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Wein

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Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzen- und Wuchsformbezeichnung als Hinterglied
Weingewächs   „Weinpflanze, Weinstock“

Quelle: Auch sie hegen und pflegen in ihrer Kaserne neuerdings Weingewächs, auch wenn die Rebpflänzchen noch recht zart sind (Die Zeit, 07.09.1990). - Einen Ueberblick über den Anbau der verschiedenen Weingewächse gibt folgende Zusammenstellung (Siebenlist, Die neueren wirtschaftspolitischen Fragen des deutschen Weinbaues, 1928).

Weinhecke   „Hecke aus Weinstöcken“

Quelle: Aufgelassene Weingärten, Vermehrungsflächen, Weinhecken usw. sind bis Ende Mai in einen ordnungsgemäßen Pflegezustand zu bringen oder zu roden (https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanische_Rebzikade, gesehen am 22.04.2013). - Als ich ans Ziel kam, fing Groß mich in seinen Armen auf, trug mich wie ein Kind hinter eine dichte Weinhecke und küßte mich (Sacher-Masoch, Meine Lebensbeichte, 1906).

Weinpflanze   „Weinrebengewächs, Weinstock, Vitis“

Quelle: Bel alten und hohen Weinpflanzen ist es einfacher, sie mit Fichtenrelsig zu umhängen (Berliner Zeitung, 19.11.1994). - Der unmittelbare Einfluß der Blattgallen auf die Weinpflanze ist äußerst gering (Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten 20, 1910).

Weinrebe   „Vitis vinifera, Weinpflanze“

Quelle: Die Pflege der Weinreben erfolgt durch die Mitglieder des "Vereins zur Förderung des historischen Weinbaus e. V." (Berliner Zeitung, 26.09.2005). - Dort fand ich neben alten efeuumsponnenen Schlössern ein freundliches Haus zwischen Nußbäumen und Weinreben (Braun, Memoiren einer Sozialistin: Kampfjahre, 1911).

Weinstock   „Rebstock, kultivierte Weinpflanze“

Quelle: Von der Terrasse vor La Concha öffnet sich der Blick über die Weinstöcke bis hinunter zum nahen Meer (Berliner Zeitung, 28.12.2005). - Entrüstet erklärten die Faller hierauf, zwei Dinge würden sie auf Erden nie in fremde Hände veräußern: ihren Buben und ihren Weinstock (Federer, Lachweiler Geschichten, 1911).

substantivisches Determinativkompositum mit Zierformbezeichnung als Hinterglied
Weingirlande   „Ziergirlande aus Weinlaub“

Quelle: Eine Kneipe in einem (ehemaligen) Winzerhaus, ein Biergarten unter rankenden Weingirlanden, schlichte bis primitive Küche und, bis auf wenige Ausnahmen, rustikal bis zu den Toiletten (Die Zeit, 11.11.2004). - Reis- und Maisfelder, überrankt von Weingirlanden, die an Maulbeer- und Obstbäumen hingen, große blaue und rote Blumen an den Wegen, ernste Zypressen, buntfarbige Schmetterlinge begleiteten mich bis zur Bahnstation (Berliner Tageblatt, 05.03.1917).

Weinkranz   „Kranz aus Weinlaub als Wirtshauszeichen“

Quelle: Auch nicht an manchen Mustern; sie sind noch die gleichen, an denen sich auch unsere Vorfahren erfreuten. Beispielsweise der grüne Weinkranz oder das "Zwiebelmuster" (Berliner Zeitung, 03.07.2004). - Wo der Weinkranz hängt, da wird Wein geschenkt! (Das Weinland: Zeitschrift für Kellertechnik und Weinbau, 1931).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Hinterglied
Weinberg   „Berghang, an dem Wein angepflanzt wird“

Quelle: Ein Meer von Weinbergen soweit das Auge reicht (Berliner Zeitung, 01.10.2005). - Die Vanozza gab in ihrem Weinberg in Vincoli bei Sankt Peter ein kleines Fest zur Feier der Weinlese (Klabund, Borgia, 1928).

Weinbezirk   „Bezirk, in dem es viel Wein gibt“

Quelle: Unter einem Heurigen versteht man einen diesjährigen Wein (s. S. 224) oder aber eine Gaststätte in den Weinbezirken Wiens (Leitner/Burstein, Wien ABC: Skurriles und Wissenswertes von Adabei bis Zentralfriedhof, 2007). - Baixo Douro (spr. baïßu doïru), Niederdouro, Weinbezirk in der portug. Prov. Traz oz Montes (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Baixo Douro).

Weindistrikt   „Distrikt, in dem es viel Wein gibt“

Quelle: Busby, der einen Teil seiner Jugend in französischen Weindistrikten verbracht hatte, war ein engagierter Liebhaber guter Tropfen (Leue, Erlebtes Neuseeland, 2002). - Die ersten Weinstöcke wurden bereits 1653 eingeführt, jedoch nahm der Weinbau größeren Umfang erst mit Ankunft der Hugenotten an, von denen die Mehrheit aus den französischen Weindistrikten stammte (Martens/Karstedt, Afrika, 1930).

Weindorf   „Dorf von Weinbauern“

Quelle: Ihringen wiederum sieht anders aus, als man sich ein typisches Weindorf vorstellt (Die Zeit, 01.06.2011). - Man trinke ihn möglichst auf den Weindörfern, und wenn die Zeit danach ist, versäume man niemals, den Most zu probieren (Tucholsky, Wer kennt Odenwald und Spessart?, 1928).

Weinfeld   „Feld, auf dem Wein angepflanzt wird“

Quelle: Nur der Frost zur Lesezeit sei ein Problem. Darum lässt sie an kritischen Tagen Hubschrauber über den Weinfeldern aufsteigen (Die Zeit, 25.04.2013). - In Dalmatien, auf den dalmatinischen Inseln, in Griechenland u.s.w. pflegt man den frischen Stallmist auf besonderen Plätzen oder an den Rändern der Weinfelder aufzustapeln (Reitter, Fauna Germanica. Die Käfer des Deutschen Reiches, 1908-16).

Weingang   „mit Weinlaub umrankter Gartengang“

Quelle: Mit drei Ellen Abstand von dem Staket folgt der Weingang (Wimmer, Geschichte der Gartentheorie, 1989). - Rund um den Garten führt der herrlichste Weingang; die Rebstöcke armdick (Curtius, Ein Lebensbild in Briefen, 1903).

Weingarten   „mit Wein bepflanzter Garten“

Quelle: Auch im Potsdamer Park Sanssouci haben die Schüler vor vier Jahren einen Weingarten angelegt und hölzerne Rankhilfen gebaut (Berliner Zeitung, 20.09.2005). - Erlau (ungar. Eger, lat. Agria), Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Heves, liegt zwischen Weingärten und Bergen im Tal des Egerflusses (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Erlau).

Weingebiet   „Gebiet, in dem es viel Wein gibt“

Quelle: Ich stelle den Wein aus dem Anbaugebiet Nahe, einem der kleinsten und feinsten der 13 deutschen Weingebiete, vor (Berliner Zeitung, 19.04.2004). - Ermellék, berühmtes Weingebiet im ungar. Komitat Bihar, nördl. von Großwardein (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Ermellék).

Weingebirge   „Gebirge, in dem es viel Wein gibt“

Quelle: Die nördlich des Angers von Kötzschenbroda liegende Weinbergsflur wurde bereits 1271 als Kötzschbergisches Weingebirge erwähnt, als Dietrich von Zlauschwitz zwölf Fuder Wein dem Kloster Sitzenroda lieferte (https://de.wikipedia.org/wiki/Radebeuler_Steinrücken, gesehen am 22.04.2013). - Die östlichste Gruppe der Westkarpathen ist die von Eperjes südwärts (zwischen der Tarcza, dem Hernád und der Topla) sich erstreckende trachytische Hegyalja, die im N. in das sogen. Sóvárer Gebirge (Simonka 1092 m) und im S. in das berühmte Tokayer Weingebirge oder die eigentliche Hegyalja (Gergelyberg 787 m) ausläuft (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Karpathen).

Weingefilde   „Gegend, in der es viel Wein gibt“

Quelle: Die Tagung wurde durch eine Höhenrundfahrt durch den Schwarzwald beschlossen. Sie führte aus den Weingefilden des Breisgaus durch das Glottertal nach den verschneiten Höhen von St. Peter, St. Märgen und Hinterzarten (Weinbau und Kellerwirtschaft, 1932).

Weingegend   „Gegend, in der es viel Wein gibt“

Quelle: Dabei könnte helfen, dass das hüglige Land nordwestlich von Lyon zweifellos eine der schönsten europäischen Weingegenden ist (Die Zeit, 05.09.2009). - Die hauptsächlichsten Weingegenden finden sich in dem die Rheinebene begleitenden Hügelland (Markgräflerland, Breisgau, Kaiserstuhl, die Offenburger und Bühler Gegend) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Baden [1]).

Weingehänge   „Weinhang, mit Weinstöcken bepflanzter Abhang“

Quelle: Gros de Vand, das Mittelstück des Waadtlandes, dessen Weingehänge am Genfer See La Côte (um Nyon-Morges) und La Vaux (um Cully) heißen und zum Plateau des Jorat (deutsch Jurten, 932 m) sich erheben (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schweiz).

Weingelände   „mit Weinstöcken bepflanztes Gelände“

Quelle: Da wird Heinrich von Kleist genannt, der, auf dem Weingelände des Steinbergs stehend, meinte: "In der Tiefe liegt die Stadt wie in der Mitte eines Amphitheaters." (Die Zeit, 03.01.1975). - Casanova stand allein in einem mäßigen, mit allem Notwendigen ausgestatteten, doch ziemlich kahlen Raum, durch dessen vier schmale hohe Bogenfenster sich ein weiter Blick nach allen Seiten auf die sonnbeglänzte Ebene mit grünen Weingeländen, bunten Fluren, gelben Feldern, weißen Straßen, hellen Häusern und dunklen Gärtchen darbot (Schnitzler, Casanovas Heimfahrt, 1918).

Weingut   „landwirtschaftliches Gut, auf dem Wein produziert wird“

Quelle: nur einen Katzensprung entfernt, auf Waiheke Island, befinden sich die besten Weingüter des Landes (Der Tagesspiegel, 20.03.2005). - Fuckel, Leopold, Botaniker, geb. 3. Febr. 1821 zu Reichelsheim in der Wetterau, war Besitzer eines Weingutes in Östrich im Rheingau und starb 8. Mai 1876 in Wien (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Fuckel).

Weinhalde   „mit Weinstöcken bepflanzte Halde“

Quelle: Ich verließ die Weinhalde und fuhr in das Gewerbegebiet am Alten Gaskessel (Ritzel, Halders Ruh, 2010). - Mittels Terrassen erstrecken sich beispielsweise die Weinhalden ununterbrochen bei Martigny von 495-810 m ü. M., bei Sion von 510-830 und bei Visperterminen sogar von 720-1100 m (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Wallis [3]).

Weinhöhe   „mit Weinstöcken bepflanzte Anhöhe“

Quelle: Ein Arne, "reich an Weinhöhen", hat Homer im Schiffskatalog bei den Boiotern aufgezählt (Heidrich, Olympia's Uhren gingen falsch, 1987). - Der Ort liegt malerisch am Ausgang einer engen Klamm, überragt von den Ruinen der Burg Klöch und den schönen Weinhöhen des Seindl und des Hohenwart (Österreichisches Tourenbuch, 1960).

Weinhügel   „mit Weinstöcken bepflanzter Hügel“

Quelle: Der Plan, die bekannte Rotkäppchen-Sektkellerei einen Weinhügel in Sanssouci bewirtschaften zu lassen, scheiterte allerdings an baustatischen Problemen (Berliner Zeitung, 13.01.2005). - links stiegen Weinhügel gelinde an, rechts über den Rand einer Gartenmauer neigten sich Kronen uralter Bäume (Schnitzler, Casanovas Heimfahrt, 1918).

Weinhütte   „Hütte in einem Weinberg“

Quelle: Jemand hat beobachtet, wie Sie Grönert, der hilflos an die Wand der Weinhütte genagelt war, ein Messer ins Herz gerammt haben (Schmid, Mannheimer Todesmess, 2013). - Mit dem Beller Markt und den übrigen vorgenannten hatte der St. Johanner bis in die neueste Zeit die Weinhütten gemein, die aber jetzt verschwunden sind (Hessische Blätter für Volkskunde, 1912).

Weinlage   „für den Weinbau geeignetes Areal“

Quelle: Kein Wunder, dass die Römer die guten Weinlagen, die zum heutigen Rheinland-Pfalz gehören, einige Jahrhunderte lang gegen den Einfall der Barbaren aus den Nebelwäldern verteidigten (Berliner Zeitung, 28.08.2004). - Der Geisenheimer ist eine durch Bukett und Feuer ausgezeichnete Rheinweinsorte, die beste Weinlage ist der Rothenberg (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Geisenheim).

Weinland   „Land, in dem viel Wein wächst“

Quelle: Das Weinland Spanien bietet den Winzern vielfältige Möglichkeiten (Berliner Zeitung, 01.10.2005). - Vom Areal entfallen 22,6 Proz. auf Ackerland, 0,5 auf Weinland, 16,5 auf Wiesen und Gärten, 9,5 auf Weiden, 37,3 auf Wald, und 13,5 Proz. sind unproduktiv (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Siebenbürgen).

Weinlaube   „mit Wein überwachsene Gartenlaube“

Quelle: Die für die Region typischen Weinlauben verschwinden Lage für Lage (Die Zeit, 24.05.1996). - In der Weinlaube saßen die beiden (Wille, Glasberg, 1920).

Weinleite   „mit Weinstöcken bepflanzter Abhang“

Quelle: Auch Schreie von geschlagenen Häftlingen, 10 bis 15 Todesfälle und die Ermordung eines Häftlings durch Erhängen "auf der Weinleite oberhalb des Kirschgartens" finden sich in einer Aussage des Ermittlungsverfahrens (Benz/Distel, Das Ende der Konzentrationslager, 2004). - Pazeid war früher der Name einer Weinleite (Archiv für österreichische Geschichte 101, 1911).

Weinort   „Winzerdorf, Ortschaft, in der viel Wein angebaut wird“

Quelle: Eine Spezialität der Mosel, die in jedem Weinort anzutreffen ist: die Straußwirtschaft (Berliner Zeitung, 31.03.2001). - Hallau, zwei Ortschaften des schweizer. Kantons Schaffhausen, Bezirk Unter-Klettgau: Ober-H., evang. Pfarrdorf, 439 m ü. M., mit (1900) 532 Einw., und Unter-H., Marktflecken und Bezirkshauptort, als Weinort weit bekannt, mit 1855 meist evang. Einwohnern und einem Elektrizitätswerk (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hallau).

Weinpfalz   „derjenige Teil der Pflalz, in dem Wein angebaut wird“

Quelle: Weinfeste satt gibt es in jedem Jahr in der Weinpfalz (Die Zeit, 28.08.1992). - Er stammt nicht umsonst aus der Weinpfalz (Tucholsky, Ulk, 1918).

Weinplantage   „Areal, auf dem Weinstöcke angepflanzt sind“

Quelle: Viele der ehemaligen Gehöfte in Olivenhainen und Weinplantagen wurden inzwischen von Städtern aus Bari, Tarent oder Brindisi gekauft (Berliner Zeitung, 25.09.1999). - Bis an den Fuß des Gebirges ziehen sich die endlosen Weinplantagen (Die Zeit, 11.05.1950).

Weinstadt   „Stadt, in der viel Wein produziert wird“

Quelle: Ein Meer von Weinbergen soweit das Auge reicht. Und mittendrin Langenlois, die größte Weinstadt Österreichs, in der siebenhundert Weinbauern zu Hause sind (Berliner Zeitung, 01.10.2005). - Unter den am M. liegenden Ortschaften ist hier außer Offenbach und Frankfurt besonders die Weinstadt Hochheim zu nennen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Main [2]).

Weinstraße   „Straße, die durch eine Weingegend führt“

Quelle: Die Weinstraße Niederösterreich führt durch acht Anbaugebiete (Berliner Zeitung, 26.10.2005). - Nach dem pseudonymen Verfasser dieser Späße wurde von der Münchener Polizei gefahndet, wie man in Rußland einen gefährlichen Anarchisten sucht, und ich glaube, die sonst so gemütliche Hermandad der Weinstraße wurde nur deshalb so gereizt gegen die Partei des Zeitgeistes, weil die rote Nase des Polizeikommissärs kein ruhiges Stündlein mehr hatte (Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1909-11).

Weinstrom   „Fluss, an dem viel Wein wächst“

Quelle: Der Duero oder Douro, wie er im Spanischen bzw. Portugiesischen genannt wird, ist mit seinen 900 km Länge der iberische Weinstrom par excellence (Der Brockhaus Wein, 2005).

Weintal   „Flusstal, in dem viel Wein wächst“

Quelle: Aber auf unserer Urlaubsfahrt von Los Angeles nach San Francisco biete sich doch ein Abstecher auf halber Strecke an, um in den Weintälern von Santa Ynes den Spuren von "Sideways" zu folgen (Berliner Zeitung, 02.07.2005). - Blickt man bei hellem Sonnenschein durch die drachenzahnigen Zinnen der Maurenburg droben über die Terrassengärten und das breite Weintal von Colares zum Meer, so erkennt man auf dem letzten Hügel einen niedrigen Rundbau mit flachgeschwungenem Pfannendach (Die Zeit, 18.12.1952).

Weinterrasse   „terrassenförmig angelegter Weinberg“

Quelle: Ein sanfter Wind streicht über die Olivenhaine und Weinterrassen von Smokvica (Die Zeit, 29.06.2013). - Wem wären nicht ähnliche Worte über die Lippen gekommen, wenn er von einem der Vogesengipfel seinen Blick über das lachende Land zwischen den Weinterrassen und dem aufblitzenden Strom schweifen ließ! (Grucker, Die Vogesen, 1908).

Weinabteilung   „Teil einer Örtlichkeit, die für Wein genutzt wird“

Quelle: Zwei verschiedene Primeurs sind in der Weinabteilung im Kaufhof am Alex zu verkosten (Berliner Zeitung, 20.11.2002). - Eine anständige Sommerfrische besteht in einer Anhäufung derselben Menschen, die du bei dir zu Hause siehst, sowie in einer Gebirgsbar, einem Oceandancing und einer Weinabteilung (Tucholsky, Die Kunst, falsch zu reisen, 1929).

Weinbude   „Verkaufsbude für Wein“

Quelle: Gut, daß sie nicht erst im August kommen, wo die zum jährlichen "Alstervergnügen" gehörenden Fritten-, Currywurst-, Bier- und Weinbuden den Rathausplatz besetzen (Die Zeit, 17.03.1989). - Empfindlichere suchten Unterkunft in den Weinbuden, insbesondere beim feurigen Spanier in der Bodega (Münchner Neueste Nachrichten, 04.10.1900).

Weinbudike   „Verkaufsbude für Wein“

Quelle: Nach den Sitzungen des General Court bequemten sich die Deputierten in die King's Arms Taverne, die Assistants nahmen mit einer Weinbudike vorlieb (Raeithel, Geschichte der nordamerikanischen Kultur, 1987). - ich saß einmal in einer kleinen Weinbudike, spät zwischen zwölf und eins, mit irgend einem milchbärtigen Kavalier (Sack, Paralyse, 1913-14).

Weincarabaret   „Cabaret mit Weinausschank“

Quelle: Otto Reutter, der verflossene Coupletsänger, der im letzten Hosenknopf mehr Witz und Humor hatte als heute ein ganzes Weincabaret mit garantiert exklusivem Publikum, Otto Reutter hat im Laufe seiner vierhundertachtundachtzig Couplets auch eines gesungen, das den Refrain hatte: "Da bin ich stolz, daß ich ein Deutscher bin!" (Tucholsky, Ein Pyrenäenbuch, 1927).

Weingewölbe   „Kellergewölbe zur Aufbewahrung von Wein“

Quelle: Rheinhessische Weingewölbe muss man gezielt ansteuern. Sie verstecken sich auf Winzerhöfen hinter großen Holztoren (Berliner Zeitung, 03.05.2003). - Etzlers unterirdisch Weingewölbe räumten die Mausköpfe aus, soffen sich voll und erschlugen ein paar Bürgersleute (Wille, Die Abendburg, 1909).

Weinhalle   „großes Weinlokal“

Quelle: Chaves zum Beispiel, das Aquae Flaviae der Römer, ist ein Gewirr alter Gassen, an den Hausfassaden hängen wackelige Holzveranden, darunter gibt es winzige dunkle Läden, kühle Weinhallen und Cafés, die nur von Männern besucht werden (Die Zeit, 28.08.2003). - Louis Tullius Joachim, franz. Architekt, Sohn des vorigen, geb. 11. Febr. 1791 in Rom, gest. 1. Dez. 1853 in Paris. machte seine Studien in Paris und widmete sich unter Percier und Fontaine der Architektur, ward 1817 Bauleiter an der Weinhalle in Paris (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Visconti [2]).

Weinhaus   „Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Im Weinhaus Zur ewigen Lampe sitzt der Zigarrenhändler Franz Raveaux und hält feurige Reden gegen den Klüngel der betuchten Bürger (Die Zeit, 11.02.2010). - Der Angeklagte ist unmittelbar nach dem Mord ins Weinhaus gegangen! (Tucholsky, Der Mann, der ein Kind ertränkt, 1928).

Weinkeller   „Keller, in dem Wein aufbewahrt wird“

Quelle: Am Schluss kann man die Gerichte, an deren Herstellung man mitgewirkt hat, zusammen mit einem edlen Tropfen aus dem hauseigenen Weinkeller genießen (Berliner Zeitung, 17.09.2005). - Selten findet man in Privatkreisen noch einen Weinkeller (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Weinkneipe   „einfaches Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Wer die Weinkneipen näher kennenlernen will, braucht natürlich mehr Zeit (Berliner Zeitung, 29.05.1999). - Er liegt in der hinteren Stube bei Adelens Aufenthalt, was eine Weinkneipe ist, Prenzlauer Allee 112, Hofgebäude links, Kellerstiege (Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919).

Weinladen   „Ladengeschäft, in dem Wein verkauft wird“

Quelle: An manchen Sommertagen, wenn gerade keine Kundschaft da ist, sitzt Marcus Baumgart vor seinem Weinladen in der Invalidenstraße (Berliner Zeitung, 27.06.2005). - Nach diesem Andantesatze ging das Lachallegro wieder los und dauerte, bis wir der Kühle halber in ein neues Zimmer unten gingen, wo eine Art Weinladen eingerichtet war (S. Wagner, Erinnerungen, 1923).

Weinlager   „Raum, in dem Wein gelagert wird“

Quelle: Der Keller wurde zum Weinlager ausgebaut (Berliner Zeitung, 11.09.2001).

Weinlager   „Vorrat an Wein“

Quelle: Ich habe ihm geholfen, sein wertvolles Weinlager nach der Potsdamer Straße zu überführen (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Weinlokal   „Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Es ist schon eine ganze Weile her, da eröffnete Wolf-Dieter Poschmann in Köln sein eigenes Weinlokal (Berliner Zeitung, 15.05.2004). - "Künstlerkneipe" nannte sich im Untertitel das Weinlokal "Simplicissimus" des Fräulein Kathi Kobus in der Türkenstraße zu München (Mühsam, Unpolitische Erinnerungen, 1927-29).

Weinmarkt   „Markt, auf dem mit Wein gehandelt wird“

Quelle: Der Münchner Aussteller ist auf den Messen Deutschlands zu Hause, auf Handwerksmessen, Weinmärkten und der Messe Interpolice (Berliner Zeitung, 26.01.2005). - An einem Dezembertag schritt sie über den Weinmarkt und wollte durch ein enges Gäßchen zum Hallertor (Wassermann, Das Gänsemännchen, 1915).

Weinrestaurant   „Restaurant, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Im Weinrestaurant "Uhle" unweit vom Schweriner Marktplatz fanden im Februar 1969 die DDR-Meisterschaften im Schach statt (Berliner Zeitung, 10.09.2005). - Nachher hat mich's alsmal gereut, denn der Kleine hat überraschend schnell Karriere gemacht, wurde Oberkellner im Zentralhotel und nachher im Kaiserhof und ist heute Besitzer eines der vornehmsten Weinrestaurants des Westens (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Weinrestauration   „Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Und er feierte das Andenken seiner Mutter für sich allein, ganz allein, in einer Weinrestauration (Fr. Huch, Pitt und Fox, 1909).

Weinschenke   „Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Auch an anderen Orten wird weltweit in Weinschenken, Restaurants und Bars - oft zu nostalgischer Akkordeon-Folklore - wieder der junge Wein verkostet (Die Zeit, 17.11.2011). - Man hörte die Türe gehen und gleich darauf trat Dr. Kreuzer zu ihnen in die Weinschenke (Meyrink, Des Deutschen Spiessers Wunderhorn, 1913).

Weinspeicher   „Vorratsraum für Wein“

Quelle: Die mengenmäßig eher durchschnittliche Ernte im Jahr 2011 konnte die Weinspeicher nicht wieder auffüllen (Die Zeit, 10.01.2013). - Kontorfassaden, deren Putz aus der Dickenszeit zu stammen scheint, massive blanke Messingschilder, drinnen düstere Gänge, riesige Weinspeicher und oben in den Büros manchmal noch Stehpulte (Die Zeit, 21.10.1960).

Weinspelunke   „sehr einfaches Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Entlang der Pilgerstraßen etablierte sich bald eine spezielle Kette von Weinspelunken und Bordellen, und selbst auf den Schiffen nach Jerusalem mieteten sich gewerbsmäßig Huren ein (Frey/Siniveer, Eine Geschichte der Folkmusik, 1987). - Sein Atelier – das waren die Weinspelunken Antwerpens (Bredt, Belgiens Volkscharakter, Belgiens Kunst, 1915).

Weinstube   „kleines Weinlokal“

Quelle: am Freitagabend kommen geladene Gäste, die beweisen, dass Schulz zwar eine altmodische Weinstube betreibt, aber mit seinen Weinen auf der Höhe der Zeit ist (Der Tagesspiegel, 27.05.2005). - Es gab eine Weinstube im Schloß zu Waldleiningen, worin sich gemütlich kneipen ließ (Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919).

Weinterrasse   „Gastterrasse, auf der Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Zahlreiche Weinlokale sind auch weiter elbabwärts zu finden. So erreicht man die Weinterrassen Kämpfe oder die Weinstube der ersten sächsischen Weinkönigin auch mit einem der historischen Schaufelraddampfer (Berliner Zeitung, 18.08.2001). - aber wie sauber ist alles, wie höflich sind Kellner und Wirte noch in dem kleinsten Lokal, und ich muß an das in schlechtem Fett gebratene Schnitzel und an die Weinterrassen meiner Heimat denken (Tucholsky, Ausflug nach Robinson, 1924).

Weinwirtschaft   „Weinlokal“

Quelle: Doch das Treffen in der Rostocker Weinwirtschaft verläuft für Latchinian, so sagt er, anders als erwartet (Die Zeit, 07.05.2015). - Aber darüber könne ich Auskunft erhalten in der Weinwirtschaft zur Pepita, wo der Student verkehre (Wille, Glasberg, 1920).

Weinzelt   „Festzelt, in dem Wein ausgeschenkt wird“

Quelle: Veranstaltet wird der Christkindlmarket Chicago mit fast 70 Ständen und einem Bier- und Weinzelt von der Gesellschaft German American Services (Der Tagesspiegel, 19.12.2004). - In den Weinzelten wird gelacht, gesungen, geschunkelt (Horster, Ein Herz spielt falsch, 1905).

substantivisches Determinativkompositum mit Behälterbezeichnung als Hinterglied
Weinbütte   „großes Traggefäß für Weintrauben“

Quelle: Joseph Anton Kochs Federzeichnung zeigt den Oberaufseher in Gestalt eines Kentauren mit einer Pfeife im Mund und einer Weinbütte auf dem Rücken (https://de.wikipedia.org/wiki/Karikatur_auf_den_Oberaufseher_Leutnant_Johann_Nieß, gesehen am 22.04.2013). - Die Holzwaren der Bernauer gingen zur Basler Messe in hochgeladnen Wagen mit Gelten, Kübeln, Weinbütten, Milchgefäßen, Rübhobeln, Hackbrettern, Holztellern, Koch- und Schöpflöffeln u. dgl. (H. Thoma, Im Winter des Lebens, 1919).

Weinamper   „großes Weingefäß“

Quelle: Weinamper zum Hinaustragen des Weines (Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, 1962).

Weinbecher   „Becher für Wein“

Quelle: Hinter den Fahrkartenentwertern stehen Glasvitrinen mit originalen Schaustücken. Schön bemalte Amphoren, Weinbecher, Kannen, Honigbehälter, Ölgefäße, Öllampen, Parfümfläschchen, Spielzeug aus Terrakotta, Küchenutensilien aus Marmor (Die Zeit, 02.10.2002). - Das wären Märchen, sagte der König, und wer dergleichen gesehen hätte, möchte wohl tief in den Weinbecher statt ins Wasser geblickt haben (Huch, Der große Krieg in Deutschland, 1912-14).

Weinbehälter   „Behälter für Wein“

Quelle: Wenn Diogenes wirklich in einem Weinbehälter gehaust hat, dann in einer Amphore, denn das Fass wurde erst lange nach Christi Geburt bekannt (Die Zeit, 01.06.2011). - Der Küchenwagen enthält alle Einrichtungen, die selbst für längere Reisen nötig sind, als verschiedene Kochmaschinen, Vorräteräume, Eisschränke, Weinbehälter u. dgl. (Röll, Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, 1914).

Weinbouteille   „Flasche für Wein“

Quelle: So sehr bin ich auf den Supermarkt fixiert, dass mir zuerst nicht klar ist, dass ich im Vorübergehen in ein Schaufenster mit Weinbouteillen, Trauben und frischen Früchten blicke (Biron/Grebenicek, Hysterisch funktionieren: Überleben in der Spassgesellschaft, 2002). - das Oel ist die Ursache des Geruches, an dem man an einer leeren Weinbouteille selbst nach langer Zeit noch erkennen kann, daß Wein darinn war (Mitteilungen zur Geschichte der Medizin der Naturwissenschaften und der Technik, 1940).

Weinbüchse   „Behälter für Wein“

Quelle: Neben diesen für die 1654-55 erstmals erbaute, im Zweiten Weltkrieg zerstörte Friedenskirche in Glogau geschaffenen Leuchtern hat er für die Barbarakirche in Breslau eine Abendmahlskanne (1708) und eine Weinbüchse (1709) angefertigt (Pechstein, Deutsche Goldschmiedekunst, 1987).

Weineimer   „Gefäß und Maßeinheit für Wein“

Quelle: Der Bergeimer für Most wich vom normalen Eimer ab und hatte 68 Köpfel. Der Weineimer hatte 88 Köpfel (https://de.wikipedia.org/wiki/Köpfel, gesehen am 22.04.2013). - Im Amte Weitenstein berechnete man den Weineimer zu 14 Vierteln (Holzhausen, Gurker Urbare (Bistum und Kapitel) in Auswahl, 1951).

Weinfass   „Fass für Wein“

Quelle: Rundbögen, Säulen, blau-weiß karierte Tischdecken und ein Weinfass auf der Theke geben dem Gastraum dieses Flair (Berliner Zeitung, 07.02.2004). - wie Trinker um ein Weinfaß lagen sie müde um die Reste des Ochsen (Kafka, Ein altes Blatt, 1917).

Weinflasche   „Flasche für Wein“

Quelle: An Sommerabenden sitzen hier Studenten mit Weinflaschen auf den Mauern (Die Zeit, 02.12.2014). - Die Hände in den Hosentaschen, die Weinflasche auf dem Tisch, liege ich halb, halb sitze ich im Schaukelstuhl und schaue aus dem Fenster (Kafka, Ein Bericht für eine Akademie, 1917).

Weingallone   „Maßeinheit für Wein“

Quelle: Im Jahr 1706, während der Herrschaft von Königin Anne, wurde die Weingallone daher redefiniert als ein Quader mit einer Abmessung von (3 × 7 × 11) inch³ (https://de.wikipedia.org/wiki/Gallone, gesehen am 22.04.2013). - Man mißt Längen neben der Vara = 0,836 m mit dem englischen Yard, Flüssigkeiten mit dem altenglischen Weingallon, Getreide mit der Zollfanega von 150 Libras = 69,02 kg (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Chile).

Weingebinde   „Fass für Wein“

Quelle: Quartaut war ein französisches Volumenmaß und auch die Bezeichnung für ein Weingebinde (https://de.wikipedia.org/wiki/Quartaut, gesehen am 22.04.2013). - Neben der Ein- und Auslagerung von Gütern besorgt das Lagerhaus auch die provisionsfreie und unentgeltliche Verkaufsvermittelung von Cerealien in Quantitäten nicht unter 5000 Kilogramm und von Weingebinden nicht unter 50 Liter (Sociale Verwaltung in Oesterreich am Ende des 19. Jahrhunderts, 1900).

Weingefäß   „Gefäß für Wein“

Quelle: 2500 Jahre alt ist ein 43 Zentimeter langes und 25 Zentimeter hohes bronzenes, mit goldenen und türkisen Intarsien verziertes chinesisches Weingefäß in Form eines Tapirs (Die Zeit, 15.03.2007). - Barak tritt ein, eine riesengroße kupferne Schüssel auf den Armen tragend, ihm voraus der Einäugige, den Dudelsack spielend, der Bucklige bekränzt und ein großes Weingefäß schleppend, der Einarmige, mit noch einer kleineren Schüssel (Hofmannsthal, Die Frau ohne Schatten, 1919).

Weingeschirr   „Behälter für Wein“

Quelle: Auf dem Tauschweg kamen Wein und Weingeschirr höchstens bis zur Heuneburg (Rieckhoff-Pauli/Biel/Abels, Die Kelten in Deutschland, 2001). - Sehr oft war damit ein Weingeschirr gemeint (Neuphilologische Mitteilungen, 1958).

Weinglas   „Trinkglas für Wein“

Quelle: Das Ressort "Lifestyle" informierte, wie der Mann von Welt mit einem Weinglas zu hantieren hat (Berliner Zeitung, 09.07.2005). - Neben die Weingläser, von denen man ein weißes für roten, ein grünliches für weißen Wein und vielleicht noch ein Spitzglas oder einen Kelch für Champagner hinsetzt, stellt man links den Kompottteller (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Weinhumpen   „großes Trinkgefäß für Wein“

Quelle: In den Geschäften standen Weinhumpen und Nussknacker (Die Zeit, 16.04.2014). - Der Muggendorfer Pfaffe wußte diese schmeichelhafte Rede Eppeles nur mit einem Kopfnicken zu erwidern und tat grüblerisch einen tiefen Schluck aus dem großen Weinhumpen (Ramlow, Deutsche Jungens auf Fahrt, 1934).

Weinkanne   „Kanne für Wein“

Quelle: Sie sollte Wein holen und sich mit der Weinkanne an das Bett stellen (Die Zeit, 08.10.2009). - Nun erschien ein alter, feister Ritter und sagte, er wär der Kupferschmied und so stark, daß ihm kein Mensch widerstehen kunnt; tat auch gar gewaltig und schrie nach der Weinkanne (Christ, Mathias Bichler, 1914).

Weinkante   „Kanne für Wein“

Quelle: Später ist von Aufbewahrung der 30 zinnernen Weinkanten die Rede, die den durchreisenden Prälaten, Provinzialen oder Fürsten, auch Frauen, die Drillinge gebaren, mit Wein gefüllt verehrt wurden (Strobel, Die Kunstdenkmäler der Stadt Schwäbisch Gmünd, 1995).

Weinkaraffe   „geschliffenes Glasgefäß für Wein“

Quelle: Enge Gefäße wie Vasen oder Weinkaraffen lassen sich mit Schalen von sechs Eiern, dem Saft einer halben Zitrone oder 1/2 Glas Essig reinigen (Berliner Zeitung, 26.03.2004). - Mrs. Stonefield... früher Steinfeld! - hatte mich gescholten wegen einer zerbrochenen Weinkaraffe (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Weinkelch   „Kelch für Wein“

Quelle: In Mattons Film jedoch geht es mehr um das Kunstgewerbliche, die Borte auf einem Busen oder das blinkende Kristall eines Weinkelchs (Berliner Zeitung, 03.05.2001). - Da wird er Hunger haben und mit Begierde nach Speise und Weinkelch langen (Reinacher, Der Tod von Grallenfels, 1918).

Weinkiste   „Kiste für den Transport von Weinflaschen“

Quelle: Ich schlurfte in den Keller, setzte mich auf eine Weinkiste, beweinte leise mein Schicksal und den Ruin meines Chefs (Die Zeit, 17.12.2009). - Wegen der Weinkiste, das wird woll im Februar steigen - im Januar habe ich für diese welschen Torheiten kein Göld (Tucholsky, Brief an Rudolf Leonhard, 13.01.1932).

Weinkorb   „Korb für den Transport von Weinflaschen“

Quelle: Für seine Ess- und Weinkörbe, die er sich bestellte, halfen dann wieder die Hotels aus - sie alle warten bis heute auf ihr Geld (Der Tagesspiegel, 14.10.2004). - die Gauner ziehen den Wagen in die Einfahrt, bringen das Pferd in ihren Stall, wo sie ihm die Haare färben werden, um es gleich zu verkaufen, und tragen die eingewickelten Speisen und die Weinkörbe in den Festsaal, wo sich denn bald eine schöne und erhebende Feier entwickelt (Ernst, Komödianten- und Spitzbubengeschichten, 1920).

Weinkrug   „Krug für Wein“

Quelle: Wer bei dem Etikett "italienisches Restaurant" ein auf rustikal getrimmtes Etablissement mit karierten Tischdecken und getöpferten Weinkrügen assoziert, dürfte sich hier wohl fühlen (Der Tagesspiegel, 02.02.2000). - Tobias trank; dann ergriff er selbst den Weinkrug, schenkte sich noch ein Glas voll und stürzte es hinab (Schnitzler, Die Frau des Richters, 1925).

Weinkübel   „Gefäß, in dem der Wein gekühlt wird“

Quelle: Beflissen eilen sie von Tisch zu Tisch, füllen Gläser auf, stellen mit Eis gefüllte Weinkübel neben die Tische (Berliner Zeitung, 25.06.2005).

Weinkufe   „Tonne für Wein“

Quelle: Das als Weinkufe bezeichnete Maß wurde in 160 Halbe geteilt und entsprach 133,3719 Liter (https://de.wikipedia.org/wiki/Gönczer_Faß, gesehen am 22.04.2013). - Die Kufe, nach der der Handwerker heißt, ist die Weinkufe (Neue Jahrbücher für das klassische Altertum, Geschichte und deutsche Litteratur und für Pädagogik, 1918).

Weinpokal   „großes Trinkgefäß für Wein“

Quelle: Eine enorme Auswahl von Holztellern, Aschenbechern und Weinpokalen wurde im Mekka deutscher Weinseligkeit angeboten (Die Zeit, 04.04.2013). - Knabe, wenn ich König bin, / so laß ich deinen Namen in das Gold / des Weinpokales graben, draus ich trinke / zu Abend (Hofmannsthal, Ödipus und die Sphinx, 1906).

Weinrömer   „Pokalglas mit Hohlschaft für Wein“

Quelle: Denn die Weinkönigin ist heute nicht mehr die entzückende Winzerstochter, die im gerüschten Dirndl und einem 3 Liter-fassenden Weinrömer gereimte Trinksprüche aufsagt und nur zur Dekoration mit auf dem Foto platziert wird (Das Deutsche Weinmagazin, 2004). - Die oberbayerischen Rindenbilder, die mainfränkischen Wappenteller und die schwarzwälderischen Wetterhäuschen kommen aus der Fabrik in Hersbruck bei Nürnberg, die Weinrömer mit irgendwelchen aufgemalten oder eingeschliffenen Ruinen oder Landschaften aus Rheinbach bei Bonn, die Taschenmesser mit allen erdenklichen Stadtsilhouetten, Symbolen, Wappen und Städtenamen aus Solingen-Ohligs (Die Zeit, 28.10.1966).

Weinsack   „schlauchartiger Weinbehälter“

Quelle: Voraus geht ein tanzender Pan und ein den Weinsack schwingendes Paar (Thiem, Das römische Reiseskizzenbuch des Florentiners Giovanni Battista Naldini, 2002). - Auf dem Markt und unterwegs trinken die Bauern und Hirten aus Lederflaschen, kleinen Weinsäcken, die den Wein schön frisch halten (Tucholsky, Ein Pyrenäenbuch, 1927).

Weinschale   „Trinkschale für Wein“

Quelle: Inmitten der Szenerie sitzt ein junges, leicht bekleidetes Liebespaar mit der Weinschale in der Hand (Die Zeit, 20.09.1991). - Neue Weinschalen besitzen keine flachen, horizontalen, sondern etwas konkave Böden (Zeitschrift für Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel 15, 1908).

Weinschlauch   „Schlauch zur Aufbewahrung von Wein“

Quelle: Das erste mit Weinschläuchen beladene Tier galoppiert, von vier Männern an Stricken gehalten, den Hang hinauf (Der Tagesspiegel, 01.03.2001). - Wie schön waren diese Abende in dem kleinen Stübchen der Weinstube in der Neuen Wilhelmstraße, "Das schwarze Ferkel", die ihren Namen nach einem gefüllten, bessarabischen Weinschlauch trug, der unter sehr oberflächlicher Ähnlichkeit mit einem dunklen Borstentier unter dem Pfosten der Eingangstür pendelte (Schleich, Besonnte Vergangenheit, 1921).

Weinschoppen   „Gefäß und Maßeinheit von Wein“

Quelle: Auch zuvor gibt es nur Flüssiges, allerdings: statt Alsterwasser, Weizenbier oder Weinschoppen bestenfalls ein gesundes Teechen oder schlichtes Mineralwasser (Der Tagesspiegel, 27.08.1999). - Solchem Fühlen gab sich Hainlin gern auf dem Balkon einer Schifferkneipe hin, genannt "Zum Rheinkranen". Einsam saß er da beim Weinschoppen (Wille, Glasberg, 1920).

Weinschüssel   „Schüssel für Wein“

Quelle: Besonders nahe steht unserem Gefäß eine "Weinschüssel" der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts n. Chr. mit dem gleichen Gedicht (Archaeologische Mitteilungen aus Iran 18, 1986). - Man hörte auf dem "Lohengrin" den Bowlenlöffel leerschöpfend durch die irdene Weinschüssel fahren und jemanden von den Schiffern sagen, die Hauptsache sei, daß Friede bleibe (Ponten, Rheinisches Zwischenspiel, 1937).

Weinstof   „Gefäß und Maßeinheit für Wein“

Quelle: Demnach benutzte man in Danzig auch einen Weinstof von 82 /14 Pariser Kubikzoll = 1,631 Liter (Witthöft, Umrisse einer historischen Metrologie zum Nutzen der wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Forschung, 1979).

Weinstutz   „Trinkgefäß für Wein“

Quelle: Er hatte schon den zinnernen Weinstutz in der Hand, stellte ihn wieder auf den Schanktisch hin, ballte die Faust und sprang auf den Schreier zu (Ganghofer, Der Ochsenkrieg, 1914).

Weinstutzen   „Trinkgefäß für Wein“

Quelle: Der große, vierschrötige Redling hatte schon sein zweites Achterl Birnernen aus seinem Weinstutzen getrunken (Maßfelder, Heimatbilder: Kindheitserinnerungen aus Spital am Pyhrn, 2005). - Bald schleppte der Schankbursche Weinstutzen herbei, so viel er ihrer zu tragen vermochte (Hohlbaum, Österreicher, 1914).

Weintonne   „großes Weinfass“

Quelle: Ein blaunasiger Bauer hockte plump vor seiner langen Weintonne (Die Zeit, 24.10.2002). - Du, wenn du ein guter Kamerad sein willst, draußen im Hof ist die Weintonne, geh' und hol' Wein! (Dirr, Kaukasische Märchen, 1922).

Weinzisterne   „Sammelbehälter für Wein“

Quelle: In den Boden dieses Kellerraumes ist eine zementierte Weinzisterne eingelassen (Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena/Thüringen: Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe 14, 1965).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Hinterglied
Weingeländer   „Geländer, an dem die Weinreben emporklettern“

Quelle: Vorlauben und Weingeländer können hier und da, z.B. in Gröden, Dorfstr. 7, angetroffen werden (Grundmann/Hanspach, Der Schraden, 2001). - Die Soldaten kletterten mit Hilfe der eisernen Fenstergitter an den Weingeländern des Hauses empor und stahlen sogar die unreifen Trauben (Neues Archiv für sächsische Geschichte und Altertumskunde, 1911).

Weingerüst   „Gerüst, an dem die Weinreben emportklettern“

Quelle: Steine hängen in Drahtschlaufen am Ende der Weingerüste und halten in ständiger Spannung die Weinreben zur Sonne hoch (Das Buch von der Steiermark, 1968).

Weinhacke   „Hacke für die Bodenbearbeitung im Weinberg“

Quelle: Fragt man die Átányer, wievielerlei Hacken sie gebrauchen, zählen sie drei oder auch vier Arten auf: Die Weinhacke, die Männerhacke, und die Frauenhacke, eventuell auch noch die Rübenhacke (Fél/Hofer, Geräte der Átányer Bauern, 1974).

Weinhaue   „Hacke für die Bodenbearbeitung im Weinberg“

Quelle: Sie unterscheiden zwischen dem Karst, der Weinhaue oder -hacke, der Räumhacke, der Radehaue, der Keilhaue und der Steinhacke (Weinhold, Winzerarbeit an Elbe, Saale und Unstrut, 1973). - 2 400 Ms. kosteten 50 Hacken und Weinhauen (St. Zweig, Magellan: Der Mann und seine Tat, 1938).

Weinmesser   „Messer zum Beschneiden der Weinstöcke“

Quelle: Gaggenau 1938–1958: In geteiltem Schild oben in Rot ein silberner Sester, unten in Silber ein schwarzes Weinmesser (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Wappen_im_Landkreis_Rastatt, gesehen am 22.04.2013). - In Silber zwischen zwei schräggekreuzten grünen Lorbeerzweigen ein blaues Weinmesser (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 1964).

Weinpfahl   „Pfahl zum Abstützen des Weinstocks“

Quelle: Die Bewohner erhielten 1573 das Recht, in dem Wald hinter der Senftenberger Pfarre Weinpfähle für die Weinberge zu schlagen (https://de.wikipedia.org/wiki/Rauno, gesehen am 22.04.2013). - Man benutzt das weiche, aber dichte, feste und zähe, schwer spaltbare und dem Wurmfraß nicht unterworfene Holz zu Drechslerwaren, Spazierstöcken, Weinpfählen und Peitschenstielen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Wacholder).

Weinspalier   „Gitterwerk, an dem die Weinranken emporwachsen“

Quelle: Die drei Fenster im Erdgeschoss der Hauptansicht tragen gerade Verdachungen, drumherum befindet sich ein beranktes Weinspalier (https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Nizzastraße_(Radebeul), gesehen am 22.04.2013). - Lautlos wie ein Marder kletterte ich am Weinspalier in die Höhe (Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1909-11).

Weinstab   „Stützstecken für den Weinstock“

Quelle: als das eines Löwen bezeichnet das Fell hingegen Kremydi-Sicilianou, Zeus 367 zu Nr. 525; letztere beschreibt auch den Stock als "knotigen Weinstab" (Vonderstein, Der Zeuskult bei den Westgriechen, 2006). - Weinstock und Rebe spielen ja in der mandäischen Literatur eine große Rolle, so daß der Stab ursprünglich durchaus ein Weinstab gewesen sein kann (Rudolph, Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, 1960).

Weinstecken   „Stützstecken für den Weinstock“

Quelle: Er selbst wollte diese Setzlinge einpflanzen und auf seine Kosten alles für eine Rebschule Notwendige wie Dünger und Weinstecken etc. beistellen (Hofmann/Korab, Weinviertel: Wunderbares - Unerforschtes - Verborgenes, 2003). - Die Tschechoslowakei war auch bis zum Jahre 1931 Hauptlieferantin in Weinstecken (Centralblatt für das gesamte Forstwesen, 1933).

Weinglocke   „Glocke, mit der den Weinlokalen die Sperrstunde angezeigt wird“

Quelle: Sie läutet außer zum Vaterunser auch in der Zeit von Michaelis bis Ostern um 21 Uhr als Erinnerung an den mittelalterlichen Brauch, den Abendschoppen rechtzeitig zu beenden; die Lambertusglocke wurde daher auch Bier- oder Weinglocke genannt (https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtkirche_(Bad_Hersfeld), gesehen am 22.04.2013). - In Mainz hatte 1418 der städtische Wachtmeister darauf zu achten, daß die Weinglocke - wohl das spätere "Lumpenglöckchen" - pünktlich geläutet wurde (Potthoff/Kossenhaschen, Kulturgeschichte der Deutschen Gaststätte, 1933).

Weinhahn   „Zapfhahn des Weinfasses“

Quelle: Siehe da, es ist ein irdener Topf- oder Pfannenteil, bunt bemalt, oder auch mal ein bronzener Öl- oder Weinhahn oder eine beinahe neu aussehende glasierte Ofenkachel (Der Tagesspiegel, 04.04.1998). - Da steht seit 8 Tagen - ich habe eben erst imrch Schaden klug werden müssen - an sonniger, geschützter Stelle eine altersschwache Tonne mit einem abgelegten Weinhahn: daraus fließt Tropfen um Tropfen auf ein schräg gestelltes Brett (Praktischer Wegweiser für Bienenzüchter, 1907).

Weinheber   „Gerät zum Entnehmen von Wein aus dem Fass“

Quelle: Weinheber bezeichnet einen Gegenstand zur Entnahme von Wein (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinheber, gesehen am 22.04.2013). - Außer diesen Weinhebern beweist die Kanne des Töpfers Kolchos (abgebildet Umschau Fig. 3), daß bereits den Griechen des 6. Jh. die Wirkung des Luftdrucks in der Praxis des Handwerks lange vor den theoretischen Erwägungen der Gelehrten bekannt gewesen ist (Jahresbericht über die Fortschritte der klassischen Altertumswissenschaft, 1907).

Weinkarte   „Verzeichnis der in einem Lokal angebotenen Weine“

Quelle: Auf der Weinkarte finden sich vorwiegend gute württembergische Weine von Aldinger, Wöhrwag, Dautel (Berliner Zeitung, 22.01.2005). - Kellner präsentiert Adelaide die Weinkarte (Hofmannsthal, Arabella, 1928).

Weinkelter   „Weinpresse“

Quelle: Familie Kusterer besitzt die älteste Weinkelter Süddeutschlands, erbaut 1347 (Die Zeit, 15.07.2010). - Um die Darstellung Christus in der Weinkelter hat sich die christliche Kultur in verschiedenen europäischen Ländern bemüht (Steigelmann, Der Wein in der Bibel, 1962).

Weinkork, Weinkorken   „aus Kork bestehender Verschluss für Weinflaschen“

Quelle: Die Weiterverarbeitung des Korkes zum Weinkorken erfolgt in heimischer Produktion (https://de.wikipedia.org/wiki/Carnoules, gesehen am 22.04.2013). - Ein Arbeiter schneidet an einem Tag 1000-1200 Stück Weinkorke (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kork [1]).

Weinkühler   „Gefäß, in dem der Wein gekühlt wird“

Quelle: Weingenießer freuen sich auch über Zubehör wie einen doppelwandigen Weinkühler für den Weißwein (Berliner Zeitung, 26.11.1999). - Zwischen den Türen steht ein großes Büfett von Eichenholz, darauf Weinkühler, Bowlen usw. (Hartleben, Rosenmontag, 1900).

Weinleiter   „für den Transport von Weinfässer benutzte Leiter“

Quelle: Die Weinleiter diente den Schrötern als Hilfsmittel, um schwere Weinfässer zu transportieren (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinleiter, gesehen am 22.04.2013). - Die Weinleiter als Stadtwappen ist in einer Urkunde des Jahres 1337 zum ersten Male bezeugt (Fresin, Die Geschichte der Stadt Weinheim, 1962).

Weinmühle   „Walzenquetsche für Weinbeeren“

Quelle: Die Anlage befindet sich etwa 1200 Meter westlich der Ortsmitte von Breithardt, nahe der Weinmühle, auf einem auf Fels basierenden, ins Tal hereinreichenden Sporn (https://de.wikipedia.org/wiki/Altschloss_(Breithardt), gesehen am 22.04.2013). - In diesen Fehden mit den von Hohenstein und den Grafen von Katzenelnbogen könnte Graf Adolf das gegen Hohenstein gerichtete alte Schloß auf einem Bergauslauf westlich der Weinmühle erbaut haben (Nassauische Annalen 80, 1969).

Weinpresse   „Kelter, Gerät zum Auspressen der Weinbeeren“

Quelle: Zum Weinleseauftakt demonstrierten die Heilbronner Wengerter an der Riedstraße, dem Standort der größten und ältesten Weinpresse Deutschlands (Berliner Zeitung, 06.10.2001). - Torkel (lat. torculum), in Süddeutschland s.v.w. Kelter, Weinpresse (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Torkel).

Weinschöne   „Mittel zum Verbessern des Weins“

Quelle: Braune Gelatine (Weinschöne) dient zur Klärung trüber Weine (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1906, s.v. Gelatine).

Weintafel   „Anschlagstafel, auf der der angebotene Wein verzeichnet ist“

Quelle: Diese Verordnung besagte, dass guter, unverfälschter Wein "geweist", das heißt von den "Weinkiesern" (amtliche Weinkoster) zu einem besonderen Preis an der Weintafel ausgewiesen werden sollte (May/Schilz, Gasthäuser: Geschichte und Kultur, 2004). - An der Wand nebenan eine alte Weintafel mit dem Verzeichnis der Sorten, die ein Nürnberger Wirt des 17. Jahrh. auszuschenken hatte (Die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen des Germanischen Museums, 1904).

Weintrichter   „Trichter zum Umfüllen von Wein“

Quelle: Es gibt Weintrichter, die oben wie eine große Schale sind; die Trichteröffnung setzt man in einen Beutel, den man in das große Gefäß einsetzt; die Schale ist außen vergoldet und bunt dekoriert (Ostasiatische Zeitschrift, 1937).

Weintrotte   „Kelter, Weinpresse“

Quelle: Lauf als Weingemeinde besitzt eine Weintrotte aus dem 16. Jahrhundert, die in den 1970er Jahren entdeckt und renoviert wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Lauf_(Baden), gesehen am 22.04.2013). - Von künstlerischer Gestaltung war oft schon die Weintrotte (Elsässische Stammeskunde, 1944).

Weinwaage   „Instrument zur Messung des Alkoholgehalts des Weins“

Quelle: Einen wichtigen Beitrag zur Kultur des Weinanbaus in Baden leistete Ferdinand Öchsle mit der Erfindung der Weinwaage (https://de.wikipedia.org/wiki/Großherzogtum_Baden, gesehen am 22.04.2013). - Der Wein wird meist mit der Wagner'schen Weinwaage gewogen (Wein und Rebe, 1937).

Weinzeichen   „Wirthauszeichen eines Weinlokals“

Quelle: Die Übertragung des Begriffs auf blinkende und dann auch flatternde Bänder (im Mittelenglischen taucht filteren für flattern auf) und Streifen im Kranz oder Busch, der als Bier- oder Weinzeichen ausgehängt war, ist nahe liegend (Pegnitz: 650 Jahre Stadt, 2004).

Weinzeiger   „Wirtshauszeichen eines Weinlokals“

Quelle: Die Gasthäuser machten ihre besondere Funktion durch außen am Haus ausgehängte Zweige oder Buschen deutlich, wobei zwischen Bier- und Weinzeiger unterschieden wurde (Spring/Kos/Freitag, Im Wirtshaus: eine Geschichte der Wiener Geselligkeit, 2007). - Franz Josef Melli, bürgerlicher Schneidermeister und Hausbesitzer in der Klostergasse, steckt hierauf den grünen Weinzeiger aus (Commenda, Volkskunde der Stadt Linz an der Donau, 1959).

substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Hinterglied
Weinherbst   „Herbst als Jahreszeit der Weinlese“

Quelle: Beim Weinherbst in Niederösterreich dauern die Veranstaltungen rund um den Wein bis Ende November (Die Zeit, 09.09.1999). - Der Weinherbst 1948 brachte in Frankreich einen hohen Mengenertrag bei durchschnittlich geringen Qualitäten (Die Zeit, 03.03.1949).

Weinmonat   „Oktober“

Quelle: Weinmonat steht für: den Monat Oktober im gregorianischen Kalender (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinmonat, gesehen am 22.04.2013). - Weinmonat, deutscher Monatsname, soviel wie Oktober (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v.).

Weinmond   „Oktober“

Quelle: Hatte es im vergangenen Weinmond in der Stadt noch geheißen, man wolle Gut und Blut für das Evangelium wagen, so sah man sich angesichts der drohenden Übermacht der kaiserlichen Truppen nun doch gezwungen, klein beizugeben (Niehaus, Die Stadtärztin, 2014). - Im Frühjahr vom Saatpflügen auf dem Haferfeld, im Mai vom Brachen, im Juli vom Rühren, im Herbstmond vom Werfen der Stoppeln und im Weinmond vom Felgen des Korngrundes (Kolbenheyer, Die Kindheit des Paracelsus, 1917).

Weinjahr   „Jahr in Bezug auf die Weingewinnung“

Quelle: Nach einem guten Weinjahr reicht unsere Ernte für bis zu tausend Flaschen (Berliner Zeitung, 20.09.2005). - Ein in guten Weinjahren aus vollkommen reifen edlen Trauben gewonnener Most liefert bei rationeller Behandlung ohne alle weitern Zutaten, selbst ohne Schönen, einen vorzüglichen Naturwein (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Wein).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied
Weinanlage   „Fläche, auf der Wein angepflanzt ist“

Quelle: Auch sonst besteht großer Forschungsbedarf, denn die Fachleute wissen nicht einmal, wie der Parasit in gesunde Weinanlagen gelangt (Die Zeit, 13.09.2001). - Nordöstlich von der Stadt liegen die 114 m hohen Weinberge mit Obst- und Weinanlagen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Guben).

Weinanpflanzung   „Fläche, auf der Wein angepflanzt ist“

Quelle: Erste Weinanpflanzungen hat es bereits im 16. Jahrhundert auf Anweisung von Cecilius Calvert, 2. Baron Baltimore, Sohn von George Calvert, 1. Baron Baltimore gegeben (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinbau_in_Maryland, gesehen am 22.04.2013). - Auch von den in Mendoza lebenden Deutschen nennen die meisten eine Weinpflanzung ihr eigen (Kaerger, Die La-Plata-Staaten, 1901).

Weinbau   „das Anbauen von Wein“

Quelle: Bei Paul Fürst in Franken machte sie eine Ausbildung zur Winzerin, anschließend studierte sie im Rheingau Weinbau (Die Zeit, 06.05.2014). - Daher waren auf der anderen Seite Gebiete, wie die Bourgogne, die wir als eigentliche Weingebiete anzusehen gewohnt sind, noch nicht im entferntesten so sehr auf Weinbau spezialisiert, wie später (Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, 1939).

Weinblüte   „das Blühen des Weinstocks“

Quelle: Sie wurden von dem Berner Historiker Professor Christian Pfister erarbeitet, durch Kompilierung einer Unzahl von historischen Angaben (rund 80000) aller greifbaren Art – von Daten über Saat und Ernte, Weinblüte und Weinlese, Gletscherstände, Vollgefrieren der Seen und anderen Beobachtungen (Die Zeit, 21.10.1988). - Leider verlief aber der Juni kühl mit öfterem Regen, und nur die letzte Woche brachte schönes, warmes Wetter, welches aber mit Beginn des Juli umschlug und mit Ausnahme einiger herrlicher Tage, vom 15.-18. Juli, bis Ende Juli kühl blieb, mit fast täglichen Regenschauern, was die Weinblüthe sehr in die Länge zog und stark schädigte (Jahresberichte der Industrie- und Handelskammer Wroclaw, 1901).

Weinernte   „Lese, das Ernten der Weintrauben“

Quelle: Man könnte zur Weinernte an die Mosel oder zum Wanderreiten an die Havel (Die Zeit, 15.10.2009). - Die italienische Weinernte schätzt der italienische Ackerbauminister, wie uns ein Privat-Telegramm meldet, auf 41 Millionen Hektoliter (Berliner Tageblatt, 03.02.1903).

Weinkultur   „Anbau und Pflege des Weins“

Quelle: Schließlich ist das Mittelmeer die Wiege der europäischen Weinkultur (Berliner Zeitung, 26.07.2003). - Die größte Weinkultur besitzen Tenerife (Laguna, Orotava, Tacaronte, Matanza), Gomera (Herminga), Ferro (Jolfo) und Palma (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kanarienweine).

Weinlese   „Weinernte, das Abernten der Weintrauben“

Quelle: Bei der Weinlese an den Hängen der Nordkurve des Stadions Wilmersdorf wurden 250 Kilo Trauben geerntet (Berliner Zeitung, 13.10.2005). - als ich ihn kurz vor seinem Tode noch einmal im Walde bei Buoch traf, wo er seinen schönen Landsitz hatte, schlug er mir vor, mit ihm eine Fahrt zur Weinlese in den Taubergrund zu machen und dort die historischen Plätze aufzusuchen (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

Weinpflanzung   „das Anpflanzen von Weinstöcken“

Quelle: Andererseits gibt es auch Techniken der Weinpflanzung, bei denen kein Tiefpflug eingesetzt wird (Casselmann, Spuren des Menschen, 2010). - Es gibt gewisse Analogien in der Verfahrensweise beim zweiten Zehnten und bei der "vierjährigen Weinpflanzung" (Meyer, Die Mischna, 1962).

Weinpflanzung   „Areal, auf dem Weinstöcke angepflanzt sind“

Quelle: Und der sternklare Himmel über der kleinen Bühne, die man im Hof eines alten Schlosses zwischen Weinpflanzungen und Olivenhainen aufgeschlagen hat, paßt sowieso ganz wunderbar zu dem Traumsingspiel (Berliner Zeitung, 15.07.1999). - endlich folgt längs der Vogesen eine sanft ansteigende Hügelregion mit zahlreichen Ortschaften, Obst- und Weinpflanzungen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Elsaß-Lothringen).

Weinpflege   „Kultivierung des Weins und des Weintrinkens“

Quelle: Die Firma Hofgrün, die ihre Gärtnerei in der Dresdener Straße aufgeben mußte, will am neuen Ort neben der Weinpflege die Beratung und Ausführung von Hofbegrünungen fortsetzen (Berliner Zeitung, 22.04.1995). - In Brixlegg sollte man das "Rolandseck" aufsuchen, ein kleines, aber gemütliches Gasthäuschen, wo man sich mit besonderem Eifer der guten Weinpflege, der Leberwurst und dem Gselchten widmet (Die Zeit, 06.03.1964).

Weinreife   „das Reifwerden der Weinbeeren“

Quelle: Weinreife, Lesezeit, Weinertrag, Weinqualität und Weinpreis sind Faktoren, die sich in den Klimadaten der vergangenen Jahrhunderte oft verblüffend gut widerspiegeln (Profil 39, 2008). - In Nordamerika von Mexiko bis Kanada nach der Reblaus der gefährlichste Weinschädling, der besonders bei verzögerter Weinreife und starken Populationen sowie in trockenen Jahren durch Saftentzug große Schäden hervorruft (Blunck/Reh, Tierische Schädlinge an Nutzpflanzen, 1958).

Weinwachs   „das Wachsen des Weins“

Quelle: Wolfgang Jobst nennt in seiner Beschreibung des Kurfürstentums Brandenburg von 1572 den Weinwachs nach Getreidebau an zweiter Stelle der Landeserzeugnisse (Fröhlich, Die Zisterzienser und ihre Weinberge in Brandenburg, 2010).

Weinwuchs   „das Wachsen des Weins“

Quelle: Die Wahrnehmung extremer Klimaerscheinungen nimmt dabei fast immer von den Folgen für den Weinwuchs ihren Ausgang (Brunner (Hg.), Würzburg, der Grosse Löwenhof und die deutsche Literatur des Spätmittelalters, 2003). - Die Stuttgarter Weinrechnungen, genauer gesagt: die ältesten chronikalischen, regelmäßig fortgeführten knappen Nachrichten über Witterung, Weinwuchs und Güte des Stuttgarter Weins beginnen mit dem Jahr 1256 (Decker-Hauff, Geschichte der Stadt Stuttgart, 1966).

Weinzucht   „Kultivierung des Weinbaus“

Quelle: Später machte man sich in Keszthely um die Weinzucht verdient (https://de.wikipedia.org/wiki/Balaton, gesehen am 22.04.2013). - Gleichzeitig legen die weinerzeugenden Länder besonderes Gewicht darauf, der Weinzucht aufzuhelfen (Die Alkoholfrage 13, 1917).

Weinabstich   „das Abfließenlassen des Weins“

Quelle: Beim Weinabstich erfolgt eine Sauerstoffzunahme von 0,2-1,5 mg/l (http://eaton-wein.de/2016/04/14/pure-lees-longevity-inaktivierte-weinhefe-zur-aufnahme-von-geloesten-sauerstoff-in-wein/, 14.04.2016). - Es ist nicht nötig, täglich die dem Weinabstich entsprechende Menge Trester zu entfernen (Mitteilungen der Höhere Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wien- und Obstbau Klosterneuburg, 1954).

Weinabsud   „Absud mit Wein“

Quelle: Den so entstandenen Weinabsud füllt man in kleine Flaschen, um diese kühl und dunkel zu lagern (http://blog.kraeuterpfarrer.at/category/gesundheitstipps/page/44/, 26.02.2015). - Mit dem Silberdistelgeist oder dem Weinabsud waschen die Gebirgsbauern und Viehhirten die Wunden und offenen Geschwüre der Haustiere (Willfort, Gesundheit durch Heilkräuter, 1967).

Weinaufguss   „aufgegossene, weinhaltige Flüssigkeit“

Quelle: Naturfilets, die noch tiefgefroren kurz gebraten werden, sind mit ein paar Kräutern und einem dezenten Weinaufguss im Nu vollendet (News: Politik, Geld, Szene, Leute, 2006). - Den üblen Geruch aus dem Munde suchte er schon damals durch Zahnpulver und einen aromatischen Weinaufguss zu bessern (Hygienische Rundschau 12, 1902).

Weinausfuhr   „Export von Wein“

Quelle: Tatsächlich hatten sie in den letzten zehn Jahren ihre Weinausfuhr auf 19,4 Millionen Hektoliter verdoppelt (Die Zeit, 01.06.1984). - Felanitx (spr. -nitsch), Stadt auf der span. Insel Mallorca, Bezirk Manacor, mit Weinbau und Weinausfuhr, Branntweinbrennerei, Fabrikation von porösen Wasserkühlern und (1900) 11,294 Einw. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Felanitx).

Weinausschank   „das Ausschenken des Weins“

Quelle: allein 2003 ging der Weinausschank in der Gastronomie um 15 Prozent zurück (Potsdamer Neueste Nachrichten, 24.06.2004). - Nur in Württemberg, Hessen und Elsaß-Lothringen kommen Steuern vom Weinausschank vor (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schanksteuer).

Weinbad   „medizinisches Bad mit Wein“

Quelle: Gehrys Haus ist ein Themen-Hotel: mit einem Saal für die Weinprobe, einer Spezialbibliothek, einer Wellness-Zone für Weinbäder, zwei Restaurants und gerade eben 14 Zimmern (Die Zeit, 10.11.2005). - wird nicht natürliches Wasser, sondern ein andrer Stoff (rein oder als Zusatz zum Wasser) zum Baden benutzt, so nennt man das Bad ein medizinisches. Hierher gehören: [...]Tanninbäder, Tropfenbäder, Weinbäder, Zerstäubungsbäder (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1904, s.v. Bad [1]).

Weinbann   „Gebiet, in dem jemand das Weinprivileg hat“

Quelle: Es ist möglich den Aufstand mit dem schon entwickelten Weinhandel und mit der Opposition der Bürger, d. h. wohl in erster Linie der Kaufleute, gegen den bischöflichen Weinbann zu erklären (Kaiser/Kaiser-Guyot, Trunkenheit und Gewalt im Mittelalter, 2002). - Daraus ergibt sich aber noch nicht, daß der Weinbann eine Ergänzung der Münzhoheit war, denn es kam beim Weinbann doch nicht auf die Funktion des Weins als Zahlungsmittel an, sondern auf seine Eigenschaft als Handelsware (Zeitschrift für schweizerische Geschichte 17, 1937).

Weinbedarf   „Menge des benötigten Weins“

Quelle: Klöster haben immer einen hohen Weinbedarf, schon wegen des Konsums von Messwein (Die Zeit, 24.10.2013). - Der Absatz geht im allgemeinen auf das Land und soweit diese Weinhandlungen ihren Weinbedarf nicht selbst unter der Kelter decken, werden sie sogar von den Weingroßhandlungen der Städte beliefert (Combe, Die Bedeutung des Weinbaues für die württembergische Volkswirtschaft, 1933).

Weinbehandlung   „Herstellung des Weins“

Quelle: Es wird bewusst auf die Verwendung von SO2 bei der Most- und Weinbehandlung, mehr oder weniger verzichtet (https://de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Weinbau, gesehen am 22.04.2013). - Schönen, in der Färberei soviel wie Avivieren (s. Färberei, S. 322); in der Bier- und Weinbehandlung soviel wie klären, besonders das Klären mit Hausenblase oder Leim (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. schönen).

Weinbereitung   „Herstellung des Weins“

Quelle: Die antike Methode der Weinbereitung hat sich in Georgien bis in unsere Zeit gerettet (Die Zeit, 01.06.2011). - Die wacholderähnlichen Beeren gegen Skorbut, auch zur Weinbereitung benutzt (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Empetrum).

Weinbestand   „Menge des vorhandenen Weins“

Quelle: Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault hat am Freitag einen Teil seiner umfangreichen Weinbestände versteigern lassen (Die Zeit, 06.12.2013). - Da er Ende Mai 1882 hier in Berlin erfuhr, daß der frühere Portier Lodomez hiesiger Vertreter des Geschäfts gewesen, so fragte er diesen nach dem Wert der in der Inventur vom 31. Dezember 1879 aufgeführten Weinbestände (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Weinbestellung   „das Ordern des Weins“

Quelle: leere Gläser werden übersehen, Weinbestellungen falsch ausgeführt, Rotweine zu warm gelagert (Die Zeit, 11.09.2008). - Das Endresultat ihrer Weinbestellung ist, daß sie sich ein Glas recht kalten und recht frischen Wassers kommen läßt (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Weinbesteuerung   „das Besteuern des Weins“

Quelle: Jedenfalls teilte der Bonner Finanzminister seinem Kabinettskollegen Ignaz Kiechle unlängst mit, daß er den Brüsseler Vorstoß ablehne, eine EG-einheitliche Weinbesteuerung einzuführen (Die Zeit, 21.06.1991). - Flächensteuer, Arealsteuer, Steuer, bei der die Größe der Grundfläche als Maßstab dient, kommt bei der Tabak- und Weinbesteuerung vor (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Flächensteuer).

Weinbrand   „Spirituose aus einem Weindestillat“

Quelle: Traditionelle deutsche Spirituosen, vor allem lokale Spezialitäten wie etwa Weinbrand, verlieren zunehmend an Bedeutung (Berliner Zeitung, 24.12.2005). - Dann aber kamen sie doch in den Handel, und um zu zeigen, wie fein und vornehm der neue Tabak sei, nannte man ihn nun: Pebeco privat. Und das griff dann auf den Gottbehüte Weinbrand über und auf den Sekt, und jetzt heißen auch schon Schreibmaschinen so (Tucholsky, Privat, 1922).

Weindeputat   „bestimmte Weinmenge als Teil einer vereinbarten Besoldung“

Quelle: Wer jedoch eine Schriftstellerin, einen Schriftsteller deutscher oder ausländischer Provenienz wirklich ehren will, sollte bedenken, daß es mit einem Trostpreis, einem Weindeputat oder dem Gegenwert einer auf mehrere Monate angemieteten möblierten Wohnung nicht getan ist (Der Tagesspiegel, 20.01.2000). - Zumindest früher erhielten die Minister von den staatlichen Domänen Weindeputate (Die Zeit, 01.03.1974).

Weindestillat   „Ergebnis der Destillation von Wein“

Quelle: Weinbrand ist eine geschützte Bezeichnung für Weindestillate aus Deutschland (Berliner Zeitung, 15.04.2004). - Kognak, mit Hilfe von Weindestillat hergestellter Trinkbranntwein (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kognak).

Weindusel   „Weinrausch“

Quelle: Im Weindusel gab sich Matter bald als "Lüscher", bald als „Lüthy" aus (Halder, Bernhart Matter, 1792-1854: berüchtigter Gauner, Sozialrebell und Kultfigur, 2003). - Erich Krahn, der gleichen alten Leipziger Ratsherrenfamilie entstammend wie Großpapa, legte ihr in leisem Weindusel den Arm um die Schulter (Ompteda, Das alte Haus, 1913).

Weineinfuhr   „Import von Wein“

Quelle: Im Jahr 1394 mahnte der Rektor und eine Gruppe von Professoren, darunter Hermann von Höxter, den Rat der Stadt Heidelberg an, die in den Privilegien zugesicherte zollfreie Weineinfuhr zu sichern (https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Höxter, gesehen am 22.04.2013). - 1900 belief sich die ausländische Weineinfuhr im Hafen von B. auf 685,000 hl (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bordeaux [2]).

Weineinkauf   „das Einkaufen des Weins“

Quelle: Er dirigiert den Weineinkauf, verwaltet die 67-seitige Karte und überwacht einen Keller, der mehr als eine Million Mark Kapital bindet (Die Zeit, 27.12.2001). - Man berechnete danach den Ertrag der Weinberge und die Preise bei Weineinkäufen im großen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Culleus).

Weinertrag   „Menge des erzeugten Weins“

Quelle: Historische Angaben über den Oechslegrad und den Weinertrag pro Hektar Anbaufläche machten eine Klimarekonstruktion bis in das Jahr 1691 möglich (Die Zeit, 29.05.1987). - Der gesamte Weinertrag belief sich 1903 auf 518,483 hl im Werte von 12,1 Mill. Mk. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hessen [4]).

Weinerzeugung   „Herstellung von Wein“

Quelle: Natürlich wird auch im Land der klassischen Weinerzeugung, in Frankreich, Wein versteigert (Die Zeit, 24.11.2005). - Die jährliche Weinerzeugung bringt durchschnittlich 110-130 Mill. hl in den Weltverkehr (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Welthandel und Weltverkehr).

Weinexport   „Ausfuhr von Wein“

Quelle: Da die EU aber gleichzeitig den europäischen Weinexport nicht gefährden wollte, hat sie für US-Importe immer Ausnahmen gemacht (Berliner Zeitung, 10.12.2005). - Der französische Weinexport hat sich trotz der durch den Kaufkraftschwund in allen Ländern geschaffenen, mehr oder weniger dauernden Absatzkrise in den letzten drei Jahren auf erfreulich hohem Niveau gehalten (Die Zeit, 26.06.1952).

Weinextrakt   „medizinischer Auszug aus Wein“

Quelle: Die Wirkung des Weinextrakts hing vom Polyphenol-Gehalt ab (Berliner Zeitung, 20.12.2001). - Ist endlich der größte Teil der Kohle oxydiert, so gibt man von neuem das unterdessen eingedampfte Weinextrakt von 50 ccm Wein hinzu (Bericht der Höheren staatlichen Lehranstalt für Wein-, Obst-, und Gartenbau zu Geisenheim a. Rh., 1908).

Weinfabrikation   „Herstellung von Wein“

Quelle: In der nahegelegenen Höhle Areni 1 wurden der weltweit älteste, vollständig erhaltene Lederschuh und die älteste Weinfabrikation aus der Kupfersteinzeit entdeckt (https://de.wikipedia.org/wiki/Areni, gesehen am 22.04.2013). - Önanthol, Önanthaldehyd, stark und unangenehm riechende Flüssigkeit, entsteht bei der Destillation von Rizinusöl; wird durch Chromsäure oxydiert zu Önanthsäure (Önanthylsäure, Heptylsäure), deren bei 187° siedender Ester wie Firnewein riecht und als künstliches Weinöl oder Önanthäther zur Weinfabrikation dient (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Önanthol).

Weinfälschung   „Verfälschung von Wein durch verbotene Zusätze“

Quelle: Nun muss man zwar konzedieren, dass Weinkritiker und einige Qualitätswinzer des Landes den Weinfälschungen auf die Schliche gekommen sind und sie öffentlich gemacht haben (Die Zeit, 15.01.2004). - Weiter haben die Interpellanten bemängelt, daß der Zuckerzusatz nicht als Weinfälschung angesehen wird (Vossische Zeitung, 08.03.1907).

Weinfest   „Fest, bei dem Wein getrunken wird“

Quelle: Im Münchner Olympiapark ist am Sonntag ein viertägiges Weinfest zu Ende gegangen (Berliner Zeitung, 06.06.2005). - Vinalien, ein von den Römern 23. April und 19. Aug. dem Jupiter (s. d., S. 379), später auch der Venus zu Ehren begangenes Weinfest; an dem ersten Termin zapfte man den vorjährigen Wein zuerst an, an dem zweiten opferte man für das Geraten des neureifenden Weines (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Vinalien).

Weinfleck   „durch verschütteten Wein entstandener Fleck“

Quelle: Sie wird diese Hose hin und wieder aus dem Schrank nehmen, an den Weinflecken schnuppern und sich an das Jahr mit Elias erinnern (Berliner Zeitung, 17.07.2004). - Er hatte sich einen Gehrock von Onkel Biermann geborgt, der bis auf einige Weinflecke schön erhalten war (Essig, Der Taifun, 1919).

Weinfuder   „Ladungsmenge und Maßeinheit für Weinfässer“

Quelle: Eine zweite Änderung der gotischen Architektur fand gegen Ende des 18. Jahrhunderts statt, als im Zusammenhang mit der Aufstellung der großen Weinfuder in den Seitenschiffen die hohen Arkaden durch den Einzug von Wandteilen eingeengt und scheinbar in zwei Geschosse aufgeteilt wurden (https://de.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Sainte-Marie_de_Valmagne, gesehen am 22.04.2013). - Ein Bietigheimer Weinfuder entsprach drei Mailänder Fuder (Müller, Altwürttembergische Urbare aus der Zeit Graf Eberhards des Greiners, 1934).

Weinfuhre   „Transportmenge an Weinfässern“

Quelle: so war geregelt, dass die Westerwälder einmal Korn zu fahren hatten und einmal acht Tage eine Weinfuhre vom Rhein in die Schlösser Dillenburg, Herborn, Beilstein oder Liebenscheid zu bringen (https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_zum_Westerwald, gesehen am 22.04.2013). - auch hatte er sich geweigert, von seinen eigenen Weinfuhren Zoll zu bezahlen (Ruppersberg, Geschichte der ehemaligen Grafschaft Saarbrücken, 1908).

Weingärung   „das Gären des Weins“

Quelle: Spumante ist nach deutschem Verständnis ein Sekt. Er bekommt seinen starken Druck aus zwei Gärungen, der ersten normalen Weingärung und der zweiten, bei der zugesetzter Zucker und Hefe die typischen Sektbläschen entstehen lassen (Berliner Zeitung, 05.07.2003). - Bei der Weingärung sind einige spontan auftretende Hefen (Saccharomyces ellipsoideus Hansen und S. apiculatus Rees), bei der Gärung des Milchweins (Kefir) S. Kefyr Beyerinck wirksam (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gärungspilze).

Weingelage   „Gelage, bei dem Wein getrunken wird“

Quelle: man würde wie üblich ein bisschen chatten und virtuelle Kaffeekränzchen und Weingelage abhalten (Der Tagesspiegel, 04.08.2002). - Also meint H. mit andern, der Hausierer und der Kapitän seien beim Weingelage des Hausherrn anwesend (Berliner philologische Wochenschrift 35, 1915).

Weingenuss   „das Weintrinken“

Quelle: Der Weingenuss beginnt bereits beim Öffnen der Flasche (Berliner Zeitung, 05.03.2005). - Hier soll er bei häufigem Verweilen in den Gasthäusern, besonders in jugendlicher Gesellschaft dem Bier- und Weingenuß über das Maß der Zuträglichkeit gehuldigt haben (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Weingesang   „Lied, das man beim Weintrinken singt“

Quelle: Der Freiheitsdichtung war man überdrüssig geworden, der Glaube an die Vervollkommnungsfähigkeit des Menschengeschlechts war dahin und als beste Erholung erschienen noch die Märchen- und Weingesänge der Romantik (Stadler, Herbert Spencer, 1913).

Weingesang   „Art des Vogelschlags“

Quelle: Lenz (1835) reihte die folgenden, für die Gegend um Schnepfenthal gewöhnlichen Schläge auf 1) Der scharfe Weingesang oder gleiche Scharfe; 2) Der schlechte Weingesang (Die Gefiederte Welt 113, 1989). - Die Liebhaber unterscheiden viele Schläge (Schmalkalder Doppelschlag, scharfer und schlechter Weingesang, Kienöl, tolles Gutjahr, Reiter, Reitzug, Würzgebühr, Werre, Klagscheid, Putzschere), und ausgezeichnet gute Schläger wurden sehr hoch bezahlt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Fink [1]).

Weingeschäft   „Ladengeschäft, in dem Wein verkauft wird“

Quelle: Acht Weingeschäfte zwischen Friedrichshain und Zehlendorf haben wir getestet (Berliner Zeitung, 23.12.2005). - In Pompeji fand man unter andern das Relief einer von einem Maultier getriebenen Mahlmühle als Schild eines Bäckerladens, am Milchladen eine Ziege, am Weingeschäft zwei Amphora tragende Männer (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hausschilder).

Weingeschäft   „Handel mit Wein“

Quelle: Foster's war ins Zentrum von Übernahmespekulationen geraten, nachdem die Australier im Mai ihr defizitäres Weingeschäft in ein eigenes Unternehmen ausgelagert hatten (Die Zeit, 21.06.2011). - Zwar blühte bis in die Goldenen Gründerjahre hinein das Weingeschäft (Die Zeit, 21.10.1960).

Weingewinnung   „Herstellung von Wein“

Quelle: Die Trauben finden, während die Rebsorte zur Weingewinnung fast nur in Südtirol und Württemberg genutzt wird, unter der Bezeichnung Black Hamburg weltweit starke Verwendung als Tafeltraube (https://de.wikipedia.org/wiki/Trollinger, gesehen am 22.04.2013). - auch einige andere Arten der Gattg. Vitis (s.d.), z.B. V. labrusca L., werden zur Weingewinnung kultiviert (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Wein).

Weinhandel   „Handel mit Wein“

Quelle: Bevor der 47-Jährige in die Politik wechselte, zog er einen Weinhandel auf, in dem er nach wenigen Jahren schon 700 Angestellte beschäftigte (Die Zeit, 06.03.2014). - Auf Befragen habe Gönczi erklärt, daß er einen kleinen Weinhandel anfangen und die Erde zum Lagern des Weines benutzen wolle (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Weinhandlung   „Geschäft, das mit Wein handelt“

Quelle: Auf einem Stuhl im "Riverside Camp" hockt ein verloren wirkender Italiener aus Turin. Dort führt er eine schlecht gehende Weinhandlung (Berliner Zeitung, 29.12.2005). - Lagöna (lat., griech. Lagynos), bei den Römern ein Gefäß mit engem Hals, weitem Bauch und Henkel (s. Abbildung), diente als Aushängeschild vor Weinhandlungen und wurde bei Tisch den Gästen vorgesetzt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Lagöna).

Weinimport   „Einfuhr von Wein“

Quelle: Dazu kommen Weinimporte von zwölf und mehr Millionen Hektolitern (Berliner Zeitung, 15.11.2003). - Der Gegensatz tritt aufs deutlichste hervor bei Gegenüberstellung der ohne Sattel reitenden Sueven, welche wesentlich von Milch und Fleisch ihres Viehes, von Jagd und Krieg leben, den Weinimport bei sich verboten haben, Kaufleute überhaupt nur zum Vertreiben der Kriegsbeute zulassen (Weber, Der Streit um den Charakter der altgermanischen Sozialverfassung in der deutschen Literatur des letzten Jahrzehnts, 1904).

Weinkauf   „mit einem gemeinsamen Weintrunk besiegeltes Kaufgeschäft“

Quelle: Mit Weinkauf (lat. Laudemium) wurde vom 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert ein Antrittsgeld bzw. eine Hofübernahmegebühr bezeichnet, das bei Übernahme eines Kolonats von einem Leibeigenen und vielfach auch bei der Übernahme eines Meierhofs von dem Meier an den Grundherrn zu zahlen war (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinkauf, gesehen am 22.04.2013). - Leikauf (Leihkauf, Leitkauf, Litkauf, Leutkauf, Leukauf, Weinkauf, lat. Mercipotus, franz. Pot-de-vin), ein altdeutsches Bestärkungsmittel abgeschlossener Verträge, bestehend in der Zahlung einer gewissen Summe Geldes, die für Wein, Bier u. dgl. für die kontrahierenden Teile und etwaige Zeugen (Leikaufleute) verausgabt ward (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Leikauf).

Weinkauf   „das Kaufen von Wein“

Quelle: Der Wertewandel zur modernen Bescheidenheit beim Weinkauf hält Einzug in deutschen Landen (Berliner Zeitung, 22.03.1995). - Österreich erhofft ferner die deutsche Zustimmung zur Abschaffung der Messekontingente und eine Erhöhung der westdeutschen Weinkäufe in Wien (Die Zeit, 03.02.1955).

Weinkellerei   „Herstellung von Wein“

Quelle: Die Weinkellerei in der Penedes-Region produziert jährlich zwölf Millionen Flaschen (Berliner Zeitung, 02.01.2004).

Weinkellerei   „Betrieb, in dem Wein hergestellt wird“

Quelle: Im nahen Avasgebirge sind große Weinkellereien (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Miskolcz).

Weinkelterei   „das Keltern des Weins“

Quelle: Nicht mit Weinkelterei oder Kältetechnik beschäftigt sich die Keltologie, sondern mit den Kelten (Berliner Zeitung, 03.02.1998). - Bei der europäischen Bevölkerung hat sich eine bedeutendere Industrie noch nicht entwickeln können, nennenswert sind die Weinkelterei, die Tabak- und Zigarrenfabrikation, Schneide- und Ölmühlen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Algerien).

Weinkelterei   „Betrieb, in dem Wein gekeltert wird“

Quelle: Anders als der in seinem schwäbischen Dorf, wo Gayer neben einer Weinkelterei wohnt und versucht, anhand der Gärgase die Weinsorte zu erraten (Die Zeit, 27.01.2005). - Die Besitzung Eduard Puricelli's zu Liefer a.d.M., dessen 1884-87 durch Schmidt erbautes Wohnhaus im Grundriss der Hauptgeschosses durch Fig. 471 gegeben ist, liegt mit vielen Gehöften und den grossen Weinkeltereien und Felsenkellern längs des Ufers der Mosel (Weissbach, Gebäude für die Zwecke des Wohnens, des Handels und Verkehres, 1902).

Weinkoch   „mit Wein zubereiteter Auflauf“

Quelle: Für Euch hab' ich einen fetten Kapaun abgestochen und als Zukost denk ich an einen Salat und Erdäpfel. Nachher vielleicht ein Weinkoch oder, wenn's Euch mehr darum lustet, marbe Bacherei? (Kleinschuster, Ein Preuhaus zu Grätz, 1962).

Weinkonsum   „das Konsumieren des Weins“

Quelle: Außerdem habe der Weinkonsum 2003 die Vorjahreszahlen erreicht (Berliner Zeitung, 13.01.2004). - Mehr als sechs Millionen Arbeitslose - und man wagt von der Hebung des deutschen Weinkonsums zu sprechen? (Berliner Tageblatt, 04.03.1932).

Weinkost   „Weinprobe, Verkosten von Wein“

Quelle: Radausflügler kommen in die neu eröffnete Tiene auf dem Gipfel des Wachtelberges zur Weinkost samt Aufschnittplatte und Gratis-Weitsicht ins Märkische (Der Tagesspiegel, 28.10.2002). - Der Redner dankte den Veranstaltern für ihre Mühewaltung und wies auf den Zweck der Weinkost hin, die für die steirischen Weine werben soll (Das Weinland: Zeitschrift für Kellertechnik und Weinbau 8, 1936).

Weinkühlung   „das Kühlen des Weins“

Quelle: Eine neue Art der Weinkühlung ist der Weinkühler "Rapid Ice", der sich bisher recht gut bewährt hat (Steurer, Weinhandbuch, 2003). - Kalathos (griech.), der Arbeitskorb der griechischen Frauen (vgl. Abbildung) zur Aufbewahrung der Wolle, auch ein ähnlich gestaltetes Tongefäß zur Weinkühlung (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kalathos).

Weinkunde   „Lehre vom Wein“

Quelle: Neben Weinkunde und Geschichte der Gastronomie ist auch die Psychologie des Gastes Unterrichtsthema (Die Zeit, 03.04.2013). - Önolog (grch.), Weinkenner, Weinbaukundiger; Önologie, Weinkunde (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Önolog).

Weinkunst   „Kunst der Weinherstellung“

Quelle: Die Expertenjury des Zeitverlags hat für Sie sechs Perlen toskanischer Weinkunst ausgewählt, die wir Ihnen im Genusspaket zum Kauf anbieten (Beaux-arts du monde 77, 2007). - Sollte dem so sein, dann läge darin ein nachträgliches Kompliment auf die Weinkunst der Antike mit ihrem gefeierten "Rauchwein" aus römischen Räucherkammern (Christoffel, Moselfahrten, 1964).

Weinladung   „aus Wein bestehende Transportladung“

Quelle: Es dauert zwei ganze Tage, die Weinladung auszuladen, zu verkaufen und dann neuen Proviant zu besorgen (Carson, Die Feuerkrone, 2014). - Der Wein, der nach Genua geht, wird hier von dortigen Kaufleuten auf ihre Rechnung angekauft, die hiefür jährlich 25 bis 35 Segelschiffe herschicken, um die Weinladung nach Genua zu transportieren (Salvador, Anmerkungen über Levkas, 1908).

Weinlibation   „Trankspende mit Wein“

Quelle: Der Kultfunktionär führte, noch bevor er ein Ritualarrangement aufstellte, im Tor der Cella in Richtung Osten für Samas eine Weinlibation aus (Ambos, Mesopotamische Baurituale aus dem 1. Jahrtausend v. Chr., 2004). - Auf dem Altare Abrahams werden Götzenbilder aufgestellt und in Verbindung mit Weinlibationen und Weihrauchspenden zahllose Opfertiere, Ochsen, Ziegenböcke, Schafe und Hähne verbrannt (Schweikert, Zur Überlieferung der Horaz-Scholien, 1915).

Weinlieferung   „Gesamtheit des angelieferten Weins“

Quelle: Eisenbahner ließen ganze Züge mit Weinlieferungen im Nichts verschwinden (Berliner Zeitung, 21.06.2001). - Zu Hause wurde, nach den Weinlieferungen zu schließen, viel gekneipt (Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1909-11).

Weinmesse   „Handelsmesse für Wein“

Quelle: Vievinum heißt die wichtigste Weinmesse Wiens (Die Zeit, 02.07.2012). - Die österreichische Weinwerbung hat sich entschlossen, in diesem Jahr wiederum eine Weinmesse zu veranstalten (Weinberg und Keller 5, 1958).

Weinniederlage   „Lagerraum für die Weinvorräte“

Quelle: 1571/72 zog das reichsstädtische Zoll- und Waagamt ins Gebäude ein, der Keller diente als Weinniederlage ("Herrenkeller") (https://de.wikipedia.org/wiki/Mauthalle_(Nürnberg), gesehen am 22.04.2013). - Die erste Weinniederlage zu Schweidnitz wird in einer Urkunde vom Jahre 1277 erwähnt (Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München, 1906).

Weinopfer   „Opfergabe in Form von Wein“

Quelle: Aus der Schale wurde das Trankopfer (libatio), vor allem das Weinopfer, vorgenommen (https://de.wikipedia.org/wiki/Patera_(Gefäß), gesehen am 22.04.2013). - Man kleidete sich in weißes Gewand, bekränzte und salbte die Laren, umduftete sie mit Wohlgerüchen und brachte ihnen, besonders dem erwählten Genius oder der ihm heiligen Platane, ein Weinopfer dar (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Geburtstag).

Weinordnung   „den Wein betreffende Verordnung“

Quelle: Nickenig fordert eine weltweite Weinordnung mit einer klar abgegrenzten Liste, welche önologischen Verfahren erlaubt sein sollen (Berliner Zeitung, 10.12.2005). - In einer Constitution des Reichstags von Rothenburg 1487 wurde den Territorien zur Pflicht gemacht, vereidigte Kontrollorgane einzusetzen, die die Durchführung der Weinordnung zu überwachen hätten (Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, 1958).

Weinprobe   „das Probieren des Weins“

Quelle: Die Botschaft Südafrikas lädt zur Weinprobe heimischer Weine ein (Berliner Zeitung, 01.07.2005). - Der ersten Weinprobe von Gewächsen aus fiskalischem Besitz, die der Minister für Landwirtschaft v. Podbielski kürzlich veranstaltet hatte, folgt jetzt eine zweite (Berliner Tageblatt, 03.03.1904).

Weinprobe   „kleines Quantum Wein zum Probieren“

Quelle: Darin spucken die Probierer die zuvor gegurgelten Weinproben (Perc, Prima leben ohne Geld, 2014). - Der Weinbau am Kap wurde 1660 durch Hugenotten begründet, und 1665 wurden die ersten Weinproben nach Holland gesandt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kapweine).

Weinproduktion   „Herstellung von Wein“

Quelle: das Wetter steht am Anfang jeder Weinproduktion (Berliner Zeitung, 01.10.2005). - Von Bedeutung ist die Weinproduktion (sogen. Olympwein, der nördlich von B. bei dem von Griechen bewohnten Demirtasch wächst und in Masse nach Rußland geht) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Brussa).

Weinrausch   „Betrunkenheit von Wein“

Quelle: Geradezu beruhigend viele Moralisten, ob christlich oder nicht, haben sich schon für den gelegentlichen Weinrausch ausgesprochen (Die Zeit, 06.06.1997). - Am Nachmittag aber ging er fort und kam erst abends mit einem großen Weinrausch nach Haus; doch die Mutter sagte kein Wort mehr zu ihm (Christ, Erinnerungen einer Überflüssigen, 1912).

Weinrechnung   „Rechnung für Wein“

Quelle: In Paris wohnte er im Ritz, und seine Weinrechnungen, die sich im US-Nationalarchiv befinden, hätten selbst den ausschweifendsten Lebemann beeindruckt (Berliner Zeitung, 17.06.2000). - Weinrechnung, Fleischerrechnung - kleine Beträge, aber sie summieren sich (Klemperer, Tagebuch, 1934).

Weinrede   „Rede eines Menschen, der vom Wein betrunken ist“

Quelle: Wenn er ihr Zauberei vorwarf, so sei dies Weinrede gewesen und zu Erbach geschehen (Archiv für Kulturgeschichte 3, 1905).

Weinschank   „das Ausschenken von Wein“

Quelle: Dieser stattete den Ort mit einer Vielzahl von Privilegien, wie dem Bier- und Weinschank, aus (https://de.wikipedia.org/wiki/Dobrovice, gesehen am 22.04.2013). - M. Lotter, der übrigens neben seinem Druckgeschäft zugleich Weinschank und Gastwirtschaft betrieb, übernahm um 1500 das Geschäft seines Schwiegervaters (Schmidt, Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker, 1907, s.v. Lotter, Melchior).

Weinschatz   „wertvoller Weinvorrat“

Quelle: Unter dem Frühstückssalon lagern die Weinschätze der Familie Richter (Der Tagesspiegel, 27.04.2003).

Weinschmaus   „Schmaus, bei dem Wein getrunken wird“

Quelle: Sonntag. 12. Juni '16. "Weinschmaus am Katzenhaus" in Perl. 12 deutsche und luxemburgische Jungwinzer von Obermosel und Saar präsentieren Sommerweine in gemütlichem Ambiente mitten in der Natur (http://www.ollinger-gelz.de/termine, 03.06.2016). - Brüderchen, sieh, ich bin dir so gut, gib uns und deinen Launen noch einmal einen so recht ausgesuchten Weinschmaus, so einen hohen Valet- und Abschiedshymnus (Wolfskehl, Das Buch vom Wein, 1927).

Weinschmiererei   „Verfälschung von Wein durch verbotene Zusätze“

Quelle: Auch nach Verabschiedungen von Verboten innerhalb der Reichsgesetzgebung gegen die "Weinschmiererei" kam es immer wieder zu Funden von gepanschtem Wein und dessen Vernichtung (Protzner/Köglmaier-Horn, Culina Franconiae, 2007). - Die Weinschmierereien haben nur den Zweck der Bereicherung der Weinfabrikanten auf Kosten der Konsumenten, die Wein zu Schundpreisen angeboten erhalten, die jeden Sachkundigen die Betrugsabsicht klar erkennen lassen (Vossische Zeitung, 08.03.1907).

Weinschuld   „Geldbetrag, den man jemandem für Wein schuldet“

Quelle: Die Swissair muß nur meine Weinschulden bezahlen, und die Schweizer Regierung muß Sibylle dazu bewegen, mich zu lieben (Die Zeit, 05.04.1974). - Seine Weinschulden wurden mit Mühe bezahlt (Muszynski, Die Temperamente, 1907).

Weinsegen   „über den Wein gesprochener Segen“

Quelle: Der erste Teil der Zeremonie, die Verlobung oder Anheiligung, besteht aus dem Weinsegen und einem Segensspruch über die Einsetzung der Institution der Eheschließung (Simon, Leben im Judentum, 2004). - Es war nötig, bei einem Festmahl allen vorkommenden Riten eine feste Ordnung zu geben. Die Schule Hillels vertrat die Reihenfolge: Bechermischen, Händewaschen, Weinsegen, Weihesegen (Dalman, Jesus-Jeschua, 1922).

Weinsegen   „reiche Weinernte“

Quelle: Der reiche Weinsegen grüsst aus den schwellenden Trauben ringsumher (Runge, Olga Desmond, 2009).

Weinsendung   „Lieferung von Wein“

Quelle: ich habe gestern mit meinem Küchenchef eine neue Weinsendung probiert, da ist es spät geworden (Die Zeit, 08.02.2001). - Deine treffliche Weinsendung erhielt ich (Busch, Brief an Bassermann, 1902).

Weinspende   „Opferspende in Form von Wein“

Quelle: Sie fand vor allem im alexandrinischen Kult für Weinspenden Verwendung (https://de.wikipedia.org/wiki/Lagynos, gesehen am 22.04.2013). - Es diente zum Schöpfen und Trinken und bei Opferhandlungen zu Libationen (Weinspenden) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schale [1]).

Weinstrom   „ausfließender Wein“

Quelle: Dieser Strom ergießt sich über sechs am Boden stehende Amphoren, die allerdings nicht gefüllt werden. Der Blut- oder Weinstrom erweckt den Eindruck, an ihrem Rand vorbeizugleiten (https://de.wikipedia.org/wiki/St._Ludwig_(Saarlouis), gesehen am 22.04.2013). - Kroch weg, schleuderte seinen leeren Korb zurück, meckerte vergnügt, mit dem linken Schuh des Herrn klappernd, dicht zu ihm schlüpfend, drehte er einen Hahn auf; der Weinstrom prasselte auf die Steine (Döblin, Wallenstein, 1922).

Weintaufe   „Segnung des Jungweins“

Quelle: So wird beispielsweise um den 11. November Martinitag üblicherweise die Weintaufe des Jungweines, die eigentlich eine Segnung ist, durchgeführt (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinbau_in_Österreich, gesehen am 22.04.2013). - Die Weintaufe ergibt Namen, die besagen sollen, in wessen oder in welchem Geist der Neue Wein wirken soll beziehungsweise wofür er Symbolkraft haben sollte (Das Grosse Pfalzbuch, 1964).

Weintaumel   „Weinrausch“

Quelle: Sie distanzierten sich von der bunten Götterfolklore der Heiden und von den nahöstlichen Mysterienkulten mit ihrem Weintaumel und Gruppensex (Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, 1976). - Mit der Schilderung der Weintrunkenheit und des Weintaumels schließt dieser dritte Akt (Fischer/Michels, Goethes Faust, 1913).

Weintrank   „Wein als Getränk“

Quelle: Und an den verschiedenen Stationen konnte man sich genüsslich an Speis und Weintrank laben (Böttinger, Friedrichsruhe: Ein kulinarischer Krimi, 2016). - Denn der Weintrank muss zunächst zubereitet werden, und diese Mischung wird nach Chares an besonderer Stelle vorgenommen (Rheinisches Museum für Philologie, 1916).

Weintransport   „Lieferung des Weins“

Quelle: Bald stellte der Weintransport aus dem Süden kein Problem mehr dar (Der Tagesspiegel, 21.06.2004). - Nicht nur die Produktion wird vom Gesetzgeber ermittelt, es werden auch alle Weintransporte registriert (Die Zeit, 24.11.1967).

Weintrunk   „Wein“

Quelle: Die Karikatur zeigt die Schlussszene des Dramas, in der Filippo Lippi, der Löwe, an einem vergifteten Weintrunk stirbt (https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Güldenstein, gesehen am 03.03.2013). - Der Postillon, einen Blumenstrauß am Hut, wurde zum Abschied an jedem Halt von seinen Freundinnen mit einem Weintrunk gefeiert (Witkowski, Von Menschen und Büchern, 1937-38).

Weinüberschlag   „medizinischer Umschlag mit Wein“

Quelle: Der Kampher-Weinüberschlag wird nur alle zwei Tage gewechselt, während der Kamphersalbenverband täglich ein- bis zweimal gewechselt werden muss (Jahresbericht über die Fortschritte auf dem Gebiete der Chirurgie, 1902).

Weinumsatz   „Menge des umgesetzten Weins“

Quelle: Der Weinumsatz über die Fachhändler legte um 10 Prozent zu (Die Zeit, 20.03.2013). - Der Schnapsgenuß hat in Deutschland abgenommen, der Bier- und Weinumsatz zugenommen, doch trinkt man jetzt leichteres Bier als früher (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Mäßigkeits- und Abstinenzbestrebungen).

Weinumschlag   „medizinischer Umschlag mit Wein“

Quelle: Auch im jüdischen Talmud finden sich entsprechende Hinweise, und die Römer applizierten sogar Weinumschläge auf offene Wunden (Der Brockhaus Wein, 2005).

Weinverbesserung   „legitime Methode zur Verbesserung der Weinqualität“

Quelle: Selbst als nun der österreichische Weinskandal das Nachbarland in Verruf brachte, riß die klebrige Spur deutscher Weinverbesserung nicht ab (Die Zeit, 02.08.1985). - Derartigen nicht zu billigenden Manipulationen steht eine rationelle Weinverbesserung gegenüber, die mit unschädlichen Mitteln den Wein oder Most in der Weise verbessert, daß man ein wohlschmeckenderes und der Gesundheit zuträglicheres (weil z.B. nicht übermäßig saures) Getränk erhält (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Wein).

Weinverbot   „Verbot, Wein zu trinken“

Quelle: Als Kleriker setzt er sich im ersten Teil des Buches mit der theologischen Bedeutung des Weins bei der Eucharistiefeier und dem Weinverbot des Islam auseinander (https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Rasch, gesehen am 22.04.2013). - Am liebsten wäre Wladimir Muhamedaner geworden, wegen des schönen Paradieses und weil der Prophet den Gläubigen so viele Frauen gestattete, als sie haben wollten. Aber ein absolutes Hindernis war ihm das Weinverbot (Ostwald, Lebenslinien, 1926-27).

Weinverbrauch   „Menge des konsumierten Weins“

Quelle: Erst als in den neunziger Jahren sowohl der Weinverbrauch als auch der Weintourismus sprunghaft stiegen, gab auch die Festung Burgund dem Ansturm von Weinliebhabern aus aller Welt nach (Der Tagesspiegel, 25.07.2004). - Beim Zugießen von Wein kann man den lieben Nächsten auf seinen Weinverbrauch hin schwer kontrolliren, und mancher Bacchusjünger fühlt sich in solch unerkanntem Zustande wohliger und sicherer (Pilati, Etikette-Plaudereien, 1907).

Weinverfälschung   „das Verfälschen des Weins durch verbotene Zusätze“

Quelle: Als Glykolwein-Skandal wurden im Jahr 1985 Weinverfälschungen in der Öffentlichkeit bekannt (https://de.wikipedia.org/wiki/Glykolwein-Skandal, gesehen am 22.04.2013). - Man denke an die Weinverfälschungen, an die gesundheitsschädlichen Margarinen, auch an den Pillenmißbrauch, nicht nur Contergan, sondern auch andere schädliche Mittel, an die kosmetischen Artikel usw. (Die Zeit, 08.11.1963).

Weinverkauf   „das Verkaufen des Weins“

Quelle: Auf dem Markt der Havelstadt am Sonnabend (zwischen 10 und 19 Uhr) und am Sonntag (von 11 bis 17 Uhr) geht aber auch um mehr als um Weinverkauf und -verkostung (Berliner Zeitung, 07.09.1996). - Wenn es nötig schien, nahm der Rat den Salz- und den Weinverkauf in die Hand (Schmoller, Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre, 1900).

Weinverkostung   „das Kosten des Weins“

Quelle: Das Arrangement kostet 975 Euro pro Person und beinhaltet unter anderem Weinverkostungen und regionaltypische Abendessen (Berliner Zeitung, 05.03.2005). - Es wird über einen Testversuch berichtet, bei dem bei durchschnittlicher Anzahl fachgerechter Weinverkostungen festgestellt werden sollte, wie hoch der dabei auftretende Blutalkohol ist (Die Wein-Wissenschaft 20, 1965).

Weinvermehrung   „Vermehrung der erzeugten Weinmenge“

Quelle: Und natürlich sind auch die französischen Winzer nicht erst jetzt auf den Trick der wundersamen Weinvermehrung gekommen. Glycerin, Hefe, Eiweiß und algerischer Verschnittwein sind ihnen seit Jahrzehnten zur Hand (Berliner Zeitung, 18.07.1998). - Petiotisieren, ein von dem burgund. Weingutsbesitzer Pétiot 1859 erfundenes Verfahren der Weinvermehrung, bei dem man die Weinreste noch ein- oder mehrmals mit Zuckerwasser gären läßt und ihnen so Bukett, Gerbstoff und Farbstoff entzieht; liefert sog. Nachweine (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Petiotisieren).

Weinverordnung   „den Wein betreffende Verordnung“

Quelle: Außerdem enthält die alte Weinverordnung pikanterweise Bestimmungen über eine Anzahl von Stoffen - zum Beispiel kohlensauren Kalk, Metaweinsäure und frischen Trester -, die nach dem neuen Weingesetz ausdrücklich nicht geregelt werden dürfen (Die Zeit, 18.10.1985). - In der ersten Phase stellt sich als kurzfristige Aufgabe, die Weinverordnung und die Weinentscheidung des EWG-Ministerrats in die Praxis umzusetzen (Der Deutsche Weinbau 17, 1961).

Weinverschnitt   „aus verschiedenen Weinen vermengter Wein“

Quelle: Sherry ist eine Spezialität aus dem spanischen Jerez. Viele schätzten den Weinverschnitt bislang lediglich als Aperitif (Berliner Zeitung, 24.12.2001). - Die Zahlen für den Branntweinverbrauch sind hier nicht vergleichbar, weil in ihnen der zum Weinverschnitt verwendete Alkohol von dem Trinkbranntwein nicht getrennt ist (Der Alkoholismus, 1906).

Weinversteigerung   „Auktion, bei der Wein versteigert wird“

Quelle: Auf einer Weinversteigerung im hessischen Kloster Eberbach wurden am vergangenen Samstag fünf Braune bezahlt (Die Zeit, 28.09.2000). - Berühmt sind die alljährlich dort stattfindenden Weinversteigerungen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Trier [2]).

Weinversteuerung   „System der Weinsteuer“

Quelle: Bewegliche Klage löste das System der Weinversteuerung aus (Der Deutsche Weinbau 17, 1961). - Die Weinversteuerung wird nun gleich auf 20 Prozent gestellt (Verhandlungen des Reichstags 313, 1918).

Weinverteilung   „das Verteilen von Wein“

Quelle: Auch bei der Weinverteilung in einer St. Johanner Weinkellerei konnten die Söhne von Frau Ganeider Wein besorgen, ein wichtiges Tauschgut (Tschugg, Frauenalltag und Wiederaufbau: St. Johann in Tirol nach 1945, 2005). - Innerhalb acht Tagen nach der Weinverteilung mußte der Pfleger besondere schriftliche Rechnung über die Weinbaukosten erstatten (Beyerle, Die Geschichte des Chorstifts und der Pfarrei St. Johann zu Konstanz, 1908).

Weinvöllerei   „übermäßiges Weintrinken“

Quelle: statt der Minne wird die Weinvöllerei gepriesen (Ehrismann, Der Geist der deutschen Dichtung im Mittelalter, 1925).

Weinvorrat   „Vorrat an Wein“

Quelle: Die teils dekorativ verteilten Weinvorräte scheinen unermesslich (Der Tagesspiegel, 30.01.2005). - Meine Weinvorräte waren damals nicht ganz gering und es befanden sich darunter einige recht gute Sorten (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Weinwirtschaft   „Handel mit Wein“

Quelle: Populär gemacht hat die Barrique-Methode der berühmte Winzer Angelo Gaja, der noch heute wie ein Volksheld gefeiert wird, weil er die Piemonteser Weinwirtschaft modernisiert hat (Berliner Zeitung, 09.12.2000). - Wenn die deutsche Weinwirtschaft auch nicht von der EWG profitiert, so bekennt sie sich doch zu dieser Einrichtung (Die Zeit, 16.10.1964).

Weinzapf   „Recht auf Weinausschank“

Quelle: Dieses Lehen wurde 1544 erneuert und erweitert: es umfasste nun das Klostergut samt Bauhof, das Dorf Immichenhain mit dem dortigen Weinzapf, den Volkershof sowie Einkünfte zu Leimbach, Neukirchen, Riebelsdorf, Holzburg und dem Zehnten zu Niederberf (https://de.wikipedia.org/wiki/Immichenhain, gesehen am 22.04.2013). - Der Weinzapf ist das Recht des Weinausschanks (Westfälische Forschungen 28, 1978).

Weinzeche   „Zecherei mit Wein“

Quelle: Die folgenden Auftritte schildern eine Weinzeche der Zünfte, Handwerker, Bürger, Armen, Krüppel und Bauern (Nassauische Annalen 118, 2007). - das lokale Publikum läßt denselben aber keine Würdigung angedeihen, ja ist sogar noch beleidigt, wenn der Wirt wenigstens am Neujahrsabend verlangt, daß der Gast, falls er Lokalberechtigung haben will, eine anständige Weinzeche macht (Cluss, Zur Hebung des Konsums unserer heimischen Weine, 1907).

Weinzusatz   „dem Wein zugefügte Substanz“

Quelle: Zwar soll die bislang gültige Verordnung über die Weinzusätze solange in Kraft bleiben, bis eine neue ausgearbeitet ist (Die Zeit, 18.10.1985). - Nachdem das ganze Quantum des aufgegebenen Weins in Essig übergegangen ist, ein Zeitpunkt, der ungefähr in 14 Tagen nach dem letzten Weinzusatz erreicht ist, wird die Hälfte des fertigen Essigs abgezogen und die gleiche Menge Wein wieder aufgegeben (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1906, s.v. Essig).

Weinzwang   „Zwang, in einem Lokal Wein zu konsumieren“

Quelle: Es gibt keinen Weinzwang und keine Pflicht zur kollektiven Ergriffenheit (Die Zeit, 24.11.1989). - Ich habe mich gewundert, daß der Mann abseits aß; denn an der Tafel war oft noch genügend Platz und Weinzwang gab es auch nicht (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

substantivisches Determinativkompositum mit substantiviertem Infinitiv als Hinterglied
Weinlesen   „Weinernte, das Abernten der Weintrauben“

Quelle: In einem Winzerbetrieb lernen sie - verteilt über vier Jahre - das Schneiden, Binden, Aufbinden und Weinlesen (Der Tagesspiegel, 20.06.2004). - Diese Bestimmungen änderte man später ab: man verbot das Weintreten mit dem Heiden, verbot zu dem Weintreten von früher noch das Weinlesen mit dem Juden, gestattete dagegen das Weinlesen mit dem Heiden (Jahresbericht der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in Wien, 1906).

Weinabziehen   „das Abfließenlassen des Weins“

Quelle: Blitzartig kommt ihm noch eine Erklärung: wie beim Weinabziehen aus einem Ballon! Ähnlich angesaugt läuft auch die Flüssigkeit aus der Thermosflasche auf den Fußboden! (Lüdemann, Der weiße Stuhl, 2013). - Anfangs November tritt abermals plötzlich, nachdem sich Pat. tagsüber mit Weinabziehen beschäftigt hatte, eine vollständige Harnverhaltung auf (Zeitschrift für urologische Chirurgie und Gynäkologie 7, 1921).

Weineinschenken   „das Einschenken des Weins“

Quelle: Beispielsweise den Einfall, daß sich mit solch akrobatischer Finesse beim Weineinschenken leichter das Gleichgewicht zur Flasche halten lasse (Die Zeit, 10.08.1990). - Scheint das zuviel, so nehme man eine Aufwartung auf 8-10 Personen, übergebe dann aber einem Diener extra das Weineinschenken und Nachfüllen der Karaffen (Baudissin, Speemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Weinkeltern   „das Pressen der Weinbeeren zur Weingewinnung“

Quelle: Wenn den Kindern der Aussteiger das Schafezüchten oder Weinkeltern zu blöd wird, dann kommen sie hierher (Die Zeit, 06.03.2008). - er bringt die Tätigkeit des Säens, Holzspaltens, Mähens und Weinkelterns klar zum Ausdruck (Raspe, Die Nürnberger Miniaturmalerei bis 1515, 1905).

Weinkosten   „das Probieren des Weins“

Quelle: Es geht zu wie beim fachmännischen Weinkosten: ein Schlückchen, ein verständiges Nicken, dann wird ausgespuckt (Die Zeit, 05.01.1996). - Allgemeine Regeln beim Weinkosten. Kosten ist nicht etwa zu verwechseln mit Trinken (Babo/Mach, Handbuch des weinbaues und der kellerwirtschaft, 1922).

Weinpanschen   „Verfälschung von Wein durch verbotene Zusätze“

Quelle: Natürlich war das Weinpanschen verboten und es durfte nur aus geeichten Kannen und Krügen ausgeschenkt werden (Höglmeier, Lokalgeschichten Neuburg an der Donau, 2011). - Was sie großartig verstanden haben damals, war das Weinpanschen (Heym, Frankfurts Pracht und Herrlichkeit, 1971).

Weinpressen   „das Auspressen der Weinbeeren“

Quelle: Im Wort ist die ältere Tradition des Weinpressens durch Treten der Trauben mit den Füßen überliefert (Götz, Gailingen: Geschichte einer Hochrhein-Gemeinde, 2004). - So heißt im Rheinland von alters her bis heute die Arbeit des Weinpressens, und ob man dabei auch die besten Einrichtungen neuzeitlicher Technik benutzt, die hochmodernste Weinpresse ist doch die gute alte Kelter geblieben (Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie, 1917).

Weinsaufen   „unmäßiges Weintrinken“

Quelle: Aus dem Weintrinken wird ein Weinsaufen werden (Der Tagesspiegel, 11.04.2002). - Da hab' ich mir gedacht, Willi, du mußt heiraten, damit endlich das verdammte Weinsaufen aufhört (Jung, Der lachende Wein, 1951).

Weinschmieren   „das Verfälschen von Wein durch verbotene Zusätze“

Quelle: Aus Nürnberg sind einige Panschergeschichten bekannt, wie die des Hermann Echter, der 1409 für fünf Jahre der Stadt verwiesen wurde, weil er einigen Interessierten das "Weinschmieren" gelehrt hatte (Protzner/Köglmaier-Horn, Culina Franconiae, 2007). - 1407 wurde dem Hermann Echter die Stadt Nürnberg auf fünf Meilen im Umkreis verboten, weil er einige Weinhändler im Weinschmieren unterwiesen hatte (Zoepfl, Deutsche Kulturgeschichte, 1928).

Weintaufen   „das Probieren des neuen Weins“

Quelle: Fürs Weintaufen und Karteln war er wohl besser zu brauchen als für den Vorpaß (Perkonig, Erzählungen, 1966). - Der alte dicke Weinhändler Scheibert, unser Hauswirt, ließ uns aber nach Herzenslust schalten und walten und betrachtete uns, fürchte ich, bei seinen zahlreichen Obliegenheiten des Küperns, Weintaufens und -probens nur wie eine Art Kaninchen, die ihm wohl einmal zwischen die Beine kamen, aber seinen rollenden Trott nicht stören konnten (Schleich, Besonnte Vergangenheit, 1921).

Weintreten   „das Treten der Trauben in der Kelter“

Quelle: Das Treten der Weintrauben erfolgte in einer Wanne, neben die seitlich Haltestangen angelegt wurden, an der sich die mit dem Weintreten beschäftigten Männer festhalten konnten (https://de.wikipedia.org/wiki/Wein_im_Alten_Ägypten, gesehen am 22.04.2013). - Heutzutage werden die allgemein verbreiteten Gummistiefel zum Weintreten benutzt (Acta Ethnographica Academiae Scientiarum Hungaricae, 1960).

Weintrinken   „das Trinken des Weins“

Quelle: Für jeden Genuss gibt es die ideale Jahreszeit, wenn man einmal vom Weintrinken absieht (Berliner Zeitung, 26.10.2005). - Sie wußten eben nicht, daß das Weintrinken die Quelle des Lasters und Mutter aller Schändlichkeiten ist (Dähnhardt, Natrusagen, 1907-12).

Weinverkosten   „das Kosten des Weins“

Quelle: Wie aber kann man das Weinverkosten, das Riechen, Schmecken und Genießen virtuell erfahrbar machen? (Die Zeit, 27.01.2010). - Beim Weinverkosten spielt die Weintemperatur eine wichtige Rolle (Der Deutsche Weinbau 18, 1963).

Weinverschneiden   „Vermengung verschiedener Weine“

Quelle: Gegen das Saucieren ("Tabakverbesserung"), das dem reellen Weinverschneiden zu vergleichen ist, läßt sich, wenn nur solche Pflanzenstoffe angewendet werden, die auf die Gesundheit nicht nachteilig einwirken, kaum etwas einwenden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Tabak).

Weinverschütten   „das versehentliche Ausschütten von Wein“

Quelle: Beispiele hierfür sind z.B. das bereits erwähnte Gesundheit! oder das spanische alegria, alegria!, das beim Weinverschütten ausgesprochen wird (Sosa Mayor, Routineformeln im Spanischen und im Deutschen, 2006). - Er wird Dich mit den altbeliebten pfälzer Redensarten anlachen, mit denen er Dich in der letzten Spinnstube hier über das Weinverschütten tröstete: Kehr Dich nicht dran! (Wolff, Das Wildfangrecht: Eine pfälzische Geschichte, 1907).

Weinwerden   „Verwandlung von Most in Wein“

Quelle: Durch die Nachhaltigkeit unserer Arbeit im gesamten Entwicklungsprozess des Weinwerdens, können wir Jahr für Jahr Weine anbauen, die ihren eigenen Ausdruck, ihren spezifischen Charakter und individuelle Persönlichkeit haben (http://www.hoch-kraft.de/philosophie/, 08.04.2016). - Da hatt' ich einen Ritt nach Randersacker gemacht und hatte Most in jener Stufe des Weinwerdens gekneipt, die man als "Federweiß" zu bezeichnen pflegt (Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1909-11).

Weinzapfen   „das Abzapfen des Weins vom Fass“

Quelle: Der Stadt wird das Privileg des Weinzapfens verliehen (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Stadt_Hattingen, gesehen am 22.04.2013). - Das Weistum Salmenrohr weiss, dass man durch Brotbacken, Weinzapfen und Kaufmannschafttreiben "sein broit mit ehren winnen kan" (Markgraf, Das moselländische Volk in seinen Weistümern, 1907).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Weinbauer   „jemand, der Wein anbaut“

Quelle: Die Weinbauern der französischen Champagne werden in diesem Jahr voraussichtlich deutlich mehr des edlen Schaumweins produzieren als 2012 (Die Zeit, 08.08.2013). - Nikita, Vorgebirge auf der Südostseite der Krim, mit bemerkenswerten Ruinen alter griechischer Ansiedelungen und einem kaiserlichen Botanischen Garten nebst Schulen für Gärtner und Weinbauer (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Nikita).

Weinhäcker   „Arbeiter im Weinberg“

Quelle: Überhaupt war die Umgebung der Stadt geräumt, denn die Rothenburger Landhege- und Ackerbauern hatten sich mit den Taubertaler Weinhäckern zum evangelischen Bund zusammengeschlossen (Cordes, Das Gesicht des Teufels, 2010). - Wie mein Vater sollte ich, als Kaufmann, von der Pike auf dienen; das heißt, ich mußte noch als Primaner den Bauern und Weinhäckern ihren Rauchtabak, von dem mein alter Herr behauptete, daß er jeden Holländer überträfe, in versiegelten Päckchen und selbstgemachten Tüten verkaufen (Weigand, Frauenschuh, 1920).

Weinhauer   „Winzer, Weinbauer“

Quelle: Irgendwann räumte dann die Frau des Weinhauers (so heißen hier die Weinbauern) ein Zimmer aus (Die Zeit, 20.04.1984). - Es ist Thatsache, dass die Erzeugung von Kunst- und Halbweinen derart um sich greift, dass hiedurch der Weinhauer empfindlich geschädigt und der Consument betrogen wird (Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrathes 17, 1901).

Weinhüter   „Wächter eines Weingartens“

Quelle: Sie zeigten mir die Ausrüstung des letzten Nußdorfer Weinhüters Franz Wohlfahrt (Die Zeit, 25.02.1983). - Saltner, nach alter Sitte abenteuerlich gekleidete Weinhüter oder Flurschützen bei Meran und Bozen, die jährlich vom 15. Aug. bis Ende Oktober die Weinberge bewachen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Saltner).

Weinleser   „Arbeiter, der Weintrauben aberntet“

Quelle: Das Wappen erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel und soll die zwei Hauptgeschlechter des Dorfes symbolisieren, die Müller und die Lässer (Weinleser) (https://de.wikipedia.org/wiki/Wiliberg, gesehen am 22.04.2013). - Doch zeigte sich, daß der Waldarbeiter kaum je eine mittelalterliche Kathedrale gesehen hatte, sondern einfach Szenen, die er beobachtet hatte, in seiner ursprünglichen Manier darstellte: Dorffeste, Tänzer, Hirten oder Weinleser (Die Zeit, 17.08.1950).

Weinleserin   „Arbeiterin, die Weintrauben aberntet“

Quelle: Ich bin eine langsame Weinleserin. Aber diese Schere ist nicht einmal meinem mäßigen Tempo gewachsen (Die Zeit, 16.10.1992). - Infizierte Lumpen haben die Epidemie in Toulouse veranlaßt, und eine spanische Weinleserin hat die Krankheit nach dem Departement Herault gebracht (Zentralblatt für die gesamte Hygiene mit Einschluss der Bakteriologie und Immunitätslehre 12, 1926).

Weinpflanzer   „Weinbauer, jemand, der Weinstöcke anpflanzt“

Quelle: ... was sie sich von den Weinpflanzern abgeguckt hatten, denn das Patent für den gefederten Hauptbolzen kommt aus Burgund (http://www.rennrad-news.de/forum/threads/campa-c-record-schaltwerk-mk-1.118411/, 23.03.2013). - Daß es sich gerade mit dieser verband, hat seinen guten Grund. Lag es doch nahe, die biblische Geschichte von dem trunknen Weinpflanzer in eine Geschichte von dem durch Branntwein betörten Ehemann umzuwandeln (Dähnhardt, Natursagen, 1907-12).

Weinschädling   „Insekt, das die Weinpflanze schädigt“

Quelle: Außerdem wird der Käfer in Südfrankreich als nachtaktiver Weinschädling angeführt (https://de.wikipedia.org/wiki/Geonemus_flabellipes, gesehen am 22.04.2013). - Diese Weinschädlinge benötigen nämlich zu ihrer Entwicklung und Betätigung den Luftsauerstoff (Getränke-Industrie 4, 1927).

Weinzieher   „Winzer, Weinbauer“

Quelle: Der Weinzieher war für den Weintransport verantwortlich (Landolt, Der Finanzhaushalt der Stadt Schaffhausen im Spätmittelalter, 2004). - Die Weinzieher erscheinen hier als Gehilfen in der Faßeiche und waren in drei Rotten eingeteilt (Deutsche Verwaltungsblätter 51, 1901).

Weinzierl   „Winzer, Weinbauer“

Quelle: Für die arma Leut is der Tod allemal a Glück. Und fürn Weinzierl scho ganz gwiß (Christ, Die Rumplhanni, 1917).

Weinzüchter   „jemand, der Wein anbaut und kultiviert“

Quelle: Blaxland gilt als einer der ersten Weinzüchter Australiens, die erfolgreich Wein anbauten (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinbau_in_Australien, gesehen am 22.04.2013). - Der Weinzüchter muß die Naturgesetze des Wuchses des Weinstockes kennen (Österreichische Garten-Zeitung 1, 1906).

Weinbeißer   „jemand, der gern Wein trinkt“

Quelle: Frohgemut gehe ich die hundert Meter zum Treffpunkt der Weinbeißer, ins Wein und Glas in der Jasomirgottstraße (Die Zeit, 17.12.2009). - Kramers "Weserei" hat sich inzwischen zu einem Restaurant entwickelt, in das die Schweizer und Franzosen, die Lothringer, die Elsässer, die Österreicher, die Weinbeißer und Gourmets der ganzen Welt strömen (Die Zeit, 01.04.1966).

Weinbrauer   „jemand, der die Weinbeeren zu Wein verarbeitet“

Quelle: Wichtig für die Bäcker, Schmiede, Schlosser, Seifensieder, Töpfer, Malzer und Brauer, Weinbrauer, Seiler, Faßbinder, Tischler und "andere, so mit Feuer umgehen", war die Bestimmung, ohne Säumen ihre Häuser mit Ziegeln decken zu lassen (Mitteilungen des Freiburger Altertumsvereins, 1903).

Weinerfinder   „mythischer Erfinder des Weingetränks“

Quelle: Die Vorstellung von Osiris als Weinerfinder (b. Diod. 1 15, 8) kennzeichnet griechische Einwirkung (Gisinger, Die Erdbeschreibung des Eudoxos von Knidos, 1921).

Weinfälscher   „jemand, der Wein durch verbotene Zusätze verfälscht“

Quelle: Ikonenweine wie Tignanello oder Sassicaia werden regelmäßig Opfer von Weinfälschern, die Etiketten kopieren, Steuerbanderolen fälschen und den Inhalt so pfiffig panschen, dass kaum einem auffällt, dass der Wein im Glas nicht hundert Euro wert ist - sondern gar nichts (Die Zeit, 20.05.2010). - Friedrich III. bedrohte 1475 die Weinfälscher, und im 16. Jahrh. wurde eine Kontrolle des Gewürzhandels eingeführt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Nahrungsmittel).

Weinhändler   „jemand, der mit Wein handelt“

Quelle: Schafft der Weinhändler es, eine wohlig vertraute Atmosphäre herzustellen, lässt er einen teilhaben an seinem Wissen, dann beginnt der Spaß nicht erst beim Trinken zu Hause, sondern bereits beim Einkauf (Berliner Zeitung, 23.12.2005). - Die Weine habe er von einem Weinhändler aus Würzburg, zu dem er wegen eines Darlehens empfohlen war, anstatt des erbetenen Geldes erhalten (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Weinhändlerin   „Frau, die mit Wein handelt“

Quelle: Zwei Augenärzte, ein Wirtschaftsjurist und der Ölmanager a. D., ein Kühlhausunternehmer und eine Weinhändlerin sind mit von der Partie (Die Zeit, 21.05.2008). - Das Gericht hat deshalb keinen Zweifel, daß sie als routinierte geschäftsgewandte Weinhändlerin nicht nur genau gewußt, sondern auch selbst angeordnet hat, diesen Kunstwein aus Lunelessenz, Sprit, Zucker, Wasser und Weinsäure herzustellen (Gesetze und Verordnungen sowie Gerichtsentscheidungen betreffend Nahrungs- und Genussmittel und Gebrauchsgegenstände 6, 1914).

Weinkäufer   „jemand, der Wein kauft“

Quelle: 1994 gab es nicht viele Weinkäufer, die auch mit Wein spekulierten (Die Zeit, 14.07.2011). - Wir veröffentlichen nachstehend ein Zirkular, das durch die kantonalen Zentralstellen und die Weinkäufer an die Produzenten verteilt worden ist (Schweizerische Zeitschrift für Obst- und Weinbau 101, 1965).

Weinkenner   „jemand, der etwas von Wein versteht“

Quelle: Der in London geborene Stuart Pigott gilt als einer der wichtigsten Weinkenner (Berliner Zeitung, 23.12.2005). - Im Dunkeln schmecken wir schlecht, und geübte Weinkenner sollen in der Dunkelheit einen Rotwein nicht von einem Weißwein unterscheiden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Geschmack).

Weinkieser   „jemand, der für die Qualitätskontrolle des Weins zuständig ist“

Quelle: Der Weinkieser war für die Qualitätskontrolle des Weines zuständig (Bendlage, Henkers Hetzbruder: das Strafverfolgungspersonal der Reichsstadt Nürnberg im 15. und 16. Jahrhundert, 2003). - Sie müssen alt werden, unsere Weinkieser, denn des Studiums ist kein Ende! (Klingner, Die Pfalz am Rhein und ihre Weine, 1927).

Weinkoster   „jemand, der Wein probiert und beurteilt“

Quelle: er verkehrte als Gourmet in den diversen Nobelrestaurants, ein gefragter Speisetester und Weinkoster (Die Zeit, 18.09.1987). - Der Weinkoster erkennt nicht nur die örtliche Herkunft eines Weines, sondern oft auch den Jahrgang am "Geschmack" (Frisch, Du und das Leben, 1947).

Weinliebhaber   „jemand, der gern Wein trinkt“

Quelle: Vom klassischen Gutswein über eine Vielfalt an klassifizierten Lagenweinen bis zu edelsüßen Raritäten können sich die Weinliebhaber selbst einen ersten Eindruck verschaffen (Berliner Zeitung, 04.09.2004). - Dabei erweist sich Jakob als besonderer Weinliebhaber, während Rosa als Affendame dem Alkohol weniger Geschmack abgewinnt (Hagenbeck, Von Tieren und Menschen, 1908).

Weinlieferant   „jemand, der Wein liefert“

Quelle: Sie maulen über die Zeit, als Weinlieferanten von den Wirten "wie die letzten Ärsche" behandelt wurden und im Gegenzug manchmal einen trüben Wein verschacherten (Die Zeit, 14.08.2008). - Sind die Weinlieferanten von ihrer Verpflichtung zur Leistung frei geworden? (Zimmermann, Der praktische Rechtsberater, 1957).

Weinmesser   „Kontrolleur des Weinwesens“

Quelle: Die ununterbrochene Stammreihe beginnt 1225 mit Johann von Mülenheim, bischöflicher Weinmesser zu Straßburg (https://de.wikipedia.org/wiki/Müllenheim, gesehen am 22.04.2013). - Der Weinmesser verrichtete neben dem Ausmessen gelegentlich noch die Arbeiten eines Hausburschen und Aufwärters oder Kellners (Beiträge zur Landes- und Volkeskunde von Elsass-Lothringen, 1914).

Weinpanscher   „jemand, der den Wein durch verbotene Zusätze verfälscht“

Quelle: Das erste Etablissement "Waldkater" wurde 1845 erbaut und später mehrfach umgestaltet. Der Name geht auf eine Erzählung zurück, nach der ein Weinpanscher zur Strafe in einen Kater verwandelt worden war (https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Waldkater, gesehen am 22.04.2013). - Sie können also nicht "hereinfallen", dem "Weinpantscher" wird überall schnell sein böses Handwerk gelegt (Weber, Die Hygiene der Schulbank, 1955).

Weinproduzent   „jemand, der Wein herstellt“

Quelle: Manchmal sind sogar ganze Chargen verkorkt. Gast, Kunde und Konsument ärgern sich und das Ansehen des Weinproduzenten leidet darunter (Berliner Zeitung, 05.03.2005). - Leutgeber heißen in Österreich und auch sonst die Weinproduzenten, die den Wein eigner Ernte nur aus eignen Kellern innerhalb ihrer eignen Behausung ausschenken (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Leutgeber).

Weinprüfer   „jemand, der die Weinqualität prüft und beurteilt“

Quelle: Das Verwaltungsgericht Mainz bestätigte am Donnerstag die Auffassung der Weinprüfer der Landwirtschaftskammer, die das Prädikat wegen der aus ihrer Sicht zu milden Temperaturen abgelehnt hatten (Die Zeit, 22.08.2013). - Nicht, weil sie in den zwei Jahren ihres Bestehens konstruktive Vorschläge gemacht hätte, sondern weil sie es mit jenem türkischen Weinprüfer hält, der, als er einmal zwei Flaschen probieren sollte, die eine entkorkte, schmeckte und sagte: "Die andere ist besser." (Die Zeit, 24.02.1949).

Weinrufer   „öffentlicher Ausrufer, der über den Weinausschank informiert“

Quelle: Weil die Stadt davon wieder mehr Steuern einnahm, bezahlte sie den Weinrufer, der in den Straßen von Mayen verkündete, welcher Bürger wieder neuen Wein ausschenkte oder außer Haus verkaufte (Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 35, 2009). - Die Weinrufer durften sich nur vor der Tür ihres Brotherrn aufhalten und nicht für andere Wirte mitausrufen (Hartmeyer, Der Weinhandel im gebiete der Hanse im Mittelalter, 1905).

Weinsager   „öffentlicher Ausrufer, der über den Weinausschank informiert“

Quelle: Zur Benderzunft gehörten seit dem 15. Jh. auch die Weinsager und Weinmesser und bis ins 17. Jh. die Bierbrauer (Heuser, Namen der Mainzer Strassen und Örtlichkeiten, 2008). - Die letzteren zerfielen wieder in die Weinrufer oder Weinsager, welche auf den Straßen Schank und Preis des Weines auszurufen hatten, und Weinzapfer, die in den Schenken selbst halfen (Bücher, Das städtische Beamtentum im Mittelalter, 1914).

Weinsäufer   „jemand, der unmäßig Wein trinkt“

Quelle: Darf ein Papst Alkohol trinken? Schon von Jesus berichtet die Bibel, dass seine Gegner ihn als Weinsäufer beschimpft haben (Der Tagesspiegel, 20.04.2005). - der Weinsäufer kann ebensogut am Delirium tremens erkranken wie der Branntweinsäufer (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Wein [2]).

Weinsäuferin   „Frau, die unmäßig Wein trinkt“

Quelle: Als eine junge Magd ihr den Vorwurf machte, eine "meribibulam", eine kleine Weinsäuferin, zu sein, änderte Monnica ihr Verhalten schlagartig (Augustiniana 55-56, 2005). - Jene aber schmähte sie kühn wieder und nannte sie eine zornsüchtige Weinsäuferin (Klaus, Festtagspredigten, 1905).

Weinschenk   „jemand, der Wein ausschenkt“

Quelle: Als wir den Namen des Sommeliers lasen, fragten wir ihn, wie er als Moslem dazu komme, ein Weinschenk zu werden, da lachte er und erklärte uns, er sei nicht religiös (Berliner Zeitung, 01.03.2003). - Einer der gefürchtetsten Räuberhauptleute war Louis Dominique Cartouche, geboren 1693 zu Paris als Sohn eines Weinschenken (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1911-21).

Weinschenker   „jemand, der Wein ausschenkt“

Quelle: Seit 1787 Weinschenker in Paris, stellte er sich beim Ausbruch der Revolution an die Spitze einiger Volkshaufen (https://de.wikipedia.org/wiki/Mathieu_Jouve_Jourdan, gesehen am 22.04.2013). - Der Akt, woran sich die Steuerpflicht für Wein nach dem Gesetze knüpft, ist in Ansehung der Weinschenker die Tatsache der Einkellerung oder Lagerung von Wein (Sammlung der Erkenntnisse und Beschlüsse des Verwaltungsgerichtshofes 32, 1908).

Weinschenkin   „Frau, die Wein ausschenkt“

Quelle: Nach der Wende wurden die Wände wieder freigelegt, alles detailbesessen restauriert, und das bestrickende Mosaik einer Weinschenkin hoch hinter der Bar weiht die flinken Saaltöchter nunmehr in ihre Profession ein (Berliner Zeitung, 24.06.1995).

Weinschmecker   „Weinexperte“

Quelle: Kriterien für die Auswahl der vorgestellten Läden: Sie sollen eine möglichst breite Palette deutscher und internationaler Weine vorweisen, anspruchsvolle Weinschmecker ebenso wie Normalverkoster zuverlässig bedienen und qualifiziert beraten (Die Zeit, 10.05.2001). - Masaryk erzählt sogar einen Fall, wonach sich ein Weinschmecker tötete, weil er die Schande nicht überleben wollte, sich in einer Weinsorte geirrt zu haben (Hochland 26, 1928).

Weinschröter   „Handwerker, der Weinfässer ausliefert“

Quelle: Neben den Weinschrötern gab es seit dem Mittelalter den ebenfalls heute ausgestorbenen Beruf der Bierschröter, die die Bierfässer aus den städtischen Bierniederlagen zum Ausschank an die Gasthäuser auslieferten (https://de.wikipedia.org/wiki/Schröter_(Beruf), gesehen am 22.04.2013). - 1423 fällt die für die Geistlichkeit lästige Bestimmung weg, daß sie immer im Beisein eines Weinschröters ihre Zeichen holen oder ihren Eid leisten mußten (Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, 1906).

Weinschwelg   „jemand, der unmäßig Wein trinkt“

Quelle: Er sah auch mit seiner breiten behäbigen Gestalt und seinem immer fröhlichen Gesicht wie ein rechter Weinschwelg aus (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

Weinstecher   „obrigkeitlicher Bedienter, der die Weinproduktion beaufsichtigt“

Quelle: Zu den Aufgaben der Versammlung am Bauernstein gehörte auch die Wahl der Dorfbeamten, soweit diese der Gemeinde zustand: Dorfknechte, Dorfschreiber, Dorfwächter, Hebammen, Hirten, Vieh- und Rossärzte, sowie Weinstecher (https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernstein, gesehen am 22.04.2013). - Hieran schließen sich Eid und Gebührenordnung der Weinstecher und der Weinmesser (Pitz, Die Entstehung der Ratsherrschaft in Nürnberg im 13. und 14. Jahrhundert, 1956).

Weinträger   „Handlanger, der Weinfässer transportiert“

Quelle: 1667 wählte der Markt Poysdorf als Wappen und Siegel eine Darstellung, welche die Bedeutung des Weines für den Markt verdeutlichte: Die "Weinträger" oder "Kundschafter" (https://de.wikipedia.org/wiki/Poysdorf, gesehen am 22.04.2013). - Acht Weinträger wurden von den Akziseherren angenommen (Foltz, Geschichte des Danziger Stadthaushalts, 1912).

Weintrinker   „jemand, der Wein trinkt“

Quelle: Berichterstatterin Haasis von AP gab zu bedenken, für die meisten Weintrinker sei „ die Erotik des "Plopps"’ so wichtig wie der Flascheninhalt (Der Tagesspiegel, 13.03.2005). - Ich möchte den alten Scherz auf mich anwenden: Wassertrinker und Weintrinker können einander nicht verstehen (Mauthner, Wörterbuch der Philosophie, 1910).

Weinverächter   „jemand, der den Wein missachtet“

Quelle: Dieses Image hat der Rosé leider bis heute. Er gilt als Wein für Weinverächter (Die Zeit, 24.04.2008). - Er hatte ein fleischiges Gesicht mit einer Nase, wie sie sich einem Weinverächter versagen würde (Die Zeit, 28.10.1966).

Weinverkäufer   „jemand, der Wein verkauft“

Quelle: Wie viele Weinverkäufer schieben qualitative Mängel den Lieferanten in die Schuhe? (Berliner Zeitung, 04.06.1999). - indem man mit dem so beladenen Kamele in der Stadt umherzog, sah dies der Bursche, welcher auf der Stelle die Kleider wechselte und als wandelnder Weinverkäufer in den Straßen sein Getränk feilbot (Hahn, Griechische und Albanesische Märchen, 1918).

Weinvertilger   „jemand, der viel Wein trinkt“

Quelle: Mit der Prohibition aber ist es nichts, Gottlob! Doch mir kam jetzt etwas Vernünftiges in den Sinn: Wir, unsere Genossenschaft der Weinvertilger, verfassen ein Weinbuch und flüstern jedem Kenner unsere Weinquellen ins Ohr (Becke, Etschländer Weinbuch, 1930).

Weinvisierer   „obrigkeitlicher Bediensteter, der die Weinproduktion beaufsichtigt“

Quelle: laut der Weinstadelinstruktion v. 1735 war der Weinvisierer für die Feststellung des Inhalts der verschiedenen Gebinde zuständig (Paringer, Die bayerische Landschaft, 2007). - Der Weinvisierer hatte aufzupassen, wo in der Stadt Wein eingelegt wurde (Wustmann, Aus Leipzigs Vergangenheit, 1909).

Weinzapfer   „jemand, der den Wein abzapft“

Quelle: Der einfachste Bauteil des Lemgoer Rathauses ist das Winteppenhaus, das 1589 von Georg Crosman errichtet wurde. Der Name des Gebäudes leitet sich vom Winteppen, dem Weinzapfer, ab. Er war der Pächter des städtischen Weinhandels, dessen Lager im Saalbaukeller untergebracht war (https://de.wikipedia.org/wiki/Rathaus_(Lemgo), gesehen am 22.04.2013). - Eure Truppen sind meist alte, abhängige Dienstmänner, Weinzapfer und ähnliches Gesindel (Delbrück, Geschichte der Kriegskunst, 1920).

Weinzecher   „Weintrinker“

Quelle: Die fröhlichen Weinzecher mit ihren roten Wangen und Nasen begannen gegen elf Uhr zu gähnen, zogen ihre Geldbeutel, stülpten die Hüte auf und schlingerten heimwärts (Die Zeit, 10.03.1989). - Sitzt einer hier unter euch allen, / Der ins Gesicht mir tät bestreiten, / Daß dieser Mensch mir ist verfallen! / Ein prächtig Schwelger und Weinzecher, / Ein Buhl, Verführer und Ehebrecher (Hofmannsthal, Jedermann, 1911).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Weingärtner   „Winzer, jemand, der Wein anbaut“

Quelle: Am Abend nach der Ankunft ging Marco Lalli jedenfalls mit seinen Gastgebern zum benachbarten Weingärtner Martin Heinrich in dessen Besenwirtschaft (Die Zeit, 04.10.1996). - Winzer, soviel wie Weingärtner, Weinbauer (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Winzer).

Weingärtnerin   „Winzerin, Frau, die Wein anbaut“

Quelle: Verena Schöttle, Enkelin des allseitsbekannten Tübinger Alt-Wengerters Albert Berthold, hat sich zur Weingärtnerin ausbilden lassen und studiert derzeit Weinbau in Geisenheim (Tübinger Blätter, 2000). - Die Handlung will uns die Hochzeitsfeier des reichen Spezereiwarenhändlers Amminadab aus Jerusalem mit einer Weingärtnerin am Libanon vorführen (Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 36, 1916).

Weinbruder   „jemand, der gern Wein trinkt“

Quelle: Wir wollen aber auch die QbA-Weine nicht miesmachen. Sie sind nun mal das tägliche Brot der Weinbrüder in den Kneipen und Wirtshäusern (Die Zeit, 31.01.2008).

Weinbürger   „Bürger, der vom Weinbau lebt“

Quelle: seine Bürger waren noch vielfach Acker- und Weinbürger, hatten also Felder und Weingärten, oft direkt an die inneren Vorstädte anschließend (Hörz, Kunde vom Volk: Forschungen zur Wiener Volkskultur im 20. Jahrhundert, 2005). - Pulkauer Weinbürger! Bauerngeschlechter sind sie, die Fleiß und Arbeit geadelt haben (Stradal, Es steht manches Schloss in Österreich, 1957).

Weindieb   „jemand, der Wein stiehlt“

Quelle: Als Weindieb gelten, das wollte er, der Kenner, der Helfer, nun wirklich nicht (Der Tagesspiegel, 12.07.2002). - Der Gendarm sucht sich krumm, kann aber die "Weindiebe" nicht finden (Hörbiger, Ich hab für euch gespielt, 1979).

Weinfreund   „jemand, der gern Wein trinkt“

Quelle: Bei der Verkostung gab's für die Weinfreunde - darunter Pomp-Duck-Chef Hans-Peter Wodarz und TV-Moderatorin Carola Ferstl - eine Premiere (Berliner Zeitung, 03.06.2005). - es kommen dazu die Cobblers, Flips, die Fizzes und Frappés und Sours und schließlich alles andere, was noch zur Verfügung stehen kann: Limonaden und Sodawasser, Milchmischgetränke, Aperitifs und für den ausgesprochenen Weinfreund ein gut gekühlter Wein (Oheim, Einmaleins des guten Tons, 1955).

Weingast   „Besucher, der zum Weintrinken kommt“

Quelle: Ich hätte euch gerne geholfen, leider muss ich heim, weil ich mich um die Weingäste kümmern muss (Noll, IGEL-Team 12, 2015). - Unter anderem berichtet Hitzig, daß Hoffmann, wie stets und überall, auch im Weinhause niemals untätig war. Er blickte unentwegt umher, um Lächerlichkeiten und auffallende Situationen bei den Weingästen zu bemerken (Piana, E.T.A. Hoffmann als bildender Künstler, 1954).

Weingeselle   „Gefährte beim Weintrinken“

Quelle: Der Name des Teiches soll sich von Li Yiqi herleiten, der sich als Weingeselle von Gaoyang ausgab, um eine Audienz beim ersten Han-Herrscher zu erhalten (Oehring, Dichtung und Geschichte, 1989). - Häufig kamen die Klosterleute zur Burg, am öftesten Bonifaz der kluge, muntere Weingeselle, dem zu Freundschaft die Gebieterin wohl manchmal noch zur Laute griff (Aus Sundgau und Wasgenwald, 1918).

Weingott   „dem Wein zugeordneter Gott, Bacchus/Dionysos“

Quelle: Weingott Bacchus regiert auf dem Pankower Marktplatz in der Breiten Straße (Berliner Zeitung, 25.10.2003). - Als Göttin der Fruchtbarkeit wurde sie in manchen Gegenden, namentlich Arkadien, mit Poseidon als Gott der befruchtenden Feuchtigkeit in Verbindung gebracht, sowie mit dem Weingott Dionysos (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Demeter).

Weinheld   „jemand, der beim Weintrinken Großes leistet“

Quelle: Sie bewundern den Gastgeber, der für Sie nun ein absoluter Weinheld geworden ist (FF, die Südtiroler Illustrierte, 2002). - obendarein ist den Weinhelden bereits in v. 11f ein Wehe zugerufen (Marti/Benzinger, Kurzer Hand-Commentar zum Alten Testament, 1900).

Weinherr   „Ratsherr, der die Aufsicht über den Wein hat“

Quelle: Die Bischopincks gehörten als Nachfahren der vom Bischof eingesetzten Verwalter der bischöflichen Kurie zu den Erbmännern der Stadt Münster und hatte eine große politische Bedeutung; ihre Mitglieder bekleideten zahlreiche hohe Ämter (Bürgermeister, Stadtrichter, Weinherr, Weihbischof etc.) (https://de.wikipedia.org/wiki/Bischopinck, gesehen am 22.04.2013). - Sie hielt sich 1661-70 ziemlich genau an die althergebrachte: Bürgermeister, Richtherren, Kämmerer, Weinherren, Gruetherren, Stuhlherren, Hospitalherren, Sterbherren, Kinderhausherren, Bierherren, Kapellherren, Ziegelherren (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster, 1927).

Weinkärrner   „Fuhrmann, der Weinfässer transportiert“

Quelle: Am "Goldenen Adler" hält der Fuhrmann an. Eben fährt von dort ein Weinkärrner ab (Bunte Bilder aus dem Sachsenlande, 1909).

Weinkellner   „Kellner, der im Lokal den Wein serviert“

Quelle: Die Weinkellner der Restaurants präsentieren den Gästen stolz die neuen Flaschen: Sauvignon, überall Sauvignon (Die Zeit, 14.10.2010). - "Ein Weinkellner", sagt Londres, "kann hundertmal am Abend probieren, ob die Flasche nach dem Korken schmeckt - einmal wird er doch auf eigne Rechnung trinken wollen..." (Tucholsky, Mädchenhandel in Buenos Aires, 1927).

Weinknecht   „Handlanger, der den Wein transportiert und ausruft“

Quelle: Es handelte sich dabei um die Gebühren, welche die Weinknechte für das Ausrufen des Weins erhoben (Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst 66, 2002). - So sind zum Beispiel die Opperknechte (Bauhandlanger), die Weinknechte und Sackträger in Frankfurt gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts (1387) noch zünftig (Kautsky, Vorläufer des neueren Sozialismus, 1909).

Weinkrämer   „jemand, der einen kleinen Weinhandel betreibt“

Quelle: Zwar setzen solche Hobby-Weinkrämer lediglich einige Dutzend Kisten um, machen aber gerade im Hochpreissegment dem Handel doch einiges an Volumen streitig (Bilanz, 2004). - Und wie bezahlte er mit der Axt seinen Weinkrämer. Um alles der Reihe nach zu erledigen? (Andres, Der gefrorene Dionysos, 1942).

Weinküfer   „Handwerker, der die Weingärung veranlasst und überwacht“

Quelle: Weinküfer begleiten den Wein von der geernteten Traube bis zum Abfüllen in die Flasche (Die Zeit, 24.01.2011). - er hielt das Glas gegen das Licht, er probte, wie ein Weinküfer, mit geschlossenen Augen, und nickte, zum Zeichen, daß er gegen das Verhältnis der Zutaten nichts einzuwenden wußte (Fock, Seefahrt ist not!, 1913).

Weinküper   „Handwerker, der die Weingärung veranlasst und überwacht“

Quelle: Er besuchte die höhere Schule und absolvierte von 1810 bis 1811 eine Apothekerlehre und dann eine Lehre als Weinküper (https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Helfrich_Adami, gesehen am 22.04.2013). - Auch Goldschmiede, Schiller, Arbeiter, Weinküper, Leinen- und Holzhändler sowie andere Kaufleute, Landwirte, Offiziere sind der Familie entsprossen (Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 33, 1912).

Weinmeister   „Amtsperson, die den Weinbau und -handel kontrolliert“

Quelle: Die vornehmeren Beamten in der Verwaltung der Weinakzise sind die Weinmeister, Mitglieder des Rates (Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, 1926).

Weinmeister   „Kellermeister, Handwerksmeister, der Wein herstellt“

Quelle: Auch in der Theorieprüfung wird den angehenden Weinmeistern nichts geschenkt (Die Zeit, 05.01.2012).

Weinreisender   „Handlungsreisender, der mit Wein handelt“

Quelle: So wird der Weinreisende Szulski in einer Novembernacht 1831 ermordet (Berliner Zeitung, 09.04.1998). - Ist man also kein Weinreisender und weder Schauspieler noch Sänger, welche sich das schöne Vorrecht einräumen, die tollsten Abenteuer nicht nur zu erzählen, sondern solche auch nicht zu erleben, so sei man recht vorsichtig (Stettenheim, Der moderne Knigge, 1902).

Weinrestaurateur   „Betreiber eines Weinrestaurants“

Quelle: Mochte früher der Weinhändler eine kleine Probier- und Frühstücksstube einrichten, jetzt wird umgekehrt der Weinrestaurateur zum Weinhändler (Modrow, Berlin 1900: Querschnitt durch die Entwicklung einer Stadt, 1936).

Weinwirt   „Wirt eines Weinlokals“

Quelle: sein Kampfgefährte, der Tölzer Weinwirt Jäger, wurde vom Henker gevierteilt (Berliner Zeitung, 14.10.2000). - Aber natürlich, einen braven Weinwirt von der Mosel hätte sie heiraten sollen, einen aus ihrem Stand (Tucholsky, Fräulein Marietta, 1930).

Weinwirtin   „Wirtin eines Weinlokals“

Quelle: "Manchmal", seufzt eine Weinwirtin, "bin ich völlig fertig, es gibt nur leitende Angestellte in der Innenstadt." (Die Zeit, 12.08.1983). - Er gab ihr eine Stelle als Weinwirtin (Tegethoff, Französische Volksmärchen, 1923).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied
Weinfalter   „Tagschmetterling“

Quelle: Weinfalter als Bezeichnung für <Schmetterling> wurde lediglich zweimal, nämlich in BL 7 und 12 angegeben (Steger/Schupp, Kommentare zum Südwestdeutschen Sprachatlas, 2000).

Weinkäfer   „auf Weinpflanzen vorkommender Rüsselkäfer“

Quelle: Die Versuche zur Bekämpfung des Reiswasserkäfers, Lissorhoptrus oryzaphilus Ksl., und des Weinkäfers, Colaspis flavida Say., durch Saatgut- bzw. Bodenbehandlung wurden mit Aldrin durchgeführt (Landwirtschaftliches Zentralblatt, 1961).

Weinmilbe   „Milbe, die die Blätter des Weinstocks schädigt“

Quelle: Dieser Antagonist der schädlichen Weinmilben erreicht allgemein im Frühjahr die höchsten Abundanzwerte, im Sommer geht die Anzahl sehr zurück (weinbauverband-saale-unstrut.de/pdf/de/.../Nachlese%202002-02.pdf, 2002). - Die Weinmilbe ruft auf der Unterseite des Blattes einen blaßrötlichen Filz hervor, wodurch die Tragfähigkeit vermindert werden kann (Säurich, Auf dem Felde: Bilder aus der Pflanzenwelt, 1906).

Weinmotte   „den Weinstock schädigender Nachtfalter“

Quelle: Hinzu kamen großflächige Probleme mit Schadinsekten, so 1844 durch die Weinmotte und 1847 durch den Rüsselkäfer (https://de.wikipedia.org/wiki/Lößnitz_(Großlage), gesehen am 22.04.2013). - Weinmotte, der Traubenwickler (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v.).

Weinmücke   „eine Art der Eintagsfliegen“

Quelle: Er erklärte mir detailliert seine Welt des Weines, den Vorgang des Pressens und Kelterns, zeigte mir all die dazugehörigen Geräte und Fässer im Keller, sprach über Wurzellängen, Weinmücken und über die Vorzüge der Weißweinsorten (Wall, Rom, 2006). - Und die Weinmücke, die soeben vor uns den letzten Tropfen Samos aus dem leeren Glas schlürft, die braucht dazu nicht den Geist (Hoferichter, Das wahre Gesicht, 1966).

Weinraupe   „im Weinlaub lebende Raupe“

Quelle: Eine große braune Weinraupe wurde in den Futtertrog eines offenen Hühnerstalles gestellt (Tümler, Schutzmasken und Schutzfarben in der Tierwelt, 1905).

Weinschildlaus   „auf Weinstöcken schmarotzende Schildlaus“

Quelle: Die kleine Wein-Schildlaus, Lecanium vini Behe, setzt sich nach abgeschlossener Entwicklung am vorjährigen Rehholz fest (Linck, Der Weinberg als Lebensraum, 1955).

Weindrossel   „Rotdrossel, Turdus iliacus“

Quelle: Jahre, in denen die Weindrossel ausnehmend häufig erschien, waren 1828 und 1832. Man warf sie mit Stöcken und Steinen tot (Voss, Die Kanarische Bolle-Fibel, 2014). - Die Weindrossel (Rot-, Winter-, Buntdrossel, Zippe, Ziemer, Winesel, Bäuerling, T. iliacus L.), 22 cm lang, 35 cm breit, ist oberseits olivenbraun, unterseits weißlich, an den Brustseiten rostrot, am Hals gelblich, überall mit dreieckigen und runden braunen Längsflecken; der Schnabel ist schwarz (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Drossel [2]).

Weinvogel   „Rotdrossel, Turdus iliacus“

Quelle: Auch der Weinvogel, T. iliacus, tritt seit Anfang Oktober hier in sehr großen Schwärmen auf (Die Vogelwelt, 1932).

Weinvogel   „Sphinx Elpenor, ein Nachtfalter“

Quelle: Der mittlere Weinvogel als Weibchen wurde auch mit dem kleinen Weinvogel gekreuzt (Przibram, Experimental-Zoologie, 1910).

substantivisches Determinativkompositum mit Krankheitsbezeichnung als Hinterglied
Weinkrankheit   „Krankheit des Weins“

Quelle: Werden die Mängel durch Mikroorganismen verursacht, werden sie als Weinkrankheit bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinfehler, gesehen am 22.04.2013). - Räuchseln, Weinkrankheit, die sich in dem rauchartigen Geschmack des Weins äußert und durch einen Pilz, Botrytis cinerea Pers., verursacht wird, der mit den Trauben in den Most gelangt (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Räuchseln).

Weinkrebs   „krebsartige Erkrankung des Weinstocks“

Quelle: Auch der im Weinbau gefürchtete Weinkrebs wird durch dieselbe Art ausgelöst (https://de.wikipedia.org/wiki/Gießkannenschimmel, gesehen am 22.04.2013). - Der Weinkrebs erscheint an Arten von Vitis in der Nähe des Bodens in Form von kugeligen oder tonnenförmigen Holzauswüchsen, die gleichfalls aus Überwallungsgeweben von Längsspalten bestehen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Krebs [4]).

Weinsucht   „krankhafte Sucht nach Wein“

Quelle: Die Leberkrankheiten endigen meistens mit Wassersucht, die Herzkrankheiten mit Weinsucht! (Bender, Klassiker des Feuilletons, 1967).

substantivisches Determinativkompositum mit Abgabebezeichnung als Hinterglied
Weinpacht   „Pacht eines Weingartens“

Quelle: Auch in dieser Zeit kam der Kellner des Domkapitels noch für ca. 14 Tage nach Erpel, um die Ablieferung der Weinpacht zu überwachen (Closhen, Die Entwicklung der mittelrheinischen Markgenossenschaft am Beispiel des Kreises Neuwied, 1972).

Weinaccise   „auf den Wein erhobene Abgabe“

Quelle: Als Kaufmann wurde Schrötteringk 1628 an den Admiralitätszoll gewählt, 1629 an die Brotordnung, 1630 an die Bier- und Weinaccise (https://de.wikipedia.org/wiki/Diederich_Schrötteringk, gesehen am 22.04.2013). - In den ältesten Stadtrechnungen führt die Weinaccise gewissermassen ein verstecktes Dasein (Bergische Städte 1, 1907).

Weingeld   „mit Wein verdientes oder für Wein ausgegebenes Geld“

Quelle: Für viele Rebbauern am See war das Weingeld die wichtigste und oft einzige Einnahmequelle während des ganzen Jahres (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinbau_am_Zürichsee, gesehen am 22.04.2013). - Nach dem Bau von 1723 bis 1728, der ihm viel Arbeit brachte, bekam M. M. Ott außer 4% des eingezogenen Weingelds ein halbes Fuder Wein (Stolze, Der Sünfzen zu Lindau, 1956).

Weinmaut   „Wegeabgabe für den Weintransport“

Quelle: Neben der Einhebung der später verbotenen Weinmaut von den Donauschiffen war der Salzhandel über Saumwege Richtung Böhmen auch für die Burgherren von Luftenberg von wirtschaftlicher Bedeutung (https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Luftenberg, gesehen am 22.04.2013). - Nehmen wir daher als Erträgnis der Weinmaut 130 tal. an, so entspräche diese Summe bei einem Mautsatze von 24 den. für ein Puder, d. i. 32 Eimer Wein, einer Ausfuhr von über 4000 Eimern mautpflichtigen Weines (Demel, Geschichte des Fiskalamtes in den böhmischen Ländern, 1904).

Weinsteuer   „auf den Wein erhobene Steuer“

Quelle: Bier- und Weinsteuern sind auch anno 2002 für die Deutschen ein sensibles Thema (Berliner Zeitung, 10.08.2002). - Weinsteuer ist eine indirekte Steuer vom Wein- (und Obstwein-) Konsum (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v.).

Weinzehnt   „auf den Wein erhobene Zehntabgabe“

Quelle: Im gleichen Jahr verfügte Bischof Konrad I. von Wallhausen dem Kloster den Weinzehnt eines Rauenthaler Weinberges (https://de.wikipedia.org/wiki/Rauenthal_(Meißen), gesehen am 22.04.2013). - Nach ihrem Zeugnis wegen der Weinzehnten zu Delre und Dodenhausen von jenen Kanonikern gefragt, berieten sich diese Männer draußen und sagten dann aus (Struck, Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters, 1959).

Weinzins   „auf den Wein erhobener Zins“

Quelle: 1385 wurde Friedrich von Kesselstatt, der bereits Ämter des Kurfürsten Kuno II. von Falkenstein versah u.a. mit einem Weinzins aus der kurfürstlichen Steuer zu Karden/Mosel sowie der Burg Klotten belehnt (https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Föhren, gesehen am 22.04.2013). - Verschiebungen bei Weinzins: bei dem Beispiel Westhofen fehlt - wie auch bei Weinolsheim - der Schweinezins zugunsten des Weinzinses (Staab, Untersuchungen zur Gesellschaft am Mittelrhein in der Karolingerzeit, 1975).

Weinzoll   „auf den Wein erhobener Zoll“

Quelle: Der Homburger verweigerte den Darmstadt laut dem Vertrag von 1622 zustehenden Weinzoll (Die Zeit, 10.01.2008). - England, das selbst keinen Weinbau hat, besteuert den Wein in Form des Weinzolles und durch Lizenzen vom Kleinverschleiß (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Weinsteuer).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
Weinklima   „für den Weinanbau geeignetes Klima“

Quelle: Wyhl hatte damit begonnen, dass einige Winzer sich aufbäumten, als sie das Weinklima am Kaiserstuhl durch die Nebelschwaden aus den Kühltürmen in Gefahr sahen (Die Zeit, 06.07.2000). - Der T. gedeiht im allgemeinen noch, wo der Winterweizen im ersten Dritteil des Monats August reif wird; guter T. fordert aber ein Weinklima, und die feinsten Sorten werden zwischen 15 und 35° gebaut (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Tabak).

Weindurst   „Durst nach Wein“

Quelle: Wie könnte sich sonst der Weindurst entwickeln, der für die beste Beilage bei diesem suppigen Kutteltopf sorgt? (Die Zeit, 02.08.2007). - Die 55 Millionen löschen auch den Weindurst der Schweizer nicht (Die Zeit, 20.11.1964).

Weingesetz   „den Wein betreffendes Gesetz“

Quelle: Mit dem 71er Weingesetz wurden Qualitätsweine eingeführt, die der amtlichen Verkostung unterliegen und nach dem Zuckergehalt des Mostes eingeteilt werden (Berliner Zeitung, 11.09.1998). - Nach dem neuen Weingesetz vom 7. April 1909 dürfen solche weinähnliche Getränke im Verkehr als Weine nur in solchen Wortverbindungen bezeichnet werden, welche die Stoffe kennzeichnen, aus denen sie hergestellt sind (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1914, s.v. Obstwein [2]).

Weinlaune   „gute Laune des Weintrinkers“

Quelle: beim Heurigen verdirbt die balkanische Küchenhilfe mit einem authentischen Massakerbericht aus Sarajevo den Gästen die Weinlaune (Die Zeit, 25.06.1998). - Wie nachsichtig war dein Spott! Wie fröhlich war deine Weinlaune! (Frapan, Arbeit, 1903).

Weinlust   „Lust am Weintrinken“

Quelle: Im Fernsehen, jedenfalls im Südwesten der Republik, ist die Badenerin Natalie Lumpp ständiger Gast: in der Sendung "Weinlust trifft Kochlust" zum Beispiel oder im "ARD-Buffet" (Brigitte, 2007). - Wie im Dreißigjährigen Kriege auch Kochem, das still, aber voll Weinlust an der Mosel liegt, von den Söldnerheeren bedrängt wurde, fürchtete der Nat, da wieder einmal Franzosen heranzogen, für die Glocken der alten Kirche (Ponten/Winckler, Das Rheinbuch, 1925).

Weinmaß   „Maßeinheit für Wein“

Quelle: Der Begriff Weinmaß steht, wie Salzmaß, Biermaß oder Getreidemaß für eine grobe Zuordnung von alten Maßen und Gewichten zu den Einheiten, mit denen das Handelsgut Wein gemessen wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Weinmaß, gesehen am 22.04.2013). - Ohm (Ahm), früheres Weinmaß, meist zu 2 Eimer = 100-160 l, in Preußen = 137,4 l, in Norwegen (Aam) = 149,6 l; noch gültig in Dänemark = 154,579 l und Rußland = 147,587 l (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Ohm).

Weinmenge   „Menge des Weins“

Quelle: Große Weinmengen sind längst in den USA, von amerikanischen Zwischenhändlern erworben (Der Tagesspiegel, 07.04.2003). - Es gelang ihm auch rasch, mit einheimischen Stammgästen ins Gespräch zu kommen. Das alles war begleitet von dem Konsum ziemlich ansehnlicher Weinmengen (Fischer, Aus meinem Leben, 1922).

Weinmut   „durch das Weintrinken verursachter Mut“

Quelle: Es ergriff mich, da der Weinmut verflogen war, eine unangenehme Rührung, mit der ich abwehrend kämpfte (Hesse, Gertrud, 1910).

Weinpreis   „Preis des Weins“

Quelle: Die Weinpreise waren gerade in den Keller gefallen, weil ein renommierter Winzer und Weinhändler in Bordeaux beim Panschen erwischt wurde und sich umgebracht hatte (Die Zeit, 02.06.2010). - Bei dem großen Andrang "wilder" Aufkäufer haben die Weinpreise eine fast sprunghafte Aufwärtsentwicklung genommen (Die Zeit, 25.11.1948).

Weinrest   „übrigbleibender Wein“

Quelle: Die Basis dafür, die "Essigmutter", kann man laut Oliver auch beim Autofahren gewinnen: Die Weinreste in der verschlossenen Flasche in Frischhaltefolie und Geschirrtuch wickeln, dann einen Monat im Kofferraum umherrollen lassen (Die Zeit, 21.11.2013). - Petiotisieren, ein von dem burgund. Weingutsbesitzer Pétiot 1859 erfundenes Verfahren der Weinvermehrung, bei dem man die Weinreste noch ein- oder mehrmals mit Zuckerwasser gären läßt und ihnen so Bukett, Gerbstoff und Farbstoff entzieht (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Petiotisieren).

Weinsortiment   „Auswahl an Weinen“

Quelle: Über drei Stunden hatte ich mich notierend durch das Weinsortiment Moldawiens getrunken (Berliner Zeitung, 20.05.2005). - Auf einen neuen Markt hat sich die Gesellschaft mit der Einführung ihres Weinsortiments "Goldener Oktober" begeben (Die Zeit, 04.06.1965).

Weinwarm   „warme Weinspeise“

Quelle: Sie berichteten, Christian Schuster warte im Pfarrhaus. Barbara stellte ihnen Weinwarm auf (Balmer, Kindsmörderin: die tiefe Verlassenheit der Barbara Weber, 2006).

adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied
weinreich   „reich an Wein, viel Wein hervorbringend“

Quelle: Denn auch die Revolution braucht gelegentlich Urlaub. Wo wäre der besser zu verbringen als dort am Ende des Engadins, wo der alte Schmugglerpfad an Cavioccio- und Bittaberghsee hinauf zum Murettopaß und ins weinreiche Veltlin führt (Die Zeit, 29.01.1993). - Bex [...] Gemeinde und Luftkurort im schweizer. Kanton Waadt, Bezirk Aigle, in obst- und weinreicher Gegend (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bex).

weinähnlich   „an Wein erinnernd“

Quelle: Fruchtwein: In diese Sparte fallen alle weinähnlichen Erzeugnisse aus allen Beerenarten, Kirschen, Pfirsischen, Aprikosen, Rhabarber und Südfrüchten (Berliner Zeitung, 13.09.1995). - Kumys (Kumiß), weinähnliches Getränk aus gegorener Stutenmilch (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Kumys).

weinartig   „in der Art von Wein, an Wein erinnernd“

Quelle: Bei manchen weinartigen Produkten, wie bei den allseitig beliebten "Kellergeistern", läßt sich an der Flasche ohnehin mehr verdienen als am Getränk (Die Zeit, 02.08.1985). - Met (Meth), Honigwein, weinartiges Getränk, in alten Zeiten in ganz Europa, jetzt nur noch in Rußland, West- und Ostpreußen bereitetes Getränk (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Met).

weinblind   „vom Wein betrunken“

Quelle: Er hat einen Schnurren. Er ist zu lange auf der Dößke gewesen. Er hat einen Hieb. Er ist gut gesegnet, toll und voll, schwer, dick, satt, dabei gewesen, begeistert, weinblind, besoffen, bezecht, fertig, hin, weg, gedeckt, geliefert, knibbelig (Brevier für den Herrn, 1966).

weinfarben   „die Farbe von Wein habend“

Quelle: redet Homer nicht immer vom weinfarbenen Meer? (Die Zeit, 28.08.2003). - Die Sonne war gesunken; weinfarben lag der Westen und verlor sich in ein immer tieferes Blau (Fr. Huch, Pitt und Fox, 1909).

weinfarbig   „die Farbe von Wein habend“

Quelle: Gold-Johannisbeere mit weinfarbigen Blättern und Frucht im Herbst (https://de.wikipedia.org/wiki/Vinland, gesehen am 22.04.2013). - Er konnte sogar einen leisen Schrecken nicht unterdrücken, wenn er Caspar ansah, der, ihn mit seinen weinfarbigen Augen fortwährend fremd betrachtete (Wassermann, Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens, 1907).

weinfeucht (1)   „von Wein benetzt“

Quelle: Ich streichle mit weinfeuchter Tatze / Dein zartes Fellchen, Katze (Klabund, Die Harfenjule, 1927).

weinfeucht (2)   „vom Wein betrunken“

Quelle: Weinfeuchte Reden, nächtlicher Unfug. Zwei Pfund kostet im Jahre 1688 den Riedener Landwirt Heinrich Lehmann eine eheliche Grundsatzdiskussion (Treichler, Zwischen den Strassen: Geschichte der Gemeinde Dietlikon, 1982). - Bechergeläute, Guitarrengebänkel, jubelnder Frauengesang und weinfeuchte Bässe machen den guten Bürgern den Schlaf schwer (Kolbenheyer, Amor Dei, 1908).

weinfrei (1)   „zum kostenlosen Weingenuss berechtigt“

Quelle: Etwas nach zehn Uhr kam die Botschaft, daß heute das ganze Besatzungsmilitär weinfrei sei (Tiroler Heimatblätter 5-6, 1936).

weinfrei (2)   „frei von Wein“

Quelle: Nach einem weinfreien Kurztrip in den Fernen Osten habe ich mich wieder ins Getümmel gestürzt, und ohne große Vorreden folgen hier die Verkostungsnotizen (Die Zeit, 28.07.2004). - In seiner geschlossenen Form greift der Weinbau in zwei Armen um die Alpen herum und das größtenteils weinfreie Bayern und Böhmen dazwischen huldigen dafür dem starken Hopfenbau und der Bierbrauerei (Geographische Zeitschrift 31, 1925).

weinfroh   „vom Weintrinken froh“

Quelle: Einen Winter auf Winzerart versprechen von November bis April weinfrohe Wochenenden mit Weinprobe und Kellerbesichtigung und kulinarische Weinseminar-Wochen (Berliner Zeitung, 01.11.2000). - Der liebenswürdige, alle bezwingende Waldau, die verhätschelte Augenweide von jung und alt, und noch viele von uns kämpften an beiden Fronten: so auch Florath, das rassige, weinfrohe Teufelchen, das Goethes Wort: "Wenn sich der Most auch ganz absurd gebärdet, es gibt zuletzt doch noch 'nen Wein!" glänzend bewährte (Wohlmuth, Ein Schauspielerleben, 1928).

weinfröhlich   „vom Weintrinken fröhlich“

Quelle: Weinfröhliche Stunden am Rhein versprechen Wolters Reisen (Die Zeit, 24.08.1984). - Aber auch eine Kalendergeschichten sind durchwoben von dem Geiste einer echt allemannischen, weinfröhlich herzlichen, dabei aber fast verschämt zurückhaltenden Gemütlichkeit (Süddeutsche Monatshefte 10, 1912).

weingar   „zu Wein vergoren“

Quelle: Die vergorne, weingare Maische enthält außer Alkohol (5-10 Proz.) viele aus dem Rohmaterial stammende Extraktivstoffe und Salze (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Spiritus [2]).

weingelb   „gelb wie Wein“

Quelle: Die Folgereaktion zu Bromchlorid färbt die Lösung weingelb (https://de.wikipedia.org/wiki/Halogenide, gesehen am 22.04.2013). - Humit, Mineral, fluorhaltiges Magnesiumsilikat, findet sich in kleinen, äußerst flächenreichen Kristallen von weingelber bis bräunlicher Farbe (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Humit).

weingrau   „grau wie Wein“

Quelle: Junge Exemplare sind blass fleischfarben bis weingrau oder beige gefärbt, manchmal ist die Hutmitte sepiafarben gefleckt (https://de.wikipedia.org/wiki/Bleicher_Milchling, gesehen am 22.04.2013). - Schnabel und Zehennägel fleischfarbig, Augenrand weingrau (Schachtzabel, Illustrirtes Prachtwerk sämtlicher Taubenrassen, 1925).

weingrün (2)   „ausgespült und von Gerbstoffen befreit“

Quelle: Weingrün machen bezeichnet als Fachausdruck der Önologie einen Behandlungsvorgang, dem ein Weinfass vor seiner Verwendung unterzogen wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Weingrün, gesehen am 22.04.2013). - Den Holzgeschmack nehmen Weine an, die in nicht vollkommen weingrüne Fässer gefüllt werden (Babo, Handbuch des Weinbaues und der Kellerwirtschaft, 1922).

weinheiser   „vom Weintrinken heiser“

Quelle: Thomas Erkelenz hatte schon drei- oder viermal mit weinheiserer Stimme jene Stelle aus der Ballade von Heine zitiert, die ihn besonders rührte und erhob (Berger, Nettesheim oder Die Schwierigkeit, ein Held zu werden, 1986). - Weinrote Nasen beschnarchten meinen heiligen Schlaf, und meckernde Schoppenstecher und Mostkieser behaupteten mit weinheiseren Stimmen, das Schnarchen allein sei die Musik der Sphären (Weigand, Weinland: Novellen aus Franken, 1915).

weinheiß   „vom Weintrinken erhitzt“

Quelle: Hohngelächter zerriß weinheiße Gesichter (Vogt, Hans Waldmann: historischer Roman aus dem fünfzehnten Jahrhundert, 1938).

weinhell   „hell wie Wein“

Quelle: Auf dem Zeigefinger trug er einen mächtigen Siegelring, eine schuppige Goldschlange, die einen weinhellen Stein umringelte (Stange-Freerks, Sunte Maria von Hamburg und die Reventlows, 1965).

weinklar   „klar wie lauterer Wein“

Quelle: Dann erhält man eine vollkommen weinklare, schwach alkalische Lösung, die durch weiteren Zusatz von destilliertem Wasser beliebig verdünnt werden kann (Mulzer, Die Therapie der Syphilis, 1911).

weinkundig   „sich mit Wein auskennend“

Quelle: Der Kellner gratwandert mit seinem Tablett heran und präsentiert dem weinkundig dreinschauenden Gast die 0,35-Liter-Flasche eines Jugoslawischen Spitzenrotweins (Die Zeit, 23.04.1993). - Als die weinkundigen Außenbeamten des Finanzamtes Kochem in den moselaufwärts gelegenen Gemeinden Ellenz und Bremm auftauchten, läuteten Sturmglocken in den Pfarrkirchen (Die Zeit, 13.12.1956).

weinlaut   „durch das Weintrinken laut“

Quelle: Das Herz schlug ihm jetzt so sehr und die weinlaute Lustigkeit war dahin (Fischer, Nur ein Österreicher, 1933).

weinleer   „keinen Wein enthaltend“

Quelle: Man ließ zunächst soviel Kohlensäure in das Faß einströmen, daß der weinleere Raum vom Gas erfüllt war (Bericht der Höheren staatlichen Lehranstalt für Wein-, Obst-, und Gartenbau zu Geisenheim a. Rh., 1908).

weinlos   „keinen Wein enthaltend“

Quelle: Nachdem Pemberton das Rezept für die von ihm bereits abgewandelte, weinlose Coca-Cola mehrfach verkauft hatte, hatten ein Dutzend Leute Zugang zu seinem Rezept (https://de.wikipedia.org/wiki/Coca-Cola, gesehen am 22.04.2013). - er mußte ein zurückgezogenes Leben führen und der ungeweihten und sündhaften Speisen sich enthalten und die letzten zehn Tage vor der Weihe die Eßlust einschränken, kein Tierfleisch essen und weinlos bleiben (Heigl, Antike Mysterienreligionen und Urchristentum, 1932).

weinlustig   „durch das Weintrinken lustig“

Quelle: Frau Li ist halbwüchsig und hasst weinlustige Eltern (Die Zeit, 06.06.2012). - Das deutsche Trinklied ist weinlustig, das polnische schnapsselig (Mitteilungen der Schlesische Gesellschaft für Volkskunde 11, 1909).

weinmüde   „durch das Weintrinken ermüdet“

Quelle: Der Morgen kroch mitttagwärts, nichts begab sich, ich wartete auf ein Glas Wein, und nach dem Glas war ich weinmüde und wartete auf das Verschwinden der Müdigkeit (Waldis, Tage, Tage, 2015). - Abends und auch nachts stolperten weinmüde Füße die akustisch geschulten Treppen empor (Die Zeit, 21.04.1961).

weinrot   „von der Farbe des Rotweins“

Quelle: Am Ende hängen sie dem Sieger eine künstliche Blume um den Hals, eine Blume aus weinroter Kunstseide (Die Zeit, 23.09.2004). - Es knistert plötzlich, und hinten wird der Himmel rot - dunkelrot - weinrot! (Scheerbart, Immer mutig!, 1902).

weinsauer   „Weinsäure enthaltend“

Quelle: Das Unternehmen wurde 1908 als "Chemische Fabrik Budenheim Utz und Hensel" gegründet und befasste sich anfänglich mit der Herstellung weinsaurer Salze aus Rohweinstein (https://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Fabrik_Budenheim, gesehen am 22.04.2013). - Die gewöhnliche W. wird aus Weinstein, Weintrestern (die ausgepreßten Beeren mit den Stielen), Weingeläger (wesentlich Hefe) und aus dem bei der Reinigung des Weinsteins abfallenden weinsauren Kalk gewonnen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Weinsäure).

weinsäuerlich   „säuerlich wie Wein“

Quelle: Das Fruchtfleisch ist schneeweiß, anfangs fest, fein und saftreich, von angenehm gewürzhaftem, weinsäuerlichem Geschmack (https://de.wikipedia.org/wiki/Boikenapfel, gesehen am 22.04.2013). - Gute H. muß angenehm weinsäuerlich riechen und in einer kleinen Probe Teig in 3/4-1 Stunde an einem warmen Ort kräftige Gärung hervorrufen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Hefe).

weinschwer   „vom Weintrinken träg“

Quelle: Ein solches Bonmot hätte nachts, im Gespräch mit weinschwerer Zunge, sehr viel eher seinen Platz als in der Tageshelle des fixierten Buchstabens (Berliner Zeitung, 10.07.1999). - Da hoben Sundas und Upasund die weinschweren Augen und starrten die himmlische Schöne an (Essigmann, Sagen und Märchen Altindiens, 1920).

weinselig   „vom Weintrinken selig“

Quelle: In weinseliger Stimmung spielte er allerdings schon mit dem Gedanken an Rücktritt (Berliner Zeitung, 22.01.2002). - Ein alter, eidgenössischer Burschenschaftler war jener Gast, gemütlich, breit, keine Spur von Spitzel oder Detektiv; das Gegenteil davon: ein weinseliger Zecher mit Riesenbizeps und Goliathstirn (Ball, Flametti, 1918).

weinsüchtig   „krankhaft süchtig nach Wein“

Quelle: Weidenkops berichtet, daß er Register und Briese verbrannt habe, er gelte als weinsüchtig und leichtsinnig (Silberschmidt, Die Regelung des pfälzischen Bergwesens, 1913).

weinsüß (1)   „süß vom Wein“

Quelle: Weinernte auf den Hügeln, durchsonnte Tage, weinsüße Hände, Nüsse und Nebelduft (Meckel, Von den Luftgeschäften der Poesie, 1989).

weinsüß (2)   „süß wie Wein“

Quelle: Und doch trank er jetzt freudig die Wärme ihrer bebenden Stimme und die weinsüße Glut ihres nahen Körperchens, die ihn zu umwirbeln begann (Hadina, Das andere Reich, 1920).

weinsüßlich   „süßlich wie Wein“

Quelle: Der Geschmack ist weinsüßlich, sehr gut (Gartenschönheit 22, 1941).

weintoll   „vom Weintrinken unvernünftig“

Quelle: Ein trunkener Baechantenchor konnte sich nicht rasender tummeln, als solch eine weintolle, machttolle Jagdgesellschaft (C. Hauptmann, Schicksale, 1913).

weinverständig   „weinkundig, sich mit Wein auskennend“

Quelle: Die "Heidelberger Weinbruderschaft Kurpfalz e. V." ist eine weinverständige Gemeinschaft mit 60 Mitgliedern und wurde gegründet, um sich dem Kulturgut Wein zu widmen und die Beziehungen zu anderen in- und ausländischen Wein-Gemeinschaften zu pflegen (http://www.die-stadtredaktion.de/2016/04/rubriken/stadt/stadtleben/ein-kurfuerstliches-ordensfest-nach-heidelberger-weinbruder-tradition/, 20.04.2016). - Der weinverständige Deutsche oder Franzose aber gibt sich, sobald es sich um bessere Weine handelt, mit dieser Garantie noch nicht zufrieden (Cluss, Zur Hebung des Konsums unserer heimischen Weine, 1907).

weinvoll (2)   „mit Wein gefüllt“

Quelle: Die Nacht war düfteschwer und liebestrunken, als rankten wilde Rosen um weinvolle Amphoren (Muschler, Bianca Maria, 1936).

weinvoll (3)   „vom Wein betrunken“

Quelle: Damit wollte der Weinvolle seinen Arm unter den des Seefahrers schieben, der Störtebecker aber stieß ihn zurück, daß der Betroffene in die Arme des Allena taumelte (Engel, Claus Störtebecker, 1921).

weinwarm   „vom Weintrinken erhitzt“

Quelle: Es wollte mich bedünken, als ob ein leichter Unterton von Schadenfreude durch das weinwarme Wohlwollen des Altmeisters hindurchklänge (Wolzogen, Verse zu meinem Leben, 1907).

adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied
weinbauend   „Wein anpflanzend“

Quelle: Aus einer seiner bedeutendsten Stiftungen (1773) entsteht zum Beispiel das weinbauende "Priesterseminar", ebenfalls ein Name, der noch heute einen guten Klang hat (Die Zeit, 28.06.2001). - Kain, der soeben noch in der Brudermordslegende (Gen. 4, 2) im Gegensatz zu dem Hirten Abel als Bauer, dann, nach der Verfluchung, als Beduine behandelt wird (4, 12), ist in diesem Stammbaum offensichtlich ganz allgemein der Vater aller typischen Gaststämme innerhalb Israels, sein Bruder Seth aber der Stammvater des seßhaften weinbauenden Israel, welches Noah vertritt (Weber, Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen, 1916-21).

weinbekränzt (1)   „mit einem Kranz aus Weinlaub versehen“

Quelle: Erlesen schön blau lasiert oder einfach tönern, die Putti, die Tulpentöpfe, die weinbekränzten Jünglinge (Berliner Zeitung, 16.10.1998). - Bacchus auf einer Tonne, weinbekränzt, mit der Rechten einen Pokal emporhaltend (Stecke, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 1906).

weinbelaubt   „mit Weinlaub versehen“

Quelle: Das frühere Fernmeldeamt Schlüterstraße ist weinbelaubt am schönsten (Hamburg von Altona bis Zollenspieker, 2002). - Auch mochten sich die Griechen, wenn sie den Festzug zu Ehren Siwas [...] unter Zimbel- und Paukenklang durch weinbelaubte Thäler ziehen sahen, in ihre Heimat versetzt glauben, durch die ein Dionysoszug lärmt (Helmolt, Weltgeschichte, 1905).

weinbepflanzt   „mit Weinreben bepflanzt“

Quelle: Sie entdecken kleine Brunnen in den schiefen Handwerkerhäusern und weinbepflanzte Mauern in lauschigen Innenhöfen (Merian Venedig, 2005). - Nachmittags trat ich aus dem Walde, und da lag im Sonnenschein unter mir, an die weinbepflanzten Hänge geschmiegt, von starken Mauern umgeben, die Residenz von Böheim (Wille, Die Abendburg, 1909).

weinbestanden   „mit Weinstöcken bewachsen“

Quelle: 1617 waren Busino und seine Reisegefährten vom lebhaften Schiffsverkehr auf dem Rhein, den weinbestandenen Hängen, den vielen Ortschaften an den Ufern und den pittoresken Burgen beeindruckt (Heitmann, Das italienische Deutschlandbild in seiner Geschichte, 2003). - Der Vater, ein Schuster, hauste im kleinen Döbling, im Dorf vor der Stadt an den weinbestandenen Abhängen des Wienerwaldes (Wirsing/Eschmann, Das XX. Jahrhundert, 1941).

weinbewachsen   „mit Weinstöcken bewachsen“

Quelle: Weiter nordöstlich dann dehnen sich weinbewachsene Hügel (Die Zeit, 28.04.1995). - Die weinbewachsene Laube stand ja in der einen Ecke (Bischoff, Bilder aus meinem Leben, 1912).

weinduftend (1)   „nach Weinlaub duftend“

Quelle: Da läuten neben den brennenden Weidenröschen die Purpurglocken des Fingerhuts, gesellt sich zu dem weinduftenden Wasserdost der friedlose Goldweiderich und breitet die gewaltige Bärenklau ihre gastlichen Dolden (Sack, Ein verbummelter Student, 1917).

weingesegnet   „reichlich Wein hervorbringend“

Quelle: Der vorliegende Beitrag ist ein kleiner Baustein, der Versuch eines Überblicks zum reichhaltigen Bestand an Bildzeugnissen um Rebe und Wein in unserer weingesegneten Heimat (Der Schlern 79, 2005). - Ermellék (spr. éhrmellêk), Gebiet im ungar. Komitat Bihar längs des Flusses Er, im W. eine fruchtbare und z. T. sumpfige Ebene, im O. ein weingesegnetes Hügelland (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Ermellék).

weintragend   „mit Weinstöcken bepflanzt“

Quelle: Die Orte liegen unregelmäßig verstreut zwischen den weintragenden Erhebungen (Biebelsheim, Hackenheim, Volxheim) oder sie halten sich an die Tiefenlinie des Appelbachtales (Wöllstein, Badenheim, Pfaffenschwabenheim) (Rhein-mainische Forschungen, 1927).

weinumkränzt   „ringsum mit Weinlaub bekränzt“

Quelle: An der Flussstraße Antiquitätenläden, weinumkränzte Lokale wie das Sausen-Eck, urkundlich erwähnt bereits 1363. Oha! Das haut den stärksten Ami vom Burger-King-Hocker (Stern-Magazin 60, 2007). - In der Ferne schimmert das weinumkränzte alte Trier, das wir soeben verließen (Kerp, Methodisches Lehrbuch einer begründend-vergleichenden Erdkunde, 1908).

weinumlaubt   „ringsum mit Weinlaub bewachsen“

Quelle: oft ist auch das kleine, ebenfalls weinumlaubte Blockhaus der Mittelpunkt des Motives (Corinth, Das Leben Walter Leistikows, 1910).

weinumrankt   „ringsum mit Weinlaub bewachsen“

Quelle: der unbekümmerte Sohn residieren im weinumrankten Herrenhaus in der lieblichen Grafschaft Surrey (Berliner Zeitung, 21.10.2002). - Kaum hatte er in einem weinumrankten Häuschen des "italienischen Dörfchens" Wohnung genommen, so mußte er auch schon die ersten Widerwärtigkeiten seiner neuen Stellung erproben (Glasenapp, Das Leben Richard Wagners, 1905).

weinumsponnen   „ringsum mit Weinlaub bewachsen“

Quelle: An einem stillen Ort, nicht allzuweit von hier, ein kleines weinumsponnenes Häuschen, davor ein Gärtchen mit bunten Blumen (Duncker, Großstadt, 1900).

weinumwunden   „ringsum mit Weinlaub umwunden“

Quelle: Im schwarzen Gehrock und Zylinder, in der weißen Schürze mit bunten Seidenschleifchen, marschiert er hinter der Musik wie ein König voran, schwenkt wie ein Bacchus die weinumwundene gießkannähnliche "Stütz" (Mathar, Die Rheinlande, 1922).

weinbegeistert   „vom Wein begeistert“

Quelle: Das Ziel des Vereins: weinbegeisterte Frauen, also Winzerinnen, Weinfachfrauen aus Gastronomie und Handel, Sommelièren, PR-Frauen und Fachjournalistinnen aus ganz Deutschland zu motivieren, sich mit dem Thema Wein noch mehr auseinander zu setzen (Die Zeit, 15.04.2004). - Als dieser mehr und mehr weinbegeistert das Flaggenlied mit Mandolinenbegleitung freimütig zum besten gegeben hatte, öffnete der Zahnarzt das Klavier und trug raffiniert Chopins Fantasie Impromtu und die Lisztsche Rhapsodie vor (Ringelnatz, Flaggenparade, 1916).

weinberauscht   „vom Wein betrunken“

Quelle: Das Steuerrad wird im Lauf der Handlung von weinberauschten Mänaden, "wilden Weibern mit wenig Manieren", mit Knüppeln in eine aparte Herzform gehauen (Berliner Zeitung, 01.12.2001). - Bacchantisch, bacchisch, nach Art der B., weinberauscht, ausschweifend (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bacchanten).

weinberühmt   „wegen des Weins weithin bekannt“

Quelle: Württemberg ist vor dem 30-jährigen Krieg eines der weinreichsten (mehr als 40 000 Hektar) und weinberühmtesten Länder Deutschlands (Steuber/König, Die Zukunft gestalten: 50 Jahre Regierungspräsidium Stuttgart, 2002). - Statonia, antike, weinberühmte Stadt Etruriens, 1896 südwestlich von Pitigliano aufgefunden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Statonia).

weinbetäubt   „vom Weintrinken betäubt“

Quelle: Vor seinen weinbetäubten Sinnen gaukelt das Bild eines jungen Mädchens (Waltari, Karin Magnustochter, 1943).

weinbildend   „Wein erzeugend“

Quelle: Demnach müssen 1000 Kilogramm Most, welcher einen angenehmen Wein liefern soll, 240 Kilogramm Zucker, 6,5 " freier Säuren und 753,5 " Wasser, inclusive der anderen im Moste vorkommenden weinbildenden Stoffe, enthalten (Goldschmidt, Der Wein von der Rebe bis zum Konsum, 1901).

weinduftend (2)   „nach Wein duftend“

Quelle: "Ich weiß", sagte er lächelnd und strahlte sie an wie ein Ministrant den weinduftenden Meßbecher (Geerk, Vergiss nicht, die Liebe zu töten, 1982).

weinduselig   „vom Wein betrunken“

Quelle: Und dies, so die Hinterbliebenen, geschah in feindlicher Absicht, keineswegs in weinduseliger Weise (Seiler, Der Deutsche Orden in Frankfurt, 2003). - Hier lernen wir ein anderes Wien kennen, wie aus den Erzählungen weinduseliger Heurigendichter, eine graue Stadt der Fabriken, der Lichthöfe und Zinskasernen (Die sozialistische Erziehung 10, 1930).

weinerfüllt   „mit Wein gefüllt“

Quelle: Fürsorglich reichte Goethe dem erschöpften Freunde das Glas, das, weinerfüllt, auf dem eingelegten Tischchen neben dem Gastbett stand (Molo, Die Freiheit, 1914).

weinerhitzt   „vom Weintrinken erhitzt“

Quelle: Von dem Wortwechsel weinerhitzter Karrenschieber spinnt sich ein unsichtbarer, aber ununterbrochener Faden bis zum Zwist der Göttersöhne (Perspektiven 1, 1978)

weingefüllt   „mit Wein gefüllt“

Quelle: Wieso aus weingefüllten Römern bierbedingter Schaum sprützen kann, wird ebenso Schillers Geheimnis bleiben wie die Begründung seiner Behauptung, Menschenfresser seien ausgerechnet durch Alkohol zu besänftigen (Die Zeit, 04.01.2005). - Und sie redeten über die täglichen Dinge des Daseins wie andre junge Paare, spazierten Arm in Arm, verweilten vor Gebäuden und Schaufenstern, berieten sich, lächelten, stießen mit weingefüllten Gläsern an, sanken Wange an Wange in den Schlaf der Glücklichen (Schnitzler, Die Fremde, 1902).

weingelaunt   „in Weinlaune, durch das Weintrinken übermütig gestimmt“

Quelle: Dass sie im vergangenen Frühjahr der Münchener Schickeria weingelaunt auch ihre Deutschkenntnisse eröffnete, bestehend aus "Junge, Küssen, Schwanz", ist hingegen neu (News: Politik, Geld, Szene, Leute, 2005). - Mein Glas zerschlug am Stein ich weingelaunt (Heron-Allen, Die Vierzeiler des 'Omar Chajjâm, 1927).

weingerötet   „vom Weintrinken gerötet“

Quelle: Henry ("ein großer, dunkelhaariger, liebenswerter Bursche mit einem weingeröteten Gesicht") und Angela ("eine kleine, hübsche Frau mit einer Unmenge dunkler Locken und einer lebhaften, amüsierten Art") kennen einander von klein auf (Die Zeit, 17.04.1992). - Lewald riß sich den Hut vom Kopf und schwenkte ihn, ein blondes Haar stand zerzaust um sein weingerötetes Gesicht (Die Zeit, 26.06.1952).

weingetränkt   „mit Wein durchtränkt“

Quelle: In Barcelona bekehrte er die Nonnen eines Klosters, die ein gutgehendes Bordell betrieben, und wurde von den Freiern halb totgeschlagen, so daß er wochenlang nur in weingetränkten Tüchern liegen konnte (Die Zeit, 20.12.1991). - es riecht nach Wein und weingetränktem Holz (Tucholsky, Alter Burgunder wird versteigert, 1928).

weinglühend   „vom Weintrinken erhitzt“

Quelle: Aber die da bei ihnen stehen blieben mit geschwollenem Bauch und weinglühenden Gesichtern, die lachten (Lambrecht, Die tolle Herzogin, 1913).

weinpanschend   „den Wein durch verbotene Zusätze verfälschend“

Quelle: Die seligen "Fliegenden Blätter" hatten so ihre traditionellen Heiligtümer: die Zahnärzte, die weinpanschenden Wirte, die Studenten (Tucholsky, Wie mache ich mich unbeliebt?, 1924).

weinschenkend   „Wein einschenkend“

Quelle: In den homoerotisch getönten Gedichten über den weinschenkenden Knaben, dem Das Schenkenbuch des Divans gewidmet ist, werden der Weingenuß und seine Folgen ausgiebig gefeiert (Neuhaus, Andre verschlafen ihren Rausch, meiner steht auf dem Papiere, 2007). - der Tisch der Schmausenden ist ganz unter Rosen verborgen, das Haupt der Tänzerin, des weinschenkenden Knaben mit einem Rosenkranz umwunden (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Rose [1]).

weintriefend   „mit Wein getränkt“

Quelle: Am Abend vor dem Schlafengehen bestreicht man mit dem weintriefenden Topas seine Augen, sodass auch etwas Flüssigkeit in das Augeninnere kommt (Knobloch, Natürliche Heilmittel von A-Z, 2013).

weintrunken   „vom Wein betrunken“

Quelle: Das erinnert an Bridget Jones, wie die allein, weintrunken bei sich auf dem Sofa rockt (Berliner Zeitung, 09.02.2005). - Weintrunkne und Verliebte, die Berauschten / der Kypris, schaun mit solchen sonderbaren / Augen auf einen, als ob sie, aus Dämmrung / voll Wundern, zwinkernd ins Alltäglich-Grelle / einträten (Hofmannsthal, Alkestis, 1909).

weinverzehrend   „Wein trinkend“

Quelle: Der Wirt, der nahm die besten / Plätze und reservierte sie / Den weinverzehrenden Gästen (Löns, Siehst du wohl, das kommt davon, 1907).

substantivisches Determinativkompositum mit Klassifikationsbezeichnung als Hinterglied
Weinart   „Art des Weins“

Quelle: Sie entscheiden, welche Gemüse und Getreidesorten, welche Obst- und Weinarten weitergezüchtet werden (Die Zeit, 08.12.1995). - Die verschiedenen Weinarten müssen in den richtigen Gläsern perlen, wenn die Blume und damit der Genuß vollkommen sein soll (Smolka, Gutes Benehmen von A - Z, 1957).

Weingattung   „Gattung des Weins“

Quelle: Wenn Johann Gottfried Herder 1779 die Wortverbindung vin mousseux mit "Schaumwein" ins Deutsche übersetzte, so reflektierte dieser Sprachgebrauch die ursprünglichste Wahrnehmung der neuen Weingattung in Frankreich (Gries, Produkte als Medien, 2003). - Man pflanzt in den Weinbergen (die nicht immer Berge sind) und Gärten nach vorheriger Entwässerung des Untergrundes in Reihen, deren Entfernung sich nach dem Rebsatz (den anzupflanzenden Weingattungen), nach Behandlung wie nach Boden und Lage richtet (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Weinstock).

Weinsorte   „Sorte des Weins“

Quelle: Und über 900 Weinsorten werden jährlich getestet (Berliner Zeitung, 15.07.2005). - Die etwas aufdringlich wirkende Sitte, die Weinsorte beim Einschenken durch den Bediensteten zuflüstern zu lassen, ist vielleicht im Palast des Nobile noch angängig - im bürgerlichen Heim beim Revanchesouper ist sie ebenso deplaciert wie das affektierte Geflechtkörbchen für die Rotweinflasche (Reznicek, Der vollendete Adam, 1928).

substantivisches Determinativkompositum mit Möbelbezeichnung als Hinterglied
Weingestell   „Gestell für die Aufbewahrung der Weinfässer“

Quelle: Das Holz wird unter anderem für Weingestelle und im Hausbau verwendet (https://de.wikipedia.org/wiki/Silberne_Scheinbuche, gesehen am 22.04.2013). - Das kleine angrenzende Gelaß erwies sich nach Entfernung der Weingestelle aus der Zeit der Grafen Pourtales als das landvögtliche Gefängnis (Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums, 1955).

Weinschrank   „Schrank zur Aufbewahrung von Wein“

Quelle: unten sitzt man an weiß gedeckten oder nackten Holztischen mit freiem Blick auf die bis zur Decke reichenden Weinschränke und die gläserne Theke (Berliner Zeitung, 16.03.2002). - Ich erwiderte, daß ich die Quittung ihr doch gleich gegeben hätte, beim Weinschrank hätte sie sie in Empfang genommen (Viersbeck, Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens, 1910).

Weintisch   „Wirtshaustisch, an dem Wein getrunken wird“

Quelle: Dann trat er an den Weintisch, als habe er eine sehr wichtige Ankündigung zu machen, und klopfte mit einer winzigen Gabel gegen ein Kristallglas (Ramsay, Schmetterlingstage, 2013). - Von manchen meiner Freunde weiß ich kaum mehr zu sagen, ob ich sie öfter im Klub oder am Weintisch gesehen habe (Mühsam, Unpolitische Erinnerungen, 1927-29).

substantivisches Determinativkompositum mit Fahrzeugbezeichnung als Hinterglied
Weinkarren   „Karren für den Transport von Weinfässern“

Quelle: Ein Fuhrmann steckt mit seinem schweren Weinkarren fest (https://de.wikipedia.org/wiki/Muttergottesgläschen, gesehen am 22.04.2013). - Volles südliches Leben blüht in den Straßen am Tiber; die römischen Weinkarren holpern vorüber, mit Fässern bepackt (Schneider, Schicksal und Landschaft, 1960).

Weinwagen   „Wagen für den Transport von Wein“

Quelle: Es existierte eine große Vielfalt an Privatgüterwagen, z.B. Bassinwagen für lebende Fische, Bier- und Weinwagen, heizbare Früchtetransportwagen, Staubgutwagen, Kesselwagen und Topfwagen, für die soweit möglich Baugruppen der bahneigenen Regelgüterwagen Verwendung fanden (https://de.wikipedia.org/wiki/Güterwagen_der_Deutschen_Reichsbahn, gesehen am 22.04.2013). - Die Weinwagen kamen aus dem Neckartal und seinen Seitentälern (Combe, Die Bedeutung des Weinbaues für die württembergische Volkswirtschaft, 1933).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied
Weinbacke   „vom Weintrinken gerötete Wange“

Quelle: Ich habe sie ein wenig kühner der Reihe nach gemustert. Zwei haben mir aus glänzenden Weinbacken zugelächelt (Glaser, Jenseits Der Grenzen, 1985). - Susanne wandte sich ab, als sie Hermiones Gesicht sah, mit roten Weinbacken und grellem Lachen um die blauen Augen (Essig, Der Taifun, 1919).

Weinkehle   „Kehle eines Weintrinkers“

Quelle: Da lachten sie aber herzlich und rauh aus ihren Weinkehlen (Werbelow, Am Westwall wacht die Ehre, 1941).

Weinnase   „gerötete Nase eines notorischen Weintrinkers“

Quelle: Friedmann war ein kleiner, gedrungener Mann mit einer Weinnase (Schmidt, Isenhardt, 2011). - Wohlgerundetes Bäuchlein, behaglich gefärbte Weinnase. Goldbrille. Ganz versenkt in den "Lokal-Anzeiger" (Die Woche: Moderne illustrierte Zeitschrift, 1920).

Weinzunge   „Zunge eines geübten Weintrinkers“

Quelle: Für seine Weinzunge war er berühmt (Schröder, Augstein, 2004). - Als Schriftsteller stand er nicht sehr hoch, dagegen besaß er die beste Weinzunge im Hause (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

substantivisches Determinativkompositum mit Speisebezeichnung als Hinterglied
Weinbowle   „mit Wein angesetzte Bowle“

Quelle: Ich wünschte, ich hätte Bier im Haus gehabt, um damit die Weinbowle runterspülen zu können (Andrews, Stadt der Finsternis, 2011). - N. heißt auch eine in England beliebte Weinbowle mit feinen Äpfeln (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Nektar).

Weinbranntwein   „Spirituose aus einem Weindestillat“

Quelle: Destilliert man den Wein aus der Blase, solange das Destillat noch entzündlich ist, so bildet das ganze Destillat den gewöhnlichen Weinbranntwein (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Franzbranntwein).

Weinbrühe   „mit Wein aromatisierte Brühe“

Quelle: Die Besucher können sie leicht zu Hause nachkochen. Beispielsweise "Kartoffel in Weinbrühe", wie sie im Jahre 1723 zubereitet wurden (Die Zeit, 19.07.2012). - Die Weinbrühe wird mit dem Schwitzmehl zu einer Sauce verkocht, diese mit 4 Eidotter abgezogen und noch einige Minuten ohne zu kochen aus dem Feuer geschlagen, bis sie sich cremartig verdickt (Praktisches Koch- u. Wirtschaftsbuch für die bürgerliche und feine Haushaltung in Nord- und Süddeutschland, 1900).

Weinessig   „aus Wein hergestellter Essig“

Quelle: Als der Durst immer noch nicht gestillt war, soffen die Hausbesetzer auch noch den Vorrat an Weinessig weg (Berliner Zeitung, 30.03.2002). - Nach Geschmack kann man etwas Weinessig oder Zitronensaft und Petersilie zusetzen (Ulbrich, Essbar oder giftig?, 1937).

Weingelee   „mit Wein zubereitetes Speisegelee“

Quelle: Weingelee mit Früchten rundet das Menü ab (Der Tagesspiegel, 03.07.2001). - Andre Mischungen erhalten einen Zusatz von Gelatine (Hausenblase, Hirschhorn, Schweineschwarte, gekochten Kalbsfüßen), z. B. Weingelee und Fleischgelee (Aspik) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Gelee).

Weingetränk   „Getränk mit Wein“

Quelle: Meine Eltern tranken Vipa, ein Weingetränk (Berliner Zeitung, 03.04.1999). - Bowle (engl. bowl, spr. bohl, "Napf", "Schale"), terrinenartiges Gefäß für kalte oder warme Weingetränke (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Bowle).

Weinlikör   „aus Wein gewonnener Likör“

Quelle: Während Monsieur Bessac, der Ehemann mit dem grob gefurchten Gesicht, den selbst gebrauten Weinlikör namens Ratafia in Wassergläsern kredenzt, taucht sein greises Mütterchen mit dem gröber gefurchten Gesicht hinter einer Modezeitschrift ab (Die Zeit, 27.10.2005). - Die frühere Bezeichnung der Fabrikate als "Weinlikör" weist ebenfalls darauf hin, daß diese Getränke Weincharakter haben sollten und nach der Meinung der Hersteller auch hatten (Gesetze und Verordnungen sowie Gerichtsentscheidungen betreffend Nahrungs- und Genussmittel und Gebrauchsgegenstände 6, 1914).

Weinmet   „aus Wein zubereiteter Met“

Quelle: Er unterscheidet Wassermet und Weinmet (aqua mulsa bzw. vinum mulsum) (Schmidt, Geschichte der Franken bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts, 1970). - Getrunken wurden Weinmet (mulsum) und ein warmer, mit heißem Wasser gemischter Würzwein (calda), seltener gewöhnlicher Wein (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Mahlzeit).

Weinmolken   „mit Wein versetzte Molke“

Quelle: Weinmolken nach Heyl: 1 Liter Milch wird mit 1/4 Liter Weißwein oder Madeira gemischt und die Mischung durch ein sauberes Mulläppchen abgegossen (Eberlein, Die neueren Milchindustrien, 1937).

Weinmost   „ausgepresster Traubensaft für die Weinherstellung“

Quelle: Auch hatten die Fachleute sich nicht damit begnügt, den Weinmost vor der Fermentation zu zuckern (Die Zeit, 17.02.1978). - Nach de Monti soll Weinmost, im Vakuum bei etwa 28° eingedampft, sein Fruchtaroma behalten (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1914, s.v. Konservierung [2]).

Weinmus   „mit Wein zubereitetes Speisemus“

Quelle: An hohen Festtagen kam Mandelmus, an Weihnachten sogar Weinmus auf den Tisch (Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde 53, 2008). - Da gab es schon am Vorabend gebratene Hühner und am Augustinustage selbst Schmorbraten, Hammelfleisch mit Pfeffer, Hühner "mit mandelen unde rosin", Weinmus, Käse, Butter und Früchte (Velhagen& Klasings Monatshefte 50, 1936).

Weinpunsch   „mit Wein zubereiteter Punsch“

Quelle: Harris stotterte stark und ließ tatsächlich einmal einer Gruppe von Gästen einen ungenießbaren Weinpunsch servieren (James, Die geheimen Memoiren der Jane Austen, 2012). - Das Wasser wird oft durch Wein ersetzt (Weinpunsch); außerdem aber werden auch Champagner, Ale, Ananas, Apfelsinen, Eier etc. verwendet (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Punsch).

Weinschaum   „mit Wein zubereitete Schaumspeise“

Quelle: Am Weihnachtstag bekommt das Parfait einen Weinschaum als Begleiter (Die Zeit, 02.12.2010). - für süße Speisen wählt man gern Schaum von Eierschnee und Zucker (Baisermasse) oder Weinschaum (Chaudéau) (Der Bazar, 11.10.1915).

Weinschnaps   „aus Wein destillierter Schnaps“

Quelle: Offenbar war Papa zu einer Probe von diesem Weinschnaps eingeladen worden, und die war aus dem Ruder gelaufen (Kanitz, Oma packt aus, 2013). - Zuk (Z. Mekâjil), ein etwa 4 Stunden von Beirut in der syrischen Landschaft Kesruân gelegener, durch Webereien und Weinschnaps berühmter Flecken (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Zuk).

Weinschokolade   „mit Wein zubereitete Schokolade“

Quelle: Die Winzer von "der Franke" haben gemeinsam mit einer österreichischen Schokoladenmanufaktur eine Weinschokolade kreiert (Das Deutsche Weinmagazin, 2008). - Niemand verstand es, den Abendtee oder die Weinschokolade für den nächtlichen Arbeitstisch so zuzubereiten wie sie (Stickelberger, Dichter im Alltag, 1952).

Weinsoße   „mit Wein zubereitete Speisesoße“

Quelle: Die Dampfnudeln kann man mit Butter essen, mit Kompott oder Weinsoße (Die Zeit, 31.01.2013). - Ananas-Pudding mit Weinsoße (Kölnische Zeitung, 03.01.1908).

Weinspeise   „mit Wein zubereitete Speise“

Quelle: Erlesene kalte Weinspeisen trafen auf raffinierte warme Gerichte, auf flambiertes Obst und auf Raclette (http://www.meinbezirk.at/niederoesterreich/neunkirchen/themen/semmering.html, 13.01.2016). - Die Weinspeise ist zu gut (Andres, Die Sintflut, 1949).

Weinsuppe   „mit Wein zubereitete Suppe“

Quelle: Eine Fränkische Weinsuppe besteht aus einem zwiebelgesättigten Sahnebrei, mit Wein und Bouillon aufgegossen und mit Estragon gewürzt (Die Zeit, 26.06.2003). - Mittagessen: Gemüsebrühe oder Weinsuppe, 150 Gramm Fisch mit 30 Gramm Butter und Luftbrot oder 100 Gramm Fleisch mit Tomatentunke und Salat, reichlich Gemüse mit 30 Gramm Speck, 1 Glas Wein (Kneipp/Reile, Das große Kneippbuch, 1903).

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Hinterglied
Weinapfel   „für die Mostherstellung geeignete Apfelsorte“

Quelle: Als Mostapfel, Weinapfel oder Viezapfel werden Apfelsorten bezeichnet, die sich besonders für die Mostherstellung eignen (http://de.wikipedia.org/wiki/Mostapfel, gesehen am 8.7.2013). - In den verschiedenen Gegenden bevorzugt man gewisse Apfelsorten (trierischer Weinapfel, Luikenapfel, rheinischer Bohnapfel etc.), vielfach aber verarbeitet man Gemische verschiedener Sorten (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Obstwein).

Weinbirne   „für die Mostbereitung geeignete Birnensorte“

Quelle: Die Oberösterreicher Weinbirne auch "Kärntner Speckbirne", "Zitronengelbe Mostbirne" oder kurz "Oberösterreicher" genannt, ist eine Sorte der Birne (Pyrus communis), genauer eine Mostbirne (https://de.wikipedia.org/wiki/Oberösterreicher_Weinbirne, gesehen am 22.04.2013). - Längliche Weinbirnen, nicht zum Rohgenuß geeignet, mit brüchigem, rübenartigem oder selbst halbschmelzendem Fleisch, entschieden herbem, adstringierendem Geschmack, länglich: späte Grünbirne S*D (Fig. 14), Knausbirne S, gelbe Wadelbirne S!, Träubeles Birne HZ (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Birnbaum [1]).

Weinblume   „Gemeine Nachtkerze, Oenothera biennis“

Quelle: Weitere Trivialnamen sind Nachtblume, Gelber Nachtschatten, Nachtschlüsselblume, Eierblume, Gelbe Rapunzel, Rapunzelsellerie, Härekraut, Rapontika, Rübenwurzel, Schinkenkraut, Schinkenwurz, Stolzer Heinrich, Weinblume oder Weinkraut und Hustenblume (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Nachtkerze, gesehen am 22.04.2013). - Dabei strömen die Blüten einen angenehmen Duft aus, der dem der Weinblüte sehr ähnlich ist und der Pflanze auch den Namen Weinblume verschafft hat. Den Namen Nachtkerze hat man ihr gegeben, weil sie nachts mit bläulichem Lichte leuchten soll (Höck, Lehrbuch der Pflanzenkunde für höhere Schulen und zum Selbstunterricht, 1908).

Weinkirsche   „eine Kirschsorte“

Quelle: Die "Weinkirsche" blüht spät (Mitteilungen des Obstbauversuchsringes des Alten Landes e. V., 1952). - Man lernte die Sauer- oder Weinkirsche kennen (Gauss/Freivogel, Von der Urzeit bis zum Bauernkrieg des Jahres 1653, 1932).

Weinkraut   „Wiesen-Kuhschelle, Pulsatilla pratensis“

Quelle: Für diese Art gibt viele, zum Teil nur regionale, Trivialnamen: [...] Weinkraut (Schlesien) (https://de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnliche_Kuhschelle, gesehen am 22.04.2013). - Kuhschelle; Schwaben: Heuschlafen; Schlesien: Bockskraut, Tagesschlaf, Weinkraut (Ascherson, Synopsis der mitteleuropäischen Flora, 1935).

Weinkraut   „Keulen-Bärlapp, Lycopodium clavatum“

Quelle: In der von mir gesehenen Ausgabe von Brunfels habe ich Weinkraut oder Bärlapp nicht gefunden (Möbius, Geschichte der Botanik, 1968).

Weinkraut   „Weinsauerkraut, in Weißwein eingelegter Weiß- oder Spitzkohl“

Quelle: Als Hauptspeise gibt es "den Klassiker", Saumagen, Bratwurst und Leberknödel mit Weinkraut und Kartoffelpüree (Die Zeit, 19.05.2011). - In diesem Gasthaus kann man einen Saumagen essen und einen Saumagen trinken, nämlich einen Pfälzer Saumagen mit Weinkraut und Brot zu 4,90 Mark und dazu ein Gläschen Kallstadter Saumagen ("fruchtig, edles Spiel") zu 1,20 Mark (Die Zeit, 20.01.1967).

Weinlauch   „Weinberglauch, Allium vineale“

Quelle: So weist der Großkmehlener Weinberg an bemerkenswerten Pflanzenarten u. a. Wein-Lauch (Allium vineale), Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) und Knollen-Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus) auf (Der Schraden: eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand, 2001). - Der Weinlauch kann als äußerst schädliche Pflanze auftreten (Boas, Zeigerpflanzen: Umgang mit Unkräutern in der Ackerlandschaft, 1958).

Weinnägelein   „Berberitzenbeere“

Quelle: Weinnägelein, gewöhnlicher Sauerdorn (Oberbayerisches Archiv, 1996). - Weinnägelein, die Früchte von Berberis vulgaris (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v.).

Weinpalme   „Oenocarpus, Palmengattung, deren Früchte für die Herstellung von Palmwein genutzt werden“

Quelle: Andere sind rekordverdächtig groß, etwa die Chilenische Weinpalme, die durch die 19 Meter hohe Glasdecke des "Temperierten Gewächshauses" zu stoßen droht (Berliner Zeitung, 28.01.1998). - Oenocarpus Mart., Palmengattg. im trop. Amerika. Die Früchte von O. batava Mart. u.a. liefern Öl, auch einen weinartigen Fruchtsaft, weshalb diese Arten auch Weinpalmen heißen (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Oenocarpus).

Weinpflaume   „eine Pflaumenart mit weinsaurem Geschmack“

Quelle: Hierher gehören Sorten wie "Blaue Berliner Aprikosenpflaume", "Bunter Perdrigon", "Frühe Königspflaume", "Gr. Blaue Frühe", "Pfirsichpflaume" ("Herrenpflaume"), "Kirkes", "Ontariopflaume", "Prokurator" und "Weinpflaume" (https://de.wikipedia.org/wiki/Edel-Pflaume, gesehen am 22.04.2013). - Hierher gehören jedenfalls die Formen: Spitzpflaume, oxycarpa, in Franken und Meiningen; sowie die Weinpflaume, oder bunte Kreke, vinaria, mit gleichem Verbreitungsbezirk (Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 1915).

Weinraute   „Ruta graveolens, ein Rautengewächs“

Quelle: Bei Donna Leon liest sie nach, was deren Commissario Brunetti gern speist, und die Odyssee Homers veranlasst sie, in ganz Deutschland nach Weinraute zu fahnden ein Kraut, das in der Antike gern gegessen wurde (Berliner Zeitung, 08.12.1999). - R. graveolens L. (Gartenraute, Weinraute, Hofraute, Hofrun, Gartwurz), ein an steinigen Stellen in Südeuropa und Nordafrika, im westlichen Deutschland wild wachsender, in den mitteleuropäischen Gärten häufig kultivierter, vielfach verwilderter, bis 90 cm hoher Halbstrauch mit gestielten, zwei- bis dreifach fiederteiligen Blättern (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Ruta).

Weinrose   „Rosa rubiginosa, ein Rosengewächs“

Quelle: Kleiner, aber dafür zahlreicher sind die scharlachroten eiförmigen Hagebutten der Weinrose (Rosa rubiginosa) (Berliner Zeitung, 23.10.1998). - deinen Alant und Eibisch werden sie dir geraubt, deine Weinrose ausgerodet und dafür Teppichbeete gezirkelt haben (Sack, Ein verbummelter Student, 1917).

Weinschierling   „Berberitze, Berberis vulgaris“

Quelle: Für die Gewöhnliche Berberitze bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: [...] Weinschadling (Österreich), Weinschärlein (Bayern), Weinscheidling (Österreich), Weinscherling (Österreich), Weinschierling, Weinschürling (https://de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnliche_Berberitze, gesehen am 22.04.2013). - Die dort gebotene dürftige Beschreibung von Sliven erwähnt noch den Weinschierling als Erzeugnis von Sliven (Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes 32, 1956).

Weinwurz   „Benediktenkraut, Geum urbanum“

Quelle: Nelkenwurz, Benediktenkraut, Weinwurz (Geum urbanum) (Pietzker/Schwalbe/Thaer, Unterrichtsblätter für Mathematik und Naturwissenschaften 46, 1940).

Weinwurzel   „Benediktenkraut, Geum urbanum“

Quelle: Die Wurzel wurde als Nardenwurzel, Nägeleinwurzel, Weinwurzel arzneilich benutzt; sie riecht schwach aromatisch, gewürznelkenartig, schmeckt bitter, etwas herb und wirkt adstringierend, gewürzhaft (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Geum).

substantivisches Determinativkompositum mit Dichtungsformbezeichnung als Hinterglied
Weingruß   „Reim, mit dem der Wein vor dem Trinken begrüßt wird“

Quelle: Ganz unsicher ist die Zuschreibung bei den zahlreichen unter seinem Namen überlieferten Klopfan-Sprüchen (einer Nürnberger Lokalgattung), sprichwortartigen Strophen, Bier- und Weingrüßen und Priameln (https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Rosenplüt, gesehen am 22.04.2013). - Weingrüße und Weinsegen, eine dem Trinklied verwandte, aber nicht in lyrischer Form, sondern in kurzen Reimpaaren sich bewegende Gattung der deutschen Literatur im 15. und 16. Jahrh., in welcher der Wein verherrlicht und gesegnet wird (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v.).

Weinlied   „Lied, das beim Weintrinken gesungen wird“

Quelle: Gegen 16 Uhr bringt das Berliner Blasorchester Weinlieder und -geschichten zu Gehör (Berliner Zeitung, 24.09.1994). - Am berühmtesten sind seine Weinlieder (wie er denn dem Weine, neben der Knabenliebe, auch im Leben besonders gefrönt hat) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Abu Nuwâs).

Weinpoesie   „Dichtung, die sich mit Wein befasst und die beim Weintrinken vorgetragen wird“

Quelle: Sie fügen sich gut in die übrige Weinpoesie des Abû Nuwâs ein (Asiatische Studien: Études asiatiques 62, 2008). - Eine der köstlichsten Erinnerungen an die Weinpoesie in Alt-Würzburg war wohl das Würzburger Willkommbuch, das in der Ratsschänke auflag (Jung, Wenn man beim Wein sitzt, 1951).

Weinsegen   „Gedichtform, in der der Wein gesegnet und gepriesen wird“

Quelle: Weingrüße und Weinsegen, eine dem Trinklied verwandte, aber nicht in lyrischer Form, sondern in kurzen Reimpaaren sich bewegende Gattung der deutschen Literatur im 15. und 16. Jahrh., in welcher der Wein verherrlicht und gesegnet wird (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Weingrüße).

substantivisches Determinativkompositum mit Wahrnehmungsabstraktum als Hinterglied