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Trunk

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Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Hinterglied
Trunkhalle   „Trinkhalle, großer Raum, in dem getrunken wird“

Quelle: Nachdenklich blickte Adrianus zur Dachluke hinauf: der einzigen Lichtquelle in der großen Trunkhalle der Hirutasala (Codex Regius, Räderwerk des Schicksals, 2015).

substantivisches Determinativkompositum mit Affektbezeichnung als Hinterglied
Trunkleidenschaft   „Leidenschaft für das Alkoholtrinken“

Quelle: Wer seiner Trunkleidenschaft nicht Herr war, wurde für gänzlich unbrauchbar erklärt (Erkermann, Ferdinand von Schill: Rebel und Patriot, 1963). - Das Mißverhältnis zwischen dem Selbstgefühl seines Talents und der beengten äußern Stellung in kleinstädtischen Verhältnissen zerrüttete seine Lage innerlich, ließ seine Trunkleidenschaft stärker anwachsen und führte zu schweren häuslichen Zerwürfnissen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Grabbe).

Trunkliebe   „Leidenschaft für das Alkoholtrinken“

Quelle: Sowohl Deutsche als auch Reisende aus anderen Ländern erklärten unisono die Trunkliebe zum deutschen Hauptlaster (Teuteberg/Neumann/Wierlacher, Essen und kulturelle Identität: europäische Perspektiven, 1997). - Die Trunkliebe unserer Altvorderen hat er in lebhaften Farben geschildert, hie und da wohl auch übertreibend (Delbrück/Struve, Beiträge zur Geschichte des Biers und der Brauerei, 1903).

Trunkwut   „Raserei eines Betrunkenen“

Quelle: Wegen dieser Frevel, so fährt die Sage fort, ward der schon vorher verwirrte Großkönig rasend, und in Wahnsinn und Trunkwut ließ er seinen Bruder Smerdes (Bardija), seine Schwester und Gattin Meroë und viele seiner Freunde und Diener hinrichten (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kambyses).

substantivisches Determinativkompositum mit Kunstformbezeichnung als Hinterglied
Trunklied   „Trinklied, Lied, das man beim Trinkgelage singt“

Quelle: Herakles' mystisches Trunklied gehört zum innersten Kern des Geschehens (Nüchtern, Hofmannsthals Alkestis, 1968). - Aber abstoßende Rohheiten finden sich in diesen lateinischen Trunkliedern selten, selbst wenn die Liederlichkeit sich unverhüllt bekundet (Deutsche Monatsschrift für das gesamte Leben der Gegenwart 4, 1903).

Trunkspruch   „Trinkspruch, Spruch, den man beim Trinkgelage aufsagt“

Quelle: Nach einer kurzen freundlichen Begrüßungsrede und einem Trunkspruch hoben die Herren in weißer Uniform ihre Gläser und freuten sich sichtlich darauf, endlich einen Schluck Wein zu bekommen (Eckes, Guten Morgen, Abendland, 2010). - Alsdann, Buam, jetz muaß i enk no an guatn Trunkspruch sagn (Christ, Die Rumplhanni, 1917).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheitsbezeichnung als Hinterglied
Trunksucht   „Alkoholismus“

Quelle: Es gibt viele Gründe für das Scheitern einer Ehe: Untreue, seelische Entfremdung, Trunksucht, wirtschaftlicher Ruin (Die Zeit, 12.09.2013). - Trunksucht, die durch dauernden Mißbrauch geistiger Getränke herbeigeführte Schädigung der körperlichen und geistigen Gesundheit, speziell auch die bei stärkerm Mißbrauch eintretende, auf krankhafter Willensschwächung beruhende Sucht, immer von neuem alkoholische Getränke zu genießen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v.).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
trunkfest   „trinkfest, viel Alkohol vertragend“

Quelle: Und so verdiente der jüdische Alkohol- und Tabakhandel Milliarden daran, daß er geschickt an die Ehre appellierte und den ganzen Gesellschaftsstil dahin festlegen ließ, daß eben nur der Trunkfeste ein Kerl sei (Pieper, Nazis on speed: Drogen im 3. Reich, 2002). - Der Kellner guckte schon so verdächtig auf uns zwei "sittsame und trunkfeste" Kundinnen (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

trunksüchtig   „alkoholsüchtig“

Quelle: Man hatte sich angewöhnt, in dem Sohn eines trunksüchtigen Theaterschauspielers immer auch den Selbstdarsteller zu sehen, der seine Zartheit mit brachialen Posen kompensierte (Der Tagesspiegel, 24.02.2005). - Drüben in der strengen Schule lernt manch einer das Arbeiten - Enzio aber kam arbeitsscheu und trunksüchtig zurück (Wille, Glasberg, 1920).

adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied
trunkliebend   „dem Alkoholtrinken zugeneigt“

Quelle: Leicht lässt sich in diesem Ambiente die Verbindung zum Weinbau zur Zeit der trunkliebenden Fürstbischöfe herstellen (Hucke, Kraichgauer Weinlesebuch, 2008). - Die Landleute sagten früher darüber, das komme von den Seelen trunkliebender Säumer, welche im Leben mit Saumrossen italienischen Wein über den Berg holten und oft durch Untreue oder Fahrlässigkeit ihn unterwegs mindern liessen (Müller, Sagen aus Uri, 1926).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Hinterglied
Trunkhalle   „Trinkhalle, großer Raum, in dem getrunken wird“

Quelle: Er mußte sich Gewalt anthun, um nicht von ihnen verführt, in eine jener besuchten Tanz- und Trunkhallen gelockt zu werden, mit denen wir früher unsere Leser bekannt zu machen suchten (Willkomm, Weisse Sclaven, 1845).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Trunkbündner   „Angehöriger eines Bundes von Trinkern“

Quelle: Ein Mensch, der so wasserhaltig wie er wird, daß er sich schwer aufrecht erhält vor Nüchternheit, macht andern Trunkbündnern leicht glaublich, es sei vor Betrunkenheit (Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 1793).

Trunkheld   „jemand, der beim Alkoholtrinken Großes leistet“

Quelle: Dazu kam noch, daß während er die berühmtesten Trunkhelden und Weinprahler stets sehr bald unter den Tisch trank, er selbst, trotzdem daß er an einem Tage soviel trank als er schwer war, doch niemals betrunken war (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, 1868-71). - Habe mich auf solcher Wahlstat der Hirnverruckten Glasfechter und Trunckhelden / mehr / als ein Mal / mit befunden (Francisci, Die Ehre der Verblichenen alten Heiden, Juden und Christen, 1690).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
Trunkgesicht   „Gesicht eines Trinkers“

Quelle: Er sieht aus wie eine Pflaume, die am Scharlachfieber stirbt. Von kupferrothen Trunkgesichtern (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1867, s.v. Aussehen).

substantivisches Determinativkompositum mit Affektbezeichnung als Hinterglied
Trunkleidenschaft   „Leidenschaft für das Alkoholtrinken“

Quelle: Kein Wunder, wenn der ernste Römer an mehreren Stellen seines Büchleins (Tacitus Germania 22 und 23) der Trunkleidenschaft der Germanen Erwähnung thut und seither eine fast fortlaufende Kette ähnlicher Nachrichten zu Gebote steht (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Wein).

Trunkliebe   „Leidenschaft für das Alkoholtrinken“

Quelle: Im wüsten Leben kam er seinem Bruder gleich und erhielt von seiner Trunkliebe und seinem ansehnlichen Leibesumfange den Spottnamen Mirabeau-Tonneau (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1839, s.v. Mirabeau). - Durch Trunkliebe, und andere Laster deren Mutter Schwelgerey ist, hatte sich Demetrius längst seinen Unterthanen und auch den Römern verhaßt gemacht (Geschichte des Jüdischen Volks, 1791). - Schlaffet nicht länger in der eingebildeten Süßigkeit der Trunck-Liebe (Dessler, Gott-geheiligter Christen nützlich-ergetzende Seelen-Lust, 1692).

substantivisches Determinativkompositum mit Kunstformbezeichnung als Hinterglied
Trunklied   „Trinklied, Lied, das man beim Trinkgelage singt“

Quelle: Zu denen Reimarten welche in Lusthändelen bestehen gehören die Brautlieder / Hochzeitgedichte /Reisewünsche / Geburtlieder / Trunklieder / Freudenspiele oder Comœdien, Triumpflieder und derogleichen (Schottelius, Teutsche Vers- oder Reimkunst, 1645).

Trunkspruch   „Trinkspruch, Spruch, den man beim Trinkgelage aufsagt“

Quelle: Unter Andern fand ihnen zu Ehren ein Bankett im Gasthause zum hessischen Hofe Statt, wobey manche Geist und Herz befeuernde Trunksprüche ausgebracht wurden (Münchener Tagblatt, 1832). - Ein französischer Minister in Holland setzte einen Trunkspruch ein, der dem engländischen Botschafter eben nicht sonderlich angenehm war (Mattheson, Die neuangelegte Freuden-Akademie, 1753).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheitsbezeichnung als Hinterglied
Trunksucht   „Alkoholismus“

Quelle: Die Trunksucht war bei Klingsohrn entstanden wie im Traume, wie bewußtlos, wie die natürliche Begleiterin genialer Ueberspannung (Gutzkow, Der Zauberer von Rom, 1858-61). - Auenbrügger erwähnt in der schon angezeigten Schrift, eines 48jährigen Bedienten, eines Franzosen von Nation, den seine unbändige Trunksucht in einem, nemlich dem 1761sten Jahre, dreymal mit der fürchterlichsten Raserey ins Irrhaus verbannte (Muratori, Über die Einbildungskraft des Menschen, 1785).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
trunkfällig   „trunksüchtig, dem Alkohol verfallen“

Quelle: Er war trunkfällig und großmäulig und führte zur Unterstützung seiner Reden eine rasche Faust (Storm, Bötjer Basch, 1886). - Der liebe seelige Mann war zwar trunkfällig, sonderlich des Abends, aber doch einer von den größten Gelehrten, die jemahls in Teutschland gelebet haben (König, Leben und Thaten Jakob Paul Freiherrn von Gundling, 1795).

trunkfest   „trinkfest, viel Alkohol vertragend“

Quelle: Du kannst noch andere Drei bringen, Käthchen, sagte Brander den Schnauzbart streichend, wir sind hier Alle sattel-, hieb- und trunkfest (Rogge, Der Scharfrichter von Berlin, 1867).

trunkfeucht   „durch den Alkoholgenuss feucht geworden“

Quelle: Der taumelte zu hoher Mittagszeit aus dem dritten Weinhause, schaute hinauf mit den trunkfeuchten Augen zur Sonne (E.T.A. Hoffmann, Die Serapionsbrüder, 1819-21).

trunkfrei   „den Alkohol gratis bekommend“

Quelle: ein paar Gesellen, die ihm nicht ungleich sahen, hielten ihn trunkfrei, denn er war ebenso maulfertig im Trinken wie im Reden (Storm, Ein Fest auf Haderslevhuus, 1884). - die Bauern wollen ihm aber die Bäume abkaufen, und zehn Jahre trunkfrei halten (Sintenis, Mein Kontingent zur Modelekture, 1775). - Er der Wirth sei zwar gesonnen gewest / nichts von ihm zunemen / besondern ihn auch Trunckfrey zu halten (Francisci, Die lustige Schau-Bühne von allerhand Curiositäten, 1674).

trunksüchtig   „alkoholsüchtig“

Quelle: Diese Leute, fast ohne alle Zivilisation aufgewachsen, an Entbehrungen aller Art von Jugend auf gewöhnt, roh, trunksüchtig, unbekümmert um die Zukunft, kommen so herüber und bringen alle ihre brutalen Sitten mit herüber in eine Klasse der englischen Bevölkerung, die wahrlich wenig Reiz zur Bildung und Moralität hat (Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, 1845).

adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied
trunkliebend   „dem Alkoholtrinken zugeneigt“

Quelle: Die Japaner sind von kräftigem Charakter, Unabhängigkeit liebend, stolz, halten viel auf Ehre, haben Sinn für Freundschaft, sind fleißig, wißbegierig, geschickt, so reinlich, daß selbst die ärmsten Leute gut gekleidet gehen; aber dabei trunkliebend, wollüstig und höchst argwöhnisch (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1838, s.v. Japan). - Gleich wird ihm der trunkliebende Deutsche einfallen (Bock, Die Tagereise, 1770). - Das Alter deutet auch an / daß alte Leute Trunckliebend zu werden pflegen (Der Teutschen Academie Zweyter und letzter Haupt-Theil, Von Der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste, 1679).

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Frühneuhochdeutsch

Allgemein
suchentrunk   „Trunkenbold, Säufer“

Quelle: Das sind die Thellerlecker / Suchentrüncke / vnd Gerngeste / die faulen schelmen / die nichts thun wöllen (Luther, Bibelübersetzung, Anmerkung zu Jesus Sirach 41, 1545).

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Neuhochdeutsch

Deminutivbildung mit Suffix -chen
Trünkchen   „kleine Menge eines Getränks“

Quelle: Aus diesem offerierte er den Damen ein Trünkchen (Salburg, Hofadel in Österreich, 1912).

Deminutivbildung mit Suffix -lein
Trünklein   „kleine Menge eines Getränks“

Quelle: Das Gläslein ist zersprungen, / Mich freut kein Trünklein mehr; / Der Wein sieht aus wie Blut, / Der Tabak schmeckt nicht gut (Löns, Mein blaues Buch, 1909).

Älteres Neuhochdeutsch

Deminutivbildung mit Suffix -chen
Trünkchen   „kleine Menge eines Getränks“

Quelle: Heda, gute Gesellen, wollet mir doch helfen, mein Schifflein vom Lande bringen, will gerne ein Trünkchen Bier zum Besten geben (Wolf, Niederländische Sagen, 1843). - Das ist wohl wahr Ritter, euch reizte hungarischer Wein, und uns - je nu, sollten wir uns auch ein Trünkchen aus den Weinbergen am Rhein oder der Mosel holen? (Girzik, Stephann der 1. König der Hungarn, 1792).

Deminutivbildung mit Suffix -lein
Trünklein   „kleine Menge eines Getränks“

Quelle: Der Tag war heiß, und ihn dürstete sehr, er gedachte wohl der Sage, daß in den verschütteten Kellern der Windeck noch manch ein gutes Trünklein liege (Bechstein, Deutsches Sagenbuch, 1853). - Kömmt denn zu rechter Zeit ein guter Freund gegangen, / So läßt er wohl einmal ein kühles Trünklein langen (Gottsched, Versuch einer critischen Dichtkunst, 1730). - Werden sie nicht sagen / Du seist ein ohnmächtiger GOtt / der mir / in meinem Durste / mein hinfallendes Leben zu laben / nicht mit einem Trünklein Wassers zu helfen vermocht? (Zesen, Simson, 1679).

Frühneuhochdeutsch

Deminutivbildung mit Suffix -lein
Trünklein   „kleine Menge eines Getränks“

Quelle: hart erarnet ist botenlon, / iedoch tregt in das trünklein hin; / des hat der wirt den grösten gwin (Hans Sachs, Die neun ellenden wanderer, 1536).

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Neuhochdeutsch

Allgemein
Lebensmittel
Nahrung

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Lebensmittel
Nahrung

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
nahrung

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Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Ausgangsprodukts als Vorderglied
Somatrunk   „Soma, kultisches Getränk der indischen Religion“

Quelle: Der Met ist das Getränk der Unsterblichkeit und entspricht dem Somatrunk des indischen Rig-Veda, der Nektar und Ambrosia der Götter des Olymps, dem Balché-Trank der Mayas usw. (Eilenstein, Blüten des Lebensbaumes II, 2008). - Ein guter Traum verheißt ihnen Somatrunk, den Mitgliedern der anderen Kasten Reichtum (Negelein, Der Traumschlüssel des Jagaddeva, 1912).

explikatives Determinativkompositum mit Flüssigkeitsbezeichnung als Vorderglied
Biertrunk   „Bier“

Quelle: Denn nimmt er einen Biertrunk gern an. Wir opfern es auf den Feldern, dann ist eine gute Ernte gewiss (Hastings, Die Sklavin und der Wikinger, 2015).

Wassertrunk   „Wasser“

Quelle: Nach dem gemeinsamen Wassertrunk, den man hier Kaffee nannte, holte Janos ein Gewehr aus seinem Zimmer (Bieber, Was bleibt, ist das Verbrechen, 2014). - Genau wie in Karlsbad beginnt man nach dem Wassertrunk zu laufen und sich zu ärgern, daß man erst nach längerem Spazieren frühstücken darf (Stettenheim, Der moderne Knigge, 1902).

Weintrunk   „Wein“

Quelle: Die Karikatur zeigt die Schlussszene des Dramas, in der Filippo Lippi, der Löwe, an einem vergifteten Weintrunk stirbt (https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Güldenstein, gesehen am 03.03.2013). - Der Postillon, einen Blumenstrauß am Hut, wurde zum Abschied an jedem Halt von seinen Freundinnen mit einem Weintrunk gefeiert (Witkowski, Von Menschen und Büchern, 1937-38).

substantivisches Determinativkompositum mit Zutatbezeichnung als Vorderglied
Essigtrunk   „Getränk mit Essig“

Quelle: Innerlich angewendet sollen "Essigtrunke" eine Entgiftung und Entschlackung des Körpers bewirken und sogar zur Gewichtsreduktion beitragen (https://de.wikipedia.org/wiki/Apfelessig, gesehen am 03.03.2013). - denn am Kreuz nahm er zuletzt den Essigtrunk und sprach: "Es ist vollendet" (Bonner biblische Beiträge, 1956).

Gifttrunk   „vergiftetes Getränk“

Quelle: Weil Selbstmord straffrei ist, macht sich darum auch nicht strafbar, wer dabei hilft, wer zum Beispiel den Gifttrunk neben das Krankenbett stellt (Die Zeit, 10.11.2014). - Auf dem jenseitigen Ufer stoßen sie dann auf ein heidnisches Weib, das in goldener Schale dem Landgrafen den Gifttrunk reicht (Meier, Deutsche Volkslieder mit ihren Melodien, 1939).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied
Botentrunk   „einem Boten gereichtes Getränk“

Quelle: Mein Vater traktierte den Viehhändler mit einem guten Botentrunk (Wille, Die Abendburg, 1909).

Brudertrunk   „Getränk, das man zusammen mit einer brüderlich nahestehenden Person trinkt“

Quelle: komm, nur einen Schluck auf das Zeugnis, einen Brudertrunk, ich gebe dir einen Schnaps aus, sei kein Frosch (Hilgenberg, Bluescreen: oder Schlips und Vorurteil, 2015). - Dann kostet er die Bowle, gießt sich ein Glas ein, und reicht M.und dem Freunde je ein Glas, Brudertrunk zu dreien mit verschlungenen Armen (Ueberhorst, Das Fälschlich-Komische, 1900).

Geistertrunk   „magisches Getränk“

Quelle: Abschließend gibt es im Gasthaus Marienthal einen Geistertrunk, ehe die von einem Hexen- und Geisterführer geleiteten Geisterwanderer im Bus nach Nittenau zurückfahren (Pollmann, Kompass Wanderführer Bayerischer Wald, 2015). - vielleicht hinderte ihn die Volkssage, daß sein Großvater, der Große Kurfürst, allmitternächtlich sich, den Jagdbecher in der Hand, der Quelle nahe, die ihn schon zu Lebzeiten erlabt hatte, um einen kühlen Geistertrunk zu genehmigen (Scholz, "Berlin, jetzt freue Dich!": Betrachtungen an und in den Grenzen der deutschen Hauptstadt, 1964).

Heldentrunk   „Getränk der Helden“

Quelle: Sogar der Mäßigkeitsprediger Seling, der radikal gegen das Trinken von Branntwein zu Felde zog, lobte das hiesige Bier als wahren "Heldentrunk" (Rickling, Zeitsprünge Osnabrück, 2014).

Schwedentrunk   „zwangsweise eingeflösste Flüssigkeit als Foltermethode im Dreißigjährigen Krieg“

Quelle: Im Dreißigjährigen Krieg pflegte die Soldateska, die schwedische, wie es heißt, dem zu folternden Opfer Gülle einzuflößen: Daher die Bezeichnung Schwedentrunk für ein ekelerregendes Gebräu (Die Zeit, 08.12.1989). - Der Leib war sicherlich noch mehr aufgedunsen, als wenn man mir den im 300jährigen Kriege üblichen Schwedentrunk verabreicht hätte (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

Totentrunk   „letzter Trunk eines Sterbenden“

Quelle: Dann hebe ich den letzten Becher in meiner Hand und trinke den Totentrunk (Island: Vierteljahrsschrift der Vereinigung der Islandfreunde, 1934).

Brauttrunk   „Umtrunk bei einer Hochzeit“

Quelle: Nach dem Brauttrunk folgte der tatsächliche Brudihlauftiz, die sinnbildlich nachempfundene Wahl der Braut, nun das Haus ihres Auserwählten dem Elternhaus vorzuziehen (Litz, Das Lied des Pferdes, 2014). - Insoferne die Ahnen in die Hochzeitsfeier hineinreichen, ist auch der Brauttrunk ein Trunk des liebevollen Gedenkens (Bausteine zur Geschichte, Völkerkunde und Mythenkunde, 1931).

Totentrunk   „Umtrunk nach einer Beerdigung“

Quelle: Bei den Begräbnissen und beim Totentrunk sprach niemand offen mit Karl (Anderson, Die Chroniken der Zeitpatrouille, 2015). - nach dem totentrunk bedankt sich der meßner im namen der hinterbliebenen bei den trauergästen durch eine längere rede (Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der germanischen Philologie 31, 1911).

Weibertrunk   „Umtrunk von Frauen“

Quelle: Wie aus der Quelle hervorgeht, war der sogenannte Weibertrunk den Hessigheimern in Zukunft gestattet (Ludwigsburger Geschichtsblätter, 1979). - Seit dem Jahre 1810 etwa ist der Weilheimer Weibertrunk abgeschafft und verboten (Hessische Blätter für Volkskunde, 1911).

substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Vorderglied
Abendtrunk   „Getränk, das man am Abend trinkt“

Quelle: Durch den Rat einer alten Frau, einen Tarnmantel zu verwenden und den Abendtrunk nicht zu trinken, den die älteste Tochter bringt, gelingt es ihm, den Töchtern dreimal unbemerkt auf ihrem geheimen Weg in eine verzauberte Unterwelt zu folgen (https://de.wikipedia.org/wiki/Die_zertanzten_Schuhe_(2011), gesehen am 03.03.2013). - Es gab aber nicht wenige, die den Verdacht äußerten, der Borgia habe ihm noch vor seiner beschleunigten Abreise ein weißes Pulver in den Abendtrunk geschüttet (Klabund, Borgia, 1928).

Dämmerungstrunk   „Getränk, das man in der Abenddämmerung trinkt“

Quelle: Hier verkehrte die Dänischen-hagener Männerwelt und trank ihren Dämmerungstrunk aus Zinnbechern (kiek in: Bürgerzeitung für die Gemeinde Dänischhagen, 14.05.2001).

Frühstückstrunk   „Getränk, das man zum Frühstück trinkt“

Quelle: Angeblich waren ja alle lebenswichtigen Nährstoffe in dieser Algen Art vorhanden. So gönnte ich mir abgesehen von dem enthaltenen Alkohol einen gesunden Frühstückstrunk (Barfuss,: Das unendliche Verlangen nach Glück und Freiheit, 2016). - Dagegen ist als Zwischen- oder Frühstückstrunk für Genesende ein mit Zucker geschlagenes Ei mit Porterbier, zusammen ein halbes Wasserglas voll schaumigen Getränks ergebend, ungemein empfehlenswert (Schleker, Die Frau und der Haushalt, 1912).

Morgentrunk   „Getränk, das man am Morgen trinkt“

Quelle: Das Leben am "Stintfang" hat mit dem Jugendherbergsideal der Gründerjahre so viel gemein wie Bohnenkaffee mit Kathreiner, dem korngebrannten Morgentrunk, der noch vor sechzig Jahren den Wandervögeln gereicht wurde (Die Zeit, 07.08.1992). - Das Kuchelmensch stand im Festgewand am Brunnen und wusch und schwenkte einen Korb voll Gläser und Krüg für den Eingang und Ausgang, das ist, für die beiden Frühmahlzeiten und den Morgentrunk bei Ankunft der beiden Hochzeiter, und vor der Abfahrt zur Kirche (Christ, Matthias Bichler, 1914).

Nachttrunk   „Getränk, das man vor dem Schlafengehen trinkt“

Quelle: Danach nahm es noch einen Nachttrunk in der Lobby, ehe es wieder zurück auf den Zürichberg ging (Berliner Zeitung, 08.07.2000). - Nachttrunk, ein schlafbefördernder Trunk, den man in früherer Zeit unmittelbar vor dem Schlafengehen einzunehmen pflegte (meist Würzwein oder Würzbier) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v.).

Sonntagstrunk   „Getränk, das man am Sonntag trinkt“

Quelle: Er lauschte und sah sich um, dann drehte er an einem Zapfhahn, bückte sich und ließ die klare Flüssigkeit in seinen Mund laufen. Ein kleiner Sonntagstrunk, das war wohl erlaubt (Meyer, Die Schätze des Bischofs, 2013). - Heißer Wein versprach als Sonntagstrunk Ehrung und baldige Betäubung (Henting, Vom Ursprung der Henkermahlzeit, 1958).

Vespertrunk   „Getränk, das man zur Vesperzeit trinkt“

Quelle: An der Hausecke präsentiert sich das heraldische Tier auf einem Holzsockel: ein veritabler ausgestopfter Braunbär, der zum Vespertrunk einlädt (Die Zeit, 14.05.1993). - Am Nachmittage ließ der Reichsfreiherr zu einem Vespertrunk durch den Pfleger Kolmar Grasser bitten (Kolbenheyer, Das dritte Reich des Paracelsus, 1925).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Vorderglied
Haustrunk   „Getränk, das man zuhause trinkt“

Quelle: Vom klassischen Haustrunk, dem Most in zwanzig verschiedenen Sorten, bis zu fruchtigen Edelbränden und Likören reicht ihr Angebot (Berliner Zeitung, 22.10.2005). - Bayern soll außerdem unter derselben Voraussetzung wie oben zur Herstellung des herkömmlichen Haustrunks für die landwirtschaftliche Bevölkerung ein entsprechender Teil der abgelieferten Gerste belassen werden (Vossische Zeitung, 14.03.1917).

Lethetrunk   „magisches, Vergessen bewirkendes Getränk“

Quelle: Sie gaben ihr Geld für andere Dinge aus, Zukunftsdeutungen waren nicht mehr gefragt, wer Geld hatte, kaufte sich den Lethetrunk, kleine Fläschchen mit Originalabfüllung des Wassers der Lethequelle, das einem vollkommenes Vergessen und guten Schlaf garantierte (Hein, Vor der Zeit: Korrekturen, 2013). - Persephone weigert den Lethetrunk, weist Becher und Schätze zurück, bewahrt die Narzisse, am Herzen geborgen (Die Zeit, 17.01.1952).

Tischtrunk   „Getränk, das man bei Tisch trinkt“

Quelle: Das Gut wurde in der Folge nur noch landwirtschaftlich genutzt. Es besaß die Freiheit einer Fleischbank, das Recht auf Brauen des eigenen Tischtrunks, eine Schmiede und eine Mahlmühle mit einem Gang (https://de.wikipedia.org/wiki/Pöckelgut, gesehen am 03.03.2013). - Nur die alten Begnadigungen, jährlich ein halb Gebrau Bier von achtzehn weimarischen Scheffeln zum Tischtrunk tranksteuerfrei brauen zu dürfen, der jährlichen Lieferung von 3 Klaftern Beschied-Holz und des Genusses aller Befreiungen der Hofbedienten waren weggefallen (Goldfriedrich, Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode, 1908).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Vorderglied
Abschiedstrunk   „Getränk, das man zum Abschied reicht“

Quelle: Als besagter Kollege allerdings sein Vorhaben im Kreis der Mitarbeiter mitteilte und zu einem Abschiedstrunk bat, sah er sich plötzlich einer Flut von Mitleidsbekundungen ausgesetzt (Berliner Zeitung, 05.08.2004). - Dieser geweihte Wein wird auch zum Abschiedstrunk vor Reisen, zum Versöhnungstrunk und als Hochzeitstrank für die Brautleute aufbewahrt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Johannisweihe).

Begrüßungstrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Als Begrüßungstrunk stehen Pfefferminztee, gelber Kaffee und Wasser zur Auswahl (Die Zeit, 26.09.2002). - bei Gastmahlen machte nach einer den Göttern und den Abgeschiedenen gespendeten Libation der Begrüßungstrunk, vom Hausherrn beginnend, unter allen Teilnehmern die Runde, indem jeder auf das Wohl seines Nachbars trank (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gesundheittrinken).

Brüderschaftstrunk   „gegenseitiges Zutrinken, mit dem man Brüderschaft schließt“

Quelle: Es waren inzwischen auch noch Jugendliche von anderen Tischen hinzugekommen und hatten bei Ingolfs Brüderschaftstrunk zugesehen (Fischer, Die Andersnacht 2, 2015). - Nachdem der Junggeselle so offiziell in die Brüderschaft aufgenommen ist, erfolgt der Brüderschaftstrunk (Dalmer, Das Innungswesen der Stadt Zerbst bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, 1910).

Ehrentrunk   „Getränk, das man reicht, um jemanden zu ehren“

Quelle: Die höchste Auszeichnung, die der Club zu vergeben hat, ist es, aus diesem Löffel bei besonderen Anlässen einen Ehrentrunk zu kredenzen (Berliner Zeitung, 21.03.1997). - Aber es war kein Stammhalter und kein Nesthockerl, das sie in dies armselige Dasein hergesetzt; vielmehr ein ganz unliebs und überflüssiges Bälglein, das keiner gerufen zum Kommen und keiner begrüßen und mit einem Ehrentrunk feiern mocht (Christ, Bauern, 1919).

Empfangstrunk   „Getränk, das man zum Empfang reicht“

Quelle: Der Empfangstrunk mit spanischen Weinen aus Galicien und Rioja hatte uns einen tiefen Nachtschlaf gebracht (Hedfeld, Caminemos juntos - Wir gehen zusammen, 2014). - Der Reisende wird nicht nach seinem Namen gefragt, er wird freundlich aufgefordert einzutreten um am Tische Platz zu nehmen, wo man als Empfangstrunk eine Tasse starken schwarzen Kaffee serviert (Jahresbericht der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft Zürich, 1900).

Erfrischungstrunk   „Getränk, das man zur Erfrischung reicht“

Quelle: Auch Karstadt an der Müllerstraße gönnt seinen Anhängern einen Erfrischungstrunk (Der Tagesspiegel, 17.04.2001). - Kommen Sie doch herein zu einem kleinen Erfrischungstrunk! (Die Zeit, 14.08.1958).

Erholungstrunk   „Getränk, das man zur Erholung trinkt“

Quelle: Es konnte sich nur um einen Erholungstrunk handeln (Bernardowitz, Peronya: Die Geschichte eines Krieges, 2014). - Bei einem Erholungstrunk feuerte ich meine Leute nochmals an, mich nach Kräften zu unterstützen, um den Schaden wieder wettzumachen (Hagenbeck, Von Tieren und Menschen, 1908).

Erquickungstrunk   „erfrischendes Getränk“

Quelle: Tatsächlich gelingt es ihr, der Ahnungslosen einen Giftbecher als Erquickungstrunk zu überreichen (Wagner, Das grosse Handbuch der Oper, 2006). - Da trank der so infam auf die Straße gewiesene rechtmäßige Herr vor der ihm verschlossenen Tür seines eigenen Hauses den Erquickungstrunk aus Hand und Besitz seines treuen alten Dieners! (Schönfeld, Geraubtes Land, 1927).

Freudentrunk   „Getränk, das man aus Freude trinkt“

Quelle: Mehrere Spieler von Zweitligist Tennis Borussia Berlin samt Manager Jan Schindelmeiser gönnten sich Sonntag abend, nach dem 3: 1 bei Fortuna Köln, noch einen Freudentrunk (Berliner Zeitung, 09.03.1999). - O darum konnte er nicht einsam sein, darum stürmte er von einem Freudenrausch und Liebestaumel zum andern, von einem Freudentrunk zum nächsten, von Leidenschaft zu neuer Leidenschaft (Gerber, Bruder Egberts Weg, 1923).

Gesundheitstrunk   „Zutrinken, mit dem man jemandem Gesundheit wünscht“

Quelle: Bei der Mahlzeit hielt uns dann der Fürst, wie schon berichtet, und brachte auch so seinen Gesundheitstrunk aus (Herberstein, Moscovia, 1926).

Gesundheitstrunk   „der Gesundheit dienendes Getränk“

Quelle: Im Blickpunkt: Milch - Krankmacher oder Gesundheitstrunk? (Berliner Zeitung, 17.04.2003).

Gnadentrunk   „aus Gnade gereichtes Getränk“

Quelle: Das ist ein Gnadentrunk, Hoheit. Von jetzt an werden dir unehrliche Antworten Strafen eintragen und keine Belohnung (Banks, Blue Secrets, 2015). - Für Heller war die Freude Dürers wie ein Gnadentrunk aus fürstlichem Becher (Kosel, Albrecht Dürer, ein deutscher Heiland, 1923).

Grußtrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: "Hier Grußtrunk für dich." Verdutzt greift Jost zu (Rasch, Stern von Gea: Raumlotsen, 2015).

Liebestrunk   „magisches Getränk, das bei einer Person Gegenliebe erwecken soll“

Quelle: Und während die beiden Frauen noch keifen, schlürft er den Liebestrunk in sich hinein, als hinge sein Leben davon ab (Berliner Zeitung, 22.08.2002). - Ebenso fehlt der Liebestrunk. Vielleicht kannten jene Länder, wie mir Kollege Meissner bemerkt, überhaupt keinen Liebestrunk, nur andern Liebeszauber; der Liebestrunk wäre erst von den Mittelmeerländern her übernommen (Zeitschrift für celtische Philologie, 1925).

Lusttrunk   „zum Vergnügen getrunkenes Getränk“

Quelle: Besitzen will ich Dich! Will Dich bewahren! Dich laß ich nicht um einen Lusttrunk fahren! (Franck, Klaus Michel, 1925).

Lusttrunk   „Aphrodisiakum“

Quelle: Vom römischen Feldherrn L. Lucinius Lucullus wissen wir nicht nur, dass er als "Tafelprotz, Feinschmecker und Vielfraß..." in die Geschichte eingegangen ist, sondern auch, dass gerade ein Lust-Trunk zur Potenzauffrischung diesen großen Lebemann zu Fall brachte (Specht, Geschichte(n) der Lust, 2005).

Minnetrunk   „Getränk, das man zur Erinnerung an jemanden trinkt“

Quelle: Der Minnetrunk selbst ist einer älteren Kultsitte entsprungen und war von Anfang an ein Abschiedstrunk (Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, 1973, s.v. Minne). - Choräle schallen, Sektpfropfen knallen, / Lump, stirb, verdirb, du roter Hallunk! / Den Menschenkindern ein Wohlgefallen, / Dem Kanzler Fackeln und Minnetrunk! (Henckell, Buch des Kampfes, 1921).

Opfertrunk   „Getränk, das man als Opfer darbringt“

Quelle: Helen trinkt noch einen Opfertrunk (Palahniuk, Lullaby, 2013). - Hakon der Gute soll sich auch am Opfertrunk beteiligen, und nachdem Jarl Sigurd den Becher dem Odin geweiht hat, reicht er ihn dem König (De Vries, Altgermanische Religionsgeschichte, 1937).

Rauschtrunk   „berauschendes Getränk“

Quelle: Da der Birkensaft zuckerhaltig ist, lässt er sich in vergorener Form als Birkenwein genießen, ein heute noch in Russland beliebter bäuerlicher Rauschtrunk (https://de.wikipedia.org/wiki/Birken, gesehen am 03.03.2013). - Als jedoch der Riese davonrudern wollte, sprachen sie ihm von dem Köstlichsten auf der Welt, von dem Rauschtrunk, dem Dichtermet, der da ewige Liebe, ewige Jugendlust, ewigen Heldenruhm schaffe (Herzog, Germaniens Götter, 1919).

Rettungstrunk   „magisches, errettendes Getränk“

Quelle: kein eigentliches Bier, aber täuschend echt nachgemacht. Gelbe bis grasgrüne Farbe. Auch Schaum. Schmeckt nach aufgelösten Malzbonbons, versetzt mit Rindergalle. Für Leute, die sich den finalen Rettungstrunk attribuieren wollen (Titanic, 1994).

Schlaftrunk   „Getränk, das man für guten Schlaf trinkt“

Quelle: Da hilft nur ein Schlaftrunk, um früh topfit zu sein (Berliner Zeitung, 12.08.2002). - Schlaftrunk, ein in der Absicht, einen tiefen Schlaf zu bewirken, gereichtes Mittel, besonders Opium, Chloralhydrat und andre Schlafmittel (s. Schlaflosigkeit), die in der Form von Schlummerpunsch etc, auch vielfach mißbraucht werden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v.).

Schlummertrunk   „Getränk, das man für guten Schlaf trinkt“

Quelle: Und auch bei der anschließenden Happy Hour im Mannschaftshotel gewährte der ungewohnt generöse Trainer Jürgen Klopp seinen Profis den einen oder anderen Schlummertrunk (Die Zeit, 12.12.2013). - Dort sollten wir, so hatte man uns gesagt, noch Gelegenheit zu einem Schlummertrunk finden (Die Zeit, 15.12.1961).

Valettrunk   „Getränk, das man zum Abschied trinkt“

Quelle: In Gesellschaft war ein Willkomms- und ein Valettrunk, ein Ehren-, Rund-, Kundschafts- und Freundschaftstrunk üblich (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gesundheittrinken).

Vergessenheitstrunk   „magisches, das Vergessen bewirkendes Getränk“

Quelle: Brünnhilde hat sich zur Rache an Siegfried entschlossen, da sie weiterhin vom Vergessenheitstrunk keine Kenntnis hat und an einen Verrat durch Siegfried glaubt (Albrecht, Der Ring des Nibelungen, 2013). - Man veranstaltete ein Mahl und setzte Parthonopeus einen Vergessenheitstrunk vor; und wirklich vergaß sich dieser soweit, daß er mit seiner freundlichen Nachbarin plauderte und nahe daran war, sich in sie zu verlieben (Tegethoff, Französische Volksmärchen, 1923).

Versöhnungstrunk   „Getränk, das man zur Versöhnung trinkt“

Quelle: Als das bereits an einer Tankstelle von der Clique getretene Opfer zum angeblichen "Versöhnungstrunk" in einen Park gelockt wurde, nahm Carsten U. den 38-jährigen Mann in einen Würgegriff (Der Tagesspiegel, 21.04.2000). - Dieser geweihte Wein wird auch zum Abschiedstrunk vor Reisen, zum Versöhnungstrunk und als Hochzeitstrank für die Brautleute aufbewahrt, weshalb er auch Johannissegen oder Johannisliebe (Johannisminne) heißt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Johannisweihe).

Weihetrunk   „kultisches, geweihtes Getränk“

Quelle: Er ist ein Drink, dessen Geheimnisse man vom Großvater zugeflüstert bekommt. Der Weihetrunk des Erwachsenwerdens (Broom, How to Drink Whisky: Vom Mixen und Trinken, 2015). - Der Becher, der den Weihetrunk umschloß, hieß altnord. Minni, daraus der heutige Begriff Minne, Liebe, das ewig süße "Deingedenken" beibehalten worden ist (Lüben/Nacke, Einführung in die deutsche Literatur, 1913).

Willkommtrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: An Stelle des Weins schenkte Tim diesmal frische Ziegenmilch als Willkommtrunk ein (Trachsel, Andas Tempel, 2009). - Keines Menschen Träne durfte den Willkommtrunk verbittern, mit dem ich sie begrüßen wollte (Braun, Memoiren einer Sozialistin: Kampfjahre, 1911).

Willkommentrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Auf jeder Seite ein poppiges "Reisebonbon", das kostenlosen Willkommentrunk, Gratis-Tischwein oder ein im Preis inbegriffenes Galadiner verspricht (Die Zeit, 18.01.1980). - Er meinte damit Karmelitergeist, das heißt einen Willkommentrunk! (Winckler, Der tolle Bomberg, 1922).

Willkommenstrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Ein Grauhaariger mit weißem Vollbart starrt mich mit glasigen Augen an und hält mir eine Flasche als Willkommenstrunk hin (Die Zeit, 05.03.2009). - Der Vorsteher Friedmann ließ jetzt den Gästen den Willkommenstrunk und einen Imbiß reichen (Herzl, AltNeuLand, 1902).

Zaubertrunk   „magisches Getränk“

Quelle: Ein mittelalterlicher Graf und sein Knappe wollen zur Hochzeit der schönen Lady Rosalind, doch die wurde mit dem etwas zu kräftig geratenen Zaubertrunk einer Hexe vorzeitig ins Jenseits verabschiedet (Berliner Zeitung, 28.07.2001). - Es versetzte mich in einen Zustand, als hätte ich einen Zaubertrunk geschlürft (Voß, Zwei Menschen, 1911).

Bescheidtrunk   „Trank, mit dem man auf ein Zuprosten anwortet“

Quelle: Die Ablehnung dieses Bescheidtrunks gilt als Beleidigung (Fink, Verzaubertes Land: Volkskult und Ahnenbrauch in Südtirol, 1983). - Pleiger (d'autant) hat sich semantisch erweitert, indem es nicht nur den Bescheidtrunk, sondern jeden Bescheid, jede Erwiderung bedeuten konnte (Germanisch-Romanische Monatsschrift 7, 1919).

Erbtrunk   „Umtrunk bei einem Erbfall“

Quelle: Nach altdeutschem Rechtsverhältnis durfte der Überlebende sich erst dann in den Besitz der Erbschaft setzen, wenn der "Erbtrunk" zum Gedächtnis des Toten abgehalten war (Steiner-Welz, Die deutsche Stadt 3: Rathäuser, Bürgerhäuser, Schlösser, 2006). - Daß der Gedächtnistrunk dabei die Hauptrolle spielt, bezeugte uns der Ausdruck "Erbbier" bei den Sagaleuten, der sich in der volkstümlichen Schicht als "Erbtrunk" (Mähren) bis auf den heutigen Tag erhalten hat (Deutsche Volkskunde 5, 1943).

Examentrunk   „Umtrunk nach einem Examen“

Quelle: Nie gab es in Lachweiler einen gemütlichern Examentrunk als nach dieser Prüfung (Federer, Lachweiler Geschichten, 1911).

Feiertrunk   „bei Feiern gereichtes Getränk“

Quelle: "Ist noch Zeit für einen Feiertrunk?" Adrecht öffnete seinen Mantel so weit, dass der Hals einer flachen braunen Flasche sichtbar wurde (Wexler, Die tausend Namen, 2014). - Peter Brindeisener, der zum langen Feiertrunk der glänzend bestandenen Maturitätsprüfung schon früh in die Hemsterhuser Schenke gekommen war und von hier aus den Rottengang der Aufsässigen mit angesehen hatte, ließ Durst und Freude auf sich warten (Stehr, Der Heiligenhof, 1918).

Festtrunk   „bei Festen gereichtes Getränk“

Quelle: die Biersorte "Operator", die für die Bayrische Staatsoper gebraut wird und Festtrunk zur Eröffnung des Nationaltheaters 1963 war (https://de.wikipedia.org/wiki/Operator, gesehen am 03.03.2013). - Und die Marinke wurde geschickt, ihm den Festtrunk zu zapfen (Sudermann, Litauische Geschichten, 1917).

Friedenstrunk   „bei einem Friedensschluss gereichtes Getränk“

Quelle: Lass uns einen Friedenstrunk miteinander nehmen (Fritz, Henkersmarie, 2015). - Nur die größten und schönsten Pokale aus dem Thierstein'schen Silberschatz hatte sie für den besten der Weine und für den herzenseinigenden, treugelobenden Friedenstrunk aufsetzen lassen (Wolff, Die Hohkönigsburg, 1926).

Freundschaftstrunk   „freundschaftlicher Umtrunk“

Quelle: Jeder der Anwesenden wusste jedoch, dass ein klarer Kopf für das bevorstehende Gespräch vonnöten sei und so beließ man es bei dem kleinen Freundschaftstrunk (Erny, Vergeltung, 2015). - In gefüllten Bechern brachte man sich die durch die Sitte vorgeschriebenen Höflichkeiten dar: Willkommen, Valettrunk, Ehrentrunk, Rund-, Kundschafts- und Freundschaftstrunk (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Trinkgelage).

Gelöbnistrunk   „Umtrunk bei einem Vertragsschluss“

Quelle: Unter den etymologisch schwierigen deutschen Begriffen Leikauf oder Weinkauf versteht man einen Gelöbnistrunk bei Vertragsabschlüssen resp. einen Trunk zur Besiegelung eines Geschäfts (Kunstmann, Die Slaven, 1996). - hierher gehört der Gelöbnistrunk bei Abschluss eines Handels (Arens, Das Tiroler Volk in seinen Weistümern, 1904).

Hochzeitstrunk   „Umtrunk bei einer Hochzeit“

Quelle: Keine Girlanden, kein Hochzeitstrunk, keine Hochzeitsnacht (Burton, Die Magie der kleinen Dinge, 2015). - Daß die Hochzeit höchst primitiv und armselig, ohne jede Vorbereitung und ohne Hochzeitstrunk, gehalten worden war, hatte Cranach wohl nicht verschwiegen (Busenbacher, Luthers galante Abenteuer, 1903).

Kauftrunk   „Umtrunk nach einem Kaufgeschäft“

Quelle: Nachdem der vollzogene Handel noch mitdem üblichen Kauftrunk begossen war, machte sichder Nüssli in stockdunkler Nacht auf den Eeg talauswärts (Decker, Bürserberg: Eine Berggemeinde im Brandnertal, 2012). - Und sie bekräftigten es durch Handschlag und tranken darauf den Kauftrunk, wie sich's gehört (Löwis of Menar, Russische Volksmärchen, 1927).

Leichtrunk   „Umtrunk nach einer Beerdigung“

Quelle: Paul fiel ein, dass ihm beim Leichtrunk des Großvaters ihr Busen auch schon aufgefallen war (Bittel, Das Fossil, 2015). - Nach der Beerdigung war der Leichtrunk. Die Verwandten und Freunde versammelten sich im Gasthaus und bekamen Bier und oft sogar eine Mahlzeit vorgesetzt (Die Oberpfalz 44, 1956).

Leichentrunk   „Umtrunk nach einer Beerdigung“

Quelle: Weitere Bezeichnungen sind Beerdigungskaffee, Flannerts, Leidessen, Traueressen oder Leidmahl, Leichenmahl, Raue, Trauerbrot oder Tröster; im süddeutschen Sprachgebrauch auch Leichentrunk (https://de.wikipedia.org/wiki/Leichenschmaus, gesehen am 03.03.2013). - "Um d' Kathi is schad; dös behaupt' i, weil 's wahr is, und koa besserne Hauserin is weit umadum net g'wes'n", sagte der Zwerger von Arnbach, und Männer und Weiber, die beim Leichentrunk saßen, nickten beistimmend (Thoma, Der Wittiber, 1911).

Reihentrunk   „Umtrunk mit einem reihum gereichten Gefäß“

Quelle: Da hier nun einmal nichts geschehen konnte, ohne daß es mit einem Trunk besiegelt wurde, schleppte man die gefüllten Kannen herbei und hielt den Reihentrunk, wobei der Bootsmann als neuester obenan war (Smidt, Hamburg und die Antillen, 1944).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Vorderglied
Satteltrunk   „Getränk, das ein Reiter trinkt, wenn er sich in den Sattel setzt“

Quelle: Bevor es losgeht, nimmt man einen Satteltrunk, Whisky, Schlehdorngin oder Sherry (Die Zeit, 19.01.1990). - Einen Satteltrunk, darf ich bitten (Hofmannsthal, Der Turm, 1923-24).

Steigbügeltrunk   „Getränk, das ein Reiter beim Aufsitzen trinkt“

Quelle: Gemäß alter Sitte gab es den Steigbügeltrunk. Nach dem Aufsitzen folgte der Satteltrunk und unter allgemeinem Gelächter wurde Hufschmied Wunnibald mit dem neulich aus der Taufe gehobenen Pferdearschtrunk bedacht (Ziegler, Die Ruhr-Trilogie, 2014). - Am andern Morgen fuhren sie mit den russischen Füchsen, die Hennings Neid erregten, wie er lachend sagte, nach dem Berliner Bahnhof, tranken dort den Steigbügeltrunk und verabschiedeten sich (Liliencron, Leben und Lüge, 1900).

substantivisches Determinativkompositum mit metaphorischer Substantivbezeichnung als Vorderglied
Feuertrunk   „scharf schmeckendes, befeuerndes Getränk“

Quelle: Ihre Kraft kehrte zurück, durchströmte sie wie ein Feuertrunk (Rendell, Der Liebesbetrug, 2002). - Es kam ihnen vor, als ob die Gasflammen trüber brannten und der Kognak kein Feuertrunk wäre wie sonst (Schnitzler, Erbschaft, 1932).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
Brechtrunk   „flüssiges Brechmittel“

Quelle: Doch deren Hexenmutter zwingt sie, ihm mit einem Brechtrunk das Vogelherz zu nehmen und ihn mit dem Zaubermantel auf den Granatenberg zu den Edelsteinen zu locken (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Krautesel, gesehen am 03.03.2013). - Der bereitete ihm einen Brech-Trunk, so dass er drei Schlucke aus seinem Munde spie (Zeitschrift für celtische Philologie, 1917).

Heiltrunk   „heilendes Getränk, flüssige Arznei“

Quelle: Er fragte uns jedes Mal, ob wir von Giuseppes Heiltrunk trinken wollen (Berliner Zeitung, 30.08.2003). - Während die Hausleute ihrer Wintertrödelei nachgingen und dem Fremden mit einiger Scheu auswichen, hatte er Muße, den fast wortkargen, ruhevoll bemühten Heilmeister zu betrachten, der erst Laune und Beredsamkeit zu gewinnen schien, als er dem Kinde einlernte, wie der Heiltrunk genommen werden müsse (Kolbenheyer, Das dritte Reich des Paracelsus, 1925).

Kühltrunk   „kühlendes Getränk“

Quelle: Als Sorbet (franz.) wurde ursprünglich ein von den Arabern bei Gelagen servierter süßer Kühltrunk aus Rosinenwasser bezeichnet (Schwedt, Experimente rund ums Kochen, Braten, Backen, 2015). - Sie wird noch bei den Leutpriesters verziehen, denen sie deinen Kühltrunk für den kranken Wildhans zu überbringen hatte (Wenz, Meister-Novellen neuerer Erzähler, 1908).

Labtrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: Vielleicht gestattet sich aber nun Schloß Gottorf in den nächsten paar Jahren eine Geste der Courtoisie: erlaubt allen Würzburger Kunstliebhabern (Personalausweis genügt) freien Eintritt in den Kreuzstall und spendiert einen Labtrunk? (Die Zeit, 28.07.1995). - So sprach der Tronjer und griff nach dem Trinkhorn; / Doch halbwegs zur Lippe hemmte den Labtrunk / Die hebende Hand: er mußte horchen (Jordan, Sigfridsage, 1904).

Labetrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: Der Legende nach ließ er sich hier vom heimischen Brauherrn einen Labetrunk bringen (https://de.wikipedia.org/wiki/Ur-Krostitzer, gesehen am 03.03.2013). - Wie ein Schmachtender nach Labetrunk verlangt, so brannte mein Herz und konnte kaum sein Heil erwarten (Wille, Die Abendburg, 1909).

Scheidetrunk   „zum Abschied gereichtes Getränk“

Quelle: Spät am Abend treffen Harry und ich uns häufig noch allein an der Strandbar auf einen Scheidetrunk, um einige zukunftsweisende Dinge zu besprechen (Reineke, Herr Schramm, wach werden!!, 2013). - Jedoch scheint zu Goethes Zeit der romantische Brauch noch nicht bestanden zu haben, den Scheidetrunk abends an diesem Brunnen zu nehmen und einen Soldo ins Becken zu werfen (Noack, Das deutsche Rom, 1912).

Sterbetrunk   „einem Sterbenden gereichtes Getränk“

Quelle: Er soll der Sterbetrunk Napoleons gewesen sein, der jährlich beträchtliche Mengen nach St. Helena importieren ließ (https://de.wikipedia.org/wiki/Constantia_(Wein), gesehen am 03.03.2013). - Dies ist der einzige Fall einer Weinsegnung speziell für den Sterbetrunk (Berger, Religiöses Brauchtum im Umkreis der Sterbeliturgie in Deutschland, 1966).

substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Vorderglied
Freitrunk   „gratis ausgeschenktes Getränk“

Quelle: Erst als Liga-Obman Bock den Fans einen "Freitrunk" versprach, beruhigte sich die Menge (Berliner Zeitung, 27.03.1995). - beim parzellenweisen Verkauf kommen Mißbräuche vor (Verkauf in Wirtshäusern unter Gewährung von Freitrunk, künstliche Steigerung der Kauflust, Verkauf gegen lange Zahlungsfristen und Bewucherung des Käufers, der nicht in der Lage ist, diese einzuhalten) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Güterschlächterei).

Frühtrunk   „am Morgen getrunkenes Getränk“

Quelle: Fünf Beamte zechten am frühen Morgen auf Behördenkosten im Polizeipräsidium. Einer, dem der Frühtrunk nicht bekam, schied vorzeitig aus (Die Zeit, 29.03.1974). - Der Meister sitzt oben beim Frühtrunk und die Gesellen schlafen noch (Wedekind, König Nicolo oder So ist das Leben, 1902).

Gesundtrunk   „gesundheitsförderndes Getränk“

Quelle: Jung Suk Oh, Handelsvertreter des asiatischen Gesundtrunks lächelt milde (Berliner Zeitung, 29.01.1999).

Rundtrunk   „Umtrunk mit einem reihum gereichten Gefäß“

Quelle: Die Trinklust beim "Rundtrunk", wenn die Männer den Becher kreisen lassen, bleibt ein Thema bis zu Ludwig Uhland (Raeithel, Die Deutschen und ihr Humor: von Till Eulenspiegel bis Harald Schmidt, 2005). - Während nun die Gäste meine Rückkehr durch einen kräftigen Rundtrunk feierten, trat ich in die Schenke zu meinem Vater, ihn zu begrüßen (Christ, Erinnerungen einer Überflüssigen, 1912).

substantivisches Determinativkompositum mit adverbialem Vorderglied
Extratrunk   „zusätzlich getrunkenes Getränk“

Quelle: Er hätte sich fast davongemacht, und ich musste ihn mit einem Extratrunk von meinem besten Met davon überzeugen, dass ein längeres Verweilen nicht zu seinem Schaden sein würde (Rack, Aufbruch der Kerfe, 2011). - das war heut ein aufregender, bedeutungsreicher Tag für mich, an dessen gutem Ende ein Extratrunk wohl angebracht ist (Wolff, Zweifel der Liebe, 1904).

substantivisches Determinativkompositum mit präpositionalem Vorderglied
Gegentrunk   „als Antwort auf ein Zutrinken getrunkenes Getränk“

Quelle: Als ihm bei einem Festessen ein junger Dichter den Inhalt der Fingerschale als Huldigungstrunk darbringt, ergreift er seine Schale und bedankt sich bei seinem Bewunderer mit einem Gegentrunk (Brednich, Die Maus im Jumbo-Jet, 1991).

Nachtrunk   „nachträglich gereichtes Getränk“

Quelle: Der Helfer stellt einem das Gefährt in die Garage und eilt dann - Einladungen zum Nachtrunk werden abgelehnt - mit einem von der Zentrale bestellten Taxi zum Volksfest zurück oder nach Hause (Die Zeit, 07.10.1966).

Untertrunk   „als Zwischenmahlzeit eingenommenes Getränk“

Quelle: Kaspar lädt uns zu einem kleinen Untertrunk, da sagen wir nicht nein, nicht wahr? (Marcus, Die Bogenschützin, 2012). - Vom Untertrunk, als "Erfrischung zwischen die Hauptmahlzeiten", noch ein Beispiel (Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 1908).

Vortrunk   „Aperitif, vor dem Essen gereichtes Getränk“

Quelle: Vortrunk und Espresso sind bis zum 19. Juni frei (Berliner Zeitung, 24.05.1995). - Als die Gäste begrüßt, der Vortrunk genommen, die Präliminarien des Essens beendet waren, öffnete Maria die Tür zum Eßzimmer (F.G. Jünger, Heinrich March, 1979).

Umtrunk   „gemeinsames Trinken“

Quelle: Nach jedem Wettkampf-Tag trafen sich die Reiter und ihre mitgereisten Angehörigen in einem Pub um die Ecke zu einem kleinen Umtrunk (Die Zeit, 31.07.2012). - Willkomm (franz. vidrecome), großer, zylindrischer Pokal aus Glas oder vergoldetem Silber, meist mit Deckel versehen, der seit der Mitte des 16. Jahrh. bei festlichen Gelegenheiten zum Begrüßungs- oder Umtrunk benutzt wurde und häufig mit entsprechenden Sinnsprüchen verziert war (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Willkomm [1]).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Kalenderheiligen als Vorderglied
Johannistrunk   „Umtrunk am Johannistag“

Quelle: Der Johannissegen oder der Johannistrunk erinnert an das alte Johannisessen, ein Liebes- und Versöhnungsmahl, das an das Abendmahl erinnern sollte (Kremp, Herz-Jesu-Blut im Johanniskraut, 2013). - Manche andere Gebräuche, auch solche, die ursprünglich dem Evangelisten galten, bezog man, vielleicht wegen der Sonnenwende, auf ihn, so die nachbarliche Versöhnungsfeier, den Johannistrunk und die Johannisminne (Innitzer, Johannes der Täufer, 1908).

Martinstrunk   „Umtrunk am Martinstag“

Quelle: Meines Wissens hat er niemals einen Martins-Trunk verpasst; dafür hätte er wohl Premieren verschoben (Poschenrieder, Mauersegler, 2015). - Überreste davon sind noch die Martinsgans, die wahrscheinlich einst zu den Opfertieren gehörte, und der Martinstrunk, bei dem der neue Wein geprüft wird (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Martin von Tours).

Michaelistrunk   „Umtrunk am Michaelistag“

Quelle: Mit der Zeit verschwand zunächst der Brauch, den Heiligen zuzutrinken; am längsten erhielt er sich in den Niederlanden in der St. Gärteminne (Gertrudsminne), in Skandinavien in der Kanuts- und Eriksminne, anderwärts hatte man die Ulriksminne, den Martins-, Stephans- und Michaelistrunk (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gesundheittrinken).

Stephanstrunk   „Umtrunk am Stephanstag“

Quelle: Den Stephanstag, unser Patrozinium, feiern wir gewohnt festlich in der Pfarrkirche am 26. Dezember, anschl. Stephanstrunk (Chile-Poscht: Informationen aus der Pfarrei St. Stephan Männedorf-Uetikon am See, November 2014). - Denn der sogenannte Johannissegen ist gar nichts anderes als der alte, noch lebende Minnetrunk zu Ehren des Evangelisten; der Stephanstrunk, der Martinstrunk, der Ulrichstrunk, überhaupt alle sind untergegangen (Deutsche Gaue, 1928).

substantivisches Determinativkompositum mit Flüssigkeitsbezeichnung als Vorderglied
Biertrunk   „das Biertrinken“

Quelle: Bei verstohlenem Biertrunk im "Waldhörnle" war Uli mit der Kellnerin Alma Freund geworden (Wille, Glasberg, 1920).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Ausgangsprodukts als Vorderglied
Harntrunk   „medizinisches Uringetränk“

Quelle: Wann einer die Pest schon hat, soll er, außer dem Harntrunk, seine Füße und Waden in warm frisch gemolkene Milch stellen, alsdann wird die Milch zusammen laufen und das Gift an sich ziehen (Glorez, Eröffnetes Wunderbuch, 1700).

Somatrunk   „Soma, kultisches Getränk der indischen Religion“

Quelle: So kann schon von Anfang an der Segen, den die Götter in der Kultur gespendet haben, so sehr in den Vordergrund treten, daß dadurch die finsteren Seiten der Religion ganz zurückgedrängt werden, so z.B. in der arischen Bauernreligion mit ihrer Betonung des berauschenden Somatrunks und der Rinderzucht, die ebenso bei anderen Völkern, z.B. den Aegyptern, eine ähnliche kulturfördernde Rolle auch in der Religion gespielt hat (Meyer, Geschichte des Altertums, 1884-1902).

Biertrunk   „das Biertrinken“

Quelle: Wenn dasselbe gehalten worden ist, versammelt sich die Gemeinde unter der Linde zum "Biertrunk", woran nicht blos die Männer, sondern auch die Weiber und Kinder und eingeladene auswärtige Freunde Theil nehmen (Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855). - Die dritte Ursache findet in unseren Schwaben um so weniger statt, als bekandt ist, daß in demselben bei dem fast allgemein gewöhnlichen Biertrunk wenig Brod verzehrt wird (Hünlin, Neue und vollständige Staats- und Erdbeschreibung des Schwäbischen Kreises, 1780). - ich erkenne mich diesem Alten viel schuldig seyn / wil ihn auch seiner Träue lohnen / da mich die Götter in Sicherheit bringen werden / und habe ich mich durch den Biertrunk schon zimlich gelabet (Buchholtz, Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte, 1659-60).

Weintrunk   „das Weintrinken“

Quelle: doch ist dieser Brauch kaum aus einer symbolischen Bedeutung des Weines oder dgl. herzuleiten, da kein Gesetz den Weintrunk zur Eingehung irgend eines Rechtsgeschäftes fordert (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Rechtssymbole). - Jn diesem Fall half ein Weintrunk (Haller, Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers, 1774). - Dann der dem Weintrunk nichts verspricht, / Zum Waßerlohn sich auch verpflicht (Christelius, Zodiacus Laetofatalis, 1690).

substantivisches Determinativkompositum mit Zutatbezeichnung als Vorderglied
Essigtrunk   „Getränk mit Essig“

Quelle: Wir danken dir für deinen heiligen Durst am Kreuz, und den herben Essigtrunk, damit du uns vom ewigen Durst, und von der Höllen Bitterkeit erlöset hast (Evangelisch-Lutherischer Gebets-Schatz, 1881). - Mache mir deinen Essigtrunk zu einem Vorschmack des ewigen Lebens (Lutz, Gott gewidmeter Beth- und Danck-Altar der Kranken und Sterbenden, 1757). - Der Essig war der Soldaten Trunk / welchen sie mit Wasser mischeten / zu Latein Posca, wie uns Lipsius gelehret lib. 5. de milit. Roman. Gaben also die Kriegsknechte dem Herrn ihren Essigtrunk vielleicht ungemischet ohne Wasser (Klaj, Der leidende Christus, 1645).

Gifttrunk   „vergiftetes Getränk“

Quelle: Ich, ob du's nicht thust, seh' ihn stündlich sterben: / Sein Angesicht vom Gifttrunk sich entfärben - / Die Wunde bluten - ihn im Strom ertrinken - / Des Zimmers Boden unter ihm versinken (Müllner, König Yngurd, 1817). - Er hätte schon öfters einen zweyten oder dritten Gifttrunk bereiten müssen, für Leute, die sich das Reden nicht hätten verwehren lassen (Mendelssohn, Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele, 1767). - Ob vielleicht eine Frantzösische Brühe / oder deutlicher zu sagen / heimlicher Gifft-Trunck ihr Ende befördert / kan man nicht gewiß indigitiren (Europäischer Glückstopf, 1687).

explikatives substantivisches Determinativkompositum mit Flüssigkeitsbezeichnung als Vorderglied
Wassertrunk   „Wasser als Getränk“

Quelle: Ein Becher Weins macht fröhlich und beredt, / Ein Wassertrunk bringt allzuviel auf gnug (Grillparzer, Weh dem, der lügt!, 1840). - Ein' arme fromme Witwe, die zu Gott / Für den Gesalbten eben betete, / Saß neben ihr auf einem harten Sitz, / Nahm einem Wassertrunk aus ihrer Hand (Gleim, An die Kriegesmuse nach der Niederlage der Russen bei Zorndorf, 1758). - Als die späte Nacht einfiel / und Herkules zehn Meile fort gerennet wahr /hatte er keine Stad noch Flecken in der nähe / sondern muste zur rechten Seiten ab aus dem Wege reiten / da er ein geringes Dörflein ligen sahe / in welches sie einkehreten / und von ihren mitgeführeten Speisen mit aller Lust assen / auch mit einem WasserTrunk gerne vorlieb nahmen (Buchholtz, Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte, 1659-60).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied
Botentrunk   „einem Boten gereichtes Getränk“

Quelle: Frau Schatz ließ jetzt den von Trautenbuhlen und die drei Leute von ihres Gemahls Regiment in's Haus rufen, sie selbst reichte ihnen mit nassen Augen den Botentrunk und das Botenbrod (Deutsches Magazin: ein illustrirtes Familienbuch, 1862).

Brudertrunk   „Getränk, das man zusammen mit einer brüderlich nahestehenden Person trinkt“

Quelle: Hui, da haben wir schon unsere Künste und wissen, was wir dem jungen Hirnwütigen in den Brudertrunk zu schütten haben, um ihn nach unserem Sinn wieder zur Räson zu bringen (Raabe, Hastenbeck, 1899). - Und diese Meynung bestärckten die Holländer dergestalt, daß ieder Capitain sein Volck in Ordnung stellete, sie zur Tapfferkeit ermahnete, und nachdem man den Nahmen des Herrn angerufen, auch einander einen getreuen Bruder-Trunck bescheid gethan, einmüthig auf die Spanier ansetzten (Ziegler und Kliphausen, Täglicher Schau-Platz der Zeit, 1728). - unter dem Titel eines Lust- oder Ehren-Truncks / sauffen sich manche ins Grab / und in die Hölle / und wiederfährt manchem Menschen kein grösseres Feind-Stück / denn ein solcher Bruder-Trunck (Francisci, Die lustige Schau-Bühne von allerhand Curiositäten, 1679).

Geistertrunk   „magisches Getränk“

Quelle: Heil! es bringen deine Rächer / Einen Geistertrunk dir dar (Brentano, Rheinübergang, 1814).

Heldentrunk   „Getränk der Helden“

Quelle: Herrlich, voll in Freuden lebet / Der Senonen Kriegsgeschlecht! / Heldentrunk, der's Herz erhebet, / Stärkt den Arm zum Vorgefecht (Rebenstock, Walhalla der Menschheit, 1847). - Als Commodus ein großes Maaß Wein auf dem Schauplatze, ohne Athem zu schöpfen, oder seine Farbe zu verändern, glücklich ausgeleeret hatte, jauchzte das umstehende Volk über diesen Heldentrunk (Oberrheinische Mannigfaltigkeiten: Eine gemeinnützige Wochenschrift 3, 1783). - Die Griechen pflegten auch kleine Gläßlein zu gebrauchen / nachgehends fiengen grosse Leute auch an grosse Becher zugebrauchen / und nennten solchen Trunk einen Helden-Trunk (Nützliche Zeitverkürzung vor Reisende und andere Leute, 1669).

Henkertrunk   „letztes Getränk vor der Hinrichtung“

Quelle: Mein Bruder stürzte auf mich zu, riß mich mit Gewalt an den Tisch und preßte sein Glas an meine Lippen. - "Mein Henkertrunk!" schrie er, "du der Henker, Dithel, trinke, trinke!" (François, Judith, die Kluswirtin, 1868).

Hurentrunk   „Getränk einer Hure“

Quelle: Er sieht in Diademen / Den neuen Sklavenprunk, / Wie sie sich übernehmen / In Babels Hurentrunk (Arndt, Das Lied vom Siegerich, 1817).

Polentrunk   „aus Polen stammendes Getränk“

Quelle: Der Rheinwein erwartet, daß Sie nach manchem schweren Polentrunk auch ihm eine Ehre erweisen (Freytag, Soll und Haben, 1855).

Schwedentrunk   „zwangsweise eingeflösste Flüssigkeit als Foltermethode im Dreißigjährigen Krieg“

Quelle: Schwedentrunk, das im Dreißigjährigen Kriege häufig angewendete Mittel von Leuten Geld od. verborgene Schätze zu erpressen, indem man ihnen mit Gewalt Wasser od. gar Mistjauche in den Mund goß u. sie dann durch Treten auf den Leib gewaltsam zum Erbrechen brachte. Zuerst von den Schweden angewendet, wurde es auch von Soldaten anderer Nationen gebraucht (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v.). - Schwedentrunk, was man in dreißigjährigen Kriege also genennt? (Reinhard, Sammlung seltener Schriften, welche die Historie Frankenlandes, und der angränzenden Gegenden erläutern, 1764).

Totentrunk   „letzter Trunk eines Sterbenden“

Quelle: Gab man ihm hir den bittern Todtentrunk? (Kuhlmann, Der Kühlpsalter, 1684).

Brauttrunk   „Umtrunk bei einer Hochzeit“

Quelle: Er gehörte, wie sich aus dem Gespräch ergab, zur Verwandtschaft und hatte als Unterhändler dieses Verlöbnis zustande bringen helfen, daher er billig beim Brauttrunke sich mitfreuen durfte (Kurz, Der Sonnenwirt, 1855). - Greift zu mein Gespons! Versöhnung und Brauttrunk! (Crenzin, Der graue Mann, 1799). - Brauttrunck. In Englandt sol es breuchlich sein / das die Braut / wenn der Segen vber sie gelesen wird / ansetzet vnnd trincket den Bräutigam zu / vnd nach denselbigen die Gäste (Titius, Loci Theologiae Historici, oder Theologisches Exempel Buch, 1633).

Totentrunk   „Umtrunk nach einer Beerdigung“

Quelle: diese aber ergriff der Fall Hialmars so, dass ihr das Herz vor Harm sprang; sie ward mit dem toten Geliebten in ein Grab gelegt und beiden ein grosser Totentrunk gehalten (Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen, 1882). - Nach dem verrichteten Todten-Trunk hub er sie von der Erde auf, küßte sie, und sagte, er habe ihr nunmehr alles verziehen (Angenehmer Zeitverteib bey langen Winterabenden in lehrreichen und zeitverkürzenden Geschichten, 1771).

Weibertrunk   „Umtrunk von Frauen“

Quelle: Der Weibertrunk zu Weilheim (Bechstein, Deutsches Sagenbuch, 1853).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Vorderglied
Fischtrunk   „Wasser“

Quelle: Wer zum Tischtrunck Fischtrunck nimmt, / Selten dem die Fuß-Gicht kümmt (Logau, Sinngedicht, 1654).

Gänsetrunk   „Wasser“

Quelle: "Mord und Tod", fluchte er, "wer hat den Gänsetrunk eingegossen?" "Ich", antwortete Anna ruhig, an dem Knaben beschäftigt. Er schüttete das Wasser auf den Boden (Freytag, Die Ahnen, 1872-80).

Katzentrunk   „bitteres Getränk“

Quelle: Und obwohl bißweilen der Satan und böse Leute den Frommen gerne wollten einen bittern Katzentrunck beybringen, so können sie doch nicht, es sei denn, daß sie zuvor von Gott Erlaubnüß bekommen (Heermann, Labores sacri: Geistreiche Kirchen-Arbeit, In Erklärung aller gewöhnlichen Sonn- und Festtags-Evangelien, 1725). - der saget es zuvor seinen Jüngern / als seinen unter so vielen Verfolgungen lagerhafften Patienten / daß ihnen mancherley Symptomata oder Zufälle werden aufstossen und daß der Katzen-Trunk / welchen ihnen die Welt überreichen würde / dem Munde nicht zum besten gefallen / sondern die Lippen zusammenziehen und das Hertz ein wenig ängsten dörffte (Camann, Pax Optima Rerum Das ist, Die Allerseeligste Seelen-Befriedigung, 1678).

substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Vorderglied
Abendtrunk   „Getränk, das man am Abend trinkt“

Quelle: Selig schwanket Bauer Bunke / Heim von seinem Abendtrunke (Busch, Eine milde Geschichte, 1877). - eine Flasche mit einem Reste vom gestrigen Abendtrunke rollte nach langem Taumeln über den Tisch hin und ließ eine große See von Bier zurück (Wezel, Hermann und Ulrike, 1780). - Wie manchen grossen Monsieur hab ich allda funden, der vor diesem mit hunderten den Spiel-Leuten, Kupplerinnen, und Zuckerbeckern darbezahlet, damit er seinem Liebsten Engelein, scilicet, ein Ständerlein, einen Dantz, einen Abendtrunck geben, bestellen und aufftragen mögen (Moscherosch, Gesichte Philanders von Sittewald, 1640).

Dämmerungstrunk   „Getränk, das man in der Abenddämmerung trinkt“

Quelle: Wir hatten hier die letzten Tage eine unglaublich drückende Hitze. Wenn Du dabei im Freien zu thun gehabt, so wird Dir der Dämmerungstrunk bei Reimann wohl gemundet haben (Busch, Brief an Bachmann, 1875).

Frühstückstrunk   „Getränk, das man zum Frühstück trinkt“

Quelle: In unserem Falle war es eine uns zuliebe mit Courtoisie durchgeführte "gefällige Fiktion", daß wir vorhätten, Einkäufe zu machen, während doch jeder wußte, daß dies nicht der Fall sei und daß wir nur gekommen seien, um eine Londoner Merkwürdigkeit zu sehen und zugleich einen Frühstückstrunk zu tun (Fontane, Von Zwanzig bis Dreißig, 1894-96).

Morgentrunk   „Getränk, das man am Morgen trinkt“

Quelle: Ich soll Euch hier diese Flasche echten Madeira überbringen, die Euch ein Gentleman nebst seinem besten Gruße zum Morgentrunk anbieten läßt (Mosenthal, Die lustigen Weiber von Windsor, 1849). - Ich bemerkte schon seit einiger Zeit an meinem Morgentrunk einen seltsamen Geschmack, über den ich mir aber vielleicht keine Gedanken gemacht haben würde, wären meine Empfindungen nach dem Genuß desselben nicht allemal so sonderbar gewesen (Naubert, Alf von Dülmen, 1791). - hiervon will ich meinem Vater einen Morgentrunk beybringen (Harsdörffer, Frauenzimmer-Gesprächspiele, 1645).

Nachttrunk   „Getränk, das man vor dem Schlafengehen trinkt“

Quelle: nach einer Weile kam sie wieder, um nachzufragen, ob er gut gebettet sei, zugleich brachte sie ihm den Nachttrunk (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Gast, Gastfreundschaft). - Auch den gewöhnlichen Nachttrunk ihres Herrn, der ins Schlafgemach gestellt wurde, verbarg sie sorgfältig in ihrer Bettlade (Musäus, Volksmärchen der Deutschen, 1782-86).

Sonntagstrunk   „Getränk, das man am Sonntag trinkt“

Quelle: Wieder waren Jahre um Jahre vergangen, die Obstbaumsetzlinge, zarte Stangen, wie sie der alte Nachbarsbauer gebracht und an Niklas mitgeteilt hatte, standen nun schon als wirtliche Baume da und brachten reiche Frucht und manchen Sonntagstrunk an Obstwein (Stifter, Das Haidedorf, 1840).

Vespertrunk   „Getränk, das man zur Vesperzeit trinkt“

Quelle: erst in dem Saale des Gasthauses, in welchem für die lebenslustige Schar und ihren seltnen Gast ein Vespertrunk bereit stand, enthüllte sich die Wahrheit (Spindler, Der Jude, 1827). - wir logierten im Schloß, hatten zu essen und zu trinken im Überfluß und ins Zimmer noch einen extra Vespertrunk (Prosch, Leben und Ereignisse des Peter Prosch, 1789). - Wegen der Außgaben ist ein gewisses deputat gemacht / wieviel Wein / Bier vnd Brod auff jede Person bey Hoff / zum Fruhetrunck / Mittag / Vespertrunck / Abendmahlzeit vnd abschencke oder Schlafftrunck / nach Gelegenheit der Jahrzeit vnd jedes stands vnd würde gegeben werden soll (Seckendorff, Teutscher Fürsten Stat, 1656).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Vorderglied
Haustrunk   „Getränk, das man zuhause trinkt“

Quelle: Des Fasses Anbruch sei ein Fest, ein Fest sein Ende; / Haustrunk ist Mittleres, das Aeußre Götterspende (Rückert, Die Weisheit des Brahmanen, 1839). - An einigen Orten haben die Unterthanen die Gerechtigkeit hergebracht, das zu ihrem eigenen Haustrunk erforderliche Bier entweder in dem Herrschaftl. Brauhaus oder bey den Wirthen selbst brauen zu dürfen (Rebmann, Von Einrichtung und Führung des Cameral-Rechnungswesens, 1790). - Wir labeten uns an einen wohlschmeckenden und sehr kühlen Hauß-Truncke (Schnabel, Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, 1731-43). - Er zieht den Haußtrunck ab / zwölff Achtel mit darbey / Wer sagt / daß Lächel nicht ein Fintenmacher sey? (Mühlpfort, Teutsche Gedichte, 1686).

Landtrunk   „ländliches, auf dem Land produziertes Getränk“

Quelle: Dieses letztere geschieht auch so von den Franzosen zu ihrem ordinären Haus- und gemeinen Landtrunk mit Untermischung allerley Traubensorten (Lewenau, Das Mittel zu einer nicht minder sicheren als wichtigen Weinverbesserung in der Oestreichischen Monarchie, 1825). - als habe nur zuvor mit wenigen melden wollen, daß da die allweise Vorsorge Gott jedem Land und jeden darinnen lebenden Völkern, das ihrige reiche lich und überflüssig mitgetheilet hat, der Mensch, wann er den Land-Trunck und die Land-Speisen zur Leibes Unterhalt und zur nothdürftiger Nahrung auch in Krankheits-Fällen einig und allein gebrauchte, die Gesundheit mehr darbey als bey dem Überfluß erhalten und dadurch seine Lebens-Jahre verlängern würde (Kurtze doch gründliche Vorstellung und Recommendation des rothen Böhmischen Melnicker-Weins als ein bewehrtes Mittel Wider das Podagra, 1736). - Du schickst mir, Herr, ein Thönchen Bier, / Ich nehm es an für eine Thonne; / Waß macht der schöne Landtrunck mir / In meinem Hertzen nicht für Wonne! (Dach, An Ihr. Herrligk. Hn. Hanß Dietrich von Tettawen, 1653).

Lethetrunk   „magisches, Vergessen bewirkendes Getränk“

Quelle: Da denken sie der Zeit, wo unter Scherzen / Ihr erstes Kind sie auf dem Arme schwangen, / Als Lethetrunk des Lieblings Küsse schlangen, / Im Kuß vergessend dieses Lebens Schmerzen (Der Humorist 5, 1841). - Beim Bache Kidron wird ihm ein Becher kaltes Wasser angeboten, und apostolisch gewünscht, daß er alle Leiden seines Lebens durch diesen Lethetrunk vergessen möge! (Hippel, Kreuz- und Querzüge des Ritters A bis Z, 1793-94).

Tischtrunk   „Getränk, das man bei Tisch trinkt“

Quelle: Tischtrunk, Getränk, es sei Wein od. Bier, welches Jemand bei Tische genießt od. in seinem Hauswesen verbraucht, bes. in so fern er sich dieses Getränk selbst bereitet od. einlegt (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Der Tischtrunk, des -es, plur. car. ein Trunk, d.i. Getränk, dessen man sich gewöhnlich bey Tische, d.i. bey den Mahlzeiten bedienet, es sey nun Tischbier, oder Tischwein, oder auch Wasser (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.). - Er trug ziemlich schwer und satzte solchen auf einen Nebentisch, allwo unser Tischtrunk gestanden (Beer, Die kurzweiligen Sommer-Täge, 1683).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Vorderglied
Abschiedstrunk   „Getränk, das man zum Abschied reicht“

Quelle: Dargestellt wird er mit königlichen Insignien, einen Becher und einen Dolch in der Hand tragend, weil er beim Abschiedstrunk ermordet worden (Vollständiges Heiligen-Lexikon, 1861, s.v. Eduardus). - Auch ein Abschiedstrunk wird auf dem Lande einiger Gegenden noch jetzt der Johannis-Segen genannt, weil man sich ehedem dabey die Liebe des seiner Zärtlichkeit wegen bekannten Evangelisten dieses Nahmens anzuwünschen pflegte (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Johannis-Segen). - Die Römer reichen denen ankommenden und wegziehenden Gästen die Hand; die Persen den Mund; und fast alle Völcker lassen sie mit einem Abschieds-Truncke / mit Speisen auf den Weg / mit Gelde / mit Gedächtnüs-Geschirren / und mit einem besondern Merckmale des gernesehens und gewünschten Wiederkommens von sich (Lohenstein, Großmütiger Feldherr Arminius, 1689-90).

Begrüßungstrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Wer dahin kommt, ist ein gern gesehener Gast, muß sich aber den üblichen Gebräuchen fügen und darf den unzähligemal wiederkehrenden Begrüßungstrunk aus riesigen, mit Eierbier oder steifem Grog gefüllten Pokalen nicht ausschlagen (Biffart, Deutschland: sein Volk und seine Sitten, in geographisch-ethnographischen Charkterbildern, 1860).

Brüderschaftstrunk   „Getränk, mit dem man Brüderschaft schließt“

Quelle: Die namentlich durch den unvermeidlichen Zudrang von Freunden und Bekannten fast betäubenden Freudentage unterbrachen wir durch einen Ausflug nach dem Vierwaldstätter See, in einziger Begleitung Herweghs, welchem Liszt den schönen Einfall hatte, den Brüderschaftstrunk mit ihm und mir aus den drei Quellen des Grütli anzubieten (Wagner, Mein Leben, 1870-80).

Bundestrunk   „Getränk, das man beim Abschluss eines Bündnisses trinkt“

Quelle: "Witiko, ich bringe dir den Bundestrunk", sagte ein Mann, der eine Lammshaube und einen Lammspelz hatte (Stifter, Witiko, 1865-67). - Octavio! Das bring ich dir! Ersäuft / Sei aller Groll in diesem Bundestrunk! (Schiller, Die Piccolomini, 1800). - Denn die Meinung der Stelle ist: sie gossen zum symbolischen Bundestrunk den von den Troern und den von den Griechen gelieferten Wein zusammen (Jordan, Homers Ilias übersetzt und erklärt, 1780).

Ehrentrunk   „Getränk, das man reicht, um jemanden zu ehren“

Quelle: Vor der Thüre wartet der Wirth oder Hausvater des Zuges mit einer Flasche Wein und bietet dem Bräutigam den Ehrentrunk (Schönwerth, Aus der Oberpfalz, 1857-59). - Der Ehrentrunk, des -es, plur. die -trünke, im gemeinen Leben, ein Trunk, welchen man um des Wohlstandes willen, aus Achtung gegen einen andern thut. Bey den Handwerkern auch dasjenige Bier, welches einem wandernden Gesellen gereichet wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.). - Secht, mein Freund, in dieser Kandel steckt ein Ehrentrunk vor Euch, der Euch auch bald zuteil werden soll (Grimmelshausen, Der seltzame Springinsfeld, 1670).

Empfangstrunk   „Getränk, das man zum Empfang reicht“

Quelle: Witiko und seine Begleiter stiegen von den Pferden, und gingen in die große Stube. Dort waren mehrere Sippen Rownos versammelt. Es wurde der Empfangstrunk gereicht (Stifter, Witiko, 1865-67).

Erfrischungstrunk   „Getränk, das man zur Erfrischung reicht“

Quelle: "Auf Donnerstag über acht Tage, Herr Diakonus, wenn es erlaubt ist", versetzte die Braut, wurde womöglich noch röter, als zuvor, küßte dem Geistlichen, welcher noch ein jüngerer Mann war, demütig die Hand, nahm ihm Hut und Stock ab und reichte ihm zum Willkomm einen Erfrischungstrunk (Immermann, Münchhausen, 1838-39). - er wollte sich eines Versprechens entledigen, und brächte dem Herrn Adalbert Wein, um sich für den Erfrischungstrunk erkenntlich zu erzeigen, den er ihm einige Zeit zuvor hätte reichen lassen (Barre/Schwabe, Allgemeine Geschichte von Deutschland, 1749).

Erholungstrunk   „Getränk, das man zur Erholung trinkt“

Quelle: Allein ich höre, daß man hier und da dem Soldaten sogar nicht erlauben will, seinen Erholungstrunk in Gesellschaft anderer Bürger zu sich zu nehmen (Blätter für literarische Unterhaltung, 1863).

Erquickungstrunk   „erfrischendes Getränk“

Quelle: am nächsten Tage schöpften auch sie, auf dem Wege nach Kungrad, den Erquickungstrunk frischen fliessenden Wassers (Russische Revue, 1874). - Eliezer bittet umb einen Erquickungs-Trunck (Partinger, Ehr- und Tugend-Cron Aller Heiligen, und Gerechten Gottes, 1722). - Dann solte daß ein Labtrunck vnd ein Erquickungstrunck gewesen seyn? (Möller, Admirandum propugnaculum, 1655).

Freudentrunk   „Getränk, das man aus Freude trinkt“

Quelle: der Hausfreund tut auch einen Freudentrunk, daß er wieder ein Exempel der Gerechtigkeit statuiert hat (Hebel, Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes, 1811). - Ein guter Freudentrunk soll unser Herz erfreuen (Gottsched, Versuch einer critischen Dichtkunst, 1730). - Tviskons Teutsches Volck / (wann es in seinen Wercken / ein und das andre Thun im Wercke wollen stärcken / das standhafft bleiben soll) hat sich zu Hauf gesetzt / mit einem Freudentrunck enthertzet und ergetzt (Klaj, Irene, 1650).

Freundschaftstrunk   „aus Freundschaft gereichtes Getränk“

Quelle: Dieses Gelobniß wurde mit einem Freundschaftstrunk bekräftigt (Der Geschichtsfreund, 1853). - Als die Tafel abgetragen war, goß sie etwas Wein in eine goldene Schale, machte der Göttin eine Libation damit, und, nachdem sie die Schale wieder gefüllt hatte, brachte sie mir den gewöhnlichen Gast- und Freundschaftstrunk in einem Weine zu, der nur dem Nektar der Götter weichen konnte (Wieland, Peregrinus Proteus, 1791).

Gnadentrunk   „aus Gnade gereichtes Getränk“

Quelle: Einmal aber besuchten ihn drei Nachbaren, denen er von seinem Gnadentrunk zubrachte und die ihn so trefflich fanden, daß sie Verdacht schöpften und argwohnten, er sei auf unrechtem Wege dazu gekommen (Grimm/Grimm, Deutsche Sagen, 1816-18). - Aber für Jesu giebt es keinen solchen Gnadentrunck (Hahn, Predigten über das Leiden und Sterben Jesu an dem grünen Donnerstage, Charfreytage, und einigen Kreuzfesten, 1791). - Ja vielmehr dieser Gnaden-Trunck wird zugetruncken denen Sündern (Jamaigne, Himmlischer Ehren-Saal, 1695).

Grußtrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: er saß mit mehreren an einem Tische, brachte und empfing den Grußtrunk, und redete mit den Leuten (Stifter, Witiko, 1865-67).

Liebtrunk   „magisches Getränk, das bei einer Person Gegenliebe erwecken soll“

Quelle: Beschehe aber solche Jungfrau-Schwächung durch Nothzwang, oder Lieb-trunck / soll es ein Malefitz-Handel seyn (Khraisser, Compendium electoralis iuris Bavarici, 1754). - Lambertus Rustius / so ein phreneticus vnd wahnwitzig gewesen / ist durch einen Liebtrunck im Hirn also verwirrtet worden / daß er gemeinet / alles was auff dem Tisch lege / Teller / Schüssel / Löffel / Brod / vnd so fortan lebete (Waldschmidt, Pythonissa endorea, das ist: Acht und zwanzig Hexen- & Gespenst-Predigten, 1660).

Liebestrunk   „magisches Getränk, das bei einer Person Gegenliebe erwecken soll“

Quelle: In tollen Hexenprozessen kommt immer dergleichen vor, und selbst in dem Gesetzbuch eines sehr aufgeklärten Staats wird von den Liebestrünken gehandelt (E.T.A. Hoffmann, Nachtstücke, 1817). - Ihre hefftige Liebe und Eifersucht veranlassete sie, ihm einen Liebestrunk beyzubringen, dessen Schädlichkeit aber durch seine starke Leibesbeschaffenheit nach und nach überwunden ward (Murr, Beyträge zur Geschichte des dreyßigjährigen Krieges, 1790). - Diesen vergiffen Liebes-Trunck bringt euch Augustin? (Neu-polirter Geschicht-Kunst- und Sitten-Spiegel ausländischer Völcker, 1670).

Lusttrunk   „zum Vergnügen getrunkenes Getränk“

Quelle: Am großartigsten waren aber die Spenden des Kaisers Rudolf, der wiederholt "zum Lusttrunk" österreichische und ungarische Weine überschickte (Weber, Anna, Churfürstin zu Sachsen, 1865). - Lehrnet allhier wie schmertzlich man außschwitzen müsse in jenem feurigen Schwitz- und Schwefel-Baad den Rausch, und unmäßig-eingeschütten, sinnlichen Lust-Trunck (Grembs, Lehr-reiche Geschicht-Predigen, 1734). - unter dem Titel eines Lust- oder Ehren-Truncks / sauffen sich manche ins Grab / und in die Hölle / und wiederfährt manchem Menschen kein grösseres Feind-Stück / denn ein solcher Bruder-Trunck (Francisci, Die lustige Schau-Bühne von allerhand Curiositäten, 1679).

Minnetrunk   „Getränk, das man zur Erinnerung an jemanden trinkt“

Quelle: Den grossen Minnetrunk erhielt nach alter Sitte der Göttervater Odhin, weil ihn die Einführung des Jul-(unsers Weihnachts-)festes zugeschrieben wurde; den zweiten Stiördhr, der Verleiher und Mehrer des Reichthums, den dritten Freyr, dem vorzugsweise die Feier galt (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1873, s.v. Minne).

Opfertrunk   „Getränk, das man als Opfer darbringt“

Quelle: So kommt es, daß im Kultus der Priesterschaft zwei Gottheiten in den Vordergrund treten, die unmittelbar aus den Kulthandlungen erwachsen sind: der Gott des Feuers Agni und der Gott des Opfertrunks Soma (Meyer, Geschichte des Altertums, 1884-1902).

Rauschtrunk   „berauschendes Getränk“

Quelle: Leute, die sich als "Geweihte" (nazîr) dem Jahwe ganz zu eigen geben oder ihm schon als Knaben geschenkt sind, dürfen nie einen Tropfen Wein oder sonst einen Rauschtrunk über die Lippen bringen (Meyer, Geschichte des Altertums, 1884-1902). - Allein, sie dürfen nur nein sagen und ihr einen Rauschtrunk zubringen, so thut sie ihnen gar gern Bescheid (Der aus dem Reiche der Wissenschaften wohlversuchte Referendarius, 1761).

Rettungstrunk   „magisches, errettendes Getränk“

Quelle: By god, Sir, dann sage ich Euch hundertfachen Dank für Euern Rettungstrunk! (May, Ein Dichter, 1879).

Schlaftrunk   „flüssiges Schlafmittel“

Quelle: Schlaftrunk, ein narkotisches Mittel, bes. Opium, in flüssiger Form, in der Absicht gereicht, um einen tiefen Schlaf zu bewirken, bei Schlaflosigkeit, heftigen Schmerzen etc. (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v.). - Ida verschlief diesen ganzen Tag, der heilsame Schlaftrunk hatte kräftig gewürkt (Naubert, Herrmann von Unna, 1788). - Unterdessen war Simson / durch den genossenen Schlaftrunk des Wohllustweines almählich eingeschläfert (Zesen, Simson, 1679).

Schlummertrunk   „flüssiges Schlafmittel“

Quelle: Da er nun gegen Klinsor ängstlich klagte, beruhigte ihn der und sagte: Wir haben starke Pferde und einen leichten Wagen, wir kommen wohl noch zeitig hin, und gab ihm einen Schlummertrunk (Bechstein, Deutsches Sagenbuch, 1853). - Sey es mein süßester Lohn, mein Schlummertrunk, der Ruhm! (Sander, Golderich und Tasso, 1778).

Valettrunk   „Getränk, das man zum Abschied trinkt“

Quelle: Er klatschte in die Hände, pfiff seinen wohlbekannten Forstruf, und da das Fenster erklang, und Frau Else herausschaute, begehrte er einen Valet- und Satteltrunk (Spindler, Der Jude, 1827). - Die obengedachten Nationen empfangen ihre Gäste, welchen sie sehr gütlich thun wollen, mit einem solchen Trunk Wasser; es muß auch beym Abschied wieder der Valettrunk seyn (Braunschweigische Anzeigen, 1769). - auf daß sie seiner nicht vergessen möchten / forderte er einen vergüldeten Becher (welcher mit starckem Gift angefüllt war) und brachte ihnen zu guter letzte einen ValetTrunck (Schneider, Chronicon Lipsiense, Das ist: Gemeine Beschreibung, der Churfürstlichen Sächsischen Gewerb- und Handels Stadt Leipzig, 1655).

Vergessenheitstrunk   „magisches, das Vergessen bewirkendes Getränk“

Quelle: Durch Hagen bewogen reicht Gutrune, Gunthers Schwester, dem bewunderten Gaste einen Vergessenheitstrunk (Wolzogen, Der Nibelungenmythos in Sage und Literatur, 1876).

Versöhnungstrunk   „Getränk, das man zur Versöhnung trinkt“

Quelle: Er nahm das Glas, that der Barbiersfrau Bescheid auf ihren Versöhnungstrunk und begann eine Art knurrender Entschuldigung wegen seiner Heftigkeit (Scott/Funck, Nigels Schicksale, 1841). - Wenn die Aerzte den mürrischen Menschenfeinden Rhabarber in ihren Wein mischen, so lobe ich diesen Versöhnungstrunk (Der Arzt: Eine medicinische Wochenschrift, 1761).

Weihetrunk   „kultisches, geweihtes Getränk“

Quelle: Man schwur bei ihm u. Freyr, u. bei Gastmalen wurde nach Odins Weihetrunk ihm ein Trinkhorn geleert (Pierer's Universal-Lexikon, 1861, s.v. Njord). - Der Weihetrunk, Weihtrunk, des -es, plur. inusit. nur in der dichterischen Schreibart, ein geweiheter Trunk, oder auch ein Trunk, womit man gleichsam weihet (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1791, s.v.).

Weihtrunk   „kultisches, geweihtes Getränk“

Quelle: Die religiösen Reinigungen und Besprengungen der alten Hebräer aber leben im christlichen Sinne fort; wir haben den Weihbrunnen, den Weihtrunk, die Weihfasten, denWeihkessel, die Weihmesse, die Weihnachten, den Weihrauch (Zeitschrift für die gesammte katholische Theologie, 1860). - Dem Neumond und der Mitternacht / Sei dieser Weihtrunk ausgebracht (Hagedorn, Ode und Lieder, 1747).

Willkommtrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Ich bringe dir den Willkommtrunk, Witiko (Stifter, Witiko, 1865-67). - Gemeiniglich aber hatte doch ein jeder Bojar einen silbernen Becher, in welchem man Gästen einen Willkommtrunk darbot (Meiners, Vergleichung des ältern und neuern Rußlandes, 1798). - *Bilcómo, bilcomi, Plur. [von teutschen Wort willkomm] ein Willkomm-Trunck / der Willkomm (Kramer, Il nuovo dizzionario delle due lingue Italiana-Tedesca et Tedesca-Italiana, 1676, s.v. bilcómo).

Willkommentrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Kein Fremder wurde abgewiesen; der Eingetretene wurde mit dem Willkommentrunk begrüßt (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Skandinavien). - Ich will nun nach meinem kranken Weib sehen und dann bey einem Willkommentrunk mich eurer Gegenwart freuen (Steinsberg, Otto von Wittelsbach, 1782).

Willkommenstrunk   „Getränk, das man zur Begrüßung reicht“

Quelle: Man hatte von den großen Fässern mit Wein, welche herbei gebracht worden waren und im Grase lagen, auch den Gebrauch gemacht, daß man die Flüssigkeit in großen Krügen herabließ und dem Volke, wenn es wollte, einen Willkommenstrunk gab (Stifter, Der beschriebene Tännling, 1846).

Zaubertrunk   „magisches Getränk“

Quelle: Das Tor fällt zu, des Lebens Laut verhallt, / Der Seele Atmen hemmt ein dumpfes Bangen, / Ein Zaubertrunk hält jeden Sinn befangen / Und alles flüchtet hilflos, ohne Halt (Hofmannsthal, Der Prophet, 1891). - Durch einen Zaubertrunk gelang / Es mir, die Qual zu lindern (Wezel, Kakerlak oder die Geschichte eines Rosenkreuzers, 1784). - die schwarz künstliche Circe habe mit ihrem Zaubertrunck nicht nur das Vlyssische Gesinde verwandelt / sondern damit die ganze Welt angestecket vnd be-unseeliget (Moscherosch, Gesichte Philanders von Sittewald, 1640).

Bescheidtrunk   „Trank, mit dem man auf ein Zuprosten anwortet“

Quelle: Der hat sich gleich an einen Tisch hingesetzt, und hat nach tapferem Bescheidtrunke gespielt (Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, 1852-53). - Da dies also erschien, schloß sich Ludomire mit dem Kaufmann ganz allein in ihr Kabinett ein, beräucherte ihn erstlich mit dem wunderbaren Rauchwerke, salbte ihn mit der Zaubersalbe, sprach über ihn die Hexenformel, und reichte ihm dann den Bescheidtrunk aus dem beschwornen Becher (Sagen der böhmischen Vorzeit aus einigen Gegenden alter Schlösser und Dörfer, 1798). - für ein grosse Schand / Vnehr vvnd Verachtung thut mans halten / wann einer dem andern ein Rund- oder Bescheidttrunck versagt (Mänhardt, Conciones Oder: Christliche Predigen uber die Son- vnd Feyrtägliche Evangelia, 1628).

Erbtrunk   „Umtrunk bei einem Erbfall“

Quelle: Nach altdeutschem Rechtsverhältniss durfte der Ueberlebende so lange nicht sich in den Besitz der Erbschaft setzen, bis nicht Erbrecht und Erbtrunk (altnordisch Arföl, das Erbe Ale) feierlich abgehalten und damit des Verstorbenen Gedächtniss (minne) getrunken war (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1876, s.v. Todte).

Examentrunk   „Umtrunk nach einem Examen“

Quelle: Quartalzapf' und Kindstauf', Examentrunk hier, / Nebst Ferien, Schinkenwurst, Anstich von Bier (Pädagogische Blätter 6, 1899).

Feiertrunk   „bei Feiern gereichtes Getränk“

Quelle: Statt deines Goldes fülle mit Purpurwein, / Den, säh' er meinen Jubel - o lächle nur - / Mir durch Garonna's Nymph' als Feirtrunk / Sendete Wellington, Englands Blücher! (Stolberg, Leipzigs Schlacht, 1813).

Festtrunk   „bei Festen gereichtes Getränk“

Quelle: Weihnachtsabend machen zwei Knechte einen Schimmel; der Draufreitende ist Klingklas (Ruhklas) und sammelt zum Festtrunk ein (Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, 1879-80). - Dieses ist für sie ein Festtrunk, um welchen sie niemand beneidet, und der fast in der ganzen Tartarey gebrauchlich ist (Richard, Natürliche Geschichte der Luft und der Begebenheiten in derselben, 1774).

Friedenstrunk   „bei einem Friedensschluss gereichtes Getränk“

Quelle: Da verklärte sich des Hunnen Antlitz, die stumpfe Nase sog den Duft ein, er leerte den Becher, als ob er's für einen Friedenstrunk ansehe, die Arme über die Brust gekreuzt, warf er sich vor Praxedis nieder und küßte ihren Schuh (Scheffel, Ekkehard, 1855). - der Aeltere von den sechszigjärigen Männern, auf Seiten des Beklagten, trug dann in eben so gemäßigten Ausdrücken, und ebenfalls die Ehre des Klägers auf alle mögliche Weise schonend, die Antwort des Beklagten vor, und bot darauf in seinem Namen den Anwesenden einen Friedenstrunk an (Pestalozzi, Lienhard und Gertrud, 1787).

Gelöbnistrunk   „Umtrunk bei einem Vertragsabschluss“

Quelle: Lei-, nicht Leih- oder Leinkauf. Ein Gelöbnisstrunk beim Abschluss eines Handels, ein Trunk, auch wol Schmaus zur Feier und zur Bezeichnung (Befestigung) eines eingegangenen Kaufs (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1873, s.v. Leikauf).

Gesundheittrunk   „Zutrinken, mit dem man jemandem Gesundheit wünscht“

Quelle: Nur d Frauen haben wenig angenehme Gsichter dabey gemacht, oder eigentlicher, dö haben goar kan Gesicht g'macht, so lang ihre Allerliebsten unterm Gesundheittrunk Vorwand zum Schampanier Diné gangen und gfahren sand (Bayerische Landbötin, 1832). - "Trink darauf, wer will," sagt er, "wir würdigen ihn keines Gesundheittrunks." (Petersen, Geschichte der deutschen National-Neigung zum Trunke, 1782). - So darf er sich auch wegen des fickermentischen Vorgangs und der ausgedörrten Praecedenz nicht viel bekümmern, hat auch nicht zu befürchten, daß er mit überhäufigen Gesundheittrünken überschüttet werde (Beer, Das Narrenspital, 1681).

Gesundheitstrunk   „Zutrinken, mit dem man jemandem Gesundheit wünscht“

Quelle: nach einem vom Schützenkönig gereichten Gesundheitstrunk zog die Gesellschaft in einem wohlgeordneten Aufzuge nach dem Schießhaus (Eichler, Teplitz und seine Umgebungen, 1834). - und waren 40. Personen bey der Tafel, und jedem von denenselben wurden die 14. Bogen Carmina überreichet, alle Gesundheitstrüncke mit Trompeten- und Pauckenschall begleitet, und die Mahlzeit endlich mit dem Lied: Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut etc. mit Einstimmung der fürtreflichsten Musik, beschlossen (Gessner, Der so nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst und Schriftgießerey, 1741). - Man trank über der Tafel allerlei Gesundheitstrünke, und wurde auch unter anderen der schönen Amalia gedacht (Beer, Die kurzweiligen Sommer-Täge, 1683).

Hochzeittrunk   „Umtrunk bei einer Hochzeit“

Quelle: Göttlicher Heiland, komm den bedürftigen Brautleuten mit einem guten Hochzeittrunk zu Hilfe (Marckard, Jahrsgang der Feyertags- und Festpredigten, 1781). - Wie dann viel gedachter Admiral Coligny der allererste solchen rothen und bittern Hochzeit-Trunck muste außtrincken (Wagenfels, Verjüngter Encomiastes Germaniae, 1698).

Hochzeitstrunk   „Umtrunk bei einer Hochzeit“

Quelle: Am Tage St. Matthäi im Jahre 1549 kam ein armer buckliger Spielmann spät in der Nacht nach Aachen von einem Dorfe zurück, wo er bei einer Hochzeit aufgegeigt hatte. Halb im Taumel, denn er hatte sich den Hochzeitstrunk wohl schmecken lassen, achtete er nicht auf die Zeit (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, 1868-71).

Kauftrunk   „Umtrunk nach einem Kaufgeschäft“

Quelle: ich hatte drei Thaler ausgedungen für die meinige, aber als wir beim Kauftrunk saßen, verschwand mein Käufer mit der Ziege, die er mir stahl, denn er hatte das Geld noch nicht bezahlt (Schleicher, Litauische Märchen, Sprichworte, Rätsel und Lieder, 1857). - Mercipotus, Weinkauf, Leihkauf, Kauftrunk, Kaufschmauß (Hofstätter, Juristisches Wörterbuch für gerichtliche Geschäfte, 1798).

Kirchmesstrunk   „Trinken bei einem Kirchweihfest“

Quelle: bald sahen die Bauern die Kirche nur als den Ort an, wo der Kirchmeß-Trunk begangen wurde (Merkel, Die Vorzeit Lieflands, 1799).

Leichtrunk   „Umtrunk nach einer Beerdigung“

Quelle: Ist der Gottesdienst beendet, so geht der Zug zum Leichtrunke, entweder in das Haus des Verstorbenen, oder in das Wirthshaus, um die Gäste mit Brod und Bier zu bewirthen (Schönwerth, Aus der Oberpfalz, 1857-59). - Dieser Leichtrunk des Verstorbenen muß hie und da auch dazu dienen, daß sich die Leute den Tag, oder die Zeit merken können, zu welcher der Verstorbene aus der Welt gieng (Legende für den Gemeinen Mann, 1789).

Leichentrunk   „Umtrunk nach einer Beerdigung“

Quelle: Nur tadelte er es, daß die Soldateska in der Lust das Gewehr verkehrt ergriffen und daß gerade die Personen vom höchsten Range, Luigi, Froulay, Bouverot, da sie vom schnellen Leichentrunke auf einmal ins Freie kämen, sich wankend müßten auf beiden Seiten führen lassen (Jean Paul, Titan, 1800-03). - Was hätte er denn allenfalls, statt des Scheltens und Schmähens, thun können, wenn er ja geglaubt hat, daß er die Trauer anlegen und einen Leichentrunk halten müsse? (Schlez, Lorenz Richard's Unterhaltungen mit seiner Schuljugend, 1797).

Messtrunk   „Trinken bei einer Messe“

Quelle: Klaas strich die Münze ein mit einer Miene, in welcher die Befriedigung über die gewohnt gewordene, von Messe zu Messe um einen Groschen sich steigernde Zulage mit dem Verdruß über das ebenso gewohnte, aber nie ohne Ärger empfundene Verbot eines kräftigen Meßtrunkes schwankte (François, Judith, die Kluswirtin, 1868).

Reihetrunk   „Umtrunk mit einem reihum gereichten Gefäß“

Quelle: so hatten sie einen grossen Becher mit Wein und ihrem Blute voll eingeschenckt / damit besprengeten sie ihre Schwerdter und Pfeile / liessen darnach einen Reihe-Trunck umher gehen / und soffen ihn rein heraus (Lauremberg, Neue und vermehrte Acerra Philologica, 1717).

Reihentrunk   „Umtrunk mit einem reihum gereichten Gefäß“

Quelle: Schade, daß wir nicht die schweren Altarkelche haben, die die Sandföerter ihrem Schutzpatron, dem heiligen Andreas verehrt haben; wir könnten einen ansehnlichen Reihentrunk daraus halten (Smidt, Der Korn-Zehnten, 1849). - Und manchen Zank, bei dem wir Söhne rechten, / Ertränkten sie im Reihentrunk (Hagedorn, Das Gesellschaftliche, 1729).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Vorderglied
Satteltrunk   „Getränk, das ein Reiter trinkt, wenn er sich in den Sattel setzt“

Quelle: Er klatschte in die Hände, pfiff seinen wohlbekannten Forstruf, und da das Fenster erklang, und Frau Else herausschaute, begehrte er einen Valet- und Satteltrunk (Spindler, Der Jude, 1827).

Steigbügeltrunk   „Getränk, das ein Reiter beim Aufsitzen trinkt“

Quelle: Einem den Steigbügeltrunk reichen. Den Steigbügeltrunk thun. Der letzte Trunk vor der Abreise, der Abschiedstrunk. Es war früher Sitte, dass wenn die Reisenden sich in den Sattel geschwungen hatten, der Wirth oder die Wirthin mit einer Flasche vortrat, jedem noch einen Trunk reichte und dann glückliche Reise wünschte. Dieser Trunk, welcher gereicht, wenn die Zeche bereits bezahlt war, führte die obige Bezeichnung (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1876, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit metaphorischer Substanzbezeichnung als Vorderglied
Feuertrunk   „scharf schmeckendes, befeuerndes Getränk“

Quelle: Doch fälscht ein Rebenhasser / Den Feuertrunk mit Wasser: / Frisch! trommelt auf den Tisch! / Und reicht ihm klares Wasser! (Auswahl guter Trinklieder, 1785).

Kristalltrunk   „klares Quellwasser“

Quelle: Der Spaziergang hatte die schon altwerdenden Gräfinnen ermüdet und nach erquicklicher Ruhe genossen sie vom Krystalltrunke der sprudelnden Quelle (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, 1868-71).

substantivisches Determinativkompositum mit evaluierendem Vorderglied
Leibtrunk   „Lieblingsgetränk“

Quelle: Er aber hierüber so viel mehr Vergnügung / als sonst Antonia in dem ihr allzu wüsten Deutschlande Verdruß schöpfte / verschrieb er ihr zu Gefallen aus Leßbus / Chios /Creta / aus Italien vom Berge Gaurus / Aulon und Pausilypus / wie auch von Surrent / aus Sicilien / und weil der Käyser August neulich den Rhetischen Wein zu trincken erwehlt hatte / aus Rhetien / ja gar von Chelbon aus Syrien eine grosse Menge junge Weinsäncker und erfahrne Gärtner / welche diese Gegend in kurtzer Zeit mit Reben überdeckte / und daraus dis edle Blut der Erde pressen ließ / welches nicht nur Drusus und Antonia / sondern letztlich auch der Käyser selbst zu seinem Leib-Truncke erkiesete (Lohenstein, Großmütiger Feldherr Arminius, 1689-90).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
Brechtrunk   „flüssiges Brechmittel“

Quelle: Euer Wunschmantel hängt in einem Schrank, und für das Vogelherz will ich einen Brechtrunk einnehmen (Grimm/Grimm, Kinder- und Hausmärchen, 1812-15). - Aufrichtigen Hertzen war es eine kräfftige Hertzstärckung / denen aber so mit bösen Feuchtigkeiten beladen / war es ein starcker Brechtrunck / mit einem Worte / es thate verschiedene Wirckungen / nachdem es verschiedene Constitutiones antraff (Die Wahrheit suchende Welt in dem Brunnen der Warheit, 1700).

Erquicktrunk   „erfrischendes Getränk“

Quelle: Als das Brod alle war, hob sich Lettinger vom Sitze auf, setzte sanft das artige Thierchen auf die Erde, und ging zur Quelle, um noch einen Erquicktrunk zu thun (Dramatisirte Erzählungen aus dem Gebiete des Wunderbaren und dem Reiche der Zauberer, Schwarzkünstler, Hexen, Schatzgräber, Geisterbanner und Geisterseher, 1800). - Neue Kraft floß mit diesem Erquicktrunk in meine Gebeine und frischer Mut in mein Herz (Schiller, Der Verbrecher aus verlorener Ehre, 1786).

Heiltrunk   „heilendes Getränk, flüssige Arznei“

Quelle: Ein Heil-Trunk von Wallwurz, Tormetill, Natterwurz, Blätter von Sannikel, Odermennige, Wegtrit, Maaßlieben, Krausemünze, Heidnisch Wundkraut, rothen Sandel- und Krebs-Steine (Der Römisch-Kaiserlichen Akademie der Naturforscher auserlesene medizinisch-chirurgisch-anatomisch-chymisch- und botanische Abhandlungen 9, 1761). - Jene dienen um salz abzukochen / dise zum heiltrunk (Des Johan Amos Komenius Spielschule oder Lebendiger Künsten-Kreis, 1697).

Kostetrunk   „Trank zum Kosten“

Quelle: Zu frohem Kostetrunk erfaßte / Sein Glas ein Jeder von den Vier (Wolff, Der Landsknecht von Cochem, 1898). - Der Schenke brachte einen Schoppen zum Kostetrunk, und als ihn Franz versucht hatte, sprach er: "Das ist echter Firnewein, dabei wollen wir bleiben." (Musäus, Volksmärchen der Deutschen, 1782-86).

Kühltrunk   „kühlendes Getränk“

Quelle: Dann ist der Heide längst zur Stell', / Mit Pfeilen und mit Speeren / Den Kühltrunk uns zu wehren (Dahn, Kreuzfahrerlieder, 1878). - Dieses Zeichen ist warm und feucht; und befeuchten der Wassermann und die Fische die Erde mit Wärme, Kält und Schnee; daß sie gleichsam mit einem Kühltrunk erfrischet und erquicket werde (Allgemeines oekonomisch-praktisches Hand- und Lehrbuch für den Haus- und Landwirth, 1780). - Hätte dieser Bößwicht nicht ja so leicht einen Lab- oder Kühl-trunk holen können / als er um des Gall-gift gelaufen? (Greiffenberg, Betrachtungen von allerheiligster Menschwerdung, Geburt und Jugend, wie auch von Leben, Lehre und Wunderwercken, und dann vom Leiden und Sterben Jesu Christi, 1683).

Labtrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: Wer um den süßen Labtrunk uns klemmt, / Der muß uns büßen in Strümpfen und Hemd (Scheffel, Lied fahrender Schüler, 1868). - Nach bitterm labtrunk des eßigs und gallen zieht man ihn aus, das blut thut wallen übern versehrten schwürigen leib (Zinzendorf, 12. Anhang zum Herrnhuter Gesangbuch, 1743). - da sprach er ferner / du hast in deinem Leben offt gebadet / meine Gesellen sollen dir auch ein Bad machen / führeten ihn verwegen hin / kraueten ihn mit ihren Klauen / daß das Blut hernacher gieng / etliche gossen Schweffel und Bech über ihn / legten ihn in ein höllisches Bett / gaben ihm einen feurigen Labtrunck (Hammer, Rosetum Historiarum, 1654).

Labetrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: Unterdessen stellte er Hans einen Labetrunk vor, so wohltätig nach raschem Laufe in schwüler Luft (Gotthelf, Die schwarze Spinne, 1842). - Hast, liebes Mädchen, frisch und jung, / Du jenen Mann gesehn, / In heissem Durst nach Labetrunk / Zur kühlen Quelle gehn? (Herder, Volkslieder, 1778-79). - Hierüber werde ich euch noch 1000 Kronen wegen meiner Gn. Fräulein einreichen /welche ihr euer Braut ihretwegen mit übernehmen sollet / bloß darumb / daß deren grosse frömmigkeit ihrer Gn. ist gerühmet worden / worzu ich noch 200 Kronen vor mein Häupt legen wil / darumb daß sie bey meiner Arbeit mir etliche mahl einen guten Labetrunk hat zukommen lassen (Buchholtz, Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte, 1659-60).

Letzetrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: In Spaichingen ist der Letzetrunk am Neujahr (Birlinger, Sitten und Gebräuche, 1862). - Gleichwohl / damit ich nicht sogar heimlich darvon schiede / wie eine Katz vom Tauben-Hauß / lude ich auf den Donnerstag Abend meine gute Brüder / Teutsche und Franzosen zum freundlichen Valete / und Letzetrunck zu mir (Der Raffinirte Statist, 1709). - So waren der Franzosen durch die eröffnete Schleussen auch viel ertruncken / und wie sie auffbrachen / gaben ihnen die Belägerte durch einen starcken Außfall noch einen tödtlichen Letze-Trunck / wovon ihrer viele ins Graß beissen musten (Geiger, Friedens- und Kriegsbeschreibung, 1677).

Scheidetrunk   „zum Abschied gereichtes Getränk“

Quelle: Wer einmal in der letzten Stunde seines römischen Aufenthaltes zur rauschenden fontani Trevi geleitet wurde, um bei Sang und Trank den Scheidetrunk zu trinken, kennt diese Symbolik (Scheffel, Ekkehard, 1855). - Aus Eurem Mundbecher trank sie den Scheidetrunk der Liebe (Musäus, Volksmärchen der Deutschen, 1782-86).

Sterbetrunk   „einem Sterbenden gereichtes Getränk“

Quelle: Was hilfts, wenn ich viel saufe, / Es ist mein Sterbetrunk; / Dem Tod ich nicht entlaufe, / Mich ißt ihr roter Mund (Brentano, Rheinmärchen, 1811-12). - So wie ein schon Sterbender die kühle Labung eines Sterbetrunks mit vieler Begierde bis auf den letzten Tropfen einschlinget: so betrachtete der Unglückliche iede Empfindung, die in diesem Gedanken war (Schröder, Lyrische, elegische und epische Poesien, 1759).

substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Vorderglied
Freitrunk   „gratis ausgeschenktes Getränk“

Quelle: Ein Glas Wein für den Fisch! Willst nicht? Und meinethalb noch einen Freitrunk drüber, daß der Weinkauf richtig ist (Kurz, Der Sonnenwirt, 1855). -, der Mann bekam taglich seine zugemessene Portion, und hatte am Faß noch einen Freitrunk, durfte aber außer diesem nichts mit sich nehmen (Papst, Die Entdeckungen des fünften Welttheils, 1785). -... er hab dann zuvor über seinen erlangten Frey-Trunck bey unserer Ober-Einnahme allhier Frey-Zettel abgelöset (Wündsch, Informatio Iudicialis Practica, 1685).

Frühtrunk   „am Morgen getrunkenes Getränk“

Quelle: Der Morgen war angebrochen, der Wagen stand vor der Tür, reisefertig trat ich in das Gastzimmer, um von Schnock, der schon des Frühtrunks wegen gekommen war, Abschied zu nehmen (Hebbel, Schnock, 1847). - Erlaubt, daß ich nach altem Hausgebrauch / Den Frühtrunk erst mit meinen Knechten teile (Schiller, Wilhelm Tell, 1804). - Sie denken nur von eines Tages Morgen bis zum Abend, bey'm Frühtrunk an den Mittagsimbs, beim Vesperbrodt an das Nachtessen (Wächter, Sagen der Vorzeit, 1791).

Gesundtrunk   „gesundheitsförderndes Getränk“

Quelle: Ich sehe von deinen Dörnern den blutrothen Rebensaft herunterfließen, aus welchem unsern Seelen der heilsamste Gesundtrunk wird zubereitet (Brischar, Die deutschen Kanzelredner aus dem Jesuitenorden, 1868). - Da ich einst bey einer solchen Ouelle einen guten Gesundtrunk that, fuhr mir kürzlich darauf ein solcher innerlicher Frost in die äußersten Theile, daß die Finger alle innere Empfindlichkeit verlohren (Michaeler, Versuch über die erste Gestalt und Bevölkerung Tyrols, 1783).

Gesundtrunk   „Zutrinken auf jemandes Gesundheit“

Quelle: Der verlorne Sohn, wie er in große Noth gerathen, und ihm das Wasser ins Maul gerunnen, dem zuvor das Wasser gar nit angenehm, wie ihm die Sau den Zapfen gezogen, und er sogar letztlich ein Burger zu Schweinfurt worden, der zuvor aus guldenen Bechern manchen Gesundtrunk gethan, mußte nachmals mit dem schlechten Porzellain vorlieb nehmen (Abraham a Sancta Clara, Judas der Erzschelm, 1680). - Deutschland ist ein Apothecke; denn darinnen wird genummen / Manch Gesund-Trunck, der auch deme, der nicht trinckt, soll wol bekummen (Logau, Sinngedichte, 1652).

Rundtrunk   „Umtrunk mit einem reihum gereichten Gefäß“

Quelle: Ein alter Wachtmeister machte den Mundschenk, der Rundtrunk ging fleißig herum (Adam, Aus dem Leben eines Schlachtenmalers, 1886). - Der Rundtrunk muß der Stimmen Bund beleben, / So schmeckt der Wein uns doppelt schön (Hagedorn, Das Gesellschaftliche, 1729). - Daß man auff Hochzeiten oder Conmissionen der Fürsten vnnd Herren (vmb welcher willen solche Commissiones oder Tagsatzungen angesehen seind) mit etwan einem kleinen Gläßl mit Wein im besten gedencket vnd einen Rundtrunck thut / das ging dannocht hin (Albertinus, Der Landtstörtzer, 1615).

substantivisches Determinativkompositum mit adverbialem Vorderglied
Extratrunk   „zusätzlich getrunkenes Getränk“

Quelle: Oft wurde er dann hineingerufen und bekam eine mündliche Belobigung und einen Extratrunk als practische Anerkennung (May, Die beiden Nachtwächter, 1877). - der hat doch von seinen Freistipendien immer so viel Geld, daß er sich fast taglich einen Extratrunk kaufen, oder einen listigen Diener bestechen kann, der ihm eine Portion Gesäufe stiehlt (Briefe über die sogenannte Lobrede auf sankt Benedikt, 1781).

Selbsttrunk   „Selbstmord durch übermäßiges Trinken“

Quelle: "Glauben Sie mir", sagte mir einst ein naiver westfälischer Landsmann Grabbes, "der konnte viel vertragen und wäre nicht gestorben, weil er trank, sondern er trank, weil er sterben wollte; er starb durch Selbsttrunk." (Heine, Memoiren, 1884).

substantivisches Determinativkompositum mit präpositionalem Vorderglied
Gegentrunk   „als Antwort auf ein Zutrinken getrunkenes Getränk“

Quelle: Den Gegentrunk ausschlagen darf man bey dem bayrischen Bauern so wenig, als beym aragonischen das Rauchen aus dem Cigarro, den er aus seinem Munde treuherzig darreicht (Schmeller, Bayerisches Wörterbuch, 1872-77, s.v. bringen). - Topp, du Bruder Camerad! Diesen Gegentrunk ende noch, ehe der vornehme Mann ausgetrunken (Der flegelhafte alamotische Erztölpel, 1751). - Nachdem sich unsere Freund ein wenig erhohlet / nahm Ehrenfried ein Glaß rothen Wein / und brachte seinen Mülard eisn auf Hertzens-Vergnügung zu / welches er wegen Abgang der Kräffte / sowohl der ferneren Reise / die er innerhalb sieben Tagen verrichtet / als auch der heftigen Liebes-Bewegung halben alsbald Bescheid that / und mit einen Gegen-Trunck die Gesundheit verdoppelte (Ettner von Eiteritz, Des getreuen Eckharts Medizinischen Maul-Affens erster Theil, 1694).

Nachtrunk   „nachträglich gereichtes Getränk“

Quelle: Nach der Abendmahlzeit wurde dem Gaste ein großer Pokal Wein als Nachtrunk in's Schlafzimmer geschickt (Damen Conversations Lexikon, 1836, s.v. Mittagsmahl). - man befördert die Wirkung desselben, die geschehe nach oben oder nach unten, durch einen öftern Nachtrunk von warmem Thee- oder dünnen Caffeewasser (Unzer, Medizinisches Handbuch, 1787). - Die Naturen seyn underschidlich / und gehet bey manchem das trincken gar bald durch den Urin von ihme / also daß hernach die Speiß im Magen mehrer Feuchtigkeit bedurfftig / wol einen Nach-Trunk ertragen kan (Comiers/Schorer, Neuerfundene Kunst lang zu leben, 1675).

Untertrunk   „als Zwischenmahlzeit eingenommenes Getränk“

Quelle: Der Untertrunk war der Trunk zur Morgensuppe, die früh 7 Uhr und zur Hauptmahlzeit, die früh 9 Uhr gereicht wurde (Vehse, Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation, 1853). - Untertrunk heißt der Trunk zwischen dem Essen und Schlafengehen (Neueste juristische Literatur für das Jahr 1781). - Gleicher Gestalt sollen die Gäste auch die Morgen-Suppen-Zech / Schlaff- und Unter-Trunck / nach der Anzahl / und als viel sie auf ihr Anfordern gebrauchen / insonders bezahlen (Happel, Historia Moderna Europae, 1692).

Vortrunk   „Aperitif, vor dem Essen gereichtes Getränk“

Quelle: Er wurde in diesen sonderbaren Reflexionen durch ein Mädchen unterbrochen, welches eintrat, um den Tisch zu decken und einen Vortrunk zu kredenzen (May, Der Pflaumendieb, 1879). - Als man dem Brautvater die Sache vortrug, wurde er unwillig darüber, daß man ihn mit solchen Kleinigkeiten behelligte, indem er jetzt eben den Vortrunk mit den Hochzeitgästen beginnen wollte (Naubert, Volksmährchen der Deutschen, 1789-92). - Vortrunk. Propinatio (Frisius, Dictionarium Bilingue, 1672).

Übertrunk   „Trunkenheit, übermäßiges Trinken“

Quelle: Ich weiß nicht, ob du viel mit ausschweifenden Großen umgegangen, zu welchen Mönche am leichtesten sagen wie zu Hunden: faites la belle, für welche der Ohrenbeichtstuhl das Absonderungsgefäß ihres geistigen Übertrunks und Überfraßes ist (Jean Paul, Flegeljahre, 1804-05).

Umtrunk   „gemeinsames Trinken“

Quelle: Sie werden gleich vom Mahl aufstehn, sobald sie den Umtrunk gehalten (Mörike, Das Stuttgarter Hutzelmännlein, 1853). - Wann dann unter währendem Banquet ein Umtrunk herum gegangen, so hat man angefangen aus den Stücken zu schießen (Murr, Beyträge zur Geschichte des dreyßigjährigen Krieges, 1790). - Dieser Raht mißfiele den zweyen andern nicht, beschlossen demnach solchen, und vereinigten sich miteinander, richteten auch eine stattliche Collation zu, und berufften den D. Faustum darzu, worbey sie ihm nach einem kleinen Umtrunck ihr Verlangen, und die Ursach seines Beschickens zuverstehen gaben (Pfitzer, Das ärgerliche Leben und schreckliche Ende deß Ertz-Schwartzkünstlers Johannis Fausti, 1674).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Kalenderheiligen als Vorderglied
Johannistrunk   „Umtrunk am Johannistag“

Quelle: Im Ravensburgischen bis gegen Markdorf hin wurde früher der St. Johannestrunk besonders hoch gehalten. Jeder Bauer nimmt seinen Johannessegen, etwa eine Maas, oft noch mehr guten roten Wein mit nach Hause: roter Wein muß es sein (Birlinger, Sitten und Gebräuche, 1862). - Imgleichen Wein, welcher am Johannistage in der Kirche geweihet wird, wider das Gift gut seyn soll, und auch der Johannistrunk genannt wird, so wie die Weihe dieses Weines, die Johannisweihe genannt wird (Deutsche Encyclopädie oder Allgemeines Real-Wörterbuch aller Künste und Wissenschaften, 1794, s.v. Johannissegen). - Nach vollbrachter Malzeit / wurde auf jede Tafel ein großer güldener Kopf mit dem bästen Wein gestellet / aus welchem die Herren nacheinander / den Trunk der Liebe / so man den S. Johannis-Trunk nennte / herumgetrunken (Fugger, Spiegel der Ehren des Höchstlöblichsten Kayser- und Königlichen Erzhauses Oesterreich, 1668).

Margarethentrunk   „Umtrunk am Margarethentag“

Quelle: Nach ihr ist der Margarethentrunk genannt, der letzte Trunk nach einem Zechgelage, bei welchem stehend das Gratias gebetet wird (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Margarethe).

Martinstrunk   „Umtrunk am Martinstag“

Quelle: Das 15. und 16. Jahrhundert hat eine ganze Anzahl Martinslieder hervorgebracht, die sich bald mehr an die Gans, bald mehr an den Martinstrunk anlehnen (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Martinsgans). - Marthinalia, martinstrunk, herbsttrunk (Estor, Der Teutschen rechtsgelahrheit, 1767).

Michaelistrunk   „Umtrunk am Michaelistag“

Quelle: anderwärts hatte man die Ulriksminne, den Martins-, Stephans- und Michaelistrunk (Meyers Konversations-lexikon, 1887).

Stephanstrunk   „Umtrunk am Stephanstag“

Quelle: Gesundheiten, die ehemahls den Göttern gebracht wurden, brachte man nachher den Heiligen, und noch stets im guten Andenken bleiben der St. Jacobs- und St. Stephans-Trunk (Der Wanderer, 1818).

Frühneuhochdeutsch

explikatives substantivisches Determinativkompositum mit Flüssigkeitsbezeichnung als Vorderglied
wassertrunk   „Wasser als Getränk“

Quelle: Haben den trost und die zusag, / Daß uns nit bleibt an jenem tag / Ein waßertrunk, eim armen bracht, / Unvergolten oder unbedacht (Waldis, Esopus, 1548).

substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Vorderglied
abendtrunk   „Getränk, das man am Abend trinkt“

Quelle: Folgends inns Spital man sie lait, / Da ain Abendtrunk war berait, / Auch Wein von Hundert virzig Jar, / Welchem doch groet noch kain Har (Fischart, Das Glückhafft Schiff von Zürich, 1576).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Vorderglied
katzentrunk   „bitteres Getränk“

Quelle: Ein Katzentrunck: inn eim funck, du hast ein stumpff Messer, das auß der schönen Westpholischen Krausen kein Funcken kanst schlagen (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Vorderglied
seetrunk   „Trinkwasser aus einem See“

Quelle: Das aber auch unser seetrunk / Wolgeschmakt eurem herzen jung, / Hören wir und gönnens euch gern, / Fordern dafür auch kein verern (Rollenhagen, Froschmeuseler, 1595).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Vorderglied
erentrunk   „Getränk, das man reicht, um jemanden zu ehren“

Quelle: Als sie ihm das versprochen hatten, / Auch ihre rechte hand drauf taten, / Bot er ihnen einen erentrunk (Rollenhagen, Froschmeuseler, 1595).

liebtrunk   „magisches Getränk, das bei einer Person Gegenliebe erwecken soll“

Quelle: ... als er lehret / dz Hippomanes diene wol den Zäuberern / so es doch kein Gifft nicht ist: Seiteinmal ja die Zauberer solchs fuor ein Liebtrunck / vnd lauff mir nach / eingeben (Bodin, De Magorum Daemonomania, 1591).

lusttrunk   „zum Vergnügen getrunkenes Getränk“

Quelle: Zu letzt solten sie auch die weide mit sich haben zum labetrunck und lusttrunck im bade, alle Decret, Decretal, Sexti, Clementin, Extravagant, Bullen, Ablas, Butter-, Kese-, Milchsbrieve an den hals gehenckt, damit sie allenthalben sicher weren (Luther, Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet, 1545).

schlaftrunk   „flüssiges Schlafmittel“

Quelle: als man in der herberg zu nacht / den gesten einen schlaftrunk bracht, / da wurt auch des weidwerks gedacht (Hans Sachs, Der verlogen edelman, 1546).

zaubertrunk   „magisches Getränk“

Quelle: Die Vlyssysche Gefärten nach dem sie durch einen Zaubertrunck verwandelt gewesen / haben wol Kopff / Leib vnn Haar der Schwein gehabt / aber die Vernunfft sey bey jnen standhafft gebliben (Bodin, De Magorum Daemonomania, 1591).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
ertrunk   „Getränk, das man reicht, um jemanden zu ehren“

Quelle: Es kamen vil Lüt dar, die zuoluogten; man bot inen den Eertrunck; sobald sie getruncken, da fiengen sie auch an zuo dantzen (Pauli, Schimpf und Ernst, 1522).

labtrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: Trieb sie endlich der große dorst, / Wien fuchs der hunger, aus dem forst, / Das sie mit ihren kindern gieng / Da sie einen labtrunk empfieng (Rollenhagen, Froschmeuseler, 1595).

labetrunk   „labendes, erfrischendes Getränk“

Quelle: Zu letzt solten sie auch die weide mit sich haben zum labetrunck und lusttrunck im bade, alle Decret, Decretal, Sexti, Clementin, Extravagant, Bullen, Ablas, Butter-, Kese-, Milchsbrieve an den hals gehenckt, damit sie allenthalben sicher weren (Luther, Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet, 1545).

substantivisches Determinativkompositum mit präpositionalem Vorderglied
untertrunk   „als Zwischenmahlzeit eingenommenes Getränk“

Quelle: Doch pflegt er auch der gesundheit, tranck nit ungefüttert, sonder versah sich zuvor mit den scalis vini, die zu dem untertrunck mundten (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Kalenderheiligen als Vorderglied
johannstrunk   „Abschiedstrunk mit lieben Freunden“

Quelle: darvmb habe ich euch freundtliche günstige liebe Herren, vor meinem Ende zu mir beruffen, vnd mit euch ein Johanns trunck zum Abschied thun wöllen (Historia von D. Johann Fausten, 1587).

Mittelhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Zutatbezeichnung als Vorderglied
gallentrunc   „mit Galle versetztes Getränk“

Quelle: altherre junc, / dîn gallentrunc / lêrt in den sprunc / an dem er sich ze tôde erviel (Konrad von Würzburg, Lieder, 13.Jh.).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Vorderglied
batstubentrunc   „Getränk, das man in der Badestube trinkt“

Quelle: Zitiert nach Lexer.

substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Vorderglied
tagetrunc   „Getränk für die Gerichtspersonen eines Tages“

Quelle: Zitiert nach Lexer.

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Vorderglied
slâftrunc   „Schlaftrunk, Getränk, das man vor dem Schlafengehen trinkt“

Quelle: Zitiert nach Lexer.

Eigentl. Bedeutung & ÜbertragungenInfo-Icon

Mittelhochdeutsch

Allgemein
ertrunc

Quelle: Zitiert nach Lexer.

SynonymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Getränk
Trank

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Getränk
Trank

Mittelhochdeutsch

Allgemein
getranc
tranc

Althochdeutsch

Allgemein
trank
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