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Stiefel

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Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied
Stiefelart   „Art eines Stiefels“

Quelle: Im einzelnen unterscheiden sich die Leisten nach Stiefelart, Bodenbefestigungsverfahren, Absatzhöhe, Weitenabstufungen und Lederart, aus welcher die Beschuhung verfertigt wird (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1909, s.v. Schuhfabrikation).

Stiefelform   „Form eines Stiefels“

Quelle: Cowboystiefel ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Westernstiefel oder -boots, d.h. für eine Stiefelform, die als charakteristische Fußbekleidung von Cowboys gilt und modeabhängig auch von anderen Personengruppen beiderlei Geschlechts getragen wird (http://de.wikipedia.org/wiki/Cowboystiefel, gesehen am 5.2.2013). - fast alle hatten trotz amerikanischer Stiefelform zu enge Stiefel (Kafka, Amerika, 1927).

Stiefelgestalt   „stiefelartige Gestalt“

Quelle: Eine große Leistung, z. B. die dem Ritter Boos von Waldeck zugeschriebene Leerung eines mit Wein gefüllten Reiterstiefels auf einen Zug, wurde mit Pfründen oder Entsatz (im Rothenburger Festspiel) belohnt, und zum Andenken daran bekamen die großen Humpen oft Stiefelgestalt, woher die Redensart einen guten Stiefel trinken (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Trinkgelage).

Stiefelraum   „das Innere einer Luftpumpe“

Quelle: Denkt man sich nun während des Aufsteigens des Kolbens den Stiefel vom Rezipienten abgesperrt, so wird sich die Luft des schädlichen Raumes im ganzen Stiefel verbreiten, und ihre Dichte wird sich zu derjenigen der atmosphärischen Luft verhalten wie der schädliche Raum zum Stiefelraum (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Luftpumpe [2]).

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied
Stiefelleder   „Leder für Stiefel“

Quelle: Margiela spielte dabei vorrangig mit ungewohnten Materialien und zeigte beispielsweise ein Bustier aus Stiefelleder, einen Umhang aus Herrenhüten oder einen Rock aus Korbgeflecht (Berliner Zeitung, 3.3.2004). - das Stiefelleder ist hart wie Holz und die Füße sind wund (Sack, Ein Namenloser, 1919).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Stiefelfreier   „Fetischist, Bordellbesucher, der die Stiefel der Frauen sexuell erregend findet“

Quelle: Kennst du einen Staatsanwalt Kleinböhmer? Das ist ein guter Freund von mir... weißt du, das ist ein Stiefelfreier, der kommt alle vierzehn Tage zu mir (Tucholsky, Hetärengespräche, 1931). - Es gibt Personen und namentlich Männer, für die der Hauptreiz am Weibe (mit gänzlicher Außerachtlassung der übrigen Persönlichkeit) entweder ein bestimmter Körperteil, der mit dem sexuellen Verkehr direkt nichts zu tun hat, oder auch ein Kleidungsstück des Weibes ist (Zopfabschneider, Stiefelfreier) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Sexualpsychologie).

Stiefelfuchs   „Burschenschaftler, der einem älteren Burschen die Stiefel putzen muss“

Quelle: Der „Stiefelfuchs“ der Rhenania schritt gravitätisch voraus und machte Platz im Marktgewühl (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungsbezeichnung als Hinterglied
Stiefelhose   „unter langen Stiefeln getragene Hose“

Quelle: Die Stiefelhose ist eine Oberhose die unter langen Stiefeln getragen wird, ähnlich der Reithose aber ohne Lederbesatz auf der Innenseite der Schenkel (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefelhose, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelhose   „Hose mit stiefelartigem Fußteil“

Quelle: Boytons Schwimmanzug aus wasserdichtem Stoff besteht aus einer Stiefelhose und einer Handschuhjacke mit einer nur das Gesicht freilassenden Kappe (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schwimmen).

Stiefelmanschette   „Leinenstreifen in Reithosen“

Quelle: Lederne Reithosen. Außen am Knie saß ein Streifen weißes Leinen, die sogenannte Stiefelmanschette (http://de.wikipedia.org/wiki/Gensdarmes, gesehen am 2.5.3013).

Stiefelmokassin   „knielanger Stiefel aus weichem Leder“

Quelle: Mokassins können sowohl als flache Halbschuhe, knöchelhohe Bootees oder – um ein angenähtes Stiefelrohr verlängert – bis unter das Knie reichen (so genannter Stiefelmokassin) (http://de.wikipedia.org/wiki/Mokassin, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelstrumpf   „langer, über den Stiefelschaft hinausragender Strumpf“

Quelle: Strickmoden aus Apolda mit innovativer Masche: lose Bänder halten Ärmel und Stiefelstrümpfe (Berliner Zeitung, 8.6.1996).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis oder Infinitiv als Hinterglied
Stiefelanziehen   „das Anziehen der Stiefel“

Quelle: Im Lager entdeckt Horst Pacholke, dass Osterheld eine Hand kaum bewegen kann und selbst zum Stiefelanziehen fremde Hilfe braucht (http://de.wikipedia.org/wiki/..._und_wenn‘s_nur_einer_wär‘..., gesehen am 5.2.2013).

Stiefelappell   „militärischer Appell mit Kontrolle der Ausrüstung, besonders der Stiefel“

Quelle: Nein – nichts von dem, was und wie ich es erwähnte, habe es gegeben. Keine Frostbeulen, keine Studienbeschränkungen wegen schlechter Führung im RAD, keine Stiefelappelle, kein Strammstehen (Die Zeit, 20.9.1985). - Eine im Wachdienst und in Abkommandierungen faul herumlungernde Truppe, mit der die Vorgesetzten nichts Rechtes anzufangen wissen: daher Stiefelappelle, Exerzieren und kleiner, dummer Dienstbetrieb (Tucholsky, Offiziersbücher, 1921).

Stiefelausziehen   „das Ausziehen der Stiefel“

Quelle: Aufgrund der einfachen geometrischen Gestaltung dieses Hilfsmittels zum Stiefelausziehen, dienen Stiefelknechte mit Aufdruck auch als Werbeträger oder werden künstlerisch verfremdet (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefelknecht, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelfabrikation   „industrielle Herstellung von Stiefeln“

Quelle: Jastrow, Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Deutsch-Krone, an der Staatsbahnlinie Posen-Neustettin, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Präparandenanstalt, Waisenhaus, Amtsgericht, Wollspinnerei, Tuch-, Maschinen-, Zigarren-, Schnupftabak-, Schuh- und Stiefelfabrikation, Elektrizitätswerk und (1900) 5418 meist evang. Einwohner (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Jastrow).

Stiefelputzen   „das Säubern der Stiefel“

Quelle: Insbesondere Reinigungsrituale wie zum Beispiel Bodenschrubben, Wäschewaschen oder Stiefelputzen durch den Mann werden oft praktiziert (http://de.wikipedia.org/wiki/Femdom, gesehen am 5.2.2013). - Für Stiefelputzen berechnet der Hausdiener 20 Pfennig (Tucholsky, „Guten Morgen – dies ist Ihre Zeitung!“, 1928).

Stiefelwichsen   „Stiefel mit Wichse behandeln“

Quelle: Der etymologische Ursprung des Begriffs ist nicht vulgär, sondern kommt von Wachs und wachsen und bezeichnete früher die Handbewegung des Einwachsens, des Putzens von Boden, Schuhen oder anderen Gegenständen (Stiefelwichsen; Wichsmädel für eine Dienstangestellte, die das Bohnern des Bodens zu übernehmen hatte, usw.) (http://de.wikipedia.org/wiki/Wichser, gesehen am 5.2.2013).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Stiefelmacher   „Handwerker, der Stiefel herstellt“

Quelle: Der aus den zwei Teilen Deutschmarkt und Ungarmarkt zusammengewachsene Ort war Zunftstätte zahlreicher Handwerker wie Stiefelmacher sowie vieler Mühlen (http://de.wikipedia.org/wiki/Rechnitz, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelputzer   „Dienstbote, der die Stiefel des Dienstherrn säubern muss“

Quelle: Sie schicken den Stiefelputzer Fleck weg, um Geld zu besorgen (Sie schicken den Stiefelputzer Fleck weg, um Geld zu besorgen, gesehen am 5.2.2013). - Aus dem armen Savoyen gehen jährlich Tausende in die Fremde, suchen schon als Knaben ihren Unterhalt mit Murmeltieren oder Affen, als Stiefelputzer oder Schornsteinfeger (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Alpen [2]).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen instrumenti als Hinterglied
Stiefelanzieher   „Gerät, das das Stiefelanziehen erleichtert“

Quelle: Der Verwandte des Schuhanziehers ist der stählerne Stiefelanzieher, sein Gegenteil indes der Schuhauszieher, welcher, weil er in gewissen Kreisen in Menschengestalt auftrat (als Bursche des Offiziers, als Knecht des Junkers), auch so heißt: Stiefelknecht (Die Zeit, 17.2.1992).

Stiefelknecht   „Gerät, das das Stiefelanziehen erleichtert“

Quelle: Ein Stiefelknecht ist ein Hilfsmittel zum leichteren und zugleich schonenden Ausziehen von Stiefeln, die sich mangels eines Schuhverschlusses (Schnürung, Reißverschluss etc.) nicht öffnen lassen und deshalb schwierig vom Fuß zu streifen sind (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefelknecht, gesehen am 5.2.2013). - Dort seh' ich ein Beispiel: meinen alten Stiefelknecht neben dem Waschtisch (Wille, Glasberg, 1920).

Stiefelleisten   „Schusterleisten zur Herstellung von Stiefeln“

Quelle: Schuh- und Stiefelleisten. Leisten, aus dem altgermanischen Worte Leist (= Trittspur), dann spezialisiert in der heutigen Bedeutung: eine nach der Gestalt des menschlichen Fußes angefertigte Form zur Herstellung von Schuhwerk (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1914, s.v. Schuh- und Stiefelleisten).

Stiefelschmiere   „Fettsubstanz zum Schmieren der Stiefel“

Quelle: Gyulai erließ als erstes den Befehl, daß alle Mann, einschließlich Offiziers, bei Paraden schwarze Schnurrbärte vorzuweisen hätten, blonde seien einzufärben, wer ohne Schnurrbart, habe einen solchen mit Stiefelschmiere aufzumalen (Berliner Zeitung, 1.8.1998).

Stiefelspanner   „Gerät zum Straffen der Stiefelschäfte“

Quelle: Stiefelspanner bestehen aus einem aus Kunststoff oder Holz gefertigten Fuß- und Beinstück (http://de.wikipedia.org/wiki/Schuhspanner, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelwichse   „Lederpflegemittel für Stiefel“

Quelle: Um die „Stiefelwichse“ markenrechtlich registrieren zu können, fand man – in Anlehnung an den Straßennamen des Firmensitzes – mit Erdal einen geeigneten Namen (http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_&_Mertz, gesehen am 5.2.2013). - Beinschwarz, feingepulverte Knochenkohle, dient zur Bereitung von Stiefelwichse (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Beinschwarz).

Stiefelzieher   „Gerät, das das Stiefelanziehen erleichtert“

Quelle: Lingner, der bis dahin mit Patenten wie einem Rückenkratzer, einem neuartigen Stiefelzieher sowie einem Senfborn hervorgetreten war, dessen Funktionstüchtigkeit aber an der dauernden Insuffizienz der Senfleitung scheiterte, Lingner nannte die neu ins Sortiment genommene Lösung „Odol“ (aus griechisch odontos für Zahn plus lateinisch oleum für Öl) und füllte sie in weiße Fläschchen (Die Zeit, 23.4.1993). - In der Stube befinden sich ein Tisch, drei Stühle, ein Bett, ein Stiefelzieher (Essig, Überteufel, 1912).

effizierendes substantivisches Determinativkompositum
Stiefelfabrik   „Fabrik, in der Stiefel hergestellt werden“

Quelle: 1851 bestanden in Zentral-Ontario 1500 solcher Produktionsstätten, wobei allein 756 Sägemühlen und 282 Schrotmühlen dazu zählten, aber auch 9 Schuh- und Stiefelfabriken, 10 Schrankbauer usw. (http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsgeschichte_Kanadas, gesehen am 5.2.2013). - Hackney (spr. häcknĭ), Verwaltungsbezirk (metropolitan borough) im NO. Londons, jenseit des Viktoria-Parks, hat chemische und große Stiefelfabriken und (1901) 219,272 Einw. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, s.v. Hackney).

finales substantivisches Determinativkompositum
Stiefelgeld   „Dienstbotenlohn für die Anschaffung von Stiefeln“

Quelle: Der Bote erhielt dafür eine monatlichen Lohn von 6Talern, jährlich ein Stiefelgeld von 6Talern und einen Rock, dafür hatten sie 3bis 4 Meilen in der Runde zurückzulegen (http://de.wikipedia.org/wiki/Posthilfstelle, gesehen am 5.2.2013).

kausales substantivisches Determinativkompositum
Stiefelspur   „Stiefelabdruck im Boden“

Quelle: Und da jetzt die meisten Leute zu Hause waren, gab es nur zwei Spuren im Schnee. Eine Stiefelspur und eine Turnschuhspur (Berliner Zeitung, 2.1.1998). - Die Leiche ins Krankenhaus. Stiefelspuren im Bauch, faustgroße Löcher im Rücken, Wattebäusche dreingestopft (Klemperer, Tagebuch, 1933).

partitives substantivisches Determinativkompositum
Stiefelpaar   „zwei zusammengehörige Stiefel“

Quelle: Aus diesem Stiefelpaar schießt in unregelmäßigen Zeitabständen eine sieben Meter hohe Fontäne (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefelbrunnen, gesehen am 5.2.2013). - Manche verheirateten Stiefelpaare, die nachts vor den Türen stehen, tragen einen deutlichen Ausdruck von Haß gegeneinander in den Ledergesichtern (Baum, Menschen im Hotel, 1929).

possessives substantivisches Determinativkompositum
Stiefelgeruch   „Geruch nach Leder und Stiefelwichse“

Quelle: Aber in ihrem Verein sollte vorbildliche Arbeit geleistet werden – auch gerade in der Art der Weihnachtsfeier. Keine Massenbescherung mit Gesang, Ansprache, Verlegenheit und Stiefelgeruch (Boy-Ed, Vor der Ehe, 1915).

Stiefelschmutz   „an den Stiefeln klebender Schmutz“

Quelle: Gegen Morgen. Streifen von Dämmerung. Spuren der Versammlung: ein paar umgestürzte Teegläser, vom Platz gerückte Stühle, Zigarrenasche und Stiefelschmutz auf der Diele (Kaltneker, Das Bergwerk, 1921).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied
Stiefelgeiss   „eine Gebirgsziegenart“

Quelle: Die Stiefelgeiss ist eine Gebirgsziege, die auch als Hausziege gehalten wird (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefelgeiss, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelluchs   „eine Luchsart“

Quelle: Der Sumpfluchs (Stiefelluchs, F. Chaus Temm.), 70–75 cm lang, mit 20–25 cm langem Schwanz, verhältnismäßig kurzen Beinen und nur angedeuteten Ohrpinseln, ist bräunlich fahlgrau, dunkel gestreift, auf der Unterseite hell ockergelb (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Luchs [1]).

adjektivisches Determinativkompositum
stiefelartig   „in der Art eines Stiefels“

Quelle: Das Schambein (Pubis) ist nach hinten gerichtet, sein stiefelartiges Ende (pubic boot) war nach hinten und nach oben gedreht (http://de.wikipedia.org/wiki/Bambiraptor, gesehen am 5.2.2013).

stiefelförmig   „die Form eines Stiefels habend“

Quelle: Ihre Ruinen liegen südlich der Stadt Pula in der Provinz Cagliari auf einer schmalen stiefelförmigen Halbinsel (http://de.wikipedia.org/wiki/Nora_(Italien), gesehen am 5.2.2013).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Formbezeichnung als Hinterglied
Stiefelform   „Form eines Stiefels“

Quelle: Über die richtige Stiefelform kam er nie in das Reine (Springer, Aus meinem Leben, 1892).

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied
Stiefelleder   „für die Stiefelherstellung verwendetes Leder“

Quelle: Wer in diesem Lande verurteilt war, bisweilen Beefsteak zu essen, der kann Stiefelleder für kein zähes Gericht halten (Freytag, Soll und Haben, 1855). - es ist bekannt, daß er oft die besten Kalbshäute zu Stiefelleder für den Quintus zum Gerber gratis schickte; aber die Gerb-Kosten mußte der Mündel tragen (Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied
Stiefelfritze   „stiefeltragender Reitersoldat“

Quelle: Die Mehrzahl lautet stets: Fritzen, und kommt in Zusammensetzungen in verschiedenen Bedeutungen vor. Gestiefelte Reiter heissen Stiefelfritzen (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1867, s.v. Fritz).

Stiefelfuchs   „jüngerer Burschenschaftler, der einem älteren Burschen die Stiefel putzen muss“

Quelle: Man besorgte das garstige Geschäft ungern selbst und überließ es, wie auch das Anrauchen der Pfeifenköpfe, das den Magen stark angreift, am liebsten den Herrendienern, von den Studenten Stiefelfüchse genannt, denen das Wichsen der Stiefel und das Putzen der Kleider oblag (Kussmaul, Jugenderinnerungen eines alten Arztes, 1899). - Die gleichgültigsten Freunde und weitläufigsten Anverwandten pumpen einen an wie der Student seinen Stiefelfuchs (Weerth, Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben, 1847-48).

Stiefelnonne   „Regelnonne vom dritten Franziskanerorden“

Quelle: Die Stiefelnonne, plur. die -n, ein Spottnahme der Regelschwestern, oder Schwestern vom dritten Orden Francisci, welche nicht beysammen wohnen, aber doch klösterliche Gesetze und Ordenszeichen haben, und an Sonn- und Festtagen zusammen kommen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied
Stiefelkater   „gestiefelter Kater im Märchen“

Quelle: Stiefelkater, der das Alles wußte, fing glücklich zwei Rebhühner, die er lieber gern selbst gefressen hätte (Löhr, Das Buch der Mährchen, 1819-20).

Stiefeladler   „Adler mit stiefelartiger Beinbefiederung“

Quelle: Nachdem jedoch in den letzten Jahren durch übereinstimmende Beobachtungen festgestellt werden konnte, daß unser dunkelbrauner Zwergadler mit dem längst bekannten Stiefeladler (Aquila pennata) sich paart, ja daß man unter den Jungen eines Horstes bereits dunkel und hell gefärbte findet, mußte die Arteinheit beider Adler ausgesprochen werden (Brehm, Thierleben, 1883-87).

Stiefelluchs   „Luchs mit stiefelartiger Beinhaarfärbung“

Quelle: Bis in die Neuzeit unterschied man Sumpf- und Stiefelluchs (Lynx caligatus); nach Gray's Untersuchungen erscheint es jedoch wahrscheinlich, daß beide nur Abänderungen einer und derselben Art darstellen (Brehm, Thierleben, 1883-87).

Stiefelschlange   „Mokassinschlange, Cenchris contortrix“

Quelle: Stiefelschlange, so v.w. Cenchris (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungsbezeichnung als Hinterglied
Stiefelhose   „zu langen Stiefeln getragene Hose“

Quelle: Was sein Haupthandwerk betrifft, so war er in währendem Zeitenlauf leider so ganz aus der Mode gekommen, daß man ihm nicht einmal mehr die Rettung siecher Kaftane und Stiefelhosen anvertraute (Franzos, Moschko von Parma, 1880).

Stiefelmanschette   „Leinenstreifen in Reithosen“

Quelle: im mottenfräßigen Pelz, Nebelkappe, großen Filzschuhen und antiken Stiefelmanschetten durchkreuzen sie die Wege (B.v. Arnim, Die Günderode, 1840).

Stiefelstrumpf   „langer, über den Stiefelschaft hinaushängender Strumpf“

Quelle: Du könntest mir einen großen Gefallen tun, wenn Du, doch ohne Übereilung oder Faulheit, mir ein halb Dutzend leinene Stiefelstrümpfe stricktest, aber nichts weniger als fein, sondern nur stark und derb (B.v. Arnim, Clemens Brentanos Frühlingskranz, 1844).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis als Hinterglied
Stiefelfabrikation   „industrielle Herstellung von Stiefeln“

Quelle: Stadtbezirk im Canton Norfolk, Staat Massachusetts, in den Vereinigten Staaten von NAmerika, an der South-Shore- u. Old-Colony-Eisenbahn, Schuh- u. Stiefelfabrikation, Maschinenbau u. Wollenmanufactur (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Braintree).

Stiefelgang   „Schritte von jemandem, der Stiefel trägt“

Quelle: Aber es hatte sich, seit dem Abzug des Grafen, im Schlosse nicht geeignet, weder in der Rüstkammer, durch Waffengeräusch; noch auf dem Söller, durch einen rollenden Balken; noch im Bettgemach, durch einen leisen Wandeltritt, oder durch einen herzhaften Stiefelgang (Musäus, Volksmärchen der Deutschen, 1782-86). - Freilich mochte sie bei der kopfbrechenden Arbeit mein wiederholter starker Stiefelgang vor ihrer Thür vorbei in Angst gesetzt haben (Unger, Julchen Grünthal, 1784).

substantivisches Determinativkompositum mit substantiviertem Infinitiv als Hinterglied
Stiefelanziehen   „das Anlegen der Stiefel“

Quelle: Früh bey Rath Wedel. Dann bey Knebel, der sich beym Stiefelanziehen verrenkte (Goethe, Tagebuch, 1808).

Stiefelausziehen   „das Ablegen der Stiefel“

Quelle: Als dieser das Amt des Stiefelausziehens vollendet hatte, forderte der grobe Gesell auch die Abnahme des Mantels (Riehl, Kulturgeschichtliche Novellen, 1862).

Stiefelnausziehen   „das Ablegen der Stiefel“

Quelle: Er hatte sich daran gewöhnt, gerade während es auf den Türmen der Marien- und Nikolai-Kirchen eilf Uhr schlug, mit dem Rock- und Stiefelnausziehen fertig zu werden (E.T.A. Hoffmann, Die Serapionsbrüder, 1819-21).

Stiefelputzen   „das Säubern der Stiefel“

Quelle: Er genoß das Vertrauen aller Mitglieder der Handlung, wußte in jedem Winkel des Hauses Bescheid, sammelte alle Bindfaden und Schnüre, alle Nägel und alle Faßdauben, hob alles Packpapier auf, fütterte den Pluto und unterstützte den Bedienten beim Stiefelputzen (Freytag, Soll und Haben, 1855).

Stiefelschmieren   „das Einfetten und Polieren der Stiefel“

Quelle: so machte er's gerade so, wie er's bei Meister Sturm tadelnd voraussetzte, und gebrauchte unseren armen Magister fast nur zum Stubenkehren, Stiefelschmieren, Wassertragen, zum Hacken und Graben im Garten und im Acker (Riehl, Kulturgeschichtliche Novellen, 1862).

Stiefelwichsen   „das Pflegen der Stiefel mit Stiefelwichse“

Quelle: Muß ich nicht, wenn ich so in die Schlagweite des Todes gerate, aufspringen, durch die Stube zirkulieren und mitten in den zärtlichsten oder erhabensten Stellen abschnappen und die Stiefel an meinen Beinen wichsen, oder Hut und Hosen auskehren, damit es mir nur den Atem nicht versetzt, und doch wieder mich daran machen und so auf eine verdammte Art zwischen Empfindsamkeit und Stiefelwichsen wechseln? (Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 1793).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
Stiefelanzieher   „Diener, der beim Stiefelanziehen behilflich ist“

Quelle: Und stehen sie schon alle um sein seidenes Bett herum, die Hosenanleger und Stiefelanzieher, die Salbenfräulein und Haarkräuslerinnen und die Bartstutzerinnen und Nagelschneiderinnen und die Mantelumhänger (Rosegger, Waldheimat, 1877).

Stiefelfabrikant   „Besitzer einer Stiefelfabrik“

Quelle: John Fisher, Sohn eines reichen Stiefelfabrikanten für die englische Armee, mit seinem Wohnsitze in London, war ein wunderlicher Bruder Studio nach englischem Zuschnitt (Brugsch, Mein Leben und mein Wandern, 1894). - Ein Schuster einst von Gottes Gnaden / Heißt jetzt ein Stiefelfabrikant (Hoffmann von Fallersleben, Unpolitische Lieder, 1841).

Stiefelmacher   „Handwerker, der Stiefel herstellt oder repariert“

Quelle: Da kamen die Handwerker, die Schuh- und Stiefelmacher, und sahen sich die Häute an (Stumme, Tunisische Märchen und Gedichte, 1893).

Stiefelputzer   „Diener, der die Stiefel des Dienstherrn säubert“

Quelle: Ein Handwerksbursche konnte nirgendwo Arbeit finden, da ging er endlich in das Schloß und verdingte sich dem König als Stiefelputzer (Wolf, Deutsche Hausmärchen, 1851). - GOtt gebe / er sey ein Stallknecht oder Lakey / oder sonst ein gemeiner Stiefelputzer bey Hofe / so wird er bald zu Würden und Aemtern befördert / welche zu bedienen er doch eben so geschickt ist / als der Esel die Laute zuschlagen (Rist, Das Friedejauchtzende Teutschland, 1647).

Stiefelputzerin   „Dienerin, die die Stiefel des Dienstherrn säubert“

Quelle: #Das kleine Aushilfsmädchen, das man inzwischen angenommen, reichte gerade zur Stiefelputzerin und Thürsteherin aus (Conrad, Was die Isar rauscht, 1887-90).

Stiefelschmierer   „Diener, der die Stiefel des Dienstherrn einfettet und poliert“

Quelle: Das verdroß sie noch mehr, derowegen sagten sie offentlich: „Was Teufels haben doch die Stiegelhupfer vor ein Leben?“ Springinsfeld antwortete: „Was gehets die Stiefelschmierer an?“ (Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch, 1669).

Stiefelschuster   „Handwerker, der Stiefel herstellt oder repariert“

Quelle: Ein kahler Schuhflicker haltet jetzt in seinem Sinn von sich selbsten so viel, daß anstatt seines gebürlichen Namens er sich einen Conservatorem Calceitatis, einen Herren-schuster, Stiffel-schuster darff träumen lassen (Moscherosch, Gesichte Philanders von Sittewald, 1640).

Stiefelwichser   „Diener, der die Stiefel des Dienstherrn mit Stiefelwichse pflegt“

Quelle: ich bin ja nichts als ein armer, kleiner, hungriger Stiefelwichser! (Lehnert, Mährchenkranz für Kinder, 1829). - Er beneidete oder segnete vielmehr den Zeugmacher, den Stiefelwichser, den Holzhacker, der abends seinen Krug Bier, seine Andacht, seine Stollen und seine trompetenden Kinder hatte (Jean Paul, Hesperus, 1795).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen instrumenti als Hinterglied
Stiefelanzieher   „Gerät, das das Anziehen der Stiefel erleichtert“

Quelle: war es nicht schon ein Beweis der herrlichen Anlagen zur Wissenschaft und Kunst, die in mir nur geweckt werden durften, daß ich, vom Baum herabgesprungen, leicht und gewandt, als hätte ich zeitlebens Stiefeln getragen, mit den stählernen Stiefelanziehern den schlanken Beinen die ungewohnte Bekleidung anzuzwängen wußte? (E.T.A. Hoffmann, Kreisleriana, 1814-15). - Der Anzieher, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches theils allein, theils in den Zusammensetzungen, ein Schuhanzieher, Stiefelanzieher, üblich ist, Werkzeuge anzudeuten, womit man sich das Anziehen der Schuhe und Stiefeln erleichtert, und welche auch Anzüge genannt werden (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Anzieher).

Stiefelzieher   „Gerät, das das Anziehen der Stiefel erleichtert“

Quelle: Bei diesen Worten griff er in den Kasten und händigte seinem Freunde etwas ein, was dieser laut lachend betrachtete. „Das ist ja ein Stiefelzieher,“ sagte er. „Nein, nein, gewiß nicht! Man braucht das in Arabien, um den Flöhen die Zähne auszubrechen.“ (Hackländer, Europäisches Sklavenleben, 1854).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Hinterglied
Stiefelblock   „Hotzklotz, in dem man den Stiefel beim Reinigen oder zum Formen befestigen kann“

Quelle: Stiefelholz, 1) (Stiefelblock, Stiefelstock), ein nach Gestalt eines Fußes gestaltetes Holz, welches in die Stiefeln gesteckt wird, wenn man sie wichsen, od. auch bei Verfertigung derselben den Schäften die gehörige Gestalt geben will (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefelholz). - Einen Stiefel blocken, ihn auf dem Stiefelblocke ausdehnen, damit er weiter werde (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Blocken).

Stiefelbrett   „Brett für die Bearbeitung des Stiefels“

Quelle: an Stiefeln wird dagegen der Schaft angenäht u. der Stiefel über ein Stiefelbret od. Stiefelholz geschlagen (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Schuhmacher [1]). - Das Stiefelbret, des -es, plur. die -er, bey den Schustern, eine Art von Richtleisten zu den Stiefelschäften in Gestalt eines Bretes (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.). - Du hast ja nichts gelernt, als Flecke mit den Zähnen, / Die von den Aäßern seyn, auff Stieffelbrete dehnen (Czepko von Reigersfeld, Satyrische Gedichte, 1640-48).

Stiefelbürste   „Bürste zum Reinigen und Polieren der Stiefel“

Quelle: Ich steckte meine Kleider- und Stiefelbürste, einen kleinen Napf mit Schuhwichse und einen Pinsel in die Manteltasche (Springer, Aus meinem Leben, 1892). - sie versichern ihm, er habe einen unreinen Mund, sie müßten ihn erst putzen, und fahren mit den schmutzigen Stiefelbürsten, nachdem er sich mit dem Bügeleisen vergebens gewehrt hatte, ihm in den Mund, daß ihm die Nase blutet (A.v. Arnim, Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores, 1810).

Stiefelhaken   „Haken, der das Anziehen der Stiefel erleichtert“

Quelle: Stiefelhaken, mit einem Holzgriffe versehene Haken, welche man beim Anziehen der Stiefeln in die Strippen einhakt, um das Anziehen zu erleichtern (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.).

Stiefelholz   „Hotzklotz, in dem man den Stiefel beim Reinigen oder zum Formen befestigen kann“

Quelle: Stiefelholz, 1) (Stiefelblock, Stiefelstock), ein nach Gestalt eines Fußes gestaltetes Holz, welches in die Stiefeln gesteckt wird, wenn man sie wichsen, od. auch bei Verfertigung derselben den Schäften die gehörige Gestalt geben will (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Der wars; warf sein Stiefelholz und andern Apparat dieser Farce weg, und niemand hatte etwas darwider als der Rittmeister, weil er seinen Mut nicht beweisen konnte, und die Rittmeisterin, weil sie keinen bewiesen hatte (Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 1793).

Stiefelholz   „Holzklotz zum Offenhalten von Schleppnetzen“

Quelle: Stiefelholz [...] ein Holz zu beiden Seiten der Mündung des Schleppsacks (s. Schleppnetz), um denselben offen zu erhalten (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Das Stiefelholz, des -es, plur. die -hölzer, bey den Fischern, ein Holz zu beiden Seiten der Mündung des Schleppsackes, die Mündung desselben zu stiefeln, d.i. steif und offen zu erhalten (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.).

Stiefelknecht   „Gerät, das das Anziehen der Stiefel erleichtert“

Quelle: Stiefelknecht, ein Stück Holz, hinten platt. vorn in zwei Arme auslaufend, zum Stiefelausziehen; man hat auch S-e, bei welchen sich die beiden Arme wieder vereinigen u. ein ovales Loch bilden, in welches man den Fuß beim Stiefelausziehen steckt (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Der Stiefelknecht, des -es, plur. die -e, ein hölzernes Werkzeug, sich vermittelst des darein angebrachten Ausschnittes die Stiefel auszuziehen. S. Knecht (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.). - In Goslar, wo ein Stiefelknecht meine einzige Bedienung und ein schwarzer Pudel das einzige Geschöpf war, das auf meinen Wink herbeieilte, würde ich mich freilich bei einer so schleunigen Veränderung ein wenig links genommen, ja, ich würde es unbequem gefunden haben, einen Haufen müßiger, gaffender Menschen ohne Unterlaß um mich zu sehen (Knigge, Benjamin Noldmanns Geschichte der Aufklärung in Abyssinien, 1791).

Stiefelschmiere   „Fettsubstanz für die Pflege von Stiefeln“

Quelle: „Womit handelt Er?“ „Mit Wichse, Stiefelschmiere, Pflaster, Schnürsenkeln, Zwirn, Puder, Knöpfen und Nähnadeln.“ (May, Ein Fürst-Marschall als Bäcker, 1882).

Stiefelstock   „Holtzklotz, in dem man den Stiefel beim Reinigen oder zum Formen befestigen kann“

Quelle: Stiefelholz, 1) (Stiefelblock, Stiefelstock), ein nach Gestalt eines Fußes gestaltetes Holz, welches in die Stiefeln gesteckt wird, wenn man sie wichsen, od. auch bei Verfertigung derselben den Schäften die gehörige Gestalt geben will (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefelholz).

Stiefelwichse   „Fettsubstanz für die Pflege von Stiefeln“

Quelle: Die Stiefelwichse (Glanzwichse), mit welcher man dem Leder, bes. Schuhwerk, durch Bürsten einen glänzenden, schwarzen, aber gegen Nässe nicht haltbaren Überzug ertheilt (Pierer's Universal-Lexikon, 1865, s.v. Wichse). - Er hat vorgegeben, daß ich mich nun vorschriftmäßig tragen müsse, und mir alle meine Kleider und Sachen, bis auf zwei Hemden verkauft; weil er sich noch einige Stangen Stiefelwichse machen, auch einen Vorrath von Haarpuder und Pomade, und eine Partyie Speck und geräucherte Würste, nebst etwas Danziger auf den Marsch einkaufen will (Timlich, Priaps Normal-Schule die Folge guter Kinderzucht, 1789).

substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Hinterglied
Stiefelfabrik   „Fabrik, in der Stiefel hergestellt werden“

Quelle: Branford (spr. Bräunford), Poststadt u. Seehafen, in der Grafschaft New-Haven, Staat Connecticut, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, an der New-Haven- u. New-London-Eisenbahn; 3 Kirchen, eine Akademie, Schuh- u. Stiefelfabriken (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Branford).

Stiefelmanufaktur   „Manufaktur, in der Stiefel hergestellt werden“

Quelle: B., Stadt im Depart. Oise, 2500 E., an der Pariser-Brüsseler Eisenbahn, Fabrikation von Wollenzeug, Stiefelmanufacturen für die Armen (Herders Conversations-Lexikon, 1854, s.v. Breteuil [1]).

finales substantivisches Determinativkompositum
Stiefelgeld   „Lohn, den die Dienstboten für die Anschaffung von Stiefeln bekommen“

Quelle: er hat 50 fl voraus erhalten, sein Stiefelgeld wird ihm vom 3ten Monathe (in meinen Diensten) an gerechnet und von diesem bis zu einem ganzen Jahr zu 40 fl (Beethoven, Brief an Zmeskall, 1816).

kausales substantivisches Determinativkompositum
Stiefelfährte   „Trittspur einer Person, die Stiefel trägt“

Quelle: Waren es Stiefelfährten, die Du bei der That entdecktest? (Gerstäcker, Die Regulatoren in Arkansas, 1846).

Stiefelspur   „Trittspur einer Person, die Stiefel trägt“

Quelle: Walt hatte dessen schöne Fußtapeten ganz mit Stiefelspuren verschont durch einen einzigen tapfern Weitschritt, den er über sie sogleich in die gebohnte Stube tat (Jean Paul, Flegeljahre, 1804-05).

partitives substantivisches Determinativkompositum
Stiefelpaar   „zwei zusammengehörige Stiefel“

Quelle: Bei den letzten Worten waren seine Augen im Zimmer umhergeirrt, und seine Blicke verfingen sich an dem Stiefelpaar, womit er der Wärterin nach deren Erzählung so viele Mühe gemacht hatte (Storm, Der Herr Etatsrat, 1881). - am Stecken trug er noch ein entfärbtes elendes Stiefelpaar, das er schonen mußte, weil das andre, das er an andern Stecken, nämlich an den Beinen, schleppte, noch elender und weniger ohne Farbe als ohne den Boden dazu war (Jean Paul, Hesperus, 1795).

adjektivisches Determinativkompositum
stiefelartig   „in der Art eines Stiefels“

Quelle: Seine langen, dürren Füße steckten in stiefelartigen Futteralen, welche je aus einem einzigen Stücke Pferdeleders geschnitten waren (May, Der Scout, 1888-89).

stiefelförmig   „die Form eines Stiefels habend“

Quelle: Junod'scher Stiefel, von Junod erfundener stiefelförmiger Apparat, welcher mit einer Luftpumpe in Verbindung in Anwendung kommt, um das Blut von Kopf u. Brust nach den Füßen hin zu leiten (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Junod’scher Stiefel).

substantivisches Determinativkompositum mit Objektbezeichnung als Hinterglied
Stiefelglas   „Trinkglas in Stiefelform“

Quelle: Giftwasser trinkt man nicht aus Stiefelgläsern (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1867, s.v.).

Stiefelklotz   „stiefelförmiger Teil einer Orgelpfeife“

Quelle: Die Bestandtheile C) der Rohrpfeifen sind: a) der Stiefel (Büchse, Hofe), ein rundes od. viereckiges Rohr von Holz, welches den Pfeifenstoff umgibt u. in denselben zum Theil eingeleimt ist; kleine Pfeifen haben einen gemeinschaftlichen Klotz hierzu (Stiefelklotz) (Pierer's Universal-Lexikon, 1861, s.v. Orgel).

Stiefelröhre   „in einem hydraulischen Druckwerk diejenige Röhre, in dem das Wasser abfällt“

Quelle: Stiefelröhre, so v.w. Stiefel (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Das Steigerohr, des -es, plur. die -e, oder die Steigeröhre, plur. die -n, an einem hydraulischen Druckwerke, diejenige Röhre, in welcher das Wasser zum Steigen genöthigt wird; zum Unterschiede von dem Stiefel oder der Stiefelröhre (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Steigrohr).

Stiefelschuppe   „stiefelförmige Hautschuppe“

Quelle: Der Meerläufer (Thallassidroma oceanica und Wilsoni, Procellanica oceanica und Wilsoni, Oceanites oceanicus und Wilsoni) endlich, Vertreter einer gleichnamigen Untersippe (Oceanites), unterscheidet sich von seinen Verwandten durch kurzen, verhältnismäßig starken Schnabel, sehr lange, mit Stiefelschuppen bekleidete langzehige Füße und kaum merklich ausgeschnittenen Schwanz (Brehm, Thierleben, 1883-87).

Bedeutungsleer, intensivierend, substantivisches Determinativkompositum mit Affektbezeichnung als Hinterglied
Stiefelszorn   „rasender Zorn“

Quelle: Der Seppe hatte einen Stiefelszorn, schwang öfter seinen Knotenstock gegen den Schwarm, sie schrien aber nur um desto ärger, und also macht' er sich, so hurtig er nur konnte, aus dem Wespennest hinaus (Mörike, Das Stuttgarter Hutzelmännlein, 1853).

Frühneuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
stifelmacher   „Handwerker, der Stiefel herstellt oder repariert“

Quelle: Die 45. Histori sagt, wie ein Stiffelmacher zu Bronschwick Ulenspiegel sein Stiffel spickt (Bote, Dil Ulenspiegel, 1510-11).

adjektivisches Determinativkompositum mit Farbadjektiv als Hinterglied
stifelbraun   „so braun wie ein Stiefel“

Quelle: freu dich Stiffelbrauns Meidelein, Ich kumm ich kumm, ich kumm (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

Mittelhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied
stivelmacher   „Stiefelmacher“

Komplementärbegr. & OppositionenInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
Schuh

Älteres Neuhochdeutsch

Allgemein
Schuh

Quelle: Magister Buchius rüstete sich derweilen wie ein Mann, der, wenn er nicht mehr die Toga um sich zusammenziehen konnte wie der Cajus Julius unter der Bildsäule des Pompejus, doch anständig in seinen Stiefeln oder Schuhen zu sterben wünschte (Raabe, Das Odfeld, 1889). - mein Schuster hat auch Rom gesehen, und doch flicket er jetzt wieder Schuh und Stifel, wie zuvor (Wenz, Lehrreiches Exempelbuch, 1757). - Eine böse sorgsame gefährliche Newe Alamode Tracht, in dem vnsere Newsüchtige Teutsche, weiß nicht wem zu gefallen, Stiffel vnd Schue tragen, drey viertel lang (Moscherosch, Gesichte Philanders von Sittewald, 1640).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
schuh
sporen

Quelle: Lang mir her stiffel und die sporn, / Das ich meinr tochter entgegn reit (Hans Sachs, Der hörnen Sewfriedt, 1561). - Doctor Luther ist ein grober gesell, wenn der selb solchs hören solt, würde er wie ein Pauer mit Stiffeln und Sporen hinein springen und sagen: Der Bapst were von allen Teufeln aus der Hellen in die Kirchen geschmissen (Luther, Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet, 1545).

NominalInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Deminutivbildung mit Suffix -chen
Stiefelchen   „kleiner Stiefel“

Quelle: An den Füßen trug man, je nach Jahreszeit, entweder „čorapke“ (eine Art besohlte Socke) oder rote Stiefelchen (http://de.wikipedia.org/wiki/Baranjsko_Petrovo_Selo, gesehen am 5.2.2013). - Man macht ihr von nun an alle ihre Aufgaben, hilft ihr, wo man es nur kann, schnürt ihr ihre Stiefelchen zu, ja man wäscht sie sogar (Altenberg, Prodromos, 1906).

Deminutivbildung mit Lehnsuffix -ette
Stiefelette   „knöchelhoher Halbstiefel“

Quelle: Handelt es sich um einen knöchelhohen Stiefel (Schnürstiefel, Schlupfstiefel mit Elastikeinsatz oder mit einem Reißverschluss), so spricht man auch von einer Stiefelette (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefel, gesehen am 5.2.2013). - Deshalb ist dauerndes Tragen von Gummischuhen ungesund, und besser als die über dem Fuß fest anschließenden Stiefeletten sind Stiefel mit halbhohem, weitem Schaft oder Schuhe (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schuh [2]).

Älteres Neuhochdeutsch

Deminutivbildung mit Suffix -chen
Stiefelchen   „kleiner Stiefel“

Quelle: ein meist rothes od. schwarzes Mieder mit Schnüren od. Bändern besetzt, schließt fest auf den Leib u. wird durch einen Schließhaken um den Hals u. über dem seinen Hemd gehalten, dazu Kopftücher od. Häubchen. Fußbekleidung: Stiefelchen, oft von rothem Leder (Pierer's Universal-Lexikon, 1864, s.v. Ungarn [1]). - Der Stiefel, des -s, plur. ut nom. sing. oder die -n, Diminut. das Stiefelchen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Stiefel). - Zum ganzen Putz, von Fuß zu Haupt, / Den Stiefelchen aus übergüldtem Leder / Bis zu dem Demantknopf der hohen Straußenfeder / Am Turban, mangelt nichts (Wieland, Oberon, 1780).

Stiefelchen   „Scheide am Grund der Blütenäste von Zypressengräsern“

Quelle: Stiefelchen, die kleine nackte Scheide am Grunde der Blüthenäste der Cypressengräser (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.).

Deminutivbildung mit Suffix -lein
Stiefelein   „kleiner Stiefel“

Quelle: Schmied Jodel sprach zu ihm: Mein Tolle, mein Knolle, / Vier Stiefelein will ich nun machen deim Rolle (A.v. Arnim, Des Knaben Wunderhorn, 1808). - weil sie dem Menschen schier alles wollen nachthun / so waschen und bestreichen sie auch ihre Augen mit dem Leim / und legen die härtzige Stiefelein an / und werden also zu fliehen verhinderet und gefangen (Kobolt, Die Groß- und Kleine Welt, 1738).

Deminutivbildung mit Lehnsuffix -ette
Stiefelette   „knöchelhoher Halbstiefel“

Quelle: #Stiefeletten, 1) so v.w. Kamaschen 2); 2) so v.w. Halb- od. Schnürstiefelchen, bes. solche für Frauenzimmer (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Die Camásche, plur. die -n, eine Art Strümpfe ohne Socken, welche über andere Strümpfe getragen, und entweder übergestreift, oder an der Seite mit Camaschen-Knöpfen zugeknöpfet werden; in einigen Gegenden Stiefeletten (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Camasche). - Er erhielt auch im Lande eine solche Einförmigkeit in der Lehre wie ein Hauptmann in einer wohleingerichteten Kompanie Soldaten, wo jeder Rock so lang als der andere, jeder Zopf so dick als der andere, jede Stiefelette so hoch aufgeknüpft ist als die andere und die sich nie nach ihrem eigenen Willen, sondern bloß nach dem Winke ihrer Obern beweget (Nicolai, Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker, 1773-76). -Die Stiefellette, plur. die -n, aus dem alten Französ. Estivelette, welches das Diminutivum von dem veralteten Estivele, ein Stiefel ist, eine Bekleidung der Füße, welche den Stiefeln gleichet, nur daß sie keine Schuhe hat, sondern über die Schuhe und Strümpfe gezogen, oder über selbige geknöpfet wird. Leinwandene, wollene, lederne Stiefeletten. Mit einem andern gleichfalls aus dem Französischen entlehnten Worte werden sie auch Camaschen genannt (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.).

VerbalInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Allgemein
stiefeln   „gehen“

Quelle: Einen Moment fragt er sich, ob er es wohl schaffen würde, morgen, wie jeden Dienstag, zu dem blöden Arbeitsamt zu stiefeln (Dückers, Spielzone, 1999). - Der felsenfeste Glaube, mit dem sich jeder Autor eines Durchfalls auf die Nachwelt beruft, hat etwas Rührendes: der Fuß stiefelt in dicken Pfützen, aber das Auge sieht mit kälbernem Ausdruck in die Sterne einer neuen Zeit (Tucholsky, Plädoyer gegen die Unsterblichkeit, 1925).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
gestifelt   „mit Stiefel bekleidet“

Quelle: Es war ihm ein lust zuzusehen (wer gern Purgiren wolt) wann er die vermoderte, verkoderte, verschloderte unnd verfallene Käßzinnen etwann mit schauffeln auff das Brot striche, und die lebendige Käß und Lindwürm zwischen seinen Zänhammern unnd Mülsteinen also sauberlich zermalmet und zerknirschet, das es lautet als wann ein Galgen voll gestiffelter Bauren bei Nacht durch das Kot ins Dorff stampfften und postierten (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

gestifelt   „mit Stiefeln und Reitsporen bekleidet“

Quelle: Als nemlich gestiffelt vnn gesport / vnn mit der Wehr / an der Seiten / vnd mit eim Pferd / so er an der Haußthüren angebundē gelassen / welches niemandt dann sie hab sehen können (Bodin, De Magorum Daemonomania, 1591).

Mittelhochdeutsch

Allgemein
stivelen   „Stiefel anziehen“

HyperonymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Determinativkompositum mit Suffixoid -werk
Schuhwerk   „äußere Fußbekleidung“
Stiefelwerk   „Gesamtheit der Stiefel“

Quelle: Diese haben den Vorteil, daß sie zu allem Schuh- und Stiefelwerk passen (Zeiske, Angle richtig!, 1959).

Älteres Neuhochdeutsch

Determinativkompositum mit Suffixoid -werk
Schuhwerk   „äußere Fußbekleidung“
Stiefelwerk   „Gesamtheit der Stiefel“

Quelle: die Rocktalljen saßen etwa 1 Schuh tiefer als die Körpertalljen; die Schöße lang, glänzend und abgerieben; schiefes Stiefelwerk; breitgeschwollene Hände; die ganze Erscheinung humoristisch (Panizza, Visionen, 1893). - Seine Füße waren mit rauhem Stiefelwerk bekleidet (Scheffel, Ekkehard, 1855).

Frühneuhochdeutsch

Allgemein
schuhwerk

HyponymeInfo-Icon

Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Vorderglied
Fellstiefel   „Stiefel aus Fell“

Quelle: Die Besucher zahlen 10 Dollar Eintrittsgeld und erhalten vom Personal, das in Skikleidung, Fellmützen und Daunenhandschuhen bei Temperaturen zwischen −5 und −7 °C seinen zweistündigen Dienst versieht, Fellstiefel, Daunenmäntel und warme Fausthandschuhe (http://de.wikipedia.org/wiki/Eisskulptur, gesehen am 5.2.2013). - In der Souvenir-Abteilung der Warenhäuser sind Miniaturtotems, Eisbärfelle und die Fellstiefel der Eskimos zu Haufen getürmt (Die Zeit, 27.10.1967).

Filzstiefel   „Stiefel aus Filz“

Quelle: Die einzelnen Kleidungsstücke der weiblichen Tracht sind ein schwarzes Hemd und ein schwarzer Rock mit hellen Längsstreifen, eine schwarze Wolljacke, schwere Filzstiefel und ein kegelförmiger Hut aus Bambus (http://de.wikipedia.org/wiki/Laya, gesehen am 5.2.2013). - Die Kleidung besteht in einem kurzen Hemd, mitunter Beinkleidern und einem tscherkessischen Überrock von grobem Tuch, dazu aus Bindfaden und Riemen geflochtene Schuhe, im Winter Filzstiefel (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Osseten).

Gummistiefel   „Stiefel aus Gummi oder gummiähnlichem Material“

Quelle: Gummistiefel (norddeutsch auch: Galoschen oder Kaloschen) sind waden- bis kniehohe, wasserdichte Stiefel mit relativ weitem Schaftrohr, die ursprünglich aus Gummi, heute auch aus thermoplastischen Kunststoffen hergestellt werden (http://de.wikipedia.org/wiki/Gummistiefel, gesehen am 5.2.2013). - An anderen Stellen wurden große Depots mit Uniformen, Wäsche und Stiefel erbeutet, auch Lederzeug und Geschirre, sehr viel Gummistiefel, wie überhaupt die Beute an Gummi in Form von Stiefeln, Decken und Umhängen einen großen Posten darstellt (Vossische Zeitung, 25.3.1918).

Juchtenstiefel   „Stiefel aus Juchtenstoff“

Quelle: Er gibt Viktor den versprochenen Achthundertschillingschein, wovon sich der ein Paar Juchtenstiefel anfertigen lassen will (http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Halbnarr, gesehen am 5.2.2013). - Sie waren zum größten Teil vorzüglich mit hohen schwarzen Juchtenstiefeln und dicken lehmfarbenen Mänteln ausgerüstet (Klabund, Der Marketenderwagen, 1918).

Lackstiefel   „Stiefel aus Lackleder“

Quelle: Sie tragen heute weinrote Flokati-Hosen mit rosafarbenen Boa-Borten und rosafarbene Blusen mit weinroten Bommelfransen. Dazu zitronengelbe Lackstiefel und Halstücher (Dückers, Spielzone, 1999). - Wolff sei ziemlich groß, beleibt, brünett, fast schwarz im Haar, trage modernen Spitzbart, habe sehr wohlgepflegte, mit vielen Ringen geschmückte Hände, sei tadellos gekleidet, trage Lackstiefel und stets einen Zylinder (Friedländer, Interessante Kriminalprozesse, 1910-21).

Lederstiefel   „Stiefel aus Leder“

Quelle: Der Vaquero trägt einen flachen Filzhut, eine kurze Jacke, ein Hemd und eine Leibbinde, gestreifte Hosen und Lederstiefel mittlerer Höhe (http://de.wikipedia.org/wiki/Vaquero, gesehen am 5.2.2013). - Man unterscheidet Großbekleidungsstücke (Feldmütze, Waffenrock, Litewka, Drilchjacke, Tuch-, leinene oder Drilchhofen, Mantel und Handschuh) und Kleinbekleidungsstücke Lederstiefel, auch Schuhe von Segelleinwand mit Lederbesatz, Hemd und Unterhose (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Bekleidung).

Pelzstiefel   „Stiefel aus Pelz“

Quelle: Aus Rindshäuten beziehungsweise Rinderhäuten werden jedoch Pelztaschen, Pelzstiefel, Wandbehänge, Vorleger und Sitzbezüge für den Wohnbereich hergestellt (http://de.wikipedia.org/wiki/Rindshaut, gesehen am 5.2.2013). - Der ehemalige Minister der badischen Revolution vertraute mir an, daß er sechs Wochen lang nur von Käse gelebt habe und jetzt im Winter zu Hause in seinen Pelzstiefeln sitzen müsse, da er kein Geld für Kohlen habe (Blos, Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, 1914-19).

Rubberstiefel   „Gummistiefel, Stiefel aus Gummi oder einem gummiähnlichen Material“

Quelle: Es war ein grauer ballonartig geblähter Sack, der an dem einen Ende in einen mit langen Haaren versehenen Kopf, ja einen Kopf, auf der anderen in ein Paar aufgedunsener langschaftiger Rubberstiefel ausmündete (Müller, Tropen, 1915).

Saffianstiefel   „Stiefel aus Saffianleder“

Quelle: Und wenn Komjaga in roten Saffianstiefeln aufmarschiert, angetan mit Kaftan nebst Zobelpelzmütze, um die nächste Gräueltat zu verüben, dann fallen dem angewiderten Rezensenten nur zwei Gründe ein, warum ein russischer Schriftsteller heute diese uralten antirussischen Ressentiments aufleben lassen sollte (Die Zeit, 3.3.2008). - Pabudsch (türk.), Pantoffel, Oberschuh der Frauen, der über die gelben Saffianstiefel gezogen wird (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Pabudsch).

Samtstiefel   „Stiefel aus Samtstoff“

Quelle: Count von Krolock erscheint nun und lädt Sarah erneut zu ihrem achtzehnten Geburtstag, der genau um Mitternacht an Halloween ist, zum Ball in sein Schloss ein und verspricht ihr dazu als Geschenk ein Rotes Seidenkleid und rote Samtstiefel (http://de.wikipedia.org/wiki/Dance_of_the_Vampires, gesehen am 5.2.2013). - denn er dachte, alle Menschen trügen sommers kleine chinesische Zeugschuhe mit dicken Filzsohlen und winters zum Reiten hohe Samtstiefel (Heyking, Tschun, 1914).

Zeugstiefel   „Stiefel aus gewalktem Stoff“

Quelle: Die alt Kollerin bürstelt eben ihre Zeugstiefel ab für den Kirchgang (Christ, Die Rumplhanni, 1917).

Blechstiefel   „Blechmanschette zur Fixierung gebrochener Beinknochen“

Quelle: Am schwierigsten sind die hohen Oberschenkelbrüche zu versorgen und hier versagen die meisten Modelle (insbesondere auch der vielgebrauchte Blechstiefel), da sie immer nur das untere Bruchstück fixieren (Röll, Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, 1917, s.v. Rettungswesen).

substantivisches Determinativkompositum mit Meronymbezeichnung als Vorderglied
Absatzstiefel   „mit einem Absatz versehener Stiefel“

Quelle: Eine Frau mit Absatzstiefeln und einer blauen Puma-Tasche studiert das Blatt (Die Zeit, 12.6.2012).

Aufschlagstiefel   „Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“

Quelle: Er trägt einen haarlosen Pelz, ein Paar riesige Aufschlagstiefel und einen viel zu großen Panamahut (http://karl-may-wiki.de/index.php/Jakob_Pfefferkorn, gesehen am 30.10.1012).

Bundstiefel   „kurzer Stiefel“

Quelle: Reiterei und reitende Artillerie hatten Bundstiefel, Infanterie und Fußartillerie schwarze Bundschuhe (http://de.wikipedia.org/wiki/Württembergische_Armee, gesehen am 5.2.2013).

Eisenstiefel   „Kürassierstiefel mit eingesetzten Eisen- oder Stahlplatten“

Quelle: Die Kürassierstiefel auch Eisenstiefel genannt (engl. Jack Boots) sind eine Schutzwaffe aus Europa (http://de.wikipedia.org/wiki/Kürassierstiefel, gesehen am 5.2.2013).

Federstiefel   „Stiefel mit elastischem Zwischenteil“

Quelle: Elastiks, Kautschukgewebe, Gewebe mit Kautschukfäden zu Strumpfbändern, Einsätzen in Federstiefeln, Tragbändern, Hosenträger etc.; geköperte und gewalkte Streichwollzeuge, sehr dehnbar, zu Herrenkleidern (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Elastiks).

Knopfstiefel   „Stiefel, der mit Knöpfen geschlossen wird“

Quelle: Die Knopfstiefel, engen Hosen und steifen Kragen seines Vaters verachtete er (Die Zeit, 23.2.1998). - Kungu Poti, Erbprinz von Uahubee, in hellem Überrock, hellen Beinkleidern, weißen Gamaschen, gelben Knopfstiefeln und grauem Zylinder, tritt ein (Wedekind, Die Büchse der Pandora, 1902).

Krempstiefel   „bis zum Bauch reichender Fischer- und Flößerstiefel“

Quelle: Die Flößer standen beim Binden der Hölzer meistens im Wasser. Die sogenannten „Krempstiefel“, die ihnen bis an den Bauch reichten, schützten vor der Nässe (http://de.wikipedia.org/wiki/Flößer, gesehen am 5.2.2013).

Nagelstiefel   „Stiefel mit genagelter Sohle“

Quelle: Als Fußbekleidung dienten kurze geschnürte Nagelstiefel aus geschwärztem Leder, über deren Schaft bis unter das Knie khakifarbene Wickelgamaschen gerollt wurden (http://de.wikipedia.org/wiki/Ausrüstung_der_British_Army, gesehen am 5.2.2013). - weiße Schleppen wirbelten zwischen den bunten Röcken, und Lackschuhe glitten zwischen den Nagelstiefeln (Braun, Memoiren einer Sozialistin: Lehrjahre, 1909).

Röhrenstiefel   „Stiefel mit langer Röhre“

Quelle: Zum festlichen Pelzmantel paßt weder die Sportmütze noch der Röhrenstiefel (Haluschka, Noch guter Ton?, 1938).

Rohrstiefel   „Stiefel mit langer Röhre“

Quelle: Er bibberte so lange im Untergrund, bis seine Rohrstiefel mit eiskaltem Höhlenwasser vollgelaufen waren (Berliner Zeitung, 23.12.1995). - Um 1630 trat jedoch ein Umschwung ein, indem der Stiefelschaft fast röhrenförmig gestaltet wurde (Rohrstiefel) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Fußbekleidung).

Schaftstiefel   „Stiefel mit langem Schaft“

Quelle: Diese schnürten ihre Militärstiefel, während die Preußen Schaftstiefel trugen (http://de.wikipedia.org/wiki/Schnürschuh, gesehen am 5.2.2013). - Der Gendarmeriewachtmeister, der sein Glas Bier noch nicht ausgetrunken hatte, zündete sich zum Abschied eine neue Pfeife an und bereitete sich eben vor, die schweren Schaftstiefel anzuziehen (St. Zweig, Schachnovelle, 1942).

Schnallenstiefel   „mit Schnallen verzierter Stiefel“

Quelle: Als Schuhwerk wurden die bei der Bundeswehr und beim BGS verwandten „Schnallenstiefel“ getragen welche an der Stiefelspitze mit einem Stoßeisen versehen waren (http://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Uniformen_des_THW, gesehen am 5.2.2013). -Da wurden die Schnallenstiefel ganz einfach auf solche in Berndorf hergestellte Pantoffelhölzer genagelt (Bromme, Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters, 1905).

Sporenstiefel   „mit Sporen versehener Reiter- und Soldatenstiefel“

Quelle: Hannelore Hoger als Alice, ein strickendes Hausmütterchen im Sackkleid, Gert Voss mit offener Uniformjacke, Sporenstiefeln, Leninbärtchen, die kalte Zigarre zwischen den Zähnen (Der Tagesspiegel, 3.6.2005). - Nachdenklich, über die Rätselnatur des Weibes grübelnd, setzte ich mich in den Straßengraben, zog die Sporenstiefel herunter und goß das Wasser heraus (Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1909-11).

Stulpenstiefel   „Stiefel mit breiten Umschlägen am Schaft“

Quelle: Ein Stulpenstiefel ist ein die Wade bedeckendes Schuhwerk mit breiten Umschlägen, den Stulpen. Diese im 17. Jahrhundert getragene Stiefelform entwickelte sich wie die Becherstiefel aus den langen, Ledersen genannten Stiefeln der Landsknechtstracht des 16. Jahrhunderts, die am Gürtel befestigt und auch heruntergeklappt als unförmige Stulpen getragen wurden (http://de.wikipedia.org/wiki/Stulpenstiefel, gesehen am 5.2.2013). - „Hee – hopp!“ ruft der Bändiger, zieht die kurze Lederpeitsche aus dein Stulpenstiefel und pfeift (Tucholsky, Gratulation, 1914).

Stulpstiefel   „Stiefel mit breiten Umschlägen am Schaft“

Quelle: An der Spanischen Hofreitschule wird eine spezielle Ausführung des Dressurstiefels (Stulpstiefel) verwendet (http://de.wikipedia.org/wiki/Reitstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Werthertracht, eine seit etwa 1770 aufgekommene Männertracht: gelbe lederne Hosen, gelbe Weste, Frack, Stulpstiefel und Zylinderhut (Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1911, s.v. Werthertracht).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied
Bauernstiefel   „Stiefel für Bauern“

Quelle: Tierschützer empörten sich in Leserbriefen über die „Tierquäler in Bauernstiefeln“ und über die schmutzigen Auswüchse in der Welt, aus der das Fleisch auf ihrem Teller stammt (Die Zeit, 1.6.2009). - 22,539 Einw., die Tabakbau, Anfertigung von Bauernstiefeln, landwirtschaftlichen Geräten und Tonwaren und ansehnlichen Handel treiben (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Romny).

Cowboystiefel   „Stiefel für Cowboys“

Quelle: Cowboystiefel ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Westernstiefel oder -boots, d.h. für eine Stiefelform, die als charakteristische Fußbekleidung von Cowboys gilt und modeabhängig auch von anderen Personengruppen beiderlei Geschlechts getragen wird (http://de.wikipedia.org/wiki/Cowboystiefel, gesehen am 5.2.2013). - Sie führten ihn nach St. Barbara in Kalifornien, und aus einem kleinen Laden und dem ersten Auftrag – einem Paar Cowboystiefel für einen Wildwestfilm – wurde nach ein paar Jahren ein ganz großer Erfolg (Die Zeit, 19.4.1956).

Damenstiefel   „Stiefel für Damen“

Quelle: Als Beleg hierfür führt Morris auf, dass keines der Opfer sexuell missbraucht wurde und in der Blutlache von Catherine Eddowes drei Knöpfe eines Damenstiefels gefunden wurden (http://de.wikipedia.org/wiki/Jack_the_Ripper, gesehen am 5.2.2013). - Rauh- oder Rauchleder ist sämischgares L., dessen Narbe nicht abgestoßen worden und dessen Fleischseite geschwärzt ist; es ist wegen seiner Milde und Weichheit zu Damenstiefeln sehr beliebt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Leder).

Dragonerstiefel   „Stiefel für Dragoner“

Quelle: Dieses Regiment war das erste der Neuaufstellungen, das keine Kürassier- sondern Dragonerstiefel trug (http://de.wikipedia.org/wiki/Jäger-Regiment_zu_Pferde_Nr._7, gesehen am 5.2.2013). - Jede derartige Versetzung erfordert eine völlige Neuequipierung, von den Stiefeln angefangen bis zu der Kopfbedeckung, denn ein Dragonerstiefel hat einen ganz anderen Schnitt als der Husarenstiefel (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Fischerstiefel   „langer Stiefel für Fischer“

Quelle: Aal wurde mitunter an Kontrollen vorbei in Fischerstiefeln an Land gebracht (Herbst/Ranke/Winkler, So funktionierte die DDR, 1994).

Flößerstiefel   „Stiefel für Flößer“

Quelle: Wer Schaftstiefel besaß, winkte damit aus dem Fenster oder hing sie heraus – eine foppende Anspielung auf die gewaltigen Flößerstiefel (Wille, Glasberg, 1920).

Frauenstiefel   „Stiefel für Frauen“

Quelle: Er spähte umher, ob ihn niemand belausche, nahm ein Paar Männerstiefel, gesellte es zu den Frauenstiefeln an einer andern Tür und fuhr in dieser Tätigkeit fort, bis kein Paar seine frühere Gesellschaft mehr hatte (Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919).

Häuptlingsstiefel   „Stiefel des Hausherrn“

Quelle: Fräulein Traute hatte sich im Lauf der letzten Tage das Reinigen der Häuptlingsstiefel zu ihrer ganz besonderen Domäne gemacht (Ball, Flametti, 1918).

Herrenstiefel   „Stiefel für Männer“

Quelle: auf Modenschauen sind zwar hin und wieder auch Herrenstiefel mit höheren Absätzen zu sehen. Im Handel und in der Alltagsmode haben sich solche Entwürfe aber bislang nicht durchgesetzt (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefel, gesehen am 5.2.2013). - Herrenstiefel bestehen aus den in Fig. 1 wiedergegebenen Teilen (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1909, s.v. Schuhfabrikation).

Husarenstiefel   „Stiefel für Husaren“

Quelle: Sie karikierten das Ideal der bürgerlichen Kleidung, indem sie enge Hosen, die bis zur Brust reichten und hohe Husarenstiefel trugen (http://de.wikipedia.org/wiki/Incroyables_et_merveilleuses, gesehen am 5.2.2013). - Die steifen Röhren erhielten sich das ganze 17. und auch einen Teil des 18. Jahrh. hindurch (Kanonenstiefel), bis sie dem zierlichern Husarenstiefel wichen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Fußbekleidung).

Jägerstiefel   „Stiefel für Jäger“

Quelle: Auch die wunderbar ausgearbeitete Bronzestatuette einer Diana im kurzgeschürzten Gewand und mit modisch eleganten Jägerstiefeln, ihr zu Seiten Hirsch und Löwe (aus dem Besitz des Getty Museums in Malibu), ist römischer Provenienz (Die Zeit, 02.10.1992).

Kürassierstiefel   „Stiefel für Kürassiere“

Quelle: Die Kürassierstiefel auch Eisenstiefel genannt (engl. Jack Boots) sind eine Schutzwaffe aus Europa (http://de.wikipedia.org/wiki/Kürassierstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Müssen sich denn die Deutschen immer untereinander zanken / und von Kürassierstiefel zum Schlafrock hin und wider wanken? (Tucholsky, Ein Deutschland!, 1919).

Kurierstiefel   „Stiefel für Kuriere“

Quelle: 1860 erzählt G. Pfarrius in dem Gedicht „Der Trunk aus dem Stiefel“, wie sich Ritter Boos von Waldeck dadurch, daß er einen Kurierstiefel auf einen Zug leert, das schöne Dorf Hüffelsheim ertrinkt (Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, 1973, s.v. Stiefel).

Männerstiefel   „Stiefel für Männer“

Quelle: Schwere Männerstiefel gehören stets ebenso zu Grefel Dojen, wie die Zigarre oder die Flinte zum Jagen (http://de.wikipedia.org/wiki/Dorfmark, gesehen am 5.2.2013). - Ruhe war in dem Zimmerchen überhaupt wenig, öfters kamen auch die Mägde in ihren Männerstiefeln hereingepoltert, um irgend etwas zu bringen oder zu holen (Kafka, Das Schloß, 1926).

Mannsstiefel   „Stiefel für Männer“

Quelle: sollten sie wieder über seine Seefahrt loslegen oder von seinem Kahn anfangen oder ihm ein paar linke Mannsstiefel anpassen? (Fock, Seefahrt ist not!, 1913).

Mannschaftsstiefel   „Stiefel für einfache Soldaten“

Quelle: Schwergespornte Mannschaftsstiefel hallten über das Pflaster (Wildgans, Musik der Kindheit, 1928).

Reiterstiefel   „langer Stiefel für Reiter“

Quelle: Die Kavalleristen erhielten im Zuge des Reglements von 1695 lange lederne Reiterstiefel (http://de.wikipedia.org/wiki/Sächsische_Armee, gesehen am 5.2.2013). - Sporn, soviel wie Stachel, stachelähnliches Werkzeug, z. B. an der Ferse eines Reiterstiefels (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Sporn [1]).

Riesenstiefel   „sehr großer Stiefel“

Quelle: Ein Riesenstiefel ist eine übergroße Nachbildung eines Stulpenstiefels (http://de.wikipedia.org/wiki/Riesenstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Jim Dine stellt gespreizte rote Riesenstiefel auf schwarzes Tuch (Die Zeit, 16.1.1967).

Ritterstiefel   „Stiefel für Ritter“

Quelle: Der erste Held stak in seinen hohen, braunen Ritterstiefeln und hatte einen grellroten Schal genial um den Hals gewunden (Wohlmuth, Ein Schauspielerleben, 1928).

Seemannsstiefel   „Stiefel für Seeleute“

Quelle: Portugiesische Seefahrer hatten hier auf ihrer Indienroute eine originelle Poststation eingerichtet: einen Seemannsstiefel an einem Milktree (Der Tagesspiegel, 15.2.1998). - meine Waffen, die aus den Trachten aller Zonen zusammengesetzte abenteuerliche Kleidung, welche sich nach unten in einem Paare riesiger Seemannsstiefeln verlief: das alles mochte wohl den Eindruck machen, als sei ich gewohnt, nur auf meine eigene Kraft zu vertrauen (May, Am Stillen Ocean, 1904).

Soldatenstiefel   „Stiefel für Soldaten“

Quelle: Es war Krieg, und in Italien war alles Leder für die Produktion von Soldatenstiefeln vorgesehen (Die Zeit, 4.4.2013). - Hat er einmal gesehen, daß im „Potemkin“ eine Szene gewirkt hat, in der man nur Soldatenstiefel in der Großaufnahme sieht, dann will er überall seine Soldatenstiefel haben (Tucholsky, Der Mittler, 1930).

Springerstiefel   „Stiefel für Fallschirmspringer“

Quelle: Springerstiefel sind ursprünglich besondere Kampfstiefel der Luftlandetruppen oder im Fallschirmsport verwendete Stiefel (http://de.wikipedia.org/wiki/Springerstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Der Autor unseres Berichts empfiehlt nach seinen Erfahrungen die folgende Ausrüstung: Iglu-Zelt oder Biwakschachtel, zusätzlich eine Nylonplane, Daunenschlafsack; einen kleinen Campingkocher, eine Isoliermatte; feste, hohe Schnürschuhe (ideal: Springerstiefel); warme Kleidung: Poncho, Handschuhe; Regenschutz für den Rucksack (Die Zeit, 2.3.1981).

substantivisches Klammerkompositum mit Personenbezeichnung als vorderglied
Seestiefel   „Stiefel für Seeleute“

Quelle: Bei der Marine sind die den Knobelbechern ähnlichen Seestiefel gebräuchlich (http://de.wikipedia.org/wiki/Kampfstiefel, gesehen am 5.2.2013). - er trug die Kruken mit Weiß- und Schwarzsauer, die Beutel mit Strümpfen und Unterhosen nach dem Bollwerk und quälte sich mit Vaters Seestiefeln und seinem Ölzeug ab wie Roland mit seines Vaters Waffen (Fock, Seefahrt ist not!, 1913).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Verwendungszwecks oder -anlasses als Vorderglied
Ackerstiefel   „grobe Stiefel für die Feldarbeit“

Quelle: Darüber hingen an zahlreich eingeschlagenen Wandnägeln Alltagskleider, Ackerstiefeln usw., und nicht zu vergessen die Tabakspfeifen der Knechte (Rehbein, Das Leben eines Landarbeiters, 1911).

Arbeitsstiefel   „grobe Stiefel für die Arbeit“

Quelle: Die imitierten Sicherheitsstiefel lassen jedoch bei genauerem Hinschauen viele Details der „echten“ Arbeitsstiefel vermissen (http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsschuh, gesehen am 5.2.2013). - PITTJUPP derweilen er sein Gezähe bei der Türe hinwirft, seine Arbeitsstiefel und seinen Kittel beim Ofen hinhängt, Pantoffel und einen gestrickten Kittel anzieht (Rosenow, Die im Schatten leben, 1912).

Armeestiefel   „Stiefel eines Soldaten“

Quelle: Später, zu Sowjetzeiten, hieß diese „Roter Stern“ und stellte unter anderem Armeestiefel her (http://de.wikipedia.org/wiki/Kimry, gesehen am 5.2.2013).

Bergstiefel   „grober Stiefel für Bergwanderungen“

Quelle: Der Bergschuh oder Bergstiefel ist ein spezieller Schuh für den alpinen Einsatz wie zum Bergsteigen, für Hochtouren oder zur Fortbewegung in weglosem Gelände, Steige, Fels, Geröll, Eis und Schnee (http://de.wikipedia.org/wiki/Bergschuh, gesehen am 5.2.2013). - Die Treppe knarrt, die Träger haben schwere Bergstiefel (Schnitzler, Fräulein Else, 1924).

Einsatzstiefel   „Stiefel für den militärischen Einsatz“

Quelle: Alte Herren mit den Sakkos, die noch stramm auf Taille sitzen, mit dem Strohhütchen, mit den Einsatzstiefeln – ja, aber es ist nicht mehr das Alte (Tucholsky, Wie altern die -?, 1925).

Fußballstiefel   „Sportstiefel für das Fußballspielen“

Quelle: Die einzige Extravaganz, die er sich leistete, waren rotgefärbte ungarische Fußballstiefel, sein Markenzeichen (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedo_Dörfel, gesehen am 5.2.2013). - Nun hebt sich ja in Deutschland kein Pferdebein und kein Fußballstiefel, ohne daß dabei nicht brausend betont werde, solches Tun sei gut, um späterhin Menschen für Petroleum abzuschlachten (Tucholsky, In Uniform, 1927).

Gesellschaftsstiefel   „eleganter Stiefel für gesellschaftliche Anlässe“

Quelle: Entweder verschiebt sich die sogenannte „Zunge“, oder die Bänder lockern sich, oder aber die Knöpfe, um die das Band geschlungen wird, sind nicht mehr schwarz, sondern gelblich; kurz und gut, von einer überwältigenden Schönheit sind sie fast nie und doch soll ein Gesellschaftsstiefel das sein (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Hausstiefel   „Stiefel, den man im Haus trägt“

Quelle: In Ägypten, Persien, der Türkei sowie im südlichen Rußland findet die L. noch heute für Pantoffel und Hausstiefel reichliche Verwendung (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Ledermosaik).

Jagdstiefel   „Stiefel für die Jagd“

Quelle: Auch der Jagdstiefel ist dem Wanderschuh vom Grundprinzip her oft sehr ähnlich (http://de.wikipedia.org/wiki/Wanderschuh, gesehen am 5.2.2013). - Kothúrn (griech. kóthornos, lat. cothurnus), bei den Griechen der den ganzen Fuß bedeckende, hinten bis zur Mitte des Beines reichende, vorn mit Riemen zugeschnürte Jagdstiefel mit sehr dicken, viereckigen Sohlen und auf beide Füße passend (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Kothurn).

Kampfstiefel   „Stiefel für militärische Einsätze“

Quelle: Kampfstiefel sind schwere Lederstiefel für Soldaten, die zum Feldanzug, aber auch zum „Großen Dienstanzug“ getragen werden (http://de.wikipedia.org/wiki/Kampfstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Kampfanzug, Kampfstiefel, Kochgeschirr, Unterwäsche oliv, ein Paar Socken, zwei Paar,... Moment mal, Sie müssen doch drei Paar Socken abliefern (Die Zeit, 12.12.1969).

Kavalleriestiefel   „Stiefel für die Kavallerie“

Quelle: Dazu wurden von den Mannschaften generell Kavalleriestiefel getragen (http://de.wikipedia.org/wiki/Reitende_Tiroler_Landesschützen, gesehen am 5.2.2013). -Statt schneidiger Kavalleriestiefel staken meine Beine in abgesetzten hohen Schäften wie in Trichtern (Wohlmuth, Ein Schauspielerleben, 1928).

Kirchgangsstiefel   „feine Stiefel für den sonntäglichen Kirchgang“

Quelle: Der Jons hat seine blanken Kirchgangsstiefel an und die schwarze Tuchjacke mit dem türkischen Halstuch (Sudermann, Litauische Geschichten, 1917).

Kommissstiefel   „Stiefel für Soldaten“

Quelle: Es kommt ihm zugute, daß die totalitäre Gefahr nicht immer in Kommißstiefeln, die hart aufs Pflaster knallen, durchs Stadttor marschiert (Die Zeit, 17.3.1997). - meines Putzers dröhnende Kommißstiefel höre ich nie, aber ihre winzigen Lackstiefelchen wecken mich aus dem tiefsten Schlaf (Sack, Ein Namenloser, 1919).

Landstiefel   „grober Stiefel für die Landarbeit“

Quelle: Abgetragene Kleidung: schwarzer alter Pastorenrock, Ellenbogen und Unterärmel verschossen, glänzend schmutziger Kragen; schwarze Hose hochaufgeschlagen, unten voller Lehmspritzer; derbe Landstiefel, dick mit Lehm beschmutzt (Rosenow, Die im Schatten leben, 1912).

Militärstiefel   „Stiefel für Soldaten“

Quelle: Im Ersten Weltkrieg beschränkte sich die Produktion auf Militärstiefel und Instandsetzung gebrauchter Militärstiefel (http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Lingel, geboren am 5.2.2013). - ich lasse für 40 M meine Militärstiefel umarbeiten (Klemperer, Tagebuch, 1919).

Pirschstiefel   „Jagdstiefel“

Quelle: Geliefert wurden an diesem Tag: eine Sony-Hi-Fi-Anlage, ein Paar exklusive Pirschstiefel, ein Farbfernsehgerät, vier Autoradios der Marke Grundig, ein Infrarotstrahler, ein Heizluftgerät und diverse Kisten mit Lebensmitteln aus dem Westberliner KadeWe (Jentzsch, Seit die Götter ratlos sind, 1994). - Man trägt ihn vorzugsweise mit Kniehosen (Breeches), die es jederzeit ermöglichen, die Pirschstiefel gegen hüfthohe Gummilangschäfter für die Wasserjagd auszutauschen (Graudenz, Das Buch der Etikette, 1956).

Reisestiefel   „Stiefel, den man auf Reisen trägt“

Quelle: Da kehre ich mich auf dem Absatz meiner dicken Reisestiefel um, sehe das Meer kaum an, streife es so mit einem fast beleidigenden Blick (Tucholsky, Der letzte Tag, 1926).

Reitstiefel   „langer Stiefel zum Reiten“

Quelle: Reitstiefel sind speziell den Erfordernissen des Reitens angepasste Stiefel (http://de.wikipedia.org/wiki/Reitstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Ein Mafu in Reitstiefeln, seidenem Kleid und Sommerhut hielt ihr Pferd (Heyking, Tschun, 1914).

Schlittschuhstiefel   „Stiefel zum Schlittschuhlaufen“

Quelle: Schmunzelnd erinnert sie sich an die als Strumpfhosenersatz blau eingefärbten Unterhosen ihres Vaters oder die aus Handschuhleder gefertigten Schlittschuhstiefel, die beim Aufsprung den gewünschten Halt verweigerten (Berliner Zeitung, 1.3.2000). - Die Schlittschuhe sind an den Schlittschuhstiefeln angearbeitet, die in der Garderobe der Eisbahn angezogen werden (Franken, Handbuch des guten Tones, 1936).

Schneestiefel   „dicker, wasserdichter Winterstiefel“

Quelle: Moonboots sind Schneestiefel, die vom Design den Stiefeln ähneln, welche die US-amerikanischen Astronauten im Jahr 1969 bei der ersten Landung auf dem Mond trugen (http://de.wikipedia.org/wiki/Moonboots, gesehen am 5.2.2013). - Für die übrige Welt aber ist der Augenblick noch nicht gekommen, die für den Winter angeschafften Pelze und Schneestiefel endgültig einzumotten (Die Zeit, 4.2.1957).

Skistiefel   „Stiefel zum Skilaufen“

Quelle: Skischuhe (Skistiefel, Schischuhe) sind spezielle Schuhe für Skifahrer (http://de.wikipedia.org/wiki/Skischuh, gesehen am 5.2.2013). - Skistiefel müssen besonders hohen Schaft haben, der am Rand mit Filz eingefaßt ist; ferner dichte Lasche, wasserdichtes Futter, zwiegenähte (s. dort) Sohle, geschweiften Absatz und an der sehr starken Laufsohle Metallschiene für die Bindungen (Treskow/Weyl, Das Lexikon der Hausfrau, 1932).

Sonntagsstiefel   „eleganter Stiefel, die man am Sonntag trägt“

Quelle: auf dem Photo sähe man mich, den Neunjährigen, Zehnjährigen im Bleyle-Anzug, dessen Hose knapp überm Knie endet, in Strümpfen, die knapp unterm Knie enden, ein Pflaster auf dem rechten Knie, ein Pflaster auf der gebeulten Stirn, weil ich, eines zu schweren Kopfes oder zu dünnen Halses oder hastiger Einfälle wegen, oft stürzte, sähe mich also mit den Sonntagsstiefeln vom backsteinroten Bahnhof her über die Straße kommen (Walser, Halbzeit, 1960). - dann wieder goß ich dem Altgesellen Bernhard, der schon sieben Jahre bei Muttern Schlappkohl arbeitete und eine Art persona grata bei ihr vorstellte, Wasser ins Bett und dem Lehrjungen Öl in die Sonntagsstiefel (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Sportstiefel   „über den Knöchel reichender Sportschuh“

Quelle: Sportstiefel für den Fallschirmsport haben einen erhöhten Schaft und verfügen oft über einen ausgeprägteren Absatz, wodurch das Abrollen des Fußes bei der Landung erleichtert werden soll, sind jedoch ungebräuchlich geworden (http://de.wikipedia.org/wiki/Springerstiefel, gesehen am 5.2.2013). - 1 Paar handgenähte Sportstiefel, 1 Paar braune, 1 Paar schwarze Straßenhalbschuhe (Reznicek, Der vollendete Adam, 1928).

Tanzstiefel   „eleganter Stiefel zum Tanzen“

Quelle: Beim „Gala-Verkauf“ von getragener Ballettkleidung Nurejews wurden sechs Paar Tanzstiefel für einen Spitzenpreis von umgerechnet rund 66.000 Mark versteigert (Berliner Zeitung, 22.11.1995).

Wasserstiefel   „wasserdichter, langer Fischerstiefel“

Quelle: Ging es zum Fischfang, zog man dicke friesähnliche Wandröcke und lange, bis über die Knie reichende Wasserstiefel an (http://de.wikipedia.org/wiki/Kuren, gesehen am 2.5.2013). - Herodot schildert uns ihre Ausrüstung als dem Sumpfcharakter des Landes entsprechend: hohe Wasserstiefel und lange Rohrlanzen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Drangiane).

Winterstiefel   „warmer, wasserfester Stiefel für den Winter“

Quelle: Walenki (russischваленки, deutsch etwa Filzstiefel) sind traditionelle russische Winterstiefel aus Filz (http://de.wikipedia.org/wiki/Walenki, gesehen am 5.2.2013). - Warme Winterstiefel habe ich (Tucholsky, Brief an Blaich, 1917).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Vorderglied
Kniestiefel   „bis zum Knie oder darüber reichende Stiefel“

Quelle: Diechlinge (zum Schutz der Oberschenkel), Kniekacheln, Beinröhren (für die Unterschenkel) und die Eisenschuhe (Bahrenfüsse, Schnabelschuhe, Halbschuhe, Kuhmäuler, Entenschnabelschuhe und Kniestiefel) bilden zusammen das Beinzeug (http://de.wikipedia.org/wiki/Plattenpanzer, gesehen am 5.2.2013). - Er hatte schon äußerlich so was vom Abenteurer an sich, das verwitterte, zigeunerbraune Gesicht, die schwarzen, noch stahlblanken Augen, die kühne Adlernase und eine etwas räuberhaft-pittoreske Aufmachung: Kniestiefel und Joppe und offenes Hemd mit einem direkt genial geschlungenen Schlips (Biedenbach, Erinnerungen einer Kellnerin, 1906).

Wadenstiefel   „bis zur Wade reichender Stiefel“

Quelle: Die H. trugen alle die Haidukenmütze, die Flügelkappe (s. d.), und stets enge, mit Schoitasch besetzte Beinkleider und Wadenstiefel (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Husaren).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung eines Modestils als Vorderglied
Chantillystiefel   „eine Art Reitstiefel“

Quelle: Viele Damen tragen den Chantillystiefel, und das ist abscheulich (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).

Westernstiefel   „Stiefel im amerikanischen Westernstil“

Quelle: Cowboystiefel ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Westernstiefel oder -boots, d.h. für eine Stiefelform, die als charakteristische Fußbekleidung von Cowboys gilt und modeabhängig auch von anderen Personengruppen beiderlei Geschlechts getragen wird (http://de.wikipedia.org/wiki/Cowboystiefel, gesehen am 5.2.2013). - Fast zu allem gehören dünne schwarze Strümpfe Schuhe mit hohen Absätzen oder eine vereinfachte Version von Westernstiefeln (Die Zeit, 14.8.1981).

substantivisches Determinativkompositum mit Distanzbezeichnung als Vorderglied
Meilenstiefel   „Zauberstiefel im Märchen, mit dem man mit einem Schritt große Strecken zurücklegen kann“

Quelle: In Meilenstiefeln werden Zeitalter und Weltmeere durchmessen und leichtes Strandgut hinterlassen (Berliner Zeitung, 13.5.2005). - mir aber ward so elend dabei, daß ich, weiß Gott, was drum gegeben hätt, wenn ich in diesem Augenblick hätt ein Tarnkäpplein oder Bleßpulver bei mir getragen, mich unsichtbar zu machen, oder einen Meilenstiefel, mich damit an das ander Weltend zu kutschieren (Christ, Mathias Bichler, 1914).

Siebenmeilenstiefel   „Zauberstiefel im Märchen, mit dem man mit einem Schritt große Strecken zurücklegen kann“

Quelle: Siebenmeilenstiefel bezeichnen in der deutschen Literatur ein Paar Stiefel mit Zauberkraft, die dem Träger die Fähigkeit verleihen, sich in kurzer Zeit über weite Entfernungen fort zu bewegen (http://de.wikipedia.org/wiki/Siebenmeilenstiefel, gesehen am 5.2.2013). - Ich empfinde nun einmal keine Andacht vor Siebenmeilenstiefeln, D-Zügen, Dreadnoughts und aufgebauschten Impressionen (Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919).

substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Vorderglied
Einheitsstiefel   „in Größe und Form normierter Stiefel“

Quelle: Hat statt dem Einheitsstiefel fünf Größen angekündigt und eine Variante für den linken Fuß und eine für den rechten (Der Tagesspiegel, 27.8.2003). - Es gilt zu überzeugen, daß ein Jahrhundert, dessen Aufgabe war, uns Eßnäpfe, Einheitsstiefel, Wagnerpartituren herzustellen, nicht mehr als ein Hindernis für den Geist besteht (Rubiner, Die Anonymen, 1912).

Sicherheitsstiefel   „sicherheitsgeprüfter Arbeitsstiefel“

Quelle: Die imitierten Sicherheitsstiefel lassen jedoch bei genauerem Hinschauen viele Details der „echten“ Arbeitsstiefel vermissen (http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsschuh, gesehen am 5.2.2013). - „Der Müllwerker“, erklärte der Betriebsleiter, „kann hier in der Unterwäsche antreten, alles andere bekommt er von uns: ein blau-weiß gestreiftes Hemd, eine Manchesterhose im Winter, eine leichte Latzhose für den Sommer, Sicherheitsstiefel, Handschuhe, Mütze, Waschmittel und einmal im Jahr sogar ein Handtuch.“ (Die Zeit, 3.9.1971).

ornatives substantivisches Determinativkompositum
Fettstiefel   „mit Fett geschmierter Stiefel“

Quelle: Am Vormittage ging er auf die lebhaftesten Arbeitsplätze, dort, wo es nach feuchtem Stroh, nach Teer und Fettstiefeln roch (Keyserling, Beate und Mareile, 1903).

Glanzstiefel   „glänzend polierter Stiefel“

Quelle: Er amüsierte sich hier sehr über die famosen hohen Glanzstiefel Karl Moors, die kein Untätchen oder Schmutzfleckchen der durchstreiften Wälder aufwiesen (Glasenapp, Das Leben Richard Wagners, 1905).

Lehmstiefel   „lehmbespritzter Stiefel“

Quelle: Unser Heiland ist barfuß gegangen, da wird's mir die aale Fruu nicht übelnehmen, wenn ich ihr Gottes Wort in Lehmstiefeln bringe (Rosenow, Die im Schatten leben, 1912).

Miststiefel   „mit Mist verschmutzte Bauernstiefel“

Quelle: Ich konnte die Flut ja abwaten, denn ich hatte meine Miststiefel an (Rehbein, Das Leben eines Landarbeiters, 1911).

Transtiefel   „mit Tran eingefetteter Stiefel“

Quelle: Die Fiedel rief – und alle, alle kamen. Die Männer in Sonntagsstaat aus „eigengewebtem“ Stoff und frisch geschmierten Transtiefeln; die Frauen und Mädchen mit mindestens vier Unterröcken unter dem geblümten Kattunkleid (Rehbein, Das Leben eines Landarbeiters, 1911).

Wichsstiefel   „gewichster Stiefel“

Quelle: Er ist auf Klotzkorken und hat die leichten Wichsstiefel in der Hand (Sudermann, Litauische Geschichten, 1917).

vergleichendes substantivisches Determinativkompositum
Kanonenstiefel   „Stiefel mit langer, kanonenrohrähnlichem Schaft“

Quelle: Als Kanonen oder Kanonenstiefel wurden hohe, bis über das Knie hinauf reichende Reitstiefel in Röhrenform, namentlich bei Studenten, bezeichnet (http://de.wikipedia.org/wiki/Kanone_(Metapher), gesehen am 5.2.2013). - Er sieht nichts weniger wie der liebe Gott aus, klein und rund, geht womöglich in langen Kanonenstiefeln und ist furchtbar beweglich (Diederichs, Aus meinem Leben, 1927).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis als Vorderglied
Zugstiefel   „Stiefel mit gewalkten, enganliegenden Schäften“

Quelle: Kaum regte sich in der Frühe das erste Gurren und Flattern der Turteltauben, so sprang sie schon aus dem Bett, hin zum Gemach der Hauptfrau, vor dessen Türe die Knöpfelschuhe der Frau und die Zugstiefel Flamettis in trunken übernächtiger Kameradschaft beisammenstanden (Ball, Flametti, 1918).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
Knöpfstiefel   „Stiefel, der mit Knöpfen geschlossen wird“

Quelle: Eine festgenähte Krawatte sieht doch gebunden oder geknüpft aus und ist es thatsächlich nicht, ist also eine „Vorspiegelung falscher Thatsachen“, ebenso wie der als Knöpfstiefel frisirte Gummizugstiefel, der sogenannte falsche Knöpfstiefel (Pilati, Etikette-Plaudereien, 1907).

Schlappstiefel   „lose sitzender Stiefel mit herabhängendem Schaft“

Quelle: Der Stiefel blieb fortan ein Bestandteil der kriegerischen Tracht, ging aber zu Beginn des 17. Jahrh. auch in die Tracht der Stutzer über, die ihn weit und tief herabgeklappt, oben sogar mit Spitzen besetzt trugen, und wurde in Frankreich sogar hoffähig (Schlappstiefel) (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Fußbekleidung).

Schmierstiefel   „großer Stiefel, der nur geschmiert, aber nicht gewichst wird“

Quelle: Von einem Alttrödler erwarb sie für wenige Mark einen derben, schon getragenen Arbeitsanzug und dito Schmierstiefel (Rehbein, Das Leben eines Landarbeiters, 1911).

Schnürstiefel   „Stiefel, der mit Schnüren geschlossen wird“

Quelle: Die Feldschuhe leicht („Einser-Bock“) sind wadenhohe Schnürstiefel mit geringem Gewicht aus pflegeleichtem Leder mit aufgeklebter Formsohle und eignen sich für die warme Jahreszeit, Exerzierdienst und den Einsatz in einfachem Gelände (http://de.wikipedia.org/wiki/Feldschuh, gesehen am 5.2.2013). - Mokassin, bei den nordamerikan. Indianern eine Art Schnürstiefel aus frischem Wildleder (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, s.v. Mokassin).

Stinkstiefel   „unangenehmer Mensch“

Quelle: Den Namen „Stinkesocke“ bekam die Autorin in der medizinischen Rehabilitation vom Klinikpersonal, das Gothe zunächst wegen ihrer ständigen Verstimmung als „alter Stinkstiefel“ beschimpft hatte (http://de.wikipedia.org/wiki/Jule_Stinkesocke, gesehen am 5.2.2013).

Überziehstiefel   „über anderem Schuhwerk getragener Stiefel“

Quelle: Überziehstiefel des Overgarment kommen dazu (http://de.wikipedia.org/wiki/ABC-Abwehr_aller_Truppen_(Bundeswehr), gesehen am 5.2.2013).

Schröpfstiefel   „Glaszylinder zum Schröpfen am Bein“

Quelle: Ein trockener Schröpfkopf im kolossalen Maßstab ist der von Junod angegebene Schröpfstiefel, ein großer Glaszylinder, in den das Bein gesteckt wird; eine Saugpumpe stellt den luftleeren Raum her (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schröpfen).

substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Vorderglied
Halbstiefel   „bis zur Wade reichender Stiefel“

Quelle: Wo die Hosen über die Halbstiefel fallen, sind sie etwas weiter geschnitten (http://de.wikipedia.org/wiki/Jodhpurs, gesehen am 5.2.2013). - Der Körper war nur noch mit Halbstiefeln und Strümpfen bekleidet, sonst vollständig nackt (Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919).

Steifstiefel   „Stiefel mit steifer Röhre“

Quelle: Die Fußtruppe des Korps, mit gezogenen Büchsen und Hirschfängern bewaffnet, waren im Anzug den Reitern ähnlich, indem sie gleiche Kopfbedeckung und Uniform trugen, nur fielen Kürass, Steifstiefel und lederne Beinkleider weg (http://de.wikipedia.org/wiki/Karabinierkorps, gesehen am 5.2.2013).

Überstiefel   „über den Schuhen getragener Stiefel“

Quelle: Bereitschaftsgrad 0 ist die AC Schutzbereitschaft. Das heißt, ABC-Schutzmaske, C-Schutzanzug, Überstiefel und Schutzhandschuhe sind vorbereitet und griffbereit (http://de.wikipedia.org/wiki/ABC-Bereitschaftsgrad, gesehen am 5.2.2013).

Überstiefel   „„Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“
Vorderstiefel   „Vorderbein eines Tieres mit stiefelartiger Fellfärbung“

Quelle: dieser Adel in der Haltung, diese Lebensfülle in jeder Bewegung, diese graziöse Sicherheit des Schrittes und dieses spannkräftige Selbstbewußtsein trotz der Schenkel und Zügel, das war mir genug zu der Annahme, daß es das beste, das wertvollste Pferd von allen fünfzehn sei – ein Hellbrauner mit zwei weißen Vorderstiefeln! (May, Im Reiche des silbernen Löwen IV, 1903).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Vorderglied
Pressenstiefel   „Zylinder einer hydraulischen Presse“

Quelle: Stiefel (Pumpenstiefel, Pressenstiefel), s.v.w. Zylinder von Pumpen, hydraulischen Pressen (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1910, s.v. Stiefel).

Pumpenstiefel   „Zylinder einer mechanischen Pumpe“

Quelle: Auf dem Deckel der zylindrischen Sandpumpe g ist ein sog. Pumpenstiefel (Kolbenrohr) h montiert, welche mit dem inneren Raum der Sandpumpe kommuniziert und nach oben hin offen ist (http://de.wikipedia.org/wiki/Kiespumpe, gesehen am 5.2.2013). - Stiefel (Pumpenstiefel, Pressenstiefel), s.v.w. Zylinder von Pumpen, hydraulischen Pressen (Lueger, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, 1910, s.v. Stiefel).

substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenteilbezeichnung als Vorderglied
Blattstiefel   „Ochrea, Tute, bei manchen Pflanzen Röhre, die die Basis des folgenden Stängelglieds umschließt“

Quelle: In ähnlicher Weise fungieren der aus verwachsenen Nebenblättern gebildete Blattstiefel (Blatttute, ochrea, Fig. 22) der Polygonazeen und das Blatthäutchen (ligula, Fig. 23) der Grasblätter, ein zartes Häutchen, das als Auswuchs der Blattfläche an der Übergangsstelle zwischen Scheide und Spreite hervortritt (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, s.v. Blatt [1]).

Älteres Neuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Vorderglied
Atlasstiefel   „Stiefel aus Atlasstoff“

Quelle: „Liebe Fliedner, sorgen Sie dafür, daß Fräulein von Sassen sofort in trockene Kleider kommt – ich mache Sie verantwortlich dafür!“ befahl er in seiner gewohnten gelassenen Weise und zeigte auf meine beschmutzten, kläglich zerweichten Atlasstiefeln und mein regennasses Kleid (Marlitt, Das Heideprinzeßchen, 1872).

Fellstiefel   „Stiefel aus Fell“

Quelle: Zwei attische Reliefs mit Darstellung der Göttin: hohe Fellstiefel, Tierfell über dem Hemd, Mantel, Lanze, Pelzkappe ähnlich der phrygischen Mütze (Meyer, Geschichte des Altertums, 1884-1902).

Filzstiefel   „Stiefel aus Filz“

Quelle: In meinen Filzstiefeln wurde ich von den lustig Malenden nicht gehört und nur von Mouton dem Pudel wahrgenommen (Meyer, Das Leiden eines Knaben, 1883).

Gummistiefel   „Stiefel aus Gummi oder gummiähnlichem Material“

Quelle: Das Hausmädchen, eine hübsche, nicht mehr ganz jugendliche Person, der ihre stattliche Fülle fast ebensogut kleidete wie das zierliche Mützchen auf dem blonden Haar, war der gnädigen Frau beim Ablegen von Muff und Mantel behilflich und bückte sich eben, um ihr auch die mit Pelz gefütterten Gummistiefel auszuziehen (Fontane, Effi Briest, 1895).

Juchtenstiefel   „Stiefel aus Juchtenstoff“

Quelle: an der Wand aber standen in militärischer Ordnung der riesige Wasserstiefel, der Juchtenstiefel, der Reitstiefel mit Stulpen (Freytag, Die verlorene Handschrift, 1864).

Korduanstiefelchen   „kleiner Stiefel aus Korduanleder“

Quelle: da glitten die kleinen Füße in den Korduanstiefelchen über den Boden, als ginge es über eine Spiegelfläche hin (Storm, Auf dem Staatshof, 1859).

Lackstiefel   „Stiefel aus Lackleder“

Quelle: Hierauf sah er sich wieder mit einem funkelnagelneuen schwarzen Anzug angetan, Lackstiefel an den Füßen, eine modische Krawatte um den Hals geschlungen, wie er mit stolz emporgehobenem Haupte in nachlässig vornehmer Haltung den Ballsaal betrat (Sudermann, Frau Sorge, 1887).

Lederstiefel   „Stiefel aus Leder“

Quelle: Da trat ihm ein Mann entgegen, der in hohen faltigen Lederstiefeln ging, Beinbekleidungen von grobem grauen Wollstoffe und von demselben Stoffe einen Rock mit Haften hatte (Stifter, Witiko, 1865-67).

Maroquinstiefel   „Stiefel aus Maroquinleder“

Quelle: Infanterie u. Artillerie stehen auf tiefer Stufe; ihre Kleidung: hohe konische Mütze, lange Jacke, weite Beinkleider, Maroquinstiefeln (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Afghanistan).

Pelzstiefel   „Stiefel aus Pelz“

Quelle: Zu der Reise kaufst Du Dir einen Pelz, auch Pelzstiefel, diese müssen bis über die Knie gehn und unten mit Leder besetzt sein (Freytag, Soll und Haben, 1855). - Das Feuer mach' ich an meinen Füßen, indem ich das lange Bein in einen großen Pelzstiefel wie eine Vorhölle setze (Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 1793).

Saffianstiefel   „Stiefel aus Saffianleder“

Quelle: Als der Schneider am anderen Morgen die braunsamtene Uniform mit goldenen Tressen brachte, betrachtete sie Willwischen sehr neugierig, so auch die roten Saffianstiefel, die der Schuster brachte (Brentano, Das Märchen von dem Baron von Hüpfenstich, 1805-11).

Sammetstiefel   „Stiefel aus Samtstoff“

Quelle: Dazu lagen über die ganze Stube hin lange, von Tucheggen geflochtene Streifen, sogenannte Läufer, alle weich genug, einen jeden Schritt zu dämpfen, auch den schwersten, selbst wenn der alte Sörgel nicht kniehohe Sammetstiefel und bei rechter Kälte sogar noch ein Paar Filzschuhe darüber getragen hätte (Fontane, Ellernklipp, 1881). - „Heda, Herr Schlappenpech!“ rief Willwischen, „was hat der König bestellt?“ – „Tanzschuhe und Sammetstiefel für den Herrn von Hüpfenstich,“ sagte er (Brentano, Das Märchen von dem Baron von Hüpfenstich, 1805-11).

Widderhautstiefel   „Stiefel aus Widderleder“

Quelle: Da werden ihm nun gar verführerische Geschenke angeboten; jedoch weder die Widderhautsstiefel, die so gut am Beine sitzen würden, noch die güldenen Sporen, die man so hübsch daranschnallen kann, noch das weißseidne Hemd, das die Elfenkönigin selber mit Mondschein gebleicht hat, nicht mal die silberne Schärpe, die man ihm ebenfalls so kostbar anrühmt, nichts kann ihn bestimmen, in den Elfenreigen einzutreten (Heine, Elementargeister, 1837).

Zeugstiefel   „Stiefel aus gewalktem Stoff“

Quelle: Die Bodennässe drang empfindlich durch die dünnen Zeugstiefelchen (Marlitt, Die Frau mit den Karfunkelsteinen, 1885).

substantivisches Determinativkompositum mit Meronymbezeichnung als Vorderglied
Absatzstiefel   „mit einem Absatz versehener Stiefel“

Quelle: Pantoffeln seien ebensowenig gestattet als knarrende Absatzstiefeln (York, Lebenskunst, 1893). - Bei den letzten Worten war es Ulrich, als zertrete der schwere Absatzstiefel des Hüttenmeisters sein Haupt (Otto, Nürnberg, 1859).

Bundstiefel   „kurzer Stiefel“

Quelle: Er richtete das Haus sehr schön zusammen, und in dem Warengewölbe glänzten auf den Brettern die Schuhe, Bundstiefel und Stiefel (Stifter, Bergkristall, 1845).

Hackenstiefel   „Stiefel mit verstärktem Fersenteil“

Quelle: Und Lene dann mit mir als Tochter des Regiments. Ich sehe sie schon in kurzem Rock und Hackenstiefeln und ein Tönnchen auf dem Rücken (Fontane, Irrungen, Wirrungen, 1887).

Kappenstiefel   „Stiefel mit verstärkter Kappe“

Quelle: KRABBE in einem grünen Frack mit langen Schößen und großen Messingknöpfen, hellen Beinkleidern, mit Kappenstiefeln, schiebt sich in großer Verlegenheit zur Thür herein (Birch-Pfeiffer, Vatersorgen, 1849).

Kehlstiefel   „Stiefel mit in den Kniekehlen ausgeschnittenem Schaft“

Quelle: Der Kehlstiefel, des -s, plur. die -n, eine Art Stiefeln, woran die Schäfte oben nach den Kniekehlen ausgeschnitten sind (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v.).

Klappenstiefel   „Stiefel mit umklappbarem Schaft“

Quelle: Wer den Freiherrn einst in der Stattlichkeit der altfranzösischen Tracht gekannt hatte, dem konnte es nicht entgehen, daß sein Schritt jetzt in dem Klappenstiefel nicht mehr so wohlgemessen war, als in dem seidenen Strumpfe und in dem Schnallenschuh (Lewald, Von Geschlecht zu Geschlecht, 1864).

Krempstiefel   „bis zum Bauch reichender Fischer- und Flößerstiefel“

Quelle: Da kam mit einem Male ein stattlicher Schiffer auf ihn zu, mit grossen Krempstiefeln und einem Piejäcket (kurze Jacke) angethan, und auf dem Kopfe hatte er einen gewaltigen Südwester (Jahn, Volksmärchen aus Pommern und Rügen, 1891). - Ueberall treten die Krausen und das verhüllende Wamms und Leibchen auf beim Bauer wie beim Bürger, Schulterpuffen, die Kniehose und der gestrickte Strumpf, das kurze Röckchen der Frauen, glatt oder in enge Falten gelegt, der Hals- oder Brustkoller, die Schürze, die langen Flechten, die den Fuß bedeckenden Schuhe oder statt derselben bei den Männern der hohe Krämpstiefel, welcher in der nächsten Periode zu hohen Ehren gelangen sollte (Falke, Die deutsche Trachten- und Modenwelt, 1858).

Röhrenstiefel   „Stiefel mit langer Röhre“

Quelle: Er war in schwarzem Gehrock und gewichsten Röhrenstiefeln (Rosegger, Waldheimat, 1877).

Rohrstiefel   „Stiefel mit langer Röhre“

Quelle: Er trug Rohrstiefel, einen Staubmantel von Glanztaffet und einen breitkrempigen Hut (Busch, Der Schmetterling, 1895).

Schaftstiefel   „Stiefel mit langem Schaft“

Quelle: Er trug ein ledernes Wams, welches ihm wie ein kurzer Mantel faltenreich von den schmalen Schultern hing, dazu enge Lederhosen, welche seine Storchbeine fest umschlossen, halbhohe Schaftstiefel und einen Strohhut (May, Der schwarze Mustang, 1896-97).

Schnabelstiefel   „Stiefel mit schnabelförmiger Spitze“

Quelle: warum könnte nicht unsern Zeiten der Fang zufallen, daß ihnen das Glück einen Incroyable mit pulsierenden Hutkrempen und Schnabelstiefeln und fleischernen Kravatten-Zacken bescherte? (Jean Paul, Dr. Katzenbergers Badereise, 1809).

Sporenstiefel   „mit Sporen versehener Reiter- und Soldatenstiefel“

Quelle: Ein deutscher Edelmann hätte unter denselben Umständen ebenfalls zum Schusterhandwerk seine Zuflucht genommen, aber er hätte sich gewiß nicht so heiter in sein ledernes Schicksal gefügt, und er würde sich jedenfalls auf männliche Stiefel gelegt haben, auf schwere Sporenstiefel, die an den alten Ritterstand erinnern (Heine, Lutetia, 1854). - So müßte zum Beispiel gegenwärtiger Verfasser – steckte man ihn in dieser Minute zur Probe in Königsmäntel, in Krönungsstrümpfe, in Sporenstiefel, unter Kurhüte –, auf solche Weise verziert, die Feder weglegen und verstopft aufstehen, ohne den Nachmittag zu Ende gemalt zu haben (Jean Paul, Flegeljahre, 1804-05).

Stulpenstiefel   „Stiefel mit breiten Umschlägen am Schaft“

Quelle: Er hatte seinen Anzug gewechselt, trug kurze Beinkleider und Stulpenstiefel, eine Jockeimütze auf dem Kopf und eine Reitgerte in der Hand (Freytag, Soll und Haben, 1855). - Ja ich stand schon am Tische und sah, daß Offiziere, die auf Ehre hielten, den Degen von der Wand oder Hüfte nahmen und damit dem Stiefelwichser, der sein Geld wollte, es in gedachter antiquarischer Rechenmünze – und schon bei den tapfern Spartern waren Waffen zugleich Münzen – wirklich hinzahlten, wobei noch dazu der Mann viel besser gewichset wurde als die meisten Stulpenstiefel, wofür er einfoderte (Jean Paul, Blumen-, Frucht- und Dornenstücke, 1796-97).

Stulpstiefel   „Stiefel mit breiten Umschlägen am Schaft“

Quelle: In den Kohlengruben bei Scherben in der Nähe von Halle zeigt sich oft ein Berggeist, der trägt große Stulpstiefel, gelbe lederne Hosen und Blechhandschuhe (Kuhn, Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche, 1848).

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied
Bauernstiefel   „Stiefel für Bauern“

Quelle: Achtzig Paar Bauernstiefel müssen binnen zwei Stunden in aller Stille ankommen (Freytag, Die Ahnen, 1872-80). - Im Ital. ist Usatto ein Bauernstiefel, kurzer Stiefel (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Hose (2)).

Bauerstiefel   „Stiefel für Bauern“

Quelle: die alten Bauerstiefel trampelten auf dem Pflaster wie eine Ramme, bis sich das Übermaß des Weines Luft machte und einer über sein Mädchen, der andere über einen Misthaufen fiel (A.v. Arnim, Die Kronenwächter, 1817).

Bräutigamsstiefel   „Stiefel für einen Bräutigam“

Quelle: In keinem Geschuh geht sich's so gut als in Bräutigamsstiefeln. (Wend. Lausitz.) (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1867, s.v. Geschuh).

Brautstiefel   „Stiefel für eine Braut“

Quelle: Dies sind Ihre Brautstiefeln (Freytag, Die verlorene Handschrift, 1864).

Damenstiefel   „Stiefel für Damen“

Quelle: Nimmt einen Damenstiefel und setzt sich wieder an die Arbeit (L’Arronge, Mein Leopold, 1876).

Fischerstiefel   „langer Stiefel für Fischer“

Quelle: Als er eine kurze Weile hier gesessen, vernahm er, wie Etwas mit schweren Tritten zum Strande hinabkam, gerade so, als wäre er's selbst, wenn er in seinen großen einherging (Poestion, Lappländische Märchen, Volkssagen, Räthsel und Sprichwörter, 1886). - Zwischen Codroipo und Valvasone ging ich über den Tagliamento in vier Stationen, auf dem Rücken eines großen, ehrenfesten Charons, der seine langen FischerstiefelnFischerstiefeln bis an die Taille hinaufzog (Seume, Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802, 1803).

Flößerstiefel   „Stiefel für Flößer“

Quelle: Bis wir zuletzt an Kühnheit mit dem sichern Mann / Wetteiferten, da dieser Urwelts-Göttersohn / In Flößerstiefeln vom Gebirg zum Himmel sich / Verstieg (Mörike, Erbauliche Betrachtung, 1847).

Flözerstiefel   „Stiefel für Flößer“

Quelle: sein Herr wollte ihm zum Dank ein Paar Flözerstiefeln schenken (Hauff, Märchen-Almanach auf das Jahr 1828, 1828).

Frauenstiefel   „Stiefel für Frauen“

Quelle: Ein bar gekelter Frawenstiefel / zwo spannen lang (Fritsch, Tractatus Nomico-Politicus, 1669).

Herrenstiefel   „Stiefel für Männer“

Quelle: Nein, nein, es ist die Spur von einem feinen Herrenstiefel (Devrient, Die Gunst des Augenblicks, 1836).

Husarenstiefel   „Stiefel für Husaren“

Quelle: Bei den Husarenstiefeln sind die Schäfte oben bogenförmig ausgeschnitten u. vorn mit einer Quaste versehen (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefel [1]). - Bey den Schustern, Stiefeln mit kurzen Schäften, dergleichen die Husarenstiefeln sind (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v. Beinstiefel).

Indianerstiefel   „Stiefel für Indianer“

Quelle: Aus dieser mehr als zulänglichen Umhüllung guckten zwei dürre, sichelkrumme Beine hervor, welche in ausgefransten Leggins staken, die so hochbetagt waren, daß sie das Männchen schon vor einem Jahrzehnt ausgewachsen haben mußte und dabei einen umfassenden Blick auf ein Paar Indianerstiefel gestatteten, in welche zur Noth der Besitzer in voller Person hätte Platz finden können (May, Old Firehand, 1875).

Jägerstiefel   „Stiefel für Jäger“

Quelle: Denn wenn zu Fuß wir gehen in Jägerstiefeln und Sporn, / Verwickeln wir uns schmählich in Buschwerk, Gras und Dorn (Grün, Die Wallfahrt, 1830).

Knabenstiefel   „Stiefel für Knaben“

Quelle: Ganz häßlich war unsere Kinder- und Arbeitsstube mit dem unaustilgbaren Geruch von rindsledernen Knabenstiefeln (Dohm, Schicksale einer Seele, 1899).

Kurierstiefel   „Stiefel für Kuriere“

Quelle: Der C. ist in Reitcostüm mit steifen Stiefeln (Courierstiefeln) u. kurzstieliger u. langschnuriger Peitsche (Pierer's Universal-Lexikon, 1858, s.v. Courier [1]). - Die Knaben saßen in einem Winkel des Zimmers, oder lagen vielmehr auf den Stühlen, scharrten mit den Füßen, schritten wie mit Courirstiefeln durchs Zimmer, ächzten aus Langerweile (Huber, Alte Zeit und neue Zeit, 1823).

Männerstiefel   „Stiefel für Männer“

Quelle: Das kommt aber daher, wenn man die lieben Sternlein andeclamirt und nach ein Paar alten abgesetzten Männerstiefeln schmachtet (May, Ziege oder Bock, 1879).

Mannsstiefel   „Stiefel für Männer“

Quelle: aber man kann nicht sagen, daß dies viel half, fast im Gegenteil, weil die Mannsstiefel, die die Runtschen bei solchem Wetter trug, in einem beleidigenden Gegensatze zu der weißen Schürze standen (Fontane, Mathilde Möhring, 1891).

Matrosenstiefel   „Stiefel für Matrosen“

Quelle: Hohe Matrosenstiefel, damals ein sehr gesuchter Artikel und in Balaclawa mit dem fünffachen Preise bezahlt, reichten bis über die Mitte der Schenkel (Goedsche, Sebastopol, 1855-57).

Mercurstiefel   „gefiederter Reisestiefel des römischen Gottes Mercur“

Quelle: Bei der Art, wie Perseus mit seinen Mercurstiefeln aufs Theater angeflogen kam, hätten die Kenner wohl wünschen mögen, daß man die Stricke, in denen er hing, luftfarbig angestrichen hätte, damit sie nicht so gar deutlich in die Augen gefallen wären (Wieland, Geschichte der Abderiten, 1774).

Podagristenstiefel   „ausgeleierter Stiefel eines Gichtkranken“

Quelle: Aus Gewohnheit hatte er sich aber nicht von der eng anschließenden Zopfperücke mit kleinen Löckchen, aus Bedürfnis nicht von den filznen Podagristenstiefeln trennen können (E.T.A. Hoffmann, Das steinerne Herz, 1817). - Ein einfarbiger Schlafrock mit dem Gürtel, eine weiße Federmütze, mit einer bunten Schleife; ein weißes Halstuch mit langen Zipfeln; breite, steife Manschetten; ein buntseidenes Schnupftuch am Gürtel hangend; schwarze Podagristenstiefeln (Gotter, Die Erbschleicher, 1789).

Postillionsstiefel   „Stiefel für Postillone“

Quelle: denn ich wäre so recht ein Mann, den man in allen Fächern gebrauchen könnte, sintemal ich die lateinischen Deklinationen sehr gut von den Konjugationen unterscheiden kann und nicht so leicht wie andre Leute einen preußischen Postillionsstiefel für eine etruskische Vase ansehe (Heine, Das Buch Le Grand, 1827).

Reiterstiefel   „langer Stiefel für Reiter“

Quelle: Reiterstiefeln (bei den Studenten Kanonen), steife Stiefeln von gebranntem Leder, welche bis über die Knie gehen (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v.). - Hinderten mich auch die schweren Reiterstiefel, die ich nicht Zeit hatte von den Füßen abzustreifen, sehr an der Flucht, so kam ich doch glücklich bis in die Bude des Spielsachenkrämers (E.T.A. Hoffmann, Meister Floh, 1822).

Riesenstiefel   „sehr großer Stiefel“

Quelle: Daß Sam Hawkens mit seinen Riesenstiefeln so geräuschlos auftrat wie ein Sperling im Grase, das war geradezu unbegreiflich (May, Der Oelprinz, 1893-94). - Am meisten zog ihn und seine Bewunderung ein herumrutschender Riesenstiefel an (Jean Paul, Flegeljahre, 1804-05).

Ritterstiefel   „Stiefel für Ritter“

Quelle: Kunz hob Maxens Stiefel empor, legte den einen der gewaltigen Ritterstiefel von unbeschreiblicher Last auf Elisabeth's weiße Arme, den andern gab er Frau Tucher (Otto, Nürnberg, 1859). - Thummius wil alle Tage sich in Ritterstieffeln weisen; / Denn er pflegt durch Stub und Kammer täglich auß und ein zu reisen (Logau, Sinngedichte, 1654).

Schifferstiefel   „Stiefel für Schiffer“

Quelle: ein jüngerer Mann in hohen Schifferstiefeln hatte sich von seinem Stuhl erhoben (Raabe, Der Hungerpastor, 1863-64).

Soldatenstiefel   „Stiefel für Soldaten“

Quelle: und selbst das Matrosenweib in ihrer alten Schubeika und den Soldatenstiefeln schreitet keck und unbekümmert um die feindlichen Kugeln nach der Bastion (Goedsche, Sebastopol, 1855-57).

Stallmeisterstiefel   „Stiefel für Stallmeister“

Quelle: Franzos und Curländer reimen sich, als Chapeaubashütchen und Stallmeisterstiefel, als Sonnenschirm und Jagdtasche (Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie, 1778-81).

Suwarowstiefel   „durch den russischen General Suwarow (1730-1800) in Mode gekommener Solatenstiefel“

Quelle: Denn eines Tages geschah es, daß das ganze Dorf in große Bewegung gesetzt wurde durch die Ankunft eines schönen, schlanken Mannes, der einen feinen grünen Frack trug nach dem neusten Schnitte, enganliegende weiße Beinkleider und glänzende Suwarowstiefeln mit gelben Stulpen (Keller, Der grüne Heinrich: Erste Fassung, 1853-55).

Teutonenstiefel   „Stiefel von Deutschen“
substantivisches Klammerkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied
Gichtstiefel   „ausgeleierter Stiefel eines Gichtkranken“

Quelle: Mit dem Gichtstiefel und der Hopsertruhe bin ich für das ganze hochlöbliche Kurfürstenthum Hannover vollständig unkenntlich gemacht (May, Fürst und Leiermann, 1881). - Zur Semantik vgl. auch Podagristenstiefel.

Seestiefel   „Stiefel für Seeleute“

Quelle: allein uns kam das ganz recht, denn wir waren ununterbrochen so lange von Wind und Wetter unsanft umhergestoßen worden, daß wir es uns gern gefallen ließen, nicht bei jedem Schritte nach einem Gegenstande zum Festhalten zu suchen, die Regenjacke aus geölter Leinwand, den Südwester und die schweren Seestiefel bei Seite legen zu können (Werner, Erinnerungen und Bilder aus dem Seeleben, 1880).

Seifenstiefel   „Arbeitsstiefel für Seifensieder“

Quelle: Seifenstiefeln, große Stiefeln, welche die Seifner in den Seifenwerken anziehen (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Verwendungszwecks oder -anlasses als Vorderglied
Arbeitsstiefel   „grobe Stiefel für die Arbeit“

Quelle: Auch die Vordersohlen von Arbeitsschuhen od. Arbeitsstiefeln beschlägt man wohl mit Zwecken (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Schuhmacher [1]).

Armeestiefel   „Stiefel eines Soldaten“

Quelle: Es war ein Lastwagen, der mit großen Holzkisten und Koffern, wohl zwölf bis fünfzehn ihrer Zahl nach, bepackt war, welche die gesamte Bibliothek, die sonstige Reiseausrüstung und zwei Kisten mit etwa hundert Paar englischer mit Nägeln beschlagener Armeestiefel John Fishers enthielten (Brugsch, Mein Leben und mein Wandern, 1894).

Gebirgsstiefel   „grober Stiefel für Bergwanderungen“

Quelle: Ich dachte, da dürfe ich ja gar nicht aufstehen und auf der Sache herum gehen, besonders wenn ich die Nägel in Anschlag brachte, mit denen meine Gebirgsstiefel beschlagen waren (Stifter, Der Nachsommer, 1857).

Hausstiefel   „Stiefel, den man im Haus trägt“

Quelle: Der Graf trug ein kurzes, militärisches, weißes Hauscollet mit einer leichten Paspoilirung von Rosaschnüren an der Brust, an den Achseln und Aermeln; lange eng anliegende blaue Beinkleider, unten mit einem Besatz von glänzend lakirtem schwarzem Leder, das gegen Hausstiefel von bunter russischer Lederstickerei grell abstach (Gutzkow, Der Zauberer von Rom, 1858-61).

Heiratsstiefel   „eleganter Stiefel, den man bei der Hochzeit trägt“

Quelle: ich glich jetzt allerdings mehr einem Beduinen vom berühmten Stamme der Uëlad Sliman als einem civilisirten Jünger Aesculaps, der in den Heirathsstiefeln umherspaziert (May, Leïlet, 1876).

Hochzeitsstiefel   „eleganter Stiefel, den man bei der Hochzeit trägt“

Quelle: Der Bräutigam wurde unruhig, ließ sich aber vorerst noch durch die Einsicht beschwichtigen, daß er wirklich ein schlechter und schrecklich ungeschickter Tänzer war, dessen floßförmige Hochzeitsstiefel jede zierliche Fußspitze schwer bedrohten (Ganghofer, Schloß Hubertus, 1895).

Jagdstiefel   „Stiefel für die Jagd“

Quelle: Jagdstiefeln sind meist von starkem Juchtenleder, u. die rothe Seite meist nach außen gekehrt; sie reichen bis an die halben Dickbeine, lassen sich aber bis unter das Knie herabschlagen (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefel [1]).

Kavalleriestiefel   „Stiefel für die Kavallerie“

Quelle: Höchst anständig präsentirten sich in ihrer Erscheinung die beiden Reiter: Perrot in buntfarbigem Leinenhemd und weissleinenen Beinkleidern, vom Hut bis zu den Kavalleriestiefeln adrett und nett und militärisch, und Januario mit seinem feierlichen schwarzbraunen verrunzelten Gesicht über dem weissen Stehkragen (Steinen, Unter den Naturvölkern Zentral-Brasiliens, 1894).

Kommissstiefel   „Stiefel für Soldaten“

Quelle: Und worin bestand meine Fracht? In lauter Kommißstiefeln, je paarweise zusammengenäht (Nettelbeck, Eine Lebensbeschreibung, von ihm selbst aufgezeichnet, 1821-23).

Militärstiefel   „Stiefel für Soldaten“

Quelle: und das Feuer, das wir bis dahin, wenn's irgendwo mal brannte, mit unseren Militärstiefeln leicht ausgetreten hatten, das brannte jetzt durch ganz Österreich hin (Fontane, Graf Petöfy, 1884).

Morgenstiefel   „Stiefel, den man morgens zuhause trägt“

Quelle: Er war mit einem einfarbigen grünen sammetnen Morgenrock bekleidet, welcher durch eine dicke Seidenschnur von gleicher Farbe um den Leib gehalten, bis auf die feinen Morgenstiefel herabfiel (Aston, Lydia, 1848).

Promenadestiefel   „eleganter Stiefel zum Spazierengehen“

Quelle: Er trug, wie auch ich damals, ein leichtes Ränzchen auf dem Rücken, den Alpenstock in der Hand, und einen soliden, für Bergreisen klassischen Anzug, der allerdings einen so großen Kontrast mit meinen Londner Promenadestiefeln, steifer Halsbinde und engem frockcoat abgab, als seine Jugendfrische mit meinem, in der Stadt vergelbten, Gesichte (Pückler-Muskau, Briefe eines Verstorbenen, 1830).

Reisestiefel   „Stiefel, den man auf Reisen trägt“

Quelle: Die Reisestiefel seinerzeit dankend erhalten (Busch, Brief an Familie Hess, 1878). - Es war ihm, als hätten die Gesellen mit ihren schmutzigen Reisestiefeln auf einmal einen köstlichen Teppich umgeschlagen (Eichendorff, Dichter und ihre Gesellen, 1834).

Reitstiefel   „langer Stiefel zum Reiten“

Quelle: Die Beinkleider waren ehedem bei Dragonern u. Kürassieren eng u. von Leder u. darüber wurden steife Reitstiefeln getragen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Cavallerie). - Der Reitstiefel, des -s, plur. ut nom. sing. große starke Stiefeln mit steifen Stulpen zum Reiten (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v.). - Da sind Pistolen; da sind große Reitstiefel; da sind Spornen (J.E. Schlegel, Der geschäftige Müßiggänger, 1743). - Reitstiefel von geschmierten Leder mit absetzen und pfundsohlen 2 fl. in 2 fl. 6 gr (Frisch, Tractatus Nomico-Politicus, 1669).

Schlittschuhstiefel   „Stiefel zum Schlittschuhlaufen“

Quelle: Ebba, das Kleid geschürzt und in hohen Schlittschuhstiefeln, trug eine schottische Mütze, deren Bänder im Winde flatterten (Fontane, Unwiederbringlich, 1891).

Schneestiefel   „dicker, wasserdichter Winterstiefel“

Quelle: Er fährt in die dicken, warmen Schneestiefeln, läßt sich die Mützenklappen über die Ohren binden und schmunzelt behaglich, als sie ihm den Pelz an die Arme schiebt (May, Die verhängnißvolle Neujahrsnacht, 1877).

Sonntagsstiefel   „eleganter Stiefel, die man am Sonntag trägt“

Quelle: -Den Michel traf die Vorladung, als er gerade einem alten Gaul „seine Sonntagsstiefel schmierte“, so hieß er nämlich das Aufputzen der Hufe (Auerbach, Schwarzwälder Dorfgeschichten, 1843-61).

Tanzstiefel   „eleganter Stiefel zum Tanzen“

Quelle: Tannhäuser zieht den schwarzen Frack an und die gefirnißten Tanzstiefel und vertanzt sich das gebrochene Herz (Gutzkow, Der Zauberer von Rom, 1858-61).

Wasserstiefel   „wasserdichter, langer Fischerstiefel“

Quelle: Wasserstiefeln, Stiefeln von gutem Leder (bes. russischem Juchtenleder) u. mit Sorgfalt genäht, so daß das Wasser nicht so leicht hindurchdringt: sie gehen bisweilen über die Knie heraus (Pierer's Universal-Lexikon, 1864, s.v.). - Der Wasserstiefel, des -s, plur. die -n, lange, weite Stiefeln, damit in dem Wasser zu gehen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.).

Wegstiefel   „derber Reisestiefel“

Quelle: Mancher alte Frack und bequeme Wegstiefel bewegte sich im Tacte (Freytag, Die verlorene Handschrift, 1864).

Werktagsstiefel   „derber Arbeitsstiefel“

Quelle: Ich hatte an meinem Stocke auch noch ein paar Stiefel hängen, die Werktagsstiefel, die ich in der Woche auf der Ster beim Donatbauer angehabt hatte (Rosegger, Waldheimat, 1877).

Winterstiefel   „warmer, wasserfester Stiefel“

Quelle: Ey heilige Dam! man kann den Schnabel nicht mit Kuhmist heitzen, ohne sich Winterstiefel zu kaufen (Weerth, Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski, 1849).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Vorderglied
Beinstiefel   „Stiefel mit kurzem Schaft“

Quelle: Beinstiefeln, 1) Stiefeln mit kurzen Schäften (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v.). - Der Beinstiefel, des -s, plur. die -n. [...] Bey den Schustern, Stiefeln mit kurzen Schäften, dergleichen die Husarenstiefeln sind (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

Kniestiefel   „bis zum Knie oder darüber reichende Stiefel“

Quelle: Wenn Sie sich meinen Alten halb so groß denken, als er ist, und dünn statt dick, und mit einer kleinen Stumpfnase statt einer großen Nase, und mit einem länglichen Gesicht statt einem runden, und mit einem eselsfarbenen Rock und ohne Lederschürze, dafür mit zwei hohen Kniestiefeln, so haben Sie ganz meinen Onkel (Freytag, Soll und Haben, 1855).

Wadenstiefel   „bis zur Wade reichender Stiefel“

Quelle: Und eilte die Treppe hinauf nach dem zweiten Stock in seine Mansardenkammer, verriegelte die Tür und zog sich gemächlich um, ohne sich im mindesten zu sputen. Knappe Lederhosen, gespornte Wadenstiefel, Samtwams und eine dunkelblaue Halsbinde, die er kunstgerecht zu einer losen Schleife schürzte (Spitteler, Conrad der Leutnant, 1898).

Beinstiefel   „Beinschrauben, ein Folterinstrument“

Quelle: Beinstiefeln, [...] (Beinstöcke), so v.w. Beinschrauben (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v.). - Der Beinstiefel, des -s, plur. die -n. 1) Eine Art der Folter; am häufigsten im Plural (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungsbezeichnung als Vorglied
Bruchstiefel   „langer, in eine Art Hose übergehender Stiefel“

Quelle: Inzwischen hatte sich Kunicke zurechtgemacht und war erst in hohe Bruchstiefel und dann in einen dicken graugrünen Flausrock hineingefahren (Fontane, Unterm Birnbaum, 1885).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung eines Modestils als Vorderglied
Alamodostiefel   „der aktuellen Mode entsprechender Stiefel“

Quelle: welches geschehen / und ein Knäblein einer wunderbahren Grösse einem Kinde von dreyen Jahren fast gleich gefundē worden / so auffm Häupt eine Coßquet / am Leibe Waffen / an den Beinen weite Alamodo Stieffeln gehabt / alles von subtiler Haut wie Papier / daß man es füglich hat abziehen können (Praetorius, Anthropodemus plutonicus, 1666-67).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung der Fertigungsart als Vorderglied
Rahmenstiefel   „auf einem Rahmen genähter Stiefel“

Quelle: Streifen Rindsleder, welche bei manchen Schuhen u. Stiefeln (Rahmenschuh, Rahmenstiefeln), auf die Brandsohle u. an das Oberleder genäht werden, um an diese Streifen nun die eigentliche Sohle anzunähen (Pierer's Universal-Lexikon, 1861, s.v. Rahmen [1]).

Stiftstiefel   „mit Stiften gefertigter Stiefel“

Quelle: Die auf diese Weise gefertigten Stiftstiefeln erhalten keinen Rahmen u. das Oberleder mit Brand- od. Hauptsohle, zwischen welche eine Einlage von Abfallleder zu liegen kommt, wird statt durch Pechdraht durch zwei, im Gelenk durch drei Reihen vierkantiger, kleiner, auf einer Maschine aus Buche, Ahorn, Rüster w. geschnittener Stifte verbunden (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Schumacher).

substantivisches Determinativkompositum mit Distanzbezeichnung als Vorderglied
Meilenstiefel   „Zauberstiefel im Märchen, mit dem man mit einem Schritt große Strecken zurücklegen kann“

Quelle: Hausgeister, den Zwergen u. Elfen ähnlich, mit rothem, spitzigem, unsichtbar machendem Hut u. Meilenstiefeln (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Kobolde). - Augenblicklich zog sie die Meilenstiefel an und begab sich auf die Reise (Stahl, Fabeln, Mährchen und Erzählungen für Kinder, 1818). - Noch dazu legt' er seinen Augen Meilenstiefel an und lief über die ganze, sich hier bäumende, dort sich bückende, hier leuchtende, dort schattende Landschaft (Jean Paul, Hesperus, 1795).

Siebenmeilenstiefel   „Zauberstiefel im Märchen, mit dem man mit einem Schritt große Strecken zurücklegen kann“

Quelle: Siebenmeilenstiefel, im Märchen Stiefel, in denen man mit jedem Schritt 7 Ml. macht (Herders Conversations-Lexikon, 1857, s.v.).

ornatives substantivisches Determinativkompositum
Dreckstiefel   „schmutzige Stiefel“

Quelle: Die Spatziergänge haben Dreckstiefel im Gefolge (Busch, Brief an Johanna Keßler, 1877).

Firnissstiefel   „gewichster Stiefel“

Quelle: da verschwindet plötzlich der Tänzer und beide wissen nicht, war es ein absichtlicher oder unabsichtlicher Entrechat, nach dem die beiden Firnißstiefel plötzlich aufhörten in der Sonne zu glitzern (Gutzkow, Der Zauberer von Rom, 1858-61).

Glanzstiefel   „glänzend polierter Stiefel“

Quelle: er hat für mich ungefähr denselben Wert, wie ein Paar gute Glanzstiefel und neue Glacéhandschuhe (Freytag, Soll und Haben, 1855).

Teerstiefel   „geteerter Stiefel“

Quelle: Nach dieser Antwort lief er so eilig als möglich mit den knasternden Theerstiefeln in die nächste Gasse (Willkomm, Die Europamüden, 1838).

Transtiefel   „mit Tran eingefetteter Stiefel“

Quelle: die hohen Thranstiefel erglänzten im Licht der Lampe (Spielhagen, Faustulus, 1898). - Wie nah darf man dem gnädigen Herrn mit Transtiefeln treten? (Hebbel, Der Diamant, 1847).

vergleichendes substantivisches Determinativkompositum
Kanonenstiefel   „Stiefel mit langer, kanonenrohrähnlichem Schaft“

Quelle: er trägt einen schwarzen Sammetrock mit Schnüren, sehr elegant, eine rothe Mütze, einen Schleppsäbel, Kanonenstiefel, ein Bändchen, schwarz-roth-gold, um den Hals, großen Bart und herabwallendes Haar (Birch-Pfeiffer, Vatersorgen, 1849). - Die alte, in das Wesen der Studenten selbst verwebte Renommisterey hat beynahe völlig aufgehört, und selten sieht man noch auffallende Kleiderfratzen, Stürmer, Uniformen, Canonenstiefel u. d. gl. (Laukhard, F. C. Laukhards Leben und Schicksale, 1802).

Kernstiefel   „guter Stiefel“

Quelle: Eine Stunde, nachdem zwischen den Potentaten der Friede geschlossen ist, sollen Sie dreißig Paar haben, Kernstiefel, meine eigene Arbeit (Freytag, Die Ahnen, 1872-80).

Pistolenstiefel   „Stiefel mit knielangem Schaft“

Quelle: Schon damals trug er meist einen Leibrock von schwarzem Stoff, eng anliegende Beinkleider, Jabot und weißes Halstuch und fast bis ans Knie reichende Pistolenstiefeln (v. Weber, Carl Maria von Weber, 1864-66).

Rabenstiefel   „schlechter Stiefel“

Quelle: meine Ferse ist wund gerieben. Ich wollte, der Schuster wäre nie geboren worden, der diese Rabenstiefeln gemacht hat (Raupach, Kritik und Antikritik, 1827).

substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis als Vorderglied
Zugstiefel   „Stiefel mit gewalkten, enganliegenden Schäften“

Quelle: Zugstiefeln, Stiefeln, deren Schäfte (Zugschäfte) von gewalktem, geschmeidigem Leder verfertigt sind u. die sich daher glatt an den Unterschenkel anlegen (Pierer's Universal-Lexikon, 1865, s.v.). - Der Zugstiefel, des -s, plur. die -n, Stiefeln, deren Schäfte bis an die Wade gewalkt sind, welche sich folglich nach dem Fuße ziehen lassen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
Aufschlagestiefel   „Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“

Quelle: Der dicke Jemmy begann, seine großen Aufschlagestiefeln auszuziehen (May, Der Sohn des Bärenjägers, 1887).

Aufziehstiefel   „Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“

Quelle: denn die wohlgeschmierten Aufziehstiefel, welche die ganze Länge seiner Beine bedeckten, waren bis über die Kniee herauf mit Staub und Schmutz bedeckt (May, Die drei Feldmarschalls, 1878).

Klappstiefel   „Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“

Quelle: Sein ungepudertes Haar wallte ihm frei um den Nacken, das erbsenfarbene Beinkleid und die niedrigen Klappstiefel zeigten, wie gut er gewachsen sei (Lewald, Von Geschlecht zu Geschlecht, 1864). - ich höre noch sein warnendes, ängstliches Geschrei, als ich mit lüsternem Verlangen die schönen, neuen Klappstiefeln anblickte (E.T.A. Hoffmann, Kreisleriana, 1814-15).

Knöpfstiefel   „Stiefel, der mit Knöpfen geschlossen wird“

Quelle: Dazwischen trippelten die Backfische mit hohen Knöpfstiefeln und lang herabhängendem Haar (Fontane, Quitt, 1890).

Schlappstiefel   „lose sitzender Stiefel mit herabhängendem Schaft“

Quelle: er trug weite Schlappstiefeln mit seidenen Troddeln vorn (Immermann, Münchhausen, 1838-39).

Schmierstiefel   „großer Stiefel, der nur geschmiert, aber nicht gewichst wird“

Quelle: Währenddes war der Professor schon mit beiden Füßen in ein Paar dicke Schmierstiefeln gefahren (Eichendorff, Auch ich war in Arkadien, 1832).

Schnürstiefel   „Stiefel, der mit Schnüren geschlossen wird“

Quelle: Schnürstiefeln, Halbstiefeln, welche vorn bis in die Fußkehle od. an der inneren Seite aufgeschnitten u. mit Schnürlöchern versehen sind, um zugeschnürt werden zu können. Sie werden von Kalbleder od. Saffian, wollenem od. baumwollenem Zeuge gemacht u. oben wohl mit Fransen od. Pelzwerk eingefaßt (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v.). - Lange gestrickte Beinkleider und ein Paar Schnürstiefeln schienen die wahre Tracht eines Fußgängers (Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795-96).

Überziehstiefel   „Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“

Quelle: Gegenwärtig tragen die Husaren Czacko's und in den meisten Armeen lange, über die Stiefeln gehende Reitbeinkleider; früher dagegen hatten sie eigne hohe und spitzige Husarenmützen, an denen ein Flügel abgeknöpft werden konnte, der herabhängend Kopf und Nacken gegen Säbelhiebe deckte, sowie enge Hosen und enge ungar. Überziehstiefeln (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1838, s.v. Husaren).

Schröpfstiefel   „Glaszylinder zum Schröpfen am Bein“

Quelle: In gleicher Weise kann man die Gefässfülle aller übrigen Theile mindern, wenn man durch Anlegung einer Saugpumpe um ein Glied, z. B. durch Anbringung des sog. Schröpfstiefels, den Luftdruck auf dieses Glied herabsetzt (Ludwig, Lehrbuch der Physiologie des Menschen, 1856).

substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Vorderglied
Halbstiefel   „bis zur Wade reichender Stiefel“

Quelle: der einfache Bundschuh wurde zum höher geschnittenen Halbstiefel (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Tracht). - Der Halbstiefel, des -s, plur. die -n, kurze Stiefeln, welche nur bis an die Waden, oder nahe über die Waden gehen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v.). - Will uns Homer zeigen, wie Agamemnon bekleidet gewesen, so muß sich der König vor unsern Augen seine völlige Kleidung Stück vor Stück umtun; das weiche Unterkleid, den großen Mantel, die schönen Halbstiefeln, den Degen (Lessing, Laokoon, 1766).

Steifstiefel   „Stiefel mit steifer Röhre“

Quelle: Gelbes Gesicht, weißlederne Hosen, dünnes schwarzes Haar, grüner Oberrock, dicker, kurzer, gedrungener Wuchs, hohe schwarze Steifstiefel, ein lächerlich kleiner Hut – für den Vater war er, da ihn dieser in Tilsit auf der Memel mit den von Gottes Gnaden eingesetzten Kaisern und Königen ganz vertraulich hatte verkehren sehen, beinahe schon eine Respektsperson geworden (Gutzkow, Aus der Knabenzeit, 1852). - „Hier“, sagte Vult, „liegt der menschenhassende Meinau aus Kotzebues Menschenhaß und Reue auf dem Stuhl“ und zeigte auf den feinsten Überrock, den Purzel für edle Bühnen-Charaktere gekehrt hatte, ferner einen langhaarigen Rundhut, gespornte Steifstiefel, drei Ellen lange Halsbinden für den Hals, um die Farben im Gesicht zu unterbinden, und seidene Unterkleider (Jean Paul, Flegeljahre, 1804-05).

Überstiefel   „über den Schuhen getragener Stiefel“

Quelle: Überstiefeln, 1) weite Stiefeln, welche man über engere hinwegzieht; 2) Stiefeln mit sehr hohen Schäften, deren oberster Theil bis über die Knie herausgeschlagen werden kann (Pierer's Universal-Lexikon, 1864, s.v.). - Mütze, Pelz, gefütterte Ueberstiefel und Muff gehören zur Winterbekleidung (Storch, Gemählde von St. Petersburg, 1794).

Überstiefel   „„Stiefel mit umklappbarem Aufschlag am Schaft“

Quelle: Überstiefeln, 1) weite Stiefeln, welche man über engere hinwegzieht; 2) Stiefeln mit sehr hohen Schäften, deren oberster Theil bis über die Knie herausgeschlagen werden kann (Pierer's Universal-Lexikon, 1864, s.v.).

substantivisches Determinativkompositum mit Instrumentbezeichnung als Vorderglied
Pfeifenstiefel   „Pfeifenstiel, in den der Pfeifenkopf gesteckt wird“

Quelle: ein Pfeifenkopf von Holz od. Meerschaum, welcher so eingerichtet ist, daß er in den Pfeifenstiefel gesteckt wird (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stummel).

Pumpenstiefel   „Zylinder einer mechanischen Pumpe“

Quelle: Einschließer, der obere Theil eines Pumpenstiefels, welcher sich nach oben trichterförmig erweitert (Pierer's Universal-Lexikon, 1858, s.v. Einschließer). - aber die ehebrechende Union und Truppe wurde unter die Stampfmühle und in die Kelter gebracht, oder ihr Saugwerke und Pumpenstiefel angelegt (Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 1793).

Spritzenstiefel   „Verbindungsstück einer Wasserspritze“

Quelle: Dies ist ein Schlauch, welcher mit dem Spritzenstiefel in Verbindung steht u. mit dem andern Ende in nahes Wasser gehängt wird, wodurch sich die Spritze selbst das nöthige Wasser einsaugt (Pierer's Universal-Lexikon, 1858, s.v. Feuerspritze).

substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Vorderglied
Kuckucksstiefel   „Gelber Frauenschuh, Cypripedium calceolus“

Quelle: Kukuksstiefel, ist Cypripedium calceolus (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v.).

Frühneuhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied
baurenstifel   „Stiefel eines Bauern“

Quelle: Stulpo: baurenstiffel (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

brautstifelchen   „eleganter Stiefel einer Braut“

Quelle: Solche nennet Babin Brodequin, das sind Brautstiffelchen (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Vorderglied
halsstifel   „eine Art Stiefel“

Quelle: und sol schneiden ain haut, darauʒ sol er machen ain par halsstiffel und ain par fraunschuoch knäuffelt (Das Stadtrecht von München, 1340), r. 447,6).

kniestifel   „Stiefel mit knielangem Schaft“

Quelle: Unnd weil damals schön steht Wetter war, ließ ihm sein Vatter blaue Kniestifel machen (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Verwendungszwecks oder -anlasses
winterstifel   „warmer, wasserfester Stiefel“

Quelle: O mein Freund, wer von solchem Leder Winterstifel het, der möcht getrost nach Ustern fischen, dann sie würden kein Wasser fangen (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
reutstifel   „Reitstiefel“

Quelle: O nein, sie kan on mich einer Milben ein par Reutstiffel anmachen (Fischart, Geschichtklitterung, 1575).

Mittelhochdeutsch

substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Vorderglied
halsstival   „langschäftiger Stiefel“
substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied
rîtstival   „Reitstiefel“

Eigentl. Bedeutung & ÜbertragungenInfo-Icon

Neuhochdeutsch

Substantivisches Determinativkompositum
Eisenstiefel   „rücksichtsloses Vorgehen“

Quelle: Die Eisenstiefel einer Partei, der ihre abgestorbene Ideologie mehr gilt als ein Menschenleben, sind auch durch Schleefs Biographie getrampelt (Die Zeit, 28.4.1989).

Substantivisches Possessivkompositum
Kommissstiefel   „grober Soldat, Militarist“

Quelle: General Clay konnte nicht teilnehmen und schickte seinen Stadtkommandanten, Oberst Howley. Der galt als Kommißstiefel (Die Zeit, 9.12.1998).

Phrasen
seinen   „immer nur das Altgewohnte machen“

Quelle: Was ich von den Fortbildungen weiß oder von Lehrkräften höre, machen viele Institute ihren alten Stiefel (Die Zeit, 28.10.2013).

etwas   „etwas ist ungeheuerlich“

Quelle: Die Roman-Übersetzung aber schlägt dem deutschen Leser an dieser Stelle tatsächlich die völlig idiotische Formulierung um die Ohren, daß das Paar losgehe, „die Stadt rot zu malen“. Das ist nicht nur zum Stiefelausziehen, es ist auch eine Rücksichtslosigkeit gegen Sinclair Lewis, der ein Dichter ist und verlangen kann, daß für seine Übersetzungen Dichter herangezogen werden und keine Holzhacker (Die Zeit, 23.1.1950).

Älteres Neuhochdeutsch

Simplex
Stiefel   „Teil der Orgelpfeife“

Quelle: Die Bestandtheile C) der Rohrpfeifen sind: a) der Stiefel (Büchse, Hofe), ein rundes od. viereckiges Rohr von Holz, welches den Pfeifenstoff umgibt u. in denselben zum Theil eingeleimt ist; kleine Pfeifen haben einen gemeinschaftlichen Klotz hierzu (Stiefelklotz) (Pierer's Universal-Lexikon, 1861, s.v. Orgel).

Stiefel   „stiefelförmiges Trinkglas“

Quelle: Seht / was man nicht erfindt! das ist ein Teutscher Durst / wo Stifeln Gläser sind (Birken, Die Fried-erfreuete Teutonje, 1652).

Substantivisches Determinativkompositum mit "Stiefel" als Vorderglied
Stiefelbalg   „grober Kerl“

Quelle: Schweig still, du alter Stiefelbalg, putz lieber die Nase, diesen garstigen Distillirkolben, was und wie beklagst du dich? (Abraham a Sancta Clara, Judas der Erzschelm, 1680).

Substantivisches Determinativkompositum mit "Stiefel" als Hinterglied
Missionsstiefel   „Vorgehensweise eines Menschen, der andere bekehren will“

Quelle: Das ist anspruchsvoll und überhebend, und da ich ein sehr bescheidenes Menschenkind bin und für Eure Selbstgerechtigkeit nicht den mindesten Sinn habe, so wird es am besten sein, Ihr schleicht in Euren frommen Missionsstiefeln sogleich weiter (May, Der Geist der Llano estakata, 1887-88).

Pechstiefel   „Falle“

Quelle: Sich in seinen eigenen Pechstiefeln fangen. „Wenn dem so wäre, so hätte Preussen sich im eigenen Pechstiefel gefangen.“ (Bresl. Zeitung, vom 31. März 1864, S. 841.) (Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1873, s.v.).

mit Siebenmeilenstiefeln (2)   „in großer Eile, schnurstracks“

Quelle: Und wenn ich schon nicht von ihm spreche – der arme Mensch rennt doch auch mit Siebenmeilenstiefeln in sein Unglück hinein (Ganghofer, Schloß Hubertus, 1895).

Siebenmeilenstiefel   „große Inspiration“

Quelle: Die Auffahrt und das Ketten-Gehenke an Pfeilern waren neue Siebenmeilenstiefel für seine Phantasie (Jean Paul, Flegeljahre, 1804-05).

Substantivisches Possessivkompositum mit "Stiefel" als Hinterglied
Kommissstiefel   „grober Soldat, Militarist“

Quelle: Wie könnt Ihr Euch unterstehen, von meinem Herrn so despektierlich zu reden, Ihr verrückter Kommisstiefel! (Freytag, Soll und Haben, 1855).

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Neuhochdeutsch

Kompositum
Stiefelabsatz   „Absatz eines Stiefels“

Quelle: Verdächtig sei auch, dass Hauser den Attentäter nur in dem kurzen Augenblick der Tat gesehen haben wollte, seine Kleidung aber noch bis zur Art der Stiefelabsätze ziemlich genau beschreiben konnte (http://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Hauser, gesehen am 5.2.2013). - Formstift (Absatzstift), Nagel von quadratischem Querschnitt, ohne Kopf, zum Einschlagen in Stiefelabsätze (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906, s.v. Formstift).

Stiefelboden   „Unterseite des Stiefels“

Quelle: Das für den Stiefelboden verwendete Material ist meist kräftiges, lohgares Sohlleder (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1909, s.v. Schuh [2]).

Stiefeleinsatz   „in einen Stiefel eingesetzter Teil“

Quelle: Im allgemeinen soll die Farbe des Schlipses mit der der Strümpfe und der Stiefeleinsätze harmonieren (Koebner, Der Gentleman, 1919).

Stiefeleisen   „Eisenbeschlag am Stiefelabsatz“

Quelle: Über ihm klappten die Stiefeleisen auf dem Stein der Stufen (Apitz, Nackt unter Wölfen, 1958).

Stiefelhacke   „Fersenteil eines Stiefels“

Quelle: Engelke, das ist diese unerhört professionelle Fernsehfrau, die gleichzeitig einen Latte Macchiato trinkt, Zigarette raucht, Mikrofon hält, Text spricht, Film guckt, das Team anfeuert (Was ist denn das für ’ ne Probe, Ihr Kiffer?!), den Freund knuddelt und mit den Stiefelhacken auf den Saum der Marlene-Dietrich-Hose tritt (Der Tagesspiegel, 12.2.2004). - Die Stiefelhacken aneinanderklappend, daß die Sporen klirrten, antwortete ich in verzweifelter Ratlosigkeit: „Ich suche meinen Helm.“ (Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1909-11).

Stiefelrohr   „röhrenförmiger Stiefelschaft“

Quelle: Mokassins können sowohl als flache Halbschuhe, knöchelhohe Bootees oder – um ein angenähtes Stiefelrohr verlängert – bis unter das Knie reichen (so genannter Stiefelmokassin) (http://de.wikipedia.org/wiki/Mokassin, gesehen am 5.2.2013).

Stiefelschaft   „röhrenförmiger Schaft eines Stiefels“

Quelle: Der Stiefelschaft wird nochmals grob untergliedert in den Fußteil und das sich daran anschließende, nach oben reichende Rohr (allgemeinsprachlich „Schaft“ genannt) (http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefel, gesehen am 5.2.2013). - Um 1630 trat jedoch ein Umschwung ein, indem der Stiefelschaft fast röhrenförmig gestaltet wurde (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v. Fußbekleidung).

Stiefelsohle   „Sohle eines Stiefels“

Quelle: „Stomper“ (engl. to stomp, dt. stampfen) bezeichnet den Akt oder aber den Ausführer eines Fußtritts (vgl. "curb stomp") und meint in der Regel das vertikale Treten mit Schuh- oder Stiefelsohle auf den Kopf eines am Boden Liegenden (http://de.wikipedia.org/wiki/Romper_Stomper, gesehen am 5.2.2013). - Er schwang sich über den Ladentisch mit einer gewandten Flanke. Dabei sah Käterchen die dicke Stiefelsohle ganz deutlich (Essig, Der Taifun, 1919).

Stiefelspitze   „Spitze eines Stiefels“

Quelle: Charakteristisch ist ein synkopierter Rhythmus und ein Wechsel von Ferse und Stiefelspitze, Fersenzusammenschlag und Umdrehung (http://de.wikipedia.org/wiki/Krakowiak, gesehen am 5.2.2013). - Er sah sie vom Hut bis zur Stiefelspitze an (Essig, Der Taifun, 1919).

Stiefelstöckel   „Absatz des Stiefels“

Quelle: Und da plötzlich jeder einen sauberen Anzug vonnöten hätt und es jeden nach dem Besitz der anderen Herrlichkeiten gelüstet, so ist es leicht zu verstehen, daß bald bei dem einen, bald bei dem andern die Stiefelstöckel sich nach oben kehren und der Kopf nach unten (Christ, Bauern, 1919).

Älteres Neuhochdeutsch

Kompositum
Stiefelabsatz   „Absatz eines Stiefels“

Quelle: Jedem stand als Lebensdevise aufgebrannt: Die Zunge zum Lecken 'raus nach oben und den Stiefelabsatz drauf nach unten; so, mein Sohn, wird Dir's wohlgehn und wirst Du lange leben auf Erden (Bleibtreu, Größenwahn, 1888). - Draußen wurde der Abstich noch schneidender, da Flamin seinen Spazierstock bis zum Knicken einstieß, Blumen köpfte, Laub abschlug, mit dem Stiefelabsatz Fußstapfen aushieb, indes Viktor in einem fort zu reden suchte, um seine Seele in der mitgebrachten Wärme zu erhalten (Jean Paul, Hesperus, 1795).

Stiefelbalg   „Schaft eines Stiefels“

Quelle: und siehe, zu Haus habe sie befunden, daß sie nichts anders mit sich gebracht, als einen alten halb verfaulten Stiefelbalg, worin drei verreckte Ratzen und etliche Erdmäus' lagen (Abraham a Sancta Clara, Judas der Erzschelm, 1680).

Stiefeleisen   „Eisenbeschlag am Stiefelabsatz“

Quelle: die Absätze werden oft mit Stiefeleisen od. mit kleinen Absatzzwecken beschlagen (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Schuhmacher [1]).

Stiefelfußblatt   „vorderer Teil des Stiefelschuhs“

Quelle: Der obere Theil heißt Stiefelschaft, der untere Stiefelschuh u. davon wieder der vordere Theil das Stiefelfußblatt (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefel [1]).

Stiefelrist   „Rist eines Stiefels“

Quelle: Ich verstand das Lodenaufkrauen und das Bügeln, das Einlassen und das Ausschweifen, obwohl mir mein Meister in bezug auf letzteres einmal den Vorwurf machte, meine Hosen wären über den Stiefelrist nicht ausschweifend genug (Rosegger, Waldheimat, 1877).

Stiefelrohr   „röhrenförmiger Stiefelschaft“

Quelle: Jetzt, eins zwei drei, geht man dabei / Und sägt den Honigbaum entzwei. / Und denkt nicht dran, daß man durchbohre / Des Jünglings beide Stiefelrohre (Busch, Schnurrdiburr oder die Bienen, 1860).

Stiefelröhre   „röhrenförmiger Stiefelschaft“

Quelle: Als er nach Hause kam, merkte er erst, daß er die Sohlen so durchgerannt hatte, daß die Stiefelröhren bis zu den Knien heraufgeschoben worden waren (Zingerle, Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland, 1854).

Stiefelschaft   „röhrenförmiger Schaft eines Stiefels“

Quelle: Der obere Theil heißt Stiefelschaft, der untere Stiefelschuh u. davon wieder der vordere Theil das Stiefelfußblatt (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefel [1]). - Der Stiefelschaft, des -es, plur. die -schäfte, der Schaft an einem Stiefel, d.i. derjenige Theil, welcher das Bein von dem Knöchel an bekleidet, zum Unterschiede von dem Stiefelschuhe (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v.).

Stiefelschuh   „schuhartiger Teil des Stiefels“

Quelle: Stiefelschuh, 1) s.u. Stiefel 1); 2) leichte Schuh, welche man in die steifen Stiefeln anzog (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - Der Stiefelschaft, des -es, plur. die -schäfte, der Schaft an einem Stiefel, d.i. derjenige Theil, welcher das Bein von dem Knöchel an bekleidet, zum Unterschiede von dem Stiefelschuhe (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Stiefelschaft).

Stiefelsohle   „Sohle eines Stiefels“

Quelle: Der Sohn, der schon während einer ganzen Weile mit der Kante seiner Stiefelsohlen allerlei Rinnen in den Sand gezogen hatte, war augenscheinlich verstimmt (Fontane, Quitt, 1890). - wenn ich zufällig länger in Holstein geblieben wäre, so hättest Du Gefahr gelaufen, wieder etwas Theokritisches von mir zu bekommen, die Hexe oder die Ernte, wie Dich meine abgelaufenen Stiefelsohlen in Palermo mit dem Cyklops beglückseligten (Seume, Mein Sommer, 1806).

Stiefelspitze   „Spitze eines Stiefels“

Quelle: Er blickte verlegen auf seine Stiefelspitzen (Polenz, Der Büttnerbauer, 1895). - Als er sich des Störenfrieds entledigen wollte, machte er das Uebel nur ärger, der Tritt fiel wider Willen so unglücklich aus, daß das Thier, von der Stiefelspitze gehoben, winselnd auf das Pflaster fiel (Alexis, Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, 1852).

Stiefelstrippe   „Riemen am Stiefel, die das Anziehen erleichtern sollen“

Quelle: Beim Anziehen der S-n steckt man die Finger durch die oben an beiden Seiten des Schaftes angebrachten Ösen von Leder od. Band (Stiefelstrippen) (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Stiefel [1]). - Die Strippen oder Stiefelstrippen, sind kurze lederne zusammen gelegte Riemen, so daß sie ein Öhr bilden, die Stiefeln daran anzuziehen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Strippe).

Stiefelstulpe   „Aufschlag am oberen Ende des Stiefelschafts“

Quelle: Stiefelstulpe, so v.w. Stulpe (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v.). - So pflegte man ehedem eine Art leinene Strümpfe in den Stiefeln, welche man oben über die Stiefelstulpen heraus legte und ausbreitete, Kanonen zu nennen (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Kanone).

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Mittelhochdeutsch

Allgemein
bôze, bôz   „kurzer Stiefel“
lerse   „weiter, hoher Stiefel zum Überziehen“
ribbalîn stN.   „eine Art Stiefel“

Quelle: al vrisch rûch kelberîn von einer hiute zwei ribalîn nâch sînen beinen wart gesniten (Wolfram von Eschenbach, Parzival, 1200/1210, 127,7 ff.).

Althochdeutsch

Allgemein
kelisa stF. (ō?)   „Stiefel“
kelzilīn stN. (a)   „Stiefelchen“
snerahiling stM. (a)   „Schnürstiefel“
snuoriheling stM. (a)   „Schnürstiefel“
zuhiling stM. (a)   „Halbstiefel, Schnürstiefel“
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