Castlereagh, welchen letztern Byron in seinem Don Juan "den Halspulsader abschneidenden Castlereagh" oder "die Blut- und Spautze-Spritze" nannte, liehen natürlich ihre Hände zu Allem, was die Brutalität der Mittelklasse forderte; vergebens zuckte Thistlewood den Dolch auf die Lords in Horrowby Haus - ehe sein Kopf auf dem Schaffote fiel, erklärte er, das Massakre auf dem Petersfelde habe rächen zu wollen. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 34. Köln, 4. Juli 1848, nach DTA).

Halsrohr   „Speiseröhre, Schlund“

Quelle: darauf wissen, das unser mag [Magen, SZi], das ist der erst mag, am halszrohr hangend, allein von einander scheidt das da faulet. (Paracelsus, 15. Jh., Werke. 1 (1616) s. 51 C, nach DWb).

Halswirbel   „Gelenkknochen im Genick“

Quelle: Jch habe auch zweene dergleichen Knoten ganz nahe bei einander, und mit verschiedenen Nervenschnüren unter sich verbunden gesehen: der untere darunter lag an dem sechsten und siebenten Halswirbel auf dem langen Muskel, inwendig nach der Wirbelschlagader zu. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA). - Die gespaltenen Dornfortsätze der Halswirbel des Menschen könnten eher für eine Ausnahme gelten, allein sie sind nicht nur unbedeutend, sondern auch durch die Muskeln hervorgezogen, und ihre Grundlage, die fibröse Haut, ergänzt sie als Nackenband. (Baer, Karl Ernst von: Über Entwicklungsgeschichte der Thiere. Bd. 1. Königsberg, 1828, nach DTA).

Halszapfen   „Zäpfchen im Rachen, Uvula“

Quelle: Der dritte Bogen an dem weichen Muskel lieget grösten Theils gleichsam zwischen den beiden Platten des thyreopalatini , er ist vorneher nakkt , hinterwerts convex , fleischig und stark, und nimmt denjenigen Theil des Gaumenseegels ein, welcher zwischen der Sehne und dem Rande des umgebognen Muskels frei liegt . Er sendet Fasern zum Halszapfen und knochigen Gaumen hin, und vermischt sich hie und da mit den Schlundgaumenmuskeln und mit der Sehne des umgebognen Muskels. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 6. Berlin, 1774, nach DTA).

Halszäpfchen   „Zäpfchen im Rachen, Uvula“

Quelle: Hinter diesem gleichsam knochigen Kerne, habe ich einen weichen membranösem Fortsazz, wie das Halszäpfchen gestalt, rükkwerts laufen gesehen. Seine obere Fläche ist rauh, gegittert, und schwammig von untenher wie inwendig gestaltet, von aussen dünner wie eine Keilmuschel hol, aber dennoch ein wenig rauh. Es ist fast die ganze Länge rauh, hinten aber hat sie eine Furche zu Gefässen, und hier zeigt sich eine Schlagader. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 5. Berlin, 1772, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied
Halseisen   „Halsfessel aus Eisen (bei Gefangenen)“

Quelle: woraus abzunehmen/ daß in gemeinen Bürgerlichen Sachen/ da es nur auf eine Geldbuße hinaus läufft/ oder auch in andern delictis, da das Gefängnis / Verweisung/ Pranger und Halseisen pflegt erkant zu werden/ keine Tortur stat habe. (Döpler, Jacob: Theatrum poenarum, Suppliciorum Et Executionum Criminalium, Oder Schau-Platz/ Derer Leibes und Lebens-Straffen. Bd. 1. Sonderhausen, 1693, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Materiebezeichnung als Hinterglied
Halswasser   „Arznei gegen Halskrankheiten“

Quelle: halswasser, arzney vor einem bösen hals. (Frisch, Johann Leonhard, Specimen lexici germanici, 1723, 1, 403a, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung als Hinterglied
Halsband   „Kette, Band um den Hals“

Quelle: Der Wagen ist zubereitet gewesen mit vier Deisteln/ welchen gezogen 64. schöne/ starcke/ feiste Maulthier/ vnd hat ein jedes eine schöne güldene Kron auffgehabt/ vnd an jeder Wangen hat herunter gehangen ein gülden Glöcklein oder Schelle/ vnnd vmb den Halß hat ein jedes gehabt einen schönen Halsbandt von Perlen vnd Edelgesteinen/ vor/ hinden vnnd neben dem Wagen haben geritten viel stattliche wolgeputzte Reuter/ so den Königlichen TodtenCörper in die 200. Meilweges beleitet. (Janticovius, Lucas: Göttlicher Liebe vnd Gnaden Spiegel. Frankfurt (Oder), 1612, nach DTA). - Ihre Halsbänder bestehen aus Ketten von Gold oder Perlen, die am Halse herunter bis in den Busen gehen, woran eine Riechbüchse befestigt ist. (Poppe, Johann Friedrich: Characteristik der merkwürdigsten Asiatischen Nationen. Bd. 1. Breslau, 1776, nach DTA). - Die Eileithyia erhält für die der Leto bei der Geburt geleisteten Dienste ein prächtiges Halsband von neun Ellen, was Pott für ein Symbol der Nabelschnur hält, mittelst deren der Embryo neun Monate lang aus dem Leibe der Mutter Nahrung und Wachsthum empfängt. (Schauberg, Joseph: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei, Bd. 2. Schaffhausen, 1861, nach DTA).

Halsband   „Kette, Band um den Hals“

Quelle: Der Wagen ist zubereitet gewesen mit vier Deisteln/ welchen gezogen 64. schöne/ starcke/ feiste Maulthier/ vnd hat ein jedes eine schöne güldene Kron auffgehabt/ vnd an jeder Wangen hat herunter gehangen ein gülden Glöcklein oder Schelle/ vnnd vmb den Halß hat ein jedes gehabt einen schönen Halsbandt von Perlen vnd Edelgesteinen/ vor/ hinden vnnd neben dem Wagen haben geritten viel stattliche wolgeputzte Reuter/ so den Königlichen TodtenCörper in die 200. Meilweges beleitet. (Janticovius, Lucas: Göttlicher Liebe vnd Gnaden Spiegel. Frankfurt (Oder), 1612, nach DTA). - Ihre Halsbänder bestehen aus Ketten von Gold oder Perlen, die am Halse herunter bis in den Busen gehen, woran eine Riechbüchse befestigt ist. (Poppe, Johann Friedrich: Characteristik der merkwürdigsten Asiatischen Nationen. Bd. 1. Breslau, 1776, nach DTA). - Die Eileithyia erhält für die der Leto bei der Geburt geleisteten Dienste ein prächtiges Halsband von neun Ellen, was Pott für ein Symbol der Nabelschnur hält, mittelst deren der Embryo neun Monate lang aus dem Leibe der Mutter Nahrung und Wachsthum empfängt. (Schauberg, Joseph: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei, Bd. 2. Schaffhausen, 1861, nach DTA).

Halsband   „Eisenfessel um den Hals von Gefangenen“

Quelle: Der Verbrecher müste Zeit seines Lebens auff des Königes Vestungen arbeiten/ und/ daß man ihn kennete/ hätte er ein eisern Halsband um den Hals/ mit einen Bogen/ so ihn aber den Kopff hinauff giengo/ daran ein Glöcklein hienge/ welches nach dem er fort passirete/ klänge. Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696, nach DTA). – Seine Fesselung bestand in einer langen Kette, die von einem eisernen Halsband über den Rücken herabhing; Hände und Füsse wurden mit anderen Ketten daran festgeschlossen. (Berg, Albert: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Bd. 3. Berlin, 1873, nach DTA).

Halsbandschelle   „Schelle an einem Halsband“

Quelle: Es ging, was ernstes zu bestellen, Ein Wandrer seinen stillen Gang, Als auf ihn los ein Hund, mit Bellen, Und Rasseln vieler Halsbandschellen, Aus einer Pfennigschenke sprang. (Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778, nach DTA).

Halsberge   „oberer Teil der Rüstung vom Hals bis zum Bauch“

Quelle: Auch bildete die letztere nicht selten ein besonderes Kleidungsstück, verbunden mit einer Art Halsberge, einem Stück Zeug, welches sich um Hals und Schultern herumlegte, ohne weiter auf Arme und Brust herabzufallen. (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1858, nach DTA).

Halsbinde   „Binde am Hals, Halstuch“

Quelle: Man hat an einer zu engen Halsbinde bemerckt, daß die Empfindung, die Bewegung und der Puls dadurch aufgehört , und daß die erste Zeichen von einem Schlagflusse bereits erschienen, ia es erfolgte diese ganze Krankheit daher, daß die Blutadern von dem Fette gedrückt wurden (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768., nach DTA). - Am Ufer zog der Doktor ihn an der Halsbinde nach kurzem Erwürgen ans Ufer, wo er unaufhörlich sich und seinen Kleider-Bewurf besah und zurückdachte. (Jean Paul: D. Katzenbergers Badereise. Bd. 1. Heidelberg, 1809, nach DTA).

Halsbund   „Kragen am Hemd, der um den Hals gebunden wird“

Quelle: Der Bund an einem Mannshemde, womit man dasselbe oben um den Hals befestigt. (Jacobsson 2, 198a, nach DWb).

Halshemd   „Hemd, das nur bis zum Bauch reicht“

Quelle: Jch hatte blosse Füsse, und wolte meine Schuhe und Strümpfe sparen, war auch fast nackend, damit ich meine Sachen aufheben möchte; meine Hemder und Kleider wurden alt, und mir auch zu klein; wenn ich ein Halshemde anzog, zog ich das Unterhemde aus, und konte niemand seine Kleider besser aufheben als ich. (Juan de Posos [i. e. Smeeks, Hendrik]: Beschreibung des Mächtigen Königreichs Krinke Kesmes. Übers. v. [N. N.]. Leipzig, 1721, nach DTA. - Darunter befanden sich vier Mäntel von Arras und Mechlischem Tuch, zwei davon mit Seide gefüttert; an Oberkleidern sechs Röcke, eine Schaube und drei sogenannte Trapperte; ferner drei Unterkleider, sechs weiße Schürzhemden und ein schwarzes (die wohl bei der häuslichen Arbeit umgelegt wurden), zwei weiße Baderöcke, auch Trapperte genannt, fünf Unterhemden, zwei Halshemden, sieben Paar Aermel und neunzehn Schleier. (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1858, nach DTA).

Halsgehänge   „Schmuck um den Hals“

Quelle: Auch muß man allhier der Rosenkräntze/ der Halsgehänge/ und anderer dergleichen Zierrathen nicht vergessen/ als welche uns aus Gvinea eine grosse Menge Goldes zu wege bringen; […] (Kunckel, Johann: Ars Vitraria Experimentalis, Oder Vollkommene Glasmacher-Kunst. Frankfurt (Main) u. a., 1679, nach DTA).

Halsgekröse   „Halskragen“

Quelle: Dabei gewahrte ich, daß sie einen städtischen Rock anhatte und ein sauberes Halsgekröse, und an den Füßchen trug sie schön lackirte Schuhe, was mir vorkam, wie ein schalkhafter Spott über die ascetische Bedürfnißlosigkeit der Duxer. (Steub, Ludwig: Drei Sommer in Tirol. München, 1846, nach DTA).

Halsgeschmeide   „Schmuck am Hals“

Quelle: Ein gülden Halßgeschmeide stehet sehr vbel an einer Person/ die im Leim vnd Kott arbeitet. (Thebesius, Adam: Sterbender Christen Seelen-Schatz. Breslau, 1631, nach DTA). - Die Tyroler arbeiten auf der Reise, und machen in jeder müßigen Stunde die Ohrringe, die Halsgeschmeide, die Zitternadeln, die Bouquets, die Allongen und unzählige andre Dinge selbst, die sie verkaufen. (Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 1. Berlin, 1775, nach DTA). - Ein gewöhnlicher Diebstahl konnte nicht vorliegen; das reiche Halsgeschmeide war unberührt geblieben, nur der Ring fehlte. (Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. [Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow]. Berlin, 1862, nach DTA).

Halskappe   „Kapuze, Mütze, die bis in den Nacken reicht“

Quelle: Ich hatte das Wort kaum so bald ausgesagt/ sie schlugen mich zur Erden/ schossen und stachen auff mich/ noch verwundeten sie mich (Gott lob) nit mehr/ dann in ein Bein/ und rissen mir die Kleider vom Leibe/ der eine die Halskappen / der ander den Hut/ der dritte das Hembd/ und so fortan. (Meyer, Leonhardt: Theatrum Historicvm [...] Erzehlung der fürnemsten und nutzlichsten Historien und Geschichten. Schaffhausen, 1665, nach DTA).

Halskette   „Schmuck um den Hals“

Quelle: Der Unterrock ware roter Satin/ zerhäkelt auf einem güldenen Boden: Ihre Halskette aber von kleinen Hertzlein zusammen gegliedert/ welches lauter in Gold gesetzte Edelgesteine waren/ worauf jhrer Reichssöhne Wappen mit gehörigen Farben eingeschmälzet. (Birken, Sigmund von: Die Fried-erfreuete Teutonje. Nürnberg, 1652, nach DTA). - Rechnen Sie dabey, daß die gute selige Frau diesen ihren Putz neunmal verändern konnte, und daß im Sterbefall noch eine goldne Halskette, drey paar seidene Handschuh, und sechs gestickte Tücher sich befanden, welche mit 15 Thalern das Stück bezahlet waren. (Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 1. Berlin, 1775, nach DTA). - Ein vornehmer würdiger Greis mit reichem grauen Bart, das schwarze Barett auf die Stirne gedrückt, in schwarzem Umwurf, welcher die Brust frei und die Halskette von Juwelen erscheinen läßt, blickt traum- und gedankenschwer von seinem Schlosse in die Thäler. (Mosen, Julius: Die Dresdener Gemälde-Galerie. Dresden, 1844, nach DTA).

Halskleid   „Oberkleid, das nur bis zum Bauch geht; Überwurf“

Quelle: Sein Eheweib in ihrem besten Halsklaid. (Schmeller BayerWb 2, 183).

Halsknopf   „Knopf in der Gegend des Halses“

Quelle: Ach! frommer Leser, ich komme zu weit, und außerdem habe ich bey dieser Inauguralschilderung noch kein Recht von den zwey schweigenden Blumen zu sprechen, die wie weiße Poesie hervorleuchteten, wenn Signora die silbernen Halsknöpfe ihres schwarzseidnen Kleides enthäkelte (Heine, Heinrich: Reisebilder. Bd. 3. Hamburg, 1830, nach DTA).

Halskoller   „Oberkleid; Kragen“

Quelle: Den Kauf- und Gewerbsleuten werden goldene Ringe gestattet, ihren Frauen Gürtel im Werth von zwanzig Gulden, von gleichem Werth ein Schmuck, "Schloß und Gesperr", am Halskoller, und ihren Töchtern und Jungfrauen ein Haarbändlein im Werth von zehn Gulden (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 2. Leipzig, 1858, nach DTA).

Halskragen   „Kragen am Hals“

Quelle: Der Chan muß sein Gewehr / Uberkleid und Kopf-Bund ablegen/ und also bloß für ihm treten; hat er Gnade bey dem Könige/ so wird ihm dieselbe mit Darreichung deß Gnaden-Kleides/ und eines freundlichen Schreibens angedeutet/ welches Kleid der Chan oben am Halskragen küsset/ an die Stirn drücket/ und anziehet. (Nyland, Petrus: Schauplatz Irdischer Geschöpffe. Bd. 1. Osnabrück, 1687, nach DTA). Alles leinen Geräthe, an Bett-Tüchern, Züchen, Tisch-Tafel-auch Teller- und Schnupf-Tüchern, Bade- und Haar-Mantel, Handquehlen, Schleyer, Brüstgen, Hembden, Schürtzen, Halskragen, Hals-Tücher, Ermel u. d. g. sie haben gleich Spitzen oder nicht, und haben Nahmer, wie sie wollen. – (Corvinus, Gottlieb Siegmund: Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig, 1715, nach DTA). – Das kann ich an einem jungen Manne durchaus nicht leiden: Halstuch, Halskragen, Jabot, Weste, - das Alles, obwohl vom feinsten Stoffe, sitzt so verwirrt und unordentlich durcheinander, daß man kaum eines aus dem andern herausfindet. (Laube, Heinrich: Das junge Europa. T. 1, Bd. 1. Leipzig, 1833, nach DTA).

Halskrause   „gefältelter Kragen um den Hals“

Quelle: Du Hut/ gehe weg/ du Pritsche/ bleib da/ du Mantel/ gehe weg/ und du schöne Papierne Halskrause laß dich auffknüpffen/ du solt auch da bleiben. (Weise, Christian: Der freymüthige und höfliche Redner. Leipzig, 1693., nach DTA). - Einmal da sich ein Virtuos in hiesiger Gegend einfand, habe ich es mit meinen Augen gesehen, daß er seine Perucke an die Erde warf, die Halskrause abriß, den Rock auszog und die Weste aufknöpfte, wenn er ein Stück spielte, das sich besonders ausnehmen sollte. (Musäus, Johann Karl August: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N*** in Briefen entworfen. Dritter Theil. Eisenach, 1762, nach DTA). - Sie erregte die Bewunderung aller ländlichen Beschauer und besonders meine Blumen und Vögel, sowie die Goldspangen und Edelsteine, womit ich Anna geschmückt, auch die fromme und sorgfältige Ausarbeitung ihrer Haare und ihrer weißen Halskrause, die schönblauen Augen und die rosenrothen Wangen, der tiefrothe Mund, Alles entsprach dem phantasiereichen Sinne der Leute, welche ihre Augen an den mannigfaltigen Gegenständen vergnügten. (Keller, Gottfried: Der grüne Heinrich. Bd. 2. Braunschweig, 1854, nach DTA).

Halsperle   „Perle, die an einer Kette um den Hals getragen wird“

Quelle: du […] zähltest deine halsperlen. (Friedrich Müller, Werke, 1811: 3, 327,, nach DWb).

Halsring   „Schmuck am Hals; Halsfessel eines Gefangenen“

Quelle: Allein der Tag kam, da er, wenn wir ihm selber glauben, getödtet ward; sein rechter Arm wird ihm verstümmelt, ein Schuß zerreißt ihm die Sehnen des Halses, so daß er einen silbernen Halsring fortan tragen muß, um den Kopf nur gerade zu halten. (Dahlmann, Friedrich Christoph: Geschichte der französischen Revolution bis auf die Stiftung der Republik. Leipzig, 1845, nach DTA).

Halsschleife   „Schleife, die zur Zierde am Hals getragen wird“

Quelle: Montag, den 7ten September, soll auf dem Börsensaale, auf Ordre Herren Curatores bonorum, für Rechnung, wem es mag angehen, ein außerordentlich reiches Pfand, aus einer Fallit-Masse entstehend, durch die Mackler Reimarus, Texier und Schöen öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Bezahlung verkauft werden, bestehend in Brillanten, Rosensteine, Smaragden, Saphiren, Rubinen, Christophras Ringe, mit und ohne Carmosirung, Brillanten und Rosenstein Ohrgehänge, Halsschleifen, Pretensionen, Braceletten, Haar- und Brustnadeln, extra schöne 7 und ein halb Gräner auch mittel Sorten ächte Perlen, loose Brillanten, Rosensteine, Smaragden und Rubinen, goldene Tabacieren, mit und ohne Brillanten, einen goldenen Stockknopf, worinn eine Uhr verborgen, u. a. m. (Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 137, Hamburg, 28. August 1789, nach DTA). - Ich gehe heute Abend in Gesellschaft und habe mich noch gar nicht entschieden, wie ich meine Halsschleife binden soll. (Börne, Ludwig: Briefe aus Paris. Bd. 4. Offenbach, 1833, nach DTA).

Halsschmuck   „Schmuck, Zierat am Hals“

Quelle: Wenn sie an dringender Kürze und schöner Gründlichkeit den Mosesschen, Winkelmannischen und Hagedornschen gleich kämen, und in ihrer Wahl fremder Stücke genau wären; wenn man die Nachrichten und Urtheile, wie zerstreuete Perlen in einen Halsschmuck sammlen, und bei der Critik der Dichter härter seyn wollte -- ich gestehe es freilich, daß man eher eine Reihe von Einwendungen mit dem Worte Wenn machen, als dies Wenn ausbessern kann. (Herder, Johann Gottfried von: Ueber die neuere Deutsche Litteratur. Bd. 1. Riga, 1767, nach DTA). - Letzterer bezeichnet mit Neppes Kostbarkeiten, Halsschmuck, Perlen, wonach es wol mit dem französischen nippes und nipper zu verbinden sein würde. (Avé-Lallemant, Friedrich Christian Benedikt: Das Deutsche Gaunerthum. Bd. 2. Leipzig, 1858, nach DTA).

Halsschnur   „Schnur oder Kette, an der Schmuck getragen wird“

Quelle: Für eine Halsschnur von silbernen Perlen mit drey goldnen Schlössern und einer goldnen Schleife (Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 1. Berlin, 1775, nach DTA). - Diese 8750 kleinen goldenen Gegenstände dienten wahrscheinlich theils an Halsschnüren, theils an Schmucksachen auf Leder. (Schliemann, Heinrich: Trojanische Alterthümer. Bericht über die Ausgrabungen in Troja. Leipzig, 1874, nach DTA).

Halstuch   „Tuch um den Hals, Schal“

Quelle: Jch kauff ein halstuch ein/ du küh- und kälber-stricke/ Mein boden der ist fett/ und mager ist dein land. (Hofmann von Hofmannswaldau, Christian: Herrn von Hofmannswaldau und anderer Deutschen auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte anderer Theil. Leipzig, 1697, nach DTA). - Manche trägt sich so bunt, daß fast wie in einen Pfauen-Schwantze alle Farben an ihr spielen, oder sie choisirt sonst so wunderliche Farben zusammen, daß sie einer Dame in der Charte nicht ungleich siehet; und so offt ich Bellinen in einem blauen Contusche, rothen Unter-Rock, gelben Halstuch, und grünen Bande erblicke, bedaure ich allezeit, daß ich nicht mahlen kan, um die schöne Portrait abzuschildern. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728, nach DTA). - Stolz und keck trug er sich, hatte Stiefeln und Rock rein abgebürstet, den lackirten Hut in der Hand, und das roth und weißgeblümte Halstuch von Zitz vorn in einer übermäßig großen Schleife zusammengebunden. (Immermann, Karl: Münchhausen. Bd. 3. Düsseldorf, 1839, nach DTA).

Halszierde   „Schmuck um den Hals“

Quelle: Die Halszierde, […] ein jedes Ding, so fern es eine Zierde des Halses ist (Adelung s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheits- oder Krankheitszeichenbezeichnung als Hinterglied
Halsbräune   „Angina“

Quelle: Solche Gallereyen sind sehr lieblich/ stärcken den Magen und das Hertz/ machen einen guten Mund/ verwehren die Halsbräune/ stillen die Ruhren/ und verhindern das auffstossen und erbrechen des Magens/ wenn bißweilen nach belieben davon genommen wird. (Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690, nach DTA). - In seinem zwölften Jahre zeigte sich ein Leistenbruch, später litt er an Halsbräune, wozu sich Delirium gesellte. (Griesinger, Wilhelm: Die Pathologie und Therapie der psychischen Krankheiten, für Ärzte und Studierende. Stuttgart, 1845, nach DTA).

Halsgeschwär   „Mandelentzündung, Schwellung am Hals, Angina“

Quelle: Mit Honig vermischt/ und den Hals darmit angestrichen/ heylet das böß Halsgeschwär Angina genannt. (Agricola, Johann Jacob: Schau-Platz deß Allgemeinen Hauß-Haltern. Bd. 3. Nördlingen, 1677, nach DTA).

Halsgeschwür   „Mandelentzündung, Schwellung am Hals“

Quelle: WAs die Zufälle anlanget/ so sich gemeiniglich bey dieser Seuche zu ereignen pflegen/ als da sind: Verstopffung des Leibes/ Durchlauffen/ Unverdaulichkeit/ Brechen und Aufstossung des Magens/ Eckel für den Speisen/ groß Hauptwehe/ Unsinnigkeit/ Verhinderung des Schlaffs/ zu viel Schlaffs/ Durst/ Hertzzittern/ Ohnmacht/ schwerer Athem/ Breune/ Halsgeschwür/ stechen in der Seiten/ Husten/ Würme in Leibe/ Nasenbluten/ und anders mehr/ so einen Menschen bey solcher Kranckheit zu begegnen pfleget/ von solchen/ wann sich deren eines oder mehr zutrüge/ wäre allewege eines verständigen Artztes Rath zu gebrauchen/ derselbe würde hierinne nach eines jeden Menschen Alter/ Complexion, und anderer Gelegenheit/ die Cur verständig anzustellen wissen/ inmassen man auch allewege in dieser Seuche mit den Aderlassen nicht zu geschwinde verfahren/ oder unbedächtig umgehen/ sondern solches auch mit eines erfahrnen Artztes/ oder geübten Balbieres Rath anstellen soll. (Caspar Schröter [i. e. Hellwig, Christoph von]: Allzeitfertiger Hauß-Verwalter. Frankfurt (Main) u. a., 1712, nach DTA).

Halsgicht   „Gicht und Steifheit am Hals“

Quelle: Die Halsgicht […] eine Entzündung, welche von der Gicht-Materie im Halse verursacht wird; Angina arthritica. Ingleichen eine von eben dieser Materie verursachte Lähmung der Muskeln des Halses. (Adelung s.v.).

Halsschwindsucht   „eine Halskrankheit“

Quelle: Ich verlor den letzten, der mir geblieben war, und den ich mit nach Europa zu nehmen gesonnen war, in Teneriffa, bei der besten Pflege langsam zu mausern beginnend und zuletzt einem Uebel erliegend, welches eine Art Halsschwindsucht zu sein schien. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 3. Hildburghausen, 1866, nach DTA).

Halsstarre   „Wundstarrkrampf, Tetanus“

Quelle: Eigentlich, die Starre, d. i. Unbiegsamkeit des Halses, welche aus einer Verletzung oder Lähmung der am Brust- und Schlüsselbeine entspringenden Muskeln entstehet; Obstipatio capitis. (Adelung s.v.).

Halsübel   „Krankheit im Hals“

Quelle: Nach allen den Leiden, dem Brustweh und Halsübel, die sie in letzterer Zeit wieder dem Tode nahe gebracht, war die Verzückte eine überraschende Erscheinung, denn sie war zwar bleich, aber im Gesichte voll, was Ennemoser freilich aufgedunsen nennt. (Steub, Ludwig: Drei Sommer in Tirol. München, 1846, nach DTA).

Halsweh   „schmerzhafte Entzündung im Hals“

Quelle: Alles auwe wegen deß Augenweh/ alles auwe wegen deß Zahnweh/ alles auwe wegen deß Halsweh alles auwe wegen deß Brustweh/ alles auwe wegen deß Ruckenweh/ alles auwe wegen deß Seitenweh/ alles auwe wegen deß Hertzweh/ alles auwe wegen deß Miltzweh/ alles auwe/ so der Mensch am Leib/ im Leib/ umb dem Leib erlitten hat/ und noch leydet/ und ferners leyden wird/ ist/ ist/ ist/ was? (Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 4. Salzburg, 1695, nach DTA). - Starke, abgehärtete Leute wurden vielfältig von Rheumatismen, von Halsweh, Katharr, auch von hitzigen rheumatisch-gallichten Fiebern befallen, und sie mußten nach Beschaffenheit der Umstände theils mit Ausleerungen, mit gelinden schweißtreibenden Mitteln, manche auch mit Blasenpflastern geheilt werden. (Gall, Franz Joseph: Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen. Wien, 1791, nach DTA). - Die rühmlichst bekannten Stollwerk'schen Brustkaramellen deren treffliche Wirkung sich ganz besonders gegen Heiserkeit, Halsweh und selbst bei schmerzhaftem Auswurf ununterbrochen als ein probates Hausmittel bewährt, und die ihre wohlthuende Kraft dadurch äußern, daß sie für den Leidenden bei ihrem angenehmen aromatischen Geschmacke ein linderndes Mittel bilden, haben sich fortwährend einer so entschiedenen Theilnahme von Seiten des Publikums zu erfreuen, daß dieselben nicht allein in ganz Deutschland, sondern auch in den meisten übrigen Ländern Europa's mit dem günstigsten Erfolge fortwährend verkauft werden, Ich glaube daher auch eine Pflicht gegen alle diejenigen zu erfüllen, welche an den oben erwähnten Uebeln leiden, die von mir fabrizirten Brustkaramellen wiederholt zu empfehlen. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 159. Köln, 3. Dezember 1848. Zweite Ausgabe, nach DTA).

Halswehe   „schmerzhafte Entzündung im Hals“

Quelle: Jns Trincken geleget/ vnd darvon getruncken/ sol das Halswehe/ Squinantiam & Ranulam benehmen/ vnd die Kröpffe vertreiben. (Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, nach DTA). - Vilmehr lasset sich muhtmassen/ daß auf dergleichen außgebrochene Feuer folgen können schwere/ auch ansteckende/ Krankheiten/ und könte wol seyn/ daß die Halswehe/ und Fluß Fieber/ welche an vilen Ohrten der Eidgnoschaft sint dem vergangnen Herbst grassiert/ (Scheuchzer, Johann Jacob: Beschreibung der Natur-Geschichten Des Schweizerlands. Bd. 1. Zürich, 1706, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Teilbezeichnung als Hinterglied
Halsstück   „Stück vom Hals“

Quelle: Wir sehen ein schildförmiges Stück, den Rumpf, das sich unten in einen schmäleren Schwanz und oben in eine Art Halsstück fortsetzt (Steinen, Karl von den: Unter den Naturvölkern Zentral-Brasiliens. Berlin, 1894, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Hinterglied
Halskraut   „Glockenblume; Gauchheil“

Quelle: Trachelium seu Cervicaria, Halskraut/ wird auch von etlichen Uvularia genennet/ weil es zu den Zuständen und Gebrechen des Halses und des Zäpfleins wol dienet; hat harte Nessel-ähnliche zerkerbte Blätter/ bringt weisse und auch blaue Glockenblumen/ hat eine weisse zarte Wurtzen/ wie der Rapuntzel/ und wird auch im Früling an statt des Salats mit Essig und Oel genossen. (Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Hinterglied
Halsjoch   „Joch, das Ochsen um den Hals gehängt wird“

Quelle: man hat (vom joch) zweierlei arten, nemlich halsjoche und kopfjoche. ein halsjoch bestehet aus zwei langen, oben und unten mit riegeln zusammengefügten höltzern, welches einem ochsen um den hals gehänget wird, also dasz ein ieder ochse sein besonderes joch hat. (öconomisches lexicon, 1744, Nr. 1131, nach DWb).

Halsuhr   „Uhr, die an einer Kette um den Hals getragen wird“

Quelle: Die Halsuhr. (Kramer, Matthias: Allgemeiner Schau-Platz [...] die Teutsche und Italiänische Benennung aller Haupt-Dinge der Welt. Nürnberg, 1672, nach DTA). - Verehrte ihm auch eine schöne schlagende halsuhr zum freundlichen valete, so ich aus des rittmeisters felleisen bekommen hatte. (Simplicissimus 1, 277, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Geldbezeichnung im Hinterglied
Halsducaten   „Münze, die zur Schau am Hals getragen wird“

Quelle: Richters Hanne dreht den Halsducaten / recht verlegen an der schwarzen Schnur. (Friedrich Kind: Gedichte, nach DWb.).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
halsbrüchig   „lebensgefährlich (was einem den Hals bricht)“

Quelle: Bey andern Völckern wäre es halsbrüchig/ wenn einer wider seines Feld-Obersten Willen den Feind angegriffen/ und gleich gesieget hätte. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA).

halsgefährlich   „lebensgefährlich“

Quelle: Ach, den verwegnen Alpenjäger hascht Der Tod in hundert wechselnden Gestalten, Das ist ein unglückseliges Gewerb', Das halsgefährlich führt am Abgrund hin! (Schiller, Friedrich: Wilhelm Tell. Tübingen, 1804, nach DTA).

halshoch

Quelle: Halshoch, bis zur Halsgrube. (Jahn, Friedrich L.; Eiselen, Ernst W. B.: Die deutsche Turnkunst, zur Einrichtung der Turnplätze dargestellt. Berlin, 1816, nach DTA).

halsstarrig   „dickköpfig“

Quelle: Damit heist man sie wieder in das Loch führen/ mit vermelden/ sie soll sich eines besseren bedencken/ ob sie so Halßstarrig wöll verbleiben. (Spee, Friedrich von: Gewissens-Buch: Von Processen Gegen die Hexen. Bremen, 1647, nach DTA). - Wenn solche der gefänglichen Hafft erlassen und dennoch mit ihren halsstarrigen und eigensinnischen Thun fortfahren, so können sie mit recht harten Straffen angesehen werden. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Staats-Klugheit. Leipzig, 1718, nach DTA). - Polen ist ein halsstarrig katholisches Land, allein die erstickte Gluth der politischen Leidenschaft wird hier immer unter der Asche fortglimmen und die Polen nicht lange zögern lassen, ob sie, wenn Etwas dergleichen denkbar wäre, zwischen dem Aberglauben oder der Freiheit wählen sollten. (Gutzkow, Karl: Die Zeitgenossen. 2. Bd. 2. Aufl. Pforzheim, 1842, nach DTA).

adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied
halsbrechend   „gefährlich“

Quelle: (sagt er zu dem jungen Xenophon, welcher nicht begreiffen konnte, daß es eine so gefährliche Sache sey, einen schönen Knaben, oder nach unsern Sitten zu sprechen, ein schönes Mädchen zu küssen; und leichtsinnig genug war zu gestehen, daß er sich alle Augenblike getraute, dieses halsbrechende Abentheuer zu unternehmen) was meynst du daß die Folgen eines solchen Kusses seyn würden? (Wieland, Christoph Martin: Geschichte des Agathon. Bd. 2. Frankfurt (Main) u. a., 1767, nach DTA). - In eine elende Postchaise gepackt, die die Motten, wie die Ratten Prospero's Fahrzeug, aus Instinkt verlassen hatten, hielt ich endlich, nach halsbrechender Fahrt, halbgerädert, vor dem Wirthshause auf dem Markte in G. Alles Unglück, das mir selbst begegnen können, war auf meinen Wagen gefallen, der zerbrochen bei dem Postmeister der letzten Station lag. (Hoffmann, E. T. A.: Nachtstücke. Bd. 1. Berlin, 1817, nach DTA).

Vom Adjektiv „halsstarrig“ abgeleitetes Verb:
halsstarrigen   „zum Widerspruch herausfordern“

Quelle: zu dem sind sie noch über das von dem bapst und dem cardinal von Lothringen durch unterschiedliche schreiben in ihrem blutdürstigen vornehmen gestärket und gehalsstarriget worden. (Thuanus, deutsch von Kopf (1621) s. 1082, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Hinterglied
Halsofen   „Stubenofen, der mit einem Rohr von außen beheizt werden kann“

Quelle: Der Halsofen, […] ein Stubenofen mit einem Halse, vermittelst dessen er von außen geheitzet wird; zum Unterschiede von einem Wind- oder Zugofen, (Adelung s.v.).

Halsgericht   „das Gerichtsgebäude mit der Gerichtsbarkeit, die dieTodesstrafe verhängen darf“

Quelle: Wie auch in dem vermawreten Halsgerichten von erhengten oder gerehderten Menschen niemals vernommen/ das aus jhnen Schlangen gekrochen weren. (Rollenhagen, Gabriel: Vier Bücher Wunderbarlicher biß daher vnerhörter/ vnd vngleublicher Jndianischer reysen. Magdeburg, 1603, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Rechtsbezeichnung als Hinterglied
Halsbuße   „Todesstrafe“

Quelle: poena capitis: mit der Halsbuße gestraft werden. (Frisch 1, 402c, aus Sigismunds deutscher constitution in Preuszen, nach DWb).

Halsklage   „Anklage wegen eines Kapitalverbrechens“

Quelle: wirdt mit halsclag zu leib, leben, ehren und guth mit zettergeschrey an drey veränderten städten beclagt (1758; Haltaus 786, nach DRW).

Halsprozess   „Gerichtsverhandlung um ein Kapitalverbrechen“

Quelle: Nach dem, was Ewr. Exzellenz mir von dem Auftritt in seinem Hause gesagt haben, wird nichts leichter seyn, als den Vater mit einen Halsprozeß zu bedrohen. (Schiller, Friedrich: Kabale und Liebe. Mannheim, 1784, nach DTA).

Halsstrafe   „Todesstrafe“

Quelle: waß in die bücher ordentlich verschrieben wird, das soll ... unverändert bleiben ... bey ernstlicher halß-straffe (Beleg von 1698, nach DRW s.v.).

Halsverbrechen   „Kapitalverbrechen“

Quelle: Ein jeder kleiner Diebstahl, Frevel, Verläumdung, jede Art des Betrugs, auch im Spiele, das Lügen und Vergreifen an der Obrigkeit, gehört mit unter die Halsverbrechen, ob es gleich mit einer gelinden Todesstrafe belegt wird. (Poppe, Johann Friedrich: Characteristik der merkwürdigsten Asiatischen Nationen. Bd. 2. Breslau, 1777, nach DTA).

Halsgerichtsordnung   „Gesetze, Ordnung des Halsgerichts“

Quelle: Aber sein vnzeitige/ vnd vnordentliche Blutslieb/ Joabs Wunsch/ vnd die listige Suada des klugen Weibs von Thecoa muste den Vorzug haben vor dem vralten Göttlichen Halsgerichtsordnung/ die also lautet/ wer Menschenblut vergiest/ dessen Blut soll wider vergossen werden: daß sey fern/ das der gerechte/ heilige/ eiferige Gott also mit sich solte spielen lassen/ daß er durch die Finger sehen/ daß er nicht solte die mutwillige halßstarrige vnbußfertige Verbrecher seiner heiligen Ordnung endlich zur Straff vnd Rach ziehen. (Dannhauer, Johann Conrad: Catechismus Milch. Bd. 4. Straßburg, 1653, nach DTA). - Wie aber ein arzt bestrafet werden solle, wenn selbiger aus nachläßigkeit oder gefährde iemanden schadet, besaget art. 134 der peinlichen halsgerichtsordnung kaiser Carls des Vten. (Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, nach DTA).

Halssache   „Gerichtsverhandlung um Leib und Leben“

Quelle: Ja daß er zugleich des Obersten Halsrichters bestallung gehabt/ melden die Kaldeer: welche ihn einen Meister der getödteten/ und einen Fürsten über die Halssachen nennen. (Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670, nach DTA). - Die Schändung eines freyen, nicht durch seine Handlungen ehrlosen Bürgers, auch mit seiner eigenen Einwilligung, selbst schändliche Anträge, bestraften die den reinen Sitten der alten Nation entsprechenden alten Gesetze mit dem Tode: auch die Triumvirn für Halssachen verfuhren nach ihnen . Eben so klagte M. Marcellus als Aedilis curulis vor dem Volk gegen den der seinen Sohn zu verführen gesucht : daß die Anklage gegen einen Volkstribun während der Dauer seines Amts angenommen ward, und der Beweis welcher dem Volk genügte, waren nicht weniger außerordentliche Umstände als daß Marcellus die alten Befugnisse seiner Würde wieder geltend machte. (Niebuhr, Barthold Georg: Römische Geschichte. T. 2. Berlin, 1812, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Berufsbezeichnung als Hinterglied
Halsrichter   „Richter über Leib und Leben“

Quelle: Er ist nicht allein der oberste königliche Küchenmeister/ und der oberste Halsrichter/ den der König über alle gefängnüsse/ ja über leben und tod aller seiner untertahnen zu walten und zu schalten gesetzt; wie ich zum teile schon gesagt. (Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670, nach DTA).

Halsvogt   „Vorsitzender des Gerichts, das die Todesstrafe verhängen darf“

Quelle: was auf den höfen vnd lande in Adenstedt delinquiret wird muß der iedesmalige halss-vogt, so deswegen auf dem vogt-dings-gerichte allemahl mit erscheinen muß, zu Bettmar einwrogen lassen (Beleg von 1758, nach DRW s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Halsfrau   „Herrin über Leib und Leben“

Quelle: Jch weiß nicht/ sagte Rhemetalces/ ob man hierinnen dem Verhängnisse/ oder nicht vielmehr den Aertzten die Schuld beymessen solle/ derer Unwissenheit durch unsere Hinrichtung sich erfahren/ ihre Verwegenheit aber sich zur Halsfrau über unser Leben macht. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA).

Halsherr   „Herr über Leib und Leben“

Quelle: Allerschönste Princeßin! wo iemals ein biß in den Tod getreuer Sclave von seinem Halsherrn wegen einigen Verbrechens Gnade und Verzeihung zu gewarten hat: (Ziegler und Kliphausen, Heinrich Anselm von: Asiatische Banise. 2. Aufl. Leipzig, 1700, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Institutionsbezeichnung als Hinterglied
Halsgericht   „Gerichtsbarkeit, die Todesstrafe verhängen darf“

Quelle: Wer kein gut gewissen gehabt hätte/ solte sich wol eingebildet haben/ als wenn sie Halsgerichte über uns halten und uns zum tode verurtheln hätten wollen. (Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666, nach DTA). - Wenn demselben die hinrichtung mißlinget, oder derselbe dabei etwas versihet, darf er von nimanden gemißhandelt werden, art. 97 der peinlichen halsgerichts ordnung kaiser Karls des Vten, ob er gleich vom richter deßfalls in strafe genommen werden kan, Pufendorf am a. o. § 13 s. 283. Immittels hat von einer solchen mißhandlung ein exempel der von Falkenstein am a. o. s. 561. (Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied
Halshuhn   „Huhn als Abgabe für den Hals- oder Lehnsherrn“

Quelle: leibeigene und hörige pflegten eine jährliche abgabe von hünern zu entrichten, welche leibhüner, halshüner, herdhüner, rauchhüner heißen, weil sie von jedem hörigen leib und hals und von jedem haus, aus dem rauch aufstieg (von jeder herdstätte) zu liefern waren. (Grimm, Weisthümer 518, nach DRW).

Frühneuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
halsbrecher   „Mörder“

Quelle: Wenn als denn der Todt/ welcher ein rechter blutsauffer/ halsbrecher/ vnd beinstrecker ist/ kumpt/ spielt er erst der vntrew mit vns/ vnd teilt vns mit den garaus/ ohn alles mitleiden vnd barmhertzigkeit/ er treibt vns erst den angst schweis aus/ er bringt mit sich das lang Register/ vnd macht dem menschen erst recht kundt vnd wissen/ wie er sein tag gehandelt vnd gewandelt/ vnd wie er Gott mit seinem sündtlichen lesterlichen leben/ zu viel tausent mal erzürnet/ vnd zum zorn der gerechtigkeit bewogen hab (Walther, Melchior: Ein Einfaltiger Vnd Christlicher Sermon oder Leichpredigt. Wittenberg, 1562, nach DTA).

halsseiferin   „Zofe, die die Herrin wäscht“

Quelle: zu auszgang der säl des frawenzimmers waren die aufbutzerin, aufzäumerin, harkrauserin, bisamreucherin, hendschuchbeizerin, halszseiferin, anstreicherin, die muszten beid mann und frawen, wann sie zusamen spaciren wolten, vor zurüsten, aufraumen und behobeln. (Fischart, Gargantua 281a, nach DWb).

halsstürzer   „Rechtsverdreher“

Quelle: hihgegen dise daukawer, muckenkawer, kamelschlucker, häuserschlucker, goldvernagelte zungen, die recht sprechen, nicht recht thun, halßstürzer guter wörter inn Parim vom Puteo, die liebhaber der rubricpfenning. (Fischart, Gargantua, nach DWb).

halsbürger   „Zeuge in einem Verfahren um die Todesstrafe“

Quelle: durch welcher vbelred er Zue recht gefordert worden iśt. durch den vorgenanten Erbaren Wolffgang Nörlinger. vnd durch Erbar Leütt nemlich 12 Halßpürger Zu recht verpürgt iśt worden. (Stadtbuch Karpfen 29, 19 (mslow. inseldt., 1509), nach FrnhdWb).

halsherrscher   „Tyrann“

Quelle: der tyran oder halßherscher Dionysius. (Fischart Ehezuchtbuch 33, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
halsbrechen   „Erbrechen“

Quelle: daz ainem diu lungel datz dem mund stücklot auz geet mit wüllen und mit halsprechen. (K. v. Megenberg. B. d. Nat. 453, 1 (oobd., 1349/50), nach FrnhdWb).

halsschlag   „Schlag an den Hals, Ohrfeige“

Quelle: dô spîeten si ûʒ in sîn antlitze und slûgin en mit halslegen. (Martin Behaims Evang. Buch, Matth. 26, 67, nach DWb).

halsstich   „Stich in den Hals“

Quelle: Paracelsus 5, 382, 17 (1527/8): Halsstich, gemechtstich, zersstich est una cura und habet aliam curam ab aliis. (nach FrnhdWb).

halsstarre   „Steifheit des Halses; Sturheit“

Quelle: Tetanus: die halßstarre ist ein krankheit dardurch einer muß den hals außgereckt halten und mag in weder hinder sich noch für sich bucken. (Maaler 208b; nach DWb) - halsstarre contumacia, pertinacia (Maaler 208b. nach DWb).

halsstarrige   „Sturheit“

Quelle: Tetanus starrige des hals, oder krümme auf ein seit. (Dasypodius s.v.,, nach DWb) - Widersetzlichkeit, Ungehorsam: halßstarrige pertinacia, contumacia (Maaler 208b, nach DWb).

halsstraich   „Schlag auf den Hals“

Quelle: alle frevel, fliessent wunden, halsstraiche, schwertzuckhen und all klein frevel (Beleg von 1435, nach DRW s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheitsbezeichnung als Hinterglied
halsstrenge   „eine Halskrankheit“

Quelle: Halßstrenge (die) Ein kranckheit, die einen würgt. Cynanche. (Maaler 208v (Zürich1561), nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
halsstarrigkeit   „Widerspenstigkeit; Unnachgiebigkeit“

Quelle: Das steinern Hertz wegnemmen / vnd fleischern Hertz an die statt geben / heist nichts anders / als ein rein / gut / vnnd solch Hertz geben / das Gott vertrawet / glaubet / vnd nach seinen Gebotten wandelt / oder die Vnreinigkeit / Boßheit / Hartneckigkeit vnd Halsstarrigkeit deß Menschlichen Hertzens wegnemmen / vnd an statt derselben im Hertzen Reinigkeit / Heiligkeit / etc. schaffen / oder wahren Glauben an Christum geben / dardurch wir hernach in seinen Gebotten wandlen können. (Marbach, Timotheus u. a.: Refutatio Irenaei. Gründlicher Bericht auf das Examen M. Christophori Irenei, so er Anno 1581 wider den ersten Artikel des christlichen Konkordienbuchs von der Erbsünde durch offenen Druck ausgesprengt. Heidelberg, 1583, nach DTA).

halsstreitigkeit   „Sturheit“

Quelle: ir verwägene halsstreitigkeit macht sie unüberwindlich. (Sebastian Frank, Moriae encomion 48b, nach DWb).

halslaster   „Verbrechen, auf das die Todesstrafe steht; Todsünde“

Quelle: die mit offentlichen halßlastern beladen sind, als zauberer, gotslesterer, wuecherer, dieb, rauber, mörder, knabenschender, kindvertrucker. (Sebastian Franck, Chronica 388b, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
halsader   „Halsschlagader; Arterie“

Quelle: die ir halsadern, vnderlegten vmb mein sele (Kurrelmeyer, Dt. Bibel 2, 57, 20 (Straßb. 1466, nach FrnhdWb).

halsbein   „Schlüsselbein“

Quelle: Halßbein / ossa duo à collo ad humeros extensa, velut compages colli cum trunco. [...]. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb).

halsdrüse   „Schilddrüse“

Quelle: Halßtruesen / Vornen am Halß vnnd zuo beiden seyten. (Maaler 208v (Zürich1561), nach FrnhdWb).

halsfeder   „Halsschmuck (des Hahnes)“

Quelle: Halßfaederen an hanen / die sy im zorn streüssend. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb).

halsgebein   „Genick, Knochen des Halses, Halswirbel“

Quelle: hauptboissen und freuelboissen soe wie die vff steint, iss sie mit slain, sloichen [floichen!], schalden ane die die antreffen haltz und haltzgebeyne, fallent von recht zwoe deilen dem herrn des goitzhuse von Mettloch (1484 Lager, Mettlach 234, http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?term=halsgebein&index=lemmata, gesehen am 28.9.2017).

halsgeschwer   „schwärende Krankheit im Hals“

Quelle: Für geschwer am hals / nim saltz / essig / [...] / schluck dises ein wenig einn / benimpt gar bald das hals geschwere. (Rösslin. Kreutterb. 186, 7 (Frankf.1535), nach FrnhdWb).

halsgeschwulst   „Kropf“

Quelle: Halßgeswulst. od’ kelsucht. guttura. (Voc Teut Lat. m vv (Nürnb.1482), nach FrnhdWb).

halshaar   „Mähne“

Quelle: Halßhaar (das) an rossen. Iuba. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb).

halsknoch   „Nacken“

Quelle: Vnterst Halßknoch / bein / der vorhalß vnter dem Kin. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb).

halszepflein   „Uvula“

Quelle: Halßzepflein. Angina, Synanche. (Serranus, 92v (Nürnb.1552), nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung als Hinterglied
halsband   „am Hals getragenes Zierband“

Quelle: Voc.Teut.Lat. m vjr: Halßgurtel. od’ halßpãdt. (nach FrnhdWb).

halsberg(e)   „Brustpanzer“

Quelle: m.: ward ym der harnasch also kolschwartz, on allein der halßberg, der was güldin. (Tristrant 28, 5 (Augsb.1498), nach FrnhdWb). – f.: Halßperge. od’ plate. od’ krebs. od’ kurbis. od’ prustplech. od’ halßhemde. (Voc Teut Lat. m vjr (Nürnb.1482), nach FrnhdWb).

halsbeutel   „am Hals getragener Geldbeutel“

Quelle: Skála, Egerer Urgichtenb. 76, 8 (nwböhm., 1571): ein halßbeuttl hab er einem Cramer [...] gestollen. (nach FrnhdWb).

halsboje   „Halsring“

Quelle: Hals bogen von golde gut, / Dar an Gote wisete sinen mut. (Reissenberger, Väterbuch 21889 (md., Hs. 14. Jh.), nach FrnhdWb). Mit Schreibung -g- für j.

hälsegürtel   „aus Halshaut geschnittener Ledergürtel“

Quelle: so en sall niemant [...] geine helsegurdel, die zowersse van helsen gesneden sint, machen. (Kölner Zunfturkunden, 1, 101, 14 (rib., 1430), nach FrnhdWb).

halsgehänge   „Halsschmuck“

Quelle: darunter die klainodien, ring, ketten, halß- ohrgeheng. (Starzer, Qu. Wien 1, 5, 5814, 61 (moobd., 1624), nach FrnhdWb).

halsgeschmiede   „Halsschmuck“

Quelle: an deme tage wirt der herre ablegen [...] halsgesmide und vurspan. (Proph. Cranc. Jes. 3, 18 (preuß., M. 14. Jh.), nach FrnhdWb).

halsgeschmuck   „Halsband“

Quelle: Dasypodius, 138r: Monile, Ein halßband / halßgeschmuck / dz man an den halß hencket. (nach FrnhdWb).

halsgezierde   „Halsschmuck“

Quelle: Halßgezierd (das) halßband / das man an den halß henckt. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb).

halsgo(e)ller   „Hals-, Brusttuch“

Quelle: Halßgoeller (das) Brusttuoch. [...]. Halßgoeller wie es die weyber tragend. [...]. Halßgoeller / das man für den frost vnd kelte vmblegt. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb).

halsgürtel   „Halsband“

Quelle: Voc.Teut.Lat. m vjr: Halßgurtel. od’ halßpãdt. (nach FrnhdWb).

halshemd   „Hals und Brust umschließendes Hemd“

Quelle: Auch sollen frowen und junkfrowen, burgerin und inwonerin dieser statt, hinfüro nit mer tragen einich halshembd, das mit gemechte und aller ander zierde und zugehorung über zwen guldin cost oder werdt sei. (Nürnberger Polizeiordnung, 13.-15. Jh, nach DWb). - Hans Sachs 5, 199, 17 (Nürnb.1531): so hast du mir jhene wochen / Ein halßhembd in der wesch verloren. (nach FrnhdWb).

halskappe   „Kopf und Hals bedeckendes Kleidungsstück, Kapuze“

Quelle: Schöpper 87b: GVGVL Halßkappe gugel kutte. (nach FrnhdWb).

halskette   „Schmuck um den Hals“

Quelle: Trunz, Meyfart. Tub. Nov. 7, 11 (Coburg1626): Du hast mir das Hertz genommen / meine Schwester liebe Braut / mit deiner Augen einem / vnd mit deiner Halßketten eine. (nach FrnhdWb).

halskoppel   „breiter Riemen um den Hals“

Quelle: Voc.Teut.Lat. m vv: Halßkoppel. oder rieme. oder stutze. oder seul. sustentamulum. (nach FrnhdWb).

halskragen   „Kragen am Hemd“

Quelle: Koppitz, Trojanerkr. 1068 (Hs. noschweiz., 15. Jh.): Von Throye der hoche ritter gütt [...] Dem herren aine wunden Schlüg, [...] Enmitten durch den hals kragen (nach FrnhdWb).

halsküssen   „Kissen zur Stütze des Halses und Kopfes“

Quelle: halskußen cervical (Voc.Teut.Lat. h 8b, nach DWb).

halsmantel   „den Hals bekleidendes Stück Tuch“

Quelle: Rot 316 (Augsb.1571): Humeral, Ein achsel kleyd / hals mantel. (nach FrnhdWb).

halspanzer   „Halsberge“

Quelle: derwegen und dieweil ihn Florestan blosz vermerket, versetzt er ihm zwischen dem helm und halszbantzer solchen streich, dasz er ihm das haupt für die füsz danider schluge. (Amadis 1569: 430, erstes Buch hrsg. von A.v.Keller, nach DWb).

halspfeid   „Hals und Oberkörper bedeckendes Hemd“

Quelle: gestrickte strumpff, von aintzigen gemachten jopen, pfaiden, halßtüchern, halßpfaiden, furtüchern. (Starzer, Qu. Wien 1, 5, 5814, 334 (moobd., 1624), nach FrnhdWb).

halsring   „um den Hals getragener Schmuck; Halsband von Jagdhunden“

Quelle: halßring so man den gefangenen anlegt, collaria (Maaler 208b; nach Dwb).

halsstiefel   „am Oberteil eng eingeschnürter Stiefel“

Quelle: und soll schnaiden ain haut, darauz sol er machen ain par halsstiffel und ain par fraunschuoch knaüffelt. (Auer, Stadtr. München 447, 56, 6 (moobd., 1347), nach FrnhdWb).

halstuch   „Halstuch“

Quelle: gestrickte strumpff, von aintzigen gemachten jopen, pfaiden, halßtüchern, halßpfaiden, furtüchern. (Starzer, Qu. Wien 1, 5, 5814, 334 (moobd., 1624), nach FrnhdWb).

halszierde   „Schmuck um den Hals“

Quelle: Halßzierd von gruenem edlengstein. [...] Eingschlossen Halßzierd / als bysemknopff. (Maaler 208r, nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Hausratbezeichnung als Hinterglied
halßkus   „Kissen zur Stütze des Halses und Kopfes“

Quelle: Voc. inc. teut. k viijv (Speyerum 1483/4): Halßkus Ceruical wl. hauptbolster. (nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Hinterglied
halseisen   „Fessel um den Hals“

Quelle: wolte den Dieb todschlagen im Halseisen oder Banden. (Luther, WA 52, 838, 40 (1528), nach FrnhdWb).

halseisenstok   „Pfahl, an dem das Halseisen angebracht ist“

Quelle: halseisenstok (a. 1558 f., nach FrnhdWb).

halspfeife   „Folterinstrument mit einem sehr engen runden Loch, das dem Verbrecher um den Hals gelegt wird“

Quelle: Darumb du solst deinem weib sagen / sie soll dich hinfort nicht mehr schlagen / und dich herr lassen im hausz sein / oder man soll sie legen ein / in die halszpfeiffen oder geigen. (Jakob Ayrer d.Aä., 2 Hälfte 16. Jh., (1938: 386c, nach DWb).

halsstri(c)k   „Strick um den Hals“

Quelle: Gajek, Seidelius. Tych. (Breslau1613): Welchs jhm das gros gewuenschte Glueck / Verkehret inn einen Halßstrick (nach FrnhdWb).

halszwinger   „Joch“

Quelle: Schöpper 79a (Dortm.1550): Iugum. Joch halßzwinger (nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Hinterglied
halskraut   „Pflanze gegen Halsbeschwerden“

Quelle: Idæa laurus [...] zapffenkraut / halskraut. (Alberus, DDr (Frankf. 1540), nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Behälterbezeichnung als Hinterglied
halssak   „nach vorne und hinten hängende Tragetasche, die man sich über die Schulter hängt“

Quelle: Dasypodius, 125v (Straßb.1536): Mantica, Ein halßsack, der vornen vnnd hinden herab hanget / weydsack. (nach FrnhdWb).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
halsgeringelt   „mit Streifen am Halse versehen“

Quelle: halszgeringlete taub, die ein schön ringle hat umb den halsz, torquatus palumbus (Maaler, Josua, die teutsch sprach […], 1561: 208b, nach DWb).

halsbeinic   „stur“

Quelle: ich sihe das dis volk ist halspeinig, lasz mich das mein grimm werd erzürnt wider sie. (Bibel 1483, 48a, nach DWb und Lexer).

halslä(h)mig   „mit unbeweglichem Hals, unbeholfen“

Quelle: und [die Kinder] so halßlämig ungwiß tasten. (Fischart Anmanung 71, nach DWb).

halsstar   „stur, hartnäckig“

Quelle: Welche dann sich zu lang halsstar und aigensinnig erzaigt, die haben wir der statt verwisen. (Qu. hess. Ref. 4, 105, 9 (hess., 1536), nach FrnhdWb).

halsstark   „stur, dickköpfig“

Quelle: die wil er je also an ime selber so halsstark was, dass er durch deheiner marter willen nit vorjechen wolt (Beleg von 1503, nach DWR s.v.).

halsstarrig   „stur, hartnäckig“

Quelle: Ist auch leider dahin gerahten / das sie ohne scheue / nicht allein die wahre wesentliche gegenwart / vnd austeilung des leibes vnnd blutes Christi / mit dem gesegneten brot vnnd wein im heiligen Abentmal halsstarrig verleugnen / vnnd widersprechen / (Kirchner, Timotheus: Von der Erbsünde was sie eigentlich vnd nach der heiligen Schrifft zu reden sey, vnnd warauff der heuptstreit in dieser sache beruhe. Jena, 1587, nach DTA).

halsstarriglich   „unbelehrbar“

Quelle: Solle doch hiemit / vmb der einfältigen willen / nochmahlen / auff dieselbige gründtlicher vnnd kurtzer Gegenbericht geschehen / vnnd mit hilff des Allmächtigen dargethan werden / daß nicht die Lutherische / (wie diser Caluinist fälschlich vns zumisset) sonder die Calninisten von dem Wort Gottes (in der Lehr von den heiligen Sacramenten / vnnd von der Person Christi) einmal abgewichen / vnd dasselbig noch für vnd für / vber alle erinnerungen / halsstarriglich beharren. (Magirus, Johannes: Kurzer und gründlicher Gegenbericht, darinnen wider den falschen Bericht Doktor Marxen zum Lamm zu Heidelberg, erwiesen wird. Tübingen, 1592, nach DTA).

halsstra(c)k   „stur“

Quelle: halsstrack, hartneckig, die nicht erken / was man ir weist, zeigt oder lert. (Thurneisser archidoxa (1575) 7, nach DWb).

halsstreitig   „streitsüchtig, stur“

Quelle: dann wie ein unbendigs, aygenwilligs, halßstreitigs, hartnägkigs kind nit wol wirt zogen. (Sebastian Frank, Trunkenheit 1531 E 4b, nach DWb).

halsstürzig   „auf den eigenen Vorteil bedacht“

Quelle: Sunst ist die Christliche kirche / vil toller vñ vnsinniger dañ die wute͂de thorheit selbern / vnter allen voelckern auff erden / welche sich zu vnsern zeitten / vil vnsawberer vnd halßstortziger lest mercken ia greyffen dañ vom anfang. (Anderson u. a., Flugschrr. 19, 4, 3 ([Eilenb.] 1524), nach FrnhdWb).

halsbrichig, halsbrüch(t)ig   „mit der Todesstrafe zu ahnden“

Quelle: da dis munster einige mißtätige angegriffen, gefänglich hinfuhrten und fast hielten oder gehalten hätten, hernegst aber selbige pein- und halsbruchtig befunden. (Weistümer Hülchrath 141, 39 (rib., 1616), nach FrnhdWb).

halseigen   „in Leibeigenschaft befindlich“

Quelle: "die sich vor ihm [dem Hogerichter] und Zeugen ganz halseigen gegeben habe und aus der Paulsfreiheit ausgetreten sei" (Beleg von 1548, nach DRW s.v.).

halsverbrechlich   „die Todesstrafe erfordernd“

Quelle: wofern es nicht halsverbrechliche sachen sind. (Junghans von der Olßnitz, Adam, Kriegsordnung, 1594: 49, nach DWb).

Denominale verbale Ableitungen
halsschlagen   „ohrfeigen“

Quelle: so ist mir gegeben ein stachel meines fleisches, der engel Sathanas, daz er mich halsschlag. 8Spiegel menschlicher Behaltnusse (1492) 52a, nach DWb).

halsstärken   „jmdn. in seiner Hartnäckigkeit bestärken“

Quelle: Der [...] calvinianer hauf, [...], wurde in ihrem vornehmen gehalssterket. (Franz u. a., Qu. hess. Ref. 3, 328, 41 (hess., 1563), nach FrnhdWb).

halsbanden   „mit einem Halsband versehen“

Quelle: wie bequemlich stünd ein gehalszbandete kel under minem bartischen antlitz. (Cyrillus Thessalonicensis, 1490: bl. 27, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Fahrzeugbezeichnung als Hinterglied
halsschlitlin   „Schlitten, den man am vorderen Sporn zieht“

Quelle: esseda halsschlitlin, ein kerchlin das men an dem hals zucht. (Brack voc., ed. Diefenb. 210c, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Berufsbezeichnung als Hinterglied
halsrichter   „Richter, der die Todesstrafe verhängen darf“

Quelle: unsern obrigkeiten und halsrichtern [...] unverspruchig. (Schles. Bergb., Cod. Sil. 20, 229, 15 (schles., 1526) , nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
halsherre   „Herr eines Leibeigenen“

Quelle: mit reisen, sturn (steuern), botten und verbotten und aller pflicht, so dann ein leibeigen mensch seinen halßherren nach dem landsbrauch schuldig ist. (Haltaus glossarium germanicum medii aevi 786, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Rechtsbezeichnung als Hinterglied
halsbuße   „Todesstrafe“

Quelle: halsbusse „Todesstrafe“ (a. 1481, nach FrnhdWb).

halsgeban   „Recht, die Todesstrafe zu verhängen“

Quelle: wisen sie [scheffen] meinem e.h. dry boissen [...], vnd ist halz und galzgebanndt [...]. vsser dem halzgebanne soll [...]. (Grimm Weisthümer 3, 795, 11 (mosfrk., 1532), nach FrnhdWb).

halsgerichtsordnung   „Gesetzgebung über die Verhängung der Todesstrafe“

Quelle: nachdem auch die halß- oder peinlich gerichtsordnung auf jüngst gehaltenem reichstage zu Augsburg für die hand genommen. (Absch. des Reichst. zu Regensburg 1532, iii; nach DWb).

halsgerichtszeichen   „bestimmtes Zeichen für die Halsgerichtsbarkeit“

Quelle: Abzeichen eines halsgerichts. (Haltaus glossarium germanicum medii aevi 785, nach DWb). Als solche Zeichen dienten Stock und Galgen.

halsklage   „Anklage wegen eines Kapitalverbrechens“

Quelle: hat Jorge Beher [...] in gerichte eyne halsclage, dy uwer lip, leben, ere unde gud anberurte, getan. (Schöffensprüche Pössneck 177, 30 (thür., 1474) , nach FrnhdWb). - wann sie ihre eltern beinlich auf leib und leben verclagen, allein die halsclagen, welche von des lantsfürstens oder allgemeiner wohlfarth wegen beschehen, außgenomben (1573; Landesordnung des Erzherzogthums Österreich unter der Enns von 1573. Handschriftlich, Teil der Sammlung Chorinsky, III 23 § 3, nach DRW).

halspen   „Todesstrafe“

Quelle: ob sach wer, das ain gast in ains frumen mans hawss kchäm und nachmalen mit dem wirt höchmüt treiben wolt und das der wirt [...] seinen nachtpawrn verkchunden (!), dem sullen sew peystant tun. bey halspeenen. (Steir. Landtagsakten 2, 118, 23 (m/soobd., 1469), nach FrnhdWb).

halssteuer   „Tribut, der von einem Leibeigenen an seinen Herrn entrichtet wird“

Quelle: das ouch die landzugling, die an den enden in unsern hochen gerichten sitzent, ... die halßstur geben soͤllent (Belege von 1476, nach DRW s.v.).

halsstrafe   „Todesstrafe“

Quelle: wann sich under den ... pawrßleüten ... unnzüchten ... zuetragen ... das dardurch khain peindliche oder halßstraff verdienet wirdet (Beleg von 1535, nach DRW s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Hinterglied
halsgefängnis   „Strafgefängnis“

Quelle: halsgefängnis „Strafgefängnis“ (a. 1464, nach FrnhdWb).

halsgericht   „Gebäude, in dem das Strafgericht untergebracht ist“

Quelle: (Verordnung, das) halßgericht betreffend. (Regensburger reichstags-abschied 1532, iii; , nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Geländebezeichnung als Hinterglied
halsacker   „Gerichtsgelände“

Quelle: Die spyeler haben übel zyt / | Vil mer / der schnapp han / der do ryt | Vff den halßacker wogend sich. (Brant. Narrensch. 89, 15 (Basel1494), nach FrnhdWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Institutionsbezeichnung als Hinterglied
halsgericht   „Strafgericht, Gericht über Leben und Tod“

Quelle: daz gerichte uber schulde, gulde und bruche, mit dem gerichte des bluts, daz man nennet das halsgerichte. (Haltaus glossarium germanicum medii aevi 785, nach DWb).

Mittelhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
halsslac   „Ohrfeige auf den Hals“

Quelle: dô spîeten si ûz in sîn antlitze und slûgin en mit halslegen. Behaims evang. buch, Matth. 26, 67; slûgen en mit halslegin. Marc. 14, 65 (DWb).

halsstreich   „Ohrfeige“

Quelle: vil starcker halsstreich wart uff in geslagen / der besem und der geiseln swang (Frauenlob Teil III, Lied 11, Absatz 211, Stanza 2, Zeile 24f., nach MhdBdb).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
halsstarcheit   „Sturheit, Dickköpfigkeit“

Quelle: das man / in guotten dingen lobt und stättikait, aber in bösen dingen für ain / laster hatt und hallstarkait zuomist. (Facetiae Latinae et Germanicae, Seite 110, Zeile 1-3, nach MhdBdb).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung im Hinterglied
halsâder   „Hauptschlagader“

Quelle: die halsâdern der sundere, cervices peccatorum ([Niederrheinische] Übersetzung von Psalmen, Hymnen und Kirchengebeten aus dem 14. Jh., nach Lexer).

halsbein   „Halsknochen, Genick“

Quelle: er sluoc im abe daz halsbain (Das Rolandslied Zeile 4911, nach MhdBdb).

halshâr   „Kopfhaar; Mähne“

Quelle: in ainime dîme halshâre, in uno crine colli tui (um 1160, Das [St. Trudperter] Hohe Lied, nach Lexer).

halsvahs   „Haarwuchs, Kopfhaar“

Quelle: i. coma capitis (Das [St. Trudperter] Hohe Lied. um 1160, nach Lexer).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung im Hinterglied
halsbant   „Halskette als Schmuck, Brustpanzer“

Quelle: und sahen vor yne eyn hircz wißer dann der schnee, der hatt umb synen hals ein guldin halsbant. (Prosa-Lancelot (Teil 2) Seite 535, Zeile 13f., nach MhdBdb).

halsboge   „Halskette“

Quelle: dâ bî er ouch im hete gegeben einen halsbogen (Das Passional [Buch 3]. Eine Legenden-Sammlung des 13. Jh.s., nach Lexer).

halsgezierde   „Halsschmuck“

Quelle: welhe halsgezerde ich dir machin will (um 1160, Das [St. Trudperter] Hohe Lied, nach Lexer).

halshemede, halshembd   „kurzes Hemd“

Quelle: auch sollen frowen und junkfrowen hinfüro nit mêr tragen einich halshembd, das mit gemechte über zwên guldîn cost (Nürnberger Polizeiordnung, Beleg vom 14. Jh., nach Lexer).

halsrinc   „Halskette; Halsfessel“

Quelle: und bevestent vil hart / in kerker und in halsrinc. (Der Jesusknabe als Geisel, Zeile 10f., nach MhdBdb).

halssnuor   „Halskette“

Quelle: sie ne zierent ouh vingerlîn ringe noh bouge, nuskelîn vone goldes gesmelce noh die halssnuore (Daz himilriche. 2. Hälfte 12. Jh, nach Lexer).

halsstival   „Halsstiefel, Stiefel aus Halsleder“

Quelle: und sol schneiden ain haut, darauʒ sol er machen ain par halsstiffel und ain par fraunschuoch knäuffelt (Das Stadtrecht von München. 1340, nach Lexer).

substantivisches Determinativkompositum mit Rüstungsbezeichnung im Hinterglied
halsbërc   „Brustpanzer, Kettenhemd“

Quelle: manec liehter halsperc / der lac dâ verhouwen. (Dietrichs Flucht Zeile 3484f., nach MhdBdb).

halsbërge   „Brustpanzer, Kettenhemd“

Quelle: her stach Pallase daz swert / underm halsberge in den lîb (Eneide Zeile 7566f., nach MhdBdb).

halsbërcwant   „Lage von Metallringen des Kettenhemdes“

Quelle: er stach in gein dem herzen in / durch beide halspercwende (Lanzelet, Zeile 1520f., nach MhdBdb).

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied
halsgolt   „goldenes Halsband“

Quelle: Si truoc ouch einen aren / An einem halsgolde (Diu Crone, Zeile 8236f., nach MhdBdb).

halsîsen   „Halsfessel aus Eisen“

Quelle: Der gern in dem halsîsen lac / Gevangen manigen liehten tac. (Der Renner, Zeile 7389f., nach MhdBdb).

substantivisches Determinativkompositum mit Produktbezeichnung als Hinterglied
halswide   „Strang zum Aufhängen“

Quelle: rise grosze, noch gib mir dinen fride / erlasz mich fürbaz mere diner halswide. (Wolfdietrich, um 1225, nach DWb). Hier bedeutet mhd. wide, eigtl. „Weide“, das Produkt, das aus Weidenästen oder der Rinde gemacht wird: „Seil“, vgl. noch mhd. widemacher gl. restio „Seiler, Seilmacher“.

substantivisches Determinativkompositum mit geometrischer Formbezeichnung als Hinterglied
halskreiʒ   „Halsring bei Vögeln“

Quelle: sein (des sitichs) halskraiʒ ist rôtvar und vil nâhent goltvar (Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur [Fassung I]. 1348/50, nach Lexer).

adjektivisches Possessivkompositum
halsstarc   „stur (einen starken Hals habend)“

Quelle: In dem Hegow hat ain raisiger knecht ain wib, die was also halstark / und strittig, das nymer dhain frid im huß was (Facetiae Latinae et Germanicae, Seite 109, Zeile 10f., nach MhdBdb).

adjektivisches Possessivkompositum mit Suffix -ig
halsæderig   „stur (herausstehende Halsadern habend)“

Quelle: ein harter halsêderiger, pertinax (Glossarium latino-germanicum mediae et infimae aetatis. E codicibus manuscriptis et libris impressis concinnavit L. Diefenbach. Frankfurt 1857, nach Lexer).

denominales Verb
halsbërgen   „mit einen Brustpanzer ausstatten“

Quelle: der ist vaste gehalsperget (wohl 1130/50; Hs. um 1170. Speculum Ecclesiae. Eine frühmhd. Predigtsammlung, nach Lexer).

halsbrëchen   „erbrechen“

Quelle: das erbrechen, vomere (Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur [Fassung I]. Die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache. Hg. von F.Pfeiffer. Stuttgart 1861, nach Lexer).

halsslagen   „auf den Hals ohrfeigen“

Quelle: Karl hiez im sîne hende ... binden, daz hâr si im ûz rouften, daz gewant sim abe slouften, si halsslageten in genuoc (Beleg von 1233, nach DRW s.v. halsschlagen).

halsslegelôn   „ohrfeigen, misshandeln“

Quelle: siu sach in (Christum) halsslegelôn (Altdeutsche Predigten und Gebete aus Hss. 12.-14. JH., nach Lexer).

halsstreichen   „ohrfeigen“

Quelle: und lie sich halsstreichin ir wîʒin nack sô weichin (Hugo von Langenstein: Martina. 1293, nach Lexer).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
halshërre   „Herr (über Leib und Leben) eines Leibeigenen“

Quelle: swer mit in wil wandeln, der leist in, swaz er in gelob, unde setz in niht vil ob fremder halsherren (Steirische Reimchronik, Zeile 14624 – 14627, nach MhdBdb).

substantivisches Determinativkompositum mit Geländebezeichnung im Hinterglied
halsacker   „Richtstätte“

Quelle: Keyn ruow noch rast / die buoler handt / Die spyeler haben übel zyt / Vil mer / der schnapphan der do ryt Vff den halßacker wogend sich / Des prassers will gschwigen ich / Der allzyt voll ist / vmb syn hertz (Das Narrenschiff Absatz 89, Zeile 13 – 19, nach MhdBdb).

substantivisches Determinativkompositum mit Rechtsbezeichnung als Hinterglied
halsgerihte   „Befugnis, die Todesstrafe zu verhängen“

Quelle: auch haben wir dem von Abensperch stöcke und galgen und ein frîes halsgericht dôselben geben (Beleg von 1348, Monumenta Wittelsbacensia. Urkundenbuch zur Geschichte des Hauses Wittelsbach, nach Lexer).

Althochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
halsslag   „Ohrfeige“

Quelle: halsslegin colaphis Gl 1,718,35. (AhdWb s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
halsâd(a)ra   „Arterie, Halsschlagader; Nackenmuskel“

Quelle: halsaderen arterias Gl. 4,369,30 (AhdWb s.v. halsâdra).

halsbein   „Halsknochen, Wirbel“

Quelle: halsbein spondile Gl 3,71,28 (AhdWb s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung als Hinterglied
halsbant   „Halskette“

Quelle: halspant [carcer inligata duris colla] Gl 2,591,14. (AhdWb s.v. halsbant).

halsboug   „Halskette“

Quelle: halsboug torques Gl 1,544,2. (AhdWb s.v.).

halsfano   „Schultertuch“

Quelle: halsfano ł vuindbant ł cheletuohc collarium Gl 2,368,29 (AhdWb s.v.).

halsketin(n)a   „Halskette“

Quelle: hals-chetinnen: dat. pl. Gl 2,504,10 [carcer inligata duris colla] bacis (Eins. 316, 11. Jh., AhdWb s.v.).

halslīn   „Halsleinen, Stola des Priesters“

Quelle: hals-line: dat. sg. Gl 2,92,50 [ministrum non oportet] orario [uti]. (Würzb. Mp. th. f. 146, 9. Jh., AhdWb s.v.).

halsring   „Halskette, Halsfessel“

Quelle: halsringe torque Gl 3,418,22. halsring torques virorum 722,42. (AhdWb s.v.).

halstuoh   „Halstuch, Schultertuch“

Quelle: collarium halstuoch uł circulus colli Gl 3,298,11 (AhdWb s.v.).

halsuuerī   „Halstuch, Schulterkleid“

Quelle: halsuueri [cucullam, in hieme villosam, in aestate puram, aut vetustam: et] scapulare [propter opera, Reg. S. Ben. 55] (AhdWb s.v.).

halszierida   „Halsschmuck“

Quelle: daz gecnupfe dinero dieho daz sint halsziereda, die der gesmidot sint mit geleretes listmeisteres hant iuncturae femorum tuorum, sicut monilia, quae fabricata sunt manu artificis [Cant. 7,1] 112,1/2. (AhdWb s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Rüstungsbezeichnung als Hinterglied
halsberg   „Halsschutz, Brustpanzer, Kettenhemd“

Quelle: halsperch lorica Gl 3,359,34. (AhdWb s.v. halsberg).

halsbirg   „Halsschutz, Brustpanzer, Kettenhemd“

Quelle: halspirc pector[al]ia Gl 1,212,1 (AhdWb s.v. halsberg).

halsberga   „Halsschutz, Brustpanzer, Kettenhemd“

Quelle: thorax grecę halsberga 682,65 (AhdWb s.v. halsberga).

halsuuerī   „Halspanzer“

Quelle: halsuueri [cucullam, in hieme villosam, in aestate puram, aut vetustam: et] scapulare [propter opera, Reg. S. Ben. 55] (AhdWb s.v.).

Bedeutung 'Hals', substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied
halsgold   „Halsschmuck aus Gold“

Quelle: culdinen ring halscold [collo] torquem auream [circumposuit (sc. der Pharao dem Joseph)] Thoma, Glossen S. 20,25 (AhdWb s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Hausratbezeichnung als Hinterglied
halspfuluwīn   „Kopfkissen“

Quelle: halsphuluvui [vae quae ... faciunt] cervicalia [sub capite ... ad capiendas animas, Ez. 13,18] Gl 1,644,17 (AhdWb s.v. halsphul(u)uui).

substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Hinterglied
halsdruoh, halsthrûh   „Halskette, Halsfessel“

Quelle: halsdruch boia. Gl 425,30. (AhdWb s.v. halsthrûh).

halsdwing, halsthuuing   „Halszwinge, Fessel“

Quelle: baga enim ferrum dicitur. quo captiua sepe mancipia strictis collis et manibus aguntur .i. halstuuinc. Gl 2,386,29 (AhdWb s.v. halsthuuing).

halsstric   „Strick um den Hals“

Quelle: vnlango lebe er . ze laqueo (halsstricche) gaoe er, Npgl 108,8 (AhdWb s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheitsbezeichnung als Hinterglied
halssuht   „Halserkrankung“

Quelle: halsuht [sic eiulantes ossa clamant dividi, nodosa torquet quos podagra et] arthrisis Gl 2,389,35 (AhdWb s.v.).

denominales Verb aus Kompositum
halsgoldôn   „mit goldenem Halsschmuck ausstatten“

Quelle: hals-goldodon: part. prt. nom. acc. pl. n.: torqata, Gl 4,339,33 (Leiden Voss. lat. fol. 63, 11. Jh., AhdWb s.v.).

halsslagôn   „ohrfeigen“

Quelle: ich gloubo daz er (Christus) ... uone den Ivdon ... gispuen wart, gihalslagot wart. S 138,9 (AhdWb s.v.).

halssleggen   „ohrfeigen“

Quelle: halslegen colaphizare Gl 3,419,1. (AhdWb s.v.).

halsuuerfôn   „den Hals drehen“

Quelle: [der Schauspieler] uuiblicho neuuanchoe mit ten siton . noh nehalsuuerfoe ze ungezemero uuis nec muliebriter deducenda sunt latera . nec iactanda deformiter cervix. (Nr 683,17, AhdWb s.v.).

ZusammenrückungenInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Arsch

Quelle: Aus dem Hals riechen (stinken) wie die Kuh aus dem Arsch: „üblen Mundgeruch ausströmen“ (Röhrich, Lutz: Kropf. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten s.v.).

Hals über Kopf   „überstürzt, in Eile“

Quelle: Es handelte sich um einen der ortstypischen Zuchthöfe, seine Besitzer waren vermutlich Hals über Kopf geflohen und hatten ihre Schützlinge hilflos und gefangen der Gefahr überlassen. (Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 116).

Hals- und Beinbruch!

Quelle: In diesem Sinne "Hals- und Beinbruch " - das ist der frömmste Glückwunsch, den die Fliegerei kennt. (Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 413, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Hals über Kopf   „hastig“

Quelle: Die Römer und insonderheit Varus wurden hierüber so beschämt und bestürtzt/ daß sie/ gleich als vom Blitz gerühret/ erstarreten/ und als wenn die Göttliche Rache schon ihnen über dem Nacken schwebte/ oder etliche Kriegs-Heere ihnen in Eisen wären/ über Hals über Kopf sich aus dem Sicambrischen Gebiete flüchteten. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA). - Den Signalisten auf der Insel Escombrero legte ein scharfer Schuß aus einem Krupp'schen Ballongeschütz schleunigst das Handwerk, und als die kleine Granate in ihrer Nähe platzte, räumten sie Hals über Kopf das Feld. (Werner, Reinhold von: Erinnerungen und Bilder aus dem Seeleben. Berlin, 1880, nach DTA).

über Hals und Kopf   „hastig“

Quelle: Er war nicht nur ein Raht und Cantzler/ sondern auch ein tapferer Soldat/ Wie diese Spannier das Zeugniß werden geben/ Die über Halß und Kopf sich musten rückwerts heben (Celadon von der Donau [i. e. Greflinger, Georg]: Der Deutschen Dreyßig-Jähriger Krjeg. [s. l.], 1657, nach DTA). - Dann über Halß und Kopf, und Stock und Stein entweichen, War bey dem Feind so viel als Heil und Glück erreichen; Uns aber eins: gesehn, gekommen und gesiegt, Weil eine kurze Frist so viel für uns gefügt, Daß diese Feindes-Macht schon in die Flucht geschlagen, Eh wir noch selbst gewußt, ob wir es wollen wagen (Scheyb, Franz Christoph von: Theresiade. Bd. 1. Wien, 1746, nach DTA).

über Hals und Hand (richten)   „über Leib und Leben (richten)“

Quelle: Seine vnterhabende Officirer vnnd Soldaten ins gemein soll Er in Christlicher Zucht/ Ordnung vnd disciplin halten [...] nach gelegenheit der zeithen versehen sindt/ dem gewöhnlichen Kriegsrecht stadt geben/ vnd auch über Halß vnnd Hand durch vnser Ober Commendanten vnnd seine vnterofficirer richten lassen wollen/ (Seckendorff, Veit Ludwig von: Teutscher Fürsten Stat. Frankfurt (Main), 1656, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
bauch

Quelle: Des gleichen wird des armuts verschont / dieweil nu das kirchengut fast erschepfft / vnd wie eine gelde kuhe versigen ist vnd verschwunden / das hinzu dasselb dürfftig armut (vber das es hals vnd bauch zusetzet) mit stewern / auff setzen etc. auff den grad vnd die rieben ge schabt wird vnd geschunden. (Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg, 1531, nach DTA).

bein

Quelle: Des gleichen wird des armuts verschont / dieweil nu das kirchengut fast erschepfft / vnd wie eine gelde kuhe versigen ist vnd verschwunden / das hinzu dasselb dürfftig armut (vber das es hals vnd bauch zusetzet) mit stewern / auff setzen etc. auff den grad vnd die rieben ge schabt wird vnd geschunden. (Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg, 1531, nach DTA).

halsgebein

Quelle: [...] die dae treffen ane hals und halsgebeine, es si von erbschaften, nemelich von verstoirten marken. (Dt. Wirtschaftsl. 308, 1 (mosfrk., 1499), nach FrnhdWb).

hand

Quelle: daz ir an denselbin enden gerichte habit obir hals unde hant, da sollich mort begangen ist. (Schöffensprüche Pössneck 173, 12 (thür., 1474) , nach FrnhdWb).

haubt

Quelle: Pfaltz oberster faut, her, richter uber hals und haubt. [...] und zu richten uber hals und bein nach seiner gnaden willen. (Weistümer Schrieshausen 238, 5 (rhfrk., 1571) , nach FrnhdWb).

klauen

Quelle: Des gleichen wird des armuts verschont / dieweil nu das kirchengut fast erschepfft / vnd wie eine gelde kuhe versigen ist vnd verschwunden / das hinzu dasselb dürfftig armut (vber das es hals vnd bauch zusetzet) mit stewern / auff setzen etc. auff den grad vnd die rieben ge schabt wird vnd geschunden. (Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg, 1531, nach DTA).

hals und leben
hals und leib

Quelle: Das ist aber ein mercklich zeichen/ des leidigen Geitzes/ vnd ein sterckung aller Büberey vnd schalckheit/ Darumb jr lieben Herrn/ volget diesem Christlichen Herrn in dem auch/ nemet ein Exempel von jm/ die bösen vnd vbelthetter am leib vnnd hals/ vnnd nicht am gelt zu straffen/ (Walther, Melchior: Ein Einfaltiger Vnd Christlicher Sermon oder Leichpredigt. Wittenberg, 1562, nach DTA).

hals und seele

Quelle: Also auch mit der sunde vergebung / das sie etliche sunde Bepstliche / etliche Bisschoffliche casus odder felle nennen / dadurch sie jtzt dis vergeben / jtzt jhenes reseruirn vnd vorbehalten (ja recht vorbehalten / als die alle solche frembde sunde / auff jre helse vnd seele laden vnd behalten) (Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg, 1531, nach DTA).

zahn

Quelle: Des gleichen wird des armuts verschont / dieweil nu das kirchengut fast erschepfft / vnd wie eine gelde kuhe versigen ist vnd verschwunden / das hinzu dasselb dürfftig armut (vber das es hals vnd bauch zusetzet) mit stewern / auff setzen etc. auff den grad vnd die rieben ge schabt wird vnd geschunden. (Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg, 1531, nach DTA).

Mittelhochdeutsch

Allgemein
hals ab(e)!   „Hals ab“

Quelle: sô ist bezzer kamph denn hals ab. (Steirische Reimchronik Zeile 5886, nach MhdBdb).

hals unde kinne   „Hals und Kinn“

Quelle: wol stênde brâ und ougen clâr / hals unde kinne / ze vröuden gewinne (Alexander Anhang, Zeile 8493ff. nach MhdBdb).

hals und houbet   „Hals und Kopf“

Quelle: sie truogen stangen und niht swert / hals und houbet als die phert. (Alexander Zeile 23083f., nach MhdBdb).

hals und nac   „Hals und Nacken“

Quelle: daz ez ûf der erde lac, sîn hals und sîn nac (Weltchronik Zeile 24204f., nach MhdBdb).

Bedeutung "Leben"
bî dem halse und bî der wîde   „bei Leib und Leben“

Quelle: unz iz diu chunigîn verbôt / bî dem halse und bî der wide. (Kaiserchronik Zeile 10067f., nach MhdBdb).

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Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Hand

Quelle: Hand und Hals sind nahe Vettern. (Hebbel, Friedrich: Maria Magdalene. Hamburg, 1844, nach DTA).

Haupt

Quelle: So sprach sie, ließ die Zügel fahren, und glitt, noch immer widerstrebend, vom Rosse auf den Boden herab, neigte dann Haupt und Hals und verschied. (Schwab, Gustav: Die schönsten Sagen des klassischen Alterthums. Bd. 3. Stuttgart, 1840, nach DTA).

Kopf

Quelle: Wie fern ist die Schöne noch von der himmlischen Klarheit/ das verfluchte schöne Haar/ in welchem er seinen Kopff und Halß verwickelt/ bleibet am Baume hangen/ als ein anathema und Scheusal; Ein andere Klarheit hat die Natur/ eine andere der Himmel/ sie sind wie Tag und Nacht gegen einander. (Dannhauer, Johann Conrad: Catechismus-Milch. Bd. 6. Straßburg, 1657, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
bauch

Quelle: HEisset das nun nicht eine Engels laruen für sich nemen / vnnd einen Schaffspeltz anziehen / vnnd dahinter den ergesten feind des Testaments des HErrn / vnd alle zeene / klawen / hals / bauch vnd peine / des reissenden / schedlichen Sacramentschwermerischen Wolffs / in den Schaffstall Christi ein schleiffen / vnnd in summa / mit dem Abendmal des HERRN eine Geuckeley treiben / vnnd wie D. Luther schreibet / Mum Mum sprechen / vnd darnach in den Mund geben / was den Geucklern gefellet? (Kirchner, Johann u. a.: Von den Fallstricken etlicher newer Sacramentschwermer zu Wittenberg, im newen Bekentnis, listiglich verstecket, die Welt damit zuberücken und zuverführen. Erinnerung und Warnung. Jena, 1572, nach DTA).

bein

Quelle: HEisset das nun nicht eine Engels laruen für sich nemen / vnnd einen Schaffspeltz anziehen / vnnd dahinter den ergesten feind des Testaments des HErrn / vnd alle zeene / klawen / hals / bauch vnd peine / des reissenden / schedlichen Sacramentschwermerischen Wolffs / in den Schaffstall Christi ein schleiffen / vnnd in summa / mit dem Abendmal des HERRN eine Geuckeley treiben / vnnd wie D. Luther schreibet / Mum Mum sprechen / vnd darnach in den Mund geben / was den Geucklern gefellet? (Kirchner, Johann u. a.: Von den Fallstricken etlicher newer Sacramentschwermer zu Wittenberg, im newen Bekentnis, listiglich verstecket, die Welt damit zuberücken und zuverführen. Erinnerung und Warnung. Jena, 1572, nach DTA).

brust

Quelle: Peil, Rollenhagen. Froschm. 589, 2637 (Magdeb.1608): Gar blos am Heupt / am Hals vnd Brust / | Das war der Alten Sachsen lust. (nach FrnhdWb).

haubt

Quelle: Peil, Rollenhagen. Froschm. 589, 2637 (Magdeb.1608): Gar blos am Heupt / am Hals vnd Brust / | Das war der Alten Sachsen lust. (nach FrnhdWb).

klaue

Quelle: HEisset das nun nicht eine Engels laruen für sich nemen / vnnd einen Schaffspeltz anziehen / vnnd dahinter den ergesten feind des Testaments des HErrn / vnd alle zeene / klawen / hals / bauch vnd peine / des reissenden / schedlichen Sacramentschwermerischen Wolffs / in den Schaffstall Christi ein schleiffen / vnnd in summa / mit dem Abendmal des HERRN eine Geuckeley treiben / vnnd wie D. Luther schreibet / Mum Mum sprechen / vnd darnach in den Mund geben / was den Geucklern gefellet? (Kirchner, Johann u. a.: Von den Fallstricken etlicher newer Sacramentschwermer zu Wittenberg, im newen Bekentnis, listiglich verstecket, die Welt damit zuberücken und zuverführen. Erinnerung und Warnung. Jena, 1572, nach DTA).

leben

Quelle: das Christus fur mich ist gestorben, und liesse drob leib und leben, hals und strumpff, wo man mir das nehmen wolt. (Luther, WA 32, 100, 9 (1530), nach FrnhdWb).

leib

Quelle: das Christus fur mich ist gestorben, und liesse drob leib und leben, hals und strumpff, wo man mir das nehmen wolt. (Luther, WA 32, 100, 9 (1530), nach FrnhdWb).

strumpf

Quelle: das Christus fur mich ist gestorben, und liesse drob leib und leben, hals und strumpff, wo man mir das nehmen wolt. (Luther, WA 32, 100, 9 (1530), nach FrnhdWb).

zahn

Quelle: HEisset das nun nicht eine Engels laruen für sich nemen / vnnd einen Schaffspeltz anziehen / vnnd dahinter den ergesten feind des Testaments des HErrn / vnd alle zeene / klawen / hals / bauch vnd peine / des reissenden / schedlichen Sacramentschwermerischen Wolffs / in den Schaffstall Christi ein schleiffen / vnnd in summa / mit dem Abendmal des HERRN eine Geuckeley treiben / vnnd wie D. Luther schreibet / Mum Mum sprechen / vnd darnach in den Mund geben / was den Geucklern gefellet? (Kirchner, Johann u. a.: Von den Fallstricken etlicher newer Sacramentschwermer zu Wittenberg, im newen Bekentnis, listiglich verstecket, die Welt damit zuberücken und zuverführen. Erinnerung und Warnung. Jena, 1572, nach DTA).

zendlin   „Zähnlein“

Quelle: Nas, zendlin, kin, kel, der hals zu tal / mit ganzer mass hat seinen val. Klein, Oswald 61, 12 (oobd., 1417), nach FrnhdWb).

NominalInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Deminutivbildung mit –lein
Hälschen   „kleiner Hals“

Quelle: Fast alle diese Kinder trugen schwankende Wasserköpfe an dünnen Hälschen und in ihren Riesenaugen lag ein Wissen, das Menschenkindern verboten ist. (Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 313, nach DWDS).

Hälslein   „kleiner Hals“

Quelle: Ein dorniger Weg, und sehr unterhaltsam, wie da getrickst, verraten, geheult und gemeuchelt wird, dass die vielgliedrigen Ärmchen und Hälslein nur so knacken. (Die Zeit, 25.06.2009, Nr. 27, nach DWDS).

Adjektivbildung mit -ig:
kurzhalsig   „mit kurzem Hals“

Quelle: Beim Reden verzichtete er auf die halshochreckenden Hüpfer, die er von seinem leicht kurzhalsigen Ziehvater Strauß gelernt hat. (Der Tagesspiegel, 24.02.2002, nach DWDS).

langhalsig   „mit langem Hals“

Quelle: Ein Milizmajor, dick und langhalsig wie ein Ameisenbär, schlendert heran. (Berliner Zeitung, 29.10.2005, nach DWDS).

waghalsig   „mutig, tollkühn“

Quelle: Döllinger und seine Freunde beklagten den »Syllabus«; aber der »Mainzer Kreis«, dessen Einfluß außerhalb intellektueller Kreise die breite Masse der Katholiken erfaßte, nahm die Verurteilung der atheistischen Philosophen und der zu waghalsigen Theologen befriedigt zur Kenntnis, vertrat jedoch mit wenigen Ausnahmen die - übrigens gerechtfertigte - Auffassung, daß diese Zurückweisung des antichristlichen Liberalismus kein Hindernis sei, um auch weiterhin das Bestmögliche aus den konstitutionellen Freiheiten zu machen. (o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 12049, nach DWDS).

schiefhalsig   „mit einem schiefen Hals“

Quelle: Wie sehen Sie das Verhalten der Tochter Stalins an: sagt Gesine nach einer Weile, und Marie erkennt, daß die Frage ihre Absicht unterlaufen hat, daß sie sie wegwünscht, und tatsächlich wird Mr. Weiszands freundwillige Miene um ein Winziges starr, und er kommt nicht weiter als: Gewiß, eine Zeit lang gehörte ich zum losen Besitz von Herrn Stalin, jedoch ..., und Marie gibt ihrer Langeweile nach und beginnt, vorsichtig, schiefhalsig, in der New York Times zu lesen. (Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 136, nach DWDS).

Adverb
lauthals   „mit übertrieben lauter Stimme“

Quelle: Es werden solche Haltungen als krank verdächtigt, die sich selbst lauthals als die gesündesten, normalsten, natürlichsten proklamieren. (Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 61, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Deminutiv mit -chen
Hälschen

Quelle: Die rothe Schleife, welche sich Jetzt um dein Hälschen schlingt, Ach! (Weiße, Christian Felix: Lieder für Kinder. Leipzig, 1767, nach DTA). - Um das Hälschen hatte es eine kostbare Perlenschnur, die wir noch aufbewahrt haben. (Pocci, Franz von: Lustiges Komödienbüchlein. Bd. 6. München, 1877, nach DTA).

Deminutiv mit -lein
Hälslein

Quelle: Fratte an Armen/ Beinen/ und Hälslein der jungen Kinder/ vertreibt Ruprechtskraut/ oder Gottes gnadwasser/ damit gewaschen/ Tüchlein darein genetzt/ und übergelegt (Zeiller, Martin: Centuria II. Variarvm Quæstionum. Bd. 2. Ulm, 1659, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

Deminutiv mit -lein
helslin   „kleiner Hals“

Quelle: Gille u. a., M. Beheim 345, 48 (nobd., 2. H. 15. Jh.): ir helslin was geschaffen / naͮch Bildung aines affen. (nach FrnhdWb).

Adjektiv mit -ig
hälsig   „gefährlich“

Quelle: qui habet pecuniam, habet ius etc. Das ist eyn helsig ding. (Luther WA 13, 276, 20 (1525), nach FrnhdWb).

Substantiv mit -ing
hälsing   „Strick (zum Aufhängen)“

Quelle: ein vas vol helsing und stricken, damit er sich verwegen hat, from cristenlúte anzehenken. (Berner Chronik 1, 387, 4 (whalem., 1484), nach FrnhdWb).

Mittelhochdeutsch

Deminutiv mit Suffix -lein
hels(e)lîn   „Hälschen“

Quelle: ir hélsli runt, ir nékli blank (Hugo von Montfort, Lied 5, Zeile 45, nach Mhdbdb).

Nomen agentis mit Suffix -are
halsāre   „Kopfkissen“

Quelle: houbitfuluue fuluuili ... halsare capitale plumatium ... cervical (nom. sg. Gl 3,620,5 (Florenz XVI,5, 13. Jh.) nach AhdWb s.v. halsâri).

Althochdeutsch

Abstraktum mit Suffix -unga
halsunga   „Umarmung“

Quelle: halsunga [ut quem nubere volentem ad] amplexum Gl 1,798,9 (AhdWb. s.v.).

bihalsunga   „Umarmung“

Quelle: pi-halsungin: dat. pl. Gl 1,531,24 [veni, ... fruamur cupitis] amplexibus [, donec illucescat dies, Prov. 7,18] (AhdWb. s.v.).

Abstraktum mit Suffix -ida
bihelsida   „Umarmung“

Quelle: pihalsidu. [ut quem nubere volentem] ad amplexum [virginitatis asciverat ipsi etiam custodiendam virginem tradidisset, Apoc., Praef.] 798,7 (AhdWb. s.v.).

VerbalInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
halsen   „umarmen“

Quelle: Die Hanni will sich plötzlich an ihn hängen und ihn halsen. (Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 13171, nach DWDS).

halsen   „den Kurs eines Schiffes ändern, das Schiff drehen“

Quelle: Zum Glück muss man bei einer Weltumseglung nicht allzu oft halsen. (Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22, nach DWDS).

aufhalsen   „jmdm. etwas aufladen“

Quelle: Andernfalls halsen wir uns eine Menge Prozesse auf." (Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 216, nach DWDS).

umhalsen   „jmdn. umarmen“

Quelle: Die Sektkorken knallten beim Mailänder Verlag Bompiani, der Spumante machte seinem Namen Ehre und schäumte begeistert mit, als von der Sekretärin bis zum Geschäftsführer alle in Hurra-Rufe ausbrachen und sich gegenseitig - der Italiener ist für sowas immer zu haben - umhalsten und abküßten (Der Spiegel, 25.12.1989, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
halsen   „umarmen“

Quelle: Fordert darauff die lieben Hertzwürmlein wider zu sich/ nimpt sie auffn Arm/ halset vnd hertzet sie/ vnd segnet sie an Leib vnd Seel. (Güttner, Gabriel: Trias Primitiarum Das ist: Drey Chrisliche Predigten. Leipzig, 1616, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
halsen, helsen   „umarmen“

Quelle: Ain lippenlapp, der niht kan besinnen, / Das frauen lieber helsen, dan spinnen. (Fastnachtsspiele 316, 23 (nürnb., v. 1494), nach FrnhdWb).

halsen   „beischlafen“

Quelle: Halsen / Mit einem weyb gfaetterlen. Coire, Fouere aliquam. Das Halsen / Fleischliche gespillschaft mit einem weyb. Coitus Venereus. (Maaler 208r (Zürich1561), nach FrnhdWb).

halsen, helsen   „ein Halseisen anlegen; ein Halseisen umhaben“

Quelle: fünf eisen hielsen mich gar schon / durch iren willen lange. (Oswald Klein, 59, 47 (1422), nach FrnhdWb).

halsen, helsen   „jmdn. erwürgen“

Quelle: Der raiger pringt mich in not; Mein man mich halsen will zw dot. (Hans Sachs, 22, 490, 10 (Nürnb.1550), nach FrnhdWb).

halsen, helsen   „einem Tier den Kopf abschlagen“

Quelle: und suellen auch chainen [...] visch, der gehaelst ist, zuo der stat pringen. (Münchner Stadtrecht 442, 25 (moobd., 1365), nach FrnhdWb).

Mittelhochdeutsch

verbale Ableitungen von 'Hals'
halsen, helsen   „umarmen“

Quelle: mit armen dazs in umbeslôz: helsen, triuten wart dô grôz. (Virginal (VIR), Stanza 199, Zeile 4f., nach MhdBdb).

inthelsen   „enthaupten“

Quelle: si wurfin in mit zcu einem hut / vnd inthelstin si mit ir gut (Di tutsch kronik von Behem lant, Seite 527, Kapitel 87, Zeile 99f., nach MhdBdb).

umbehelsen   „umarmen“

Quelle: da behalset si den / hohesten stammen und wirt selber umbehalset von der heligen drivaltekeit (Das fließende Licht der Gottheit (FLG1), Band 4, Seite 133, Absatz 18, Zeile 48f., nach MhdBdb).

want-, winthalsen   „den Hals drehen (wörtl. wende-halsen)“

Quelle: des tievels strît diche wanthalsen gît bôseʒ nîtbechen unt eitirgeʒ hechen (Wernher eines Geistlichen im XII. Jh. Gedicht zur Ehre der Jungfrau Maria [nach Hs. D], nach BMZ).

verbale Ableitungen von Komposita
halsbërgen   „mit einen Brustpanzer ausstatten“

Quelle: der ist vaste gehalsperget (wohl 1130/50; Hs. um 1170. Speculum Ecclesiae. Eine frühmhd. Predigtsammlung, nach Lexer).

halsbrëchen   „erbrechen“

Quelle: das erbrechen, vomere (Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur [Fassung I], nach Lexer).

halsslagen   „auf den Hals ohrfeigen“

Quelle: Karl hiez im sîne hende ... binden, daz hâr si im ûz rouften, daz gewant sim abe slouften, si halsslageten in genuoc (Beleg von 1233, nach DRW s.v. halsschlagen).

halsslegelôn   „ohrfeigen, misshandeln“

Quelle: siu sach in (Christum) halsslegelôn (Altdeutsche Predigten und Gebete, 12.-14. Jh., nach Lexer).

halsstreichen   „ohrfeigen“

Quelle: und lie sich halsstreichin ir wîʒin nack sô weichin (Hugo von Langenstein: Martina. 1293, nach Lexer).

Althochdeutsch

Allgemein
halsôn   „umarmen“

Quelle: halson. amplexor Gl 4, 33,3. (AhdWb. s.v.).

helsen   „umarmen“

Quelle: halstont vnte chuston [zu: vidit eum (Isaac) iocantem cum Rebecca uxore sua, Gen. 26,8] Thoma, Glossen S. 7,8; (AhdWb. s.v.).

bihalsôn   „umarmen“

Quelle: bi-halsot: part. prt.: uuirdit bihalsot Gl 1,622,45. (Würzb. Mp. th. f. 20, 9. Jh., AhdWb. s.v.).

bihelsen   „umarmen“

Quelle: dera suuigentun inhucti […] pihalsit si indi fardolenti nalles muadee tacita conscientia patientiam amplectatur et sustinens non lasiscat (d. i. lassescat). (AhdWb. s.v.).

gihalsen   „umfassen, umarmen“

Quelle: ka-halsit: 3. sg. Gl 1,61,37 (R). complectitur. (AhdWb. s.v.).

inthalsôn   „enthaupten“

Quelle: int-halsoton: part. prt. gen. pl.: vuaz ist caluaria? âne locus decollatorum (stat dero inthalsoton). Npgl 41,1 (AhdWb. s.v.).

irhelsen   „enthaupten“

Quelle: ar-halsit: part. prt. Gl 1,108,12: decollatum. (AhdWb. s.v.).

umbibihelsen   „umarmen“

Quelle: umpipihalsenti. circumplectus Gl 1,74,32 (AhdWb. s.v.).

umbihelsen   „umarmen“

Quelle: umpi-hals-: part. prs.: circumplectus. (AhdWb. s.v.).

HyperonymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Körperteil

Quelle: Die Nabelschnur kann das Leben des Kindes auch gefährden, wenn sie sich um den Hals des Kindes schlingt, sie kann ferner die Ursache zu Verkrüppelungen einzelner Gliedmaßen werden, die sie durch Abschnürung des betreffenden Körperteiles vom Blutumlauf ausgeschlossen hat. (Waegner, Martin u. Thomasius, Erich: Zeugung, Entwicklung und Geburt des Menschen. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1933], S. 398, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Körperteil

Quelle: In dieser bedeutenden Verlängerung des oft schlangenförmigen Halses und der Verkümmerung des Schwanzes finden wir einen direkten Gegensatz gegen die Reptilien, bei welchen meist das umgekehrte Verhältniß der genannten Körpertheile stattfindet. (Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851, nach DTA).

HyponymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Vorderglied
Schiefhals   „schiefstehender Hals (eine Krankheit)“

Quelle: Gern helfen Fernsehärzte auch bei Krampfadern, Schuppenflechte, Schiefhals, Arterienverkalkung und Venenleiden. (Die Zeit, 17.02.2003, Nr. 07, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Vorderglied
Kolbenhals   „schmaler Teil eines Kolbens am Gewehr“

Quelle: Fester umfaßt die Faust den Kolbenhals; dort, wo die Baumwipfel einen tiefen Einschnitt über dem Bache bilden, dort könnte wohl für einen Schuß noch genügend Platz und Licht genug sein. (Vossische Zeitung (Montags-Ausgabe), 04.03.1912, nach DWDS).

Ruderhals   „schmaler Teil eines Ruders“

Quelle: Duden: Ruderhals 1. „schmaler Teil des Ruders zwischen Schaft und Blatt“, 2. „sich verjüngender oberer Teil des Ruderschafts“.

Spindelhals   „schmaler Teil einer Spindel“

Quelle: die Öffnung für den Spindelhals wird werksseitig vorgenommen / zum Einbauen muss eventuell das Handrad oder der Handhebel der Armatur abgenommen werden (http://de.dictindustry.com/deutsch-englisch/spindelhals).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
Blähhals   „aufgeblähter Hals, Kropf“

Quelle: Hier sei nur noch über eine besondere Krankheit, den Blähhals oder Kropf einiges mitgeteilt. (o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 150, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Geschirrbezeichnung im Vorderglied
Flaschenhals   „oberer, schmaler Teil der Flasche“

Quelle: Viermal im Sommer achtundvierzig wird der Korken aus dem Flaschenhals genommen.(Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 109, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung im Vorderglied
Gebärmutterhals   „schmaler Teil der Gebärmutter“

Quelle: Mit einem zusätzlichen Test könnten doppelt so viele Tumoren des Gebärmutterhalses frühzeitig erkannt werden wie bisher. (Süddeutsche Zeitung, 25.07.2000, nach DWDS).

Knochenhals   „schmaler Teil des Knochens“

Quelle: Vorrichtung zum Entbeinen von einem auf einer horizontalen Auflagefläche (17,43) liegenden Fleischstück, bestehend aus einem im wesentlichen vertikalen Antriebszylinder (2, 30), dessen Kolbenstange mit einem Greifer (6, 32) verbunden ist, der am Knochenhals ansetzt und, bei Betätigung des Antriebszylinders (2,30), auf diesen mit einer nach oben gerichteten Zugkraft einwirkt, und einem Halteteil (4,5,33), das sich bei der Aufwärtsbewegung des am Knochen ansetzenden Greifers (6,32) fest an die außerhalb des Knochens befindlichen Fleischteile anlegt, gekennzeichnet dadurch, daß der Antriebszylinder der Fortsetzung der aufwärts gerichteten Zugkraft am Knochenhals dient, bis der Knochen in einem Arbeitsgang gelöst und vollständig aus dem Fleischstück entfernt ist, wobei für den Greifer (6,32) und die verbundene Kolbenstange des Antriebszylinders (2,30) ein ausreichender vertikaler Hubweg zum Entfernen des Knochens zur Verfügung steht. (Patentamt: Vorrichtung und Verfahren zum Entknochen von Fleischstücken; Nr. EP 0468010 B1, Patent erteilt 1991)

Oberschenkelhals   „schmaler Teil des Oberschenkels“

Quelle: Die sehbehinderte und zeitweise verwirrte Frau war aus dem Bett gefallen und hatte sich den Oberschenkelhals gebrochen. (Der Tagesspiegel, 29.04.2005, nach DWDS).

Schenkelhals   „schmaler Teil des Schenkels“

Quelle: Er zeigt auf den Hüftkopf, den Schenkelhals, die Wachstumsfuge, die sich erst mit 16 schließe. (Berliner Zeitung, 19.03.2005).

Zahnhals   „schmaler Teil des Zahnes“

Quelle: Denn bakterielle Zahnbeläge verursachen einerseits Karies – eine Zahnfäule, von der zuerst Zahnschmelz und Zahnbein befallen sind – und andererseits Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparats, zu dem Zahnfleisch, Kieferknochen, Zahnhals und Wurzel gehören. (Die Zeit, 22.08.2010 online).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung im Vorderglied
Geigenhals   „oberer, schmaler Teil der Geige“

Quelle: Francesco Stradivari betätigte sich als Gehilfe seines Vaters, u.a. schnitzte er Geigenhälse (Cozio, 44). (Senn, Walter: Stradivari (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21000, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Vorderglied
Kellerhals   „Zugang zum Keller“

Quelle: Das schwarze Loch des Kellerhalses stand offen, die umgestürzte Kredenz lag davor in der duftenden Lache, schräg in das Gewölbe gezerrt. (Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 390, nach DWDS).

Säulenhals   „oberer, schmaler Teil der Säule“

Quelle: Palmettenbändern und Kymatien am Säulenhals, Rosetten in den Kapitellvoluten, mit Flechtband verzierten Basen); (o. A.: Lexikon der Kunst - E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7964, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Nahrungsbezeichnung im Vorderglied
Speckhals   „fetter, dicker Hals“

Quelle: Der Hals muß frei von der Brust aufsteigen, gehörig lang, nicht zu dünn, kräftig, aber kein Speckhals, und grade (Abb. 635) oder schön wie ein Schwanenhals, (Abb. 639) gebogen sein. (Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 470, nach DWDS).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung im Vorderglied
Gänsehals   „Hals einer Gans; Hals wie der einer Gans“

Quelle: Die Masse mit Salz und Pfeffer würzen und den Gänsehals nicht zu straff damit füllen. (o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 112, nach DWDS). – Und mit nassen Augen blättere ich das Buch zu Ende, bis zum großen Finale, wo alles sich enthüllt, alle vor dem Thron des Königs stehen, maskiert vor der Demaskierung, die Ketten des Kronleuchters klirren gewiß leise, ein Baldachin rauscht nieder, und der Hintergrund ist voller Ehrenjungfrauen, mit langen Gänsehälsen und Blumen im Haar, Blumen im Kleid. (Tucholsky, Kurt: Leonce und Lena, nach zeno.org).

Giraffenhals   „Hals einer Giraffe“

Quelle: wer groszen durst hat, wünscht sich e giraffehals, um den genusz des trinkens zu verlängern (Bächtold leben und sprache d. Schweizer soldaten (1916) 63, nach DWb).

Pferdehals   „Hals eines Pferdes“

Quelle: Eine zu hohe Hand verhindert stets das Dehnen des Pferdehalses und die für das Überwinden eines Hindernisses erforderliche Aufwölbung des Pferderückens, das "Basculieren". (o. A.: Richtlinien für Reiten und Fahren - Bd. 2: Ausbildung für Fortgeschrittene, Warendorf: FN-Verl. der Dt. Reiterlichen Vereinigung 1990 [1964], S. 100, nach DWDS).

Schlangenhals   „langer, dünner Hals in Art einer Schlange“

Quelle: Seitdem man die Schwäne mit kerzengeradem Halse malt, trauen sie sich auch in der Natur nicht mehr den gewundenen Schlangenhals zu tragen. (Altenberg, Peter: Pròdrŏmŏs. 2. Aufl. Berlin, 1906, nach DTA).

Schwanenhals   „Hals eines Schwanes; Hals wie ein Schwan“

Quelle: Auf älteren etwas kühnen Urweltbildern sieht man die beiden mit Liebe im Kampf, wobei der stiernackige Ichthyosaurus mit seiner Hechtschnauze dem andern den langen dünnen Schwanenhals abbeißt, daß er jämmerlich mit dem winzigen Köpfchen daran im Wasser zappelt. (Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 96, nach DWDS).

substantivisches Possessivkompositum mit verbalem Vorderglied
Schreihals   „Person, die schreit (einen schreienden Hals habend)“

Quelle: Das hat Queipo de Llano gesagt, der Schreihals der Faschisten. (Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 265, nach DWDS).

Streithals   „Person, die ständig streitet bzw. den Streit sucht (einen streitenden Hals habend)“

Quelle: Am formalen Ende vergangene Woche, dem Friedensschluß mit schriftlichem Vergleich in artigem Ton und 100-Millionen-Dollar-Strafe für die bösen Wolfsburger, sind die gefährlichen Gefühle - allen Beteuerungen zum Trotz immer noch nicht besänftigt, die Streithälse nur zu netten Sprüchen verdonnert (Die Zeit, 17.01.1997, Nr. 04, nach DWDS).

Wagehals   „Person, die Kopf und Hals riskiert (einen wagenden Hals habend)“

Quelle: Der Zufall wollte, daß Mansfeld dazukam, als die Kameraden den jungen Wagehals glückwünschend umringten; er lächelte beifällig und reichte ihm ein paar Dukaten, indem er hinzufügte, er habe gerade Geld aus Turin erhalten und sei nicht gewohnt, das schwere Metall lange in der Tasche zu behalten. (Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 209, nach DWDS).

Wendehals   „opportunistische Person (einen sich wendenden Hals habend)“

Quelle: An dem Preußen im Dienste Österreichs scheiden sich die Geister: Für die einen war er eine Edelfeder im Dienste des Spätabsolutismus, für andere ein konservativer Söldner und Wendehals, der erst die Ideen der Aufklärung vertrat und später ihr erbitterter Gegner wurde. Friedrich Gentz war eine schillernde Persönlichkeit am Wiener Hof zur Zeit Metternichs. (Die Zeit, 24.04.2013, Nr. 18, nach DWDS).

substantivisches Possessivkompositum mit Abstraktum im Vorderglied
Geizhals   „geizige Person (den Hals voll Geiz habend)“

Quelle: Spiele nicht mit Leuten, die anerkannte Grobiane oder Besserwisser oder Geizhälse sind. (Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 395, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Vorderglied
Alabasterhals   „Hals so weiß wie Alabaster“

Quelle: Er berührte zuweilen einen Alabasterhals (Paul de Kock, Heinrich Elsner: Gustav oder der Bruder Liederlich, Band 1, Stuttgart&Leipzig: Rieger, 1837 : 48).

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Vorderglied
Lilienhals   „schlanker, weißer Hals (einer Frau)“

Quelle: O Rosa, ich werde es nie, nie vergessen; diesen weißen Busen und diesen zarten Lilienhals, die schlanken Seiten und die blendend weißen Schenkel, alles im schönsten Ebenmaaße, in einer grünen Dämmerung die mediceische Venus vor mir, indem vor dem Fenster das grüne Weinlaub zitterte, und einen Flimmerschein durch das Gemach warf. (Tieck, Ludwig: William Lovell. Bd. 2. Berlin u. a., 1796, nach DTA).

Bedeutung "Hals" substantivisches Determinativkompositum mit gesundheitsgefährdender Materiebezeichnung als Vorderglied
Gifthals   „mit Gift gefüllter Hals eines Drachen“

Quelle: also eröffnete er ... den gantzen giffthals des drachens (Kuhlmann, Geschichtherold (1673) 21, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung im Vorderglied
Gänsehals   „Hals wie der einer Gans“

Quelle: Sein langer Gänsehals - seine schwarzen Feuerwerfenden Augen hm! hm! - sein finsteres überhangendes buschichtes Augenbraun. (Schiller, Friedrich: Die Räuber. [Stuttgart], Frankfurt u. a., 1781, nach DTA).

Kamelhals   „Hals eines Kamels“

Quelle: Mir ist immer die Aehnlichkeit des Kameelhalses mit dem des Straußes aufgefallen, und die Türken nennen diesen Deve-Kusch, "Kameel-Vogel". (Moltke, Helmuth Karl Bernhard von: Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839. Berlin u. a., 1841, nach DTA).

Kranichhals   „Hals eines Kranichs“

Quelle: Zwei Kranichhälse werden abgezogen, auf Stöcken getrocknet und wie Hörner auf der Kopfhaube befestigt. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 4. Hildburghausen, 1867, nach DTA).

Pferd(e)hals   „Hals eines Pferds“

Quelle: Wenn man dichten könnte was sich nicht mit einander reimet, so könnte mans auch keinem Mahler verübeln, wenn er auf einen Pferdehals einen Menschenkopf setzen, Flügel anfügen und endlich einen Fischschwantz dazu mahlen wollte: (Gottsched, Johann Christoph: Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen. Leipzig, 1730, nach DTA).

Schlangenhals   „Hals einer Schlange“

Quelle: Dieses Ungeheuer hat zwölf unförmliche Füße und sechs Schlangenhälse, auf jedem derselben grinst ein scheußlicher Kopf mit drei dichten Reihen von Zähnen, die sie flätscht, ihre Opfer zu zermalmen; halb ist sie einwärts in die Felskluft hinabgesenkt, ihre Häupter aber streckt sie schnappend aus dem Abgrunde hervor und fischt nach Seehunden, Delphinen und wohl auch größern Thieren des Meeres. (Schwab, Gustav: Die schönsten Sagen des klassischen Alterthums. Bd. 3. Stuttgart, 1840, nach DTA).

Schwanenhals   „ein Hals wie der eines Schwanes“

Quelle: Es war ein Schimmel, und hatte einen sehr dicken Schwanenhals, war im Ganzen schön proportionirt und gebildet; sein Fell und die Haare waren fein und zart. (Lavater, Johann Caspar: Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Bd. 3. Leipzig u. a., 1777, nach DTA).

Schweinshals   „ein Hals wie der eines Schweines“

Quelle: Dieses Pferd hat einen Schweinshals, und ist steif von Schultern, so versuche man solches zu assoupliren, und mit der Camarra und Schleiffzügeln zu biegen und Souple zu machen. (Trichter, Valentin: Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-Lexicon. Leipzig, 1742, nach DTA).

Seitenhals   „Seitenpartien bei Vögeln“

Quelle: Bei jungen Vögeln sind die Schultern und Oberflügeldeckfedern, ein Streifen über die Mitte der Unterbrust und des Bauches, die Krause, der Bürzel, der Steiß und die Steuerfederenden stahlgrau, der Hinter- und Vorderhals, die Brust, die Bauchseiten und die Schwingen aber schwarzbraun, die Federn der Schenkel grau und schwarz gescheckt, die wolligen Federn der Krause grau, die Steuerfedern gänsegrau, die Federn des Seitenhalses braun geschäftet und gespitzt. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 3. Hildburghausen, 1866, nach DTA).

Taubenhals   „Hals einer Taube“

Quelle: Dies folgte aus seiner Lehre von den Atomen, die er ungefärbt annahm, und Lukrez führt zur Erläuterung davon die Farben der Taubenhälse und Pfauenschwänze an. Aristoteles (De mente L. II. c. 7.) sagt, Licht sey das Durchsichtige, Farbe, was das Durchsichtige in Bewegung setzt. Seneca (Quaest. natur. L. I. c. 7.) bemerkt, daß das Licht der Sonne, wenn es durch ein eckigtes Stück Glas fällt, alle Farben des Regenbogens spiele. (Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 2. Leipzig, 1798, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
Blähhals   „Kropf“

Quelle: Da er nun die Wawerle freite, war er der Jüngste nicht mehr und 'hatte schon lange seinen Abschied, weil der Blähhals in einen ordentlichen Kropf überging und sich durchaus nicht langer in das knappe schwarze Halsbindel einzwängen lassen wollte. (Holtei, Karl von: 's Muhme-Leutnant-Saloppel. In: Deutscher Novellenschatz. Hrsg. von Paul Heyse und Hermann Kurz. Bd. 12. 2. Aufl. Berlin, [1910], S. 195–231, nach DTA).

Schimmerhals   „glänzender Hals von Tauben“

Quelle: Jetzt, als die Stunde ausgeschlagen hatte, stieg ich aus dem Kasten auf das Gesimse und hing mich an den Strick --, und als ich am zweiten Tag wieder zum Bewußtsein kam, sah ich mich wieder im Gefängniß mit Kopfschmerz und Kopfwunden und einem Bruch des Schenkelhalses. (Treitschke, Heinrich von: Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert. Bd. 4: Bis zum Tode König Friedrich Wilhelms III. Leipzig, 1889, nach DTA).

Füllhals   „trichterartige Stelle einer Wurstfüllmaschine; Trichter“

Quelle: Nehmet ein wenig braun Mehl, thut solches in einen Tiegel oder Casserole, giesset Brühe, Wein, auch Eßig darzu, und lasset es durch einander kochen; hierauff nehmet einen kleinen Trichter oder Füllhals, machet ein Loch oben in die Pastete und füllet die Brühe hinein, biß deren sattsam drinne ist, setzet solche wieder in Ofen, und lasset sie vollends gar backen. (Corvinus, Gottlieb Siegmund: Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig, 1715, nach DTA).

substantivisches Possessivkompositum mit Körperteilbezeichnung im Vorderglied
Schwartenhals   „Bettler, Landstreicher“

Quelle: Ich kam vor einer Frau Wirthin Haus, Man fragt mich, wer ich wäre, Ich bin ein armer Schwartenhals, Ich eß und trink so gerne. (Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 1. Heidelberg, 1806, nach DTA).

Speckhals   „Mensch mit dickem Hals“

Quelle: ... wenn ich erwäge, daß namentlich, der abgezehrte Voltäre, der Speckhals Vitellius, der ernste Rousseau, die holdselige Niobe ... (Musäus, Johann Karl August: Physiognomische Reisen. Bd. 4. Altenburg, 1779, nach DTA).

substantivisches Possessivkompositum mit Berufsbezeichnung als Vorderglied
Diebshals   „diebischer Mensch“

Quelle: Wo meinstu Diebshals dann/ daß du auff den Abend fressen wöllest? (Melander, Otto: [Joco-seria] Das ander theil dieses Schimpff vnd Ernsts. Bd. 2. Lich, 1605, nach DTA).

substantivisches Possessivkompositum mit Abstraktum im Vorderglied
Geizhals   „geiziger Mensch“

Quelle: Der Geitzhals weil er lebt thut keinem Menschen gut.( Neumark, Georg: Poetisch- und Musikalisches Lustwäldchen. Hamburg, 1652,nach DTA).

Neidhals   „neidischer, gieriger Mensch“

Quelle: Daß die mehrfachen dynastischen Verbindungen heutzutage nicht Alles vermögen, daß Umstände und Rücksichten zuweilen überwiegen, sind die Klügeren wohl so billig einzusehen; allein gerade gegen Preußen sind jene kleinlichen Vorurtheile am stärksten gerichtet, sey es, daß man es, als vermeintlich seinesgleichen, am meisten beneidet (wogegen Goethe sagen würde: "der schlimmste Neidhals ist in der Welt, wer jeden für seinesgleichen hält"), sey es auch, weil andere Erinnerungen demüthigen, wie z. B. die Einnahme von Amsterdam gegen die Patrioten, nicht weniger als die unbequeme Dankbarkeit für 1813-1815, wie bei England. (Allgemeine Zeitung. Beilage zu Nr. 146. Stuttgart, 25. Mai 1840, nach DTA).

substantivisches Possessivkompositum mit verbalem Vorderglied
Erzschabhals   „Gierrachen; Person, die den Hals nicht voll genug kriegen kann“

Quelle: Weil ich all mein lebtage gern um solche erzschabehälser gewesen. (Johann Beer, Jucundus Jucundissimus, 1650 (dtv Klassik 1984) 128).

Schreihals   „Person, meist Kind, das laut schreit“

Quelle: Wie du schon in der Wiege, Als kleiner Schreihals, Dich in den schwierigsten Rhythmen geübt Und später als fünfzehnjähriger Dandy Krampfhaft höhere Töchter besungen Und pralineenaschend hyperplatonisch Für Zuckerwasser und Mondschein geschwärmt, (Holz, Arno: Das Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. Zürich, 1886, nach DTA).

substantivisches Possessivkompositum mit Tierbezeichnung im Vorderglied
Hirschhals   „besondere Pferdeart mit einem Hals wie ein Hirsch“

Quelle: Jch habe zwey herrliche Reitklepper für Sie ausgesucht: einen Hirschhals und einen Sauhals (Musäus, Johann Karl August: Physiognomische Reisen. Bd. 1, 2. Aufl. Altenburg, 1779, nach DTA).

Sauhals   „besondere Pferdeart mit einem Hals wie ein Schwein“

Quelle: Jch habe zwey herrliche Reitklepper für Sie ausgesucht: einen Hirschhals und einen Sauhals (Musäus, Johann Karl August: Physiognomische Reisen. Bd. 1, 2. Aufl. Altenburg, 1779, nach DTA).

substantivisches Possessivkompositum mit adjektivischem Vorderglied
Dickhals   „Mensch mit einem dicken Hals (einen dicken Hals habend)“

Quelle: So war sie vollends wieder in ihrer Ordnung, und eifriger als noch nie, dem Dickhals zu dienen, und Arners Wesen mit ihren beyden Händen unter über sich zu kehren. (Pestalozzi, Johann Heinrich: Lienhard und Gertrud. Bd. 4. Frankfurt (Main) u. a., 1787, nach DTA).

Freihals   „Freier Mensch (einen freien Hals habend)“

Quelle: Der Stand der Freien, Freihälse, Frilinge, im Gegensatz zum Unfreien einerseits, zum Edelfreien andrerseits auch Kärle, Kerle genannt, bildete die breite Masse des Volkes. (Brunner, Heinrich: Deutsche Rechtsgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1887, nach DTA).

Langhals   „neugierige, verräterische Person; Denunziant (einen langen Hals habend)“

Quelle: Endlich were Pasewalck fast durch Verrätherey übergegangen; Denn es waren zweene Einwohner daselbst aus der Marck bürtig die Langhälse genant: (Micraelius, Johann: Drittes Buch Deß Alten Sächsischen Pommerlandes. Bd. 3, 1. Stettin, 1639, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung im Vorderglied
Blasenhals   „enge Stelle des Harnleiters“

Quelle: Denn es läuft der Leberporus mit dem Gallenblasengange durch aneinander hängende Graden entweder zu nächst am Gedärme , oder mit mehrern Aesten und oberwärts wie im Menschen, und in den Blasenhals , und endlich in den Körper derselben selbst, entweder selbst zusammen, oder er senket einen, oder mehrere Aeste dahinein. Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 6. Berlin, 1774, nach DTA).

Gebärmutterhals   „schmaler Teil der Gebärmutter“

Quelle: Ob gleich der berühmte Röderer glaubt, daß die Frucht bereits am funfzehnten Tage den Gebärmutterhals in die Scheide herabstosse, und also der innere Muttermund dem äussern natürlichen Zugange der Schaam um etwas näher komme , so glaube ich doch nicht, daß das Ei, welches nicht viel über einen Zoll gros ist, die Gebärmutter aus ihrer Stelle merklich verrükken könne; und ich habe es nicht erfahren, als ich es versuchte. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 8. Berlin, 1776, nach DTA).

Knochenhals   „schmaler Teil des Knochens“

Quelle: die Behandlung muß meistentheils von solcher Beschaffenheit seyn, wie man sie, auch bei Fracturen des Trochanters unter dem Knochenhals anwendet, (Joseph Amesbury,Benjamin Bell: Bemerkungen über die Natur und Behandlung der Fracturen am obern Drittel des femur. Weimar 124).

Kropfhals   „Hals mit Kropf“

Quelle: Der alten Frau leuchtet der warme Hauch voll über Gesicht, Hals und Brust: ein Gesicht, abgemagert zum Skelett, mit Falten und Runzeln in einer blutlosen Haut, mit versunkenen Augen, die durch Wollstaub, Rauch und Arbeit bei Licht entzündlich geröthet und wässrig sind -- einen langen Kropfhals mit Falten und Sehnen, eine eingefallene, mit verschossenen Tüchern und Lappen verpackte Brust. (Hauptmann, Gerhart: Die Weber. Berlin, 1892, nach DTA).

Mutterhals   „schmale Stelle am unteren Ende der Gebärmutter; Gebärmutterhals“

Quelle: [Mutter als verkürzte Form des Wortes Gebärmutter] Schlaffes, zerrissenes oder ganz verschwundenes Hymen, schlaffere innerlich bräunlich gefärbte mehr mit Schleim überzogene große Schamlefzen, längere oder härtere ebenfalls bräunliche mehr hervorragende Nymphen, empfindlichere weniger bedeckte Klitoris, weitere Harnröhrenmündung, schlaffere weniger dicht gefaltete Scheide, tiefer stehender, oft auch mehr angeschwollener Muttermund und Mutterhals, etwas schlaffere Brüste, dunklere Warzen und etwas vermehrtes Volumen der Schilddrüse. (Carus, Carl Gustav: Lehrbuch der Gynäkologie. Bd. 1. Leipzig, 1820, nach DTA).

Oberschenkelhals   „schmaler ober Teil des Oberschenkelknochens“

Quelle: Die Heftigkeit ihrer Bewegungen war daran Schuld, dass sie im October 1873 vom Stuhle fiel und sich eine Fractur des linken Oberschenkelhalses zuzog. (Wernicke, Carl: Der aphasische Symptomencomplex. Breslau, 1874, nach DTA).

Schenkelhals   „schmaler ober Teil des Schenkelknochens“

Quelle: Jetzt, als die Stunde ausgeschlagen hatte, stieg ich aus dem Kasten auf das Gesimse und hing mich an den Strick --, und als ich am zweiten Tag wieder zum Bewußtsein kam, sah ich mich wieder im Gefängniß mit Kopfschmerz und Kopfwunden und einem Bruch des Schenkelhalses. (Treitschke, Heinrich von: Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert. Bd. 4: Bis zum Tode König Friedrich Wilhelms III. Leipzig, 1889, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Vorderglied
Kolbenhals   „schmaler Teil eines (Gewehr-)Kolbens“

Quelle: Da treten um 1560, vermutlich aus Italien kommend, die alten Musketenkolben auf, welche bereits einen etwas abwärts gebogenen Kolbenhals und ein Lager für den rechten Daumen (Daumengriff) besitzen, ferner rückwärts abgeplattet sind, um ein Anlegen an die Achsel zu erlauben. (Boeheim, Wendelin: Handbuch der Waffenkunde. Leipzig, 1890, nach DTA).

Spindelhals   „schmaler Teil einer Spindel“

Quelle: Der Spindelkopf ist mit einem rechtwinkligen Schlitz versehen und ausserdem zur Aufnahme des Spindelhalses der Länge nach durchbohrt. (J. M. Palmer und C. A. Shaw's Webschütze. In: Dingler's Polytechnisches Journal (Hg. Johann Zeman), Jg. 1879/234, S. 370-371. Augsburg, 1879).

Trichterhals   „Hals, enge Stelle eines Trichters“

Quelle: Die betreffenden Flüssigkeitstheile reissen sich deshalb los und springen durch den Trichterhals hoch über das ursprüngliche Niveau hinaus, während der Rest bedeutend unter demselben zurückbleibt und der Gesammtschwerpunkt nicht einmal das ursprüngliche Niveau von S erreicht. (Mach, Ernst: Die Mechanik in ihrer Entwicklung. Leipzig, 1883, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Geschirrbezeichnung im Vorderglied
Flaschenhals   „oberer, schmaler Teil der Flasche“

Quelle: In der Nähe erblickte er zu seinem Erstaunen, daß aus den Löchern des zerrissenen Mantels, den die Gestalt trug, Flaschenhälse hervorguckten. (Hoffmann, E. T. A.: Die Elixiere des Teufels. Bd. 1. Berlin, 1815, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung im Vorderglied
Geigenhals   „oberer, schmaler Teil der Geige“

Quelle: Behend kehrte aber der Geiger den Baß um und rannte damit - er hielt ihn am Geigenhals - wie mit einem Mauerbock auf den Pfeifer loß, wahrscheinlich um ihn um zurennen, (Paul, Jean: Flegeljahre. Bd. 2. Tübingen, 1804, nach DTA).

Lautenhals   „Hals einer Laute“

Quelle: Stetinisch/ der Ramel von Wüsterwitz Affterlehenleute/ führen einen Lautenhals mit Werbeln im Schilde/ vnd zweene auff dem Helm. (Micraelius, Johann: Sechstes vnd Letztes Buch Von deß Pommerlandes Gelegenheit vnd Ein-Wohnern. Bd. 6. Stettin, 1639, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Vorderglied
Kellerhals   „Gebäude um oder Dach über dem Kellereingang“

Quelle: Das Fenster öffnet sich, die Putzmacherin kriecht durch, steigt auf den Kellerhals, reicht Dir, dem Hinankletternden, die zarte rothe Hand im Handschuh - der Du sein möchtest, um ihre Wange zu küssen - und flüstert Dir fragend zu: (Glaßbrenner, Adolf: Der Weihnachtsmarkt. Aus: Berliner Volksleben. Band 1, S. 233–272. Leipzig, 1847, nach DTA).

Säulenhals   „oberer, schmaler Teil der Säule“

Quelle: Wo dieser letztere auftritt, an den Säulenhälsen am Architrav, an den Thüreinrahmungen: überall zeigt er leise Variirungen, deren jede eine gesonderte Besprechung verdiente, und die sich sämmtlich im Sinne des Gesagten erklären lassen. (Riegl, Alois: Stilfragen. Berlin, 1893, nach DTA).

substantivisches Determinativkompositum mit Wuchsformbezeichnung als Vorderglied
Wurzelhals

Quelle: Dabei kommen die Ausschlagsknospen aus den untersten Theilen des Stockes und aus den dickeren bloßliegenden Wurzelhälsen hervor, weshalb die Birken sehr tief gehauen werden müssen, wenn man Stockausschlag erzielen will. (Roßmäßler, Emil Adolf: Der Wald. Leipzig u. a., 1863, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Vorderglied
turteltaubenhals   „Hals einer Turteltaube“

Quelle: ein vngewisse vnnd vnamhaffte farb ... gleich wie jr am turteltaubenhals vnd raupen sehen (Fischart, Gargantua 180, 16. Jh., nach DWb).

substantivisches Possessivkompositum mit Berufsbezeichnung als Vorderglied
diebshals   „diebischer Mensch“

Quelle: diebshals gl. furax (Maaler 90b, 16. Jh., nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Vorderglied
lauershals   „verbrecherischer Mensch“

Quelle: der laurszhalsz, der ein böse sach understadt guot ze machen, concinnator (Maaler 265b,16. Jh. , nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Schuhbezeichnung als Vorderglied
stifelshals   „Leder, das sich zur Stiefelschaftherstellung eignet“

Quelle: item ein stifelshals ... item mittelleder ... futerleder git pfuntzolle (qu. a. d. 15. jh. bei Eheberg wirtschaftsgesch. Straßburg 1, 277, nach DWb).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung im Vorderglied
blasenhals   „oberer Teil der Blase, Harnleiter“

Quelle: der prunn vleuzt von den niern durch zwên häls oder durch zwuo âdern, [...] unz daz si [âdern] koment zuo der plâsen hals. (K. v. Megenberg. B. d. Nat. 34, 21 (oobd., 1349/50), nach FrnhdWb).

Mittelhochdeutsch

Genitivsyntagma als Vorstufe zu einem substantivischen Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung im Vorderglied
der plâsen hals   „Blasenhals, Harnleiter“

Quelle: daz si koment zuo der plâsen hals (Das Buch der Natur (Buch 1) (KVM), Seite 34, Kapitel 41, Zeile 21, nach MhdBdb).

Genitivsyntagma als Vorstufe zu einem substantivischen Determinativkompositum mit Tierbezeichnung im Vorderglied
pferdes hals   „Pferdehals“

Quelle: Die jungfrauw / wart so fro das sie inn unmacht kam und lag uff ir pferdes halß (Prosa-Lancelot (Teil 1) Teil 1, Seite 201, Zeile 23f., nach MhdBdb).

Althochdeutsch

substantivisches Possessivkompositum mit adjektivischem Vorderglied
frîhals   „Befreiung“

Quelle: untar so situlicha fona frihalse erlaupta .. entrahhon sub tam morosā deliberationē licuit ei excusare aut suscipere, S 265,13 (B (AhdWb s.v.).

Eigentl. Bedeutung & ÜbertragungenInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Pars pro toto
Geizhals   „Person, die anderen nichts (zu essen, trinken etc.) gönnt und nichts hergibt“

Quelle: Der Geizhals, er weiß nicht, für wen er rafft und spart, wenn er zum finsteren Keller fahrt. (Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 58, nach DWDS).

Schreihals   „Kind/Person, das/die laut schreit“

Quelle: Sie sieht vielleicht im Neugeborenen, diesem Schreihals, das Ebenbild des ungeliebten, jähzornigen Vaters. (Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind - Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 60, nach DWDS).

Wendehals   „Opportunist“

Quelle: Bei aller Geschwindigkeit der Ablösung der alten Führung sind besorgte Stimmen nicht zu überhören, die darauf hinweisen, daß sich zwar an der Oberfläche sehr vieles ändere (Wendehälse), daß sich aber die alten Funktionäre verbissen schweigend zurückzögen, um in ihren Institutionen zu überwintern. (Nr. 105: Fernschreiben der Ständigen Vertretung an das Bundeskanzleramt vom 1. Dezember 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 1702, nach DWDS).

'Hals' als Maßeinheit
Halslänge   „Länge des Halses“

Quelle: Diese Tatsache trat nicht weniger in den von der Bayerischen Mittelpartei im Lauf der Verhandlungen abgegebenen Erklärungen, als in dem aufdringlichen Manövrieren ihrer Presse hervor, die den Tatsachen jeweils um eine Halslänge vorauseilte und sich damit die doppelte Niederlage zuzog, abgewiesen zu werden, nacht dem sie um taktischer Zwecke willen urbi er orhi soeben mit Genugtuung verkündet hatte, daß "die Front der bürgerlichen Parteien" gegen die sozialistischen Parteien endlich zum Heile des Vaterlandes gesichert sei. (Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 10.03.1922, nach DWDS).

Hals als 'schmale Stelle'
Kolbenhals   „schmaler Teil eines Kolbens am Gewehr“

Quelle: Fester umfaßt die Faust den Kolbenhals; dort, wo die Baumwipfel einen tiefen Einschnitt über dem Bache bilden, dort könnte wohl für einen Schuß noch genügend Platz und Licht genug sein. (Vossische Zeitung (Montags-Ausgabe), 04.03.1912, nach DWDS).

Gebärmutterhals   „schmaler Teil der Gebärmutter“

Quelle: Mit einem zusätzlichen Test könnten doppelt so viele Tumoren des Gebärmutterhalses frühzeitig erkannt werden wie bisher. (Süddeutsche Zeitung, 25.07.2000, nach DWDS).

Knochenhals   „schmaler Teil des Knochens“

Quelle: Vorrichtung zum Entbeinen von einem auf einer horizontalen Auflagefläche (17,43) liegenden Fleischstück, bestehend aus einem im wesentlichen vertikalen Antriebszylinder (2, 30), dessen Kolbenstange mit einem Greifer (6, 32) verbunden ist, der am Knochenhals ansetzt und, bei Betätigung des Antriebszylinders (2,30), auf diesen mit einer nach oben gerichteten Zugkraft einwirkt, und einem Halteteil (4,5,33), das sich bei der Aufwärtsbewegung des am Knochen ansetzenden Greifers (6,32) fest an die außerhalb des Knochens befindlichen Fleischteile anlegt, gekennzeichnet dadurch, daß der Antriebszylinder der Fortsetzung der aufwärts gerichteten Zugkraft am Knochenhals dient, bis der Knochen in einem Arbeitsgang gelöst und vollständig aus dem Fleischstück entfernt ist, wobei für den Greifer (6,32) und die verbundene Kolbenstange des Antriebszylinders (2,30) ein ausreichender vertikaler Hubweg zum Entfernen des Knochens zur Verfügung steht. (Patentamt: Vorrichtung und Verfahren zum Entknochen von Fleischstücken; Nr. EP 0468010 B1, Patent erteilt 1991)

Geigenhals   „oberer, schmaler Teil der Geige“

Quelle: Francesco Stradivari betätigte sich als Gehilfe seines Vaters, u.a. schnitzte er Geigenhälse (Cozio, 44). (Senn, Walter: Stradivari (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21000, nach DWDS).

Kellerhals   „Zugang zum Keller“

Quelle: Das schwarze Loch des Kellerhalses stand offen, die umgestürzte Kredenz lag davor in der duftenden Lache, schräg in das Gewölbe gezerrt. (Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 390, nach DWDS).

Säulenhals   „oberer, schmaler Teil der Säule“

Quelle: Palmettenbändern und Kymatien am Säulenhals, Rosetten in den Kapitellvoluten, mit Flechtband verzierten Basen); (o. A.: Lexikon der Kunst - E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7964, nach DWDS).

Oberschenkelhals   „schmaler Teil des Oberschenkels“

Quelle: Die sehbehinderte und zeitweise verwirrte Frau war aus dem Bett gefallen und hatte sich den Oberschenkelhals gebrochen. (Der Tagesspiegel, 29.04.2005, nach DWDS).

Schenkelhals   „schmaler Teil des Schenkels“

Quelle: Er zeigt auf den Hüftkopf, den Schenkelhals, die Wachstumsfuge, die sich erst mit 16 schließe. (Berliner Zeitung, 19.03.2005).

Zahnhals   „schmaler Teil des Zahnes“

Quelle: Denn bakterielle Zahnbeläge verursachen einerseits Karies – eine Zahnfäule, von der zuerst Zahnschmelz und Zahnbein befallen sind – und andererseits Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparats, zu dem Zahnfleisch, Kieferknochen, Zahnhals und Wurzel gehören. (Die Zeit, 22.08.2010 online).

Ruderhals   „schmaler Teil eines Ruders“

Quelle: Duden: Ruderhals 1. „schmaler Teil des Ruders zwischen Schaft und Blatt“, 2. „ sich verjüngender oberer Teil des Ruderschafts“.

Spindelhals   „schmaler Teil einer Spindel“

Quelle: die Öffnung für den Spindelhals wird werksseitig vorgenommen / zum Einbauen muss eventuell das Handrad oder der Handhebel der Armatur abgenommen werden (http://de.dictindustry.com/deutsch-englisch/spindelhals).

Flaschenhals   „oberer, schmaler Teil der Flasche“

Quelle: Viermal im Sommer achtundvierzig wird der Korken aus dem Flaschenhals genommen. (Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 109, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Bedeutung "Hals"
Speckhals   „Person mit dickem Hals“

Quelle: ... wenn ich erwäge, daß namentlich, der abgezehrte Voltäre, der Speckhals Vitellius, der ernste Rousseau, die holdselige Niobe ... (Musäus, Johann Karl August: Physiognomische Reisen. Bd. 4. Altenburg, 1779, nach DTA).

Hals als 'schmale Stelle'
Hals (an Saiteninstrumenten)

Quelle: Man nehme sich wohl in acht, daß man einen oder mehrere Finger nicht etwa in dieHöhe ausstrecke, oder beym Aufheben der Finger immer mit der Hand zusammen rücke, und den kleinen oder auch wohl gar die andern Finger unter den Griff oder Hals der Geige stecke. (Mozart, Leopold: Versuch einer gründlichen Violinschule. Augsburg, 1756, nach DTA).

Hals

Quelle: So war denn auch am Nachmittage keine Scheibe an seinem Hause mehr ganz, und man sah ihn noch bis spät in die Nacht vor der Thürschwelle liegen, einen abgebrochenen Flaschenhals von Zeit zu Zeit zum Munde führend und sich Gesicht und Hände jämmerlich zerschneidend. (Droste-Hülshoff, Annette von: Letzte Gaben. Nachgelassene Blätter. Hrsg. v. Levin Schücking. Hannover, 1860, nach DTA).

Hals

Quelle: Wo dieser letztere auftritt, an den Säulenhälsen am Architrav, an den Thüreinrahmungen: überall zeigt er leise Variirungen, deren jede eine gesonderte Besprechung verdiente, und die sich sämmtlich im Sinne des Gesagten erklären lassen. (Riegl, Alois: Stilfragen. Berlin, 1893, nach DTA).

Füllhals   „trichterartige Stelle einer Wurstfüllmaschine; Trichter“

Quelle: Nehmet ein wenig braun Mehl, thut solches in einen Tiegel oder Casserole, giesset Brühe, Wein, auch Eßig darzu, und lasset es durch einander kochen; hierauff nehmet einen kleinen Trichter oder Füllhals, machet ein Loch oben in die Pastete und füllet die Brühe hinein, biß deren sattsam drinne ist, setzet solche wieder in Ofen, und lasset sie vollends gar backen. (Corvinus, Gottlieb Siegmund: Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig, 1715, nach DTA).

Blasenhals   „enge Stelle des Harnleiters“

Quelle: Denn es läuft der Leberporus mit dem Gallenblasengange durch aneinander hängende Graden entweder zu nächst am Gedärme , oder mit mehrern Aesten und oberwärts wie im Menschen, und in den Blasenhals , und endlich in den Körper derselben selbst, entweder selbst zusammen, oder er senket einen, oder mehrere Aeste dahinein. Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 6. Berlin, 1774, nach DTA).

Gebärmutterhals   „schmaler Teil der Gebärmutter“

Quelle: Ob gleich der berühmte Röderer glaubt, daß die Frucht bereits am funfzehnten Tage den Gebärmutterhals in die Scheide herabstosse, und also der innere Muttermund dem äussern natürlichen Zugange der Schaam um etwas näher komme , so glaube ich doch nicht, daß das Ei, welches nicht viel über einen Zoll gros ist, die Gebärmutter aus ihrer Stelle merklich verrükken könne; und ich habe es nicht erfahren, als ich es versuchte. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 8. Berlin, 1776, nach DTA).

Geigenhals   „oberer, schmaler Teil der Geige“

Quelle: Behend kehrte aber der Geiger den Baß um und rannte damit - er hielt ihn am Geigenhals - wie mit einem Mauerbock auf den Pfeifer loß, wahrscheinlich um ihn um zurennen, (Paul, Jean: Flegeljahre. Bd. 2. Tübingen, 1804, nach DTA).

Halsklammer   „Riegel an einem Schleusentor“

Quelle: Klammer durch welche die Schleusenthorflügel oben am Halse befestigt werden. (Jacobsson 2, 198a, nach DWb).

Lautenhals   „Hals einer Laute“

Quelle: Stetinisch/ der Ramel von Wüsterwitz Affterlehenleute/ führen einen Lautenhals mit Werbeln im Schilde/ vnd zweene auff dem Helm. (Micraelius, Johann: Sechstes vnd Letztes Buch Von deß Pommerlandes Gelegenheit vnd Ein-Wohnern. Bd. 6. Stettin, 1639, nach DTA).

Knochenhals   „schmaler Teil des Knochens“

Quelle: die Behandlung muß meistentheils von solcher Beschaffenheit seyn, wie man sie, auch bei Fracturen des Trochanters unter dem Knochenhals anwendet, (Joseph Amesbury,Benjamin Bell: Bemerkungen über die Natur und Behandlung der Fracturen am obern Drittel des femur. Weimar 124).

Kolbenhals   „schmaler Teil eines (Gewehr-)Kolbens“

Quelle: Da treten um 1560, vermutlich aus Italien kommend, die alten Musketenkolben auf, welche bereits einen etwas abwärts gebogenen Kolbenhals und ein Lager für den rechten Daumen (Daumengriff) besitzen, ferner rückwärts abgeplattet sind, um ein Anlegen an die Achsel zu erlauben. (Boeheim, Wendelin: Handbuch der Waffenkunde. Leipzig, 1890, nach DTA).

Spindelhals   „schmaler Teil einer Spindel“

Quelle: Der Spindelkopf ist mit einem rechtwinkligen Schlitz versehen und ausserdem zur Aufnahme des Spindelhalses der Länge nach durchbohrt. (J. M. Palmer und C. A. Shaw's Webschütze. In: Dingler's Polytechnisches Journal (Hg. Johann Zeman), Jg. 1879/234, S. 370-371. Augsburg, 1879).

Trichterhals   „Hals, enge Stelle eines Trichters“

Quelle: Die betreffenden Flüssigkeitstheile reissen sich deshalb los und springen durch den Trichterhals hoch über das ursprüngliche Niveau hinaus, während der Rest bedeutend unter demselben zurückbleibt und der Gesammtschwerpunkt nicht einmal das ursprüngliche Niveau von S erreicht. (Mach, Ernst: Die Mechanik in ihrer Entwicklung. Leipzig, 1883, nach DTA).

Kropfhals   „Hals mit Kropf“

Quelle: Der alten Frau leuchtet der warme Hauch voll über Gesicht, Hals und Brust: ein Gesicht, abgemagert zum Skelett, mit Falten und Runzeln in einer blutlosen Haut, mit versunkenen Augen, die durch Wollstaub, Rauch und Arbeit bei Licht entzündlich geröthet und wässrig sind -- einen langen Kropfhals mit Falten und Sehnen, eine eingefallene, mit verschossenen Tüchern und Lappen verpackte Brust. (Hauptmann, Gerhart: Die Weber. Berlin, 1892, nach DTA).

Mutterhals   „schmale Stelle am unteren Ende der Gebärmutter; Gebärmutterhals“

Quelle: [Mutter als verkürzte Form des Wortes Gebärmutter] Schlaffes, zerrissenes oder ganz verschwundenes Hymen, schlaffere innerlich bräunlich gefärbte mehr mit Schleim überzogene große Schamlefzen, längere oder härtere ebenfalls bräunliche mehr hervorragende Nymphen, empfindlichere weniger bedeckte Klitoris, weitere Harnröhrenmündung, schlaffere weniger dicht gefaltete Scheide, tiefer stehender, oft auch mehr angeschwollener Muttermund und Mutterhals, etwas schlaffere Brüste, dunklere Warzen und etwas vermehrtes Volumen der Schilddrüse. (Carus, Carl Gustav: Lehrbuch der Gynäkologie. Bd. 1. Leipzig, 1820, nach DTA).

Oberschenkelhals   „schmaler Teil des Oberschenkels“

Quelle: Die Heftigkeit ihrer Bewegungen war daran Schuld, dass sie im October 1873 vom Stuhle fiel und sich eine Fractur des linken Oberschenkelhalses zuzog. (Wernicke, Carl: Der aphasische Symptomencomplex. Breslau, 1874, nach DTA).

Schenkelhals   „schmaler oberer Teil des Schenkelknochens“

Quelle: Jetzt, als die Stunde ausgeschlagen hatte, stieg ich aus dem Kasten auf das Gesimse und hing mich an den Strick --, und als ich am zweiten Tag wieder zum Bewußtsein kam, sah ich mich wieder im Gefängniß mit Kopfschmerz und Kopfwunden und einem Bruch des Schenkelhalses. (Treitschke, Heinrich von: Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert. Bd. 4: Bis zum Tode König Friedrich Wilhelms III. Leipzig, 1889, nach DTA).

Wurzelhals   „schmale obere Stelle an einer Wurzel“

Quelle: Dabei kommen die Ausschlagsknospen aus den untersten Theilen des Stockes und aus den dickeren bloßliegenden Wurzelhälsen hervor, weshalb die Birken sehr tief gehauen werden müssen, wenn man Stockausschlag erzielen will. (Roßmäßler, Emil Adolf: Der Wald. Leipzig u. a., 1863, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
hals   „Leben“

Quelle: lies die gefangen aus dem loch, was einer gelegen 1 ½ jar und der ander lag auf dem hals gefangen. (Chronik von Nürnberg 2, 12, 6 (nobd., 1424) , nach FrnhdWb).

Hals als 'schmale Stelle'
blasenhals   „oberer Teil der Blase,, Harnleiter“

Quelle: der prunn vleuzt von den niern durch zwên häls oder durch zwuo âdern, [...] unz daz si [âdern] koment zuo der plâsen hals. (K. v. Megenberg. B. d. Nat. 34, 21 (oobd., 1349/50), nach FrnhdWb).

stifelshals   „Leder, das sich zur Stiefelschaftherstellung eignet“

Quelle: item ein stifelshals ... item mittelleder ... futerleder git pfuntzolle (qu. a. d. 15. jh. bei Eheberg wirtschaftsgesch. Straßburg 1, 277, nach DWb).

Mittelhochdeutsch

Allgemein
hals   „schmaler Bergrücken, der in einen Berg mündet; schmale lange Anhöhe“

Quelle: Durch den hals sô gienc ein grabe / iewederhalp geschrôten abe: / durch ganzen vels gehouwen / was er wol hundert klâftern tief. (Virginal, Stanza 188, Zeile 1-4, nach Mhdbdb).

hals   „Gang, Öffnung, Röhre“

Quelle: vaß, das gemacht sey als ein napff, vnd sol eß zu / decken mit einem sulichen vaß, das ein wenigk weyter / sey, also das das vnter vas gee in das öber, vnd das / ober sol haben einen kleynen halß. Vnd jn dem halß sol / sein ein loch, vnd das sull man verschoppen mit eynem / kleynen tuch. (Der Stein philosophorum, Absatz 13, Zeile 4 – 9, nach MhdBdb).

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Adamsapfel

Quelle: Ich sah ihn an, sah sein pickliges Kindergesicht, glaubte es nicht, glaubte es doch, sah nichts mehr, drückte seinen Hals, drückte den Adamsapfel, hörte das Messer fallen, sah seine Augen mit weißblonden Wimpern. (Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 103, nach DWDS).

Genick

Quelle: Ihr wullt eich wohl Hals und Genicke brechen? (Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 342, nach DWDS).

Gurgel

Quelle: Ich habe nicht meine Hände um seinen Hals gelegt und mit meinen Daumen seine Gurgel eingedrückt, das habe ich nicht. (Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 209, nach DWDS).

Halsader

Quelle: Seine Halsader schwoll, er kniff die Lippen zusammen, was nur am aufgestellten Bart zu sehen war. (Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 279, nach DWDS).

Halsmuskel

Quelle: Kommt dann heraus auf die Bühne, vorsichtig, schleichend, verfolgt, den Kopf spähend vorgestreckt, die Halsmuskeln gespannt, den Tomahawk mordbereit. (Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 9474, nach DWDS).

Halsschlagader

Quelle: Die beiden Halsschlagadern verlaufen parallel zur Luftröhre und dem Kehlkopf. (o. A.: Halsschlagader. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990], nach DWDS).

Halswirbel

Quelle: Wir vermögen uns zwar abzustützen, das arme Tier aber fliegt nach vorn und das Halsband reißt an den Halswirbeln, die auf so viel Zugkraft vom ahnungslosen lieben Gott nicht konstruiert sind. (Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 210, nach DWDS).

Halswirbelsäule

Quelle: Ihre Angaben werden offensichtlich mit den Meldungen aus den Gelenkrezeptoren an der Halswirbelsäule und den Rezeptoren der Muskelspindeln des Halses verglichen. (Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 99, nach DWDS).

Kehle

Quelle: Sie singt Texte, die sie selbst schreibt, scattet in Phantasiesprache, erfindet Stimmlaute und -geräusche, imitiert Naturklänge wie Wind, Regen und Tierstimmen, setzt dazu Körperperkussion ein, trommelt zum Beispiel mit den Fingern auf ihre Kehle oder den Hals; zupft, schlägt, streichelt dazu virtuos und ideenreich die Konzertgitarre - und wenn sie solo auf der Bühne steht, als Einefrauorchester, bewegt sie manchmal mit den Füßen gleichzeitig noch eine runde, geschlossene "Wellentrommel", mit der sie Meeresgeräusche erzeugt. (Die Zeit, 23.04.1998, Nr. 18).

Kehlkopf

Quelle: Er untersuchte eingehend den Luzerner, desinfizierte im kochenden Wasser über dem Herd sein Taschenmesser und führte dann einen Schnitt aus, den wir als Coniotomie bezeichnen, der in Notfällen manchmal angewandt werden muß, und bei dem man über dem Kehlkopf, zwischen dem Adamsapfel und dem Ringknorpel mit quergestelltem Messer einsticht, um Luft zu schaffen. (Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 29, nach DWDS).

Kropf

Quelle: Als Kropf bezeichnet man einen Auswuchs am Hals des Menschen, eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse. (Röhrich, Lutz: Kropf. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten).

Luftröhre

Quelle: Im Durchschnitt ist sie 25 bis 30 Gramm schwer, schmetterlingförmig und umfaßt im Halsbereich, unterhalb des Kehlkopfs, die Luftröhre halbkreisförmig. (o. A. [R. T.]: Schilddrüse. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1991], nach DWDS).

Mandeln

Quelle: Anzeichen: Allgemeine Mattigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, später Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, starke Rötung von Rachen und Mandeln, manchmal auch eitriger Belag, der an Diphtherie denken läßt. (Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 405, nach DWDS).

Muskelspindel

Quelle: Ihre Angaben werden offensichtlich mit den Meldungen aus den Gelenkrezeptoren an der Halswirbelsäule und den Rezeptoren der Muskelspindeln des Halses verglichen. (Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 99, nach DWDS).

Nacken

Quelle: Als Nacken […] wird der hintere Teil des Halses bezeichnet. (Duden 2000 s.v.).

Rachen

Quelle: Anzeichen: Allgemeine Mattigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, später Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, starke Rötung von Rachen und Mandeln, manchmal auch eitriger Belag, der an Diphtherie denken läßt. (Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 405, nach DWDS).

Ringknorpel

Quelle: Er untersuchte eingehend den Luzerner, desinfizierte im kochenden Wasser über dem Herd sein Taschenmesser und führte dann einen Schnitt aus, den wir als Coniotomie bezeichnen, der in Notfällen manchmal angewandt werden muß, und bei dem man über dem Kehlkopf, zwischen dem Adamsapfel und dem Ringknorpel mit quergestelltem Messer einsticht, um Luft zu schaffen. (Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 29, nach DWDS).

Schilddrüse

Quelle: Schilddrüse: Im Durchschnitt ist sie 25 bis 30 Gramm schwer, schmetterlingförmig und umfaßt im Halsbereich, unterhalb des Kehlkopfs, die Luftröhre halbkreisförmig. (o. A. [R. T.]:In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1991], nach DWDS).

Schlund

Quelle: Wenn seine Beine, sich früherer selbstbewußter Auftritte erinnernd, die jugendliche Gangart simulierten, haßte ich ihn; wenn er, um nachzudenken, demonstrativ den Kopf in den Nacken legte und die Augen schloß, konnte ich den Blick nicht von seinem hingereckten Hals wenden, an dem sich der Schlund unter der faltigen Haut abzeichnete, und mir fiel ein, daß ich einmal gehört hatte, man müsse einem das Zungenbein eindrücken, um ihn schnell zu erwürgen. (Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 123, nach DWDS).

Speiseröhre

Quelle: Um das Tier ausnehmen zu können, wird an der Halshaut des Rumpfes ein Längsschnitt gemacht, durch den sich Luftröhre, Speiseröhre und Kropf herausziehen lassen. (o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 109, nach DWDS).

Zungenbein

Quelle: Wenn seine Beine, sich früherer selbstbewußter Auftritte erinnernd, die jugendliche Gangart simulierten, haßte ich ihn; wenn er, um nachzudenken, demonstrativ den Kopf in den Nacken legte und die Augen schloß, konnte ich den Blick nicht von seinem hingereckten Hals wenden, an dem sich der Schlund unter der faltigen Haut abzeichnete, und mir fiel ein, daß ich einmal gehört hatte, man müsse einem das Zungenbein eindrücken, um ihn schnell zu erwürgen. (Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 123, nach DWDS).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Adamsapfel

Quelle: Sowohl, was die Griechen den schönen Nacken, als was die Ungriechen Gurgel und Adamsapfel nennen, ist äußerst bedeutend. (Herder, Johann Gottfried von: Plastik. Riga u. a., 1778, nach DTA).

Gurgel

Quelle: Sowohl, was die Griechen den schönen Nacken, als was die Ungriechen Gurgel und Adamsapfel nennen, ist äußerst bedeutend. (Herder, Johann Gottfried von: Plastik. Riga u. a., 1778, nach DTA).

Halsader

Quelle: Da überdem zu Rom diese Transfusion dem Paul Manfredus , dem ein gewisser Holländer dabei zur Hand gieng, und dem Simon Allius, einem Wundarzte, glüklich von statten gieng, indem sie das Blut aus der Halsader, vermittelst eines einzigen Röhrchens, in einen andren Körper überleiteten, so geschahe es, daß man sich daher grosse Hofnung von denen wichtigsten dadurch zu erhaltenden Vortheilen machte. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Halsaderstamm

Quelle: Also entspringen aus dem grossen Knotengeflechte des Jntercostalnerven oben am Halse, sehr weiche , schwammige und gelbliche Nerven, die nicht von der kleinsten Art sind, und durch alle Stämme der Halsschlagader, ingleichen nach der Zunge, nach der äussern Bakke, nach den Schläfen, nach der obern Schilddrüse, und nach dem gemeinschaftlichen Halsaderstamme, gegen das Hinterhaupt zu, sich ausbreiten, allwo, nahe bei seiner Theilung, aus diesen Nerven ein besondrer, obwohl ganz kleiner Knote entstehet; man hat indessen keine völlige Gewisheit darüber, ob diese Nerven in der Halsschlagader, oder in ihren Fortsäzzen würklich zurük bleiben. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Halsdrüse

Quelle: Ein anderer Ast , der viele Geflechte macht, verzehrt sich weit und breit unter dem untern Kinnbakken in der Haut, in der Halsdrüse, in dem breitesten Halsmuskel, und in der Haut des Luftröhrenkopfes. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, nach DTA).

Halsmuskel

Quelle: Ein anderer Ast , der viele Geflechte macht, verzehrt sich weit und breit unter dem untern Kinnbakken in der Haut, in der Halsdrüse, in dem breitesten Halsmuskel, und in der Haut des Luftröhrenkopfes. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, nach DTA).

Halsschlagader

Quelle: Es giebt auch Nerven, welche mit den Schlagadern fast einerlei Richtung haben, wie aus dem sehr deutlichen Beispiel des Jnterkostalstammes erhellet, welcher ganz offenbar auf der Halsschlagader aufliegt, obgleich keine Aeste von ihm in derselben zurük bleiben. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Halswirbel

Quelle: So darf man nur statt des Ohrs den letzten Halswirbel zum Punkt nehmen und von ihm zum letzten Punkt des Hinterhaupts, zum obersten des Scheitels, zum vordersten der Stirn, zum hervorspringendsten des Kinnbeins Linien ziehen; so wird nicht nur die Varietät der Kopfbildung selbst, sondern auch der Grund derselben sichtbar, daß Alles von der Formung und Richtung dieser Theile zum horizontalen und perpendikularen Gange, mithin zum ganzen Habitus des Geschöpfs abhange und hiernach, zufolge eines einfachen Bildungsprincipium, in die größeste Mannichfaltigkeit Einheit gebracht werden möge. (Herder, Johann Gottfried von: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. Bd. 1. Riga u. a., 1784, nach DTA).

Halswirbelsäule

Quelle: Nur bei den Schuppenlurchen ist der aus stielförmigem Schulterblatte und breitem, spatelartigem Schlüsselbeine gebildete Schultergürtel noch an dem Schädel selbst aufgehängt; bei allen übrigen dagegen weiter nach hinten an der Halswirbelsäule befestigt. (Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851, nach DTA).

Intercostalnerv

Quelle: Also entspringen aus dem grossen Knotengeflechte des Jntercostalnerven oben am Halse, sehr weiche , schwammige und gelbliche Nerven, die nicht von der kleinsten Art sind, und durch alle Stämme der Halsschlagader, ingleichen nach der Zunge, nach der äussern Bakke, nach den Schläfen, nach der obern Schilddrüse, und nach dem gemeinschaftlichen Halsaderstamme, gegen das Hinterhaupt zu, sich ausbreiten, allwo, nahe bei seiner Theilung, aus diesen Nerven ein besondrer, obwohl ganz kleiner Knote entstehet; man hat indessen keine völlige Gewisheit darüber, ob diese Nerven in der Halsschlagader, oder in ihren Fortsäzzen würklich zurük bleiben. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Kehle

Quelle: Der Kopff war vnförmlich vnd verstellet/ in die länge/ fast auf die Manier wie einer Eydexen/ mit schwartzen glizerenden Augen/ hatte das Maul voll kleiner scharpffer Zähne/ vnder dem Halß hatte er ein dünne geschupte Haut/ gieng von dem Mund vnd Keelen biß zur Brust. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA).

Kehlkopf

Quelle: Wir setzen dieser Regel gemäss in die zweyte Classe die Affen, welche die Struktur des Menschen mit folgenden Ausnahmen haben: ein behaarter Körper mit vier Händen; ein weniger gewölbter Schädel; mehr hervorstehende Kinnladen, und ein weiter nach hinten liegendes Hinterhauptsloch, als beym Menschen; kein vorderer Nasenstachel; grössere Zähne; eine bogenförmige, nicht, wie beym Menschen, wellenförmige Wirbelsäule; Schenkelbeine, die gerade, nicht nach vorne sanft gebogen sind, und deren auswendige Gelenkknöpfe nicht kürzer, sondern eben so lang, als die inwendigen sind; ein Knie, das tiefer, als breit ist; zum Theil Backentaschen und an der Vorderseite des Halses liegende membranöse Luftbehälter, die sich in den Kehlkopf öffnen; eine grössere Clitoris, wie beym Weibe; zwey Muskeln am männlichen Gliede, die dasselbe in die Vorhaut zurückziehen, wie bey allen vierfüssigen Thieren, und ein Knochen in der Ruthe, wie bey der Familie der Hunde . (Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 1. Göttingen, 1802, nach DTA).

Kropf

Quelle: Die Jnwohner dieser beyden Dörffer/ (welche eine Meilwegs von Wunsidel liegen/) seynd nehmlich von der allergröbsten Art mit/ die nur umb den Fichtelberg zu finden; zumahlen ist N. wegen der Zauberey sehr beschriehen/ und welches nachdencklich/ findet man unter dem Weibes-Volck daselbst kaum eine einige/ die nicht einen Fehler oder Gebrechen irgendwo am Leib habe/ dann sie haben entweder Kröpffe am Halß/ oder es fehlet ihnen an Augen/ Ohren/ Händen oder Füßen etwas/ oder sie haben wenigstens genug Wartzen und Krähen-Augen an sich. (Pachelbel-Gehag, Johann Christoph von: Ausführliche Beschreibung Des Fichtel-Berges, Jn Norgau liegend. Leipzig, 1716, nach DTA).

Luftröhre

Quelle: Die Lung ist gleich als eine Scheidwand/ zwischen den Lufftröhren deß Halses/ und Hertzens gestellet/ und als eine Behaltung/ und Werckstatt deß Athems/ von der Natur verordnet/ den äusserlichen Lufft zu empfahen/ an sich zuziehen/ Hertz und innerliche Glieder damit zu erquicken/ den erhitzigten wieder außzustossen/ abermals einen frischen zu hohlen und außzutheilen/ darmit die Stimm und Rede/ in allem/ so da lebt/ und Lungen hat/ zu formiren und leiten. (Zeiller, Martin: Centuria Variarum Quæstionum. Bd. 1. Ulm, 1658, nach DTA).

Schilddrüse

Quelle: Also entspringen aus dem grossen Knotengeflechte des Jntercostalnerven oben am Halse, sehr weiche , schwammige und gelbliche Nerven, die nicht von der kleinsten Art sind, und durch alle Stämme der Halsschlagader, ingleichen nach der Zunge, nach der äussern Bakke, nach den Schläfen, nach der obern Schilddrüse, und nach dem gemeinschaftlichen Halsaderstamme, gegen das Hinterhaupt zu, sich ausbreiten, allwo, nahe bei seiner Theilung, aus diesen Nerven ein besondrer, obwohl ganz kleiner Knote entstehet; man hat indessen keine völlige Gewisheit darüber, ob diese Nerven in der Halsschlagader, oder in ihren Fortsäzzen würklich zurük bleiben. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA).

Speiseröhre

Quelle: Merkwürdig bleibt es jedenfalls, dass dieser Hals offenbar gegen den Raum zwischen Luftröhre und Speiseröhre sich hinwendet und hier wahrscheinlich sich ansetzt oder einmündet. (Valentin, Gabriel Gustav: Handbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen mit vergleichender Rücksicht der Entwicklung der Säugetiere und Vögel. Berlin, 1835, nach DTA).

Unterhals   „unterer Teil des Halses“

Quelle: Wie ist den Brüchen des Unterhalses zu begegnen? (Bürger, Peter: Candidatus Chirurgiae. Königsberg, 1692, nach DTA).

Vorderhals   „vorderer Teil des Halses“

Quelle: Der Kranich (Grus Montignesia Bp.) mit rothem Scheitel, schwarzen Schwanzfedern und schwarzem Vorderhals, sonst weiss, eine schlanke, edle Vogelgestalt, war und ist dem Japaner heilig und ein Symbol des Glückes. (Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 1. Leipzig, 1881, nach DTA).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
drüse   „Schilddrüse“

Quelle: Daß sindt drieß, die wachsen im in dem halß. (Ross Artzney 68 (oobd., 1598), nach FrnhdWb).

gießader   „Halsschlagader“

Quelle: Cirurgia H. Brunschwig, 21vb, 40 (Straßb. [1497]): so du sihest ein ader vast pluottenn / als an dem halß die gieß ader. (nach FrnhdWb).

halsbein   „Schlüsselbein“

Quelle: Halßbein / ossa duo à collo ad humeros extensa, velut compages colli cum trunco. [...]. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb).

halsdrüse   „Schilddrüse“

Quelle: Halßtruesen / Vornen am Halß vnnd zuo beiden seyten. (Maaler 208v (Zürich1561), nach FrnhdWb).

halsknoch   „Kehlkopf“

Quelle: Vnterst Halßknoch / bein / der vorhalß vnter dem Kin. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb).

halszepflein   „Uvula“

Quelle: Halßzepflein. Angina, Synanche. (Serranus, 92v (Nürnb.1552), nach FrnhdWb).

vorhals   „Kehlkopf“

Quelle: Vnterst Halßknoch / bein / der vorhalß vnter dem Kin. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb).

Mittelhochdeutsch

Allgemein
ader   „Ader“

Quelle: daz daz sterker etleich âdern hât, die pluottragerinne / daz ist an der stat, dâ sich der hals veraint mit / dem haupt (Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 7, Kapitel 2, Zeile 15-17, nach MhdBdb).

bein   „Adamsapfel“

Quelle: diu kel hât oben ain pain ze mitelst durchhölert an der / stat, dâ daz haupt veraint ist mit dem hals. daz pain / scheint aller maist an den mannen under dem kinn (Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 18, Kapitel 18, Zeile 21-23, nach MhdBdb)

druzzel   „Drossel, Kehle“

Quelle: und heten umb den hals vorn […] die druzzel, seit man mir, (Steirische Reimchronik Zeile 96060 – 96063, nach MhdBdb).

flaisch   „Fleisch“

Quelle: Der hals ist ain säul, diu daz haupt aufhelt und / veraint daz haupt mit dem leib. der hals ist auz kruspelischem / flaisch gemacht aller maist inwendich, und / stêt auch der hals ze næhst nâch der keln gegen dem / ruck. der hals hât vil âdern, durch die vliezent die gaist / und daz pluot von dem herzen und von der lebern in daz / haupt (Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 18, Kapitel 18, Zeile 32 - Seite 19, Kapitel 19, Zeile 5, nach MhdBdb).

luftrör   „Luftröhre“

Quelle: Diu luftroer ist ain grôziu âder und haizt ze latein / trachea, und haizent si die wundertzt die lungroer, dar / umb, daz si vorn in dem hals gêt von der zungen ursprinch (Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 18, Kapitel 17, Zeile 3-5, nach MhdBdb).

lungrör   „Luftröhre“

Quelle: Diu luftroer ist ain grôziu âder und haizt ze latein / trachea, und haizent si die wundertzt die lungroer, dar / umb, daz si vorn in dem hals gêt von der zungen ursprinch (Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 18, Kapitel 17, Zeile 3-5, nach MhdBdb).

pluottragerin   „Ader“

Quelle: daz daz sterker etleich âdern hât, die pluottragerinne / daz ist an der stat, dâ sich der hals veraint mit / dem haupt (Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 7, Kapitel 2, Zeile 15-17, nach MhdBdb).

sluntrör   „Luftröhre“

Quelle: Diu sluntroer haizt ze latein ysophagus oder mery / und ligt hinden gegen dem hals. Das Buch der Natur (Buch 1) Seite 17, Kapitel 15, Zeile 25, Zeile 284f., nach MhdBdb).

Althochdeutsch

Allgemein
halsâd(a)ra

Quelle: halsaderen arterias Gl. 4,369,30 (AhdWb s.v. halsâdra).

SynonymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Kragen

Quelle: Ich will Hals und Kragen wetten, rief er wenn nicht Alles, was du mir vertraut hast, aus Stockfleth's Kopf in dein weiches Köpfchen übergeströmt ist. (Mügge, Theodor: Am Malanger Fjord. In: Deutscher Novellenschatz. Hrsg. von Paul Heyse und Hermann Kurz. Bd. 13. 2. Aufl. Berlin, [1910], S. 1–176, nach DTA).

Nacken

Quelle: Ein Krug kaltes Wasser, über Hals und Nacken gegossen, machte den Schädel klar, die Nerven seilfest (Haas, Rudolf: Matthias Triebl. Leipzig, 1915, nach DTA).

Kehle

Quelle: Der dunkelbraune Pelz trägt an Hals und Kehle einen abgerundeten gelben oder rötlichgelben Fleck (Gelbkehle). (Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 1, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1942, S. 61, nach DWDS).

Rachen

Quelle: Pinselungen des Rachens und Halses. (o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 170, nach DTA).

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Genick

Quelle: Jn Engelland sollen noch auff diese Zeit/ wann die Delinquenten vffgehängt werden/ die nächste Blutfreunde Hand mit anlegen/ vnd mit Brechung der Hälse oder Genickes der justificirten Leben verkürtzen/ zu welchem Ende sie auch nicht hoch von der Erden/ sondern an einen Balcken niedrig angeknipffet werden/ wie Bodinus de Republ. lib. 3. cap. 8. schreibet. (Reinkingk, Dietrich: Biblische Policey. Frankfurt (Main), 1653, nach DTA).

Nacken

Quelle: Plötzlich kamen aus allen Canälen und aus dem See unendlich viele Kinder auftauchend angeschwommen, viele trugen Kränze von Schilf und Wasserlilien, andre hielten rothe Carallenzacken, und wieder andre bliesen auf krummen Muscheln; ein verworrenes Getöse schallte lustig von den dunkeln Ufern wieder; zwischen den Kleinen bewegten sich schwimmend die schönsten Frauen, und oft sprangen viele Kinder zu der einen oder der andern, und hingen ihnen mit Küssen um Hals und Nacken. (Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 1. Berlin, 1812, nach DTA).

Kehle

Quelle: Arbianes hieß Wolffgangen Wasser herauff geben/ womit er die Farbe zurichtete/ und vor erst ihr Goldgelbes Haar bräunlich machete/ über welche Veränderung sie sich nicht wenig verwunderte; hernach streich er ihre Hände und Arme biß zu den Ellenbogen an/ und zulezt ihr Gesicht/ Hals und Kehle/ da sie ihren kleinen Spiegel hervor suchete/ und in dem selben sich besehend/ hochbeteurete/ sie kennete sich selbst nicht mehr. (Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlich: Teutschen Königes Herkules und der Teutschen Königin Valiska Wunder-Geschicht. Bd. 2. Braunschweig, 1660, nach DTA).

Kragen

Quelle: Doch was hilft's -- die Zeit ist einmal aus den Fugen, wie Hamlet sagt; wenn Undank und Mißkennung mich bewegen könnten, anders zu handeln als ich handle, dann wäre durch Ihrer Excellenz hochweise Räthe meinem Diensteifer längst eine Schranke gesetzt, dann wäre ich nicht hier geblieben, und hätte Hals und Kragen, Blut und Leben, Gut und Habe nicht daran gesetzt, Ihrer Excellenz Herrlichkeit, so weit nur in eines Menschen Kräften steht, zu schützen und zu schirmen. (Bechstein, Ludwig: Der Dunkelgraf. Frankfurt (Main), 1854, nach DTA). – Der folget zu Fuß des Crabätls invention droben Num. 10. zu Roß/ vnd weil jhn die Wunden so vbel plagen/ daß er sich nicht lenger kan ertragen/ so stürtzet er sich vber Halß vnd Kragen/ in den Stadtgraben der Sawmagen. (Jahrgedächtnis der Leipzigischen Schlacht: Leipzigischer Studenten-Marcipan. [s. l.], 1632, nach DTA).

Althochdeutsch

Allgemein
kela   „Kehle, Hals“

Quelle: halsfano ł vuindbant ł cheletuohc collarium Gl. 2,368,29 (AhdWb s.v.).

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